Von Fehlern und Fassaden 6

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Ein Meter sechsunsechzig Frau landen auf meinen Oberschenkeln. Mit den Händen an den Schultern drückt sie mich in den Sessel und blickt voller ungeduldiger Entschlossenheit auf mich herab. „Genug geredet? Takte und Regeln und so weiter?“

Mein offenstehender Mund klappt zu und ich nicke – nur damit sich meine Lippen wieder öffnen, als sie die Arme hinter den Rücken führt und der gespannte Stoff ihres BHs erschlafft. Um von dem, was ich unweigerlich gleich zu sehen bekomme, nicht sofort überfordert zu werden, senke ich die Augen auf ihren straffen Bauch, der sich gegen meine Front wölbt. Ich konzentriere mich auf die Vertiefung der Magengrube, durch die ich meine Daumen gleiten lassen will, an den Rippenbögen entlang und den Brustkorbs hinauf, der sich an meinen schmiegt, als sie die Arme hebt, um die Träger abzustreifen.

Meine Hände legen sich wie von selbst um ihre nackte Taille. Es ist kein Gedanke in meinem Kopf, völlig ferngesteuert schiebe ich sie von mir, damit ich nun doch zuschauen kann, wie die schwarzen Körbchen fallen. Kurz bin ich versucht, sie so gefangen zu halten wie vor wenigen Tagen in der Scheune, sie nur statt mit dem Shirt mit ihrem eigenen BH zu fesseln. Aber heute will ich sehen, wohin sie will, wenn ich sie lasse.

Das vorletzte Kleidungsstück flattert zu Boden. Sie senkt die Arme und legt sie auf meinen Schultern ab. Ein kleines Grinsen spielt um ihre Lippen.

„Siegessicher, hm?“, flüstere ich.

Ein Achselzucken, die Augen flackern schelmisch zur Seite.

Ich packe ihre Hüften, und sofort schießt ihr Blick zu mir zurück. Nicht mehr ganz so selbstbewusst.

„Hände hinter den Kopf.“

Sie beißt die Zähne zusammen, zögert für eine Sekunde.

Als sie schließlich gehorcht, muss ich die Luft anhalten, denn mit der Bewegung heben sich ihre Brüste, deren Wirkung ich bis vor einer Sekunde noch heroisch verleugnet habe, und bilden einen verlockenden Spalt, in dem ich meine Nase vergraben will. Jetzt. Sofort. Überhaupt will ich sie endlich einmal wirklich ansehen, ergreifen – mit Händen und Lippen spüren, wo mein Schwanz schon war. Die verschwommene Erinnerung an die eine betrunkene Nacht, sie hat mich nicht verlassen. Den Anblick werde ich nie vergessen. Die Erfahrung will ich wiederholen. Mit Extras.

Das Bild, das vor meinem geistigen Auge erscheint – ihre Brüste von schwarzem Tape umwickelt und meine Eichel dazwischen – lässt mich grollen.

Nur noch im Slip hockt sie auf mir. Es ist mir egal, wie verunsichert, genervt, verärgert ich vor wenigen Minuten noch von ihr war. Jetzt will ich sie. Mit Haut und Haar. „Alex?“

Sie zuckt beim Klang ihres Namens. „Ja?“, kommt es heiser von ihr.

Mit dem Zeigefinger unter ihrem Kinn lenke ich ihre Augen in meine. „Ich will dich anfassen.“

Nervös lachend lehnt sie sich zurück – ohne die Hände aus dem Nacken zu nehmen. „Okay …?“ Ihre Stimme geht am Ende des Worts nach oben, als frage sie sich, worauf ich denn warte.

Ich stabilisiere sie mit einem Arm im Kreuz. „Was ich meine … Überall. Fest. Vielleicht so fest, dass ...“ Ich lecke mir über die Lippen, und um ihr zu verdeutlichen, was ich meine, grabe ich die Finger in ihre Hüften. „... dass man es morgen noch sieht, wo ich dich angefasst habe.“

Ein Schaudern läuft durch ihren Körper.

„Ich will dich packen, Alex. Meine Hände um deine Arme, um deinen Hals legen, damit ich dahin dirigieren kann, wo ich dich haben will.“

Sie nickt, wobei sich ihre Stirn leicht runzelt. „Ich bin hier.“

Ja, das ist sie, aber irgendwie auch nicht. „Willst du hier sein?“ Willst du das? Mich?

Ihr verwirrter Blick schweift durch den Raum, über den Holzofen, die Schnapsflaschen und Aschenbecher, bevor er zu mir zurückkehrt. „Ja, sonst wäre ich nicht ...“ Ein erneutes Schlucken, sie leckt sich über die Lippen. „... hier. Mit dir.“

Tief durchatmend lege ich dir Stirn auf ihr Brustbein. Sauge ihren Duft ein. Gott, diese Frau … Ich begreife sie kein bisschen. Von heiß zu kalt von einer Sekunde auf die andere, dann beides zugleich, und wieder zurück. Dabei aber immer das eine: so glühend heiß, dass ich nichts mehr will, als mir an ihr die Finger zu verbrennen.

Ich drehe den Kopf zur Seite und fahre mit der Nasenspitze an der Innenseite ihrer Brust entlang. Sie quittiert es mit einem harschen Luftzug. Die Zunge über ihren Nippel schnellen lassend, lege ich eine Hand auf ihr Steißbein. Baue Druck auf. „Bereit?“

Ihre Lippen öffnen sich einen Spalt breit, und ich glaube, sie hält die Luft an, als sie auf mich heruntersieht und nickt.

Mit der Hand auf ihrem Steiß presse ich ihren Unterkörper an meinen und weite ruckartig die Schenkel. Sie fällt vorwärts, ihr Kinn landet auf meiner Schulter. Unwillkürlich schmiegt sich ihr Hals an meine Wange und ich atme tief ein. Verdammt, ihr Duft. Erinnerungen durchzucken mich. Es war doch nur eine Nacht, so tief hätte sie sich nicht in mir verankern dürfen! Ihr Becken auf mich zu ziehend, so dass sie spüren muss, wie der Schwanz zwischen ihren unweigerlich gespreizten Beinen größer wird, packe ich den Arsch und drücke ihren Schritt gegen meinen – hart. „Die Hände bleiben, wo sie sind. Verstanden?“

„Gnh … J-ja.“

Zufrieden mit der stotternden Antwort, mache ich mich mit dem Gefühl ihres Hinterns in meinen Händen vertraut. Diese Mal will ich keine einzige Sekunde vergessen. Kühle Haut spannt sich über dem Muskel, die wärmer wird, je näher ich dem Zentrum komme. Meine Fingerspitzen gleiten unter den Saum ihrer Pantys. Sorgsam darauf bedacht, dem Hintereingang fern zu bleiben, fahre ich an der Stelle entlang, wo ihr Schenkel endet und in weiches Fleisch übergeht. Ich spüre den Ansatz von Stoppeln, folge den Konturen der großen Schamlippen aufwärts, nur kann ich in dieser Position die Spitze nicht erreichen, an der sie zusammenlaufen. Wieder abwärts. Mit Zeige- und Mittelfinger taste ich mich behutsam vor. Erfühle die ersten Ausläufer der kleineren Falten, gleite mit der Spitze daran entlang, bis ich feuchte Wärme spüre.

„Wo sind deine Hände?“

Sie krächzt und muss sich erst räuspern, bevor sie antworten kann: „Im Nacken.“

„Brav.“ Ich versenke das vorderste Glied des Mittelfingers in ihr.

Ihr Zucken lässt mich grinsen. Ich ziehe zurück. „Stillhalten.“

Sie strafft sich und drängt sich dabei ein wenig enger an mich. Als ich erneut nur mit der Fingerspitze eindringe, gibt sie ein leises Winseln von sich, das ich vermutlich nicht einmal gehört hätte, läge ihr Mund nicht direkt an meinem Ohr, doch sie rührt sich nicht. Gutes Mädchen. Ich gleite tiefer, bewege den Finger sanft vor und zurück. Sie bleibt stocksteif und still. Allein die Muskeln ihres Unterleibs flattern um meinen Finger. Ich glaube, sie hat sogar aufgehört zu atmen. Als ich noch weiter eindringe, knirschen ihr Zähne.

„Nur stillhalten. Du darfst Geräusche machen.“

Ihr Körper sackt wie erleichtert gegen meinen. Als ich einen zweiten Finger einführe, jammert sie leise. Bei dem Laut krampft sich mein Unterleib sehnsüchtig zusammen. „Mehr?“

Sie nickt, wobei ihre Lippen an meinem Hals entlangstreifen und ein Prickeln über meinen Hinterkopf schicken.

Ich ziehe mich fast ganz zurück, was ihr ein herzerweichendes Wimmern entlockt, das in ein kaum hörbares Raunen übergeht, als ich mit den Spitzen in ihr verharre und ihren Eingang sanft massiere. Immer wieder tauche ich nur um Millimeter ein, spreize die Finger minimal und fühle dabei, wie sich der leichte Widerstand der Muskulatur dort nach und nach löst. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als die Finger durch meinen Schwanz zu ersetzen. Aber noch ist es nicht soweit. Geduld ist das Gebot der Stunde, für mich noch viel mehr als für sie. „Richte dich auf.“

Schwerfällig gehorcht sie und drückt sich mit dem Kinn in meiner Schulter hoch, ohne je die Hände aus dem Nacken zu nehmen. Ein unglückliches Geräusch entkommt ihr, als meine Fingerspitzen dabei aus ihr gleiten, und ich verfluche meine Arme, die nicht lang genug sind.

„Mein Gürtel. Zieh ihn aus den Schlaufen.“

Es kostet sie sichtlich, sich ausreichen zu fokussieren, aber sie gibt sich alle Mühe, meinem Befehl Folge zu leisten. Sie muss sich zurücklehnen, um an die Schnalle zu kommen, und während sie den Dorn aus dem Loch fummelt, habe ich Gelegenheit, sie ausgiebig zu betrachten. Zwei Strähnen ihres dunkelroten Haars haben sich aus dem Pferdeschwanz gelöst und umrahmen ihr konzentriertes Gesicht. Der Schein der Öllampe lässt das Grün ihrer Augen dunkler erscheinen, was den Kontrast umso frappierender macht. Dafür nehmen die frisch geröteten Wangen etwas von der Blässe, und gleichzeitig wirft das Zwielicht ganz neue Schatten, die ihr bislang ungekannte Konturen verleihen.

Aus einem Impuls heraus schmiege ich die rechte Hand an ihr Gesicht. Erschrocken hält sie inne und sieht auf. Mit einem beschwichtigenden Kopfschütteln fahre ich mit dem Daumen über ihre Augenbraue, die so viel heller ist als das gefärbte Haar. Im flackernden Licht der Ölflamme kann ich es unmöglich sagen, aber ich glaube, sie ist womöglich … blond? Interessant. Die Information im Hinterkopf ablegend, streiche ich an der Schläfe hinab, über den Wangenknochen, führe ich den Finger sanft an ihrer Nase entlang, die irgendwie fast zu kantig für ihre ansonsten weich gerundeten Züge wirkt und, wie ich zum ersten Mal feststelle, nicht ganz gerade ist. Der ausgeprägte knöcherne Teil neigt sich ein wenig zur Seite, so dass die Spitze nicht mit der Mitte der Oberlippe fluchtet.

Sie senkt die Augen und macht Anstalten, den Kopf wegzudrehen, weshalb ich die Hand um ihr Kinn lege. „Augen geradeaus.“

Als sie gehorcht, wenn auch mit zusammengepressten Kiefern, und an die Wand hinter mir starrt, setze ich meine Erkundung fort. Ich lege die Kuppe des Daumens in den Amorbogen, fahre von dort den Schwung ihrer Oberlippe nach, und als ich den Winkel erreiche, hat sich der verkniffene Mund wieder etwas gelockert. Ihre Unterlippe zeichne ich wohl eine Spur zu zart nach, den plötzlich blitzt ein Grinsen auf, und schnell schabt sie mit den Zähnen darüber. Das Kitzeln, wenn auch unbeabsichtigt, hat einen willkommenen Effekt: Ihre Lippen öffnen sich, und ohne groß darüber nachzudenken, schiebe ich Zeige- und Mittelfinger dazwischen.

Sie zögert keine Sekunde, die Zunge um meine Finger zu schlingen. Ohne Scham, dafür mit einem diebischen Funkeln, leckt sie an ihnen, deutet ein Saugen an und ist sogar keck genug, sachte zuzubeißen, als ich sie zurückziehen will.

„Vorsicht“, warne ich sie leise, aber mit Schärfe. „Jage nicht, was du nicht töten kannst.“

Der Schalk in ihren Augen weicht schlagartig einem Ausdruck, den ich nur als Herausforderung deuten kann.

„Du willst also spielen, ja?, frage ich trügerisch sanft.

Sie verzieht den Mund zu einem Grinsen, das Reißzähne sehen lässt.

Ich schürze die Lippen und nicke in Richtung meines Schritts. Nur ein Wort: „Gürtel.“

Sofort macht sie sich wieder an ihre Aufgabe. Als die Schnalle endlich offen ist, zerrt sie den Lederriemen mit einem so harschen Ruck aus den Schlaufen, dass es knallt. Ich bin versucht, ihn mir sofort zu schnappen, bevor sie auf dumme Gedanken kommt, doch sie faltet ihn nur zweimal, um ihn mir mit einem süßlich unterwürfigen Lächeln auf den flachen Händen darzubieten.

Misstrauisch langsam greife ich danach. „Brav. Mehr oder weniger.“

Das kleine Biest muss sich sichtlich zusammenreißen, um das falsche Sub-Gesicht wahren.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so gefühlt habe, fast notgeil, angespannt ob der Intensität der Frau vor mir und gleichzeitig … gelöst. Bei all ihren Stimmungsschwankungen und den mehr oder weniger lauten Warnglocken, die sie in mir zum Läuten bringt, kann ich eines nicht leugnen: Das hier macht Spaß. Ein Wort, das ich lange nicht mehr mit Sex in Verbindung gebracht habe.

Zeit für mehr. Spaß.

„Mach eine Schlinge daraus“, weise ich sie an.

Sie beäugt mich mit zusammengekniffenen Lidern, zieht aber dennoch das Ende durch die Schnalle.

„Gutes Mädchen.“ Ich nehme ihr den Gürtel ab und lächle zufrieden. „Hände hinter den Rücken.“

Sie verschränkt die Arme im Kreuz.

„Bleib so.“ Um sie herumgreifend, lege ich die Schlaufe um ihre Handgelenke und ziehe sie stramm. Das Leder ist von jahrelangem Tragen abgenutzt und weich genug, um keine Striemen zu hinterlassen. Ich führe das lange Ende zwischen ihren Schenkeln hindurch, so dass ich es bequem vor dem Bauch greifen kann. Mit einem Zupfen zwinge ich sie, ins Hohlkreuz zu gehen. Ihr dadurch gespannter Brustkorb hebt und senkt sich unter tiefen Atemzügen. Bei jedem Wölben lecke ich über einen sich mir entgegenreckenden Nippel, dann über den anderen.

Die freie Hand zwischen ihre Schenkel legend, schaue ich zu ihr auf. Sie starrt mit geweiteten Pupillen an sich hinab, auf meinen Mund, der an ihrer Burstwarze saugt, hinunter auf meine um den Gürtel geballte Faust. Als ich den Fetzen schwarzen Stoffs zur Seite schiebe und den Mittelfinger in ihr versenke, fällt ihr Kopf zurück und den vor Lust erschlaffenden Lippen entkommt ein gehauchtes „Fuck“.

Ja, ich bin nicht der einzige, der hieran Spaß hat.

Sie erinnert sich offenbar nicht mehr an den Befehl stillzuhalten, denn sie beginnt, meinen Finger zu reiten, so gut es ihr in dieser durchgebogenen Haltung gelingt. Ich versuche, die Bewegungen zu lesen, ihr Stöhnen, daraus abzuleiten, wo sie es braucht und was sich gut anfühlt. Aber so erratisch, wie sie zuckt, ist alles, was ich von ihr wahrnehme, ein Mehr. Tiefer. Schneller.

Mit einem Ruck straffe ich den Gürtel. Sofort hält sie still, wenn auch protestierend. Ich ignoriere ihr Murren, stopfe das Ende des Riemens unter meinen Hintern und lege die Hand auf ihr Brustbein, knapp unterhalb des Halses. „Alex.“

Sie braucht einige Sekunden, um sich zu sammeln, bevor sie mich anblicken kann.

„Lehn dich zurück.“

Da ist sie plötzlich wieder ganz da. „Was?“

„Lehn dich zurück!“

„Dann knall ich auf ...“

„Vertrau mir.“

Sie will über die Schulter nach der Tischkante schauen, aber ich dirigiere ihren Kopf zurück zu mir. „Du wirst nicht fallen.“

Sich unsicher windend, versucht sie die Beine zu verlagern. Ich glaube ihr fällt gerade zum ersten Mal überhaupt auf, dass sie sie nicht bewegen kann. Von dem Moment an, in dem sie mir auf den Schoß gehüpft ist, habe ich ihre Schenkel zwischen meinen und den Sessellehnen festgekeilt. Selbst ohne den für mich jederzeit greifbaren Gürtel hätte sie Mühe, irgendwohin zu entkommen.

„Ich hab dich.“

Noch einmal ruckt sie mit den Beinen, doch nichts rührt sich. „Ja, hast du wohl wirklich.“

„Also lehn dich zurück.“

„Ich ...“ Sie will wieder über die Schulter schauen. „Ich weiß nicht, kannst du mich irgendwie ...“

Den Gürtel für einen Moment freigebend, so dass sie hinter sich tasten kann, greife ich ihr in den Nacken. Indem ich sie dort stütze und mit der anderen Hand auf das Brustbein drücke, bringe ich ihren widerstrebenden Körper in einen 45-Grad-Winkel. „Okay?“

Sie kaut auf ihrer Unterlippe und schaut unsicher zu mir auf. „Solange du nicht losl-“

Ich lasse los. Sie kreischt erschrocken, doch zwischen ihren gefangenen Schenkeln und den sich sofort spannenden Bauchmuskeln sackt sie keine fünf Zentimeter ab.

„Fuck! Du Arsch!“

Ich kann nicht anders, als zu lachen. „Japp. Alles gut?“

„Ja, danke, Wichser!“

Ich nehme den Gürtel wieder in die Hand und zupfe daran, was sie einmal mehr quietschen lässt. „Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, heute nicht aufs Wichsen zurückgreifen zu müssen.“ Sie fletscht die Zähne, was ich mit einem diabolischen Grinsen und einem zweiten Finger beantworte, den ich in ihr versenke. Zum Glück hab ich es nicht gleich mit mehr versucht. Sie ist plötzlich eng wie eine Jungfrau.

Verdammt, offenbar habe ich all das vorhergehende Vorspiel zunichte gemacht. Das sanfte Locken wieder aufnehmend, massiere ich sie mit langsamen Ein- und Ausbwegungen und spreize die beiden Finger dabei vorsichtig, bis die Muskeln weicher werden. Ihr angestrengter Atem beschleunigt sich, wird unstet, und sie gibt leise Geräusche von sich.

Ich könnte sie ewig so bespielen, ohne dass mir langweilig würde. Allein zu beobachten, wie ihre Körperspannung, mit der sie sich in der zurückgelehnten Stellung halten muss, zunehmend zu versagen droht, je feuchter sie wird, beschert mir ein unglaubliches High. Ich will sehen, wie sie die Beherrschung verliert, sie an den Punkt bringen, an dem sie sich nicht mehr aus eigener Kraft halten kann, nur um sie auffangen zu dürfen.

Als ein Krümmen meiner Finger sie laut stöhnen lässt, ziehe ich den Gürtel stramm und presse gleichzeitig den Daumen derselben Hand auf ihre Klit. Sie jault und bäumt sich auf, entreißt mir damit fast den Riemen. Ich lasse zu, dass die Kante des Leders an der sensiblen Stelle zwischen Schenkel und Schritt entlangschabt. „Halte still“, knurre ich, „oder du fällst.“ Nicht, dass ich diese Drohung jemals wahrmachen würde. Sie soll es nur glauben.

Deshalb lockere ich die Schlaufe und hole ihre Hände vor den Körper , wo ich sie erneut aneinanderfessle. Das Ende halte ich hoch. „Mund auf.“ Sie hört, und ich schiebe ihr das Leder zwischen die Zähne. „Nicht loslassen.“

Nachdem sie zugebissen hat, entlasse ich ihre Beine, um sie links und rechts über die Armlehnen zu drapieren. Bei dem nervösen Ruckeln, mit dem sie sich auszubalancieren versucht, bohrt sie mir die kantigen Sitzhöcker in den Quadrizeps, aber den Schmerz nehme ich nur zu gern in Kauf, denn der Lohn ist die Aussicht, die sich mir bietet: ihre Mitte, offen und schutzlos, nun da sie sich mit den weit gespreizten Schenkeln am Sessel festklammern muss. Mit einem fiesen Grinsen schubse ich sie und ernte ein erschrockenes Japsen. Ihre Finger schnappen nach der Front meines Shirts.

Verdammt. Das war viel zu einfach. Ich greife ihre gefesselten Hände und ziehe sie daran zu mir. Ich bringe ich ihr Gesicht so nahe vor meines, dass ich ihren hektischen Atem auf den Wangen fühlen kann. „Was habe ich gesagt?“

Mit Beklemmung schielt sie auf das Ende des Gürtels hinab, das in meinen Schoß gefallen ist. Ein Schlucken arbeitet sich durch ihre Kehle. Die Antwort kommt zwischen zusammengepressten Zähnen hervor: „Nicht loslassen.“

„Korrekt.“ Ich greife nach dem Gürtel, werfe die Länge mit einer schnellen Bewegung um ihren Nacken und ziehe stramm, so dass ihre Hände an den Kehlkopf gezerrt werden. Das lange Ende schlinge ich in einem schlampigen einfachen Krawattenknoten um ihre Gelenke, bis nur noch ein paar Zentimeter übrig sind, doch die reichen mir, um Alex daran an mich zu reißen und die Lippen an ihr Ohr legen zu können. „Hättest du doch nur gehorcht.“

Damit stoße ich sie von mir. Ein erstickter Schrei, als ihr Oberkörper rückwärtsfällt. Sie reißt die Augen auf und rammt die Fersen ins Polster.

Ihr Hintern ruckt gegen meinen Schritt, und es fühlt sich so gut an, dass ich ihn auf meinen zuckenden Schwanz presse. Ich sauge ihren Anblick in mir auf: die auseinandergezwungenen Beine, das Wogen ihrer Bauchmuskeln, die zwischen der Schwerkraft und dem Gürtel um Hals und Hände ein Equilibirum suchen. Ich trinke die Furcht in ihren Augen, die allmählich der Erkenntnis weicht, dass ich sie niemals hätte stürzen lassen. Beobachte, wie ihre eben noch vor Angst nach Luft schnappenden Lippen weich werden und ein leises Raunen entlassen, als ich sie nur noch am Gürtel halte und, die erneute Enge dieses Mal ignorierend, die zwei Finger in sie zwänge, gegen den Widerstand, bis sie tief in ihr stecken.

Ich könnte stundenlang dabei zusehen, wie sie sich mit ihrer Position arrangiert, sich unter meinen nicht mehr so entgegenkommenden Manipulationen an- und dann doch entspannt und in die Halsfessel lehnt. Allein meine Erektion wird langsam aber sicher unerträglich. Gequält reibe ich meinen immer noch in Jeans gefangenen Schwanz an ihrem Arsch, bis ich nicht mehr anders kann. Ich ziehe sie am Hals hoch, an mich, und presse ihre Lippen auf meine. Mit der Zunge andeutend, was ich mit meinem Schwanz tun will, stoße ich in ihren offenen Mund.

Erst reagiert sie kaum, und ich will mich schon zurückziehen, doch da kehrt Leben in sie zurück. Sie kommt mir entgegen, wiegt die Hüften in meinem Schoß und beginnt mich im gleichen Rhythmus zu küssen, mit dem sie meine Finger reitet. Ich lasse den Gürtel los, um den Arm um sie legen zu können, und dränge meinen Schritt gegen den eigenen Handrücken, fingere sie dadurch noch tiefer, bis ich glaube, vor Lust bald wahnsinnig zu werden.

Nur mit Mühe kann ich mich von ihr lösen, um zu sprechen. „Kondome auf dem Tisch. Hol sie.“ Ich stopfe ihr das Ende des Gürtels zurück zwischen die Zähne und schiebe sie von meinem Schoß. Sie wäre auf dem Arsch gelandet, hätte ich sie nicht mit dem letzten Funken Verstand stabilisiert. So lasse ich sie vorsichtig hinab, bis sie zwischen meinen Beinen kniet.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Vielleicht, dass sie jaulend protestiert ob des abrupten Verlusts meiner Finger oder dass sie mich flehentlich ansieht, damit ich den Gürtel abnehme. Doch sie tut nichts dergleichen. Als wäre es das Natürlichste auf der Welt, rappelt sie sich auf, und so ungelenk die Bewegungen auch sind, glaube ich nie etwas Graziöseres gesehen zu haben als das Schlängeln ihrer Hüften, mit dem sie auf die Beine kommt, und die Unsicherheit, mit der sie einen Fuß vor den anderen setzt und dabei den Kopf senkt, dass es wirkt, als schäme sie sich für ihren fraglosen Gehorsam.

Es lässt mich schlucken, sie so zu sehen, denn ich hatte von Anfang an nicht das Gefühl, dass ihr die Unterwerfung liegt. Trotzdem ist sie hier und lässt mich mit ihr tun, was mir gefällt. Gefällt es auch ihr? Die Feuchtigkeit an meinen Fingern sagt ja, aber hundertprozentig sicher bin ich mir nicht.

Sie kehrt zurück und für den Moment scheint es, als wäre meine Frage wortlos beantwortet, denn sie kniet vor mir nieder, den Streifen Kondome zwischen den Lippen. Sie lässt ihn auf die flachen Hände fallen und hält mir die Gummis wie eine Opfergabe entgegen. Nur ist da ein Ausdruck auf ihrem Gesicht, als könnte sie selbst nicht ganz glauben, was sie hier tut und vor allem wie.

Ich nehme sie entgegen und reiße ein Päckchen ab, den Rest lege ich neben dem Sessel auf den Boden. Die viereckige Folie zwischen den Fingern kreisen lassend, betrachte ich Alex, die zwischen meinen Schenkeln hockt und halb erwartungsvoll, halb auf dem Sprung dakniet und auf der Innenseite ihrer Wange kaut.

Ich lege die Hand unter ihr Kinn. Mit aller Kraft muss ich den Impuls unterdrücken, ihr die Wange zu streicheln oder mit dem Daumen die Unterlippe vor den scharfen Schneidezähnen zu retten, diese rote, saftige … Verdammt! Reiß dich zusammen! Du musst sicherstellen, dass sie noch in der richtigen Verfassung … Dass … consent …!

Sie rettet mich vor all den stimmungstötenden Fragen, die ich stellen will, indem sie meinen Finger einfängt und sanft mit der Zunge umspielt. Oooookay, wir sind immer noch am Start.

Unter ihrem wenig subtilen Starren auf meinen Schritt öffne ich den Knopf der Jeans. Sie gibt meinen Daumen nicht frei, sondern grinst diebisch und sieht mir zu, wie ich umständlich mit einer Hand den Reißverschluss auffummle. Herr, gib mir Geduld. Endlich schaffe ich es. Nur kann ich im Sitzen die Klamotten nicht loswerden. Also entziehe ich ihr den Finger und stemme ich mich hoch.

Ich streife Hose und Shorts in einem Rutsch ab, und breitbeinig, wie ich über ihr stehe, fällt ihr mein steinharter Schwanz quasi mitten ins Gesicht. Sie quittiert es, indem sie danach schnappt.

Der Moment, als sie meine Eichel zwischen die Lippen saugt, zwingt mich beinahe in die Knie. Mit dem letzten bisschen Körperbeherrschung sinke ich zurück in den Sessel und ziehe sie am Gürtel mit mir, so dass sie sich aufrichten und mir nachkommen muss. Um ein Haar wäre mir vor allgemeiner Geilheit entgangen, wie verfickt scharf das ist, dass sie mir mit dem Mund folgt, bis ihr Oberkörper zwischen meinen Schenkeln liegt und ich sie dort gefangennehmen kann, eine Hand auf ihrem Hinterkopf, die andere an dem Riemen, der ihre Hände an den Hals fesselt, so dass sie gar keine andere Wahl hat als die Finger um meinen Schaft zu schließen und mich tief in sich aufzunehmen.

Ihr Würgereflex ist es schließlich, der mich zur Ordnung ruft.

Ich greife in den Gürtel und ziehe sie daran nach oben. Speichel benetzt ihre Lippen und die Augen sind glasig.

Das Kondom von eben ist irgendwo verlorengegangen, weshalb ich ein neues vom Streifen reiße. Den Gummi abrollend, blicke ich sie ein letztes Mal forschend an.

Sie atmet schnell, ihre Wangen sind rot. Aber sie schaut mir ins Gesicht und, als wüsste sie um all meine Zweifel, nickt knapp.

Ich packe sie unter den Achseln, hieve sie auf meinen Schoß und spreize ihre Schenkel so weit, dass sie über die Armlehnen hängen. Ihre Schamlippen mit zwei Fingern teilend, presse ich sie mit einer Hand am Steiß auf mich – und sehe zu, wie mein Schwanz in ihr versinkt.

Wäre ich ein gläubiger Mensch, ich würde Lobpreis gen Himmel stoßen für das Gefühl der unglaublichen Enge, die mich umschließt. Mein Kopf fällt auf die Lehne und ich öffne den Mund zu einem stummen Stöhnen. Gott, ich habe keine Worte für diesen Moment. Erleichterung darüber, endlich, endlich in ihr zu sein und nichts anderes mehr zu spüren als die die Hitze ihres Körpers um meinen. Das leise Raunen, das sie von sich gibt, als ich eindringe, schießt mir vom Unterleib direkt in die Brust, und ich stoße einmal fest nach oben, um mich bis zur Wurzel in ihr zu vergraben.

Ein letztes Mal strenge ich alle Hirnkapazitäten an, um den Gürtel vom Hals zu lösen und ihre gefesselten Hände in meinen Nacken zu legen. Das lange Ende führe ich unter meiner Achsel zurück nach vorn, wo ich jederzeit danach greifen kann, sollte sie zu entwischen versuchen. Doch sie macht gar keine Anstalten dazu. Als ich ihre Hüften packe und sie auf mich presse, kommt sie mir mit einem gehauchten „Fuck!“ entgegen.

Ihren Unterkörper mit den Händen langsam vor- und zurückwiegend, wobei ich ihre nach Schneller, Fester, Härter strebenden Bewegungen beinahe gewaltsam unterdrücke, beobachte ich unter vor Lust schweren Lidern ihr Gesicht. Mit zusammengepressten Kiefern sieht sie auf die Stelle hinab, an der wir verbunden sind, und beißt sich auf die Lippen. Sie presst die Fersen in den Sessel, drückt die Unterarme an die Seiten meines Halses und kämpft gegen meinen Griff an. Das Spiel ihrer Bauchmuskeln und die Spannung in ihren Schenkeln wird sie innerhalb kürzester Zeit ermüden lassen, aber ich werde den langsamen Ritt genießen, solange sie kann. Sie zu einem trägen Auf und Ab zu zwingen bereitet mir in diesem Moment, da sie so unbedingt etwas ganz anderes will, ungeahnt mehr Lust, als ein frenetisches Rammeln es je könnte. Nur bin ich selbst vor in die Länge gezogener Geilheit nicht mehr gänzlich bei Sinnen. Sie schafft es irgendwie, die Arme zu drehen, so dass sie die Hände auf meinen Hinterkopf legen kann, und die halb besitzergreifende, halb zärtliche Berührung schickt einen heißen Schwall durch mein Rückgrat hinunter in die Lenden. Als sie mich schließlich dazu bringt, auf unsere Mitte zu blicken, wo ich tief in ihr stecke, bin ich es, der die Schlacht verliert. Den Gürtel packend, ziehe ich sie hoch und an mich, damit ich das Gesicht zwischen ihren Brüsten vergraben kann. Danach ist mir alles egal.

Sie hält verdammt lang durch, auch wenn sie dabei immer stummer wird und irgendwann eindeutig kämpfen muss. Noch fühlt es sich zu gut an, sie auf mir arbeiten zu lassen, um sie zu erlösen. Doch als die Schübe ihres Beckens schließlich erlahmen und ich spüre, dass ihr die Kraft endgültig ausgeht, übernehme ich wieder. Beide Hände um ihren Hintern legend, ziehe ich sie auf mich und stoße dabei nach oben. Ihr dankbares Wimmern geht mir durch und durch. „Ich hab dich.“

Im selben Moment treffe ich anscheinend genau die richtige Stelle, denn sie wirft sie den Kopf zurück und stöhnt laut auf, bevor sie noch vorn sackt und die Stirn auf meine presst. Ihr angestrengter Atem wir länger, jeder Luftzug streicht heiß über meine Lippen und geht in ein Raunen über. Die Augen geschlossen, überlässt sie mir die Führung ihres Körpers. Danach zu urteilen, wie sie nach einigen Minuten meinen Kopf mit den Armen umfängt und das Gesicht an meinen Hals presst, dabei mit jedem Stoß stöhnt und die Finger in meinem Haar vergräbt, sind wir beide genau dort, wo wir sein wollen.

Ich für meinen Teil bin im Paradies. Eingehüllt von ihrem Duft, sauge ich mich an der linken Brust fest und pumpe mit den Hüften, dass mir der Schweiß ausbricht. Meine Hoden heben sich, elektrisierender Druck sammelt sich unter dem Steiß. Es kann sich nur noch um Sekunden handeln. Ihren Zopf packend, sehe ich nach oben. „Schau mich an.“

Die fest geschlossenen Augen öffnen sich nur widerwillig und ihr Gesicht bleibt vor Lust – Gott, ich hoffe, dass es Lust ist – verzogen, aber sie sieht auf mich herab.

Ich drücke ihren Kopf nieder, die Lippen auf meine, und dränge die Zunge ebenso fest in ihren Mund wie ich in sie pumpe. Bei den letzten harten Stößen reißt sie die Lider auf. Ihr Stöhnen, das in meiner Kehle vibriert, gibt mir den Rest.

Mit einem kaum unterdrückten Schrei spritze ich ab und rucke ihr Becken noch zwei, drei Mal vor und zurück, dann presse ich sie auf mich und sacke in den Sessel.

 

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Erschöpft und vollends befriedigt lehne ich den Kopf in ihre Hände, die noch immer in meinem Haar vergraben sind und meine Kopfhaut wie unter Konvulsionen massieren. Der Kuss wird träge, die Verschlingungen lösen sich, bis es nur noch die Lippen sind, die übereinandergleiten. Ich streiche ihren vom Schweiß feuchten Rücken auf und ab, genieße das postorgasmische Kribbeln, das sich vom Unterkörper in die Beine ausbreitet hat.

Der Moment könnte perfekt sein, wäre da nicht die unterschwellige Spannung, die sich in ihrem Körper aufbaut. Das Kraulen hört auf und sie hebt den Kopf, bringt einige Zentimeter Abstand zwischen unsere Körper und sieht auf meinen Schritt hinab.

„Das Kondom ist noch da, wo es sein soll. Keine Sorge.“

Wie ertappt schaut sie auf. „Ich hab nicht desw... Okay. Gut.“ Die Augen senkend, beißt sie die Zähne zusammen und spannt die Beine an. Dabei ruckelt sie mit dem Hintern und es wirkt, als müsste sie ein Geräusch unterdrücken.

Mist, sie ist wahrscheinlich kurz vor einem Krampf, so lange wie ihre Schenkel schon dermaßen gespreizt sind. „Halt den Gummi fest.“ Ich streife ihre Arme über den Kopf, damit sie zwischen die Beine greifen kann, dann hebe sie vorsichtig unter den Achseln hoch. Ich will sie seitwärts wieder auf meinem Schoß absetzen, doch sie windet sich aus meinem Griff und kommt auf die Füße. Die gefesselten Hände vor sich hängen lassend, blickt sie unsicher drein; die Augen flackern über meinen halbnackten Körper, dann durch den Raum und wieder zurück zu mir. Zuletzt sieht sie zu Boden.

Ich richte mich auf und lege die Hände an ihre Flanken. Mit dem Hintern an die vorderste Kante rutschend, hauche ich einen Kuss auf die Haut zwischen meine Daumen, kurz unterhalb des Nabels. „Wie willst du kommen?“

Sie lacht unangenehm berührt und schüttelt den Kopf.

Glaubt sie allen Ernstes, dass ich sie so hängen lasse? Danke für den Orgasmus, ich ruf dir ein Taxi?

„Antworte mir“, grolle ich gegen ihren Bauch, schon auf halbem Wege, die Zunge abwärts wandern zu lassen.

Da macht sie einen Schritt rückwärts. „Gar nicht, okay?“ Sie klingt plötzlich defensiv und eine Spur patzig. Was zur Hölle?

Genervt lasse ich sie los und richte den Oberkörper auf. Ich hatte gerade phänomenalen Sex und könnte sie jetzt bequem über die Couch drapieren, ein Fuß am Boden, das andere Bein über die Rückenlehne, um sie ausgiebig auszulecken, zu fingern, fisten, was auch immer sie will! Sie kann grade alles von mir haben. „Was ist dein Problem?“ Scheiße, viel zu genervt, ausweichen, ausweichen! „Hab ich was falsch gemacht? Dir weh getan?“

Sie verdreht die Augen und will, glaube ich, die Arme verschränken. Nur ist der Gürtel immer noch da. Stattdessen spreizt sie die Finger vor der Brust und schüttelt hastig den Kopf. „Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil.“ Ein schiefes Lächeln tritt ihr aufs Gesicht. „Es wahr ehrlich gesagt sogar ziemlich der Hammer.“

„Ja?“, frage ich schwer zweifelnd nach. Sie wirkt wahrlich nicht, als wäre auch nur irgendwas daran nach ihrem Geschmack gewesen. Und ich kapiere es nicht, weil ich schon lang nicht mehr so dermaßen befriedigt war, dass alles, was mir zum Nirvana fehlt, der Orgasmus meiner Partnerin ist.

Sie nickt mit Nachdruck und grinst schüchtern. Ein Ausdruck, der so gar nicht zu ihr passt und mich vermutlich befrieden soll.

Ich kaufe ihr den Scheiß nicht ab. „Was ist es dann?“

Wieder weicht sie meinem Blick aus. Sie wird sogar ein wenig rot und senkt beschämt den Kopf. „Ich kann nicht, okay?“

„Was kannst du nicht?“ Ich verstehe gar nichts.

„Ich kann nicht … kommen.“

Mein Schnauben lässt sie noch viel röter werden, und sie funkelt mich wütend an.

„Was soll das heißen?“ Ich kapiere es wirklich nicht. Ja, mir ist schon klar, dass es für Frauen oft deutlich länger dauert, aber bis jetzt habe ich noch jede zum Kommen gebracht. Also … Zumindest denke ich das. Hoffe es. Verdammt.

Sie will eine Geste machen, kann aber nicht und lässt stattdessen die gefesselten Arme hängen. Ein paar Schritte rückwärts gehend, hockt sie sich an die äußerste Kante der Couch und zuckt mit den Schultern. „Ich hab keine Orgasmen, okay? Bin noch nie gekommen und werde es auch nie. Zumindest gehe ich davon aus, weil was bringt sinnlose Hoffnung, richtig?“ Sie fummelt eine Zigarette aus meiner Schachtel und zündet sie umständlich an.

Sie könnte den Gürtel jederzeit abstreifen, nur einmal fest die Hände auseinanderziehen, doch sie tut es nicht.

Ich bin immer noch … verwirrt. „Nicht mal, wenn du es dir selbst machst?“

„Nope.“

„Nicht mit den Fingern, mit der Zunge, gar nicht?“

Sie wirft mir einen langen entnervten Blick zu und hebt dabei eine Augenbraue.

Ich überlege fieberhaft. Gleichzeitig ist mein Hirn seltsam leer. Sex ohne Orgasmus? Ich schüttle hilflos den Kopf, gehe dabei in rasanter Abfolge unsere Begegnungen durch, alle zwei … mit heute drei. Ja, sie ist nicht … Hat es auch nicht vorgetäuscht. Scheiße. Das Abwehren, nachdem ich gekommen bin, die komische Genervtheit und das Abwehrverhalten, wenn ich mich nach dem eigenen Orgasmus um sie kümmern wollte … Sie …

Scheiße, das ist ihr Ernst.

„Okay. Wow.“ Das muss ich erst mal sacken lassen .Ich zünde mir ebenfalls eine an und puste den Rauch in einem langen Ausatmen von mir weg. Keine Orgasmen? Das entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Klar, ich kenne es, dass man zu viel gesoffen hat und gerade noch so einen hochkriegt, aber nicht mehr kommen kann. Oder dass es bei der dritten oder vierten Runde nicht mehr klappt. Aber gar nicht? Überhaupt nie? „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darauf reagieren soll.“

Mit einem leisen Schnauben streift sie die Asche ab. „Gar nicht? Nimm es einfach hin.“ Sie betrachtet die Glut und zuckt mit den Schultern. „Freu dich, dass du eine Affaire hast, um die du dich nicht noch lang kümmern brauchst, nachdem du abgespritzt hast.“ Im selben Augenblick verzieht sie schmerzlich das Gesicht. „Nicht dass das hier eine Affaire wäre. Oder dass ich davon ausgehe, dass du das überhaupt wiederholen ...“ Sie verstummt betreten und schaut auf ihre gefesselten Hände.

„Hey.“ Ihre peinliche Berührung verursacht mir beinahe körperliche Schmerzen. Schnell bin ich bei ihr und setze mich neben ihr auf die Couch. Ihr Hände zwischen meine nehmend, löse ich den Gürtel. „Klar will ich das wiederholen. Es war für mich auch 'der Hammer'.“ Um ehrlich zu sein kann ich mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so hart gekommen bin.“ Außer vielleicht beim letzten Mal mit ihr. Oder dem Mal davor. Mit ihr.

Und hätte ich gerade etwas dümmeres sagen können?

Sie reagiert jedoch überhaupt nicht auf das massive Fettnäpfchen, sondern lässt einfach zu, dass ich ihre geröteten Handgelenke massiere. Vorsichtig streckt sie die Finger und ballt sie wieder zu Fäusten. Alles sieht gut aus.

„Ich will nicht lügen: Das ist ein ziemlicher ...“ Schock? Ja, ist es. „Unbekanntes Terrain für mich. Ich ziehe einen großen Teil meiner Lust daraus, meine Partnerin zum Kommen zu bringen. Aber wenn du … Du hast beim letzten Mal was in der Richtung gesagt. Dass Sex allein gut für dich ist ….“

„Ist er.“

„Dann reicht mir das.“ Uhrg, ungeschickte Wortwahl. „Ich meine, das akzeptiere ich.“ Scheiße, es wird nicht besser.

Sie lächelt in sich hinein. „Ich verstehe, was du sagen willst.“

Dass ich dich am liebsten in ein paar Minuten, sobald mein Equipment wieder am Start ist, noch mal besteigen und so lange durchvögeln will, bis du verdammt noch mal kommst, und nur um mir selbst was zu beweisen? Nein, du weißt es nicht. Reiß dich zusammen, von den Hainen! „Ich bin gerade nicht mein eloquentestes Selbst.“

„Das fasse ich mal als Kompliment auf.“

Ihr schiefes Grinsen bringt mich dazu, sie im Nacken an mich zu ziehen und zu küssen. Ja, das kannst du auch verdammt noch mal so auffassen. Ich will mehr von dir. Jetzt gleich. Morgen. Übermorgen. So lang du mich haben willst.

Erst reagiert sie zurückhaltend überrascht, doch schließlich öffnet sie die Lippen und begegnet meiner Zunge mit der eigenen. Ich dirigiere sie zur Seite, bis wir an der Couch lehnen, und ziehe ihre Beine in meinen Schoß, spreize die Finger, bis ich so viel ihrer Haut wie möglich unter meiner Hand spüre. „Das kannst du definitiv so auffassen. Scharfes Stück.“

Sie fährt mit den Fingern in mein Haar und lacht mir leise in den Mund.

 

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Kommentare

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Liebe Loreley,

hier sitze ich und bin noch ganz baff, wie fantastisch es dir gelungen ist, eine derart lange, detailreiche und aussagekräftige Sexszene zu beschreiben, ohne dass mir langweilig wurde. So sehr ich erotische Literatur liebe, geht es mir doch meistens so, dass allzu ausgedehnte Beschreibungen dessen, was tatsächlich passiert, mich meist rasch ermüden und ich gelegentlich anfange querzulesen. Nicht so bei dir. Ich habe jede Zeile, jeden Satz und jede Silbe genauestens studiert und war bis zuletzt voll dabei. Hut ab! Dass ist große literarische Kunst.

Spannend auch dein Dreh, dass sie bislang noch nie gekommen ist. Das ist reizvoll, weil es vom üblichen Klischee abweicht. Nun bin ich höchst gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, ob sie eher in die klassisch-hoffnungsvolle Richtung einbiegt (er ist der erste, der es schafft, es ihr so richtig zu besorgen) oder ob wir eher die nüchterne Variante zu lesen bekommen (er beißt sich an ihr die Zähne aus und muss lernen, damit klarzukommen). Und natürlich bin ich gespannt, wie sich die emotionale Bindung zwischen den beiden weiterentwickelt. Du kannst dir sicher sein, dass ich deine Erzählung auch weiterhin mit spannungsvoller Erwartung verfolgen werde.

Liebe Grüße,

Campanula

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Bild des Benutzers Loreley

Liebe Campanula,

hach, das ist Balsam für meine Seele, denn ich hatte tatsächlich die Befürchtung, eine reine Sexszene, noch dazu eine recht zahme, könnte dem Leser langweilig werden. Mir geht es nämlich oft genauso wie dir, dass mich das banale Gevögel zwischendurch anödet und ich lieber wissen will, wie es in der Story weitergeht. Umso mehr freue ich mich, dass ich dich auf diesem Ritt mitnehmen konnte. :)

Wenn sich die Geschichte so fügt, wie ich sie in den nächsten Teilen weiterführen möchte (was nicht immer der Fall ist - ab und zu entgleitet mir der Erzählstrang gern mal ... nein, eigentlich ist das immer so!), kommt nun wieder etwas mehr "Substanz". Ich hoffe sehr, dass ich deine Spannung erhalten kann.

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Liebe Loreley,

hier sitze ich und bin noch ganz baff, wie fantastisch es dir gelungen ist, eine derart lange, detailreiche und aussagekräftige Sexszene zu beschreiben, ohne dass mir langweilig wurde. So sehr ich erotische Literatur liebe, geht es mir doch meistens so, dass allzu ausgedehnte Beschreibungen dessen, was tatsächlich passiert, mich meist rasch ermüden und ich gelegentlich anfange querzulesen. Nicht so bei dir. Ich habe jede Zeile, jeden Satz und jede Silbe genauestens studiert und war bis zuletzt voll dabei. Hut ab! Dass ist große literarische Kunst.

Spannend auch dein Dreh, dass sie bislang noch nie gekommen ist. Das ist reizvoll, weil es vom üblichen Klischee abweicht. Nun bin ich höchst gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, ob sie eher in die klassisch-hoffnungsvolle Richtung einbiegt (er ist der erste, der es schafft, es ihr so richtig zu besorgen) oder ob wir eher die nüchterne Variante zu lesen bekommen (er beißt sich an ihr die Zähne aus und muss lernen, damit klarzukommen). Und natürlich bin ich gespannt, wie sich die emotionale Bindung zwischen den beiden weiterentwickelt. Du kannst dir sicher sein, dass ich deine Erzählung auch weiterhin mit spannungsvoller Erwartung verfolgen werde.

Liebe Grüße,

Campanula

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Beim ersten Kommentar kam eine Fehlermeldung, deshalb habe ich es nochmal versucht, und jetzt steht er leider zweimal da. @Megs, falls du das hier liest, könntest du den doppelten Kommentar bitte löschen?

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Bild des Benutzers BonSado

Wundervoll detailverliebt ... und hocherotische Langsamkeit ... freu mich auf mehr!

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Bild des Benutzers Loreley

Ooooh, das Prädikat "detailverliebt" schätze ich sehr. Vielen Dank dafür! :)

Mehr ist in Arbeit, wenn es auch bei gerade dieser Geschichte aus irgendeinem Grund ein Kraftakt ist. In den letzten Monaten/Jahren ist mir das Schreiben nicht mehr so recht von der Hand gegangen und ich muss mich erst wieder hineinwühlen in die Geschichten und Charaktere. Es ist tatsächlich Arbeit, die mir aber erstaunlich viel Freude macht.

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Bild des Benutzers mmmgeschichten

habe ich einen Kommentar dagelassen, dass ich nicht ganz raffe wie Alex tickt.
Ich bin froh, dass das ein Feature und kein Bug war.

Ich würde mich wirklich auf einen neuen Teil aus ihrer Perspektive freuen.

Mit lieben Grüßen

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Bild des Benutzers Loreley

Es ist definitiv ein Feature, denn Alex weiß selbst nicht genau, wo sie steht. Von daher würde sie es wohl eher als Bug bezeichnen. ;)

Der Begriff ist arg abgenutzt und mittlerweile regelrecht verpönt, aber es ist eine Art "Selbstfindungstripp", auf den ich Alex in dieser Geschichte schicken will.

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