Sklavin des Zensors - Teil 2

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SM-Science-Fiction(?)

Deutsche Erstveröffentlichung

 

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Kapitel 2: Der Aufsteiger

Der Tag am städtischen Volksgericht war hart gewesen.

Kreisethiker Dennis Tanner hätte vor lauter Arbeit fast vergessen, welch besonderer Abend auf ihn wartete.

Immerhin hatte es wenigstens keine Probleme hinsichtlich der Beweislagen gegeben. Der Tankstellenpächter, der sich geweigert hatte, den unlängst eingeführten, mit Gülle versetzten Biosprit zu verkaufen, war sogar geständig gewesen, nachdem man ihn zwei Tage in ein Fass mit der neuen Beimischung gesteckt hatte. Die grundsätzliche Wiedereinführung der hochnotpeinlichen Befragung erleichterte das schwere Geschäft der Rechtspflege doch ungemein, nachdem seit einigen Jahren auch Bagatelldelikte mit der ganzen Härte des Gesetzes zu ahnden waren. Die Urteilsfindung geriet zwar nach den neuen Regeln recht einfach, aber die Vielzahl der Prozesse war kaum zu bewältigen.

Erst hatte es eine Welle neuer Umweltdelikte gegeben, nachdem der Partei „Die Oliven“ ein Sitz in der Ethikkongregation zugestanden worden war, dann nahmen die Sozialstraftaten sprunghaft zu, als man die Partei „Das Letzte“ auch noch einband und schließlich einigten sich alle Bundesethiker auf die Erweiterung der Straftatbestände gegen die ethische Ordnung.

Ethiker Tanner wusste an manchen Tagen schon nicht mehr, wen er in den abgelaufenen Stunden alles verurteilt hatte … und warum.

 

An diesem Abend jedoch sollte er für seine Mühen reich belohnt werden.

 

Als Tanner sich am späten Nachmittag auf den Weg in das Sicherheitsviertel machte, seinen Wagen an der Mauer abstellte, den schwerbewaffneten Wächtern seinen Ausweis vorzeigte und beobachtete, wie das unüberwindlich scheinende Stahltor vor seinen Augen zur Seite glitt, war er von der Größe und Pracht der Villen hinter dem Tor beeindruckt.

Viele Fragen schossen ihm durch den Kopf und er erinnerte sich an die Lektionen: „Ethik ist die Grundlage der Zivilgesellschaft. Ethik steht über menschlichen Erwägungen. Ethik hinterfragt man nicht.“

Langsam, um seiner Aufregung Herr zu werden, schritt Dennis Tanner auf das Anwesen mit dem bescheidenen Namen „Haus 5“ zu. Dies war das Domizil seines künftigen Gönners und Förderers, Landesethiker Olaf Lorenz. Dennis war noch nie hiergewesen. Es war nur ein einziger Grund für die Einladung denkbar: Aufstieg.

Am schmiedeeisernen Gartentor betätigte Tanner die Klingel, hielt den Knopf, bis sein Daumenabdruck identifiziert werden konnte, schaute präzise in den Retina-Scanner und nannte seinen Namen. Das Tor schwang auf und der nervöse, junge Kreisethiker ging zwischen gepflegten Rasenstücken hindurch zur Haustür.

Als die Tür von innen geöffnet wurde und eine nur spärlich bekleidete Frau heraustrat, verschlug es ihm fast den Atem. Das konnte kein „normales“ Dienstmädchen sein!

Ein BH, der die Brüste kaum bedeckte, ein Lendenschurz und Lederbänder mit Metallschlaufen um Hand- und Fußgelenke waren alles, was dem Ethiker an Kleidung der jungen Frau auf den ersten Blick auffiel. Sie war barfuß und ganz offensichtlich geknebelt. Tanner wusste nicht, ob er angesichts dieser Erscheinung lieber pikiert oder … erfreut sein sollte. Ein gewisser Druck, der von innen auf den Reißverschluss seiner Hose wirkte, ließ ihn befürchten, dass seine Erregung äußerlich erkennbar sein könnte. Er dachte an die beiden am Vormittag wegen mangelhafter Mülltrennung zu je drei Monaten Pflichtarbeit in der Kläranlage Verurteilten und versuchte, sich auf diese Weise abzulenken.

Was ging hier vor?

Galten in den Sicherheitsvierteln die Verordnungen über den Jugendschutz nicht? Tanner wusste, dass in diesen Wohnbereichen diverse Ausnahmen und Sonderregelungen existierten. Auch er selbst hatte hier weder exekutive noch judikative Befugnisse. Woanders wäre eine Frau in diesem Aufzug ganz schnell zu einem Monat öffentlicher Zurschaustellung in einem für Jugendliche verbotenen Territorium verurteilt worden … naja, dachte Tanner, wohl eher zwei Monate, denn strafverschärfend käme hier hinzu, dass die Frau auch noch sehr hübsch war. Wenn das ein Sechzehnjähriger sehen würde! Der käme doch gleich auf unethische Gedanken!

Mit einer Handbewegung bedeutete das seltsame Hausmädchen dem Besucher, einzutreten. Als sie sich umdrehte, um mit wiegenden Hüften und auf nackten Sohlen den Gast ins Innere des eindrucksvollen Anwesens zu geleiten, bemerkte dieser, dass die Frau von hinten noch unbekleideter aussah als von vorn. Der Druck auf den Reißverschluss nahm zu. Nicht einmal die Erinnerung an den ersten Verhandlungstermin an diesem Morgen half: Tanner hatte einen Kaffeehausbetreiber, in dessen Keller man eine antike Glühbirne gefunden hatte, zu zwei Monaten Pflichtarbeit in der Energiesparlampen-Quecksilberentsorgungsanlage verurteilt. Der Mann war daraufhin ausfällig und vulgär geworden und der Ethiker hatte ihn daher knebeln lassen müssen. Ob das hübsche Dienstmädchen wohl auch unethische Äußerungen von sich gegeben hatte? Tanners Erregung ließ nicht nach.

Seine Augen fühlten sich für ihn wie an den wohlgerundeten und praktisch nackten Pobacken des Hausmädchens festgetackert an. Gleichzeitig kam er nicht von der Frage in seinem Kopf los, warum man das hübsche Mädchen wohl geknebelt hatte. Natürlich handelte es sich bei diesen Gedanken ausschließlich um fachliche Erwägungen. Es war gutes Gedächtnistraining, die Vielzahl der nach neuem Recht mit einer Knebelung sanktionierten Tatbestände in Gedanken durchzugehen. Mit der Erektion hatte das ganz bestimmt nichts zu tun.

Das wäre ja sonst regelrecht unethisch gewesen.

Mit einer Handbewegung blieb das Hausmädchen stehen. Tanner sollte die zweiflügelige Tür, vor der sie angekommen waren und deren rechter Flügel einen Spalt weit offen stand, wohl selbst weiter öffnen und hindurchgehen. Die spärlich bekleidete Frau machte den Eindruck, als wäre ihr eine auf Gesten beschränkte Kommunikation durchaus vertraut. Womöglich war sie ja eine Wiederholungstäterin und Landesethiker Lorenz hatte es sich zu einem besonderen Anliegen gemacht, eine solche Person bei sich aufzunehmen, sie zu beschäftigen und höchstpersönlich dafür zu sorgen, dass sie nicht in der Öffentlichkeit rückfällig wurde.

Welch soziales, welch überaus ethisches, vorbildliches Verhalten!

Vielleicht würde es ja auch für Tanner irgendwann einmal eine Gelegenheit geben, sich auf solch ehrenhafte Weise einer Straftäterin anzunehmen?

 

Hinter der Tür befand sich ein gemütlich eingerichteter Raum, in dem Tanner vom Landesethiker Olaf Lorenz erwartet wurde … und von einer weiteren Frau, die eher als nackt denn als bekleidet bezeichnet werden musste. Ihre recht großen Brüste waren unbedeckt und wurden von dünnen Bändern mit Spitzenapplikationen umrahmt (und betont). Tanner wunderte sich. Unterhielt der Landesethiker in seinem Haus womöglich eine Art Heim für Gestrauchelte? Dieser lächelte seinen Gast freundlich an.

„Dennis Tanner, mein Freund, wie schön! Willkommen in diesem kleinen Refugium!“ Lorenz ging auf den Ankömmling zu, ergriff dessen Hand und schüttelte sie mit Überschwang. „Es ist immer eine Freude, einem jungen Kollegen zu begegnen, der mit solchem Enthusiasmus seiner schwierigen Aufgabe im Interesse des Gemeinwohls nachgeht. Ich habe diesen Weg schon seit einer ganzen Weile beobachtet. Jetzt ist es Zeit, die Früchte harter Arbeit zu ernten.“

Tanner war ein wenig verlegen. „Das ist sehr freundlich, Landesethi…“

„Olaf. Wir sind die Speerspitze einer neuen Zeit der Sauberkeit und Ordnung. Wir stehen in vorderster Front. Wir sind Kameraden. Wir sollten uns nicht mit Förmlichkeiten aufhalten. Gehen wir zum ‚Du‘ über, Dennis! Bist Du gut durch die Kontrollen gekommen?“

Speerspitze einer Zeit? Bewaffnete Zeiten? Tanner fand die Metapher irgendwie nicht ganz passend und die ganze Formulierung ein wenig martialisch, aber er verstand schon, was gemeint war. „Äh … ja, sicher. Ich konnte mich ausweisen und … Ih.. Deine Einladung hatte ich ja bei mir. Da waren die Wachen dann sehr freundlich. Ich … also … ich hatte nicht mit … so … äh … gut ausgestatteten Villen gerechnet.“

„Ach, das täuscht. Das musst Du eher funktional sehen. Außerdem soll ja einigermaßen gut wohnen, wer solch verantwortungsvolle Arbeit leistet, nicht wahr?“

„Ja, natürlich. Wie ist das aber möglich? Ich meine … das Maximaleinkommen reicht sicher für ein anständiges Leben, aber das hier …“

Lorenz lachte laut. „Hahaha! Das gehört doch gar nicht mir, lieber Freund! Ich bin nur ein kleiner, bescheidener Ethiker. Naja, ehrlich gesagt: Von dieser Sache mit dem Maximaleinkommen halte ich nicht viel. Wir haben das durchgewunken, um diese Leute von der Partei ‚Das Letzte‘ ins Boot zu bekommen. Dafür hat sich die Kongregation auf ein paar uralte Hüte eingelassen, die schon einmal einen ganzen Staat zugrunde gerichtet haben. Wenn Du außergewöhnliche Leistungen nicht außergewöhnlich entlohnst, dann bekommst Du nur noch gewöhnlichen Durchschnitt. Alle sind gleich? Toll! Dann sind automatisch alle gleich unmotiviert. Das ist menschlich. Gleichheit orientiert sich immer am schwächsten gemeinsamen Nenner. Deshalb sind diejenigen, die sich selbst für schwach und unfähig halten, die lautesten Rufer nach ‚Gleichheit‘ und ‚Gerechtigkeit‘.“

Tanner war verwirrt. „Aber soziale Gerechtigkeit ist doch erst vor wenigen Jahren in das neue Grundges…“

„Natürlich. Dazu stehe ich. Gerechtigkeit ist schon wichtig. Noch wichtiger ist aber, wie man die definiert und, vor allem, wer sie definiert. Das wissen auch diese als Schafe verkleideten Wölfe. Die waren nur zu blöd, es im ersten Versuch richtig anzustellen. Wir haben aber ein paar sinnvolle Ansätze übernommen. Einer davon ist die Definition von Eigentum. Diese Trottel hatten damals das ‚Volkseigentum‘ erfunden und festgestellt, dass keine Gesellschaft ohne Wettbewerb, ohne Konkurrenz und ohne Anreize funktioniert. Also erfanden sie zusätzlich das ‚Eigentum gesellschaftlicher Organisationen der Bürger‘. Das haben wir mit der letzten BGB-Novelle sachenrechtlich übernommen. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie toll das unsere linken Freunde fanden! Alles, was Du hier siehst, gehört nicht mir, sondern der Kongregation. Ich darf es nutzen. Das ist der gerechte Lohn für meine harte Arbeit. Das ist Gerechtigkeit auf der einen und Motivation auf der anderen Seite. Der Unterschied zum Pleitestaat ist, dass jetzt die richtigen Leute über die Verwendung des Ganzen entscheiden. Irgendwo muss das, was über das Maximaleinkommen hinaus erwirtschaftet wird, ja schließlich hin. Nicht wahr?“

Tanner nickte. Er war nicht sicher, ob er alles verstanden hatte. War nicht ein zugeteiltes Vermögen eine Art Umgehung des Maximaleinkommens? War nicht eine Überschreitung des Maximaleinkommens eine schwere Straftat? Wenn der Luxus, welcher ihn umgab, jedoch gar nicht zum Einkommen des Landesethikers gehörte, sondern Eigentum der Kongregation und damit der ganzen Gesellschaft war … dann war doch alles legal und legitim. Wenn er, Tanner, also auch künftig eine gute Arbeit als Ethiker leistete, dann würde er womöglich ebenfalls …? Die Sache versprach, spannend zu werden. „Ich glaube, ich kann noch viel von Ih… von Dir lernen.“

„Bestimmt, mein Freund. Deshalb bringe ich Dir jetzt bei, wie wir Ethiker, die wir schon etwas in unserem Leben geleistet haben, entspannen. Komm mit!“

Lorenz führte Tanner durch eine Nebentür in ein kleines Treppenhaus. Auf dem Weg in das Untergeschoss traute Tanner sich, den neuen Freund zu fragen: „Die Frauen, die ich gesehen ha…“

„Straftäterinnen. Früher waren die gefährlich. Nach erfolgter Resozialisierung kamen sie in meine Obhut.“

„Sind die denn jetzt ungefährlich?“

„Du weißt doch, wie effektiv unser Strafvollzug inzwischen ist. Natürlich wäre es trotzdem naiv, eine sozial schädliche sexuelle Veranlagung zu verharmlosen. Sexualterroristinnen brauchen unsere Fürsorge, solange sie leben. Du weißt ja aus Deiner Ausbildung, wie schwierig es früher war, Straftäter in die Sicherungsverfahrung zu bringen. Mit der Aberkennung der Bürgerrechte, die seit den Anti-Terror-Gesetzen von 2014 dauerhaft möglich ist, können wir diese besonders schweren Fälle aber jederzeit unter Kontrolle halten.“

„Ich wusste nicht, dass der Vollzug der Sicherungsverwahrung so … privat … möglich ist.“

„Ach, wir machen das schon lange so. Seit einer EU-Richtlinie mussten wir das aber mit einer neuen Sexualdienst-Verordnung, der SexVO, regeln. Ich werde Dich zur Beförderung in den Bezirksethikrat vorschlagen. Damit erwirbst Du nach § 8 Abs. 2 SexVO das Recht, Dir eine Sexualterroristin als Dienerin zuteilen zu lassen. Ich weiß natürlich wenig von Deinen … weißt Du was?! Während wir uns verwöhnen lassen, führe ich die Aussprache mit Dir durch!“

Tanner spürte, wie er errötete. Eine Aussprache mit einem Landesethiker! Das war schon eine ganz besondere Ehre. „Ich … ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das hätte ich nicht erwartet. Das ist ungemein schmeichelhaft.“

„Du hast es Dir verdient – mit harter Arbeit. Ich weiß, wie es da unten in den Volksgerichten aussieht.“ Lorenz seufzte. „Wer das durchgemacht hat, ist wirklich ein Leuchtturm des Rechts. Nein, Dennis, mein Freund, lass uns die Aussprache unter Gleichen führen, wie es vom Gesetzgeber gewollt ist! In der Aussprache sind wir alle nur Bürger.“

Tanner hatte noch nie eine Aussprache mit einer so hochgestellten Persönlichkeit gehabt. Wie würde es sich wohl anfühlen, wenn er diesem Mann all seine Geheimnisse anvertraute?

Tanner musste an die wachsende Zahl der Ausspracheverweigerer denken. Konnte es denn sein, dass so viele Menschen so viele schreckliche Gedanken zu verbergen hatten? Warum gelang es nicht, den Traditionslosen die unbestreitbaren Vorzüge der Aussprache zu vermitteln? All die vielen Menschen mit entsprechender Tradition hatten doch auch keine Probleme damit! Die Katholiken wussten, wie wichtig und reinigend eine Beichte war. Die Scientologen kannten die erleuchtende Wirkung eines Clearings. Die Kommunisten akzeptierten die Lernerfolge, die nur bei offener Selbstkritik auftreten konnten. Alle Menschen mit Tradition kannten schon diese Methoden, ihre Fehler, ihre Ängste, ihre Nöte und Sorgen einem Menschen ihres Vertrauens mitzuteilen. Die Traditionslosen hingegen behaupteten hartnäckig, die Aussprache diene der „Überwachung“, der „Bespitzelung“. Sie hatten Angst, ihre Geheimnisse einem anderen Menschen anzuvertrauen, weil sie glaubten, sie würden sich dadurch „erpressbar“ machen. Sie wussten eben nicht, wie ernst ein Ethiker seine Arbeit nahm. Sie konnten nicht vertrauen. Sie waren arme, zweifelnde, unglückliche Existenzen.

Im Keller roch es nach Chlor.

„Hier, Dennis. Du kannst Deine Sachen in diesen Spind hängen.“ Lorenz zeigte seinem Gast einen Stahlspind in einem kleinen Umkleideraum. Tanner, der davon ausging, dass sich in dieser Villa ein Swimmingpool befand (welcher natürlich nicht Olaf Lorenz, sondern der Kongregation gehörte – Lorenz durfte nur darin baden), meinte: „Ich habe keine Badesachen dabei.“

„Die brauchst Du nicht. Wir sind hier nicht nur privat – wir befinden uns in einem Haus der Kongregation. Hier gibt es keine unmoralischen oder unethischen Vorkommnisse. Was wir hier tun und erleben, befindet sich auf der Ebene höchsten gesellschaftlichen Anstandes. Hier gibt es weder Scham noch Verzagtheit. Hier herrscht die Ethik.“

Nackt folgte Tanner dem Hausherrn durch eine geätzte Glastür. Dahinter gab es tatsächlich einen Pool … und zwei splitternackte Frauen. In einer erkannte Tanner die Sexualterroristin, die bei seinem Eintreffen auf dem Teppich gesessen hatte. Die andere, weniger üppig ausgestattete Frau war ihm unbekannt.

„Das sind meine Dienerinnen Blondie und 369“, erklärte Lorenz. „369 ist neu in meiner Obhut. Ich habe noch keinen passenden Namen für sie gefunden und ich weiß auch noch nicht genau, wie ich sie verschönern lassen will, aber sie gefällt Dir hoffentlich.“

„Sie ist sehr hübsch.“

„Gut. Dann wird sie Dich verwöhnen, während wir unsere Aussprache halten. Ihre oralen Fertigkeiten sind schon ganz gut entwickelt.“

Irgendwie wollte sich bei Tanner keine rechte Begeisterung einstellen. Von den Freuden, die er beim Betreten der Villa empfunden hatte, war wenig zu spüren. Lag es daran, dass er nun definitiv wusste, dass es sich bei den nackten Frauen um üble Straftäterinnen handelte? Spielte es womöglich eine Rolle, dass 369 noch neu in der Obhut eines Ethikers war? Sie sah überhaupt nicht glücklich aus.

 

Fortsetzung in Teil 3 

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Kommentare

Bild des Benutzers Alexa.61

Das Übliche, zum Glück.

Denn wer erwartet von Chris schon dass er unter sein gewohnt hohes Niveau absinkt wenn er eine neue Geschichte veröffentlicht.

Wie alle seine Stammleser so leide auch ich unter den langen Pausen die er zwischen den einzelnen Teilen einlegt. Vor allem von der Ankündigung einer neuen Story bis zum Erscheinen der ersten Teile.

Und dann das hier: Etwas völlig neues mit einem völlig anderen Thema und wie immer hervorragend und detailreich ausgeführt.

Willst du deine Fans etwa foltern?

Mach das mal lieber mit deinen Protagonistinen. Du wirst schon sehen was du davon hast wenn du so weitermachst.

Zu deiner Geschichte kann ich nur eines sagen: Das Warten hat sich gelohnt.

 

Alexa

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Bild des Benutzers Chris Dell

Woher weißt Du das? Kennst Du die anderen 3 etwa persönlich? Scherz beiseite: Dankeschön. Ich tue, was ich kann, um die Leiden zu reduzieren. Siehe unten.

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Bild des Benutzers Raale

wie immer bei dir. Eine eigene Ideenlanschaft. Ich freu mich auf mehr. kiss

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Bild des Benutzers Chris Dell

Danke, ich auch. kiss

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Bild des Benutzers dominus00

Ich habe die Geschichte dreimal gelesen, aber ich habe wirklich nichts gefunden, was ich kritisieren könnte!

Zudem finde ich die Geschichte spannend, nachvollziehbar, und mit dem für deine Geschichten typischen Maß an sich ergänzender Bedrückheit und Freigeistigkeit in einem.

Und ich bin auch wahrscheinlich nicht der einzige, der lieber vorgestern als gestern eine Fortsetzung lesen würde...

Eine kleine Sache zum Verständnis: Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es für diese "Ethiker" in deiner Geschichte zur höchsten Obliegenheit gehört, sich geflissentlich distanzvoll zu duzen, sodass ich es mir in Erwägung dieses Umstandes erklären darf, dass du stets und ständig die Formen des Duzens der beiden Ethiker untereinander groß schreibst... Oder gab es am Ende sogar noch einmal eine Rechtschreibreform? wink

In jedem Fall sechs Sterne! Aber weniger als das erwartet man ja auch nicht von dir...

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Bild des Benutzers Chris Dell

ich wollte Dich nicht erschrecken. Was das "lieber vorgestern als gestern" betrifft: Ich auch! Ehrlich. Zum "Du": Egal, was irgendwelche Sesselfurzer glauben, entschieden haben zu dürfen - bei mir ist eine persönliche Anrede immer mit Respekt verbunden und wird daher groß geschrieben; egal, ob es sich um eine eher vertrauliche Variante handelt oder nicht. Bei mir gibt es keine aufeinanderfolgenden 3 Konsonanten, weil mir beim Anblick solchen Schwachsinns schlecht wird. Bei mir wird nicht jedes fremdsprachige Wort eingedeutscht, weil ich weder eine Pickelhaube trage noch der Meinung bin, dass alle Menschen außer mir (und den Teilnehmern der KMK, versteht sich) zu dumm sind, um Fremdwörter zu verstehen. Also: Pure Absicht. Wenn es mal anders ist, handelt es sich um einen Fehler meinerseits. Ach, ja - danke übrigens!

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Bild des Benutzers titania_60

Was mir aber Sorge macht , du lässt uns hier und auf deiner Seite solange warten .

Waren es sonst 4-5 Tage bis zum nächsten Up-date werden nun die Wartezeiten

zur Folter Pur . Bitte bald den nächsten Teil !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Bild des Benutzers Chris Dell

sind schon absehbar. Leider gibt es ein Leben neben dem Schreiben - auch bei mir. Das war in den letzten Monaten aus verschiedenen Gründen etwas ... äh ... kompliziert, so dass ich mein normales Schreibpensum nicht beibehalten konnte. Auch mein Postfach quillt über und viele gute Freunde fühlen sich vernachlässigt. An alle auf diesem Wege: Sorry. Bald werden die "Pausen" wieder kürzer.

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Bild des Benutzers Borderl1ne

Ausführung tadellos und Einstieg ist extrem klasse. Zensur; Sexualterrorimus, Ethikrat. Sehr anspruchsvolles Umfeld für eine BDSM-Story, ich hoffe sehr das wird noch weitergeführt oder vertieft, eine derart riesige Spielwiese thematisch gesehen.

 

 

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Bild des Benutzers Chris Dell

Vielen Dank.

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Bild des Benutzers Senara

Mannomann, Chris...

Ich gestehe: für jetzt und heute habe ich aufgehört zu lesen, als es mir zu politisch wurde. Den Rest führe ich mir zu Gemüte, wenn ich ausgeschlafen und fit bin. Zumindest braucht man nach dieser Lektüre nicht mehr zu grübeln, welche Farbe Du wohl wählst...

Ich bleibe dabei: Rein technisch gibt es wie immer nichts zu meckern. Inhaltlich ist es schön, dass es nicht eine Story wie viele andere ist; aber Stoff zum mal eben zwischendurch lesen, ist es definitiv nicht. Jeder Satz ist mit Inhalt und Bedeutung bis oben hin voll gestopft. Kritik und Zynismus in alle möglichen Richtungen.

Cayt gebe ich insofern Recht, als dass es trotz allem eine typisch dellicate Geschichte ist. Ich sehe das aber nicht so sehr als Problem - das ist eben Dein Markenzeichen. Die Black-Dagger-Bücher, nach denen Millionen Frauen süchtig sind, warten auch nach dem 18. Band nicht mit Neuheiten auf...

Ich kann nicht direkt sagen, dass ich extrem neugierig auf den nächsten Teil bin, weil es dafür für meinen Geschmack zu wenig Handlung und zuviel politische, soziale und wirtschaftliche Satire ist. Die Handlung ist eher Nebensache. Ähnlich wie z.B. beim Eulenspiegel ist dies hier etwas, das man gern liest und sich darüber amüsiert, wenn man in der entsprechenden Stimmung ist. Kein Roman für abends auf dem Sofa.

Daher wegen des mangelnden Suchtfaktors heute mal nicht die volle Punktzahl, sondern "nur" fünf Sternchen von mir. Im Vergleich zu Deiner Wolfsbraut, deren bekennender Fan ich nach wie vor bin, fehlt mir hier einfach was.

Ganz liebe Grüße,

Deine Senara

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Bild des Benutzers Chris Dell

würde ich, ehrlich gesagt, auch lieber "Wolfsbraut" lesen als "Sklavin des Zensors" ... oder vielleicht noch lieber "Zu seinen Füßen" wink.

Allerdings kann ich nicht davon ausgehen, Dich in irgendeiner Weise dazu verleitet zu haben, etwas zu lesen, was nicht so ganz Deinem Geschmack entspricht. Das dürftest Du ja schon in den ersten Zeilen festgestellt haben. Insofern: Ego me absolvo. Demnächst gibt's auch mal wieder was fürs Sofa. kiss

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Bild des Benutzers Norhex

endlich die Fortsetzung. BDSM super gut integriert in eine (vielleicht nur scheinbar) fiktive Zukunftsgeschichte. Zur Zeit dominiert das Sozialkritische in der Geschichte - ich finde das klasse, weil die BDSM Entwicklung auch klar erkennbar ist. Bitte die armen Leser nicht wieder soooo lange foltern - zumindest meiner Psyche tut die lange Wartezeit auf die nächste Fortsetzung nicht gut - lach.

Womöglich sollte man diese von Dir angestellten Überlegungen und Fiktionen mal überdenken - die von Dir inszenierte Umgebung und deren Mächtigen ist gar nicht so unrealistisch.

Es stellt sich nun die Frage: "Bist Du ein Visionär oder gar ein Prophet?" Für uns alle hoffe ich doch sehr, dass die von Dir beschriebenen Repressalien niemals greifen - obwohl, der Vergleich zu Orson Welles liegt doch sehr nahe.

Und...Respekt, diese Kombination von beinah realer staatlicher Gewalt und BDSM ist gewagt ... aber genial gut.

Lieben Gruß norhex

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Bild des Benutzers Chris Dell

muss ich nicht sein. Prophetisch schon gar nicht. Ich muss nur mal versuchen, bei google.de einen Treffer für diese Seite hier, ASSTR oder bdsm-library zu bekommen und danach mit identischer Suche mal ins noch nicht so verwanzte Ausland wechseln (google.nl, google.be ... egal). Oder ich sehe mir die aktuellen Verlautbarungen der Deutschen Bischofskonferenz an. Oder alte Kanzler, die ihr Wort über das Gesetz stellen. Oder, oder, oder ... So sehr ich Orson Welles schätze - der war deutlich "visionärer" und bewegte sich in sehr viel größerem Abstand zur Realität.

Vielen Dank für das fette Lob. Wagnisse machen das Leben würzig und ich mag es scharf.

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