K.E.E. Ein bisschen Apokalypse Teil 12

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Liebe Leser, 

bevor ich den Teil 11 dieser Geschichte hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Diese Geschichte wurde bereits auf Amazon unter meinem Pseudonym Madame Mala veröffentlicht. Da ich mich dem Forum hier sehr verbunden fühle, möchte ich auch hier meine Geschichten in ihrer Gesamtheit veröffentlicht sehen. Einige von Euch haben mich schon unterstützt und sogar die E-Books gekauft, für den Support und die Hilfe bin ich euch sehr dankbar. Natürlich würde ich mich über weitere Unterstützung, vor allem durch Rezensionen eurerseits freuen. 

 

https://www.amazon.de/K-Ein-bisschen-Apokalypse/dp/1521773416

oder

https://www.neobooks.com/ebooks/madame-mala-k-e-e-ein-bisschen-apokalypse-ebook-neobooks-AWa6fLg8akQMFja27SpU

 

Die Teile werden wöchentlich reingestellt, diese Geschichte ist bereits fertiggeschrieben. 

Für Kritiken und Hinweise auf Fehler wäre ich euch sehr dankbar. 

Gruß und Umarmung!

 

Eure Sena

 

PS: Guten Rutsch ins neue Jahr. Möget ihr gesund bleiben, Befriedigung erfahren und eure dunklen Fantasien im gesunden Maße Realität für euch werden. 

 

35    Rettungsmission

So brachen die drei im Anbruch der Dunkelheit Richtung Nordosten auf und suchten ihren Weg aus dem Busch heraus, um zu einer Autobahn im Norden zu gelangen, an die sich das Mädchen erinnern konnte. Würden sie diese finden, sah man von ihr aus auch das Gebäude, wie die Kleine berichtete. Hunde würden sie zwar auf ihren Weg belauern, aber solange sie ihren Weg fortsetzten und nicht anhielten, befanden sie sich in keiner direkten Gefahr. Erst wenn die Tiere eine Möglichkeit fanden, ihre Beute einzukreisen und von allen Seiten anzufallen, wagten sie sich an Menschen heran. 

Manuel konnte nur staunen. Für eine Ärztin stellte sich die Menda routiniert und umsichtig an. So schlich sie ähnlich leise wie er durch den Busch, blieb an unübersichtlichen Stellen stehen und suchte am Boden nach auffälligen Spuren, wenn sie diese auch nicht so sicher interpretieren konnte wie er selbst. Ihre Maschinenpistole hing durchgeladen über ihrer Brust, dazu ein Jagdmesser an ihrer Seite. In ihrer schwarzen Uniform war sie kaum auszumachen, nur ihr Blondschopf schimmerte ab und an im Licht des Mondes. 

Das Mädchen ging ihnen voraus, hatte aber in der Dunkelheit Mühe sich zurechtzufinden. So waren sie fast fünf Stunden unterwegs, bis endlich die Autobahn vor ihnen auftauchte. Es war schwierig für die drei über den mit Stacheldraht bewehrten Drahtzaun zu steigen, doch Mira, die am wenigsten Probleme mit diesem Hindernis hatte, half den jungen Leuten und fing sie auf der anderen Seite auf, als diese die Abgrenzung zwar überstiegen, wegen dem Stacheldraht aber auf der anderen Zaunseite keinen Halt finden konnten. 

Im Osten wurde es bereits wieder hell, als sie endlich das große, zur Hälfte zerstörte Gebäude fanden, dass die Kleine prompt wiedererkannt hatte. 

Sie brauchten noch eine ganze Stunde, bis sie endlich das Ruinenviertel erreicht hatten, in dessen Mitte sich das Hochhaus auftürmte. 

Davor allerdings waren laute Männerstimmen zu hören, die herum grölten und mit kehligen, rauen Stimmen Lieder sangen. In ihrer Mitte aber befand sich eine weinende, verängstigte Frau, die ein kleines Baby in ihren Händen hielt, und sich über ihr Schicksal keine großen Hoffnungen mehr zu machen schien. Der erste der Plünderer war gerade dabei seine alten, verschlissenen Bluejeans herunter zu ziehen, was mit einem heiteren Lachen seiner Kammeraden quittiert wurde. 

„Scho äslich se Ned is, des tu must nakhelpen.“ Der Mann grinste die Frau an und forderte sie dazu auf, ihm das Kleine zu geben. 

Mira schien sich keine großen Sorgen zu machen, beobachtete die Szene einen Moment lang, dann wandte sie sich an ihre beiden kleinen Begleiter. 

„Du brauchst nichts zu sagen, Schatz. Ich weiß selbst, wer das ist.“

Mira nahm die Maschinenpistole zur Hand, entsicherte sie und hielt, ohne dabei Deckung zu suchen auf die Gruppe zu. 

Manuel zog das Mädchen in eine alte ausgebrannte Garage hinein und mahnte sie ruhig zu bleiben. In der Zwischenzeit hatten die Kerle jetzt die große Frau bemerkt und zeigten sich entsprechend überrascht. Diese ging jetzt in einen Laufschritt über, riss ihre Waffe hoch und streckte mit der ersten Garbe drei der Feinde nieder. Sie schoss weiter, ließ einen Feuerstoß den Mann zwischen die Beine fahren, der gerade noch über seinen Kameraden gespottet hatte und in diesem Augenblick getroffen zusammenbrach, während die Menda das Jagdmesser dem letzten Bewaffneten ins Gesicht schleuderte. Sie hatte ihn zwar nicht mit der Klinge getroffen, doch der Griff war in seiner linken Augenhöhle eingeschlagen und hatte das Sehorgan stark verletzt. Er ging vor Schmerz in seine Knie, bedeckte sich mit seinen Händen das Gesicht und sah aus diesem Grunde auch nicht, das die Angreiferin sich nach ihrem Messer beugte, es in aller Ruhe zurück in die Scheide steckte, um dann ein neues Magazin in ihre Waffe zu schieben und diese durchzuladen. Zwei einzelne Schüsse brachen sich an den Wänden der Ruinen, dann legte sich eine belastende Stille über das Szenario. 

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben.“ Wandte sich Mira an die Frau, trat an sie heran und warf einen ersten prüfenden Blick auf den Säugling. 

„Gehen wir rein! Ich will mir dein Kleines ansehen.“

Sie deutete auf den Eingang des großen Plattenbaus, die Frau verstand und folgte ihr nach. Mira nahm ihren Rucksack ab, richtete einen umgestürzten Tisch auf und bat die Mutter ihr Kind auf dessen Platte abzulegen. Das zeigte kaum noch ein Lebenszeichen, atmete aber noch. 

„Ich lege deinem Kleinen einen venösen Zugang und versuche ihm Flüssigkeit zuzuführen.“ Erklärte sie sich der Frau, die sie ansah, als ob es sich bei ihr um ein Gespenst handeln würde, das aus dem Nichts aufgetaucht war und die Plünderer vernichtet hatte.

„Haben die Männer sie gefangen?“

Die Frau verneinte. 

„Ik hat Angscht um de Kleyn. Sche is fast kaputt. Da hak ik de Menne gefragt, ob sa Wassr habn.“

„Wie die reagiert haben, durfte ich mit ansehen. Ich glaube nicht, dass sie euch am Leben gelassen hätten, wenn sie mit dir fertig gewesen wären.“

Die Frau stimmte ihr mit einem Nicken zu. 

„Sche habn scho gsagt, dass sie usra Schädln wolln.“

Mira seufzte. Dabei durfte sie sich ja nicht einmal wundern, woher dieses barbarische Verlangen der Männer kam.

„Oh je. Die kleine Zaubermaus hat kaum noch Blut im Körper. Das wird spannend.“ 

Der Frau kamen die Tränen, doch die Ärztin ging retourniert zu Werke und solange diese beschäftigt blieb, gab es für ihr Kleines auch noch Hoffnung, mutmaßte sie. 

Draußen vor dem Gebäude lagen die beiden Jugendlichen. Mey wollte aufspringen und zu ihrer Mutter und Schwester laufen, nachdem Mira so eindrucksvoll die Männer niedergestreckt hatte, wurde aber von dem Jungen dabei aufgehalten. Manuel packte sie am Arm, zog sie in ihr Versteck zurück und legte ihr seine rechte Hand über den Mund, um ihr zu zeigen, dass sie schweigen sollte. 

„Sei leise. Da kommen noch welche!“

Er deutete auf drei Männer, die sich an den Eingang des Hauses heranschlichen. Nur einer von ihnen hatte eine Schusswaffe, weshalb sich die beiden anderen bei den Leichnamen ihrer Kameraden bedienten. 

„Es müssten vier sein, verdammt.“

„Woer weischt det?“ Fragte das Mädchen erstaunt. 

„Ich habe ihre Spuren schon auf der Straße gelesen, genauso wie Mira auch. Auch sie wird ahnen, dass diejenigen, die sie getötet hat, nicht die Einzigen gewesen waren.“

Er schob sein Sturmgewehr aus der Deckung und beobachtete durch dessen Optik die drei Männer, die in diesen Moment sich langsam an die Treppe heranschlichen. Sie gaben sich gegenseitig Zeichen, nickten sich zu und schienen jetzt zum Sturm bereit zu sein. In dem Moment jedoch wo einer von ihnen die Tür aufriss, drückte Manuel ab. Zwei von ihnen hatte er getroffen, doch der dritte sprang die Treppe herunter und warf sich zwischen wildes Buschwerk, so dass er für den Jungen nicht mehr auszumachen war. 

„Scheiße!“ Manuel wischte sich den Schweiß aus seiner Stirn und blickte sich zu dem Mädchen um. Es war weg. Übelkeit stieg in seinem Magen auf, er hatte Mühe damit seine Aufregung unter Kontrolle zu bringen. Sollte er seine Stellung wechseln und näher an das Haus heran kriechen, oder lieber bleiben, wo er war? Wie er es drehte und wendete, es blieb ein Risiko. Zwei Männer hielten jetzt nach ihm Ausschau und nur von einen von ihnen wusste er die ungefähre Position, die sich jedoch in diesem Moment schon wieder ändern konnte. 

Die Mutter erschrak fürchterlich, als ein Mann die Tür aufriss, Kugeln durch das Glas brachen und er kurz darauf auf der Schwelle tötlich getroffen zusammenbrach. Die Tür wurde vom Schließer langsam wieder zugezogen und quetschte den Sterbenden im Türstock ein, wodurch sich den beiden Frauen ein makaberer Anblick bot. 

Mira aber störte sich nicht weiter und konzentrierte sich auf das Kind. Es war fürs erste stabilisiert, doch lange durfte sie nicht warten, sonst würde sein Zustand wieder kritisch werden. Sie nahm das Baby vorsichtig auf, reichte es seiner Mutter und trat an eines der Fenster heran. Manuel hatte aufgepasst! Was für ein tapferer Junge er war. Waren das jetzt alle gewesen? Skeptisch blickte sie aus dem Fenster, so, dass sie selbst hinter der Wand in Deckung blieb. Sie konnte nicht viel sehen, wie auch, dazu hätte sie sich ihren Schutz berauben müssen. 

„Gut. Es hilft nichts. Kommen wir zu Plan B.“

Sie ging zu ihrem Rucksack, holte ein Handfunkgerät heraus, hielt es in die Luft und ging dann ein paar Schritte. Die Frau beobachtete sie dabei verwundert, ihr Kind dabei gegen ihre Brust drückend. 

„Ich muss hoch in eines der oberen Stockwerke. Komm mit!“

Die Frau folgte ihr eilig nach. Das Treppenhaus befand sich am Ende des Flurs, die alten verblichenen Wegweiser des Gebäudes schilderten es aus. Von dort gelangte sie in eines der oberen Stockwerke des Gebäudes, wo Mira wieder das schwarze Gerät aus ihrer Tasche holte, in die Luft hielt und ihre Begleiterin dabei beiläufig zunickte. 

„Super! Ich höre den Testton. Wir müssten also senden können.“ Der Testton war ein von dem Hoheitsgebiet der Mendas ausgesendetes schwaches Funksignal, das den Grenzpatrouillen anzeigte, ob sie sich noch im Sendebereich ihrer Handfunkgeräte befanden oder nicht. Blieb es stumm, dann waren die Kämpferinnen auf sich allein gestellt und konnten auf keinerlei Unterstützung hoffen. 

„Martria 1 an Basis, bitte kommen!“ Sprach die Menda ins Funkgerät. 

„Matria 1 an Basis, hört ihr mich?“

Ein Knacken wurde laut, dann hörte man eine helle Frauenstimme. 

„Matria 1 wir hören sie. Bitten um Lage und Position.“

„Lage g3, Position lokalisierbar ab jetzt.“ Mira legte einen Schalter am Gerät um, das einen Peilsender aktivierte. „Brauche Evakuierungsteam, sowie  4 Einheiten Plasma. Eile ist angebracht.“

„Verstanden. Echo drei und vier sind auf den Weg zu ihnen.“

Mira zeigte sich zufrieden, hockte sich auf den Boden und forderte die Mutter auf, es ihr gleich zu tun. 

„Jetzt brauchen wir nicht mehr lange zu warten. Ich lasse euch in die Stadt fliegen, damit ihr beide dort wieder aufgepäppelt werdet.“

„Ein Stat ine Ost?“

Mira nickte, packte ein Müsliriegel aus und reichte der ausgezehrt Frau eine Hälfte davon. 

„Keine Sorge. Ich weiß, was du denkst. Aber dir und dem Kleinen wird nichts passieren, das verspreche ich dir.“

Der Frau standen die Tränen in den Augen. Ein Gefühl der Erleichterung wollte sich bei ihr nicht einstellen, dazu hatte sie zu viel Schlechtes von der Frauenrepublik gehört. 

Da! Was war das? Manuel schrak aus seinen Gedanken, die sich unbewusst verselbstständigt hatten. Der Mann in den Büschen hatte sich bewegt. 

Der Junge hob sein Gewehr und blickte durch die Zielvorrichtung. Die vergrößerte zwar kaum, doch half sie ihm dennoch dabei, den Feind zu beobachten. 

„Der will mich verarschen.“ Stellte Manuel fest, als der Mann aufsprang, sich auf den Boden fallen ließ und hinter einem Autowrack Schutz suchte, so schnell, dass der Jäger trotz seiner Erfahrung unmöglich zum Schuss auf ihn kommen konnte.

„Willst mich locken, was? Clever!“ Manuel löste sein Gesicht von dem kleinen Zielfernrohr, wischte sich den Schweiß aus der Stirn und beobachtete die Straßen, das große Gebäude und die Ruinen rechts davon. Irgendwo dort vermutete er den zweiten Mann, der wahrscheinlich hektisch nach ihm Ausschau hielt. 

Doch wo war Mey? Versuchte sie wirklich allein das Haus zu erreichen? Oder hatte sie es mit der Angst bekommen und sich versteckt? 

Der Mann schob kurz seinen Kopf aus seiner Deckung heraus, zog ihn aber dann sofort wieder zurück. Fast hätte Manuel instinktiv reagiert und am Abzug seines Gewehrs gezogen. 

Was für ein Nervenkrieg! Wenn er wenigstens sicher wüsste, dass das Mädchen in Sicherheit war.

Ein dumpfes Brummen wurde hörbar, das schnell an Lautstärke zunahm. Manuel hatte es schon einmal gehört, als er mit Jupp zusammen im Osten auf der Jagd gewesen war. Es gehörte zu Hubschraubern, fliegende Ungeheuer die der Junge zuvor noch nie gesehen oder gehört hatte. Schon tauchte eines von ihnen über dem Dach des Bürogebäudes auf und an Seilen rauschten Soldaten herunter. In den Seitentüren konnte er Schützen erkennen, die mit schweren Waffen auf den Boden unter sich zielten. 

Waren das Mendas? Aber wenn ja, was wollten sie hier?

Natürlich ahnte er den Zusammenhang, Mira musste sie verständigt haben. Doch durfte er deshalb sein Versteck verlassen? 

Ein zweites fliegendes Ungetüm tauchte auf und schwebte über den Vorplatz. Auch hier zielten Soldaten mit schweren Waffen auf den Boden unter sich, darauf wartend, dass sich ihnen jemand zeigte. Doch die beiden übrig gebliebenen Plünderer schienen abzuwarten und rührten sich nicht. 

Manuel suchte noch einmal den Vorplatz ab, dann richtete er das Fernrohr auf das Dach. Von Boden aus konnte er nur zwei Helme sehen, sowie die Seile, die immer noch aus dem Fluggerät heraushingen. Dann wurde auch noch eine Art Wanne herabgelassen, die ein paar Minuten später wieder zum Hubschrauber hinaufgezogen wurde. War das die Schwester des Mädchens gewesen? Mira kam den Jungen auf einmal wie eine Zauberin vor. Eine zweite Wanda, für die nichts unmöglich zu sein schien. 

Der über den Platz schwebende Hubschrauber drehte sich langsam im Kreis, als ein dumpfes Ploppen laut wurde, gefolgt von hellen Explosionen. Um das Autowrack herum stiegen große Dreckfontänen hoch, dann war der Plünderer in seinem Versteck wohl Geschichte. Würde sich der zweite Kerl angesichts solch einer Bedrohung noch aus seinem Schlupfwinkel herauswagen? Manuel kam das unwahrscheinlich vor. 

Der Helikopter über dem Dach senkte sich noch ein Stück weiter ab, berührte es fast, dann hechteten die Kämpfer schon wieder an Bord. Manuel verfolgte das Manöver mit Interesse, alles schien routiniert und vielfach geübt worden zu sein. 

Das Flattern der Rotoren verursachte ein Lärm, der Manuel in den Ohren schmerzte, Staub wurde aufgewirbelt, dann schwebte der Hubschrauber direkt über seiner Position. Manuel kam das nicht geheuer vor und zog sich noch etwas tiefer in die Garage zurück. Der Hubschrauber ging tiefer, drohte aber mit seinem Heck gegen einen hohen Laternenmast zu schlagen, versuchte es ein zweites Mal und stieg dann wieder ein Stück weit auf. Manuel gewann den Eindruck, als wollte die Besatzung direkt in sein Versteck schauen. 

„Ein dunkles Blaffen, gefolgt von hellem Knallen und Dreck spritze vor der Einfahrt der Garage hoch. Die Fontänen kamen näher, der Junge vergrub seinen Kopf zwischen den Armen und kauerte sich noch dichter an die hintere Mauer an, als eine Druckwelle ihn erfasste und ihm schwarz vor den Augen wurde. Einen schrillen entsetzten Schrei konnte er vernehmen, spürte noch, wie ihn jemand an der Schulter zog, dann verlor er sein Bewusstsein. 

 

36    Verletzt

Mira war außer sich vor Wut. Sie hatte den anfliegenden Einheiten eine genaue Lagebeschreibung gegeben und ihnen auch die Position der Kinder zu vermitteln versucht. Doch die Sicherungseinheit hatte sie entweder nicht verstanden, oder für einen kurzen Moment die Übersicht verloren und ausgerechnet die Garage unter Beschuss genommen, in der Manuel und das Mädchen Schutz gesucht hatten. 

Sie lief über den Vorplatz, stolperte über ein paar Trümmer und hastete zu der Garage, über der noch eine dicke Staubwolke lag. Mit beiden Armen über Kreuz gab sie dem Hubschrauber zu verstehen, dass dieser abbrechen sollte und endlich schien dieser seinen Fehler zu erkennen.

„Manuel? Mey?“

Sie hörte das Mädchen mit gebrochener Stimme rufen, sie weinte herzzerreißend. So bahnte sie sich den Weg durch Deckentrümmer, wühlte sich durch Schmutz und Geröll und erreichte die beiden Jugendlichen schließlich. 

Miras Herz raste, als sie die Beidem sah. Das Mädchen schien panisch zu sein, hielt Manuel fest, drückte aber mit ihrer rechten Hand in den blutenden Stumpf hinein, der einmal der linke Oberschenkel des Jungen gewesen sein musste. 

„SCHEISSE! SCHEISSE! SCHEISSE!“ Schrie Mira außer sich vor Zorn, schob das Mädchen unsanft zur Seite und machte sich daran, dem Jungen eine erste Versorgung zu geben.“

Als Mira sich gegen Mittag dem Lager der Siedler näherte, tauchte Wanda plötzlich wie ein Geist neben ihr auf, so als ob sie die ganze Zeit dort gewesen war, sie die Maschinenfrau aber nicht bemerkt hatte. 

„Mein Gott hast du mich erschreckt.“

Wanda brauchte sich nicht umzusehen. Sie wusste auch so, dass die Menda allein war. 

„Wo ist Manuel?“ Wandas Stimme versprach nichts Gutes und hörte sich wie eine Anklage an. 

„Hör mir bitte einfach nur zu!“ Forderte Mira, zeigte aber deutlich, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. So erzählte sie Wanda von dem Mädchen, das aufgetaucht war und Miras Unwillen, sie wegen solch einer Kleinigkeit zu belästigen. Sie wollte Wanda und Maximilian die Zweisamkeit gönnen und der Frau und dem Mädchen allein Hilfe bringen. Manuel war in dem Moment eine willkommene Verstärkung für sie gewesen und so nahm sie ihn mit auf diese Rettungsmission. 

„Ist ihm etwas passiert?“ Fragte Wanda erschrocken.

Mira nickte. 

„Wanda, es tut mir so leid. Ich habe ihn zu meinen Leuten gebracht, aber er hat eine schwere Verwundung erlitten und ich weiß nicht, ob er es schaffen wird.“

„Wer hat ihm das angetan?“

Mira zögerte ihre Antwort hinaus, und schien erst nach den richtigen Worten suchen zu müssen. 

„Ich habe Hubschrauber zu unserer Unterstützung angefordert, sie haben die beiden Kinder für Feinde gehalten.“

Wanda ballte ihre Fäuste. Hatte diese Frau sie so geblendet?

„Wanda bitte! Wir tun alles in unserer Macht stehende, um den Jungen zu retten. Vielleicht zählt es ja für dich, dass die Mutter und auch das Kleine nun in Sicherheit sind? Das Mädchen ist ständig bei Manuel, es scheint ihn sehr gerne zu haben.“

„Du wirst das Maximilian erklären. Ich kann das nicht. Sag mir, wo der Junge untergebracht wurde, ich will nach ihm sehen.“

Mira stellte sich ihr ihn den Weg. 

„Wanda! Das geht nicht so einfach. Du bist bei uns eingedrungen und hast erheblichen Schaden angerichtet, man wird dich als Feind ansehen.“

Die Maschinenfrau blickte böse auf die Menda herunter und wäre ihr gegenüber beinahe handgreiflich geworden. Nur mit Mühe hielt sie ihrem Verlangen stand, dieser Frau wehzutun. 

„Wir hatten das Thema schon. Sag deinen Damen lieber Bescheid, sonst wird es dieses Mal nicht nur beim Schaden bleiben.“

„Wanda! Jetzt warte doch. Ich begleite dich, einverstanden? Verkompliziere bitte nichts. Gib mir wenigstens die Möglichkeit vorher mit Maximilian zu reden, auch er wird nach den Jungen sehen wollen.“

Wanda zögerte und blieb schließlich stehen. Eine Antwort kam ihr aber nicht über die Lippen. Hektisch eilte Mira einem der Männer entgegen, die sich ihnen neugierig genähert hatten, um zu sehen, was passiert war und forderte ihn auf Maximilian zu holen. Dieser kam nach einigen Minuten aus dem Feld herausgestürzt, hielt auf Wanda und Mira zu und sah schon von weitem, dass es keine guten Nachrichten für ihn geben konnte. 

Maximilian standen die Tränen in den Augen. Mira war viel zu unvorsichtig gewesen, doch konnte er ihr deshalb einen Vorwurf machen? Wie oft war er in solchen Situationen gescheitert, wie oft gab es Eskalationen, die er nicht einmal erahnt hatte. Zumal Mira ja die Gefahren der Zone im Griff gehabt hatte, ihrer Erzählung nach und es ihre Leute waren, die Manuel so schwer verwundet hatten.“

„Bring uns zu ihm. Ich will sehen, dass er in guten Händen ist.“ Forderte er schließlich von der Menda. 

Mira war einverstanden. 

„Gut! Lasst uns aufbrechen. Ich kann, wenn wir Richtung Osten gehen, in zwei Stunden einen Hubschrauber rufen, der bringt uns dann in die Stadt.“

Wanda hielt die beiden zurück. 

„Eines gibt es noch, Mira.“

Die große Blondine blieb stehen und blickte sich zu der großen Kriegerin um. 

„Was denn?“

Wanda deutete auf die gaffenden Männer, denen die Sorge ins Gesicht geschrieben stand. 

„Wenn die Schwarzhemden oder die Horde hier auftauchen, während wir bei euch sind, würde ich annehmen müssen, dass es ein abgekartetes Spiel gewesen ist.“

Wandas blaue Augen blitzten, während sie die Menda mit ihrem Blick in den Boden zu nageln schien. Die zeigte sich beeindruckt und bot auch hierfür eine Lösung an. 

„Gut, ich weiß, wo dein Problem liegt. Doch bitte Wanda! Es war ein Unfall. Ich kann verstehen, dass du mir Vorwürfe machst, aber hasse mich doch bitte nicht dafür. Ich mag dich, das habe ich dir doch schon gesagt.“

In ihren sonst sehr kontrolliert wirkenden Gesichtszügen zuckte es. Sie schien wirklich um ihre Fassung ringen zu müssen. 

„Kommt! Bitte. Für solche Spielchen haben wir jetzt keine Zeit.“ Mahnte Maximilian. „Du hast eine Lösung? Also erzähl schon!“

„Ich kann mit den Hubschraubern Verstärkung anfordern und sie hier stationieren, bis ihr wieder da seid. Sie passen auf, dass sich niemand der Siedlung nähert.“

Maximilian fragte Wanda nach ihrem Einverständnis. Sie schienen keine andere Möglichkeit zu sehen, so dass sie den Vorschlag Miras zustimmen musste. 

„Gut. Abgemacht. Ich sage den Leuten Bescheid, dann können wir aufbrechen.“

 

37    Eine andere Welt

Manuel öffnete seine Augen und blinzelte in das grelle Licht einer elektrischen Lampe hinein. Wo war er? Er hatte Mühe sich zurechtzufinden, wollte sich aufrichten, doch fühlte er sich matt und benommen. Weiße Wände um ihn herum, lag er auf einer merkwürdig weichen Unterlage und in dem Raum, in dem er gebettet worden war, gab es intakte Fenster.

Ein heftiger Schmerz durchzog seinen Körper. Er schien ziemlich etwas abbekommen zu haben, doch konnte er sich an nichts mehr erinnern. War er nicht noch vor kurzem bei Wanda und Maximilian gewesen? Er wollte Soks waschen, oder etwa nicht? Sein rechtes Bein schmerzte wie verrückt, er hatte Mühe seinen Fuß zu bewegen und schien alle Zehen auf einmal zu spüren. 

Neben seinem Bett gab es einen kleinen Tisch mit einer Handglocke. Er nahm sie auf und läutete sie, doch niemand schien ihn zu hören.

„Hallo!“ Rief er. Dann betätigte er die Bimmel ein zweites Mal. 

Die Tür wurde geöffnet und ein glatzköpfiger Mann in einem orangenen Kittel tauchte auf, fühlte seine Stirn, nahm ein Glas Wasser vom Tisch und drückte ihm eine Tablette in die Hand. 

„Schluck sie, sonst werden die Schmerzen zu stark.“

„Wo bin ich?“

„In Menda. Unserer Kreishauptstadt.“

Langsam kehrten die Erinnerungen des Jungen zurück. Da war Mira und das Mädchen gewesen, das große Gebäude und der Hubschrauber ...

„Ich rufe deine Freunde. Sie warten schon seit zwei Tagen, dass du zu dir kommst.“

„Freunde?“ Der Verletzte verstand nur Bahnhof, schluckte die Tablette und nahm ein Schluck Wasser, dass ihm in einem Becher von dem Pfleger gereicht worden war. Der hatte keine Augenbrauen oder Wimpern, ein seltsamer Anblick wie Manuel fand. 

Maximilian eilte durch die Tür und stürzte auf ihn zu. 

„Manuel! Was haben wir uns Sorgen um dich gemacht.“ Wanda kam hinter ihm her und wurde von dem Krankenhausangestellten staunend betrachtet. Dann folgte Mey, das Mädchen, dem sie geholfen hatten.

„Ihr seid alle hier? Wie kommt das? Sie haben euch wirklich hierher kommen lassen?“ Stammelte der Junge.

Das Mädchen setzte sich auf die linke Bettseite, während Maximilian einen Stuhl heranschob und Wanda am Bettende stehen blieb und auf ihn herunterblickte. 

„Du hast Mira zu verdanken, dass du hier bist. Und das gleich im doppelten Sinn.“ Stellte Wanda zynisch fest. 

Maximilian runzelte seine Stirn. Er schien mit Wandas Einwand nicht einverstanden zu sein. 

„Für solch ein Gezänk ist jetzt keine Zeit. Sie hat uns mit ihren Beziehungen sehr geholfen.“

Er wandte sich an Manuel, strich dem Jungen über die Stirn und holte tief Luft. 

„Hat man es dir schon gesagt?“ Fragte er merkwürdig hohl. 

„Nein. Was soll man mir gesagt haben? Mir geht es gut soweit.“

Wanda blickte ihn bestürzt an und auch Mey stiegen die Tränen in die Augen. 

„Man hat dir das rechte Bein abgenommen.“ Flüsterte Maximilian, unfähig diese Tatsache laut auszusprechen.

Manuel blickte den Mann verblüfft an. Wie konnte das sein? Er fühlte es doch noch. 

„Das ist nicht lustig, Max. Ich spüre es doch.“

Sein Freund schüttelte seinen Kopf und griff nach seiner Hand. 

„Es ist nicht mehr zu ändern. Aber wir sind bei dir und helfen.“

Der Junge sah zu Wanda auf, dann schaute er das Mädchen an, das sich die Tränen aus den Augen wischte und sich von ihm abwendete. Es kam ihm alles so unwirklich vor, wie in einem Traum. Noch nie hatte er in solch ein Bett gelegen, noch nie Laken oder weiße Überzüge gesehen, intakte Fensterscheiben oder weißgetünchte Wände. Sogar ein viereckiger Kasten hing an der Wand. Das musste ein Fernseher sein, wie es ihn in der Vorkriegszeit gegeben hatte. Und statt all das mit seinen Freunden zu genießen, sollte er sich damit auseinandersetzen, dass er ein Bein verloren hatte, welches er aber doch deutlich fühlen konnte?

Er schlug die Bettdecke zur Seite, raffte sich auf und stützte sich mit den Unterarmen von der Matratze ab. Was er sah, nahm ihm im ersten Moment seine Atemluft. Ein Beinstumpf! Sorgsam bandagiert reichte er bis zur Mitte seines linken Oberschenkels.

„Mira wird sich um eine Prothese für dich bemühen. Sie meinte, es würde nicht einfach werden, aber es gibt wohl einige Werkstätten in der Harzrepublik.“ Versuchte Maximilian, ihn zu trösten. „Du wirst damit wieder gehen können und wahrscheinlich bekommst du sogar als Entschädigung hier ein lebenslanges Auskommen.“

Wanda mischte sich ein, die deutlich spüren konnte, wie überfordert der Junge mit dieser Situation war. Sie kam um das Bett herum, ging an der rechten Seite des Jungens auf die Knie und hob vorsichtig ihre Hand an seinen Kopf. 

„Du bist nicht mehr allein, Süßer. Egal was passiert, du hast Freunde die auf dich aufpassen. Kämpfe Manuel! So wie vorher auch schon.“

Kurz hatte er sie angesehen, dann blickte er an ihr vorbei und betrachtete nachdenklich das Mädchen. Dann schloss er seine Augen und bewegte sich nicht mehr. 

„Er steht jetzt unter Schock. Lassen wir ihn in Ruhe. Wir können ja später noch einmal nach ihm sehen.“

Wanda war einverstanden, doch das Mädchen wollte unbedingt bleiben. So trat Maximilian mit seiner Freundin aus dem Zimmer heraus, ging den Korridor der Station entlang in einen bunt ausgemalten Wartebereich und stellten sich dort ans Fenster. 

„Als ob es hier keinen Krieg gegeben hätte. Das ist einfach so unwirklich, wenn man das Leben in der Zone kennt.“

Wanda hob ihre Schultern. 

„Schau dir andere Länder an, in denen die Reichen in den schönen Städten wohnen und die armen in verwahrlosten Slums. Zonen hat es schon immer gegeben. Warum also nicht auch hier bei uns?“

„Meinst du, Mira wird mit der Prothese Erfolg haben?“ Fragte Maximilian seine Partnerin. 

„Keine Ahnung. Mich drängt bei ihr eine ganz andere Frage auf, eine die du dir vielleicht auch schon lange hättest stellen sollen.“

„Und die wäre?“

„Was sie hier für eine Rolle spielt. Sie schnippt nur mit ihrem Finger und alles wird möglich. Hubschrauber kommen und passen auf unsere Freunde auf, wir bekommen ein Zimmer in einem Hotel, du einen Termin beim Zahnarzt ...“

„Sie wird als angesehene Ärztin halt viele Beziehungen haben. Das war doch auch bei uns schon so. Man blickt halt zu solchen Menschen auf.“

Wanda schien nicht daran zu glauben. 

„Ich weiß nicht, Max. Aber ich habe bei ihr immer das Gefühl verarscht zu werden.“

„Lügt sie denn?“ Fragte er sie. 

„Nein, das ist das Seltsame dabei. Selbst in dem Moment nicht, in dem sie mir gestanden hat, dass sie auf mich steht.“

„Hat sie dir denn noch einmal Avancen gemacht?“

Wanda erinnerte sich an die eine oder andere Situation, in der die Menda sie scheinbar unbeabsichtigt berührt hatte. Mal an der Schulter, über ihrer Hüfte, aber immer wieder auch an ihrer Brust oder dem Po. Auch sprach sie ausschließlich mit ihr über den Jungen, während sie Maximilian meist außen vor ließ. Er schien sie nicht wirklich zu interessieren, wenn sie sich auch mit ihm ab und an unterhielt. 

„Direkt nicht, nein.“

Maximilian blickte durch das Fenster runter auf die Straße, wo einige alte Autos fuhren. Der Anblick erinnerte ihn ein wenig an Kuba, das über die Jahre der Isolation durch viele Improvisationen seine Infrastruktur am Leben gehalten hatte. 

„Da seid ihr ja! Kann ich mit dir sprechen, Wanda? Es ist sehr wichtig.“

Mira kam aus dem Treppenhaus herangestürmt und schien sehr aufgeregt zu sein. 

Wanda sah sie verstört an, es musste etwas von besondere Tragweite passiert sein, zeigte sich die Menda doch sonst sehr beherrscht. Auch Maximilian war sofort beunruhigt und wollte sich nicht von der resoluten Frau so einfach beiseiteschieben lassen. 

„Die Siedlung wird von der Horde angegriffen. Auch die Schwarzhemden werden von ihnen belagert. Deren Verrat muss sich herumgesprochen haben.“

Maximilian dachte an die Freunde und war in heller Aufregung. 

„Noch halten meine Frauen die Stellung, aber ihnen geht langsam die Munition aus. Ich habe unsere zwei Hubschrauber geschickt, aber sie wurden stark unter Beschuss genommen und kommen nicht mehr zu ihnen durch.“

Wanda zögerte nicht und wandte sich an ihren Freund. 

„Max! Du bleibst hier bei Manuel.“

Maximilian blickte geschockt zu Wanda auf. Wie konnte er hierbleiben, wenn sie da draußen mit der Horde kämpfte? Wer sollte sie wieder runterholen, nach dem Gefecht? Sie vor dem Kee schützen, welches so ungern wieder die Kontrolle über sie abgab?

„Wanda, warte! Es ist nicht gut, wenn du dort alleine bist. Das weißt du.“

Sie blickte ihren Freund unschlüssig an. Aber jede weitere Sekunde, die jetzt verstreichen würde, konnte über Tod oder Leben ihrer Freunde entscheiden. 

„Komm nach, wenn es dem Jungen einigermaßen geht. Ich finde es nicht gut, wenn er hier unter diesen Frauen allein ist.“

Maximilian verstand, worauf sie hinaus wollte und Mira anscheinend auch. Ihr Gesicht sprach Bände in diesen Moment. 

„Bisher konnte er sich nicht beklagen, denke ich. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, um ihm zu helfen.“

Wanda blickte die blonde Frau böse an. 

„Er wäre nicht hier, wenn du nicht gewesen wärst.“

Sie griff nach Maximilians Hand, zog ihn sanft zu sich heran, umarmte ihn und gab ihm einen sinnlichen Kuss. 

„Mach dir keine Sorgen. Ich habe noch Maks und Soks bei mir, die helfen mir wieder auf die Beine, wenn es mir schlecht gehen sollte.“

Maximilian gab sich geschlagen, wenn ihm auch diese Konstellation von Ereignissen zu schaffen machte. Es schien in dieser Welt unmöglich zu sein, etwas Frieden für sich zu finden. 

Mira führte Wanda zum Fahrstuhl, fuhr mit ihr ins oberste Stockwerk und gelangte von dort aus auf das Dach. Der Hubschrauber wartete bereits, doch mussten erst zwei Soldatinnen aussteigen, damit Wanda nicht die Zuladungsgrenze des Flugvehikels sprengte. 

„Pass auf meine beiden auf, Mira! Das ist keine Bitte.“

„Droh mir nicht, Wanda. Das habe ich, nach allem was ich für euch getan habe nicht verdient. Ich habe einen Fehler gemacht, als ich den Jungen diesem Risiko ausgesetzt habe, doch hätte ihm ähnliches überall in der Zone passieren können.“

Wanda biss sich auf die Lippen. Ihre Sympathie, die sie eine Zeit lang für diese Frau empfunden hatte, war verschwunden, auch wenn Mira alles getan hatte, um dieser Entwicklung in ihrer Beziehung entgegenzuwirken.

„Wanda! Noch einmal. Ich mag dich sehr. Es tut mir leid, was passiert ist. Wie kann ich das nur bei dir wieder gut machen?“

Die Kriegerin duckte sich unter das niedrige Dach des Hubschraubers, dessen Hauptrotor sich zu drehen begann und blickte in die Gesichter der drei Soldatinnen. Sie wirkten ernst, und schienen sich der Gefahr bewusst zu sein, in die sie sich begaben. 

„Ich will endlich meinen Frieden finden, hilf uns dabei, dann ändere ich meine Meinung wieder. Doch im Moment bist du nicht mehr grün für mich und das hat etwas zu bedeuten, wenn ich auch nicht sicher sagen kann was.“

Der Lärm des startenden Hubschraubers machte einen weiteren Dialog zwischen den Frauen unmöglich. Mira duckte sich weg, suchte Abstand und blickte dem langsam aufsteigenden Fluggerät nach, dass Fahrt aufnahm und zügig Richtung Westen beschleunigte. 

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Wird das Thema BDSM gut beschrieben und wie erotisch findest du die Geschichte

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Wie immer ein wundervoller Teil Deiner Geschichten Sena. Mein Kompliment. 

Je mehr ich von dieser Geschichte lese, desto mehr gewinne ich den Eindruck das Du aus der Gegend von Dortmund kommst.

LG 

BCslave

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aber ganz weit weg eben auch nicht. 

Danke für deine Treue!

Ein frohes sorgenloses Jahr für dich!

Sena

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Ein kluger Mann ist der, der seiner Frau artig folgt.

Auf Amazon und Neobooks unter dem Pseudonym Madame Mala unterwegs. Für euren Support und Unterstützung wäre ich euch dankbar.  

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Vielen Dank Sena,

ich wünsche Dir auch ein frohes sorgenfreies und natürlich auch gesundes neues Jahr.

 

LG 

BCslave

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