Zur Domina gemacht Teil 3

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Liebe Leser, 

bevor ich den Teil 3 dieser Geschichte hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Diese Geschichte wurde bereits auf Amazon unter meinem Pseudonym Madame Mala veröffentlicht. Da ich mich dem Forum hier sehr verbunden fühle, möchte ich auch hier meine Geschichten in ihrer Gesamtheit veröffentlicht sehen. Einige von Euch haben mich schon unterstützt und sogar die E-Books gekauft, für den Support und die Hilfe bin ich euch sehr dankbar. Natürlich würde ich mich über weitere Unterstützung, vor allem durch Rezensionen eurerseits freuen. 

https://www.amazon.de/Zur-Domina-gemacht-Madame-Mala-ebook/dp/B01NAP766Y?SubscriptionId=AKIAILSHYYTFIVPWUY6Q&tag=duc03-21&linkCode=xm2&camp=2025&creative=165953&creativeASIN=B01NAP766Y

Die Teile werden wöchentlich reingestellt, diese Geschichte ist bereits fertiggeschrieben. 

Für Kritiken und Hinweise auf Fehler wäre ich euch sehr dankbar. 

Gruß und Umarmung!

 

Eure Sena

 

Eine Chance?

Es war der Gärtner des Anwesens, der Anna nach Hause fuhr. Ein älterer, spindeldürrer Herr, der übervorsichtig seinen alten Golf über die Landstraße lenkte. Wiederholt hatte Anna versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, doch der alte Kauz blieb ihr gegenüber kurz angebunden und so gab sie es nach einigen Versuchen auf. Sie schloss ihre Augen und erwachte erst wieder, als die unsympathische Stimme des Alten sie aus ihrem tiefen Schlaf herauslöste. Sie zeigte ihm den Weg zu ihrer Wohnung, stieg aus den Wagen und der Abend mit Alex hatte für sie endgültig sein Ende gefunden.
Müde nahm Anna den Weg zur Haustür, drückte den Taster ihrer Wohnungsklingel und ließ sich von ihrer Haussklavin öffnen. Lydia schien besorgt, kümmerte sich rührend um ihre Herrin, zog die Domina umsichtig und voller Vorsicht aus und führte sie dann ins Badezimmer hinein. Sanft, fast liebevoll wusch sie den Körper ihrer Gebieterin, weidete sich an dessen perfekten Proportionen, wünschte sich in ihn hinein. Neidisch wanderte ihr Blick über die großen, birnenförmigen Brüste, die extrem schmale Taille und das so sinnlich und einladend wirkende Becken. Selbst die kräftigen Beine wirkten Porno und die Sklavin stellte sich vor, wie sie mit ihrem Kopf in dem Schoß der Domina gefangen wurde, sie das Geschlecht ihrer Herrin mit der Zunge zu liebkosen hatte, um gleichzeitig von deren Schenkeln gequetscht zu werden. 
„Was ist los?“ Fragte die Domina müde. 
Lydia erschrak und fühlte sich ertappt. 
„Nichts, Herrin. Entschuldigt bitte.“
Anna gab sich zufrieden, hatte keine Lust ihre Dienerin weiter zu hinterfragen. Sie ließ sich von Lydia abtrocknen, frische Unterwäsche anziehen und dann zu Bett bringen. Völlig übermüdet schlief sie ein und wachte erst wieder auf, als ihr Bruder ins Bett gekrochen kam um sie zu begrüßen. Sie drückte den kleinen Mann an sich, küsste ihn auf die Wange und kuschelte mit ihm. Zwei Stunden später gingen sie gemeinsam in dem nahen gelegenen Park und Ralf durfte dort mit anderen Kindern auf den weitläufigen Spielplatz herumtoben. 
Wie gerne Anna dem Fokus der anwesenden Erwachsenen entkommen wäre, wie gerne sie sich etwas Dezentes angezogen hätte, um einfach nur Frau zu sein. So aber stand sie wieder im Mittelpunkt und beschäftigte Mütter wie Väter der spielenden Kleinen. Wer konnte es ihnen verdenken? Sie sah aus wie jemand aus dem Rotlichtmilieu, wahrscheinlich hielten die Anwesenden sie sogar für eine Prostituierte. So wie sie in die fremden Gesichter blickte, die sie verstohlen musterten, wandte man sich ab, abrupt, als wäre man bei etwas Verbotenen erwischt worden. 
Anna blickte an sich herunter. Die schwarzen, kniehohen Schnürstiefel, die hautenge Lederhose, dazu das tief ausgeschnittene Top und die Bikerjacke. Auch jetzt hatte sie wieder ihre Handschuhe zu tragen, als ob sie nicht mit der Normalität in Berührung kommen durfte. 
Und wenn sie sich etwas Anderes kaufen würde? Den Vorschriften und Bestimmungen Lavals zu entkommen suchte? Katrin hat ihr besorgt davon abgeraten, sie selbst hatte schon die Konsequenzen zu spüren bekommen, nachdem Laval ihr seine Sympathie entzogen hatte. Von überall her, aus allen erdenklichen Richtungen war das Unglück über sie hereingebrochen, es war unfassbar, wie schwer er ihr das Leben machen konnte. 
Die Domina blickte zu ihrem kleinen Bruder hinüber, der mit zwei Mädchen im Sandkasten spielte. Sie war seine Ersatzmama, hatte sie ihm immer wieder erklärt und ihm versprochen auf ihn aufzupassen. Also schwor sie sich, den Rest der Zeit für ihren Bruder zu ertragen, ihm weiterhin ein neues Leben zu ermöglichen und irgendwann vielleicht auch für sich selbst ein wenig Glück darin zu finden. 
„Ist hier frei?“
Ein junger Mann wollte sich zu ihr setzen, doch Anna stand demonstrativ auf und ging zu ihrem Bruder hinüber. Sie wollte ein Gespräch mit dem Fremden unbedingt vermeiden, wobei die Gefahr für sie schwerer wog, dass er ihr gefallen könnte, als das sie ihn abstoßend fand. Sie hockte sich neben ihren Bruder, stricht ihm durchs Haar, amüsiert darüber, dass er sie, gefangen in seinem Spiel, dabei völlig ignorierte. 
„Ich wollte sie eigentlich nur fragen, ob sie sich mit mir ein wenig…“
Sie sah im Schattenbild vor sich die Silhouette eines großen Mannes auftauchen, die ihr eigenes und das des Bruders überdeckte. 
„Nein. Das möchte ich nicht. Komm, Ralf, wir müssen gehen.“
Sie packte ihren Bruder am Arm, brach seinen Widerstand in dem sie ihn einfach hinter sich her zog und sein Weinen und Gekreische dabei aus ihrer Wahrnehmung verdrängte. Sie hatte sich nicht einmal die Zeit genommen den Fremden richtig in Augenschein zu nehmen. Ihr Verhalten kam einer Flucht gleich und im Grunde genommen war es auch eine. Zu Hause verfrachtete sie ihren Bruder in sein Kinderzimmer, befahl Lydia spazieren zu gehen und legte sich auf die Couch. Sie gab sich ihrer Stimmung hin, weinte und wollte sich nicht mehr beruhigen. Es war der Schlaf, der sie nach einer Stunde endlich Frieden finden ließ.
Der nächste Tag bedeutete Alltag. Katrin holte den Kleinen wie immer in der Früh ab, um ihn in die Kita zu bringen. Zati kam pünktlich zum Training und nach einem zweistündigen harten Workout, meldete sich zur Mittagszeit Laval. Anna sollte dieses Mal zu ihm nach Hause kommen, aber nicht, um ihn zu behandeln. Es ging um ein Projekt, das er mit ihr besprechen wollte. Er hatte den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung geplant, wie er ihr geruhte mitzuteilen. Sie sollte sich beeilen, er hatte nicht viel Zeit und musste wieder zurück in die Klinik. 
Es war das erste Mal, dass er sie in sein Haus hineinbat, sie in das stilvoll aber schlicht möblierte Wohnzimmer führte und ihr sogar anbot, für sie einen Kaffee zu machen. Anna bereitete dieser Wechsel seines Verhaltens Sorge. Unterließ er es sie zu provozieren, weil sie ihn heute nicht quälen sollte, oder lag das an dem Projekt, von dem er gesprochen hatte? Sie konnte sich keinen Reim darauf machen, setzte sich in einem bequemen Ohrensessel und wartete ungeduldig darauf, dass er sich ihr erklären würde.
„Möchtest du Milch und Zucker?“ Fragte Laval, stellte ein Tablett auf den Kaffeetisch und nahm ihr gegenüber auf einem mit grünem Samtstoff bezogenen Kanapee Platz. 
Anna verneinte, versuchte ihre Spannung unter Kontrolle zu bringen und nahm nur einen flüchtigen Schluck aus ihrer Tasse. 
„Ich habe hier eine Rechnung für dich. Wir sollten sie miteinander besprechen, bevor wir zur Sache kommen.“
Sie hatte keinerlei Vorstellung davon, was er meinen könnte, nahm den Umschlag, den er ihr reichte zur Hand und öffnete ihn, voller Spannung auf dessen Inhalt. Vielleicht ein weiterer Bonus für ihre Arbeit mit Alex? Warum aber dann eine Rechnung? Sie las was auf dem DinA4-Blatt geschrieben stand. Ihre Hände zitterten, Übelkeit breitete sich in ihrem Körper aus. Das konnte Laval unmöglich ernst meinen. 
„Hast du wirklich geglaubt du bekämst alles umsonst von mir? Ich habe es doch im Vertrag niedergeschrieben, den du unterzeichnet hast. Zati, Katrin und selbst Lydia werden von mir bezahlt, damit sie sich um dich kümmern, du wohnst in der Wohnung, die mich viel Geld gekostet hat und natürlich habe auch ich einiges an Zeit in dich investiert, die es von dir zu vergüten gilt. Ich habe das Geld für die beiden Operationen abgezogen und selbst dann sind noch 54000 Euro offen. Dieser Betrag wird sich mehr als verdoppeln, da du dich verpflichtet hast, bis zum Ende der zwei Jahre, meinen Service weiterhin in Anspruch zu nehmen.“
Annas Gesicht wirkte starr, mit aller Macht drängte sie jegliches Gefühl aus ihren Kopf heraus. 
„Sie haben gesagt das ich ihnen vertrauen kann.“
Laval lächelte und machte es sich in den Polstern des Sofas bequem.
„Ich habe dir ein neues Leben ermöglicht, dich weitergebildet und eine Perspektive verschafft. Dir und auch deinem Bruder. Ich glaube, dass ich damit dein Vertrauen durchaus gerechtfertigt habe. Und natürlich gebe ich dir die Gelegenheit das Geld zurückzuzahlen. Und wenn du tust, was ich sage, wirst du dafür nicht allzu lange brauchen.“
Er nahm einen Schluck aus seinem Teeglas. 
„Ich sehe, dass du wütend auf mich bist, Anna. Dass du glaubst, von mir erpresst zu werden, genötigt das zu tun, was ich von dir verlange …“
Er machte eine Pause, ließ seine Hände ineinandergreifen und beobachtete die Frau vor sich, dabei genau registrierend wie seine Worte auf sie wirkten. 
„Ich hatte angenommen, dass es dir leichter fallen würde, dich zu unserer Lebensweise zu bekennen. Aber du bist noch immer weit davon entfernt sie vollständig anzunehmen und für dich als selbstverständlich zu akzeptieren. Ich bin kein Mann von halben Sachen, möchte mein Werk vollendet wissen und mein Ziel diesbezüglich erreichen. Lydia hat mir geschrieben, dass du gestern einen kleinen Zusammenbruch hattest?“
Anna starrte Laval an, als wäre sie vom Schlag getroffen worden. Dass Lydia soweit gehen würde, hätte sie nie für möglich gehalten. War sie wirklich so naiv gewesen zu glauben, dass die Loyalität der Sklavenfrau ihr gelten würde? Dass sie so etwas wie Freundschaft ihr gegenüber empfand? In diesen Moment bedachte die Domina diese Frau mit ihrem Hass. 
„Lass dich endlich fallen, Anna. Geh in deiner Rolle auf! Weißt du eigentlich, wie viel Menschen schon durch dich inspiriert worden sind? Nicht nur in der Klinik, sondern auch in der Szene. Ich werde immer wieder gefragt, zu welchen Zeitpunkt man deine Dienste endlich buchen könne und Alex hat eine umfangreiche Laudatio auf dich in unserer Gruppe gehalten.“
Laval sprach eindringlich, beugte sich vor, blickte ihr direkt in die Augen. 
„Ich will den Beweis dafür, dass du dich deinem Schicksal endlich ergeben hast, Anna! Gelingt dir das, verhandeln wir neu und mit meinem wachsenden Vertrauen in dich erwirbst du auch mehr Freiheiten.“
Anna holte tief Luft und wich seinem Blick aus. Sie war in diesem Moment nicht dazu in der Lage, einen klaren Kopf zu bewahren und dem Mann vor sich standzuhalten. Wie einfach ihr es fiel Laval zu schlagen und zu quälen. Wie simpel es war ihre Wut auf ihn zu seinem Schmerz werden zu lassen. Doch jetzt ging es um Worte und Macht und diese Lektion hatte er ihr bisher vorenthalten. 
„Und wie?“ Fragte Anna leise.
Laval nahm seinen Terminkalender zur Hand und deutete auf einen Eintrag am Anfang des nächsten Jahres.
„Wir haben an diesen Tag ein kleines Festival geplant, du wirst dort auf der Bühne auftreten, zusammen mit deinem Leibsklaven. Es wird eine geschlossene Gesellschaft sein, du kannst also rücksichtslos und frei deine Macht über ihn demonstrieren.“
„Wer ist dieser Mann?“
Laval grinste breit. 
„Was weiß ich? Du suchst dir einen aus, irgendeinen Vanilla der von seinen Wünschen noch nichts weiß. Mach ihn dir hörig, Anna. Ganz und gar. Ich werde das Ergebnis dann in Augenschein nehmen.“
Anna blickte den hageren, hochaufgeschossenen Arzt unsicher an. 
„Ich soll jemanden zum Masochisten machen?“
„Nicht nur zum Maso. Zum schmerzgeilen Devotist, der dir in allen Belangen ergeben ist. Nimm ihm sein Leben und schenke ihm ein neues.“
„Und was ist mit dem Codex?“
Laval lachte schallend auf, als ob sie gerade einen Witz gerissen hätte. 
„Du bist lustig, Anna, wirklich. Glaubst du wirklich, ein Mann hätte dir gegenüber eine Wahl? In dem Augenblick wo er Gefallen an dir findet, seine Fantasie ihn träumen lässt, gehört er bereits dir. Und du zeigst ihm von Anfang an auf, wo sein Weg hinführen wird, du machst gar keinen Hehl daraus. Er wird dazu bereit sein, ihn mit dir zu gehen, glaub mir das. Dein erstes Schäfchen in deiner Herde, mit dem du anstellen kannst, was du möchtest. Nutze es zu deinem Wohlbefinden, lass dich von ihm bezahlen, vermiete es an andere, demütige und quäle es nach Herzenslust. Drehe Filme mit ihm, mache Fotos, verkaufe sie an alle, denen sie gefallen könnten. Sei ruhig skrupellos, denn das ist die Welt. Egal ob innerhalb unserer Gemeinde oder außerhalb. Im Endeffekt geht es nur um Machtkonstellationen.“
„Was für ein Mann sollte das sein?“
Laval zeigte sich zufrieden, seine kleine Lederpuppe dachte schon über die Umsetzung nach. 
„Jung, hübsch und gesund. Mehr braucht es nicht. Wenn er noch unerfahren im Umgang mit Frauen ist, wirst Du umso leichteres Spiel mit ihm haben. Du musst ihn ein Leben lang für dich nutzen können, selbst dann noch, wenn deine äußeren Atribute zu schwinden beginnen.“
„Und wenn ich ihn irgendwann nicht mehr haben will?“
Laval brauchte nicht lange über eine Antwort nachzudenken. 
„Du ergänzt deinen Besitzstand, hältst ihn aber, Anna. Du kannst die Leinen lockern, aber du wirst sie weiterhin in deinen Händen behalten. Das ist deine Verantwortung gegenüber den Schäfchen, der eigentliche Codex. Du darfst nicht den Respekt vor ihnen verlieren und musst ihn auf ein Mindestmaß halten.“
„Und ich trage eure Leine.“ Stellte sie frustriert fest. 
Laval stand auf, kam um den Tisch herum und setzte sich auf die Armstütze des Sessels, in dem sein Gast Platz genommen hatte. 
„Du wirst sie bald nicht mehr spüren. Das verspreche ich dir. Akzeptiere und lebe dein neues Leben, dann bin ich mit dir zufrieden und lass dich ein Stück weit los.“
Lavals Hand strich der jungen Frau über den Rücken, die augenblicklich erschauderte. Sie fühlte sich unwohl in seiner Gegenwart, das konnte er deutlich spüren. Würde sich das irgendwann ändern? Vielleicht wenn sie einsah, dass er sie einen Traum leben ließ, der jedem anderen vorenthalten blieb. 
„Ich habe dir die Nachbarwohnung einrichten lassen. Sie dürfte inzwischen fertig sein. Du bist dort ungestört, wenn du arbeiten möchtest und selbst wenn Ralf zu Hause ist, kannst du jederzeit rübergehen. Fehlt etwas, das du brauchst, gib mir Bescheid und du bekommst es.“
Anna schüttelte ihren Kopf. In ihrer Naivität hatte sie geglaubt jemanden zum Nachbarn zu bekommen. 
„Werde ich auch für sie zahlen müssen?“
Laval lächelte. 
„Nein, sie steht nicht im Vertrag. Du wirst sie mir abkaufen, genauso wie deine eigentliche Wohnung. Ich denke in fünf oder sechs Jahren, wenn meine Bemühungen sich amortisiert haben, wird es soweit sein.“
Die junge Frau gab jeden weiteren Widerstand auf. Es schien eh kein Kraut gegen diesen Mann gewachsen zu sein. Vielleicht sollte sie sich wirklich fügen? Mit der Gefahr, dass dieser Mann sie jederzeit steuern, manipulieren und lenken konnte, wie es ihm beliebte?
Ihr Blick wanderte durch das Wohnzimmer, es wirkte trotz seiner gemütlichen Einrichtung irgendwie kalt. Vielleicht, weil alles seinen Platz hatte? Man spürte nicht, dass hier gewohnt wurde. 
„Wer ist das auf dem Foto dort?“ Anna streckte ihren Arm aus und deutete auf ein gerahmtes Bild an der Wand. 
Laval folgte ihren Blick. Es schien ihm unangenehm zu sein, dass sie danach fragte. 
„Meine Exfrau und unser Sohn. Wir sind seit zehn Jahren geschieden.“
„Und was ist mit ihnen? Halten sie die auch an einer Kette?“
Laval blickte auf die junge Frau herunter. 
„Werde nicht frech und geh jetzt! Ich muss weiter.“
Sie brauchte von ihm kein zweites Mal dazu aufgefordert werden, erhob sich und nahm ihre Jacke auf. Sie verabschiedete sich nicht von ihm, wollte einfach nur noch dieses Haus verlassen. Er hatte ihr erneut zugesetzt und ihren Kopf mit Informationen gefüllt, deren Tragweite für sie nicht abzuschätzen waren. Sie fühlte sich gegenüber diesem Mann als Dummchen. Zu blöd und naiv, um ihm irgendetwas entgegensetzen zu können. 

 

Ausblick in die Vergangenheit

Die Vorstadtstraße in der Laval lebte, lag wie ausgestorben vor Anna. Sie ging ein Stück den Gehweg entlang, ihr Handy am Ohr, in der Absicht für die Rückfahrt zur Wohnung ein Taxi zu ordern. Doch es blieb beim Besetztzeichen und so setzte sie ihren Weg die Straße runter fort und gab sich ihren Gedanken hin. Ein Jahr und ihr Leben hatte sich grundlegend geändert. Wo würde sie jetzt stehen, wäre sie mit ihrem Bruder beim Vater geblieben? 
Peter kam ihr in den Sinn, ihr alter Trainer, einen Menschen den sie immer für jemanden gehalten hatte, der besser war als der Durchschnitt. Aufrichtig um die Jugend bemüht, Ansprechpartner, Ratgeber und Freund. Wie viel hatte sie ihm zu verdanken, wie oft hatte er ihr aus der Verzweiflung herausgeholfen? Das alles zählte für sie nicht mehr, er hatte sie regelrecht an Laval verkauft, im vollen Bewusstsein, was aus ihr werden würde. Daran glaubte sie fest. 
Sie dachte auch an die Nachbarin. Gülen hatte immer zu ihnen gehalten, sie versorgt, wenn es eng wurde und sie sonntags zu den Eltern mitgenommen, bei denen es immer etwas Warmes zum Essen gab. Die türkischstämmige Freundin hatte Ralf auch zu sich geholt, wenn Anna mal ausgehen oder eine Freundin besuchen wollte. Die Nachbarin hatten den Jungen lieber bei sich gewusst, als allein mit seinem alkoholsüchtigen Vater. 
Sie sah sich um, ihre Gedanken rasten. Sollte sie nicht einfach zu ihrem alten Zuhause fahren und bei der Nachbarin anklingeln? Sie war ein Mensch, dem sie wirklich vertrauen konnte. Jemand, der sie vielleicht verstehen würde und ihre getroffenen Entscheidungen nicht sofort verurteilte. Sie hatte so viel Redebedarf gegenüber einem Menschen, der kein Eigeninteresse an ihr hatte. 
Sie fasste einen Entschluss, hob das Handy an ihr Ohr und wählte erneut den Taxiruf. Dieses Mal hatte sie Glück und die Frau von der Zentrale meldete sich. 
Zwanzig Minuten dauerte die Fahrt durch die Stadt. Es gab nur wenige Fahrzeuge auf den Straßen, typisch für die frühe Nachmittagszeit. Der Fahrer, ein schmieriger Typ, mit schulterlangen, verfilzten Haaren warf ihr durch den Rückspiegel immer wieder begehrliche Blicke zu, sie störten Anna sehr. Sie war erleichtert, als sie endlich aus dem Wagen steigen konnte und legte dem Mann wortlos einen Geldschein in die Mittelkonsole. Es war eigentlich viel zu viel gewesen, doch hatte sie keine Lust darauf gehabt zu warten, bis er ihr das Rückgeld erstattet hatte. Wahrscheinlich bildete er sich sogar noch etwas darauf ein.
Die alte Mietskaserne aus den Siebzigern lag jetzt direkt vor ihr, so wie Anna sie vor ziemlich genau einem Jahr verlassen hatte. Die Außenwände des Erdgeschosses beschmiert von Graffiti, die Haustür an vielen Stellen mit Beschlägen geflickt, die wenigen Müllcontainer, aus denen der Abfall der ganzen Siedlung herausquoll. 
Auf einmal kam ihr das Taxi gar nicht mehr so abstoßend vor. Sollte sie vielleicht doch lieber zurück in die Wohnung? Sie überwand sich, ging auf die Haustür zu, durch die sie vor einem Jahr, zusammen mit ihrem Bruder, vor dem Vater geflohen war. Auf dem Vorplatz des Hauses war niemand zu sehen, wie sie dankbar feststellte.
Sie wartete auf den Fahrstuhl, dessen Tür sich schließlich vor ihr quälend langsam und mit einem ächzend, schrillen Begleitton öffnete, legte ihren, von feinstem Leder verhüllten Zeigefinger über die Taste 3 und fuhr hinauf zu der Wohnung, in der sie den größten Teil ihres Lebens verbracht hatte. 
Diese Wohnungstür dort vorne rechts, ihr Vater würde zu Hause sein. Sie musste nur anklopfen und er würde vor ihr stehen. Wie würde er auf sie reagieren? Vielleicht hatte er seine Kinder vermisst? Sich eventuell sogar verändert? Anna machte sich keine Illusionen. Der Vater wusste, wo seine Kinder wohnten, er hätte jederzeit den Kontakt zu ihnen suchen können. 
„Kann ich ihnen helfen?“
Anna erschrak und wandte sich zu der Tür der Nachbarin um. Gülen sah aus wie immer. Ihre langen schwarzen Haare zum Zopf gebunden, das charismatische Gesicht durch ein aufwendiges Make-up noch betont, musterte die Deutschtürkin die vermeintliche Fremde, mit einem misstrauischen Gesichtsausdruck. Von der Figur eher klein und rundlich, wirkte sie dennoch aktiv und energisch auf andere Menschen. 
„Erkennst du mich nicht?“ Fragte Anna leise. 
Gülen musterte die hochgewachsene Blondine erstaunt. Streng und leblos wirkte deren Gesicht, so attraktiv ihre Züge dabei auch sein mochten. Und wie sie erst gekleidet war. Das konnte nicht sein, Anna hatte immer Jeans, T-Shirt oder Sportanzüge getragen. 
„Anna? Ich höre zwar deine Stimme, aber diese Tussi hier bist du nicht.“ Gülen starrte sie an, als ob ein Monster vor ihr stehen würde, dass sie zu verschlingen suchte. 
Anna versuchte zu lächeln, aber ihre Mimik spiegelte nur deren Hilflosigkeit wider.
„Kann ich zu dir reinkommen?“
Gülen war immer noch überfordert mit dem Anblick, den ihr Anna bot. So sehr konnte sich doch niemals ein Mensch verändert haben. Zumindest nicht in nur einem Jahr. 
„Du, ich habe gerade Besuch. Kannst du später wiederkommen?“
Der Blick der ehemaligen Nachbarin blieb an Annas Outfit kleben. Die Kleidung aus Latex und Leder saß so passgenau, als ob es sich bei ihr um eine zweite Haut handeln würde. Anna sah einfach nur strange aus in dieser Kluft. 
„Ich gehe mal lieber. Bevor er mich hört.“ Meinte Anna leise, drehte sich zur Tür um, hinter der sie vor einem Jahr noch gewohnt hatte und wollte dann wieder den Hausflur zurück zum Fahrstuhl gehen. Gülen blickte ihr nach, zögerte kurz, dann hielt sie ihre ehemalige Nachbarin auf. 
„Jetzt warte!“ Anna blieb stehen und wandte sich zu der kleinen Frau um. 
„Komm schon rein.“
Gülen trat aus der Tür und ließ Anna an sich vorbei in die Wohnung treten. Die junge Frau hing ihre teure Jacke an der Garderobe auf und ging den kurzen Flur hindurch zum Wohnzimmer. Sie kannte sich aus und Gülens letzte Zweifel schwanden mit dieser Feststellung. 
„Das ist so krass.“

Ein junger Türke saß auf der Couch und blickte in Richtung Fernseher. Sein Haar war völlig zerzaust und er hatte Lippenstift auf seiner Wange. Anna lächelte. Kein Wunder, dass es der Nachbarin nicht gepasst hatte. Früher hatte sie eher zurückgezogen gelebt, jetzt schien ihr nach mehr Gesellschaft zu sein.
„Hallo, ich heiße Anna.“
Der junge Mann blickte zu ihr auf, sein Mund öffnete sich langsam, schloss sich wieder, dann hob er seinen rechten Arm und kratzte sich verlegen an seinem Hinterkopf. 
„Eh, oh, ich …“
Gülen, die hinter Anna den Raum betreten hatte, schien ziemlich ungehalten über die Reaktion ihres „Besuchs“ zu sein. 
„Was geht mit dir? Weißt nicht mehr wie du heißt?“
Der junge Mann erhob sich und streckte Anna seinen Arm entgegen.
„Ich bin Mehmet. Hi!“
Anna bot ihm ihre behandschuhte Hand zum Gruß an, die er mit verwunderte Miene drückte. Verlegen blickte er zu Gülen rüber, griff nach der Fernbedienung auf dem Sofapolster neben sich und schaltete den Fernseher aus.
„Setz dich, bitte. Magst du etwas trinken?“
Anna bat um ein Glas Wasser. 
Gülen holte es ihr, stellte es vor Anna auf den niedrigen Glastisch und setzte sich zu ihrem Freund. 
„Was sind das für Klamotten? Wo bekommt man so etwas?“
„Du ich …“
Anna zeigte sich verlegen, wusste nicht, wie sie sich Gülen erklären konnte. 
„Ich bekomme sie jeden Tag gestellt. Manchmal werden Fotos gemacht…, danach kann ich sie dann behalten.“
Gülen beugte sich vor, ließ ihre Finger über Annas Top gleiten und seufzte. 
„Das fühlt sich verdammt noch mal geil an.“
Sie wandte sich zu ihren Freund um. 
„Tut mir leid, Mehmet, aber du musst gehen, ich bin gerade lesbisch geworden.“ Sie lachte und Anna fiel mit ein. Es war eine Situation, die sie von ihrer Vergangenheit her kannte. Es tat ihr so gut in diesem Moment.
„Bist du operiert worden?“ Fragte Gülen ungeniert. „Deine Lippen, die Titten. Du hattest schon immer eine Mörder-Figur besessen, aber das jetzt. Scheiße, ich würde töten für solch ein Aussehen.“
„Ich mag nicht so gerne darüber reden, okay? Ich freue mich einfach, dass ich dich wiedersehen kann.“
Gülen fühlte, dass etwas mit Anna nicht stimmte. 
„Wie geht es Ralfi? Wo seid ihr jetzt überhaupt? Ihr habt euch nicht mehr gemeldet und dein Alter hat nur gemeint, dass ihr abgehauen seid und der Teufel euch holen soll.“
„Ihm geht es super. Du würdest ihn nicht wiedererkennen.“
Gülen lachte. 
„Wieso? Trägt er jetzt auch so ne Fetischkluft und hat dicke Hupen?“
Anna bekam einen regelrechten Lachanfall, Gülen war ganz die Alte. 
„Ihm geht es einfach besser. Er spricht jetzt ganz normal für sein Alter und wird im nächsten Jahr eingeschult. Von daher war es gut, dass ich abgehauen bin.“
„Und wann sehe ich ihn wieder?“ Gülens Stimme klang auf einmal gereizt. „Ihr könnt nicht einfach so abhauen, ihr beide seid meine Familie.“
„Wir bleiben jetzt in Kontakt, versprochen.“
Sie blickte zu Mehmet rüber, der bisher seine Augen nicht von ihr abgewendet hatte. Sie sah es ihm nach, war halt so. 
„Und ihr beiden? Wie lange seid ihr schon zusammen?“
Gülen blickte ihren Freund an und boxte ihm hart auf den Oberarm. 
„Spinnst du jetzt? Fängst noch das Geifern an, du Arschloch.“
Mehmet wandte sich der Freundin zu, sich dabei wieder nervös am Hinterkopf kratzend. 
„Zusammen?“ Meinte Gülen mit wütenden Unterton. „Ab und an darf er mich besuchen und wir labern ein wenig. Mehr ist da nicht.“
Der junge Mann blickte Gülen erstaunt an, dann sah er zum Fenster hinüber. Anna war nicht blöd, Gülen wollte nur nicht zugeben, dass etwas mit ihm lief. 
„Und dein Job?“
Gülen stöhnte auf. 
„Mächen, ich bin fast pleite. Meine Chefin hat abgebaut und die Befristeten nicht verlängert. Selbst dein Vater scheint jetzt mehr Kohle zu haben als ich. Fast hätte ich ihn angesprochen und gefragt, ob er mir etwas leihen kann. Keine Ahnung was sich bei ihm verändert hat.“
Ihr kam ein Gedanke und sah Anna erstaunt an. 
„Schickst du ihm etwas? Ich meine dir geht’s gut, das sieht man.“
Anna verneinte. 
„Nein, damit habe ich nichts zu tun.“
Sie sah zu Mehmet rüber, der sie schon wieder im Blick hatte. Er schien ziemlich auf sie abzufahren. Laval hatte Recht, es brauchte wirklich nicht viel um die Fantasie der Männer anzuregen. Wer weiß, was der Junge sich gerade vorzustellen versuchte. 
„Kannst du mal kurz rausgehen, Mehmet? Bitte! Wirklich nur ein oder zwei Minuten.“ Anna hatte sich gegenüber einem Mann lange nicht mehr so freundlich gezeigt. 
Der Junge erhob sich, warf Gülen einen seltsamen Blick zu, trat hinaus auf den Flur und schloss die Tür hinter sich.
„Warum das denn jetzt? Weil er dich die ganze Zeit angafft?“ Fragte die Türkin verwundert.
Anna verneinte. 
„Hier! Das schulden wir dir.“
Sie reichte Gülen eine kleine Lederbörse.
„Du kannst mir gerne das Portemonnaie schenken, aber die Kohle behältst du. Beleidige mich nicht, Anna. Ich zieh wieder zu meinen Eltern und gut ist. Nicht schlimm, du kennst sie ja.“
Eine peinliche Pause entstand zwischen den Frauen. Gerne hätte Anna ihr Angebot erneuert. 
„Du modelst also? Ist es das? Bekommst du dafür so viel Geld?“
Anna schüttelte ihren Kopf. 
„Ich erzähle dir das ein anderes Mal, versprochen. Danke, dass ich hier sein durfte.“
Gülen wollte sie überreden zu bleiben, doch Anna stand auf, ging zur Flurtür und bat Gülens Freund oder was er auch immer sein mochte, wieder herein. 
„Warte, Anna! Ich bring dich noch zur Tür.“
Gülen folgte ihr aus dem Wohnzimmer heraus, während der junge Türke im Vorbeigehen Anna unverhohlen auf den Po blickt. Die Alte sah einfach nur heiß aus. Er kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf und ließ sich wieder in die Polster des Sofas fallen, dabei ungeniert in seine Hose greifend. 
„Gib mir deine Nummer! Wenn du dich nicht meldest, tue ich das. Am besten auch die Adresse. Anna ihr haut nicht vor Menschen ab, die euch lieben. Das geht einfach nicht.“
Anna drückte die Freundin an sich, küsste sie auf beide Wangen, hielt sie fest und tat sich schwer damit, sie wieder loszulassen. Tränen liefen ihre Wangen hinunter, sie konnte es einfach nicht verhindern. 
„Gülen, ich melde mich. Vertraue mir, ja? Es ist besser, wenn du nicht weißt, wo ich wohne. Glaub mir bitte.“
Die Freundin deutete Annas Bitte falsch. 
„Sag mal, schämst du dich für mich?“
Anna lachte und wischte sich die Tränen ab. 
„Ich schäme mich für mich, okay? Es hat nichts mit dir zu tun, ich lieb dich doch.“
Die Türkin atmete tief durch, gab sich aber mit dieser Erklärung zufrieden. Anna war keine Lügnerin und hatte immer zu ihr aufgesehen. 
„Na schön. Aber wehe, wenn nicht, dann gibt es den Arsch voll.“
 Anna lachte erneut, herzlich und ungehemmt. Sie konnte einfach nicht anders, hatte dieser Satz doch eine ganz andere Bedeutung für sie, als Gülen es ahnen konnte. 
Die Wohnungstür hinter Anna öffnete sich und ein Mann mit müdem und aufgequollenen Gesicht starrte durch den schmalen Türspalt. Seine glasigen Augen waren auf die beiden Frauen gerichtet. 
„Was seid ihr so laut? Kennt ihr keine Mittagszeit?“
Anna erstarrte, wandte sich zu ihrem Vater um, blickte ihm direkt in die Augen. 
Er sah sie an, blickte ungeniert auf ihren Ausschnitt und sah dann fragend zur Nachbarin rüber. 
„Hattet ihr jetzt einen Dreier? Es reicht mir schon, wenn ich dein Herumgestöhne ertragen muss. Deine Eltern würden sich schämen, wenn sie das mitbekämen. Lass dich von deinem Muckel das nächste Mal leiser ficken, du Schlampe!“
Gülen blieb von den Worten des Nachbarn unberührt. 
„Ich werde es ihm ausrichten, Herr Pelzig. Danke!“
Die Wohnungstür schloss sich hinter dem Mann, dann wurde es wieder ruhig im Gang. 
Für Anna war es ein Ausblick in ihre Vergangenheit. In diesen Moment war sie Laval fast dankbar. 
„Ich gehe jetzt lieber.“ Flüsterte sie. 
Gülen umarmte sie noch einmal und küsste sie erneut. 
„Du meldest dich!“ Anna versprach es, löste sich von ihrer Freundin und eilte den Hausflur entlang, zurück zum Fahrstuhl.
 

Deal mit Lydia

Kaum das Anna die Tür zur Wohnung geöffnet hatte, krabbelte Lydia, wie immer nackt, auf sie zu und begann ihre Stiefel zu küssen. 
Es war ein Ritual, das sich ständig wiederholte und eines der wenigen Zugeständnisse war, die Anna der Sklavenfrau in Sachen SM machte.
„Sie waren lange unterwegs gewesen, ich habe mir Sorgen um euch gemacht, Herrin.“
Anna schloss ihre Augen und wartete darauf, dass ihre Wut auf diese Frau wieder abflaute. 
„Zeig mir dein Handy!“
Die Sklavin vergaß in diesem Moment die Etikette, blickte erstaunt zu ihr auf und wusste nicht, wie sie auf den Wunsch ihrer Herrin reagieren sollte. 
Anna sah rüber zur Wanduhr, noch eine halbe Stunde, dann würde Katrin und der Kleine kommen. 
„Du hast mich verstanden?“
Lydia nickte. Ahnte, was es mit dem Wunsch der Domina auf sich hatte. 
„Ich darf das nicht, sie wissen doch…“
Ein heftiger Schlag traf die Sklavenfrau im Gesicht, gefolgt von einem weiteren.
„Wo hast du es?“
Lydia stellte sich quer, sie konnte viel ertragen, war belastbar, wie man das in der Szene nannte. 
„Nein, ich darf das nicht.“
Die Domina blickte verächtlich auf die tätowierte Frau herunter. Es gab nicht viele Plätze, an denen Lydia das Gerät aufbewahren konnte. So suchte sie zuerst in dem Kleidersack der Frau, schließlich hatte die Sklavin nicht ahnen können, dass ihre Herrin auf einmal Interesse daran zeigten würde. 
„Siehst du? Hat nicht lange gedauert.“ 
Anna überlegte. Laval war nie in den direkten Kontakt mit seiner Sub getreten. Kein einziges Mal in dem vergangenen Jahr. Das würde so bleiben, solange sich Lydia regelmäßig bei ihm meldete, dessen war Anna sich sicher. Sie musste die Sklavin nur unter Kontrolle halten. 
Sie blickte auf die glatzköpfige Frau herunter, die mit besorgten Gesichtsausdruck zu ihr aufsah. 
„Was starrst du mich an? Hast du deine eigenen Regeln vergessen?“
Anna drückte den Absatz ihres Stiefels in Lydias Oberschenkel, die daraufhin ein klägliches Jaulen hören ließ. Sofort senkte die Sklavin ihren Blick und harrte der Dinge, die jetzt unweigerlich kommen mussten. 
Lydias Handy besaß einen Fingersensor, als packte Anna das rechte Handgelenk der Sklavin, verdrehte es mit aller Kraft und drückte die Fingerspitze von Lydias Daumen auf den runden Knopf des Mobiltelefons. Es klappte, jetzt musste man nur noch das Passwort ändern. Noch einmal musste sie dazu der Sklavin Gewalt antun, dann hatte Anna die Kontrolle über das Gerät bekommen. 
„Bitte Herrin. Pierre wird sehr ungehalten sein.“
Anna setzte sich auf die Couch und warf von dort aus Lydia einen verächtlichen Blick zu. 
„Das liegt nur an dir, Süße. Komm her!“
Anna überflog den Chatverlauf und fand schnell den Thread der beiden. Während Lydia detaillierten Bericht erstattete, antwortete Laval kurz angebunden und knapp. 
„Ich werde dir jetzt einen Vorschlag machen, es wäre für uns beide besser, wenn du darauf eingehen würdest. Verstanden?“
Lydia nickte, ohne dabei ihren Kopf zu heben. 
„Bist du hier bei mir glücklich? Und lüg mich nicht an!“
Die Sklavin schwieg. Wahrscheinlich fehlt ihr die Vorstellung davon, worauf die Frage der Domina abzielte. 
„Nein.“ Kam es kaum hörbar aus ihrem Mund. 
„Was vermisst du?“ In diesem Moment interessierte es Anna wirklich. Sie hatte noch nie mit Lydia über deren Verlangen gesprochen. 
„Ich möchte eure harte Hand spüren, Herrin. Eure Strenge. Kontrolliert mich, seid bitte nicht mehr so nett zu mir!“
Anna fühlte sich bleischwer in diesen Moment. Sie war nichts weiter als Mittel zum Zweck für all diese kranken Geister. 
„Als Gegenleistung wirst du nur noch das Laval schreiben, was ich dir befehle, haben wir einen Deal?“
Lydia zögerte. Sie schien ihren Herren auf keinen Fall verärgern zu wollen. 
„Wenn du nicht einwilligst, schreibe ich die Nachrichten selbst, aber dann wird er über kurz oder lang Verdacht schöpfen.“
Lydia überlegte angestrengt, sie hatte keine Wahl. 
„Einverstanden.“
Anna lächelte. Sie begann ein riskantes Spiel, aber in ihrem Kopf zeichnete sich eine Möglichkeit für sie ab, die immer mehr an Konturen gewann. Ein Weg, den sie vielleicht gehen konnte. 
„Zieh dich an. Ab morgen bekommst du deine Herrin von mir, die du dir so sehr gewünscht hast. Vielleicht werden wir ja dann doch noch Freunde.“
Sie grinste zynisch und der Sklavin lief ein kalter Schauer über den Rücken. Nicht weil sie sich vor der Domina gefürchtet hätte, sondern aus Vorfreude auf den kommenden Tag. 

 

Das Studio

Nach einer durchwachten Nacht stand Anna am nächsten Morgen völlig übermüdet auf. Sie brauchte eine Weile, bis sich ihre Gedanken ordneten und ihr Körper bereit war sich ihrem Willen zu fügen. 
Lydia hatte Ralf schon geweckt. Anna konnte sein quietschiges Lachen hören. Die beiden waren im Bad und die Sklavin sorgte dafür, dass der Kleine sich ordentlich wusch und anzog. Katrin würde gleich kommen, um ihn in die Kita zu bringen, vorher aber den Kleiderplan mit ihr durchgehen wollen. Mittlerweile hatten sich zwei große Wandschränke mit der bizarren Wäsche gefüllt und Lavals Sekretärin schleppte nicht mehr jeden Tag aufs Neue einen Wäschesack zu ihrer Wohnung hinauf.
Eine halbe Stunde später war Katrin fort und Lydia kümmerte sich um ihre Herrin. Sie war gespannt wann die Domina das Spiel beginnen würde, zog sich mit hastigen Bewegungen aus, stopfte ihre Kleidung in ihren Beutel hinein und kroch zu Anna hinüber, die sie gelangweilt von dem breiten Doppelbett aus betrachtete. 
„Zieh mich aus, dann gehen wir duschen.“
In Lydia begann es zu arbeiten. In diesem Moment ging für sie ein Traum in Erfüllung. Sie hatte Anna schon oft im Bad bedient, gerade wenn die Herrin das Bedürfnis hatte sich mit ihr zu unterhalten, musste dabei aber immer eine gewisse Distanz zu ihr halten. 
Vorsichtig zog die Sklavin Anna das schwarze Top aus, strich mit ihren Händen über die großen Halbkugeln der Domina und ging dann in die Knie, um ihr auch noch das Höschen auszuziehen. Ihr Blick weidete sich an dem Streifen blonden Schamhaars, dass sich zur Spalte der jungen Frau hin verjüngte. Wie gerne sie jetzt ihre Herrin dort geküsst hätte. 
„Was gierst du meine Muschi an, du Schlampe?“
Anna tat so, als ob sie das Interesse der Sklavin an ihrem Körper erst jetzt entdeckt hatte. Sie packte die Sklavin mit dem Daumen und dem Zeigefinger an deren Nasenring und überstreckte den Kopf Lydias nach hinten. Die erste Ohrfeige an diesem Tag, knallte in das Gesicht der glatzköpfigen Frau, hart und ungehemmt von der Domina geführt. Es würden heute noch viele weitere folgen. 
Die Domina erhob sich und ging lasziv zum Badezimmer rüber, während Lydia ihr auf allen Vieren folgte. Anna setzte sich ungeniert vor der Sklavin auf die Toilette, ließ ihren Urin in die Schüssel plätschern und deutete an, dass diese für sie abzuziehen hatte. 
„Wo liegen eigentlich deine Tabus?“ Fragte Anna die Sklavin eindeutig zweideutig. 
Lydia wurde blass. Sie hatte verstanden, warum sie diese Frage gestellt bekam. 
„Mein Herr duldet keine Tabus.“
Anna nickte. 
„Na gut, dann wollen wir das beibehalten. Komm schon, wir haben nicht viel Zeit bis Zati kommt.“
Anna griff der Sklavin in den Nasenring und zog sie daran zu sich hoch, ließ ihr aber genügend Zeit, um ihrer Bewegung folgen zu können. Dennoch tat sie Lydia weh damit, deren Augen sich mit Tränen zu füllen begannen. 
Sie stieß die Sklavin mit einer lockeren Bewegung in die Kabine hinein, folgte ihr und schloss die Kabinentür hinter sich. Anna griff beiläufig nach der Dusche, richtete sie auf Lydias Brust und drehte demonstrativ den Dosierhebel nach links und zog an ihm. Ein eiskalter Strahl traf die Sklavin, deren Körper sich abrupt krümmte, während ein geller Schrei aus ihren Mund herausdrang. Anna aber ließ ungerührt das Wasser laufen, befahl der Frau sich umzudrehen und brauste ihren Körper weiter ab. 
Lydia zitterte vor Kälte, während Anna in diesen Moment echte Befriedigung empfand. Es war einer der Augenblicke, in denen sie sich fragen musste, ob sie wirklich Freude dabei empfand, wenn sie andere Menschen quälen durfte. Sie zeigte keine Reue dabei und wusste nicht einzuschätzen, wo diesbezüglich bei ihr die Grenzen lagen. Es war für sie ein unglaubliches intensives Gefühl mit ihrem Opfer so eng verbunden zu sein, jede seiner Reaktion zu lesen und dabei dessen Angst vor ihr zu spüren. 
Sie drehte den Hebel langsam in die entgegengesetzte Richtung, registrierte Lydias zunehmende Erleichterung, die sofort wieder in Sorge wechselte, als das Wasser auf ihrer Haut erst immer wärmer, dann heißer für sie spürbar wurde. Wie weit würde ihre Herrin gehen? In diesem Augenblick spürte Lydia Anna gegenüber echte Panik. 
Die Domina hatte auch diese Lektion von Laval gelernt, wusste genau, ab welchen Grad es für Lydia gefährlich werden würde. Der Schmerz würde bei ihr ab 40 Grad einsetzen, die Verbrühung ab Mitte der Fünfziger. Natürlich kam es auch darauf an, ob sie den Wasserstrahl auf einer Stelle des Körpers gerichtet hielt, oder sie ihn weiterwandern ließ, um die Wirkdauer zu verkürzen. 
Lydia aber stöhnte jetzt auf und begann sich unwohl zu fühlen, dann zeigte ihr Gesicht den ersten Schmerz. Für Anna noch kein Grund aufzuhören, Lydia sollte sie darum anflehen. 
Zwei Minuten später war es soweit und die Sklavenfrau bat die Domina mit weinerlicher Stimme darum ihr sadistisches Spiel zu beenden und tatsächlich kam Anna diesem Wunsch sofort nach, stellte die Temperatur zurück in einen angenehmen Bereich und drückte dann den Duschkopf in die Hand der Sklavin. 
Die hatte Mühe nicht in Tränen auszubrechen, brauste ihre Herrin vorsichtig ab und bat sie dann darum sie einseifen zu dürfen. Anna erlaubte es ihr und genoss deren zärtliche Hände. Die Domina war zufrieden, befahl ihrer Dienerin, sie abzuduschen und stieg dann aus der Kabine. Lydia wollte sich nun selbst einseifen und waschen, aber die Herrin packte sie, sichtlich ungehalten am Nasenring, ließ ihre Hand in Lydias Gesicht klatschen und zog sie grob aus der Kabine heraus. Die Sklavin verstand, griff nach dem Handtuch und trocknete ihre Herrin damit vorsichtig ab. 
„So, noch Zähneputzen, dann bin ich soweit fertig.“ Anna grinste frech zu Lydia rüber. „Was guckst du so blöd? Wasch dich und putze dir die Zähne!“
Die Sklavin beeilte sich, seifte mit hastigen Bewegungen ihren Körper ein, wusch den Duschschaum wieder ab und trat, nach nicht einmal zwei Minuten, wieder aus der Kabine heraus. 
Lydia wollte sich abtrocknen, aber die frischen Handtücher, die sie gestern noch bereitgelegt hatte, waren allesamt verschwunden. Einzig das benutzte Handtuch ihrer Herrin lag auf den Boden.
„Ist irgendetwas?“ Fragte die Domina unschuldig.
Lydia senkte den Blick, hob das schmutzige Handtuch vom gefliesten Boden auf und begann sich damit abzutrocknen. Anna hatte inzwischen sich die Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste gereinigt, stellte sie zurück in die Station und fragte ihre Sklavin, wo sie denn ihre hätte. 
„Im Schrank, Herrin.“
Anna lächelte. 
„Nach dem du immer so brav bist, ist es das Mindeste, wenn ich sie dir vorbereite. Komm Süße, putz dir die Zähne!“
Lydia beobachtete die große Blondine dabei, wie sie den Kopf ihrer Zahnbürste zwischen ihre üppigen Pobacken versenkte. Sie kannte auch diese Spiele, aber sie waren nur schwer zu ertragen für sie. Immerhin hatte die Domina geduscht und Lydia wusste, dass ihre Herrin auch an dieser Stelle sauber sein würde.
„Tut mir leid, keine Zahnpasta heute. Vielleicht morgen?“
Lydia schwindelte, wusste nicht, ob ihre Herrin wirklich so weit gehen wollte. Hatte sie sich Anna wirklich so gewünscht?
Die Domina hatte sich ihr Sportzeug angezogen, in eine Stunde würde der Trainer kommen. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass jeder Tag mit ihm 100 Euro kostete. Er allein machte also Monat für Monat schon mehr als 2500 Euro aus. Dazu kam Lydias Vollservice und Lavals Sessions. Ihr „Lehrer“ brachte ihr allerdings kaum noch etwas bei, sondern genoss ihre Spiele, um sie später dann in einer Nachbesprechung zu zerpflücken. Kritik gab es kaum noch, Anna verstand es jetzt, ihn kreativ und mit viel Fantasie an seine Belastungsgrenzen zu bringen. Er müsste zahlen, nicht sie! Ihre einzige Genugtuung war es, dass er ihren Dienst nicht mehr jeden Tag in Anspruch nehmen konnte, er brauchte Pausen, um ihre Praktiken weiterhin ertragen zu können. Bei Lydia durfte sie nicht so weit gehen, Ralfi durfte der Frau nichts anmerken.
„Gehen wir rüber!“ Lydia blickte sie erstaunt an, wusste nicht, was Anna meinte. Unsicher kroch sie ihrer Herrin hinterher, blieb aber erschrocken an der Wohnungstür stehen, die von der Domina geöffnet worden war. Wie ein Hund blickte die Sklavenfrau um die Ecke, besorgt darüber, dass jemand im Flur stand und sie sehen könnte. 
„Komm schon. Ich habe sonst kaum noch Zeit für dich, mein Liebchen.“
Anna sperrte die Tür zur Nachbarwohnung auf, deren Schlüssel sie von Katrin bekommen hatte. Geschockt blieb sie auf der Türschwelle stehen und traute ihre Augen nicht. Laval hatte ein üppiges Equipment installieren lassen, vom Andreaskreuz bis zum Folterrad an der Wand, schien an alles gedacht worden zu sein. Mittlerweile wusste Anna die Gerätschaften zu benennen, kannte sie in ihrer Funktion und Anwendung genau. Besonders gefiel ihr ein Stuhl, der allerlei Raffinessen aufwies, vom Reizstromgerät, Quetschen für Finger und Zehen, bis hin zu Dornen, die eingelassen in der Sitzfläche und Rückenlehne, in ihrer Länge variiert werden konnten. An den Armlehnen waren Schellen für die Hände eingelassen, die wie fingerlose Handschuhe aussahen. Ungeahnte Möglichkeiten boten sich der Domina hier. Sie schritt langsam und andächtig durch ihre neue Arbeitsstätte, begutachtete Käfige und Geräte und blieb schließlich vor einem riesigen Bett stehen, dass auf einem schwarz roten Podest stand. 
Anna setzte sich auf die bequeme Matratze, zog ihre Beine nach, streckte sich aus und blickte hinauf zur Decke, unter der ein riesiger Spiegel hing. Sie sah sich selbst darin, das Teil war einfach nur geil. 
Auf dem Beistelltisch stand ein Babyphone. Anna kannte solche Geräte noch von Ralfis ersten Lebensjahren her. Sie brauchte nicht lange raten, wozu es hierhergebracht worden war und sofort begann ihre Fantasie zu spielen. Ihr Dienstmädchen würde hier ihr Paradies finden, dafür würde sie schon sorgen. 

 

Eine Stunde später

Lydia hielt ihren Blick auf die Tür gerichtet und sehnte sich ihre Peinigerin herbei, die hoffentlich jeden Moment auftauchen würde. Ihre Schultern schmerzten, ihre Blase war bis zum Bersten gefüllt, das Seil zwischen ihren Beinen drückte immer tiefer in ihre Spalte hinein. Ihre Brüste schienen ihr mit Blei gefüllt worden zu sein, abgebunden und die Warzen genadelt, verursachten sie einen quälenden Dauerschmerz. Laval hatte einmal im Chat von Annas Fähigkeiten geschwärmt, nun sollte sie selbst in den Genuss kommen diese kennenzulernen. Die junge Domina schien ein Naturtalent zu sein, das zeigte die Raffinesse, mit der sie bei ihr Hand angelegt hatte. 
Lydia stand nur auf einem Bein, das andere hatte Anna hochgebunden und so gefesselt, dass es Lydias Bondage um Brust und Scham immer weiter verengte, je mehr sie seinem Eigengewicht nachgab. Umfallen konnte sie dabei nicht. Die Herrin hatte ihr eine Ledermaske über das Gesicht gezogen und diese mit einem Haken an der Decke verbunden. Die Verbindungskette straff gespannt, konnte sie nur auf dem Fleck stehen bleiben und solange leiden, bis ihre Peinigerin sie endlich wieder aus ihrer Fesselung lösen würde. 
Tränen liefen über ihr Gesicht, würde Anna doch endlich kommen. Zati konnte unmöglich noch bei ihr sein. Krämpfe schüttelte ihren Körper, am liebsten hätte sie sich fallengelassen, aber wie könnte sie das? Lydia lauschte, doch nichts war zu hören. Sehen konnte sie nichts, die Domina hatte die Augenöffnungen ihrer Maske verschlossen. 
„Bitte! Bitte! Ich kann einfach nicht mehr.“
Lydia weinte ungehemmt, schluchzte, war verzweifelt und völlig aufgelöst. Sie kreischte auf, als sie plötzlich den Druck in ihrem Rücken spürte und Hände in das Seil griffen, das zwischen ihre Beine gespannt worden war. 
„Ich bin da, Lydia. Keine Sorge, kleine Maus.“
Die Sklavin wimmerte, flehte Anna an sie loszubinden, doch die Domina drückte ihren Körper an den ihrer Sklavin, ließ ihr eigenes Gewicht noch zusätzlich an den Zug wirken, was ihrem Opfer ein langgezogenes Stöhnen abnötigte. Annas Finger berührten die Nadelspitzen, die sie Lydia an den Rändern ihrer Brustwarzenvorhöfe hineingestochen hatte und sofort kam Bewegung in den Körper der Sklavenfrau. 
„Das ist dein Paradies, mein Schatz. Jeden Tag aufs Neue. Bist du jetzt glücklich?“
Lydia weinte, schluchzte auf, dann versuchte sie zu nicken. 
„Ja. Ja ich bin glücklich.“ Brachte sie schließlich mühsam heraus. 
Anna zeigte sich zufrieden und begann ihre Sklavin zu befreien. Sie würde heute noch etwas an ihr üben können, Laval hatte keine Zeit für eine weitere seiner „Lektionen“ gehabt. 
Völlig erschöpft fiel Lydias Körper in sich zusammen, Anna fing sie auf, stützte sie und brachte die Masochistin zur Toilette. Unsagbar gelöst, hockte sich Lydia auf die nackte Schüssel, beugte sich über ihre Schenkel und weinte leise vor sich hin, sich dabei mit einem kräftigen Strahl erleichternd. Anna setzte sich auf den Rand der Badewanne und beobachtete von dort aus die stark mitgenommene Frau. 
„Ich lege mich ein wenig hin, du darfst dich zu mir legen, wenn du fertig bist.“
„Die Nadeln, Herrin.“
Der Moment für ihren Einwand war von Lydia falsch gewählt worden. Anna blieb direkt vor ihr stehen, drückte mit ihrem ausgestreckten, rechten Zeigefinger gegen die Stirn der Sklavin und zwang sie so, sich aufzurichten. Der Blick der Domina wanderte von dem Gesicht der Sklavin runter auf deren Brüste, blieb daran haften und Lydia ahnte jetzt, dass sie lieber hätte schweigen sollen. 
„Tun sie sehr weh?“
Die Sklavin blickte zu ihr auf, wusste nicht, was sie ihrer Herrin antworten sollte. Die braunen Augen der Domina schienen sie fast zu durchbohren und ihr sinnlicher Mund, zeigte ein spöttisches Grinsen. 
„Ja, Herrin. Sie tun sehr weh.“
Anna ging in die Hocke und strich mit ihrer Hand über die Glatze Lydias. Die zuckte zusammen, hatte sie doch in dem Augenblick mit einer weiteren Ohrfeige der Herrin gerechnet. 
„So sehr, dass du es nicht mehr für mich aushalten möchtest?“
Annas Finger spielten mit den Nadeln, während ihre Augen erwartungsvoll auf die der Sklavin gerichtet blieben. 
„Doch Herrin, das möchte ich.“ 
Erneut liefen Tränen über Lydias Wangen, sie zuckte zusammen, als Anna eine der Nadeln anhob und sie so auf Spannung brachte. 
„Komm! Dann hole ich dir noch ein paar niedliche Accessoires, einverstanden?“
Lydia rührte sich nicht, am liebsten hätte sie einfach nur wieder geheult. Anna aber stand auf, verließ das Bad und kehrte mit zwei silbern glänzenden Zwingen zurück, an deren Enden kleine Bleigewichte eingearbeitet waren. Sie setzt sie der Sklavenfrau an deren Brustwarzen, ging vorsichtig und behutsam dabei vor, las den zusätzlichen Schmerz in Lydias Gesicht und weidete sich an deren Verzweiflung. 
„Komm, jetzt. Ich mag mich ein wenig hinlegen.“
Während die Domina sich in einer schwungvollen Bewegung ins Bett fallen ließ, blieb Lydia unsicher davor hocken. Erst als Anna „Hopp!“ rief und mit ihrer behandschuhten Hand wiederholt auf die Matratze klopfte, kletterte die Sklavin aufs Bett hinauf und ließ sich an ihrer Seite nieder. 
„Brave Lydia!“ Spottete die Frau in Leder und Latex, lachte schallend und streckte ihren rechten Arm aus. 
„Komm schon her zu mir! Wir machen jetzt mal ein wenig Pause, einverstanden?“
Die Sklavin nickte, schluchzte und wischte sich mit ihrem Unterarm die Tränen aus den Augen. Anna drückte sie behutsam an ihren Körper, ließ ihre Fingerspitzen über den rechten Arm der Frau streichen und gönnte ihr in diesen Moment das schöne Gefühl. 
Lydia holte tief Luft, seufzte, begann sich langsam zu entspannen, zuckte aber bei jeder Bewegung Annas zusammen, als ob sie von ihr erneut geschlagen oder anderweitig gequält worden wäre. 
„Wie lange bist du schon bei Laval?“
Die Sklavin schien erstaunt über Annas Frage zu sein. 
„Drei Jahre ungefähr.“
„Und wie habt ihr euch kennengelernt?“ 
„Er war damals bei einem der Treffen dabei, ich bin dort mit ihm ins Gespräch gekommen.“ 
„Und wie habt ihr zusammengefunden?“
Lydia versuchte, sich zu erinnern. 
„Ich wurde von einer Frau in die Materie eingeführt, die lesbisch war und sich während der Stammtischtreffen in mich verguckt hatte.“
Die Domina wurde neugierig. 
„In echt jetzt? Krass. Erzähl weiter!“
Lydia fühlte immer noch die Zärtlichkeiten der Domina auf der Haut und schloss ihre Augen. Für den Moment gelang es ihr sogar, sich nicht weiter dem Schmerz in ihren Brüsten zu ergeben. 
„Sie hat mich nicht mehr gehen lassen. Ich habe zwei Monate in ihrem Haus gelebt, von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Sie hat mich rund um die Uhr gefesselt gehalten, mich mit Selbstgekochtem gefüttert und Wutanfälle bekommen, wenn ich nicht alles essen wollte, was sie mir brachte. Ich habe in dieser kurzen Zeit fast zehn Kilo zugenommen. Über den Stammtisch haben mich dann meine Eltern gefunden, die Polizei hat mich befreit und die Verrückte mir mit einem hohen Geldbetrag eine Aussage abgekauft, die sie entlastete.“
Anna wurde ungeduldig und drückte ihren Zeigefinger in die Brustwarze Lydias hinein. 
„Erzähl schon! Wie ging es mit Laval weiter?“
Lydia keuchte auf, zuckte zusammen und brauchte einige Zeit, bis sie weitersprechen konnte. 
„Ja, Herrin.“
Sie räusperte sich, traute sich nicht, sich zu bewegen. 
„Ich bin nach ein paar Monaten wieder zum Stammtisch gegangen und das regelmäßig. Ich habe ein paar bessere Erfahrungen gemacht, bin vorsichtiger geworden und habe schließlich Pierre kennengelernt. Er zeigte mir die Lust am Dienen, ließ mich fühlen, wie schön es sein kann, von jemanden, den man liebt und verehrt, bestraft zu werden. Mir hat es viel Sicherheit und Zuversicht gegeben, Eigentum eines anderen Menschen zu werden. Ich bin süchtig nach meinem Herrn und habe die schönsten Stunden meines Lebens mit ihm zusammen verbracht.“
„Habt ihr euch oft getroffen?“ 
„Anfangs ja, später hatte er dann immer weniger Zeit für mich. Sie kennen ihn ja, er hat immer neue Projekte am Laufen, um die er sich kümmern muss.“
Anna störte der Gedanke, dass auch sie ein Projekt von ihm war, ein Erzeugnis, mehr nicht. 
„Und dann hat er dir befohlen, auf mich aufzupassen?“
Lydia zögerte, ließ aber schließlich ein leises „Ja“ hören. 
„Was denkt er über mich?“
Die Sklavin suchte nach den richtigen Worten.
„Er ist stolz darauf, dass er euch gefunden und ausgebildet hat. Pierre ist nicht einmal böse, dass ihr euch immer wieder gegen ihn auflehnt oder zu lösen sucht. Dadurch spürte er euer Feuer und den Willen, sich durchzusetzen. Er möchte euch zu einem weiblichen Gegenpol von sich selbst erziehen und ich glaube, dass er das schaffen wird.“
„Er versaut mich, meinst du.“
Lydia traute sich nicht, ihr zu widersprechen. 
„Was weißt du über Lavals Familie? Hat er dir etwas über sie erzählt?“
„Wenn ich bei ihm gewesen war, hat er ab und an mit seiner Frau am Telefon gestritten. Es wird wohl um den Sohn gegangen sein.“
Anna spürte, dass die Sklavin sich über ihre Frage verwundert zeigte. 
„Ich weiß gar nichts über ihn und er alles über mich. Das ärgert mich.“ Beeilte sich, die Domina zu erklären. Die Sklavenfrau schien das nachvollziehen zu können und erzählte weiter. 
„Er hat einmal erwähnt, dass er vor zehn Jahren seine Frau verlassen hat. Sein Sohn macht eine Lehre soviel ich weiß und müsste in eurem Alter sein. Vielleicht ein wenig jünger? Genaues weiß ich leider nicht.“
Anna unterließ es, Lydia noch weiter auszufragen. Stattdessen gönnte sie der Sklavin noch ein wenig Ruhe. Vielleicht sollte sie selbst noch ein wenig die Augen zumachen, bevor Ralfi kam?
„Weck mich in einer Stunde!“
„Ich habe keine Uhr, Herrin.“
Anna konnte sich eine boshafte Entgegnung nicht verkneifen. 
„Dann freu dich doch. Verschlafe ich, bekommst du es zu spüren.“

Der Trainer
„Packt zusammen und zieht euch um! Schluss für heute.“
Die Jungen und Mädchen um ihn herum reagierten nicht. Sie starrten rüber zum Eingang der Turnhalle, wo eine ganz in schwarz gekleidete Blondine stand und von dort aus den Boxring beobachtete. 
„Ich habe euch was gesagt!“
Zögerlich kam Bewegung in die Gruppe Jugendlicher. Die Jungen stießen sich in die Seiten und kicherten, die Mädchen tuschelten aufgeregt miteinander. 
Peter beugte sich über die Seile und musterte die Frau neugierig. Er kannte sie nicht, aber ihr Aussehen war, auf den Punkt gebracht, einfach nur atemberaubend. 
„Kann ich ihnen helfen?“
Die Frau nickte und kam langsam auf den Ring zu, während Peters Schüler an ihr vorbei Richtung Umkleidekabine strömten. Ein paar der Jungs sahen der Frau dabei ungeniert auf deren Gesäß, der Trainer bemerkte es und wollte dieses Verhalten nicht dulden. 
„Patrick, Vulkan! Haut ab jetzt!“
Die Frau stand jetzt direkt unter ihm, blickte zu ihm auf und schien irgendwas von ihm zu erwarten. 
„Kennen wir uns?“ Fragte er sie, erstaunt über deren Verhalten. 
„Ja, das tun wir.“
Peter schloss seine Augen, in seinem Kopf begann es zu arbeiten. 
„ANNA!?“
Die blonde Frau lächelte. 
„Kommst du runter zu mir? Ich habe mittlerweile ein echtes Problem damit zu anderen aufzusehen.“
Ihr ehemaliger Trainer war einverstanden, stieg aus dem Ring und sprang zu ihr runter. Er wollte die junge Frau umarmen, aber sie ging einen Schritt zurück und schüttelte ihren Kopf. 
„Und? Zufrieden, Peter?“
Er ahnte, was sie meinte. Laval hatte von der Anna, die er kannte, kaum etwas übriggelassen. Das Mädchen sah jetzt aus wie eine Frau, aber eben was für eine. Für ihre Figur hätte sie eigentlich einen Waffenschein gebraucht. 
„Hör zu, Anna. Ich habe es als Chance für dich gesehen da rauszukommen. Laval hat mir versprochen gut für dich zu sorgen und wenn ich dich so sehe, hat er Wort gehalten.“
„Und dir gefällt, was du siehst? Das was er aus mir gemacht hat? Vielleicht ist es an der Zeit mir zu sagen, was dir gefällt. Bist du wie er? Stehst du auf so etwas wie mich?“
Peter gefielen die Worte seiner ehemaligen Schülerin nicht. 
„Anna, es ging dabei doch nicht um mich.“
Sie glaubte ihm nicht. 
„Dann war deine Vermittlung also ein Akt reiner Nächstenliebe? Dann habe ich mich bei dir zu bedanken, das ist das Mindeste.“
Der Trainer wurde vorsichtig. 
„Wie meinst du das?“
Anna machte einen Schritt auf ihn zu, stand jetzt nur noch wenige Zentimeter vor dem Trainer entfernt. Er blickte auf ihr Dekolleté herunter, hatte gar keine Möglichkeit ihren Reizen auszuweichen. Sie setzte ein Verlangen in ihm frei, dass er seit der Pubertät nicht mehr in solch einer Intensität gespürt hatte, zumindest konnte er sich nicht an eine ähnliche Situation erinnern. 
„Sieh mich an!“ Drang es im Befehlston aus ihr heraus. Dann flüsterte sie mit zuckersüßer Stimme: „Ich sehe nicht nur wie eine aus, ich bin auch eine. Angeblich sogar eine sehr Gute.“
„Anna, ich …“
Die junge Frau lächelte, hob ihre rechte Hand zu seinem Gesicht hinauf und Peter fühlte das Leder ihres Handschuhes, wie es sich über seine Wange legte. Eine zweideutig gemeinte Geste. 
„Warst du schon mal bei einer wie mir?“
„Hör zu, Mädchen! Ich …“
Anna kam dem Mann noch näher und schmiegte sich jetzt mit ihrem Körper an den seinen. 
„Peter! Wenn es so ist, wie ich vermute, kann ich dir einen Traum erfüllen. Du hast dich immer rührend um mich gekümmert, etwas aus mir gemacht, von daher will ich dir doch nur ‚Danke‘ sagen.“
„Anna, bitte!“
Das Gesicht des Mannes wurde rot, er wich ihr aber auch nicht aus, als ihre Hand über seine Wange strich, runter zum Hals hinabglitt, über seine Schulter hinweg, seinen Arm entlang. 
„Sagen wir du bekommst einen gratis Besuch bei mir? Nach meiner Rechnung wären das mindestens vierhundert Euro, die du dir sparen könntest.“
Sie lächelte und zeigte ihm ihre schneeweißen, perfekten Zahnreihen, die zwischen ihren dunkelroten Lippen hervorblitzen. 
„Du kannst es dir ja überlegen, einverstanden?“
Dem Trainer schwindelte. Hatte Laval wirklich dieses Wunder vollzogen? Ein unbescholtenes Mädchen zu diesem lasziven Teufel gemacht?
Er spürte ihre Finger über sein vom Stoff bedecktes Glied gleiten, dann löste sie sich wieder von ihm und blicke zufrieden in sein gequältes Gesicht. 
Sie griff in eine ihrer Jackentaschen und zog ein weißes Kärtchen hervor, um es ihm zu geben. 
„Meine Nummer! Ruf an, ich würde mich freuen.“ Der Trainer blickte ihr erstaunt nach, betrachtete das Papier in seiner Hand genauer und schüttelte dann seinen Kopf. 
War das wirklich gerade passiert? Noch einmal blickte er zur Hallentür rüber, die in diesem Moment zurück ins Schloss fiel. 

 

Besuch

Peter hatte keine Wahl gehabt und das Mädchen wusste das. Er hatte alles Mögliche versucht, um sie aus seinem Kopf heraus zu bekommen, sich in die Arbeit auf der Baustelle gestürzt, später dann während des Trainings völlig ausgepowert. Gestern hatte er nach etlichen Monaten wieder einmal mit seiner Frau geschlafen, es war eigentlich sehr schön gewesen. Doch selbst in dem Moment wo er sich in ihrem Schoß ergossen hatte, war er in seinen Gedanken bei seiner ehemaligen Schülerin gewesen. 
Gestern Abend hatte er Anna schließlich angerufen. Sie schien sich wirklich darüber gefreut zu haben und schon am darauffolgenden Tag ein Treffen mit ihm vereinbart. Mit Sorge dachte er an den Abend zurück, an dem sie ihn besucht hatte. Sie war nicht mehr das Mädchen gewesen, das er einmal gut gekannt hatte. Wieder nagte das schlechte Gewissen an ihm, er vermochte einfach nicht es aus seinen Gedanken zu verdrängen.
Er blieb vor einer ultramodernen Glasfassade eines mehrstöckigen Wohnhauses stehen, betrachtete sie staunend und hielt dann auf die Eingangstür zu. Er fand Annas Nachnamen oben links auf der Aluminiumleiste und drückte den daneben befindlichen Knopf. 
„Hallo Peter! Warte, ich mache dir auf.“
Peter blickte zur Kamera hinauf, griff sich nervös in den Kragen seines Hemdes und stemmte hastig die Tür auf, deren Summer jetzt hörbar wurde. Mit eiligen Schritten hielt er auf den Fahrstuhl zu, der ihn in das oberste Stockwerk des Hauses brachte. 
Peter taumelte regelrecht zurück, als er Anna bemerkte, die vor ihrer offenstehenden Wohnungstür, auf ihn wartete. Ihr Anblick war für einen Mann nur schwer zu verdauen. Hatte er jemals zuvor in seinem Leben eine ähnliche Situation durchlebt? Eine Frau in solch einem Aufzug gesehen? Annas massive Brüste sprangen fast aus deren engen Korsage heraus, von ihren Overknees ganz zu schweigen, die ihre kräftigen Beine bedeckten. Die überlangen Stiefel fanden erst eine Handbreit unter ihrem Schoß ein Ende und schienen sich perfekt ihren muskulösen Oberschenkeln anzupassen. Peters Blick blieb für einen Moment an den langen, schwarzen Handschuhen haften, die Annas Hände und Unterarme verhüllten, sie schienen dieses seltsame Ensemble erst vollständig werden zu lassen. 
Anna registrierte seinen ungläubigen Blick, sah an sich herunter und lächelte amüsiert. 
„Gefall ich dir?“ 
Die junge Frau drehte sich auf der Stelle und zeigte sich ihm von allen Seiten. Der Trainer atmete schwer, als er den String ihres schwarzen Suits zwischen ihren üppigen, Pobacken verschwinden sah. Unter ihren Lederaccessoires trug sie einen silberglänzenden Body aus Spandex, der ihren Körper bis zum Hals hinauf bedeckt hielt. Ihre Kleidung wirkte ähnlich wie die Bikinis junger Frauen am Strand, nur das Anna dabei keinerlei Haut zeigte und dennoch ähnlich reizvoll auf ihn wirkte. 
„Also, nein?“ Fragte die junge Frau neckisch und kniff dem stämmigen Mann in die Wange, der sich ihr mit verärgerter Miene entzog. 
„Anna, ich muss dir dringend etwas erklären. Bitte!“
Die Frau in dem Domina Outfit schien daran kein Interesse zu haben. Stattdessen bat sie ihn herein und führte ihn durch die modern eingerichtete und sehr geräumige Wohnung. Peter staunte. Selbst in seinem Einfamilienhaus gab es weniger Platz als hier. 
„Sieh dir ruhig alles an, Trainer, nichts davon gehört mir. Laval stellt mir in einem Jahr eine Rechnung aus und ich werde pleite sein. Aber das ist nicht weiter schlimm, er handelt dann mit mir den nächsten Knebelvertrag aus. Aber ich kann mich ja zum Glück weiter an ihn verkaufen, also alles gut.“
Es war für Peter nicht schwer die Ironie aus ihren Worten heraus zu hören. 
„Anna, ich …“
„Du willst mir jetzt sicher sagen, dass du keine Schuld daran trägst, dass du nicht wissen konntest was Laval mit mir anstellen würde. Hat er dir nicht erzählt, dass ich ihn fast jeden Tag zu befriedigen habe?“
„Anna, jetzt höre mir doch bitte …“
Sie unterbrach ihn aufs Neue, mit einem energischen Schlag gegen seine Schulter. Er tat ihm weh, sie schien ziemlich an Kraft zugelegt zu haben. 
„Du hörst mir zu. Weil es das Mindeste ist.“
„Ich habe ihn gestern so lange peitschen müssen, bis das Blut über seinen Rücken gelaufen ist, hast du dir das für mich gewünscht? Oder dass ich Geschäftspartnern von ihm mit einem Dildo in den Arsch ficke?“ 
Anna blickte durch das Panoramafenster runter auf die Straße. Autos fuhren vorbei, einige Passanten gingen den Gehweg entlang, in ihren Gedanken versunken oder auf das Display ihres Handys blickend. 
„Ich habe keine Freunde mehr, Peter. Es gibt nur noch Menschen um mich herum die von Laval gelenkt und befehligt werden. Ich lache kaum noch, eine unbeschwerte Zeit gibt es für mich nicht. Ich wäre so gerne noch ein wenig Mädchen geblieben, verstehst du das? Die mit ihren Freunden abhängt oder sich in einen Jungen verliebt. Stattdessen habt ihr aus mir eine Fantasiepuppe gemacht.“
„Darf ich jetzt was sagen?“
Sie schwieg, zumindest gab sie ihm jetzt die Gelegenheit. 
„Ich hatte keinerlei Vorstellung davon, wie weit Pierre mit dir gehen würde. Ich meine, was du da machst. Er hat mir erzählt, dass er eine junge charismatische Frau sucht, die er zu einem Aushängeschild seiner Kunst machen kann. Er hatte auch ganz offen davon gesprochen sie in der BDSM-Szene einführen zu wollen, damit sie auch dort die Nachfrage für seine Klinik weckt. Wie weit er dabei gehen würde, war mir nicht klar, Anna, glaub mir das bitte. Ich selber kenne mich mit so etwas nicht aus und Pierre hatte mir gegenüber immer sein Wort gehalten.“ 
„Du stehst gar nicht auf SM?“ Fragte Anna erstaunt. Peter sah mit müden Blick zu ihr rüber und verneinte. 
„Ich habe auf dich gestanden.“
Sie glaubte, nicht richtig gehört zu haben. 
„Gestanden? Auf mich?“ Fragte die Domina erstaunt. Der Trainer nickte. 
„Ja. Ich liebe meine Frau, aber damals gab es nur noch dich für mich. So wie jetzt auch. Sowie du auftauchst, zerlegst du mir den Kopf. Drastisch ausgedrückt. Ich habe keinen Einfluss darauf.“
„Und warum hast du mir nichts davon gesagt?“
„Du warst meine Schülerin. Außerdem könntest du meine Tochter sein.“
„Du wolltest mich also im Grunde genommen nur loswerden?“
Peter seufzte. 
„Nein! Ich wollte einen Menschen helfen, den ich mehr als nur wertschätze.“
„Und warum bist du dann hergekommen?“
Der Mann schien es selbst nicht genau zu wissen, druckste herum, suchte verzweifelt nach einer Antwort, die Anna zufriedenstellen könnte. 
„Mein Gewissen? Ruhe in meinem Kopf? Vielleicht kann ich dir auch irgendwie helfen?“
Anna blickte ihn merkwürdig an, dann deutete sie auf den Esstisch in der Küchenecke. 
„Setzten wir uns! Magst du Kaffee?“
„Gern.“
Anna hantierte in der Küche und behielt auch jetzt ihre Handschuhe an. Sie hatte sich an sie gewöhnt und trug sie jetzt fast rund um die Uhr.
„Bitte. Milch und Zucker kannst du dir selbst nehmen.“
Sie stellte ihm eine dampfende Tasse hin. 
„Wie?“ Fragte sie ihn ungehalten.
Er blickte fragend zu ihr auf. 
„Bitte?“
„Wie du mir helfen willst.“ Sie setzte sich ihm gegenüber.
Peter hatte auch schon darüber nachgedacht. 
„Ich könnte mit Pierre sprechen, wir sind seit vielen Jahren miteinander befreundet.“
Anna zeigte sofort Interesse. 
„Und woher kennt ihr euch?“
„Von meiner Arbeit her. Ich habe seine Klinik zum Teil umgebaut und um ein paar Funktionsräume erweitert. Ich habe ihn vor einem ziemlich dreisten Betrug bewahrt, seitdem sind wir so etwas wie Freunde. Wir gehen immer mal wieder zusammen aus, trinken und essen etwas, reden miteinander.“
„Und seine Frau? Kennst du sie auch?“
Peter überlegte. 
„Ja. Sie ist allerdings mittlerweile von ihm geschieden.“
„Was war der Grund? Hat er dir davon erzählt?“
„Er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, welche Neigungen er auslebt, seine Frau war irgendwann damit überfordert. Sie wurde mit ihm in einem Topf geworfen und der gemeinsame Sohn später auch.“
„Scheiße!“ Drang es aus Anna raus. In dem Moment hatte sie fast Mitleid mit Laval. 
„Wie heißt sie?“
Peter überlegte einen Moment lang. 
„Marcelina, eine Polin, soviel ich weiß. Sie arbeitet als Ergotherapeutin, wenn ich mich richtig erinnere. Meine Frau hat einmal einen Jungen aus ihrer Klasse an sie weitervermittelt. Warum interessierst du dich für sie?“
Anna hatte ihm aufmerksam zugehört, zögerte aber, zu antworten. 
„Ach, es fällt mir nur schwer, zu glauben, dass in seinem Leben nicht alles für ihn rund gelaufen ist.“
„Anna es tut mir leid, was dir widerfahren ist. Ich werde mit Pierre sprechen. Wir sind Freunde, er wird mir diesen Wunsch nicht abschlagen.“
Die Domina blickte ihn amüsiert an. 
„Du hast keine Ahnung, Peter. Glaub mir, er wird nichts dergleichen tun. Dir mag er ein Freund sein, mir gegenüber ist er skrupellos. Ich bringe ihm Befriedigung, Geld und Kunden, da verzichtet er niemals auf mich.“
„Dann sag mir bitte, was ich für dich tun kann!“
Der muskulöse Mittfünfziger blickte die Domina mit ernster Miene an, wollte nach deren Hand greifen, aber sie zog sie in letzter Sekunde zurück. Sie konnte und wollte seine Berührung nicht zulassen. 
„Wie sieht es zurzeit bei dir aus? Hast du in deinem Training eine neue Favoritin?“ Fragte sie ihn stattdessen zynisch. 
Er verneinte hastig, sich sehr über ihre Frage ärgernd. 
„Ich habe bisher kein Mädel angefasst und hatte das auch bei dir nicht vor. Vielleicht war es ein Fehler dir das zu beichten, aber ich hoffte, es könnte uns bis zu einem gewissen Grad miteinander aussöhnen.“
Anna erneuerte ihr Angebot. 
„Ich könnte dir auch helfen.“
Anna lehnte sich zurück und griff in den Rand ihres Ledersuits hinein, um ihn ein Stück weit hochzuziehen. Der Anblick raubte Peter fast seinen Verstand. 
„Du mir?“
„Bezahl mich und ich kümmere mich um dich.“
„Anna! Ich werde dich wohl kaum zur Hure machen.“ 
„Natürlich nicht. Ich bin eine Domina, schon vergessen?“
Peter wollte solch ein Gespräch mit ihr nicht führen. 
„Ich gehe jetzt besser. Wenn du etwas brauchst, rufe mich an. Egal um welche Uhrzeit.“
Anna hob ihr Schultern und ließ sie wieder fallen. 
„Verzeih mir Anna! Bitte!“ Bat Peter die junge Frau eindringlich. Doch die blieb sitzen, spielte mit ihrer Kaffeetasse und starrte vor sich hin. Sie konnte es nicht, er sah es ihr an. 
„Gut. Dann gehe ich jetzt. Melde dich bitte, solltest du es dir anders überlegen oder etwas brauchen.“ Seine Stimme trug einen flehenden Beiklang in sich. 
 

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