Sklavin des Zensors - Teil 7

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SM-Science-Fiction(?)

Deutsche Erstveröffentlichung (Glossar am Ende des Textes)

 

Disclaimer: Das Urheberrecht an den nachfolgenden Inhalten liegt bei Chris Dell (www.dellicate.com). Weitergabe, Vervielfältigung und/oder kommerzielle Nutzung - auch von Teilen - sind untersagt. Zuwiderhandlungen werden nach den jeweils einschlägigen Rechtsvorschriften verfolgt.

 

Was bisher geschah …

Teil 1: Ein totalitäres Regime, welches in naher Zukunft aus Bevormundung und Zensur in Deutschland entspringt, wird vorgestellt. Eine kleine Widerstandsgruppe sucht nach einer verhafteten Mitstreiterin und stellt fest, dass sog. „Sexualterroristinnen“ systematisch zu Sexsklavinnen gemacht werden.

Teil 2: Dennis Tanner, ein Mitläufer des Regimes, wird mit den Möglichkeiten von Deutungshoheit und Macht konfrontiert

Teil 3: Sylvia Stetten begeht einen Gesetzesverstoß und wird von der Geheimpolizei verhaftet.

Teil 4: Dennis Tanner, der den Prozess gegen Sylvia Stetten leitet, erfährt von einem unter Folter erpressten, falschen Geständnis und ist von der Verhafteten angetan. Hartmut Frömmel, ein Regierungsmitglied, wohnt einer erotischen Revue bei und wird plötzlich von einer halbnackten  Tänzerin mit einer Waffe bedroht.

Teil 5: Dennis Tanner erfährt, dass er sich nach einem Karriereaufstieg eine Sexsklavin zuteilen lassen kann und trifft eine Übereinkunft mit der Angeklagten Sylvia Stetten. Hartmut Frömmel befindet sich als Geisel in den Händen des Widerstands und wird mit dem Tode bedroht

Teil 6: Sylvia Stetten beginnt, die Konsequenzen ihrer Inhaftierung zu erfassen. In Regierungskreisen sorgt die Entführung von Frömmel für hektische Betriebsamkeit.

  

Kapitel 10: Inkompatible Sehnsüchte

 

„Ich glaube, diese Reise war mein beruflicher Durchbruch, Dennis. Dennis? Dennis! Hörst Du mir eigentlich zu?“

„J…ja, ja. Sicher. Du … äh … wolltest mir von Deiner China-Reise im Tross der Bundesmutti erzählen.“ Dennis Tanner wollte nicht unhöflich sein. Allerdings hatte er in der siebten Klasse im Fach „aktives Zuhören für Jungs“ eine deutlich höhere Aufmerksamkeit an den Tag gelegt. Damals hatte er jedoch keine Bilder von einer schönen, nackten Straftäterin im Kopf gehabt.

„Schön, dass Du wenigstens registriert hast, worum es geht.“ Hildegard Schenkenberg, politische Journalistin und genetisch geeignete Partnerin von Dennis Tanner, sah den Mann, den sie jetzt schon so lange kannte und der immer noch keine Anzeichen machte, sich mit ihr endlich in eine BAZ begeben zu wollen, mit einer Mischung aus Ärger und Sorge an. Er wirkte zerstreut, unaufmerksam, unkonzentriert. So war er sonst nicht – schon gar nicht, wenn sie sich mit ihm in seinem Lieblingsrestaurant traf. Sie kannte Dennis als mitunter etwas langweiligen, aber stets höflichen Gesprächspartner. Vielleicht hatte er ja einfach schlecht geschlafen. Womöglich war es keine gute Idee gewesen, ihren Angriff ausgerechnet bei einem 2. Frühstück starten zu wollen. Wann aber, so dachte Hildegard, wäre wohl ein besserer Zeitpunkt gewesen als jetzt, wo sich ihre Karriere einem vorläufigen Höhepunkt zuneigte? Warum schien das Dennis, der als Ethiker doch wusste, was die wahren Werte waren, nicht stärker anzuregen?

Sie gab nicht auf: „Weißt Du, diese Chinesen werden überschätzt. Natürlich sind ihre Rohstoffe für uns wichtig, nachdem uns diese ganzen Atheisten-Staaten boykottieren. Die Bundesmutti hat aber auf Augenhöhe mit denen gesprochen. Weißt Du, Dennis, dieser Kommunismus ist ja auch eine Art von Glauben. Da stecken auch gute Werte drin – Opferbereitschaft, Gleichheit, die gerechte Verteilung des Volkseinkommens – das sind alles Dinge, zu denen wir durchaus ähnliche Auffassungen haben. Die Chinesen lehnen den Egoismus genauso ab wie wir. Bei denen zählt auch das „Wir“ und nicht das „Ich“. Aber wirklich zivilisiert sind die nicht. Du solltest mal sehen, wie bei denen die Frauen herumlaufen – okay, auf dem Lande ist das in Ordnung, aber in den Städten …! Manchmal haben wir geglaubt, ganz Peking wäre eine einzige Begattungsanbahnungszone. Die haben einfach nicht den richtigen Glauben. Da hat die Bundesmutti aber ganz richtig gesagt, dass … und dann hat sie … aber nicht … da war der vielleicht … von wegen …“

In Dennis Tanners Kopf verschwammen Hildegards Sätze zu einem breiigen Konglomerat von politischen Statements und Reiseimpressionen. Es war nicht wichtig, den Sinn zu verstehen. Er kannte Hildegard lange genug, um zu wissen, wie ihre Ansichten waren. Nicht zuletzt deshalb waren die Kompatibilitätstests, auf denen Hildegards Eltern rechtzeitig vor dem ersten privaten Treffen bestanden hatten (wie es sich gehörte), so erfolgreich verlaufen. Genetik, Sozialverhalten, Religion – in allen drei Kernbereichen, die über die Erfolgsaussichten einer späteren Vereinigung entschieden, hatten Dennis und Hildegard hervorragend abgeschnitten.

Seitdem trafen sie sich häufig.

Nicht immer hatte Dennis sich gelangweilt, aber diesmal war alles anders.

Er sah die Frau an, die ihm eines Tages Kinder (weniger als zwei Stück war egoistisch-individualistisches Verhalten und galt als asozial) schenken sollte. Sie liebte es, sich an ihren eigenen Worten zu berauschen. Ihr Mund bewegte sich unaufhörlich.

Während Sätze ihre Bedeutung und Worte ihren Sinn verloren, während aus Sprache ein Hintergrundgeräusch wurde, das von der leisen Musik des veganen Restaurants, dessen Leistungen nur Berechtigten zustanden, kaum noch zu unterscheiden war, blieben Tanners Gedanken wie magnetisch von den Aufzeichnungen angezogen.

Als Ethiker, der noch dazu den Fall der Sexualterroristin 384, die nie wieder Sylvia Stetten heißen würde, verhandelt hatte, konnte er sich Einblick in die Aufzeichnungen der Haftvorbereitung verschaffen. Bild und Ton waren von gewohnt guter Qualität und es gab viele Gelegenheiten, das Gesicht der Gefangenen, welches Tanner von Mal zu Mal noch schöner vorkam, als er es bei der ersten Vernehmung bereits empfunden hatte, eingehend zu studieren.

384 war anders als die üblichen Verurteilten.

Normalerweise gab es zwei ganz unterschiedliche Verhaltensmuster während der Haftvorbereitung. Tanner unterschied zwischen „passiv“ und „aktiv“. Passiv waren die Ängstlichen – Frauen, die sich der Schwere ihrer Straftat auch nach dem Prozess einfach nicht bewusst werden wollten. Aktiv hingegen verhielten sich die Bewussten – Frauen, die mit voller Absicht alles mit Füßen getreten hatten, was in einem von Ethik geprägten Gemeinwesen heilig war.

384 schien weder in Panik noch in Auflehnung zu verfallen, als sie ihre Häftlingsmarkierungen erhielt. In der ersten Haftzeit (in vielen Fällen auch volle drei Jahre lang) wurden die Terroristinnen an ihre späteren Leben als Sozialdienerin gewöhnt. Selbstverständlich mussten sie lernen, ihre nackten Körper zur Schau zu stellen – solange sie Anfängerinnen waren. Fortgeschrittenen wurde bis zur Verinnerlichung beigebracht, wie sie ihre Reize dann auch in angemessener Weise zu präsentieren hatten. Die Markierung war die beste Methode, den Häftlingen ihren neuen Status auf eine Weise zu vergegenwärtigen, der kein Verbergen ermöglichte. In den Sozialagenturen wurde dafür eine Spezialfarbe benutzt, die in die tieferen Hautschichten eindrang und nur alle paar Monate erneuert werden musste. Das vorausgehende Abfräsen der äußeren Epidermis, um der Markierung eine Struktur zu verleihen, galt zwar durchaus als schmerzhaft, war aber nach Auffassung des medizinischen Ausschusses der Sozialagenturen zu vertreten. 

384 weinte nicht, als sie markiert wurde. Sie lehnte sich auch nicht auf. Die Blutung war längst gestillt und die Markierung hervorragend zu sehen, als 384 immer noch keine Anzeichen von Entsetzen oder Wut erkennen ließ. Sie machte lediglich einen … überraschten Eindruck.

Wenn bei Ausbildungsende klar war, in wessen Hände das Mündel übergeben wurde, ließ man die Markierung verblassen. War die obere Epidermis wiederhergestellt, blieb – wenn überhaupt – nur ein leichter, heller Schimmer zurück. Tanner fand jedoch, dass die Markierungen ganz gut zu 384 passten. Sie bildeten einen interessanten Kontrast zu der ansonsten makellosen Haut. Es erinnerte Tanner an den Schönheitsfleck, den 384 in ihrem bezaubernden Gesicht trug. Vielleicht würde er, wenn man ihm 384 zugeteilt hätte, die Markierungen an Ort und Stelle belassen. Inzwischen hatte er sich genauer erkundigt. Das war gar kein so seltenes Vorgehen. Markierte Dienerinnen galten inzwischen in höheren Kreisen sogar als besonders angesagt.

Ein Arzt und zwei Assistentinnen hatten danach den Gesundheitscheck bei 384 durchgeführt und Tanner empfand das Betrachten der Aufzeichnungen als großes Vergnügen. Diesmal war ihm seine heftige Erektion auch nicht unangenehm gewesen, denn – egal, ob am Beginn oder nach der Ausbildung – es war ja schließlich der Daseinszweck einer Sozialdienerin, für derartige Reaktionen zu sorgen und kein Betrachter verhielt sich unethisch, wenn er diese Dienste genoss.

Die Anmut, mit der 384 die Übungen während des Checks verrichtete, hatte Tanner tief beeindruckt.

Während der ganzen Zeit war da dieser seltsame, regelrecht ungläubige Gesichtsausdruck gewesen, der 384 so sehr von anderen Gefangenen und deren Panik oder Aufbegehren unterschied.

Er änderte sich auch nicht merklich, als 384 wieder auf dem Gyn.-Stuhl platznehmen musste und die gynäkologischen Tests und Untersuchungen vorgenommen wurden. Während der Arzt sich danach mit seinen Monitoren beschäftigte, nahmen die Assistentinnen die Depilation vor. Dies geschah einerseits aus hygienischen Gründen und andererseits, weil es (normalerweise) zum Status einer Sozialdienerin gehörte, ihre Nacktheit nicht durch irgendeine Form von Körperbehaarung zu kaschieren. Die Depilation geschah auf chemischem Wege und wurde in größeren Abständen wiederholt. Analog zur Markierung bestand nach der Ausbildung die Möglichkeit, ein Haarwachstum wieder zu erlauben oder durch eine entsprechende Maßnahme (Erhöhung der Dosis bis zur totalen Vernichtung der Wurzeln bei der Depilation oder tiefere Fräsung zum dauerhaften Erhalt der Markierung) endgültige Tatsachen zu schaffen.

Tanner hatte den sorgfältig frisierten Bereich über dem Schambein von 384 in der Aufzeichnung sorgfältig betrachtet. Würde er seinem zukünftigen Mündel Intimbehaarung erlauben, wie es hin und wieder vorkam, weil einzelne Ethiker dies attraktiv fanden? Tanner beobachtete genau den Vorgang der Entfernung. Das haarlose Ergebnis gefiel ihm besser. Sein Begehren wuchs. Er liebte diese glatte, glänzende Haut schon jetzt - noch bevor er sie jemals berührt hatte. Der Anblick war so … nackt, so intim, so zart gewesen …

„ … drei Tage lang schlecht. Das Essen ist wirklich anders als bei uns. Dafür ist die Männermode interessant. Das solltest Du sehen! Da laufen die Männer fast alle wie unsere Bundesethiker herum – das gleiche seriöse Schwarz und der gleiche rationale Schnitt. Aber dieses ständige Gaffen ist scheußlich. Naja, die haben keine BAZ. Kannst Du Dir das vorstellen, wie die Chinesinnen dort leiden müssen? Dennis? Dennis!“

„Ja, ich habe … äh … gerade versucht, mir das vorzustellen. Leiden, ja. Sicher. Äh … das muss schlimm sein für die armen Frauen, wenn sie ständig begafft werden und … äh … womöglich sogar in unethischer Weise angesprochen.“

„Zum Glück sind die Chinesen sehr höflich und zurückhaltend. Es ist sowieso sehr angenehm … Männer nett … leider so klein … mal zusammen …“

Tanner war froh, wenigstens so viel von dem Redeschwall mitbekommen zu haben, dass er im entscheidenden Moment antworten konnte. Das bekamen Jungs zum Glück in der Schule schon beigebracht, seit die Bildung nicht mehr Länder- sondern Bundessache geworden war. Endlich wurde einheitlich gelernt. Alle hatten gleiche Chancen … sofern sie die richtige Einstellung aufwiesen.

Seine Gedanken wanderten wieder zu der Aufzeichnung. 384 war leicht geöffnet gewesen.

Geschlossen hingegen blieben nach der Enthaarungsprozedur ihre Augen. Fast hätte man meinen können, sie hätte sich entspannt.

„ … ganz sicher steil nach oben. Okay, die Bundesmutti ist nur zum Repräsentieren da, aber auch diese Reise hat ein paar Abkommen vorbereitet und ich glaube, ich habe gute Chancen, bei der nächsten Regierungsdelegation dabei zu sein. Weißt Du, was das bedeutet, Dennis? Ich werde Redakteurin auf Lebenszeit! Du – ein geachteter Bezirksethiker … naja … sicher bald auch schon Landesethiker und ich – staatlich zugelassene Redakteurin für ethische und politische Berichterstattung. Vater sagt, ich hätte dann gute Chancen auf einen TV-Job. Ist das nicht irre?!“

Irre fand Tanner in diesem Moment den Gedanken an eine perfekt geformte Vagina, wobei ihn, wie alle Männer, Perfektion an dieser Stelle wenig interessierte – wäre er ehrlich zu sich selbst gewesen, hätte er sich eingestanden, dass es vor allem der Anblick einer leicht hervorgetretenen Klitoris und feuchtglänzender Spuren an den enthaarten Schamlippen waren, um die seine Gedanken unaufhörlich kreisten. Dabei spielten Hildegard und ihre Ausführungen jedenfalls nicht die geringste Rolle. „Ja, das … äh … das ist großartig. Ich gratuliere. Das hast Du Dir verdient, so hart, wie Du gearbeitet hast. Wenn ich bedenke, dass Du in mancher Woche keinen Tag ohne Party oder Dinner hattest …“

„Kontakte sind entscheidend, Dennis. Man muss die richtigen Leute kennen. Naja, Vater hat natürlich sehr dabei geholfen.“ Der alte Schenkenberg war lange Jahre Leiter der Nachrichtenredaktion des ersten Kanals von „Sittlichkeit, Anstand, Tugend“, kurz SAT1 genannt, gewesen, einem der zahlreichen schon vor einer gefühlten Ewigkeit verstaatlichten ehemaligen Privatsender. Es gab nur noch öffentlich-rechtliches Fernsehen und alle 98 Kanäle sendeten nach streng ethischen Kriterien. Aus diesem Umfeld war eine Karriereleiter relativ leicht zu erklimmen.

„Dein Vater ist ein großer Mann, Hilde.“

„Das ist er. Das wirst Du aber auch eines Tages sein und deshalb … also … äh … deshalb dachte ich … äh … also ich dachte, es wird langsam Zeit für eine neue … äh … Erfahrung. Ich …“, Hildegard kramte in der Tasche ihres topmodischen (alles, was in der TAS erhältlich war, konnte mit dem Attribut „topmodisch“ versehen werden – es gab ja keine andere Straßenkleidung außerhalb der BAZ) Jäckchens von KENZO („keusche, enthaltsame, natürliche, züchtige Outdoor-Mode“) herum und holte eine in einem winzigen Umschlag steckende Karte hervor, „… dachte, dass wir uns endlich mal mit den körperlichen Aspekten unserer Beziehung beschäftigen sollten. Vater ist natürlich einverstanden.“

Tanner wusste sofort, was sich in dem Umschlag befand. Die Übergabe der Karte hatte eine ähnliche Bedeutung wie der Verlobungsring in weniger zivilisierten Gesellschaften. Er öffnete den Umschlag und bemerkte einen leichten Schweißfilm auf seiner Stirn. Er hätte es wissen müssen! Irgendwann musste das ja mal passieren! Verdammt! Was jetzt? Er las die Inschrift: „Zugangsberechtigung für Begattungsanbahnungszone H5b inkl. Kopulationsgenehmigung (hetero) – 2 Personen – FR/SA/SO“. Das musste ein schlechter Traum sein!

„Na? Was sagst Du?“

„Das … äh … das ist sehr … äh … schmeichelhaft. Ich habe nur derzeit das Problem, vor lauter Arbeit nicht mehr zu wissen, wo mir der Kopf steht. Ich meine … drei Tage BAZ … ich weiß wirklich nicht, wie ich das …“

„Unsere Verfassung garantiert das Recht auf Arbeit. Von einer Pflicht zur Arbeit steht da nichts. Warum sprichst Du nicht einfach mal mit Deinem neuen Freund Lorenz? Der wird schon dafür sorgen, dass Du Dir mal drei Tage freischaufeln kannst.“

Tanner schöpfte Hoffnung, den Kelch zumindest eine Weile lang von sich fernzuhalten. „Das ist eine gute Idee. Du bist wirklich sehr einfallsreich, Hilde. Ich werde versuchen, mir bald einen Termin geben zu lassen.“

„Sag ihm einfach, dass es um Deine Zukunft geht. Er wird es verstehen.“

„Bestimmt. Wann verfällt die Karte?“

„Normalerweise nach vier Wochen, doch Vater wird dafür sorgen, dass wir jederzeit eine Verlängerung bekommen können. Mach Dir keine Sorgen!“

Das waren ja trübe Aussichten, dachte Tanner. Der Gedanke an 384 hielt seine Stimmung aber aufrecht.

 

 

Kapitel 11: Vollzug

 

„Raustreten, 384!“

Benommen, weil die Nacht nahezu schlaflos gewesen war, erhob Sylvia sich von ihrer Pritsche. Ihre Arme waren taub und gefühllos und sie wusste nicht, ob das von den Spritzen kam, die man ihr gegeben hatte, damit sie, wie es hieß, „keine Krämpfe bekam“, oder ob ihre Muskeln, die schon in dem Vernehmungsgestell gelitten hatten, irgendwie geschädigt worden waren. Sylvia konnte ihre Finger nicht spüren. Was sie spürte, war das leichte Brennen an Po und Brüsten, das eine Folge der Beschriftungen war, die man ihr verpasst hatte. Sylvia hielt es für eine seltsame Mischung aus Tattoo und Body-Painting.

Überhaupt war alles seltsam – die Untersuchungen, die totale Enthaarung, die Übungen, die dauerhafte Fesselung … so hatte sie sich das Gefängnis nicht vorgestellt.

Sie war nun eine „Sozialdienerin in der Ausbildung“. Sie kannte die Gerüchte und die bisherigen Erfahrungen bestätigten, dass es tatsächlich um eine Form der sexuellen Sklaverei gehen musste. Hatte dieser Ethiker das gewusst, als er ihr „gut zugeredet“ hatte, das unter Folter zustande gekommene Geständnis nicht zu widerrufen?

Jeder Moment, jeder neue Eindruck, jede Erfahrung brachten eine neue Absurdität mit sich. Mit den regelrecht eingefrästen Schriftzügen auf ihrer Haut ging Sylvia davon aus, dass sie so bald keine Kleidung mehr an sich sehen würde. Alles, was diese unsägliche Wärterin ihr erzählt hatte, schien sich zu bewahrheiten. Nichts rechtfertigte einen Gedanken á la „so schlimm wird es schon nicht werden“.

Sylvia hatte Angst um ihren Verstand und so griff sie zu der einzigen Methode, mit der sie sich schützen zu können glaubte – sie verließ ihren Körper.

Natürlich war das keine transzendentale Angelegenheit. Es stand zwar unter Strafe, religiöse Vorstellungen von Wundern und dergleichen in Frage zu stellen, aber Sylvia war, obgleich Auflehnung nicht ihrem Naturell entsprach, nie für Mummenschanz und Hokuspokus empfänglich gewesen. Vielmehr beschloss sie einfach, die Dinge geschehen zu lassen, zu beobachten, zu registrieren und sich selbst so wenig wie möglich an Empfindungen zu erlauben. Die Zeichen und die Enthaarung waren schmerzhaft gewesen, aber Sylvia versuchte, den Schmerz nicht abzulehnen, sich nicht entgegenzustellen. So ertrug sie ihn besser, als sie selbst erwartet hätte. So würde sie die Erniedrigung, nackt und gefesselt herumlaufen zu müssen und die Demütigungen, die ihr ganz gewiss von den Wärterinnen (und dem männlichen Personal) zugefügt würden, aushalten, ohne den Verstand zu verlieren. Sylvia war fest entschlossen, sich zu biegen, um nicht zu zerbrechen.

An diesem Morgen galt das wie zu jeder Sekunde, seit man sie in dieses Gefängnis gebracht hatte.

Sylvia schüttelte ihre Müdigkeit ab.

Sieben Tage war sie nun hier und befolgte jede Anweisung aufs Wort. Es schien, als würde ihr das besondere Härten ersparen … wenn man mal davon absah, dass jeder Tag und jede Nacht schon genug „gewöhnliche“ Härten für Sylvia bereithielten. Ihr Punktestand betrug offenbar immer noch 0 und sie grübelte darüber nach, was wohl von ihr erwartet wurde, um zum Beispiel endlich wieder sprechen zu dürfen.

Silke, die großmäuligste unter den „Sozialarbeiterinnen“, trat an Sylvia heran. „Na, 384, schon gepisst?“

Sylvia nickte.

„Gut. Dann schwing Deinen nackten Arsch mal Richtung Dusche! Heute wirst Du von Herrin Dagmar abgespritzt. Die kennst Du noch nicht. Sie kommt gerade aus dem Urlaub und ist wirklich ‚glücklich‘, endlich wieder hier zu sein, hahaha! Mach Dich mal auf einen harten Strahl gefasst! Na, los! Ein bisschen schneller! Oder müssen wir Dir Beine machen?“

Sylvia kannte inzwischen die Routine. Weil sie sich mit den Fesseln nicht selbst um ihre Körperhygiene kümmern konnte, wurde das von den Wärterinnen übernommen. Das bedeutete allerdings gleichzeitig, dass Sylvia ihre Bedürfnisse dem Zeitplan der Wärterinnen anpassen musste. So benutzte sie die Zeit vor dem offiziellen Wecken für ihr kleines Geschäft, weil sie vor dem Frühstück mit einem Schlauch abgespritzt wurde. Nach dem Abendessen erhielt sie zwanzig Minuten Zeit für das große Geschäft, bis erneut der Wasserschlauch zum Einsatz kam. Am zweiten Tag hatte sie die Reinigungen verpasst und konnte nur unter Krämpfen verhindern, dass sie nicht mehrere Stunden mit den eigenen Exkrementen befleckt herumlaufen musste.

Das sollte ihr möglichst nicht wieder passieren.

Nach allen Mahlzeiten, die aus breiähnlichen Substanzen mit Brot- bzw. Kartoffelstückchen bestanden, war eine Gesichtswäsche erforderlich, da ohne Zuhilfenahme der eigenen Hände die Nahrungsaufnahme erhebliche Spuren hinterließ. Sylvia fand schnell heraus, welche der „Sozialarbeiterinnen“ sich Mühe gaben und welche auch dabei ihrem Sadismus frönten.

Diese Dagmar schien wohl zur zweiten Kategorie zu gehören.

Ängstlich begab sich Sylvia in den Reinigungsbereich. Sie wurde schon erwartet.

Beim Näherkommen wurden ihre Knie weich.

Diese Dagmar hatte nicht nur ein zweifelsohne sehr hübsches Gesicht – es stand auch eindeutig darin geschrieben, zu welcher Wärterinnen-Kategorie sie gehörte. Sylvia hatte das mehr als ungute Gefühl, dass ihre Strategie der letzten Tage bei dieser „Sozialarbeiterin“ nutzlos sein könnte. Haltung, Gesichtsausdruck, Blick – alles schien nur einer einzigen Aussage zu dienen: „Ich kriege Dich klein, was immer Du auch unternehmen magst“.

Tatsächlich bestätigte Dagmar dies schon mit dem ersten Satz: „Kopf an die Wand, Oberkörper beugen und Arsch nach hinten! Beine strecken und spreizen!“

Sylvia versuchte mehr schlecht als recht, sich mit der Stirn an der Wand abzustützen. Der mit Druck auf ihre Genitalien gerichtete, eiskalte Wasserstrahl brachte sie beinahe aus dem Gleichgewicht und sorgte dafür, dass sie zischend die Luft aus ihren Lungen zwischen vor Schock, Wut und Scham zusammengepressten Lippen entweichen ließ.

Dann drehte Dagmar den Wasserschlauch einen Moment lang ab. „Zu kalt, Schätzchen? Du musst nur etwas sagen. Dann stelle ich es wärmer.“

Miststück, dachte Sylvia. Auf diesen blöden Trick falle ich nicht rein.

„Nichts? Dann ist es in Ordnung so? Schön.“ Der Strahl fräste sich wieder zwischen Sylvias Pobacken hindurch. Es tat weh.

Dagmar beendete erst das grausame Spiel, als Sylvias Zähne vor Kälte klapperten und ihr ganzer Körper zitterte. Weniger Sekunden später wäre sie vermutlich eingeknickt und mit der Stirn voraus an der Wand heruntergeglitten.

Dagmar trat ganz nah an sie heran und flüsterte mit einer Stimme, die sich kälter anfühlte als der Wasserstrahl: „Du solltest mit dem Pissen bis ganz kurz vor dem Morgenappell warten. Wir wollen doch nicht, dass Du riechst, wenn sich die ersten Besucher aus dem Männerknast über Dich hermachen, oder? Du bist ein hübsches Exemplar, aber darauf brauchst Du Dir nichts einzubilden. In drei Tagen kommst Du in den Gemeinschaftsbereich und da wirst Du sehen, dass ‚rätselhafterweise‘, hihi, die anderen Sexualterroristinnen auch leckeres Frischfleisch sind. Wenn Du also glaubst, Du wirst wegen Deines hübschen Näschens weniger hart rangenommen – von uns oder von den Jungs, die Dich einreiten werden – dann verabschiede Dich lieber schnell von diesem Irrtum. Du bist hier, um zu lernen, dass alles, was an Dir künftig zählt, Deine Löcher sind und das, was Du mit ihnen anstellen kannst. Klar?“

Sylvia schaffte es nicht, zu nicken. Ob es an der Kälte lag oder an dem Horror, den Dagmars Worte in ihr auslösten, wusste sie nicht. Sie war erstarrt.

„5 Strafpunkte dafür, dass Du mich mit Missachtung beleidigst. Bei 10 verlierst Du ein Privileg.“

Sylvia konnte sich nicht vorstellen, was an ihrer Situation ein „Privileg“ darstellen sollte. Wie hätte es denn noch schlimmer kommen können?

Sie würde es schon bald erfahren. 

 

Fortsetzung in Teil 8

 

 

Glossar

 

Aussprache– ritualisiertes Gespräch nach dem Vorbild der katholischen Beichte, des scientologischen Clearing und der kommunistischen Selbstkritik; dient der inneren Reinigung durch das offene Bekennen sämtlicher individuellen „Geheimnisse“ gegenüber einer ausspracheberechtigten Person und ist für alle deutschen Staatsbürger ab dem 16. Lebensjahr mindestens 1 x im Monat vorgeschrieben

 

BAZ, Begattungsanbahnungszone– für Minderjährige verbotene Territorien, in denen Frauen promiskuitives Verhalten und Männern sexuelle Annäherungen erlaubt sind

 

Bundesmutti – auf Lebenszeit von der Ethikkongregation ernanntes Staatsoberhaupt ohne Machtbefugnisse

 

Das Letzte – Partei der sozialen Ethik

 

Die Oliven– Partei der ökologischen Ethik

 

Eigentum gesellschaftlicher Organisationen der Bürger – aus dem Eigentumsrecht der ehemaligen DDR übernommenes Institut, mit dem außerordentliche Zuwendungen über das Maximaleinkommen hinaus ermöglicht werden; der Zuwendungsempfänger wird nicht Eigentümer, sondern – im Sinne von § 985 des BGB alter Fassung – Besitzer, was dem Zuwendungsgewährenden (hier: Ethikkongregation als gesellschaftliche Organisation der Bürger) das Recht als Eigentümer gibt, die Zuwendung jederzeit zurückzuverlangen

 

Ethiker– Angehöriger der herrschenden Kaste, Geheimpolizist, Strafermittler und Richter in einer Person; von böswilligen Kreisen auch „Zensor“ genannt

 

Ethikrat– Zusammenschluss der Ethiker einer Gemeinde oder Stadt, eines Abschnitts (Wohngebiet), Bezirks oder eines Bundeslandes

 

Ethikkongregation, auch: Bundesethikkongregation– höchstes staatliches Gremium, bestehend aus Vertretern von Kirchen, Parteien, Wirtschaft und Gewerkschaft; nach der Selbstentmachtung des Bundestages und Aufhebung der Gewaltenteilung gleichzeitig Legislative und oberste Judikative

 

GEZ, Geheime Ermittlungs-Zentrale– neben der regulären Polizei aufgestellte, dieser gegenüber weisungsbefugte, teils zivile, teils uniformierte Einheiten, die der Unterstützung der Ethiker dienen sollen, im Verhältnis zu den Ethikern am ehesten mit einer Art nachrangiger SS gegenüber einer vorrangigen Gestapo vergleichbar; gefürchtet aufgrund ihrer hohen Bereitschaft, unmittelbaren Zwang auszuüben und von Staatsfeinden als „Schlägertruppe“ denunziert

 

HNPB, hochnotpeinliche Befragung– auf christlichen Traditionen basierende, invasive Verhörmethode, die ausschließlich von Ethikern durchgeführt werden darf

 

Maximaleinkommen – auf Vorschlag der Partei Das Letzte gesetzlich vorgeschriebene Einkommensobergrenze, mit der soziale Ungerechtigkeit vermieden und größtmögliche Gleichheit hergestellt werden soll

 

MdB– Mitglied der Bundesethikkongregation, MdB werden von den weiteren Mitgliedern auf Vorschlag einer Kirche (evangelisch, römisch-katholisch, muslimisch und scientologisch), einer Partei, dem DDU (Dachverband Deutscher Unternehmer) oder dem DGGB (Deutscher Gleichheits- und Gerechtigkeitsbund) in gleicher und offener Wahl ernannt

 

Miethöhenbegrenzungsverordnung (MBVO)– staatlich garantierte Maximalmieten, die nach der Beseitigung der Mietspekulation für Wohnraum erhoben werden; bei nach der Vergemeinschaftung von Immobilien ehemaliger Miethaie in Volkseigentum stehendem Wohnraum werden im Falle möglicher Unterdeckung Instandhaltungen verschoben oder aus Steuermitteln finanziert

 

Roth-Mützen- unter Bürgerinnen gebräuchliche, fröhliche, aber nicht anzügliche Pagenkopf-Frisur  

 

Scharia– angeblich ursprüngliches islamisches Recht, in einer großen Rechtsreform modifiziert, den Bestimmungen von westlichem Zivil- und Strafrecht angeglichen und als Ökumenische Scharia eine der Säulen des neuen Grundgesetzes und der Ethisch-Gleichheitlichen Grundordnung (EGGO, verkürzt und vereinfacht auch: ethische Ordnung)

  

Sexualdienst, auch: Sozialdienst– lebenslange Strafe einschließlich Sicherungsverwahrung nach Verurteilung wegen Sexualterrorismus

 

Sexualterrorismus– Sammelbegriff für Straftaten, die in abweichendem (unethischem) Sexualverhalten bestehen; als Täterinnen kommen nur Frauen in Betracht

 

SexVO, Sexualdienstverordnung– gesetzliche Regelungen zur Durchführung des Sexualdienstes nach erfolgter Resozialisierung im Rahmen der Sozialerziehung; insbesondere Normen (hier auch gebräuchlich: „Mündelnormen“) über die Zuteilung von Sexualterroristinnen als Dienerinnen zur Sicherungsverwahrung an ausgewählte Ethiker, von Staatsfeinden auch als „Sexsklaverei“ bezeichnet

 

Sicherheitsviertel, Sicherheitsbezirk– bewachtes Wohngebiet, in dem die größtmögliche Entspannung und Erholung der Staatsbediensteten (insbesondere: Ethiker) sichergestellt wird

 

Sozialagentur– Strafvollzugsanstalt, Gefängnis bzw. Zuchthaus

 

Sozialerziehung– dreijährige Ausbildung im Rahmen der Resozialisierung von Straftäterinnen; wird in einer Sozialagentur als Teil des Sexualdienstes zur Vorbereitung auf die lebenslange Strafe durchgeführt

 

StPO– Strafprozessordnung

 

TAS, Textilienabgabestelle– unter staatlicher Kontrolle stehendes Bekleidungsdepot, in welchem nach ethischen Grundsätzen (keine überflüssige Verarbeitung von Tieren, keine ausbeuterische Arbeit bei der Herstellung, keine promiskuitive Zurschaustellung der Trägerin) gefertigte Kleidung an Bürgerinnen kostenfrei verteilt wird; damit wurde verhindert, dass sich die ehemalige Modeindustrie an Frauen, die sich durch immer teurere Kleidung gegenseitig zu übertrumpfen suchten, weiterhin bereichern konnte

 

Vernehmungsgerüst, Vernehmungsgestell– Vorrichtung zur Fixierung gefährlicher Straftäterinnen zwischen erkennungsdienstlicher Behandlung und Verurteilung; dient dem Schutz der ermittelnden GEZ-Beamten und Ethiker und der Vorbereitung der HNPB

 

Vernehmungskragen– als Teil des Vernehmungsgestells genutzte Vorrichtung, um einer Angeklagten für längere Zeit das Heben des Kopfes zu ermöglichen

 

Volksgericht– nach Abschaffung der Berufungs- und Revisionsmöglichkeiten verbliebene einzige Instanz; Volksgerichtsurteile können nur durch eine Eingabe bei der Ethikkongregation angefochten werden

 

Wohnungsbuch– in jedem Haushalt zu führendes Verzeichnis, in welchem sämtliche Übernachtungen von nicht zum Haushalt gehörenden Personen lückenlos aufzuführen sind  

 

Wohnungsvergabestelle– staatliche Institution, welche auf Antrag Wohnraum an Bürgerinnen und Bürger zuteilt, die nicht in den Sicherheitsvierteln leben

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Kommentare

Bild des Benutzers Chris Dell

... 6 Taler auf den Tisch zu legen, ohne satt geworden zu sein. Ich werde mal mit der Küche reden, ob man an den Portionsgrößen etwas machen kann. Ich muss da aber vorsichtig vorgehen, sonst schreitet womöglich der Rach ein. Außerdem will ich kein Fast-Food anbieten. Dankeschön für den appetitlichen Kommentar.

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Bild des Benutzers Strenger Herr

Irgendwie fiebere ich immer schon den nächsten Kapiteln von dir entgegen. Und ich kann es auch erklären: Es ist zum Teil blanker Neid, weil ich so nicht schreiben kann, Bewunderung, weil du es kannst und Erwartung, wie es weiter geht!

Und ich fiebere bereits wieder - dem nächsten Teil entgegen...;-)

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Ein größeres Kompliment als "Fieber" wurde mir selten gemacht. Leider kann ich keine kalten Umschläge beifügen, weil ich Megs nicht zumuten will, das ganze Getropfe von der Seite zu wischen. Will ich ja in Wirklichkeit auch gar nicht. Vielen Dank und auf keinen Fall gute Besserung!

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..., kurz Sat 1" - diese Schöpfung Deiner anscheinend unendlich kreativen Fantasie hat mich heute bei der Zubereitung (m)eines (normalerweise) ober-mega-superleckeren Nudelsalates heimgesucht.

Als dann auch noch BAZ, Das Letzte, Roth Mützen und gar Bundesmutti  angeschlichen kamen wurde es kritisch. Ich war mit meinen Gedanken so mit Deinen kreativen, spöttischen, ironischen, kritischen, bissigen...Ergüssen(*-*) beschäftigt, dass ich beinahe zweimal vom guten Balsamico zum Salat gegeben hätte:-(

Deine Geschichten sind eh in vielerlei Hinsicht herausragend aber was Dir bei Namensgebungen "aus der Feder fließt"  finde ich einfach zu und zu gut und (wie ich heute gemerkt habe) nachhaltig.

 

bell

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Bild des Benutzers Chris Dell

Einen Moment lang dachte ich schon, es ginge um einen anderen Ausdruck für "Erektionsstörung". Okay, ich hoffe, den Nudeln geht es trotzdem gut. Vielen Dank für das Lob meiner Kreativität, aber ich bin nur ein vergleichsweise kleines Funzelchen. Andere können das viel besser und wussten / wissen genau, dass Macht nur ausüben kann, wer die Sprache beherrscht und dass Terror mit dem Besitz der Begrifflichkeiten beginnt. "Endlösung", "antifaschistischer Schutzwall", "ethnische Säuberung" sind nur prominente Beispiele. Diejenigen, die noch einen Hauch Peinlichkeit empfinden, bevorzugen Abkürzungen: "ABV" für den Nachbarschaftsspitzel, "GAU" für "jetzt machen wir das Scheißding von Planet endlich richtig kaputt" oder "GEZ" ... ach, nein! Die Zwangsabgabeneintreiber für das Parteien- und Kirchenfernsehen nennen sich ja jetzt, todschick, "Beitragsservice". "Schutzgeld für den Bildungsauftrag" war wohl schon irgendwie vergeben und "Beitrag" ist ja etwas, was wir alle gern leisten, nicht wahr? Das ist ein Angebot, das wir nicht ablehnen können. Ach ja - weil "unfreiwillig" die Gesinnu... äh ... "Jugendschützer" auf den Plan ruft, klingt "unwillig" doch gleich viel heiliger, oder? So weit sind wir nämlich schon! Dies als kleines Notizzettelchen für alle, denen meine Story "zu politisch" klingt. Sorry. Jetzt halte ich mich wieder zurück. Danke, Bell.

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Bild des Benutzers Malik4u

Ich bin immer wieder begeistert ein neues Kapitel deiner Geschichten zu Gesicht zu bekommen. Auch deine Illustrationen sind ausnahmslos hervorragend (irgendwann werd ich dich dazu nochmal anschreiben und mir Tips dafür erbitten). Nur eines stört mich. Du hast mir zu viele Geschichten gleichzeitig offen (wobei das der Qualität der einzelnen keinen Abbruch tut). Oder verfolgst du damit eine besondere Absicht? Na egal - wer dir nicht immer wieder die volle Punktzahl gibt, hat mit Litheratur bestimmt nichts am Hut. 

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Bild des Benutzers Chris Dell

... gebe ich Dir gerne - per PN oder (falls es Dir möglich ist, noch lieber) per EMail über das Kontaktformular auf meiner HP. Dort steht unter "FAQ" im jugendfreien Teil auch, warum ich immer mehrere Geschichten gleichzeitig schreibe. Hier gibt es aber immer nur eine und "Sklavin des Zensors" erscheint hier exklusiv. Vielen Dank für das große Lob, aber hier tummeln sich so viele Nutzer mit so vielen unterschiedlichen Bedürfnissen - manche suchen nach Literatur, andere nach Filmen fürs Kopfkino, viele suchen sowohl als auch, einige mögen es extrem, andere brauchen Realismus und nicht wenige sind auf der Suche nach ein wenig Anteilnahme und dem (scheinbar stets subjektiv unerfüllten) Gefühl, dass man sich nicht nur für ihre Werke, sondern auch noch für sie selbst interessiert. Gaaaanz viele unterschiedliche Motive und viele Gründe, Punkte/Sterne zu verteilen oder nicht zu verteilen. Wer das zum Maßstab nimmt, wird bestimmt nicht glücklich. Deine Freude an meinem Zeug ist mein Maßstab. Damit bin ich glücklich.  

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Bild des Benutzers Malik4u

danke, dass du mir zu gegebener Zeit deine Tips zur Verfügung stellen willst. Nicht jeder verteilt so großzügige Angebote an Quaksalber, die hier noch nichts gepostet haben. Deine FAQ sind mir schon länger bekannt, nur hatte ich zuletzt den subjektiven Eindruck auf zu vielen Fortsetzungen von dir zugleich warten zu müssen (ich frage mich nur, wie es diejenigen aushalten, die nur auf einzelne deiner Sparten stehen...). Ich lenk mich ja schon damit ab, das ich für Belice Bemont so etwas wie einen Probeleser spiele.... für meine eigenen Ideen und Manuskripte fehlt mir derzeit leider die nötige emotionale und geistige Ausgeglichenheit, um meinen eigenen Qualitätsansprüchen zu genügen. Und da wären wir auch beim letzten Punkt. Klar, jeder hat seine eigenen Vorlieben und Massstäbe wenn er Geschichten liest oder bewertet. Trotzdem, wenn man sich zumindest nach Objektivität bemüht (auch wenn das unmöglich zu bewerkstelligen ist) kann man deine Geschichten, wenn man sie mit dem großteil der Autoren vergleicht,  nur höchst bewerten. Ablauf, Ausdruck, Rechtschreibung und dazu der sachliche wie optische Inhalt sind bei egal welchem Genre kaum zu toppen.... ich steh dazu   M4u

PS: Mit den in die Bilder eingearbeiteten Texten kann man deine Geschichten besser in eines der EBook Formate konvertieren... optimal aber eher, wenn die Schrift etwas kleiner, weiss unterlegt und unter dem Bild anfügen würdest. Transparent ist aber auch schon einmal eine Verbesserung gegenüber den reinen Texteinfügungen...

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