Sanna - II

 
Ich freue mich über jede Kritik, egal wie scharf sie sein möge - nur so kann ich den Schreibstil verbessern.
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Sie brauchte nicht lange, bis sie ihre Gefühle wieder unter Kontrolle hatte. Mit einem frischen Kleid und einem Lächeln bewaffnet trat sie wieder ins Arbeitszimmer.
Carna sprang vom Stuhl auf, als er sie sah und verschüttete dabei beinahe seinen Wein. Naja, sie konnte es ihm kaum verübeln. Sie hatte ihn in der Hand. Sie war eine Magierin.
„Nackt habt Ihr mir besser gefallen.“
Sie starrte ihn an. Soviel zum Thema Respekt vor einer Magierin. Na toll. Sie riss ihm den Becher aus der Hand. Vielleicht konnte der Wein sie etwas aufheitern. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er mehrmals zum Sprechen ansetzte.
„Ihr … ich hätte vorsichtiger sein sollen. Es tut mir Leid.“
„Ihr hättet weiter machen sollen. Es ist viel zu lange her, seit ich bei einem Mann gelegen habe.“
„Ich wäre nicht viel weiter gegangen. Ich würde nicht riskieren, Euch zu schwängern.“
Sie lachte auf. „Ich bin unfruchtbar.“
Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. „Das tut mir Leid.“
Sie trank einen großen Schluck bevor sie antwortete. „Ihr könnt nichts dafür. Auch wenn Ihr dem Dreckskerl ähnlich seht.“
Was zur Hölle erzählte sie da? Warum würde sie ihm gegenüber ...
„Wo habt Ihr den Wein her?“
Als er auf die offene Schublade deutete, fluchte sie. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. Verdammt! Warum musste sie so dumm sein?
„Wenn ich Euch erpressen wollte, Tasar, womit könnte ich das am Besten tun?“
„Ich bin ein Bastard. Mein Vater wusste nichts davon, aber meine Mutter hat es mir im Sterbebett gebeichtet. Ich habe keinerlei Anspruch auf den Titel, den ich trage... Was zur Hölle ist in dem Wein?“
„Ein Wahrheitselixier.“
„Ernsthaft?“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. „Habt Ihr vor, Euer Versprechen zu halten?“
„Natürlich. Auch wenn Ihr Euch nicht daran erinnern werdet.“
„Wird das, was hier geschehen ist irgendwelche Konsequenzen für mich haben?“
Sie wollte die Frage verneinen, bemerkte aber, dass sie es nicht konnte. „Ja. Ich werde Euch wahrscheinlich in ein paar Monaten das Angebot noch einmal machen.“
Ein gefährliches Lächeln trat auf seine Lippen. „Warum?“
Weil Ihr attraktiv seid, und ein Mann. 
„Weil Ihr ihm ähnlich seht.“
„Wem?“
Sie biss sich auf die Zunge. Das war keine Frage, die sie beantworten sollte. Wollte.
„Nariyen. Hört auf, mir solche Fragen zu stellen!“
„Und was, wenn nicht?“ Er kam auf sie zu und sie wich zurück, bis sie mit dem Rücken ans Bücherregal stieß.
„Ich … „
„Was werdet Ihr tun, kleine Sanna?“
Das ging zu weit. Er hatte keine Recht dazu!
„Antworten.“
Wieso musste er so dicht bei ihr stehen? Sie konnte seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren.
„Gefällt es Euch etwa, bedrängt zu werden?“
Nein!
„Ja.“
„Also gut, kleine Magd.“ Verdammt. Der Tonfall gefiel ihr gar nicht. Sie musste hier raus. Als hätte er ihre Gedanken gelesen stützte er seine Hände rechts und links von ihr an das Regal.
„Gefällt es dir, wehrlos zu sein?“
Nein, nein, nein!
„Ja.“
„Warum?“
„Ich... weiß es nicht. Wahrscheinlich, weil es so lange so war. Weil er mir jahrelang Aphrodisiaka gegeben hat, damit ich Spaß daran habe.“
Tasar runzelte die Stirn. „Du hörst nicht auf von diesem Mann zu reden. Wer ist er?“
„Mein ehemaliger Meister. Wahrscheinlich der einzige Magier der sich mit mir messen kann und gewinnen wird. “
„Und trotzdem hört man überall, dass Lady Vanora die mächtigste Magierin ist.“
Sie lachte. „In einem fairen Kampf hätte er keine Chance. Aber ...“ Sie hob die Hand, strich über das Armband. „... ich habe ihm einen magischen Schwur geleistet. Ich kann ihn nicht angreifen, nicht töten und ich schulde ihm absoluten Gehorsam.“
„Ein sehr dummer Schwur. Hat es dir gefallen, gehorsam zu sein?“
Sie schnaubte. „N … Manchmal.“
„Wann?“ Dass er während der Frage sanft über ihre Wange strich war mehr als verwirrend. Sie wusste dass es nicht gut war, dass er sie ausquetschte. Sie wusste, dass sie sich wehren sollte, Gegenfragen stellen, irgendetwas. Stattdessen drehte sie ihren Kopf ein winziges Stück, hin zu seiner Hand, um die Berührung in die Länge zu ziehen.
„Wenn er mir den Orgasmus bis zu einem bestimmten Moment verboten hat. Wenn er mich mit Worten statt mit Seilen gefesselt hat.“
Das ging ihn überhaupt nichts an!
„Interessante Vorstellung.“ Seine Hand war zu ihrem Nacken gewandert. „Du lässt dich gerne fesseln?“
In dem Moment als sie antworten wollte zog er ihren Kopf nach hinten. „Ja.“, hauchte sie. Nur noch wenige Zentimeter trennten seine Lippen von ihren.
„Und was willst du von mir?“
„Mehr.“ Es fühlte sich gut an, wie er seine Finger in ihren Haaren verkrallte. „Einen Kuss und d...“
Bevor sie mehr sagen konnte erfüllte er ihre Bitte. Seine Lippen waren warm und weich, verschmolzen mit Ihren. Sie schloss die Augen und legte den Kopf weiter in den Nacken, kostete den Moment aus. Viel zu früh löste er sich wieder von ihr. Seine Lippen wanderten zu ihrem Hals.
„Was bekomme ich dafür, dass ich weiter mache?“, flüsterte er.
„Sex mit mir.“ Was sollte die Frage?
„Verlockend. Aber ich will mehr. Ich will mich daran erinnern.“ Er biss in ihr Ohrläppchen. „Gibt es etwas das ich tun kann, um es nicht zu vergessen?“
„Ja.“ Oh. Fuck. Warum musste er diese Frage stellen? Das konnte nur schief gehen.
„Was?“
„Ein magischer Schwur, dass Ihr nichts erzählt. Oder Ihr überwältigt mich und sucht einen anderen Weg nach draußen. Aber dann werde ich Euch suchen, wenn ich wieder frei bin. Außer Ihr tötet mich.“
„Gut zu wissen.“ Diesmal konnte sie es so überhaupt nicht genießen, als er sie küsste. Wie sie diesen Wein verfluchte! Sie würde die Flasche nie wieder in einer unverschlossenen Schublade lagern. Wenn sie überhaupt noch dazu kommen würde, es zu bereuen.
„Wirst du einen magischen Schwur von mir akzeptieren?“
Sie atmete erleichtert aus. „Ja.“
Der nächste Kuss ließ sie ihre Befürchtungen wieder vergessen. Sie presste ihren Körper gegen seinen. Mehr. Inzwischen wanderten seine Hände über ihren Körper, verharrten dann an ihren Schultern.
„Brauchst du das Kleid noch?“
„Nein.“
Das Geräusch der zerreißenden Seide erinnerte sie an eine Klinge, die gezogen wurde. Sie beeilte sich, die Fetzen von ihren Armen zu ziehen. Sie brauchte keinen unnötigen Stoff. Nicht jetzt. Als sie nach seinem Gürtel griff hielt er ihre Hände fest.
„Du bist zu ungeduldig. Wie lange ist es her, seit du das letzte Mal Sex hattest?“
„Vier Jahre.“
„Dann kannst du auch noch etwas länger warten.“
„Macht es Euch Spaß, mich hinzuhalten?“
„Sehr.“
„Und ...“
„Schhht.“ Er legte einen Finger auf ihre Lippen. „Ich stelle die Fragen. Du antwortest. Verstanden?“
Sie lächelte und nickte.
„Gut.“ Er hob sie hoch und setzte sie auf den Schreibtisch. „Warum willst du Sanna genannt werden?“
„Weil es mein wahrer Name ist.“
Seine Finger malten unsichtbare Muster auf ihre Haut, dann drückte er sie nach hinten, bis sie auf dem Tisch lag.
„Wie bist du zu so einem einfachen Namen gekommen?“
„Ich komme aus einem kleinen Dorf. Meine Eltern waren Bauern.“
Er zog eine Augenbraue nach oben. „Wie lernt ein einfaches Bauernmädchen Magie?“
Es war schwierig sich zu konzentrieren, während er weiter über ihren Körper streichelte. Es war verwirrend. „Er hat mich geholt. Als Magd, Gespielin, Energiequelle für sein langes Leben. Und dann hat er festgestellt, dass ich Talent habe.“
Tasar blinzelte langsam. Dann legte er eine ihrer Hände auf ihre Brust, die andere in ihren Schoß.
„Erzähl mir mehr davon. Erzähl mir, was du sonst mit niemandem teilen würdest. Und berühr dich dabei.“
Sie schluckte. Wie hatte es nur so weit kommen können? Sein Blick lastete schwer auf ihr, und das amüsierte Lächeln, das sich in seine Augen schlich gefiel ihr so gar nicht. Und viel zu sehr.
„Er hat mich in der ersten Zeit jede Nacht vergewaltigt. Mal mit Gewalt, mal mit Drogen.“
Ihre Hand glitt weiter zwischen ihre Beine. Schützend. Wie oft war sie nachts so dagelegen, weinend, hoffend, dass der Albtraum enden würde? Und trotzdem konnte sie das weinende Mädchen von damals nicht mehr ganz verstehen.
„Es war furchtbar. Und ich habe erst viel später begriffen, dass er trotzdem mehr auf mich geachtet hat, als so mancher Mann, dem ich mich freiwillig hingegeben habe.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. Ihre Finger tasteten sich vor, bis sie warme Feuchte fand. Sie sah sein wissendes Lächeln vor ihrem inneren Auge. Wie er es genoss, dass ihr Körper ihm nicht widerstehen konnte.
„Und dann hatte ich ihm den Schwur geleistet. Es war … beruhigend, sich keine Gedanken machen zu müssen, nur die Befehle zu befolgen. Gezwungen zu werden.“
Ihre Finger zitterten, während sie über ihre Brüste strich.
„Und dann, später, gab es den Sex mit Magie. Es ist ein sonderbares Gefühl, nur von Magie in der Luft gehalten zu werden. Beängstigend. Und gut. Wenn die Magie einen umschließt, und man sich nicht mehr bewegen kann. Er hat es nur einmal getan, und ich habe es nie gewagt, nach mehr zu fragen.“
Sie wand sich unter ihren eigenen Berührungen. Wie sie damals in der Luft hing. Hilflos, während seine kalten Augen über sie glitten. Er war wütend gewesen. Und sie hatte Angst gehabt. Sie seufzte glücklich auf. Wie gut es wäre, wieder so ausgeliefert zu sein. Die Erinnerung ließ sie mehr als nur ihre eigenen Hände auf ihrer nackten Haut spüren. Sie stöhnte leise auf.
„Und dann gab es die Rituale. Auch wenn ich es nicht mag, für ein Ritual missbraucht zu werden, ist es doch eine interessante Erfahrung in einem Keller auf einen Altar gekettet zu werden.“
Sie hatte das Gefühl, dass sie sogar seine Küsse spüren konnte. Mehr. Das Holz war zwar sehr viel glatter, aber es war doch hart genug, dass sie sich nicht zu viel vorstellen musste. Alles was fehlte waren die Ketten und der Ritualdolch auf ihrer Brust. Eine sanfte Berührung an der Innenseite ihres Oberschenkels ließ sie erzittern. Sie schlug die Augen auf und sah, dass Tasar sich über sie beugte, seine Lippen über ihren Körper wandern ließ. Er begegnete ihrem Blick mit einem Lächeln. Dann zog er ihr Arme über ihren Kopf, hielt sie dort fest.
„Wirst du sie dort lassen, wenn ich dich loslasse?“
Sie lachte leise. „Nein.“
Er küsste sie, dann ließ er ihre Hände los ums stattdessen ihre Brüste zu kneten. Ohne lange nachzudenken kratzte sie über seinen Rücken. Mehr.
„Und wenn ich aufhöre, wenn du mich berührst?“
Das würde er nicht tun. Das konnte er nicht. Oder? Sie zwang sich, ihre Hände wieder über ihrem Kopf zu verschränken.
„Braves Mädchen.“
Bevor sie etwas antworten konnte, drang er in sie. Endlich. Seine Lippen erstickten ihr Stöhnen. Gerade rechtzeitig schaffte sie es, ihre Hände unter Kontrolle zu halten, ihn nicht zu umarmen, fester an sich zu drücken. Es fühlte sich so gut an, seine nackte Haut auf Ihrer zu spüren. Wann hatte er sich ausgezogen? Egal. Wenn sie sich nur nicht so sehr darauf konzentrieren müsste, sich zurück zu halten. Ihr gesamter Körper schien unter Strom zu sehen, als er den Kuss beendete.
„Bitte ...“ Was hatte sie sagen wollen? Ihre Gedanken verschwammen miteinander. „Bitte … fesselt mich.“
„So wenig Selbstkontrolle?“
„Ich will mich nicht konzentrieren. Es ist zu schön. Bitte.“ Ich tu alles dafür.
Als er leise lachte, wusste sie nicht mehr, ob sie den letzten Satz tatsächlich ausgesprochen hatte. Dann zog er sie hoch. Sie schlang die Beine um seine Hüfte, wollte nicht riskieren, dass er sich ihr jetzt entzog. Er hielt ihre Arme hinter ihrem Rücken fest, während seine andere Hand sich in ihren Haaren verfing.
Er ließ sich Zeit, drang ein paar Mal langsam in sie, nur um dann immer wieder Pausen zu machen. Gleichzeitig bedeckte er ihren Hals abwechselnd mit Küssen und Bissen.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie auch nur in die Nähe der Erlösung kam. Und gerade als sie sich fester an ihn presste, gierig an seinem Hals saugte, die Augen verdrehte, wusste, dass es nur noch wenige Augen blicke dauern konnte, biss er fester zu. Für einen Moment drängte der Schmerz die Lust zurück. Und dann begann es von vorne. Besser. Intensiver.
Sie krallte ihre Finger in seinen Rücken. Nicht mehr lange. Jetzt. Gleich. Wann hatte er ihre Hände losgelassen? Egal, solange er weiter machte. Fiebrig küsste sie seinen Hals, seine Schulter. Nicht aufhören. Gleich. Mehr.
Als die Welle der Erlösung sie schließlich überrollte, drückte sie sich enger an ihn. Sie zitterte so sehr, dass sie sich nicht einmal sicher war, ob sie ihn loslassen könnte. Zumindest nicht ohne zu fallen.
 
Sie lächelte Tasar an. Er sah immer noch genauso aus wie in dem Moment als er ihre Gemächer betreten hatten, während sie inzwischen das dritte Kleid trug. Als sie den Gürtel anlegte und die Ringe überstreifte fühlte sie, wie sich das Gewicht der Verantwortung wieder auf ihre Schultern legte.
„Ihr bringt mich in eine schwierige Situation, Lord Carna.“ Sie schob den Kelch mit dem Traumwurz ein Stück zu ihm. „Bitte, trinkt.“
„Ihr habt mir einen anderen Weg angeboten.“
„Einen magischen Schwur. Es wäre möglich. Aber der Trank würde es für Euch sehr viel einfacher machen.“
„Nehmt es als Kompliment. Ich will diese Nacht nicht vergessen.“
Sie seufzte. „Also gut. Ich will, dass Ihr nichts von dem, was hier geschehen ist, mitteilt. Nicht wörtlich, nicht schriftlich, nicht in irgendeiner anderen Form. Keine Andeutungen, nichts. Ihr werdet Euch mir gegenüber so verhalten, als hätten wir ein formelles Gespräch geführt. Außerdem brauche ich Euer Blut.“ Sie legte eine Nadel vor ihn, dann begann sie weitere Hilfsmittel heraus zu suchen.
„Ich hätte gerne eine Ausnahme dafür.“
Sanna stockte.
„Ich will mich mit Euch darüber unterhalten können, wenn wir alleine sind.“
„Das wird nicht oft vorkommen.“
Er lächelte. „Aber es wird vorkommen. Und … ich habe noch einige Ideen, die Euch gefallen könnten.“
„Ihr versucht mich zu erpressen.“
„Bestechen.“, verbesserte er. Verdammt. Sein Lächeln sagte ihr, dass er wusste, wie sie sich entscheiden würde.
„Einverstanden. Ich gebe Euch eine Chance, den Schwur zu leisten. Wenn er eine meiner Bedingungen auslässt, werde ich Euch den Trank einflößen.“
Es dauerte nicht lang, bis sie den Kreis gezeichnet hatte, und ein paar Änderungen vornahm, um ihn auf Tasar anzupassen.
Dann legte sie einen Finger auf den Kreis, füllte ihn mit Magie. Sie sah ihn erwartungsvoll an. Wenn er jetzt nur keinen Fehler machte.
„Ich schwöre, dass ich nichts von dem, was zwischen uns geschehen ist oder geschehen wird, irgendjemandem außer Euch mitteile, auf welche Art und Weise auch immer. Ich schwöre, dass ich mich Euch gegenüber in der Öffentlichkeit so verhalte, als wäre nichts geschehen.“
Sie nickte und ließ die Magie fließen. Der Tropfen Blut in der Mitte des Kreises leuchtete kurz auf, begann zu brodeln und verbrannte.
Tasar verzog das Gesicht. Es hätte wohl nicht viel gebrachte, wenn sie ihm im Voraus gesagt hätte, dass es schmerzhaft werden würde.
„Ihr tragt Euren Schwur in einem Armreif. Warum brauche ich kein Schmuckstück?“
„Weil ich ihn anders aufgebaut habe. Wenn Ihr versucht den Schwur zu brechen, werden euch hundert andere Dinge durch den Kopf gehen und Ihr werdet vergessen, was Ihr sagen wolltet.“
„Und was geschieht wenn Ihr Euren Schwur brecht?“
„Es ist nicht angenehm. Ich schreie. Und irgendwann werde ich ohnmächtig. Danach ist alles wieder normal.“
„Ich habe gehört, dass Ihr vor ein paar Tagen auf einem Ball schreiend zusammen gebrochen seid.“
Wie oft hatte sie den Wein heute Abend schon verflucht? Nicht oft genug!
„Ich habe versucht den Attentäter, der es auf Thancred abgesehen hatte, umzubringen. Was für ein Glück, dass ihm der König egal war, als ich angefangen habe zu schreien.“
Sie wollte nicht daran denken. Wie Nariyen sie im Arm gehalten hatte, als sie aufgewacht war. Wie ausgeliefert sie gewesen war. Wehrloser als sie es je sein wollte.
„Euer Meister ist der berüchtigte Assassine.“, stellte er fest.
Ehemaliger Meister. Was für ein Glück, dass dieses Gespräch auch zu den Dingen gehört, über die Ihr nicht sprechen werdet.“
„Ich danke Euch für die Ehrlichkeit. Werdet Ihr mich morgen zu meinen Ländereien begleiten?“
„Ich habe es Euch versprochen. Ich denke ich bin gegen Mittag bereit abzureisen.“
Er stand auf, und verbeugte sich über ihrer Hand. Seine Lippen verharrten Millimeter über ihrer Haut. Wieso musste er jetzt noch der Etikette folgen?
„Ich wünsche Euch eine gute Nacht, Lady Vanora.“
Wie gern würde sie ihn bitten, zu bleiben, die letzten Stunden vor der Morgendämmerung mit ihr zu verbringen.
Aber sie nickte nur. „Auch Euch eine gute Nacht, Lord Carna.“

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