SciFi/Fantasy

239 Jahre später - III

Sie schloss die Augen. Seine Lippen waren so weich. Ihre Fingerspitzen malten Muster auf seinen Nacken. Ihr gesamter Körper kribbelte. Ihre Finger krallten sich in seine Haare. Es war so lange her, seit sie einen Mann geküsst hatte. Sie fühlte seine Hände an ihren Schultern. So warm, so sicher. Gleich würde er sie umarmen, sie festhalten, sie aufs Sofa schubsen …

Er drückte sie ein Stück von sich weg. Sie öffnete verwirrt die Augen.

„Was tut Ihr?“ Seine Stimme war leise.

239 Jahre später - II

 

Er starrte sie an. Wie hatte er sie nicht erkennen können? Hatte sie gewusst, wer er war? Hatte sie deshalb die Maske nicht abnehmen wollen? Er verwarf den Gedanken. Wenn sie es wirklich gewusst hätte, dann hätte sie am Ende nicht doch zugestimmt sich zu demaskieren. Sie sah genauso überrascht aus, wie er sich fühlte. Dann setzte sie eine Maske auf, die mehr verbarg als das rauchige Glas. Ihre Gesichtszüge glätteten sich, wurden eine Maske der Gleichgültigkeit.

Erst jetzt bemerkte er, dass alle Augen auf ihnen ruhten. Wieso hatte er auch ihre Maske fallen lassen?

Andrea Teil 2

 

Andrea Teil 2

Barbie

Simone war früher schon ein Püppchen, das heißt sie stand auf Rosa und Barbie und so. Ich weiß noch, dass sie gerne rosa Kleider trug und auch ihre Bettwäsche und überhaupt ihr ganzes Zimmer war in dieser Farbe. Rüschen und Schmuck und jede Art von Verzierung gefiel ihr schon immer.

So war es auch kein Wunder, dass ich um meinen Hals ein rosafarbenes Halsband trug. Schön mit Steinchen verziert. Ich fand so etwas jedoch schon immer kitschig.

Azurblau II

 

Es war dunkel geworden, bis er wieder kam. Alma hatte sich zusammen gekauert so gut es ging. Es war kalt geworden, und es gab nichts, das sie sich überwerfen konnte. Sie hatte versucht, die Decke auf dem Strohsack zu holen, aber ihre Fesseln waren zu kurz.

Wieder ignorierte er sie, während er Feuer schlug. Sie wagte es nicht, sich zu bewegen. Vielleicht hatte er sie nicht bemerkte. Vielleicht würde er sie übersehen, wenn sie nur still verharrte.

„Steh auf.“

Sanna - VII

 

Schon wieder diese Schlampe Alyss. Es war schlimm genug gewesen, dass sie ihn heute morgen gewaschen hatte – ohne ihm den Knebel abzunehmen – und jetzt stellte sie gerade einen Teller mit klein geschnittenem Fleisch neben ihm ab. Das konnte nicht ihr ernst sein. Er schloss kurz die Augen, während sie den Knoten des Knebels löste. Er musste freundlich wirken.

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