Wired Tales

"Klappentext": 
Ein Kunstwerk aus nackter Haut und Draht.
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Ich empfehle niemandem, ein derartiges Szenario ohne entsprechende medizinische Kenntnisse nachzustellen. 

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„Atme.“

Sie versuchte, dem ruhigen Befehl nachzukommen. Atmen. Es war nicht so schwer. Einatmen. Langsam ausatmen. Sie konnte sich dazu zwingen, auch wenn ihr Herz viel zu schnell schlug, auch wenn sie das Gefühl hatte, nicht genug Luft zu bekommen.

Die Augenbinde bedeckte ihre Nase nur bis zur Hälfte, warum hatte sie trotzdem das Gefühl, dass sie erstickte?

Er tupfte mit irgendetwas Weichem auf ihren Oberarm. Kurz danach spürte sie, wie die Hautstelle kälter wurde. Sie schaffte es gerade so das Frösteln zu unterdrücken. Der Raum war warm. Sie konnte das Knistern des Kaminfeuers hören. Selbst das Kissen auf dem sie kniete war warm. Es gab keinen Grund zu frieren. Und trotzdem zitterte sie, während er weiter über ihre Arme tupfte.

Dann spürte sie seine Berührung knapp über ihrem Handgelenk. Sie war sich nicht sicher, was er vorhatte. Aber als er eine Hautfalte ein kleines Stück wegzog, hatte sie eine Ahnung.

„Einatmen.“, befahl er.

Noch während sie gehorchte, spürte sie den spitzen Schmerz an ihrer Haut. Sie sog die Luft durch die zusammengebissenen Zähne ein.

Dann war es still. Sie konnte seinen Atem hören. Viel langsamer und ruhiger als ihr Eigener. Er hatte ihren Arm losgelassen, und während sie seinem Atem lauschte, hatte sie viel zu viel Zeit, sich auf den Schmerz zu konzentrieren, der von ihrem Handgelenk ausging. Etwas fühlte sich falsch an. Kalt und unnachgiebig. Ein Fremdkörper unter ihrer Haut.

Sie wollte danach greifen. Sie wollte kratzen. Aber ihre Handflächen ruhten auf ihren Oberschenkeln. Sie wusste nicht, ob sie sie von dort lösen könnte, wenn sie es versuchte. Stattdessen jagte ihr ein Schauer nach dem nächsten über den Rücken, während sie versuchte herauszufinden, was er getan hatte.

„Ausatmen.“, hörte sie seine Stimme.

Seine Hände waren warm, als er ihr Handgelenk wieder umfasste, dann spürte sie ein Ziepen, wo ihre Haut zuvor vor Kälte gebrannt hatte. Etwas dünnes, Kaltes glitt über ihre Haut. Da war etwas unter ihrer Haut. Sie zitterte.

„Willst du die Augenbinde abnehmen?“

Seine ruhige Stimme gab ihr Halt. Wärmte. Unsicher nickte sie. Er umfasste ihr Handgelenk mit einer warmen Hand. Das Brennen unter ihrer Haut ließ unter dem sanften Druck nach. Mit der anderen Hand schob er die Augenbinde nach oben. Sie blickte in besorgte Augen, dann raste ihr Blick zu ihrem Handgelenk. Natürlich sah sie nur seine Hand.

„Grün?“, fragte er leise.

Sie brauchte einen Moment. Ging es ihr gut? Sie atmete etwas zu schnell und sie zitterte. Sie holte tief Luft. „Grün.“

Langsam hob er die Hand. Für einen kurzen Moment blieb ihr Blick an dem Blut auf seiner Handfläche kleben, dann raste er weiter zu ihrem Handgelenk, das ebenfalls blutig war. Einatmen, erinnerte sie sich. Ausatmen. Das waren nur ein paar Tropfen. Es sah nur nach mehr aus, weil er das Blut verwischt hatte. Dann blieb ihr Blick an dem Draht hängen, der unter ihrer Haut verschwand und zwei Zentimeter weiter wieder auftauchte. Ihr Blick folgte dem Silber bis hin zu einer gebogenen Nadel. Sofort fing ihr Herz wieder an zu rasen. Das Ding sah gruslig aus. Ein fast perfekter Halbkreis aus Stahl. Dass sie eine Kante erkennen konnte, die sich über die gesamte Länge – das mussten zehn Zentimeter sein – zog, machte es nicht besser.

Er wickelte ihr das Ende des Drahtes um den Zeigefinger, dann korrigierte er die Position ihrer Finger auf ihrem Oberschenkel. Sie konnte sich das Lächeln gerade so verkneifen.

Wenn du kniest, bleiben die Beine geschlossen. Es soll nicht obszön aussehen, es soll elegant sein. Die Hände auf die Oberschenkel. Nein, etwas näher zu den Knien. Die Fingerspitzen leicht zueinander.

Er hatte ihre Haltung oft genug korrigiert.

„Einatmen.“

Er zog den Draht noch ein Stück weiter durch ihre Haut. War dieses flaue Gefühl im Magen normal? Oder kam es nur daher, dass sie sah, wie sich etwas unter ihrer Haut bewegte?

„Ausatmen.“

Sie konzentrierte sich auf seine Stimme. Atmen und die Haltung bewahren. Mehr musste sie nicht tun. Trotzdem konnte sie den Blick nicht losreißen, als er jetzt ein Wattepad mit Desinfektionsmittel tränkte und ihr rechtes Handgelenk abtupfte.

„Einatmen.“

Ihre Haut wurde kalt, während sich die Reste des Desinfektionsmittels verflüchtigten. Er zog die Haut etwas nach oben und setzte die Nadel an. Sein Blick traf ihren.

„Ausatmen.“

Sie spannte sich an. Zwang sich, ruhig auszuatmen und wartete auf den Schmerz. Als er ausblieb hetzte ihr Blick zu dem … Ding, dessen Spitze schon über ihre Haut kratzte.

„Grün?“

„Grün.“ Sie schloss die Augen.

„Einatmen.“ Während er das Wort aussprach, spürte sie, wie sich etwas in ihre Haut bohrte. Kurzer, scharfer Schmerz. Und dann wieder das Ziepen. Die Härchen an ihrem Arm stellten sich auf, als der Draht erst über, dann unter ihre Haut gezogen wurde.

Sie öffnete die Augen wieder, als er eine weitere Stelle an ihrem linken Arm desinfizierte. Diesmal ein Stück weiter oben als zuvor. Noch immer gab er ihr Atemanweisungen und diesmal schaffte sie es, zuzusehen, während er die Nadel durch ihre Haut bohrte. Sie beobachtete fasziniert, wie die Haut sich erst etwas wölbte, bevor die Spitze sie wieder durchbrach. Biss die Zähne zusammen, als er den restlichen Draht anzog.

Jeder weitere Stich war angenehmer als der Vorherige, während er sich in einem Zickzackmuster nach oben arbeitete.

Es dauerte nicht lange, bis vom Draht nur noch weniger Zentimeter übrig waren. Er lächelte sie an und legte eine Hand an ihre Wange.

„Tapferes Mädchen.“

Sie neigte den Kopf ein winziges Stückchen. Er wollte nicht, dass sie lächelte, das hatte er klar gemacht. Er wollte nicht, dass sie sprach. Also nickte sie nur knapp.

Sein Daumen strich sanft über ihre Lippen. Sie erschauderte. Das war ungewohnt. Sie öffnete die Lippen etwas. Gerade genug, dass er sah, dass sie sich nicht widersetzten würde, wenn er noch andere Dinge geplant hatte. Als sich die Nadel ihren Lippen näherte, setzte ihr Herz einen Schlag aus.

„Rot!“

„Schh.“ Er legte den Zeigefinger auf ihre Lippen.

Moment. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Sie starrte entsetzt in seine ruhigen Augen. Sie hatte es gesagt. Und er hatte ihr den Finger auf die Lippen gelegt. Das konnte er nicht tun. Es war wichtig, dass er das nicht ignorierte.

„Vertraust du mir?“

Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Würde er ihre Angst ignorieren? Sie suchte eine Antwort in diesen warmen Augen. Dann nickte sie, während ihr Herz immer noch viel zu schnell schlug.

Er ließ die Nadel los und sie zuckte kurz zusammen, als sie das Ziehen am letzten Stich spürte. Dann griff er nach ihren Händen. Er korrigierte ihre Haltung, bis ihre Handflächen aufeinander lagen, die Fingerspitzen zwischen die Knie geklemmt. Langsam begann er, den Draht nachzuziehen. Sie war sich nicht sicher, ob sie es faszinierend fand, wie ihre Haut etwas nach oben gezogen wurde, oder erschreckend. Sie wusste nur, dass sie sich nicht bewegen sollte, wenn sie sich nicht verletzten wollte.

Dann griff er wieder nach der Nadel.

„Keine Angst.“

Wie in Zeitlupe näherte sich die Nadel ihren Lippen, bis sie Probleme hatte, das Metall zu erkennen, ohne zu schielen. Kaltes Metall strich über ihre Lippen. Sie wappnete sich. Es würde schmerzhafter werden als am Arm. Und sie wollte es nicht. Aber sie musste ihm vertrauen. Sie durfte keine Angst haben. Sie spürte die Biegung der Nadel auf ihren Lippen.

„Lass sie nicht fallen.“

Sie sah ihn verwirrt an, während er aufstand. Sie schmeckte Metall auf ihren Lippen. Und dann wurde ihr klar, dass er nie vorgehabt hatte, ihr den Mund zuzunähen. Er wollte nur, dass sie die Nadel zwischen den Lippen hielt, damit es so aussah, als hätte sie selbst ihre Arme zusammen genäht.

Er warf einen prüfenden Blick auf sie und lächelte. „Beweg dich nicht. Ich hole die Kamera.“

Wie sie diesen Satz hasste.

Egal was er tat, die Kamera war immer in einem anderen Raum. Jedes Mal vollendete er das Kunstwerk, bevor er sie holte. Fast so, als wäre es nicht nötig die Kamera zu holen, solange das Kunstwerk nicht perfekt war.

Also wartete sie. Nackt, unbeweglich, mit zusammen genähten Armen und der Nadel zwischen den Lippen. Und dachte über die Frage nach, die er ihr gestellt hatte, bevor er ihr befohlen hatte, sich auszuziehen. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, was sie antworten sollte und trotzdem stellte er diese verfluchte Frage jedes Mal wieder.

„Na, Schatz. Wo willst du heute Abend essen?“

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Kommentare

Bild des Benutzers Realitätsfremd

... und niemand sagt, warum. 

Die Geschichte ist anders als meine üblichen Geschichten. Und wäre dank der Bewertungen eine hübsche Gelegenheit, um auch Mal harte Kritik zu bekommen. Wer schreibt, weiß, wie hilfreich es ist, wenn die Geschichte zerfetzt wird.

Traut euch, woran liegts?

Ist der Schreibstil zu steril? Das Motiv zu abschreckend? Das Ende nicht das Erwartete?

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Bild des Benutzers treue_tomate

Die schlechten Bewertungen sind mir unverständlich. Wer mit der Geschichte nichts anfangen kann, sollte zumindest Rechtschreibung und Form wertschätzen sowie den Schreibstil würdigen.

Die beschriebene Situation triggert vielleicht nicht die niederen Triebe, aber eine gewisse Faszination kann ich ihr nicht absprechen. Und die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin sind ausreichend, sich hineinzuversetzen.

"Rot!"

...und man hat das Gefühl, er ignoriert es, macht ohne zu zögern weiter. Einzig ein leises "Vertraust Du mir?" kommt von ihm. Alles in mir als Leser schreit "Stop! Da kam ein 'Rot'! Abbruch!! Bitte bitte, laß die Geschichte nicht häßlich werden!"

Und sie wird überhaupt nicht häßlich.

Danke, Realitätsfremd, für diese Geschichte.

Und ja, ein solches ästhetisches Photo würde ich mir auch anschauen und es genießen können...

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Bild des Benutzers Friedet

Es wird lange nicht klar, wohin diese Story führen soll. Erst wenn man bis zum Ende liest, versteht man, worum es geht.

Die Arme zusammennähen finde ich nicht grade eine tolle Idee. Praktisch macht es für mich keinen Sinn.

Inakzeptabel wird es für mich, wenn der dominante Teil weitermacht, obwohl die Frau mit "Rot" offenbar ein Safeword benutzt hat. Dies muss unbedingt zum Abbruch führen. Auch wenn sie später dann zustimmt, ist das für mich ein Zeichen, dass sie sich dem Druck beugt.  Der "Herr" kennt die Grenzen nicht. Nach dem Safewort hat Schluss zu sein. So einem Herrn, der sich über die Grenzen seiner Sklavin hinwegsetzt, kann keine Sklavin mehr vertrauen. Ein absolutes No-Go.

Zum Stil des Stückes finde ich, dass es gut geschrieben ist und eigentlich die Spannung gut aufgebaut wird. Handwerklich also ok.

Zur Beschwerde des Authors über schlechte Noten zweierlei:

1) Wegen der (für mich) inakzeptablen Grenzüberschreitung verstehe ich die schlechten Noten. die handwerklich gute Leistung darf nicht die weit wichtigere inhaltliche Beurteilung verfälschen.

2) Ja, es gibt einige User hier, die aus Prinzip schlechte Noten vergeben.  Vielleicht weil sie manche Geschichten grundsätzlich ablehnen oder etwas gegen bestimmte Authoren haben. Aber Bewertungen werden nunmal anonym abgegeben, was für Authoren unangenehm und frustrierend sein kann. Aber damit muss ein Author leben können. Ist im normalen Leben doch nicht anders.

Wegen meiner Bedenken wird auch meine Beurteilung ziemlich schlecht ausfallen.

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

... der Kommentar hat mir tatsächlich sehr geholfen. 
Hin und wieder hab ich Probleme, über den Tellerrand zu schauen, da hilft es, wenn man auch andere Blickwinkel sieht. 
Wie gesagt, ich hatte es selbst nicht auf dem Schirm, wie viele Alarmglocken beim Leser losgehen, wenn das Safeword (scheinbar) ignoriert wird. Es sollte nie in Richtung noncon gehen, es sollte nie ein Druck aufgebaut werden, dem sie sich einfach beugt. 
Ich hätte den Moment wohl besser beschreiben müssen. Noch eine Frage mehr. Vielleicht eine kurze Erklärung von ihm, was er vor hat, damit sie danach zustimmen oder ablehnen kann. Warum ich es nicht getan habe? Zwei Gründe: Zum einen weil die Charakter in meinem Kopf klarer gezeichnet sind, als ich sie in der Geschichte darstellen konnte. Ich wollte eine Kurzgeschichte schreiben, da passen keine Rückblenden in jahrelanges Zusammenleben. Zum anderen wohl wegen des Spannungsbogens. Ein kurzer Konflikt, ein kurzer Moment, der den Leser erschrecken lässt, nur um ihn kurz danach erleichtert aufatmen zu lassen. Da hab ich mich aber wohl im Ton vergriffen - und werde das auch in Zukunft bedenken.

Dass die Geschichte verwirrend ist, ist ein anderer Punkt, an dem ich arbeiten kann. Ich wollte möglichst viel beschreiben, ohne das Kind beim Namen zu nennen - fühlen, wie genäht wird, statt es einfach nur zu sagen. Aber auch da habe ich es wohl nicht ganz verstanden, den geneigten Leser komplett abzuholen. Wie ich das besser ausdrücken kann, weiß ich noch nicht, aber ich werde damit spielen.

Und noch ein Endsatz, um meine Ehre zu retten: Ich beschwere mich nicht über die schlechten Noten. Ich war nur frustriert, dass sich offensichtlich einige Leute die Mühe gemacht haben, die Geschichte zu lesen, zu bewerten, und dann stumm zu bleiben. Eine Bewertung ohne Kommentar frustriert (oft auch, wenn sie positiv ist). Eine Bewertung mit Kommentar bietet Verbesserungspotential.

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Bild des Benutzers O_devot

Ich finde die Geschichte sehr gut erzählt. Auch wenn Nadeln nichts für mich sind. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.  Ich finde nur das ein Dom niemals die Grenze seiner Sklavin überschreiten darf. Aber es ist nur eine Geschichte. Und ich habe sie gern gelesen.

LG Ornella

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Bild des Benutzers Ihr_joe

Natürlich muss man keine Nadeln mögen, schon gar keinen Draht, dennoch tut so was einer guten Geschichte keinen Abbruch. Wenn jeder nur dinge gut finden könnte, die er selbst verstehen oder gar praktizieren würde.

Das andere ist ein kleines Problemchen "ROT" soll oder führt meist zum Abbruch, aber nicht überall, das ist wiederum eine Frage was man vorher ausgemacht hat. Die eigentliche Handlung war ja unterbrochen, letztendlich ist nicht mehr geschehen als das was schon vorher getan war. Es gab ja keine Grenzüberschreitung - vielleicht gedanklich, wenn überhaupt.

Ein tatsächlicher, sofortiger Abbruch wäre nur frustrierend gewesen, vermutlich für sie mehr als für ihn.

Es gab kein vernähen des Mundes und ...

...aber wenn ich schon soweit bin, wäre ich an ihrer Stelle gewesen, niemals würde ich mit jemandem spielen, dem ich nicht vertraue und da passt für mich im Text einiges nicht.

Wenn ich während einer Session nicht dem gegenüber vertraue, das hinterfragen muss, dann stimmt etwas nicht:

Wie in Zeitlupe näherte sich die Nadel ihren Lippen, bis sie Probleme hatte, das Metall zu erkennen, ohne zu schielen. Kaltes Metall strich über ihre Lippen. Sie wappnete sich. Es würde schmerzhafter werden als am Arm. Und sie wollte es nicht. Aber sie musste ihm vertrauen. Sie durfte keine Angst haben. Sie spürte die Biegung der Nadel auf ihren Lippen.

Soll keine Korrektur sein, nur um zu zeigen, was ich meine, ich schreib es mal für mich passend um:

Fast wie in Zeitlupe näherte sich die Nadel meinen Lippen, ich verliere sie aus den Augen, noch bevor sie meinen Mund berührt. SIE streicht mit dem kalten, spitzen Metall über meine Lippen! Angst macht sich breit, gleich würde es böse, viel schmerzhafter als an meinem Arm, stelle ich mir vor. Doch ich vertraue IHR, selbst wenn sie es tun sollte. Mir wird nichts geschehen, ich halte die Luft an, gleich wird das kalte Metall die Lippen durchstoßen!

»Festhalten!«, flüstert SIE leise, während sie mir die Nadel auf die Lippe legt. Ich bin erleichtert, was wäre, wenn SIE zugestochen hätte, meinen Mund vernäht hätte, warum habe ich nur „ROT“ gesagt? Vielleicht hatte SIE es auch nie vor?

»Lass sie nicht fallen!«, haucht SIE bestimmend, lässt Nadel und Draht los.

 

Sorry, natürlich ist es nicht der Schreibstil, sondern der Inhalt, es fällt mir nur leichter meinen eigenen zu benutzen!

Fehler? Ja ein paar, nicht mehr als bei den meisten anderen Geschichten. Nur ein Beispiel, hach es ist halt komisch, wenn da steht:  … mit zusammen genähten Armen und er Nadel zwischen den … „er Nadel“

Ach, dabei mache ich genügend eigene Fehler, also muss ich mich nicht darüber aufregen, es war nur, Deiner Frage geschuldet.

So jetzt aber, das ist noch lange kein Grund für eine schlechte Bewertung, es ist zwar nicht außergewöhnlich aber durchaus lesenswert.

4-5 Sterne hätte ich vergeben, hätte ich es gelesen und für mich passend bewertet.

Ihr_joe

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

... ist natürlich klar. Man begibt sich nicht in die Hände von jemandem, dem man nicht vertraut. 
Trotzdem ist eine gewisse Angst, eine gewisse Unsicherheit (vor allem in Geschichten) für mich irgendwie selbstverständlich. Nicht weil man Dom nicht vertraut, sondern weil sich Sub gerne in Phantasien reinsteigert, auch wenn es vielleicht irrational ist, auch wenn Sub weiß, dass Dom einem nichts antun würde. 

Noch ein Punkt, der in meinem Kopf irgendwie klar ist, und bei dem ich nicht darüber nachgedacht habe, wie die Gedanken auf andere wirken.

Das "Festhalten!"  aus deiner Interpretation gefällt mir übrigens sehr gut. Vielleicht etwas ruppig für den Dom/Künstler, den ich hauptsächlich über Ruhe, Wärme und Halt definiert habe (zumindest glaubte ich das), aber irgendwie doch hübsch. Es würde die Sub/das Kunstwerk auf jeden Fall kurz aus dem Spiel reißen und wohl die 'Entspannung' der potentiell kritischen Situation unterstreichen.

 

Den Tippfehler hab ich selbstverständlich klammheimlich ausgemerzt, und jedem Weiteren, den ich entdecke, soll es nicht besser ergehen ;)

 

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Bild des Benutzers Ihr_joe

Irgendwie war ich nicht fähig, das Richtige kund zu tun, es lieg ja so nah beieinander.

Ich kenne die Situation, und denke, es ist gleich ob Mann oder Frau - in dem Fall, wichtig war mir zu schreiben:

Und sie wollte es nicht.
Durfte so nicht stehen bleiben, weil sie dann damit nicht einverstanden gewesen ist! Wird einem unterschwellig suggeriert. Jetzt geht er zu weit (wäre vorher das Rot nicht gewesen, dann natürlich nicht)!

Aber sie musste ihm vertrauen.
Nicht sie musste -> sie vertraute ihm! Sie musste ihm vertrauen besagt ja, dass sie es (eigentlich) nicht tut.

Sie durfte keine Angst haben.

Lach, natürlich hat man Angst, zumindest ich, mal mehr mal weniger, trotz Vertrauen und wenn man es noch so will! Es wäre sonst langweilig!

Das war der eigentliche Unterschied, der den nicht involvierten Leser etwas irritieren könnte.

Ihr_joe

PS: Sorry, dass ich das noch einmal unterstreiche! Mein Geschreibsel war nur so aus dem Kopf heraus umgeschrieben, Kopfschüttel, was habe ich mir bei "stelle ich mir vor" nur gedacht, das ist gänzlich unnötig!

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

Ich glaube ich habe mich bei der Beschreibung wohl teils etwas falsch ausgedrückt. In meinem Kopf war klar, dass die beiden sich kennen und dass sie sich vertrauen. 

Er wusste, warum sie das Safeword ausgesprochen hat, und er hat sich nach der Pause langsam bewegt, um ihr die Möglichkeit zu geben, noch etwas zu sagen.

Das musste ich jetzt direkt loswerden, ausführlichere Antworten auf die vielen Kommentare folgen morgen, wenn ich wieder eine Tastatur habe.

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Bild des Benutzers Black cat

Auch wenn es nicht das ist, was mir persönlich gefällt. Schreibstift sehr gut, wie immer bei Dir. 

Erotisch? Ich bin hin und her gerissen. Einerseits ja, aufgrund der Unterwerfung aber dennoch, ich fühle mich nicht ganz wohl damit. Viele Vor-Kommentatoren haben es schon angemerkt, ROT und trotzdem die Session fortsetzen macht mir Gänsehaut. 

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