Thao Teil 7

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Karls Wunsch

Thao schlief in dieser Nacht tief und fest. Der Tag hatte längst begonnen, als ihr Verstand sich zwischen die Träume ihres Schlafs drängte. Sie öffnete die Augen, die Jalousien waren geschlossen, das Zimmer noch dunkel. Sie drehte sich nach Karls Wecker um, es war halb neun.

Karl hatte seine Augen noch geschlossen, sein Mund war leicht geöffnet. Was sollte sie machen, er sah so absurd süß aus. Seine Züge hatten in diesem Moment etwas Kindliches an sich. Wie schnell hatte sich dieser Junge in ihrem Kopf und ihrem Herzen breitgemacht? Sie zählte die Tage, es kam ihr alles so unwahrscheinlich vor.

Ein Speichelfaden löste sich von seinem Mund und tropfte aufs Kopfkissen, Thao musste grinsen und presste ihr Gesicht in das Kopfkissen, um nicht laut loszulachen. Er hatte recht. Das war wirklich ihrer, sie wollte keinen anderen mehr.

Ganz sanft und vorsichtig strich sie über seine Brust. Ihre Finger glitten an seinen Brustwarzen vorbei zum Hals hinauf, über sein Kinn in Richtung seines Gesichts ... na wenigstens hatte er schon einen Bart. Immerhin etwas. Sie kitzelte ihn, er grunzte und schmatzte.

Sie zog ihre Hand zurück und lächelte, er wäre beinahe aufgewacht. Ganz langsam und vorsichtig ließ sie ihren Zeigefinger über seinen Nasenrücken streichen. In ihr kam der absurde Wunsch auf, ihren Finger in eins seiner Nasenlöcher zu stecken.

Sie zog ihre Hand wieder zurück und die Decke ein wenig höher. Das Fenster stand offen und trotz der Jalousie spürte sie einen kühlen Luftzug. Sie kuschelte sich ein, als sie seine Hand auf ihrem Schenkel spürte. Er öffnete die Augen.

"Guten Morgen, Tussi!"

Sie verzog ihr Gesicht mit einer gespielt wütenden Geste. Mund geöffnet, ihre Stirn in tiefe Falten gezogen.

"Hey Spasti! Frech werden, oder was?"

Sie lachten beide.

"Komm her Du!"

Karl rollte sich auf sie, sah in ihre tiefbraunen Augen und verlor sich darin. Selbst wenn er sie ohne seine Brille nur undeutlich sah, reichten ihre verschwommenen Umrisse aus, um das Bild mit Hilfe seiner Erinnerung zu komplettieren. Er spürte ihre Hand durch seine Haare streichen, es tat weh, als sie ein paar Knoten darin löste.

Sie nahm seine Brille vom Nachttisch, klappte deren Bügel auf und setzte sie ihm vorsichtig auf. Er grinste, als sie ihm, wie zur Begrüßung, leicht zuwinkte.

"Du bist so doof, Thao!", schmollte er.

"Du bist saudoof!", antwortete sie.

Karl lachte.

"Du bist so doof, dass das Wort nur wegen Dir erfunden wurde."

Thao biss sich auf die Lippen und boxte ihm ziemlich kräftig auf seinen Oberarm. Er schloss die Augen und versuchte, dem Schmerz Herr zu werden. Sie beobachtete seine Reaktion auf ihren Schlag genau und es erregte sie.

"Karl?"

Er öffnete wieder seine Augen und stöhnte leise.

"Ja?"

Thao schien sich ihre Worte genau zu überlegen.

"Gibt es etwas, was Du Dir von mir wünschst? Ich meine sexuell?"

Karl riss seine Augen auf und sah sie verblüfft an.

"Ich soll mir etwas von Dir wünschen?"

Thao nickte.

"Egal was?"

Sie hob ihren Arm und machte mit ihrem Zeigefinger eine verneinende Geste.

"Nen Freischein gibt es nicht, aber wir können darüber reden."

Sie drehte sich um und krabbelte aus dem Bett. Ging zum Stuhl, wo sie ihre Sachen abgelegt hatte, und kam dann wieder zu ihm zurück. Sie streckte ihre Hände über ihm aus und ließ schwarze Kondompackungen regnen. Thao war unglaublich.

"Meinst Du, die reichen bis morgen? Ich konnte ja nicht ahnen, dass Du so ein Fickerchen bist."

Sie kroch wieder zu ihm ins Bett. Karl aber hatte sich schon an ihrer Nacktheit erregt. Verstohlen hat er erst ihren birnenförmigen Po bewundert, dann ihr schwarzes Dreieck und die beiden so vollen, kräftigen Brüste.

"Und? Hast Du Dir was überlegt, kleiner Muck?"

Karl sprang auf sie drauf und würgte sie gespielt.

"Du ...!"

Sie quickte und lachte, wurde aber bald wieder ernst.

"Sag schon!"

Der Junge nickte. Thao glaubte zu wissen, was er sich wünschen würde und versuchte, sich darauf einzustellen. In ihrer Vorstellung verursachte es Ekel und Abscheu. Auf der anderen Seite war es der einzige Weg, ihn in die Richtung ihres eigentlichen Wunsches zu führen, vorsichtig und einfühlsam. Sie spürte, dass Karl noch lange nicht soweit war.

"Ich würde Dich gern schlecken, Thao!"

Sie starrte ihn mit offenem Mund an.

"Du willst was?"

Er zögerte, seinen Wunsch noch einmal zu wiederholen. Er glaubte, dass er ihr unangenehm war.

"Ich würde Dich gern dort küssen."

Seine Hand glitt vorsichtig über das Schamhaar ihres schmalen Dreiecks. Thao sah ihn immer noch ungläubig an.

"Aber Du solltest doch Dir etwas wünschen. Ich kapier das nicht."

Karl verstand sie immer noch nicht.

"Sorry! War vielleicht blöd von mir."

Das Punkermädchen ließ ihre Hand auf seine Stirn klatschen.

"Manchmal benimmst Du Dich echt wie ein Vollidiot."

Sie wandte sich zum Fenster hin.

"Machst Du es zu bitte?"

Karl glitt aus dem Bett heraus und ging auf die andere Seite seines Zimmers. Er schloss den Riegel und zog die Jalousie hinauf. Licht durchflutete auf einmal das Zimmer. Karl wollte gerade wieder zum Bett zurück, als er jemanden im Flur hörte.  

"Wollt Ihr etwa schon frühstücken?", fragte Karls Mutter durch die geschlossene Tür.

Karl wollte ihr antworten, aber seine Freundin war schneller. 

"Gibst Du uns eine Stunde, Katja?" 

Karls Mutter meldete sich erst nach einigen Sekunden wieder. 

"Gut, Kinder. Aber dann wirklich." 

Der Jungelächelte. Seine Eltern hatten lockerer auf Thao reagiert, als er es sich je zu träumen gewagt hatte.

 

Karl schreckte zusammen. Thao hatte sich quer zum Bett gelegt und ihre Beine weit gespreizt. Noch nie hatte er einen so tiefen Einblick in ihre Scheide gehabt. Ihre Finger rieben etwas am oberen Rand, sie seufzte und lächelte ihn dann fordernd an. 

"Knie vor mir nieder, Karl! Ich zeige Dir, wo es mir gefällt.“

Karl näherte sich ihr, hockte sich vor das Bett und näherte sich unsicher ihrem Geschlecht. Die äußeren Schamlippen waren geöffnet und die inneren quollen ihm ein Stück entgegen. Es war eigentlich kein schöner Anblick, doch er erregte Karl und ließ ihn nicht mehr los.

Thao nahm die Zeige- und Mittelfinger ihrer Hände und legte deren Spitzen auf das obere Ende ihrer Scheide. Sie zog sie auseinander, damit Karl ihre Klitoris sehen konnte.

"Dort! Siehst Du sie?"

Karl nickte, als er den kleinen Knubbel erkannte, an der Stelle, wo ihre inneren Schamlippen ausliefen.

"Fahr mit Deiner Zunge drüber, sauge an ihr, spiel mit ihr! Gib mir ab und an eine Pause und stoß Deine Zunge dann tief in mein Loch!"

Karl wurde fast wahnsinnig vor Erregung. Er musste sich unglaublich beherrschen, nicht einfach seinen Schwanz in ihre Scheide hineinzustoßen. Er spürte Feuchtigkeit an seiner Eichel und schüttelte sich ein wenig vor Geilheit.

Karl schloss seine Augen und streckte seine Zunge aus. Thao aber setzte sich auf, um ihn zu beobachten. Sie folgte jeder seiner Bewegungen. Karls Zungenspitze berührte genau die Stelle, die sie ihm gezeigt hatte.

Das Mädchen stöhnte auf, als seine Stimulation zu wirken begann. Es war, als ob ein elektrischer Reiz durch ihren Körper fuhr. Ihre Hand flog nach vorne und presste seinen Kopf in ihren Schoß. Es war so unglaublich, so ....

Sie stöhnte neuerlich auf, knetete ihre Brüste, während Karls Zunge ihre Wünsche befolgte. Sie umschmeichelte ihren Kitzler und stieß dann immer wieder tief in ihre Scheide hinein. Er nahm seine Hände zu Hilfe, damit er leichter in sie eindringen konnte.

"Hör auf!"

Sie atmete schwer. Sie raffte sich auf und sah ihn mit einem fast grimmigen Blick an, der Karl verwirren musste. Thao war einfach nur sauer, dass sie diese Scheiß-Kondome benutzen mussten. Hastig riss sie eines der Tütchen auf, holte den Gummi heraus und half ihm beim Überziehen.

"Komm! Beeil dich!"

Thao drückte ihn wieder hinunter, fasste ihm in sein Haar und ließ ihn noch einmal ihren Spalt bearbeiten. Sie heulte vor Geilheit regelrecht auf.

"Komm! Bitte!"

Karl kam jetzt mit seinem Oberkörper durch ihre Beine hindurch und legte seine Brust auf die ihre ab. Sie gab ihm einen Kuss, während sie ungeduldig seinen Schwanz packte und an ihre Scheide presste.

Karl roch ihren Schweiß, schmeckte ihn sogar, als er über ihre Haut leckte. Er hatte immer noch den eigentlich eher neutralen Geschmack ihres Sekrets auf der Zunge, nur am oberen Rand ihrer Scham hatte es etwas säuerlich und salzig geschmeckt.

Mit seinen Händen knetete er ihre Brüste, saugte abwechselnd an beiden Warzen und kam dann mit seinem Gesicht zu ihrem hinauf. Gleichzeitig drang sein Glied tiefer in sie ein. Thao war wie in einer anderen Welt, sie sah ihn nicht mehr an und lag mit weit nach hinten überstrecktem Kopf unter ihm.

Karl aber fickte sie mit abwechselnder Intensität. Aggressiv und hart, dann wieder langsam und sinnlich. Das Mädchen unter ihm war aber entrückt in anderen Sphären und verlor sich in seiner Stimulation.

Er hatte ihren Orgasmus nicht mitbekommen und schien verärgert über sich selbst zu sein. Er rollte sich von ihr ab, blieb für einen Moment vor seinem Bettkasten hocken, um kurz auszuruhen, stand schließlich auf und schloss ihre Beine wieder. Er legte sich dann an Thaos Seite, sich vorher behutsam Platz schaffend.

Erschrocken sah er, dass sie weinte. Etwas, das nicht zu dem, was er bisher bei ihr gesehen hatte, passen wollte. Er war bestürzt, glaubte, ihr weh getan zu haben … oder hatte er sie etwa enttäuscht? Sie sah ihn mit ihren feuchten, tiefschwarzen Augen an und biss sich auf die Lippen. Dann legte sie ihren Arm um ihn und vergrub ihr Gesicht in das Kissen.

Er wollte etwas sagen, aber der trockene Kloß in seinem Hals verbat es ihm. Hoffentlich war zwischen ihnen nicht etwas kaputt gegangen. Karl dachte an seine Mutter, am liebsten hätte er sie um Hilfe gebeten. So aber lagen das Mädchen und der Junge nebeneinander auf dem Bett und gaben sich, jeder auf seiner Seite, ihrer eigenen Unsicherheit hin. Karl im festen Glauben an das eigene Versagen, Thao überwältigt von dem Glück, das er ihr geschenkt hatte.

"Thao? Komm schon!"

Sie schüttelte ihren Kopf und verbarg weiterhin ihr Gesicht im Kissen.

"Ich bin blöd, ich weiß, ich hab Dir wehgetan, oder?" 

Thaos Kopf blieb für einen Moment ruhig. Sie zuckte jetzt auf und ab, ihr Schluchzen vermischte sich mit einem Lachen. Es dauerte noch ein paar Minuten, dann hatte sie sich wieder gefangen. Spuren der Tränen waren auf ihren Wangen zu sehen, ihre Schminke um die Augen war verlaufen.

"Wenn Du jemandem erzählst, dass ich geflennt habe, prügel ich Dich windelweich."

Karl erschreckte sich an ihrem Blick. Beinahe glaubte er ihr. 

"Thao, sag mir, was ich falsch gemacht habe!"

Sie schüttelte den Kopf und hockte sich zusammengekauert vor ihn.

"Nichts, Karl. Wir Frauen führen uns manchmal bescheuert auf, gewöhn Dich dran, okay?"

Er glaubte ihr kein Wort. Thao schien das zu spüren, wollte ihm aber auch nicht gestehen, in welchen Zustand er sie gebracht hatte. So hob sie ihre Hand und streichelte über die Seite seines Gesichtes.

"Du bist ein süßer Spast! Weißt Du das eigentlich?"

Karl grinste erleichtert und gab ihrer Hand einen Kuss.

 

Frühstück

"Wie heißt Du eigentlich?"

Thao sah Karls Vater fragend an.

Stimmt! Er hatte sich ihr nie vorgestellt. Karls alter Herr nickte, schob seinen Stuhl vom Esstisch zurück, stand auf und reichte dem Mädchen die Hand. 

"Harald! Wenn Du mich Harry nennst, kenne ich Dich nicht mehr."

Er zeigte ihr die Andeutung einer Verbeugung und nahm dann wieder Platz. Thao lachte.

"Kannst sagen, was Du willst, Karl. Aber in Punkto Knigge ist Dir Dein Alter klar überlegen."

Karls Mutter lachte auf und verschluckte sich fast an dem Ei, das sie gerade im Mund hatte.

Karl hatte befürchtet, dass sein Punkermädchen seine Eltern provozieren würde. Aber Thao blieb ruhig und langte kräftig zu. Erst als alle fertig waren, warf sie einen Blick in die Runde.

"Kann ich was fragen?"

Katja sah das Mädchen erwartungsvoll an.

"Klar! Warum nicht?"

Thao betrachtete Karls Mama das erste Mal genauer. Sie war kleiner als das Punkermädchen und hatte blonde, nach hinten gekämmte Haare, die in einem Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Ihr Gesicht hatte etwas Puppenhaftes, wenn es auch attraktiv und gut geschnitten war. Vom Aussehen her hätte sie alles sein können, nur eben keine Polizistin.

"Wenn der Sohn ne Tusse mit nach Hause schleppt, fragen da die Eltern die Göre nicht normalerweise aus?"

Karl sah Thao entsetzt an. Er verstand nicht, warum gerade sie damit anfing. 

Harald lehnte sich zurück.

"Warum sollten wir das, Thao? Um Lügen zu provozieren und Dich oder Karl in Verlegenheit zu bringen? Wenn Du etwas von Dir erzählen möchtest, wirst Du das tun ..."

Er ließ sich mit dem letzten Wort Zeit.

"... irgendwann."

Katja lächelte zu dem Mädchen hinüber.

"Glaub mir, Thao. Das ist nur seine Sichtweise. Wenn es nach mir ginge, hätte ich schon längst Akteneinsicht genommen."

Karl stöhnte.

"Mutter!"

Die Punkerin warf Karls Mutter einen hässlichen Blick zu.

"Passt schon, Karl! Ich glaub, das muss so sein."

Thao nahm einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse und sah dann Katja an. Ihre Blicke trafen sich und um sie herum wurde es still.

"Vier Wochen Jugendgefängnis wegen Körperverletzung. Dafür nie gestohlen, nie geraucht, keine Drogen und nur ab und zu gesoffen."

Sie grinste breit nach dieser Offenbarung.

Es blieb still. Karls Vater war peinlich berührt, sein Sohn starrte erschrocken das Mädchen neben ihm an, das vorher noch weinend auf seinem Bett gelegen hatte. Die Einzige, die dem Mädchen ruhig in die Augen blickte, war Karls Mutter.

"Hast Du mit der Schlägerei angefangen?"

Thao nickte langsam.

"Hattest Du wenigstens einen guten Grund?"

Die Punkerin antwortete in einem ruhigen Ton.

"Ja!"

Katjas Verhör war noch nicht zu Ende.

"Würdest Du es wieder tun?"

Das Punkermädchen nickte abermals.

"Wahrscheinlich, ja."

Katja warf einen enttäuschten Blick zu ihrem Sohn hinüber. Karl aber wollte jetzt auch den Rest wissen.

"Worum ging es, Thao?"

Das Mädchen an seiner Seite sah weiterhin seine Mutter an.

"Um meine Muschi, Karl."

Harald seufzte.

"Siehst Du, Thao! Und deshalb wollten wir Dich nicht fragen."

Karl aber war sauer auf seine Freundin, genauso wie auf seine Mutter. Ärgerlich wandte er sich Thao zu.

"Jetzt sag schon! Wollte Dich jemand vergewaltigen?"

Thao hob die Schultern.

"Ich weiß es nicht, Karl, es kam ja nicht dazu."

Karls Mutter stand auf und kam um den Tisch herum.

"Du hilfst mir jetzt beim Abwaschen, Thao! Karl und Harald können den Tisch abdecken. "

Karl warf Thao einen bittenden Blick zu. Es hätte ihn nicht gebraucht.

"Okay, Katja."

 

"Dort sind die Handtücher."

Thao warf einen verwunderten Blick auf die Spülmaschine.

"Ist die kaputt?"

Katja hatte hinter Karls Freundin die Küchentür geschlossen und den Schlüssel umgedreht. Dann kam die kleine, zierliche Frau Thao nach, riss sie herum und stieß ihr brutal vor die Brust, sodass das Mädchen gegen die Kühlschranktür prallte. Die Punkerin starrte Katja erstaunt an, wusste nicht, wie sie auf diesen Angriff reagieren sollte. Die kleine Frau fixierte das Mädchen mit ihrem Blick.

"Versuche es nicht! Du hättest keine Chance."

Katja blieb gelassen, das Punkermädchen schien es zu kapieren.

"Auch wenn Du mir nicht glauben magst, Thao, ich kann Dich gut leiden, ich weiß selbst nicht genau, warum. Vielleicht, weil ich weiß, wie schwer es ist, sich Respekt zu verschaffen. Nur spiele keine Spielchen mit mir! Dann lasse auch ich Dich in Ruhe. Verstanden?"

Thao sah Karls Mutter schweigend an. Trotz war in ihren Augen zu lesen, aber dann zeigte sie Karls Mutter ein Lächeln.

"Von Dir möchte ich nicht verdroschen werden, Scheiße Mann!"

 

"Macht Ihr auf? Was ist los?"

Karl rüttelte an der Türklinke. Thao ging an Katja vorbei und öffnete ihm.

"Nichts. Ich wollte nur kurz mit Deiner Mama allein sein."

Der Junge sah mit einem verstörten Blick zu seiner Mutter hinüber. Die schien erleichtert, das Mädchen hatte ihr einen Haufen Ärger erspart.

"Bleib ruhig, Karl! Mit Deiner Mutter habe ich das alles auch durch."

Katja warf einen ungehaltenen Blick auf ihren Mann.

"Schön, dass Du in allem so perfekt bist."

Harald lachte.

"Stimmt! Das gibt es nicht allzu oft."

Thao musste die Szene in der Küche erst einmal sacken lassen. Karl schien zum Glück keinen Verdacht zu schöpfen, aber seine Mutter schien mehr in Thao zu sehen, als nur eine Konkurrentin um die Liebe ihres Sohnes. 

"Thao?!"

Katja hielt sie noch einmal zurück, als sie Karl aus der Küche heraus folgen wollte.

"Tut mir leid. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist."

Das Mädchen lächelte.

"Wirklich nicht?"

Katjas Gesichtsausdruck bekam etwas Seltsames, was zwischen aufkommender Wut und Überraschung lag.

"Ein anderes Mal, Thao."

Das Punkermädchen nickte nachdenklich. 

 

"Zieh Dir die hier an, Thao!"

Harald hielt dem Mädchen einen grünen Armeeparka hin.

"Warum?"

Karl seufzte.

"Er assimiliert Dich."

Sie drehte sich zu Karl um.

"Du meinst wie ein Borg?"

Karl nickte.

"So ähnlich, ja. Normalerweise muss ja Simon dran glauben, jetzt bist Du sein Opfer."

Harald ging pfeifend an den beiden vorbei.

"Was hast Du für eine Schuhgröße, Thao?"

Die Punkerin sah ihm verständnislos nach.

"Vierzig!"

"Hier! Die passen!"

Harald ging an ihr vorbei zur Haustür.

"Kommt Kinder! Es ist eigentlich schon viel zu spät."

Das Mädchen folgte widerwillig Vater und Sohn.

"Erklärt mir jemand, wohin es eigentlich geht?"

Katja lachte.

"Pass auf die beiden Blödmänner auf, Thao!"

Die Punkerin drehte sich noch einmal zu ihr um und grinste.

 

Auf dem See

"Und? Wie gefällt es Dir?"

Thao sah Karl mürrisch an.

"Supergeil. Wollte schon immer mal zum Fische töten raus."

Neben ihr holte Harald seine Angel ein, knarrend war die Spule zu hören, die die Schnur aufwickelte.

„Isst Du gern Fisch?"

Thao dachte nach und nickte.

"Ab und zu."

Der Mann neben ihr lächelte.

"Dann darfst Du sie auch jagen."

Er drückte ihr die Angel in die Hand und zeigte ihr, wie es ging.

"Hier! Das ist die Rücklaufsperre. Bevor Du wirfst, musst Du sie umlegen. Die Schnur halte so ...!"

Karl lachte. Thao sah alles andere als glücklich aus.

"Hilf mir!"

Der Junge schüttelte seinen Kopf.

"Tut mir leid. Da muss jeder durch."

Harald wurde ungehalten.

"Konzentriere Dich, Mädchen! Wirf sie in diese Richtung aus!"

Thao staunte. Der Schwimmer fiel weit entfernt ins Wasser.

"Und jetzt?"

Karl grinste.

"Musst Du warten! Geht er unter, beißt einer an."

Das Mädchen beobachtete das Stück rosa Signalfarbe, wie es zittrig über dem Wasser zu schweben schien. Sie hörte ein Streichholz neben sich auffauchen und das Paffen einer Tabakspfeife. Das große Ruderboot schwankte leicht unter ihnen, ab und an ein Plätschern, ansonsten war nichts zu hören. Karl saß neben ihr und legte seinen Arm um ihre Schultern. Thao aber starrte auf den Schwimmer, verloren in ihren Gedanken. Er schien ihr Bedürfnis nach Ruhe zu spüren und hielt sich zurück.

Der See war vielleicht einen halben Kilometer lang und die Hälfte breit. Dichter Wald umsäumte ihn, das Ufer war dicht bewachsen.

"Hier!"

Harald hielt ihr ein Flaschenbier hin.

"Nimm schon! Das gehört dazu."

Zu ihrer Überraschung griff auch Karl nach einer Flasche.

"Kommt Ihr oft hierher?"

Karl nickte.

"Jeden Sonntag. Dass wir heute so spät aufgestanden sind, kommt normalerweise nicht vor."

Harald nahm seine Pfeife aus dem Mund und lächelte.

"Das nächste Wochenende schlaft Ihr lieber bei Euch, Thao! Sonst heißt es früh raus für Euch."

Sie verbrachten ein paar Stunden auf dem See. Thao hing ihren Gedanken nach, Vater und Sohn taten es ihr gleich. Es schien alles gesagt worden zu sein, zumindest hier und jetzt. Sie schloss die Augen. Das Rauschen des Windes war zu hören, das Rufen der Vögel, das Wasser, auf dem das Boot vor sich hin schaukelte. Das Punkermädchen grinste. Für den Moment war es in Ordnung, aber auf die Dauer würde es ihr auf den Sack gehen.

"Was ist?"

Thao drehte sich zu Karl um und formte einen Kussmund. Er lächelte und kam ihr näher.

"Vorsicht! Da beißt einer!"

Thao schrak auf und zog an der Angel. Karls Vater lachte, genauso wie sein Sohn.

"Du bist so blöd!"

Thao boxte Karl wieder.

"Mann! Ich habe mich voll erschreckt."

Das Mädchen seufzte. Es wurde leichter für sie, wenn sie auch noch nicht angekommen war. 

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Kommentare

Bild des Benutzers Lord Varg

"Die äußeren Schamlippen waren geöffnet und die inneren quollen ihm ein Stück entgegen. Es war eigentlich kein schöner Anblick,..." Soetwas kann nur eine Frau schreiben XD ;)

 

Die Geschichte ist echt richtig gut. Man kann sich klasse in ihr verlieren. Freue mich schon auf Teil 8.

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Bild des Benutzers SFJ

diesen Gedanken hatte ich auch Lord Varg

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Bild des Benutzers Senara

Guten Morgen!

Also, unpädagogischerweise will ich erstmal schnell das bisschen "Gemecker" hinter mich bringen, ok?

- An zwei Stellen (Überschrift und beim Frühstück) hast Du aus Karl Gerd gemacht. Nach 50 Kapiteln Gerd durchaus verständlich :-)

- Die Jacke heißt nicht "Parker" sondern "Parka" - im ersten Moment musste ich echt grübeln, was der Papa da in der Hand hat.

- Und das ist auch schon Meckerpunkt Nummer drei: Der Übergang von der Mama-Szene (die ich als irgendwie unaufgelöst empfand) zu der Papa-Szene mit der Jacke war mir irgendwie zu abrupt. Ich hab die Stelle mehrmals lesen müssen, weil ich verwirrt war.

So, genug gemotzt.

Ansonsten wieder sehr schön, ich hab den Teil verschlungen.

Im Gegensatz zu meinem Vorredner fand ich die Stelle mit den Schamlippen sehr schön und angenehm ehrlich. Auch die Sache mit dem Geschmack. So ganz taufrisch war sie nach der Nacht ja nun auch nicht mehr... Ich hätte Karl für den Anfang eine frisch geduschte Thao gewünscht...

Dass sie weint ist absolut nachvollziehbar. Die Frage ist: Wann wird Karl das verstehen können?

 

Danke für diese Morgenlektüre! Auch wenn ich mich jetzt deswegen etwas verspäte...

Senara

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Bild des Benutzers senalex

Du müsstest mir ja schon fast eine Rechnung schicken für deine Korrekturarbeit. Tja da war ich wohl in Gedanken wo anders. Hab noch einen Absatz wegen der Mutter eingefügt, ich hoffe es ist jetzt besser. 
Ich muss leider für den einen oder anderen von euch eine unerfreuliche Ankündigung machen. Morgen kommt zwar der nächste Teil, aber dann muss ich das Tempo rausnehmen. Mehr war einfach nicht von mir vorbereitet worden. Ich werde die darauf folgenden Teile so in Abständen von zwei bis drei Tagen posten, dass müsste für mich eigentlich zu schaffen sein. 

Ich danke natürlich auch Reja, du hast mir ja auch schon einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben, was meine Fehler betraf. 

So und jetzt wird zur Arbeit gefahren. 

Einen nicht all zu verregneten Tag wünsche ich Euch!

Sena
 

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Bild des Benutzers Lord Varg

Du musst den anderen ja auch mal Zeit lassen etwas zu schreiben... Ich komme gar nicht mehr zum Weiterschreiben:)

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Bild des Benutzers Salomé - † 2016

...mit meinem Zeitmanagement. Ich hoffe, dass jetzt nicht alle meine Lieblingsschreiberlinge mit Serien anfangen :-)

Also zur Schamlippendiskussion möchte ich nur anfügen: Wir müssen ja nicht /überall/ schön sein. Man kann sich höchstens fragen, ob man alles so gynäkologisch genau beschreiben muss. Aber gut, Karl wird das Neuland halt genau erforscht haben, insofern ist es authentisch.

Die Aussprache mit Katja hat mich auch ein wenig überrumpelt. Und am Schluss sollte Thao seufzen, finde ich.

Ansonsten bleib ich dran. Vorausgesetzt, ich krieg meinen normalen Tagesablauf trotzdem noch auf die Reihe...

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Bild des Benutzers Lord Varg

Ich stehe einfach eine halbe Stunde eher auf ;)

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Bild des Benutzers Salomé - † 2016

...werde ich aber arg zickig.

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Bild des Benutzers Lord Varg

das ist die geschichte durchaus wert, oder :)

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Bild des Benutzers Senara

@ Lord Varg

 

Du bist aber mutig! Darf ich anhand Deiner Äußerung vermuten, dass Du nicht mit einer Frau zusammen lebst!? ;-) Sonst würdest Du wohl kaum auf die Idee kommen, eine müde-zickige Frau als annehmbar zu betrachten... ;-)

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Bild des Benutzers Lord Varg

oh doch ich bin schon seit vielen Jahren vergeben. Ich habe einfach Nerven aus Drahtseilen :)

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Bild des Benutzers BCslave76

...ich bin geradezu süchtig geworden nach Deinen Geschichten O_O

Einfach Grandios! Ich habe vielleicht keine Ahnung vom Geschichten schreiben, aber es gehört schon einiges dazu mich an eine zu fesseln!

Und ich sage Dir: Es ist Dir gelungen :)

 

LG

Andreas

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Bild des Benutzers Lexleder

ich finde, dass Du eine tolle Schreibweise hast. Deinen Geschichten ziehen mich immer wieder in Ihren Bann und lassen mich nicht mehr los.

Toll und nur weiter so, bin schon gespannt wie es weitergeht.

Lieben Gruss

Lexleder

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Bild des Benutzers SFJ

das ich immer erst Abends zum lesenkomme, oder gut ? Weil dann schon andere die "fehler" Tafel aufgestellt haben :-)

 

Ich weis ja nicht wie es heute morgen ausgesehen hat aber ich finde die Konfrontation von Katja und Thao überraschend und heftig. Aber auch frisch und unerwartet. Auch wenn ich das Gefühl hab das die kleine Göre das nicht so einfach auf sich sitzen lässt :-)

Aber eines muss ich noch anmerken, ziemlich weit oben hat Thao braune Augen und nach dem akt hat sie Tiefschwarze augen, versteh ich das grad Falsch oder ein fehlerchen?

 

Fehler hin oder her ich finde das Kapitel sehr gut, sehr gefühlvoll und emotional geschrieben (hat mir etwas bei Xena und Gerd gefehlt).

SFJ

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Bild des Benutzers senalex

es kommt aufs Licht an. Etwas dunkler wirken sie schwarz, bei Lecht dunkelbraun. 

Hoffe diese Logik habe ich im Text auch so dargestellt wenn nicht muss ich noch mal ran. Bin jetzt zu faul um zu suchen. 

Gruß Sena

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Bild des Benutzers Sadye

Solang du nich zufaul bist weiter zu schreiben sei dir alles verziehen !!!!!

Hab die geschichten die du geschrieben hattest ausgedruckt und meiner besten freundin zum lesen gegeben und hey sie war begeistert und will nun jeden tag die fortsetzung lesen

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Bild des Benutzers SFJ

nee also mir erschliest sich das mit Braun und Schwarz bei lichteinfall nicht aus dem gegebenen Text heraus. Kann aber durchaus an mir liegen ^^

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Bild des Benutzers Lord Varg

Ich habe doch tatsächlich heute Nacht von Thao geträumt. Eine Unterhaltung von Katja und Thao über die Aufnäherauf Thaos Jacke. Und dann ist Thao auch noch Einkaufen gegangen weil sie sich nicht mehr in diesem provokantem Outfit Karls Eltern zeigen möchte.

 

Sena meine Liebe... du machst mich fertig :)

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Bild des Benutzers champ-62

so in den Cunnilingus eingeführt zu werden, davon träumt mancher. Ich stehe ja auch darauf, wenn nur manchmal die Haare auf der Zunge nicht wären...
Die Geschichte gefällt mir immer besser (Suchtgefahr) und Du, liebe Sena, zeigst mir eine neue Seite an Dir. Du baust die Story so langsam, so behutsam, auf, dass man an eine Liebesgeschicht unter Teenies denkt, weniger an SM (was sicher noch kommen wir). Thao und Karl sind in Ihren Handlungen so nachvollziehbar, ich kann mich in manche Situationen richtig reinversetzten. Einfach schön und dafür von mir sechs Sterne und LG von champ.

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