Sanna - IV

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Das war eine dumme Idee. Das war Wahnsinn! Ihr Blick huschte zu Alyss, die versuchte, sich so klein wie möglich zu machen. Dann legte sie ihre Hand in Seine. Wie nicht anders zu erwarten, waren seine Finger viel zu kalt.
„Eine Nacht.“ Sie begegnete seinem Blick. Sie durfte nicht zuerst wegsehen. Wenn er ahnte, wie viel mehr er ihr genommen hatte, als nur ein paar Amulette, dann war sie verloren. Sie war hilflos. Ihre Kreise lagen am anderen Ende des Raumes – weit genug weg, dass er sie überwältigen konnte, bevor sie sie erreichte.

Es kostete sie alle Überwindung, aufrecht stehen zu bleiben, als er sie in seine Umarmung zog.
„Haltet Euch fest.“

Als ihr klar wurde, was er vorhatte, klammerte sie sich an seinen Arm. Aber ihr warf er vor, wie gefährlich es war.

 

Wenigstens ließ er sie dieses Mal direkt los. Aber gut, er hatte nichts zu befürchten. Während die magischen Kreise vorhin noch schwer zu erreichen waren, war sie jetzt völlig von allem abgeschnitten. Er hatte nie viel Wert auf Schmuckstücke gelegt. Und hier, in seinem Schlafzimmer, würde er auch keine magischen Bücher aufbewahren. Wie sie ihn hasste. Sie warf einen kurzen Blick aufs Bett. Diesmal würde sie wohl nicht darum herum kommen. Aber sie würde es so lange wie möglich heraus zögern.
Sie setzte sich an den kleinen Tisch und schenkte zwei Becher Wein ein.
„Also … was sollten eigentlich diese magischen Scharmützel in den letzten Wochen? War Euch langweilig?“

Er nippte lächelnd an seinem Wein. „Ihr erinnert Euch an Segar? Er hat mich gut dafür bezahlt. Und der Wein den Ihr trinkt, ist nicht billig.“

Sie lachte kurz auf. Das war genau die Art Gespräch, das ihn lang genug beschäftigt halten konnte, um ihr etwas Zeit zu verschaffen. Und wenn sie schon keinen Ausweg fand, konnte sie wenigstens noch eine Weile ihren Stolz behalten.
„Ich würde mich gerne an den Kosten beteiligen, aber ich befürchte, ich habe mein Geld in Farrador vergessen.“
Der Beutel hing an ihrem Gürtel. Sie konnte nur hoffen, dass Alyss es schaffte, sich zu befreien. Sie hatte es nicht verdient, die ganze Nacht gefesselt zu verbringen.
„Ich denke ich kann es mir gerade so leisten, Euch einzuladen. Wobei ich mir auch einen schöneren Zeitvertreib vorstellen kann, als Wein zu trinken.“
Unter seinem Blick wirkte ihr Kleid viel zu dünn. Sie zwang sich, ruhig am Wein zu nippen, während alles in ihr schrie, dass sie sich zusammenkauern sollte. Rennen. Irgendetwas anderes tun, als hier zu bleiben und diesem Monster ausgeliefert zu sein.

Es war keine zwei Tage her, seit sie von ihm geträumt hatte, seit sie sich in seine Arme gewünscht hatte. Aber doch nicht während er die Regeln bestimmte.

Als hätte er ihre Gedanken gelesen, lächelte er sie an. „Wisch dir die Schminke aus dem Gesicht.“

Sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass es keine Bitte war. Trotzdem zögerte sie. Es war eine weitere Maske, die er ihr nehmen würde. Sie brauchte die Kontrolle. Über sich, ihren Körper, die Situation. Mehr als je zuvor.

„Nein.“

Seine Stimme war fast so kalt wie seine Augen. „Ich denke, du missverstehst mich. Hättest du mein Angebot beim ersten Mal angenommen, hätte ich dir eine Wahl gelassen. Stattdessen hast du die Nacht gegen das Leben deiner Magd getauscht. Wenn du willst, dass ich meine Seite des Handels einhalte, wirst du gehorchen.“

Die Waschschüssel stand drei Meter weit entfernt und sie war froh, dass sie ihm den Rücken zudrehen konnte. Ihre Hände zitterten, als sie sich das eisige Wasser ins Gesicht klatschte. Mit der Schminke wischte sie auch eine einzelne Träne weg. Verdammt. Sie war eine Magierin. Sie war in der Lage die Fassung zu bewahren. Oder?
Es war nur eine Nacht. Sie atmete tief durch. Eine Nacht mit ihm. War es nicht das, was sie sich gewünscht hatte, während sie Tasar verführt hatte? Er würde sie erniedrigen. Sie würde es hassen. Und genießen. Lass dich einfach fallen, flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf. Was kann in einer Nacht schon passieren? Du wirst am nächsten Morgen wieder aufstehen und die Alte sein. Die Schminke wieder auftragen und die Magierin werden, die sich niemandem beugt. Also genieß diese Nacht, wenn du schon die Gelegenheit hast, dich ihm hinzugeben. Und die Ausrede, dass er dich dazu gezwungen hat.

Warum nicht? Ihr Stolz brachte ihr hier sowieso nichts, warum sollte sie sich an ihm festhalten?

Mit einem Lächeln bewaffnet drehte sie sich zu ihm um.
Er musterte sie über den Rand seines Weinglases hinweg. Sie konnte sein Lächeln nicht sehen, aber seine Augen verrieten es. Langsam ging sie auf ihn zu. Sie hatte ihn vermisst, egal wie gefährlich er war. Und jetzt war sie neugierig, was er tun würde, wenn alles wieder so war wie früher. Auf halbem Weg blieb sie stehen und knickste tief. „Herr.“

Er zog eine Augenbraue nach oben.

„Solltest du mich nicht Meister nennen?“

„Es gibt nichts, das Ihr mir noch beibringen könnt. Herr.“

„Vielleicht sollte ich dich Gehorsam lehren.“

Das könnte interessant werden. „Wenn Ihr glaubt, dass Ihr das schafft … Herr.“

Er lachte leise. „Dafür, wie sehr du dich gegen Befehle von mir wehrst, scheinst du dich ziemlich danach zu sehnen, dass ich dir welche gebe.“

Sie blinzelte. Das würde er nicht tun. Oder? Sie wich einen kleinen Schritt zurück, als er auf sie zukam, bevor sie bemerkte, was sie tat, dann sah sie ihn herausfordernd an. Er strich durch ihr Haar und es fiel ihr immer schwerer, sich nicht wie ein junges Mädchen zu fühlen. Sie das Gefühl, dass er sich den Kommentar ‚Braves Mädchen‘ verkniff. Und trotzdem fühlte sich die Geste so schützend an.
„Ich habe absolute Macht über dich. Du willst mir gehorchen. Gleichzeitig wollen wir beide nicht, dass ich diese Macht ausübe. Du könntest mir also gehorchen, weil es das Richtige ist. Oder du wehrst dich, weil ich es zulasse.“

Es hörte sich logisch an. „Vielleicht wehre ich mich auch, weil Ihr es langweilig findet, wenn ich nur gehorche.“

„Vielleicht.“ Wieder strich er durch ihr Haar. Sie legte den Kopf leicht in den Nacken und hoffte, dass er die Einladung annehmen würde. „Vielleicht willst du aber auch etwas völlig anderes. Ich kann dich nicht nur mit Worten beherrschen.“

„Wollt Ihr mir etwa zeigen, was für ein mächtiger Magier Ihr seid?“ Er trug mindestens einen Kreis. Den, mit dem er sie vorhin gefesselt hatte. Woran dachte sie da eigentlich? Das war pervers! Und doch …

„Ich dachte es gäbe auf dem Feld der Magie nichts mehr, das ich dir beibringen kann.“, lächelte er. „Es sei denn du willst wissen, wie es sich anfühlt, einem Magier völlig ausgeliefert zu sein.“

Ihr Fingerspitzen kribbelten. Sie wollte ihn anfassen. Sie wollte ihn küssen. Sie wollte seine Hände nehmen und auf ihren Körper legen. Sie wollte die Magie spüren …

Stattdessen erwiderte sie sein Lächeln. „War ich das nicht zehn Jahre lang?“

Als er diesmal durch ihr Haar strich, lehnte sie ihren Kopf gegen seine Hand. „Kannst du dich erinnern, wie oft ich Magie benutzt habe, um dich gefügig zu machen?“

„Zweimal.“

„Ich erinnere mich nur an eine Gelegenheit.“

Ein kühler Lufthauch an ihrer Hand ließ sie erschaudern. Im nächsten Moment spürte sie, wie sich Kälte um ihre Handgelenke legte. Als sie probehalber versuchte, die Hände zu bewegen, fühlte es sich so an, als seien sie in Honig gefangen. Wie in Zeitlupe streckte sie die Hand in seine Richtung. Er benutzte tatsächlich den Kreis. Sie hatte davon geträumt, aber dass sie es wirklich erleben würde, hätte sie sich nicht mehr erhofft. Kurz bevor sie die Hand an seinen Hals legen konnte – um ihn endlich näher zu sich zu ziehen – verdichtete sich die Luft weiter. Ein wohliger Schauer durchzog sie, als sie bemerkte, dass sie die Hände nicht mehr bewegen konnte.

Er ging langsam um sie herum und blieb hinter ihr stehen. „Es gibt einen Unterschied zwischen dem Magier und dem gelangweilten Burgherrn.“

Sie drehte sich so weit wie möglich zu ihm, während ihre Hände gefangen blieben. „Ich habe gehört beide seien sadistisch.“

Verdammt, warum forderte sie ihn immer heraus? Konnte sie nicht einmal vernünftig sein?

„Was für üble Gerüchte über mich in Umlauf sind.“

Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er seinen Dolch in der Hand drehte. Sie schaffte es nicht, den Blick von dem glänzenden Metall loszureißen.

„Das könnte daran liegen, dass Ihr die Gerüchte streut.“

Er lachte. „Möglich. Manchmal muss man etwas nachhelfen, wenn man gefürchtet werden will. Hast du Angst?“

Die Spitze des Dolches kratzte über ihre Haut. Sie wagte es nicht zu atmen, auch wenn es nicht weh tat.

„Ihr werdet mich nicht verletzen."

„Blindes Vertrauen. Wie hübsch.“

Sie zitterte, während die Klinge von ihrem Hals zur Schulter glitt. Irrte sie sich, oder drückte er fester zu? Er zog den Dolch weiter ihren Arm hinunter, begleitet von einem unangenehmen Brennen. Der Ärmel des Kleides fiel kurz darauf zerschnitten zu Boden. Kurz darauf quollen einzelne, kleine Bluttropfen aus dem Schnitt. Sie zerrte an den Fesseln, aber sie konnte ihre Hände kein Stück weit bewegen. Wenn es nur nicht so brennen würde!

„Glaubt Ihr, dass ein kleiner Schnitt mir Angst macht?“

„Hoffentlich nicht. Ich hätte gerne noch etwas Spielraum nach oben.“

Er zerschnitt den anderen Ärmel. Inzwischen wurde das Kleid nur noch an ihrer Hüfte gehalten. Sofort hielt sie inne, damit der Stoff nicht vollständig zu Boden fallen konnte. Als sie sah, wie er den Dolch wieder in die Scheide steckte, wagte sie es ruhiger zu atmen. Sie brauchte nicht noch mehr Verletzungen. Die zwei Schnitte waren schon schlimm genug. Noch immer gaben die Fesseln aus Luft nicht nach, dabei wollte jede Faser ihres Körpers über die Verletzungen fahren, um den Schmerz etwas zu dämpfen. Oder zumindest darüber kratzen, damit es nicht mehr so juckte.

Als hätte er ihre Gedanken gelesen, strich er mit einem Finger über ihre Schulter. Das Rot verwischte und er seufzte leicht, als er das Blut ableckte.
„Du schmeckst gut.“

Er versuchte ihr Angst zu machen. Wahrscheinlich wollte er, dass sie dachte, er würde sie weiter schneiden. Die Vorstellung war nicht angenehm, aber sie glaubte nicht, dass ihn das wirklich befriedigen würde. Außer er hatte seine Gewohnheiten geändert.

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass Ihr es übertreibt.“

„Glaubst du?“ Er strich einen weiteren Tropfen von ihrer Haut, dann hielt er den Finger dicht vor ihre Lippen. Einen Moment lang starrte sie ihn ungläubig an. Dann küsste sie seine Fingerspitze. Vom Blut schmeckte sie kaum etwas, aber nach kurzer Überlegung begann sie an dem Finger zu saugen. Sie wollte mehr. Wieso küsste er sie nicht? Wieso zog er sie nicht an sich? Sie wollte nicht länger warten.

„Sieht so aus, als würde es dir auch schmecken.“

„Nehmt mich. Bitte.“

Er lachte. Im gleichen Moment wurde sie von den Füßen gerissen. Sie rechnete schon damit, gleich hart auf dem Boden aufzuschlagen. Stattdessen fiel sie nur ein Stück nach hinten, blieb in der Luft hängen. Sie drehte den Kopf panisch und bemerkte dabei, dass sie etwa einen Meter über dem Boden lag. Auf Luft. Ihr erschreckter Aufschrei wurde erstickt, als die Luft auch ihren Mund ausfüllte. Sie rang nach Atem und brauchte ein paar Atemzüge um zu begreifen, dass sie durch die Nase atmen musste.

„Ungeduldig wie immer.“ Er lächelte, während er die Finger über ihren Körper wandern ließ. Sie versuchte sich aus diesem eisigen Griff zu winden, konnte aber inzwischen nicht einmal mehr den Kopf bewegen. Konnte er ihr nicht wenigstens etwas Spielraum lassen?

Im Vergleich zu ihren Fesseln fühlten sich seine Hände angenehm warm an.

„Aber ich glaube, ich kann dir die Ungeduld verzeihen.“, fuhr er mit samtweicher Stimme fort, strich über ihre harten Nippel. Dann drückte er zu.

Sie zuckte zusammen, suchte verzweifelt nach einem Ausweg. Sie konnte sich nicht rühren, konnte nicht schreien. Als sie die Augen schloss, fühlte sie sich in die Vergangenheit zurückversetzt. Sie war wehrlos, nichts weiter als seine Schülerin. Das Mädchen, das er nach Belieben benutzen konnte. Sie hatte die Kontrolle verloren. Die Augen wieder zu öffnen half nicht. Er hatte sich in den vergangenen Jahren kein Stück geändert, was die Vision noch glaubhafter machte. Hatte sie sich die achtzig Jahre nur eingebildet? War sie noch immer seine Gefangene und hatte nur geträumt? Sie wollte nach ihren Amuletten tasten, aber es gelang ihr nicht. Langsam spürte sie Panik in sich aufsteigen. Sie sah an sich herab, hoffend, dass sie das Kleid sehen würde – ein Schnitt, den sie selbst entworfen hatte – und bemerkte dabei, dass sie nackt war. Sie konnte sich das nicht alles eingebildet haben, oder?

Und warum sah er so kalt auf sie herab? Was hatte sie falsch gemacht? Sie ließ selten eine Gelegenheit aus, ihn zu erzürnen, aber sie konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, was sie diesmal getan hatte.

 

 

 

 

Dann fühle sie seine Finger zwischen ihren Beinen, bemerkte gleichzeitig, wie die Luft sich an ihren Beinen veränderte, diese auseinander drückten. Sie hatte sich selten so hilflos gefühlt. Sie konnte nichts tun, während er …

„Sieht so aus als müsste keiner von uns lange warten.“, meinte er, während er seine Finger ableckte. Allein die Art, wie er seinen Blick über ihren Körper wandern ließ, sorgte aber dafür, dass sich alles in ihr zusammen zog. Es würde unangenehm werden. Es würde erniedrigend werden. Und er würde es genießen.

Sie schloss die Augen, hoffte, dass es schnell vorbei war. Jetzt ließ er die Finger über ihren Körper gleiten. Dann spürte sie wieder etwas in sich. Sie riss die Augen wieder auf, sah die Neugierde in seinem Gesicht geschrieben. Was … die Luft? Er benutzten einen Zauber, benutzte die Luft, um sie damit zu vergewaltigen? Die Kälte füllte sie aus, tastete sich weiter, zog sich erst zurück, als sie schmerzerfüllt das Gesicht verzog. Sie zitterte in den Fesseln, bis er schließlich in sie drang. Nach der eisigen Kälte fühlten sich seine Berührungen noch viel besser an als sonst. Wenn sie nur nicht gefesselt wäre!

Schon nach wenigen Stößen hielt er inne.

„Du zappelst mir zu wenig.“

Was hatte er denn gedacht, was sie tun würde? Sie verzog das Gesicht, als er sich nach vorn beugte und dabei tiefer in sie drang als angenehm war um seine Hände unter ihren Rücken legte. Dann bewegte sich die Luft, zog sich von ihrem Rücken zurück, schlang sich um ihre Arme und zog diese nach außen. Sie wand sich in seinem Griff und erntete ein zufriedenes Lächeln. Dann ließ er sie los. Sie fiel ein Stück, nur um kurz darauf von den Fesseln an ihren Armen aufgehalten zu werden. Ihr Oberkörper hing viel zu weit unten, während ihre Hüfte fest verankert war – und er gerade wieder fröhlich in sie stieß. Das war ein Albtraum. Sie zog sich nach oben, versuchte sich zu wehren, bemerkte aber zu schnell, dass sie keine Chance hatte. Hin und wieder spürte sie wieder Luft, die ihren Oberkörper nach oben drückte, wenn sie zu lange nur in den Fesseln hing. Das war ein Albtraum. Hoffentlich wachte sie bald auf.

Sie war völlig erschöpft, als er schließlich die Arme um sie schloss. Kurz darauf lösten sich die unsichtbaren Fesseln auf. Dass sie zitterte bemerkte sie erst, als er sie fester an sich drückte.

Er trug sie zum Bett und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Magisch genug?“

Sie blinzelte mehrmals und es dauerte, bis sie seine Frage verstanden hatte. Erst langsam kehrten die Erinnerungen zurück. Sie war alt. Sie war nur für eine Nacht hier. Sie lächelte ihn an und zog ihn mit einem Kuss ins Bett.

„Etwas kurz. Und Ihr habt nur einen Kreis verwendet. Ich hätte von einem mächtigen Magier mehr Kreativität erwartet.“

Sie ließ die Finger über seine Brust wandern. Er war genauso außer Atem wie sie.

„Was würdet Ihr denn vorschlagen, Lady Vanora?“

Sie lachte leise und schmiegte sich näher an ihn. Es tat so gut, endlich wieder in den Armen eines Mannes zu liegen.
„Ich könnte es Euch zeigen, wenn Ihr Euch in meine Gewalt begeben wollt.“ Sie setzte sich rittlings auf ihn. Wenn er darauf eingehen würde, könnte es interessant werden.

Diesmal lachte er leise, während er die Finger in ihrem Haar verkrallte und sie zu sich zog. „Ich denke ich verzichte.“

„Dann müsst Ihr Euch wohl selbst Gedanken machen.“ Seine Lippen waren angenehm warm. Wie sie diesen Mann vermisst hatte!

„Ich denke ich hätte ein paar Ideen für morgen.“

„Morgen werde ich nicht mehr hier sein.“

Er schloss die Arme um sie. „Bleibt.“

Sie lachte leise. „So schön die Nacht war, ich habe andere Pflichten.“ Es war wundervoll, bei ihm zu liegen. Aber wenn sie blieb, würde sie alles verlieren, das sie sich hart erkämpft hatte. Ihren Einfluss, ihre Freiheit, die Kontrolle.

„Pflichten sind etwas fürs einfache Volk. Bleibt bei mir.“

Ihre Finger verharrten auf der Stelle. Das Scherzhafte in seiner Stimme war verschwunden.

„Nariyen. Ich werde gehen.“

„Was muss ich Euch bieten, damit Ihr bleibt?“

Er klang fast verzweifelt. Seine Umarmung fühlte sich plötzlich viel zu beengend an.

„Es gibt nichts, das Ihr mir bieten könntet. Lasst mich los.“

Stattdessen drückte er sie fester an sich.

„Bleib bei mir.“

„Lasst mich los!“ Sie wand sich in seinem Griff. Was dachte er sich eigentlich?

„Ich befehle dir, jede Nacht mit mir zu verbringen.“

Sie erstarrte. Das konnte er nicht getan haben.
„Nehmt das zurück.“, flüsterte sie.

„Sanna ...“

„Nehmt es zurück!“, schrie sie ihn an. Das konnte er nicht tun. Er konnte ihr keine Befehle geben. Sie zitterte. Er konnte ihr nicht einfach die Kontrolle entreißen. Er konnte ihr nicht einfach ihr Leben nehmen!

„Sanna, ich brauche dich.“

„Ihr habt es versprochen!“ Sie hatte nicht viel Bewegungsspielraum, aber das war ihr egal. Sie krallte ihre Fingernägel in seine Haut, sie biss zu, sie wand sich. Das konnte er nicht tun. Ihr wurde schwarz vor Augen. Das konnte nicht sein!

„Beruhige dich.“ Plötzlich war er über ihr. Er umklammerte ihre Handgelenke und drückte sie ins Laken.

„Ihr habt es versprochen. Zehn Jahre, nicht länger.“

„Schhh. Ich will dir nichts Böses. Glaub mir.“

„Dann nehmt den verfluchten Befehl zurück!“ Sie hasste die hysterische Note in ihrer Stimme.

Sie konnte seinen Blick nicht deuten. „Das kann ich nicht.“

Dann spürte sie eine Berührung am Oberschenkel.

„Fasst mich nicht an.“

Er lächelte. „Du willst es doch auch.“

Sie fühlte sich der Ohnmacht nahe, als er in sie drang. Wie hatte das passieren können? Sie spürte, wie alles zerbrach. Wie konnte er es wagen, ihr alles zu nehmen?

Sie wehrte sich, aber das schien ihn nur noch anzuspornen. Dieser Dreckskerl. Wie sie ihn hasste!

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