Zur Domina gemacht 2 Teil 4

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Liebe Leser, 

bevor ich den Teil 4 dieser Geschichte hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Diese Geschichte wurde bereits auf Amazon unter meinem Pseudonym Madame Mala veröffentlicht. Da ich mich dem Forum hier sehr verbunden fühle, möchte ich auch hier meine Geschichten in ihrer Gesamtheit veröffentlicht sehen. Einige von Euch haben mich schon unterstützt und sogar die E-Books gekauft, für den Support und die Hilfe bin ich euch sehr dankbar. Natürlich würde ich mich über weitere Unterstützung, vor allem durch Rezensionen eurerseits freuen. 

Meine bisherigen Bücher sind:

K.E.E. Ein bisschen Apokalypse: https://www.amazon.de/dp/B073SBQR64/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1

Zur Domina gemacht: https://www.amazon.de/dp/B01NAP766Y

Zur Domina gemacht 2: https://www.amazon.de/dp/B076VLCFRN

Zur Domina gemacht 3: https://www.amazon.de/dp/B07LD2NRDZ

Die Teile werden wöchentlich reingestellt, diese Geschichte ist bereits fertiggeschrieben. 

Für Kritiken und Hinweise auf Fehler wäre ich euch sehr dankbar. 

 

Gruß, ein frohes neues Jahr und eine Umarmung!

 

Eure Sena

 

 

7.  Der Tierparkbesuch

Katrin hatte schon früh geklingelt, um Anna und Ralf zum Zoobesuch abzuholen. Sie wollten dort zusammen den Tag verbringen und anschließend bei der Freundin zu Abend essen und gemeinsam mit den Kindern einen Film ansehen. Vielleicht ganz gut so, denn die letzten Tage waren für sie eine Qual gewesen. Sie und Benny fanden nicht so recht zusammen, und auch Ralf begann langsam zu spüren, dass mit ihnen etwas nicht stimmte. 

Der Junge hatte sowohl Benny als auch Anna darauf angesprochen, doch beide wiegelten ab und behaupteten, dass zwischen ihnen alles in Ordnung sei. Sie hatten danach beide das Gespräch gewollt, doch hatte ein Satz von Benny wieder alles zwischen ihnen kaputt gemacht. 

„Du hast unsere Beziehung verändert, das spürt er.“ Es war nicht seine Unfähigkeit, sie als Frau anzuerkennen, nein, sie war schuld. Schließlich hatte sie ihm ja die Domina weggenommen. 

Sollte er ausziehen? Sie konnte fühlen, dass auch er darüber nachdachte. Vielleicht war solch ein Abstand zwischen ihnen notwendig, um sich wieder aufeinander besinnen zu können? 

Katrin spürte nur all zu deutlich, dass die Freundin sich gedanklich ganz woanders befand.

„Immer noch so schlimm?“

Anna half ihrem Bruder in die Jacke hinein. 

„Nicht träumen, Ralfi!“

Sie nickte Katrin zu und griff selbst zu ihrer Bikerjacke.

„Wir reden gleich, einverstanden? Lass uns erst mal losfahren.“

Amelie erzählte Ralf von ihrer Klasse, ihrer neuen besten Freundin und fragte ihn, ob auch er schon Freunde gefunden hatte. Die Kinder fanden sofort ein Gespräch, fragten sich gegenseitig über ihren letzten Zoobesuch aus und welches Tier ihr Liebling war. Katrin und Anna waren abgeschrieben und wurden sich selbst überlassen. 

„Toll! Wenn die so weitermachen, dann werden die zusammen alt, ohne etwas von ihren Mitmenschen mitzubekommen.“ Stellte Katrin lachend fest, während die Kinder schon den Fahrstuhl gerufen hatten und nach unten fahren wollten. 

„Wartet ihr auf uns?“

Anna zog die Tür hinter sich zu und hätte sie beinahe abgeschlossen. Ob Benny wirklich noch schlief? Vor ein paar Tagen hatten sie sich noch geküsst, wenn einer von ihnen das Haus verlassen hatte. 

Eine Stunde später waren sie in einem der schönsten Tierparks des Bundeslandes angekommen. Eine lange Schlange Besucher stand an der Kasse an, der Großteil davon Eltern mit ihren Kindern. Auch sie schienen den schönen Tag ausnutzen zu wollen.

„Schwitzt du nicht?“ Fragte Katrin ihre Freundin. 

Anna hatte zwar ihre Jacke geöffnet, aber bei spätsommerlichen Temperaturen, war sie dennoch hinderlich. 

„Mein Tagesoutfit, schon vergessen?“

Katrin runzelte ihre Stirn. 

„Mag sein, aber ziehe wenigstens die Jacke aus. Das verlangt keiner von dir. Außerdem sieht man sonst nicht dein Top und das ist wirklich der Hammer. Wäre es nicht so teuer, ich würde es mir selbst kaufen.“

Anna nahm die Jacke unter den Arm und zeigte das mattschwarze ärmellose Shirt mit dem tiefen Ausschnitt. 

„Schon recken sie ihre Hälse. Toll.“ Stellte Anna fest, als sich die ersten Frauen und Männer nach ihr umsahen. 

„Du arbeitest gerade.“ Erwiderte Katrin lachend.

Anna musterte ihre Freundin, die ein schwarzes Sakko über ihrer weißen Bluse trug, dazu einen dunkelblauen Minirock der Blicke auf ihre schönen wohlgeformten Beine zuließ. Sie fand nicht, dass Katrin sich hinter ihr verstecken musste. Sie selbst sah einfach nur bizarr aus, während Lavals Sekretärin hübsch und modisch gekleidet war. 

„Hör mir auf. Ich würde gerne aussehen wie du. Schau, da zeigt schon ein Mann auf dich.“

Katrin blickte in die Richtung, die ihr Anna wies und tatsächlich lächelte ein großer Mann mit dunkelbraunen Haaren zu ihnen rüber. Er sah ganz schick aus, wie sie fand. 

„Ich komme mir gerade vor wie ein kleines pubertierendes Mädchen.“

Anna lachte. 

„Das liegt daran, dass du einen Notstand hast in dieser Richtung. Du brauchst einfach mal wieder ein wenig Sex, damit du dich für einen Mann öffnen kannst.“

Katrin seufzte. Anna hatte Recht. Ihre Wünsche in dieser Richtung waren quälend für sie. Und dennoch tat sie sich schwer damit, einen Mann an sich ran zu lassen. 

Sie holten Karten, kauften noch einen Plan von der Anlage und besorgten für die Kinder Eis. Anna mochte nichts Süßes und Katrin fühlte sich durch ihren Verzicht dazu animiert, es ihr gleich zu tun. Wenn sie daran zurückdachte, was sie anfangs von dieser kühlen Blondine gehalten hatte. Erst ein naives, dummes Mädchen, später eine arrogante und aggressive Frau, die wie ein wütender Schakal um sich gebissen hatte und in jeden ihr unbekannten Menschen einen möglichen Feind sah. Und heute? Anna hatte ihr Leben gut in den Griff bekommen und ihr Freund spielte dabei sicher eine bedeutende Rolle. 

„Erzählst du es mir?“ Gab sie Anna gegenüber ihrer Neugierde nach. 

„Du meinst wegen Benny?“

Katrin blickte sie erwartungsvoll an. 

„Ich habe von ihm verlangt, auf seine Herrin zu verzichten und ihm das warum und wieso dabei ausführlich erklärt. Doch nach dem er mir versichert hatte, für mich da zu sein, und meinen Wunsch zu respektieren, fängt er immer wieder vom neuen davon an und stichelt in dieser Richtung. Dabei lädt er mir auch noch ein schlechtes Gewissen auf und das Gefühl ihm als Frau nicht reichen zu können.“

„Hört sich nicht gut an. Du hast ihn wahrscheinlich schon zu sehr in diese Richtung geprägt.“

Anna wurde es bleischwer. Sie hatte sich von Katrin Hilfe versprochen und keine Bestätigung ihrer Ängste.

„Das ist der Grund, warum ich versuche mit ihm geduldig zu sein. Ich weiß doch auch, dass ich ihm diese Rolle abverlangt habe. Doch wie geht es weiter? Ich will ihm gegenüber keine Herrin mehr sein.“

„Du möchtest einen Mann, ich verstehe schon.“ Katrin sah nach den Kindern. Sie standen an einem Flamingogehege und sahen sich gemeinsam die Tiere an.

„Dann soll er sich entscheiden, Anna. Es kann ja nicht nur SM sein, das er an dir liebt, oder?“

Die so beherrscht und kühl wirkende Blondine sah ihre Freundin unsicher an. 

„Ich kann es nur hoffen.“

Sie gingen weiter, unterhielten sich und gingen rüber zum Wildtiergehege, neben dem es auch eine Wiese mit Ziegen gab, die man streicheln und füttern durfte. Sie nahmen dabei einen der weniger frequentierten Seitenwege, um den allgemeinen Trubel ein wenig zu entkommen. 

Drei junge Männer kamen ihnen entgegen, zeigten deutlich ihr Interesse an den beiden Frauen und achteten dabei der Kinder nicht, die an ihnen vorbeieilten. 

„Hey! Seid ihr allein hier?“

Der Längste von den Dreien musterte die rothaarige Schönheit vor sich mit begehrlichen Blick und breitem Grinsen. 

Katrin wandte sich hilfesuchend zu Anna um, die sich demonstrativ an ihre Seite stellte. 

„Tut mir leid, aber auf Lack und Leder steh ich nicht. Aber vielleicht einer meiner Freunde?“ Er wandte sich zu seinen Begleitern um, die sichtlich amüsiert zu den beiden Frauen rüber blickten. 

Anna musterte den Burschen vor sich eingehend. Er war schlank und hochgewachsen, trug einen schwarzen Vollbart, Basecap und ein weißes Hemd, das bis zu seinen Oberschenkeln herunterreichte. Seine Jeans war enganliegend und wirkte etwas seltsam, hatte er doch ziemlich dünne Beine. 

„Ich heiße Tony und du?“ 

Katrin wollte dieses Gespräch nicht führen und einfach weitergehen, doch der Kerl blieb mit ihr auf gleicher Höhe. 

„Hey! Hast mich nicht gehört? Wie heißt du denn?“

„Lass mich bitte in Ruhe.“

Anna betrachtete die Szene mit einiger Sorge. Ralf und Amelie waren zu den Ziegen weitergelaufen und schienen mit sich selbst beschäftigt.

„Lasst uns weitergehen. Es gibt bestimmt Mädels hier, die sich sicher darüber freuen würden, wenn ihr sie ansprecht.“ Versuchte sie zu intervenieren. 

Der Blick des Mannes wechselte zu ihr. Er tat jetzt beleidigt. 

„Wie, ihr freut euch nicht?“

Annas Miene verfinsterte sich. 

„Nein, ich fürchte nicht.“

„Macht nichts, wir heitern euch schon auf, stimmt es nicht, Jungs?“ Seine beiden Freunde lachten und hoben ihre Daumen. 

„Wir sind mit Kindern hier, okay? Sorry, aber da wird nichts laufen.“

„Dann seid ihr Milfs? So wie ihr gekleidet seid, befindet ihr euch doch auf der Suche nach einem Stecher, habe ich nicht Recht? Warum präsentierst du sonst so demonstrativ deine Riesentitten?“

Anna reichte es jetzt, trat an den jungen Mann heran und blickte ihm direkt in sein Gesicht. Dank der hohen Absätze ihrer Stiefel, lagen sie miteinander auf Augenhöhe. 

„Pass auf! Ich sage dir jetzt was und du hörst zu. Du nimmst jetzt deine Spaken und verpisst dich, ansonsten wird dir die Milf zeigen, wie sehr sie auf dich steht.“

„Warum bist du so aggressiv? Deine Freundin ist da viel netter. Außerdem kannst du dir doch einen von den Jungs aussuchen, während deine Hübsche hier mit mir vorliebnehmen muss. Lasst uns zusammen durch den Park gehen, ist doch viel lustiger.“

Anna versuchte es noch einmal. 

„Wir sind mit unseren Kindern hier. Nicht mit euch. Also zieht Leine und sucht euch jemand anders.“

„Wo sind denn eure Kinder? Ich sehe sie nicht.“

Katrin blickte ängstlich in Ralfs und Amelies Richtung. Die beiden waren über die Brücke ins Gehege geklettert und für sie nicht mehr zu sehen. 

Der Fremde folgte ihren Blick und brauchte nicht lange zu raten. 

„Sind sie bei den Ziegen? Zeigt sie uns, dann können wir alle gemeinsam mit ihnen spielen.“ 

Anna reichte es jetzt. 

„Verpiss dich jetzt. Oder ...“

Der Mann blieb stehen. 

„Oder was?“ 

„Dann verprügelt dich ein Mädchen, du Hirni.“

Der junge Mann grinste nur und blieb an der Seite der jungen Frauen. 

„Mit dir möchte ich mich jetzt nicht mehr unterhalten, da bleibe ich lieber an der Seite deiner Freundin. Du wirkst zu unentspannt auf mich, verstehe das bitte.“

Katrin blickte besorgt zu Anna rüber, die Mühe hatte sich zu beherrschen. 

„Soll ich die Polizei rufen, damit ihr es kapiert?“

Der junge Mann schüttelte seinen Kopf und wandte sich zu Anna um. 

„Und weshalb? Haben wir euch angefasst? Wir gehen doch hier nur spazieren, genauso wie ihr auch. Wir haben halt zufällig den gemeinsamen Weg.“

Anna wollte es noch einmal im Guten versuchen. 

„Warum versaut ihr uns den Tag? Lasst uns doch bitte einfach gehen, einverstanden? Ihr seid doch hübsche Kerle, da finden sich andere Mädels, die sicher ...“

Der junge Mann wandte sich triumphierend zu seinen Freunden um. 

„Habe ich es euch nicht gesagt? Sie finden uns niedlich. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich sag es ja immer wieder.“

Er wandte sich erneut Anna zu und wollte sie an ihre Schulter berühren, doch entzog sie sich ihm. 

„Verratet uns doch euren Namen, vielleicht gehen wir dann?“

„Verpisst euch jetzt.“ Herrschte Anna zurück, blieb stehen und stellte sich breitbeinig vor dem Stalker auf. 

„Ich habe dir die Sache schon erklärt. Wir bleiben bei euch und passen auf, dass euch niemand blöd anmacht.“ Er lachte über seinen Witz und seine Freunde fielen mit ein. 

„Anna!? Bekommen Amelie und ich Geld für Futter?“

Katrin zog den Jungen zu sich heran, der erst jetzt die drei Männer registrierte. 

„Ich gebe dir etwas, mein Kleiner. Reichen zwei Euro?“

Der Mann wollte auf den Jungen zugehen und ihm Geldstücke reichen, als die blonde schwarzgekleidete Frau dazwischen trat. 

„Fass ihn an und ich prügel dich windelweich.“

Der Mann hielt inne und blickte sie erstaunt an.

„Du bist ein Mädchen, wie könntest du das?“

Annas Augen blieben auf ihn gerichtet, sie war jetzt fest entschlossen und zu allem bereit. 

„Hier Junge, nimm es ruhig. Deine Mama hat heute nur einen schlechten ...“

Sie stieß den Kerl brutal von dem Jungen weg. Er taumelte zurück und wäre dabei beinahe hingeschlagen.

„Nimm jetzt deine beiden Affen und verpiss dich!“

„Wir tun euch doch nichts, warum regst du dich so auf? Mach doch dem Jungen die Freude.“

Katrin gab dem Jungen Geld und bat ihn zurück zum Gehege zu laufen, wo sich andere Erwachsene aufhielten. Sie hätte ihm nacheilen können, doch wollte sie Anna nicht allein zurücklassen. 

„Gehe mir bitte aus dem Weg, Süße. Ich möchte auch gerne die Ziegen füttern. Übrigens niedlich der Kleine, ist das deiner? Ein bisschen mopsig vielleicht, oder?“

„Schleich dich jetzt!“

„Das werde ich nicht. Lass mich vorbei!“

Anna trat ihm erneut in den Weg, als er an ihr vorbeidrängen wollte. Dabei berührten sie sich und Anna sah sich zu ihrer Freundin um. 

„Er hat mir gerade an die Brust gefasst. Hast du das gesehen?“

Katrin nickte. 

„Ja, er hat nach ihr gegrabscht.“

„Auch, dass er mich küssen wollte?“

Der Kerl blickte erstaunt zwischen den beiden Frauen hin und her. Einer seiner Freunde trat an ihn heran und riet ihm zu gehen. 

„Vielleicht sollten wir um Hilfe schreien?“ Meinte Anna indessen zu Katrin.

„Das sollten wir, schließlich wollten sie uns in den Wald hineinziehen.

„Lügt doch nicht, ihr Bitches. Wir gehen jetzt einfach weiter und ihr werdet gar nichts dagegen tun. Wir sind Gäste so wie ihr auch und wenn wir dabei in eurer Nähe bleiben wollen, ist das allein unsere Sache. Trinkt lieber einen Kaffee mit uns und lernt uns kennen, danach lassen wir euch in Ruhe.“

„HILFE!“ Schrie Anna, stieß den Mann von sich weg und trat ihn mit ihrem rechten Schienbein voller Wucht in seine Weichteile. 

„Hilfe!“ Kreischte jetzt auch Katrin, während Anna es sich nicht nehmen ließ und dem Stalker ihre rechte Faust ins Gesicht krachen ließ. Dessen Nase gab sofort nach und Blut spritzte aus ihr heraus. Röchelnd ging er zu Boden, die Hände in seinen Schoß gepresst. 

Dessen Freunde wollten nun dazwischengehen, doch Anna war jetzt voll in ihrem Element, trat dem ersten mit einem Frontkick in den Bauch, drehte sich auf der Stelle und kickte dem zweiten mit seitlich ausgestreckten Bein unter das Kinn. Beide Männer brachen in dem Moment zusammen, als ein paar andere Zoobesucher herbeieilten, um den Frauen Hilfe zu bringen. 

Anna wollte weiter auf die drei einprügeln, doch Katrin zog sie zur Seite und hielt sie zurück. 

„Ralfi! Er hat alles mitangesehen.“

Erschrocken blickte sich Anna um und sah ihren Bruder etwas abseits stehen. Vielleicht hatte er ihr helfen wollen? Sein Blick war auf die drei Männer gerichtet, die sich auf dem Boden krümmten und sich ihren Schmerzen ergaben. Den letzten hatte Anna dabei am heftigsten getroffen, sein ganzer Mundraum, war nur noch ein blutiger Brei. 

„Was ist passiert?“ Fragte eine ältere Frau, die bereits nach ihrem Handy gegriffen hatte. 

Katrin vermochte es kaum zu beantworten. 

„Sie wollten uns nicht in Ruhe zu lassen und haben meine Freundin angefasst. Sie hat sich nur verteidigt.“

Die Fremde blickte zu der Blondine rüber, die einen kleinen Jungen umarmte und beruhigend auf ihn einredete. Im Gegensatz zu den drei Männern schien sie selbst völlig unversehrt zu sein.

Während der Rettungswagen schon nach wenigen Minuten auf das Gelände gefahren kam und die Sanitäter sich beeilten die verletzten Männer zu versorgen, brauchte die Polizei fast zwanzig Minuten, um den Ort des Geschehens zu erreichen. 

Drei Beamte stiegen aus, fragten die Herumstehenden danach, was passiert sei und wer die Beteiligten waren. 

Eine Polizistin ging im Anschluss mit Anna sehr verständnisvoll und besorgt um. Sie durfte sich auf eine Bank setzen und bekam genügend Zeit ausführlich über den Vorfall zu berichten. Dabei blieb Anna weitestgehend bei der Wahrheit, nur das der Stalker sich nur an ihr vorbeidrängen wollte, verschwieg sie. Stattdessen erneuerte sie ihre Behauptung, von ihm an ihre Brust gefasst worden zu sein. 

„Er wollte mit unseren Kindern spielen, es sei denn wir wären mit ihm und seinen Kumpanen einen Kaffee trinken gegangen.“

Die Polizistin suchte sie zu beruhigen. Anna standen die Tränen in den Augen, doch war nicht die Schlägerei Schuld daran, sondern Ralf, der alles beobachtet hatte. Nie hätte ihr Bruder sie in solch eine Situation sehen sollen. 

Der Mann ist uns nicht unbekannt. Es gab eine Exfreundin, die er auf ähnliche Weise bedrängt hat und weshalb eine richterliche Verfügung gegen ihn erwirkt worden ist. Er scheint Probleme damit zu haben, bei einer Frau ein Nein zu akzeptieren. 

„Ich will das Schwein anzeigen.“ Entschied sich Anna.

Die blonde Polizistin mit dem aparten Gesicht ermutigte sie. 

„Selbstverständlich tun sie das. Sie müssen Frauen vor solchen Bestien schützen.“

Ihr Blick wanderte über Annas kraftvollen und kurvigen Körper. Sie zögerte einen Moment lang, und schien sich zu einer weiteren Frage erst überwinden zu müssen. 

„Darf ich mich bei ihnen erkundigen, wo sie ihre Figur haben machen lassen?“

Anna sah der Polizistin ihr Interesse nach und deutete auf Katrin. 

„Fragen sie meine Freundin, die arbeitet für den Chirurgen.“

Die Beamtin dankte ihr überschwänglich. 

„Danke, sie sehen einfach nur toll aus. Ich habe ein wenig gespart und würde da gerne etwas bei mir machen lassen.“

Anna nickte und bat dann wieder zu ihrem Bruder zurückkehren zu dürfen. Der stand mit Amelie bei Katrin und wartete darauf, dass sie nun endlich fertig wurden.

„Aber selbstverständlich. Schön, dass es auch Frauen wie sie gibt, die sich zu wehren wissen. Ich darf es eigentlich nicht sagen, aber ich und meine Kollegen freuen uns darüber, dass sie es diesen Arschlöchern so richtig gezeigt haben.“

Anna dankte brav, verabschiedete sich und kehrte dann zu Katrin und den Kindern zurück. Sie alle hatten die Lust auf eine Fortsetzung des Spaziergangs verloren und wollten jetzt nur noch nach Hause. 

Auf der Rückfahrt unterhielten sich Anna und Katrin über ihre Aussagen und beide kamen zu dem gleichen Ergebnis. Egal was sie über die Kerle behauptet hätten, man hätte es ihnen geglaubt. Sie als Frauen waren die Opfer, die Männer automatisch die Täter, es konnte von der Logik der Erfahrung her gar nicht anders sein. Anna fragte sich noch, ob sie überreagiert hatte, doch selbst Katrin, eine friedvolle und gelassene Person, hatte ihren Angriff als angemessen empfunden. Der Freak hatte nicht hören wollen, also musste er fühlen. 

„Du hast sie blutig gemacht.“ Stellte ihr Bruder fest, er stand nach wie vor unter Schock. 

„Es tut mir leid, Ralfi. Wirklich. Aber die wollten uns nicht in Ruhe lassen. Sie waren böse zu Katrin und mir, verstehst du das?“

„Du hast gesagt, man prügelt sich nicht, sondern redet miteinander.“ Der Junge brachte mit dieser Erinnerung seine große Schwester in eine ziemliche Verlegenheit. 

„Anna blieb nichts anderes übrig, Ralfi. Sie hat mich nur beschützt. Die wollten nicht mehr reden, verstehst du?“

Der Junge glaubte es zumindest. 

„Anna kann Karate.“ Stellte er mit Stolz fest und boxte mit seinen kleinen Fäusten aus dem Kindersitz heraus.“

„Beruhige dich, bitte. Und lassen wir das Thema jetzt, einverstanden? Mir tut es leid, dass ihr so wenig Tiere gesehen habt, aber beim nächsten Mal holen wir das nach, versprochen.“ 

 

8.  Aussprache

„Warum hast du mir nichts davon erzählt?“ Fragte Benny vorwurfsvoll. 

Anna ahnte, woher er davon wusste. Ralf würde es ihm verraten haben, als ihr Freund ihn ins Bett gebracht hatte. 

„Ich wollte die Sache nicht noch einmal vor dem Kleinen aufwärmen, okay? Er hatte alles mitangesehen.“

Benny kam zu ihr und setzte sich neben ihr auf die Couch. Er blickte sie vorwurfsvoll an, dann tasteten seine Augen ihren Körper ab. 

„Haben sie dir wehgetan?“

Anna schüttelte den Kopf. 

„Nein. Aber ich ihnen. Zwei von ihnen brauchten einen Rettungswagen.“

Benny blickte sie erschrocken an. 

„Da bist du ganz schön ausgerastet, kann das sein?“

Anna hob ihre Schultern. 

„Das waren Arschlöcher, sie haben viel mehr verdient. Hätte ich mich nicht wehren können, wer weiß, wie weit sie bei uns gegangen wären. Und wir hatten sogar die Kinder dabei, doch selbst auf sie haben sie keine Rücksicht genommen.“

„Bekommst du jetzt eine Anzeige?“

Anna verneinte. 

„Sie haben uns genötigt und ich habe höchstens überreagiert. Schließlich hat der eine mich berührt. Ich dachte, er wollte mir Gewalt antun.“

„Tut mir leid, dass ich nicht dabeigewesen bin.“

„Wirklich? Schließlich wäre ich nur deine Freundin gewesen.“

„Hören wir auf damit, bitte. Ich habe es verstanden, für dich hat sich unser Rollenspiel erledigt.“

Ihre braunen Augen blickten ihn skeptisch an. 

„Und für dich nicht?“

Der junge Mann wich ihrem Blick aus. Er fühlte sich unverstanden von ihr und musste gegen seine aufkommende Wut ankämpfen. 

„Du hast es mir erklärt, ich habe es dir erklärt. Du warst bisher nicht nur meine Freundin, Anna. Du selbst hast es von mir eingefordert, dich auch als Herrin zu sehen, stimmt´s? Es hat mir gefallen dich in dieser Rolle erleben zu dürfen, mich von dir führen zu lassen und mich deinen bösen Spielen hinzugeben. Natürlich fällt es mir schwer loszulassen, das musst du doch nachvollziehen können, oder etwa nicht?“

Anna schüttelte ihren Kopf. 

„Du wiederholst dich. Wir drehen uns ständig im Kreis die letzten Tage. Das nervt. Für mich gibt es kein Zurück mehr, Benny. Wenn du damit nicht leben kannst, dann müssen wir einen anderen Weg finden.“

Er blickte sie erschrocken an. 

„Du willst Schluss machen?“

Annas Augen blickten an ihm vorbei aus dem Fenster. Die Sonne ging bereits unter und die ersten Sterne wurden in der Dämmerung sichtbar. 

„Notfalls, ja.“ Sie ließ für einen Moment ihre harsche Antwort bei ihm wirken. „Benny ich habe dich lieb, das weißt du. Aber ich möchte von dir als Anna gesehen werden und nicht als das, was ich beruflich mache. Was wenn wir die nächsten Jahre zusammen bleiben? Wünschst du dir da nicht mehr?“

„Ich bin sehr glücklich mit dir.“

Anna schloss die Augen. Sie wollte nicht wieder aggressiv reagieren, auch jetzt nicht, wo er wieder unterschwellig seine Vorwürfe platzierte.

„Das ist schön. Dann haben wir auch eine Chance.“

„Du erzählst mir dann aber auch nicht mehr von ihr, einverstanden? Hilf mir über sie hinweg zu kommen.“

Anna fing an, langsam zu begreifen, welchen Raum die Domina in Bennys Leben eingenommen hatte. Ihre Wirkung war nachhaltig und hatte sein Begehren nach einer normalen Frau ersetzt. Er konnte wahrscheinlich wirklich nichts dafür.

„Wir kämpfen. Ich liebe dich und wenn du für mich genauso empfindest, dann schaffen wir das auch.“

Er pustete die Luft aus seiner Lunge und blickte vor sich auf den Boden. Es schien für sie um einiges einfacher zu sein, als für ihn selbst. 

„Wollen wir was trinken? Es ist noch Wein da.“

Benny nickte ihr zu. Vielleicht half es ihm ja.

9.  Eine alte Bekanntschaft

Die Wochen verstrichen und Benny fand langsam in sein altes Leben zurück. Anna hatte von ihm Halsband und Nasenring zurückgefordert, ihn darum gebeten, die Haare wieder langwachsen zu lassen, und sich bemüht, ihm die Zeit so schön wie möglich zu gestalten. So machten sie beide den Führerschein, unternahmen viel mit Ralfi und fast täglich tauchte sie bei ihm im Café auf, um ihn abzuholen. An Stelle des SM war außerdem der Sport getreten. Neben den morgendlichen gemeinsamen Workout gingen sie jetzt auch noch dreimal in der Woche ins Fitnessstudio. Anna war dabei sehr ehrgeizig und riss Benny mit, der nach einem harten Arbeitstag sonst nicht mehr den Willen aufgebracht hätte. Überhaupt führte sie ihn nach wie vor, wenn auch mit Bitte und Danke und wesentlich mehr Rücksichtnahme als in früheren Tagen. Doch half ihm das wirklich, ihre Rolle als seine Mistress zu vergessen? 

Nein. Er träumte von vergangenen Sessions in denen sie ihn so intensiv gequält und gedemütigt hatte und Praktiken abverlangte, von denen er sich nie hätte vorstellen können, dass er sie sich eines Tages freiwillig wünschen würde. Warum blieb er so fixiert auf den Wunsch nach einer bösen Frau? Warum spukte sie unentwegt in seinem Kopf herum? Hatte er zu wenig Sex? Weiß Gott nicht. Auch hier tat Anna alles, um ihn seinen Verlust erträglich werden zu lassen. Vor einigen Tagen hatte er sie sogar zum ersten Mal rektal nehmen dürfen. Ein Zugeständnis an seiner alten Rolle, in der sie ihn mit grausamer Konsequenz vergewaltigt hatte. 

Wie eng sie sich dabei angefühlt hatte. Wie intensiv auch für sie der Reiz dabei gewesen sein musste. Er hörte in seiner Erinnerung ihre Lustschreie und seine eigene Erregung in dieser für ihn ungewohnten Umgebung. Es hatte sich extrem angefühlt und er würde sie bald darum bitten, dieses Spiel noch einmal für ihn zu wiederholen. 

„Woran denkst du?“ Fragte ihn Chara. 

Seine Kollegin blickte ihn aufmerksam an. Es war nichts los im Café, dass Wetter war viel zu stürmisch und regnerisch geworden. 

„Nichts weiter. Alles gut.“

Sie schien anderer Ansicht zu sein und hielt die Augen weiter auf ihn gerichtet, während sie an dem Strohhalm ihrer Saftschorle saugte. 

„Ist alles gut mit deiner Anna? Stell dir vor, sie hat mich gestern sogar gefragt, wie es mir geht. Vielleicht werden wir ja doch noch Freundinnen?“

Benny grinste. Anna reagierte äußerst eifersüchtig auf Chara und verabscheute sie wie die Pest. Dabei gab es keine Gründe dafür, außer das die Halbirin viel lockerer mit ihrem Leben umging, als seine Freundin.

Ein schwarzer Schatten näherte sich der Tür, ein großer Regenschirm wurde geschlossen, dann betrat eine riesige schwarzgekleidete Frau den Gastraum. Benny starrte sie an, als ob es sich bei ihr um einen Geist handeln würde. 

Schwarze kniehohe Stiefel, eine Hose aus glänzendem Latex in der gleichen Farbe, Ledertop und Fahrermantel, sah sie aus, wie eine übergroße schwarzhaarige Variante seiner Freundin. 

„Hallo, Benny. Lange nicht gesehen, was?“

Victoria! Anna hatte ihm schon so viel von dieser Frau erzählt. Eine Neurologin, die sich intensiv mit Sadomaso und ihrer Rolle als Domina auseinandergesetzt hatte. Dabei ist sie völlig in ihrer Rolle als kompromisslose Femdom und Sadistin aufgegangen, knechtete grausam und ohne Skrupel ihre Sklaven und machte sie sich dabei völlig zu eigen, ohne Scheu vor den damit einhergehenden Konsequenzen zu haben. Laut Anna waren es ihre kleinen Labortiere, an denen sie ihre Experimente vollzog, wie sie es für richtig hielt. 

Benny konnte seinen Blick von der schwarzhaarigen Frau nicht abwenden. Sie überragte ihn selbst um einiges und alles an ihr war noch eine Spur üppiger und mächtiger als bei seiner Freundin. Bekam er jetzt tatsächlich einen Steifen? Die Wangen schwarz schattiert, dazu der dunkelrote Lippenstift und das aufwendig gezeichnete Augen-Make-up ließen Victoria ihm als ruchlosen Vamp erscheinen. 

Auch Chara konnte ihren Blick von der Riesin nicht abwenden, die in diesen Moment ihren Schirm in den Ständer stellte und ihren Mantel an der Garderobe aufhängte. 

„Ist deine Anna auch da? Wenn ich ehrlich bin, würde ich nicht all zu gerne auf sie stoßen.“

Benny verneinte. Seine Freundin hatte einen Auswärtstermin und würde erst spät am Abend zurückkommen. 

„Nein, sie ist nicht da.“

Victoria schien erleichtert, kam zu ihm hinter die Theke und umarmte ihn ungeniert. Dabei drückte sie ihren massiven Körper gegen den seinen und er spürte dabei den Druck ihrer so üppig und wohlgeformten Brüste. 

„Hat sie dir erzählt, dass wir gestritten haben?“

Benny bejahte ihre Frage. 

„Und du? Wie denkst du darüber?“

Der junge Mann zeigte sich diplomatisch. 

„Ich kann das nicht beurteilen, ich habe von all dem nichts mitbekommen.“ 

Die Fetischfrau blickte ihn freundlich an, ging wieder um die Theke herum und setzte sich ihm gegenüber auf einen der Barhocker. Von Chara nahm sie dabei keinerlei Notiz, das rothaarige Mädchen schien für sie gar nicht anwesend zu sein. 

„Hat sie dir von Manuel erzählt?“

Benny blickte sie verständnislos an. 

„Welchen Manuel?“

Victorias Augen schienen ihn in diesem Moment regelrecht zu durchleuchten. 

Du warst mal mit ihm befreundet, glaube ich. Maxim kennt ihn auch.

Der junge Mann begriff nur langsam. Fragte seinen Gast, ob er etwas zu Trinken haben wollte und suchte das Durcheinander seiner Gedanken neu zu sortieren. Manuel? Was hatte der Typ mit Victoria zu schaffen gehabt?

„Ein Tee wäre nett. Habt ihr auch Hagebutte?“

Benny suchte in der Teeauswahl und fand tatsächlich welchen. 

„Und wie hast du ihn kennengelernt?“ Fragte er sie, ein Teeglas unter den Wasserauslass des Kaffeevollautomaten stellend. 

Victoria suchte sich eine bequemere Sitzposition, bevor sie ihm antwortete. 

„Dein Freund Maxim war ja das eigentliche von mir favorisierte Projekt, doch leider hat er sich für eine bleibende Bindung zwischen uns nicht erwärmen können. Da habe ich mir seinen besten Freund geschnappt, den ich ohne Probleme für mich und das, was ich mit ihm anstellen wollte, begeistern konnte. Ich dachte, ich hätte ihn gut erzogen, doch meine Zofe hat ihn mir eiskalt weggenommen. Die ist mit ihm durchgebrannt, kannst du dir das vorstellen?“

Benny fühlte sich überrumpelt von der Masse an Informationen. Manuel sollte Victorias Sklave geworden sein? Warum hatte Anna ihm nichts davon erzählt?

„Ich hatte die Absicht ihn an eine Freundin zu vermitteln, die ihre ersten Gehversuche in Richtung Sadomaso machen wollte, doch schien Lydia das nicht akzeptiert zu haben. Da ist sie mit ihm über Nacht einfach abgehauen. Sie scheint sich in ihn verliebt zu haben, die blöde Kuh.“

„Er hatte eine Freundin ...“ Stellte Benny mit leiser Stimme fest. 

„Stimmt, da war wer.“ Erwiderte die große Frau, dabei das Teeglas mit Unterteller entgegennehmend. Sie suchte sich zu erinnern, hatte aber Probleme damit. 

„Ja, ganz dunkel ... Lala hieß sie, oder so ähnlich. Hat furchtbar geheult die Ärmste, als ich von ihm verlangt habe, mit ihr Schluss zu machen. Ich gebe zu, mir hat es eine diebische Freude beschert, sie so zu sehen. Dabei sollte sie mir doch dankbar sein, er hat sie fallengelassen wie eine heiße Kartoffel.“

„Und seine Eltern?“ Benny konnte sich noch gut an Manuels Vater und Mutter erinnern. Er war mal Sylvester bei ihnen zu Hause gewesen. 

„Er hat sich von ihnen losgesagt, damit er sich völlig auf mich konzentrieren konnte. Ein braver Geist, er hat wirklich eine Sklavenseele.“

Victoria blickte gereizt zu Chara rüber, die ihnen vom anderen Ende der Theke aus zugehört hatte. Die schien zu begreifen, dass sie unerwünscht war, und ging schweigend Richtung Küche ab. Victoria blickte der Kellnerin demonstrativ nach, bis sie diese nicht mehr sehen konnte und wandte sich anschließend wieder dem Keeper zu, der sie nach wie vor über die Theke hinweg entgeistert ansah. 

„Ich habe gar nicht gefragt, wie es dir und Anna geht. Alles gut bei euch?“ 

Benny nickte zögerlich. Er wusste, was seine Freundin von dieser Frau hielt und wollte sich jetzt nicht zu redselig geben. 

„Schön! Das freut mich.“ Victoria ordnete demonstrativ den Ausschnitt ihres Tops, in dem sie ihre beiden großen Brüste zurechtrückte. Benny schwindelte regelrecht bei diesen verführerischen Anblick. Die Frau war einfach nur Porno.

„Sie hat Lydia und Manuel nicht erwähnt?“

„Nein, das hat sie nicht.“

Victoria seufzte. 

„Eigentlich ziehe ich meinen Hut vor der kleinen Zofenschlampe. Man hat mir noch nie etwas gestohlen. Diese Erfahrung ist neu für mich. So etwas hätte ich niemals für möglich gehalten, ich war mir sicher, sie sei mir treu und ergeben. Mein Gott, hat die mich verarscht.“

Sie lächelte und bat Benny noch um einen Kaffee. Dabei betrachtete sie den jungen Mann interessiert, während er eine Tasse unter den Auslass der Maschine stellte.

„Spielt ihr noch miteinander? Du hast keine Glatze mehr und auch kein Halsband und Nasenring.“

Benny verneinte. Er sah keinen Grund, in diesem Moment zu lügen. 

„Anna möchte das nicht mehr.“

Die große Frau wurde hellhörig. 

„Du meinst, sie hat dir gegenüber ihre Rolle als Gebieterin aufgegeben?“

Benny bestätigte ihre Vermutung mit einem Kopfnicken. 

„Und du hast Probleme damit loszulassen, das sehe ich dir an.“

„Ich schaffe das schon irgendwie. Ich brauche nur Zeit.“ Versuchte Benny, sich selbst Mut zu machen.

Victoria schüttelte ihren hübschen Kopf, sodass ihr strenggebundener Haarknoten abwechselnd links und rechts sichtbar wurde. 

„Vergiss es. Einmal Sklave, immer Sklave. Dazu ist diese Gefühlswelt viel zu intensiv und Anna als Domina zu prägen gewesen. Träumst du von ihr?“

„Ja, eigentlich jede Nacht.“

Die Frau vor ihm zeigte sich verständnisvoll. 

„Das ist dein Unterbewusstsein. Es verlangt nach ihr.“

Was sollte er darauf erwidern? Er wusste doch selbst am besten, wie es um ihn stand. 

Victorias Augen blieben nachdenklich auf ihn gerichtet. Sie schien über etwas nachzudenken. 

„Ich kann dir versuchen zu helfen, Benny. Anna wird nichts davon erfahren, wenn du das nicht möchtest.“

Er blickte erstaunt zu ihr auf. 

„Wie meinst du das?“

„Ich bin zwar keine Anna, aber in meiner Rolle als Herrin mittlerweile erfahren genug, um deine Defizite zu beseitigen. Wie gesagt, es bliebe ein Geheimnis zwischen uns.“

Benny blieb skeptisch. Victoria war von Anna als manipulierend, besitzergreifend und verantwortungslos geschildert worden. Was hatte sie außerdem davon? Warum sollte sie ihm freiwillig etwas von ihrer Zeit schenken?

„Anna hat mich vor dir nicht sonderlich gut aussehen lassen, das ist offensichtlich.“ Stellte Victoria mit rauchiger Stimme fest. Ihr ganzer Körper war purer Sex, dazu die schwarze Fetischkleidung ..., ihr ganzer Anblick schien ihn regelrecht anzuschreien sich auf sie einzulassen. 

„Na ja. Sie meinte, du wärst eine weibliche Form von Maxim. Für euch gibt es nur andere Menschen, wenn sie einem Zweck dienen. Gefühle und Zuneigung kennt ihr nicht.“

Victoria schien ihm seine Worte nicht zu verübeln, schwieg und nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. Dabei leckte sie sich die Crema von den dunkelroten Lippen und blickte ihn schließlich über den Rand der Tasse hinweg an, bevor sie diese zurück auf den Untersetzer stellte. 

„Sie hat nicht ganz unrecht damit. Natürlich bin ich mir selbst am wichtigsten. Das liegt aber auch daran, dass die meisten Menschen mir gegenüber sehr klein sind und nicht nur was ihre Körperhöhe betrifft. Es ist schwer für mich, ihnen von vornherein meinen Respekt einzuräumen, obwohl ich davon ausgehen kann, dass sie ihn nicht verdient haben. Bei dir wäre das anders Benny. Du bist aus Liebe zu Anna zum devoten Mann und Masochisten geworden und stellst jetzt deine Bedürfnisse für sie zurück, um ihr erneut gerecht zu werden. Dabei siehst du gut aus, bist integer und fleißig und eloquent genug, um in einem Gespräch Kurzweil zu bieten. Eigentlich der perfekte Mann für eine dominante und egozentrische Frau.“

Benny wollte sich von Victoria nicht einwickeln lassen, polierte demonstrativ weiter seine Gläser und suchte ihren Anblick aus seiner Wahrnehmung auszuklammern. Das fiel ihm schwer, er empfand diese Frau als ungemein reizvoll. 

„Was ist mit Maxim? Hast du noch Kontakt?“ Wollte Benny schließlich von ihr wissen, um dem Gespräch eine andere Richtung zu geben. 

„Nicht wirklich. Nachdem Anna mich bei Pierre verpetzt hat, ist das Kleinchen wie vom Erdboden verschluckt. Wahrscheinlich hat ihm sein liebevoller Papa weggeschafft, damit er es sich in meine Richtung nicht noch anders überlegt.“

„Was wenn er wieder auftaucht?“ Fragte Benny misstrauisch. 

„Dann versuche ich es weiter, ihn unter meine Fittiche zu nehmen. Ich verliere ein gefasstes Ziel niemals aus meinen Augen. In dieser Hinsicht habe ich einen ausgeprägten Ehrgeiz entwickelt.“

Sie lächelte laszive und zwinkerte ihm zu. 

„Du bist übrigens jetzt auch eins.“ Victoria holte eine Visitenkarte aus ihrem riesigen und reich gefüllten Geldbeutel, reichte sie ihm und blickte ihn erwartungsvoll an.

„Ich mache dir nichts vor, Benny. Ich will dir gerne helfen. Du bist mir sympathisch und ich kann mir sicher sein, dass es mir Spaß machen würde, dich zu erziehen. Aber selbst wenn du nur reden möchtest, bin ich für dich da. Sagen wir als Freunde? Ansonsten komme ich ab und an hier bei dir vorbei, um nach dir zu sehen. Würde mich ärgern, wenn Anna dich unglücklich macht. Sie liebt dich, dass weiß ich, aber sie scheint den falschen Weg dir gegenüber eingeschlagen zu haben.“

Er nahm die einfach gestaltete Visitenkarte an sich, es stand neben einer Telefonnummer und E-Mail-Adresse nur Victorias Name und ihr akademischer Grad darauf. Sie wirkte sogar relativ bescheiden, für die Verhältnisse dieser pompösen Frau. 

„Du, ich weiß nicht, ob ich ...“

Victoria kam um die Theke herum, drückte ihren Körper gegen den seinen und gab ihm einen Kuss auf seine Wange. Er roch ihr sinnliches Parfüm und fühlte die Feuchte ihrer Lippen auf seiner Haut. 

„Es ist ein Vorschlag, Benny. Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen, wenn du mein Angebot annehmen würdest. Auch ich komme nicht ohne andere Menschen aus, verstehst du das? Und jetzt wo Lydia und Manuel weg sind, ist es ziemlich einsam um mich herum geworden.“

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