K.E.E. Ein bisschen Apokalypse Teil 11

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Liebe Leser, 

bevor ich den Teil 11 dieser Geschichte hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Diese Geschichte wurde bereits auf Amazon unter meinem Pseudonym Madame Mala veröffentlicht. Da ich mich dem Forum hier sehr verbunden fühle, möchte ich auch hier meine Geschichten in ihrer Gesamtheit veröffentlicht sehen. Einige von Euch haben mich schon unterstützt und sogar die E-Books gekauft, für den Support und die Hilfe bin ich euch sehr dankbar. Natürlich würde ich mich über weitere Unterstützung, vor allem durch Rezensionen eurerseits freuen. 

 

https://www.amazon.de/K-Ein-bisschen-Apokalypse/dp/1521773416

oder

https://www.neobooks.com/ebooks/madame-mala-k-e-e-ein-bisschen-apokalypse-ebook-neobooks-AWa6fLg8akQMFja27SpU

 

Die Teile werden wöchentlich reingestellt, diese Geschichte ist bereits fertiggeschrieben. 

Für Kritiken und Hinweise auf Fehler wäre ich euch sehr dankbar. 

Gruß und Umarmung!

 

Eure Sena

PS: Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, eine emsige Rute, erregende Enge auf der einen, Standhaftigkeit auf der anderen Seite und viel weiße und schwarze Liebe um Euch herum! Seid lieb Böse!

 

31    Justins Leid

Justin stand seit Stunden auf ein und derselben Stelle und wartete sehnsüchtig darauf, dass seine Eigentümerin endlich von ihrem Dienst zurückkehrte. Nie hätte er es für möglich gehalten, dass das Wort Spielzeug wörtlich zu verstehen war und das er als Mensch auf eine Sache reduziert werden könnte. Eine Maske über seinen Kopf gestülpt, seine Hände in merkwürdigen Kugeln eingeschlossen und seine Füße durch Knöchelschellen und einer kurzen Kette miteinander verbunden, hatte er keine Möglichkeit gehabt sich zu bewegen. Dazu kam, dass Vea mithilfe einer an der Wand befestigten Schelle, sein Halseisen fest mit dem Mauerwerk verbunden hatte, bevor sie ihre Wohnung verließ.

Sie hatte ihm alles umfassend erklärt, bevor sie ihn in diese Hölle stieß, die sie nun sein Zuhause nannte und ihm dabei zu verstehen gegeben, was er von nun an von seinem Leben zu erwarten hatte. Sicher, er durfte sich ihr nähern, ihr zu Diensten sein und ihre Lust befriedigen, die schier unersättlich schien, aber sie verleidete ihm jeden dieser Momente ums Zehnfache und hielt ihn in ständiger Demütigung und Schmerz gefangen.

Hätte er die Wahl gehabt, er hätte sich sofort das Leben genommen, doch sie gab ihm diese Möglichkeit nicht. Verweigerte er Essen oder Trinken, zwang sie es ihm professionell hinein, suchte er sich zu verletzten, fesselte sie ihn in einer regungslosen Position, wie diejenige in der er sich jetzt befand. Gestern hatte er versucht, ein Stück Glas zu verschlucken, doch sie hatte beherzt eingegriffen, es ihm brutal und rücksichtslos aus den Mund herausgefischt und ihm die Selbstmordabsicht stundenlang mit Stock und Peitsche vergolten. Sie war eine Megäre, die ihn brach und mit allem verschlang, was er ihr an Vergnügen bieten konnte. 

„Na mein kleiner Lieblingszwerg? Was macht dein Riese? Ist er bereit für mich?“

Ein Ruck ging durch den Körper des kleinen gefesselten Mannes. Er hatte sich furchtbar erschrocken. So lieblich ihre Stimme auch klang, so sanft und liebevoll, war sie nichts anderes als eine Bestie, wie man sie seinen übelsten Feind nicht wünschen wollte. 

Er spürte ihre Fingernägel sanft den Schaft seines Gliedes entlang streichen, fühlte den Druck ihrer Finger und die sanften Bewegungen ihrer behutsamen Massage. 

Justin aber weinte, trampelte auf den Boden und riss seinen Kopf von einer Seite auf die andere. Die Knebelröhre drückte in seinen Rachen hinein und sorgte dafür, dass er ständig ein Bedürfnis verspürte zu würgen, zusammen mit dem anhaltenden Speichelfluss eine zusätzliche Marter für ihn. 

Veas Stimme aber blieb sanft und liebevoll, was für ihn nichts Gutes bedeuten konnte. Diese Frau war eine Sadistin durch und durch und empfand nicht nur Spaß, sondern intensive Lust, während sie ihn quälte. 
„Heute waren deine Freunde bei uns, heißt es. Kannst du dir auch nur im Ansatz vorstellen, was sie für Schaden bei uns angerichtet haben? Das ganze Rechenzentrum wurde zerstört und jegliche Kommunikation im Kreis damit unmöglich gemacht.“

Sie presste ihren Körper an den seinen und er konnte deutlich den Druck ihrer prallen, festen Brüste spüren. 

„Sie hätten auf dich hören sollen, richtig? Ich habe es ihnen gleich gesagt. Aber wenn man Jahrzehnte lang die Gewalt und Kontrolle über das Land hatte, fällt es einem schwer, etwas davon wieder abzugeben.“

Sie biss ihm in die rechte Brustwarze, so fest, dass man meinen könnte, sie wollte sie ihm abbeißen. Justin aber heulte vor Schmerz auf und rüttelte verzweifelt an seinen Fesseln. 

„Ich habe dir etwas mitgebracht, es wird dir sicher viel Freude bereiten.“

Sie löste sich von ihm, holte eine Kupferplatte mit daran befestigten Spiraldrähten und schob sie ihm unter die Füße. Dann stellte sie einen Transformator neben ihn auf, steckte dessen Stromstecker in die Wanddose und verband ihn mit einem kleinen Regelapparat über eine Stromzuleitung. Diesen Regler wiederum verband sie mit Polklemmen und Spiralkabeln an der Platte, mit der sie schon einige Erfahrungen gesammelt hatte. Abschließend schloss sie einen Kontroller, denen einer Kinderautorennbahn gleich an den Regelapparat an und drückte dessen Taster. 

Justin schien es so, als ob eine Granate mitten in seinem Hirn explodierte. Die Muskeln seines ganzen Körpers krampften und seine Knochen schienen unter ihren Druck brechen zu wollen. Hatte er durch ihre Hand je Schlimmeres erfahren? Wie harmlos ihm auf einmal alle Schläge vorkamen, was für eine Wonne es ihm schien, stundenlang an der Wand verharren zu müssen, gegen das, was er hier und jetzt durchleben musste. 

„Ist schon ein wenig hart was? Das ist ungefähr die Mitte. Ein wenig kannst du noch, dann gehe ich auch mal ne Stufe drüber. Nur nicht ohnmächtig werden Zwerglein, schließlich will ich dich noch benutzen.“

Wie Justin diese Schmerzen zu ertragen vermochte, wusste er nicht mehr. Irgendwann war alles schwarz um ihn herum geworden und er empfand eine unsagbare Erleichterung. Kurz war es ihm so, als hörte er sie schimpfen, dann fuhr ein ekelhafter Geruch in seine Nase hinein. 

„Was habe ich dir befohlen? Du sollst nicht ohnmächtig werden! Willst du mich verarschen?“ Das hübsche Gesicht der jungen Frau verzerrte sich zu einer Grimasse. Voller Wucht ließ sie ihr Schienbein zwischen seine Beine hinein schmettern, gefolgt von ihrer rechten Faust, die sie ihm in den Magen schlug. Würde sich Maximilian an sein Versprechen erinnern? Würde Wanda ihn befreien? Neue Tränen der Verzweiflung stiegen ihm in seine Augen, während die Außenseite ihrer Hand auf seine Wange knallte.

Irgendwann verlor er sein Zeitempfinden, irgendwann waren seine Nerven so überreizt, dass sie einen Teil ihrer Macht über ihn verloren hatte. Es war wie eine Art Schock, der kurz vor der Ohnmacht stand, die ihm jederzeit wieder ereilen konnte. Vea aber hatte jetzt fürs erste genug, stieg aus ihren Stiefeln, löste den Gürtel ihrer Hose und begann sich, getrieben von der eigenen Gier, vor ihm zu entkleiden. Sein Glied war wieder zusammengefallen, doch es kostete sie nicht viel Mühe, es wieder für seinen Dienst an ihr aufzurichten. So stellte sie sich vor ihm, drehte sich um und drückte ihr knackigen Po gegen seinen Schoß. Es brauchte ein wenig Führung, damit sein dickes Glied in ihre Spalte hineindrückte, dann aber fühlte es sich für sie wie eine Quelle unsagbaren Glücks an. Es tat weh im ersten Moment, doch war es ein geiler Schmerz, dem sie nachtrauerte, wenn er allmählich verebbte. Ihr Schoß fühlte sich in diesem Moment ausgefüllt an und immer wenn sie den Schwanz ihres Sklaven ein Stück weit entließ, freute sie sich auf den Moment, in dem es um so machtvoller wieder in ihren Körper drang.

Justin aber empfand weder Erleichterung noch Glück in diesem Moment. In seinem Kopf gab es in dieser Situation kein Denken oder Fühlen mehr, es herrschte darin nur noch Angst und Lethargie.

 

32    Alltag

Ereignisarme Wochen vergingen, ohne das man etwas von den Schwarzhemden, Mendas oder der Horde gesehen oder gehört hatte. Stattdessen waren weitere Siedler zu ihnen gestoßen und baten Wanda und Maximilian darum, auch sie unter ihren Schutz zu nehmen. Auch die Rads bekamen weiteren Zulauf, es schien sich langsam herumzusprechen, dass in dieser Gegend etwas anders lief und man ein gewisses Maß an Sicherheit genießen durfte. 

Maximilians Ordnung und Organisation, sowie der Fleiß, mit dem die Menschen ihren Arbeiten nachgingen, trugen langsam Früchte. So hielt er stolz einen Spaten in seinen Händen, dessen Blatt er selbst in der kleinen Schmiede gefertigt hatte. Das kleine Feld, dem der Parkplatz gewichen war und die Anpflanzungen an seinem Rand, sahen vielversprechend aus und wahrscheinlich würde die erste Ernte sie tatsächlich durch den Winter bringen. Maximilian hatte mal irgendetwas darüber gelesen, dass der Mensch sich mit einem Atomkrieg wieder zurück in die Steinzeit katapultieren würde und diese These schien sich bis zu einem gewissen Grad zu bewahrheiten.

Die Rads waren soweit von den Siedlern akzeptiert worden, dass es keine weiteren Vorfälle mehr zwischen den beiden Gruppen gab. Maximilian hatte mit jedem Einzelnen gesprochen und ihnen aufgezeigt was passieren würde, wenn sie wieder in ihr altes Muster verfielen. So wurde das Gesetz zur friedlichen Koexistenz gleichzeitig die Bedingung ihres Zusammenlebens, welches von den Siedlern mittlerweile ohne Ausnahme akzeptiert wurde. 

Auch Wanda war wieder sich selbst gegenüber sicherer geworden und schien glücklich zu sein. So machte sie zwar täglich ihre Runden und passte auf, dass sich niemand ihrem kleinen Paradies näherte, aber sie bekam auch genügend Zeit für sich, um mit Maximilian zusammen zu sein, mit Manuel lesen und schreiben zu üben oder mit Soks und Maks durch den Busch zu wandern. Auch die Siedlerkinder fanden einen Draht zu ihr, während die Erwachsenen nach wie vor von ihr mit Misstrauen bedacht wurden. 

Einige Schatten aber gab es dennoch. Bei den Siedlern ist eine der jungen Frauen bei einer Frühgeburt ums Leben gekommen und Bertram schwer erkrankt. Fast jeden Morgen spuckte er Blut und wurde zusehens schwächer. Maximilian und Wanda hatten sich lange wegen ihm beratschlagt, hatten sogar erwogen den Alten zu den Mendas zu bringen, doch er wollte dies partout nicht. Er sei alt genug geworden, warf er ihnen immer wieder an den Kopf. Mit zweiundvierzig Jahren!

Auch Igas Gruppe hatte einige Mitglieder verloren. Ob durch Tiere oder Krankheit, in der Zone wurde oft gestorben und der Tod als tägliche Möglichkeit akzeptiert. Eigentlich machte man sich nur Sorgen darum, wie lange es dauerte, bis der Sensenmann einen holen kam. 

Bertram jedenfalls musste warten und leidete still aber deshalb nicht minder qualvoll vor sich hin. Vor allem für Maximilian eine Tortur das Leid seines Freundes mit ansehen zu müssen. Die Besucher waren es schließlich, die den Alten auf seiner letzten Reise begleiteten, ihn fütterten und dabei mit Zärtlichkeiten und ihrer Nähe bedachten. Auch das war ein eindrucksvolles Zeichen, nicht nur für den Sterbenden selbst, sondern auch für seine Angehörigen, die sehen konnten, wie sehr diese seltsamen Gestalten die Schmerzen ihres Freundes zu lindern verstanden. 

Drei Tage später hatte er es dann schließlich geschafft und sowohl die Siedler, als auch die Besucher nahmen Abschied von dem Alten. Er war ein Mensch gewesen, der den Wandel im Denken und Handeln konsequent vollzogen hatte und Maximilians und Wandas Weg gefolgt und sich seinem Ziel verschrieben hatte. 

So trugen die beiden seinen Leib zusammen mit seinen engsten Freunden in den Busch hinein, suchten ihm auf einer schönen Lichtung einen Platz und brachten ihn zusammen in die Erde. Er hatte jetzt seinen Frieden gefunden und sich auf seine letzte schöne Reise begeben. 

Maximilian haderte nicht mit seinem Leben, ganz im Gegenteil. Die kleine Siedlung wuchs und gedieh, täglich passierte irgendetwas, wobei man seinen Rat und Hilfe suchte und Wanda forderte ihn in einem für ihn lustvollen, aber nicht belastbaren Maße. Von ihm aus hätte es so weitergehen können und gerade die einfache Art des Lebens, zeigte ihm ein ihm unbekanntes Maß an Freiheit und Glück auf, welches er zuvor nicht gekannt hatte. 

So saß er jetzt vor dem Haupteingang in einem Liegestuhl, den Silvio, ein Siedlerjunge, extra für ihn gebastelt hatte, blinzelte zur Sonne hinauf und versteckte schließlich sein Gesicht vor ihren Strahlen mit einer großen Pappe, die er sich extra zu diesem Zweck im Büro gesucht hatte. Er hatte den ganzen Morgen die Pflanzen gewässert, mit den Männern Holz geschlagen und den Frauen beim Töpfern zugesehen. Die Zeit drängte und alle waren damit beschäftigt, sich auf die Nachsommerzeit vorzubereiten. Wie der Winter werden würde, wusste man nicht. Sowohl zeitlich, als auch in seiner Intensität war er die letzten Jahre sehr schwer einschätzbar geblieben, wie ihm die Siedler erzählt hatten. 

„Drei Gelbe!“

Wanda eilte an ihm vorbei. Sie hatte gerade ein paar Kinder zum Bach gebracht, sie dort gewaschen und kam jetzt mit ihnen zurückgelaufen. Das die Symbole noch keine Bedrohungsstufe zeigte, sollte nichts heißen, das konnte sich von einem Augenblick auf den anderen ändern. 

Maximilian versuchte, sich aufzurichten, doch der bequeme Stuhl verwehrte es ihm im ersten Moment. Wanda hielt ihm ihre Hand hin, er griff danach und ließ sich von ihr aufhelfen. Unter anderen Umständen hätten sie darüber gelacht, doch jetzt verbot es ihnen die Situation. 

„Wie weit sind sie?“ Fragte er. 

Wanda blickte nach Norden und rief die Informationen des Kee ab. Zwei Kilometer waren es noch. „Ich stelle sie im äußeren Bereich, bereite trotzdem alles vor.“

Maximilian folgte ihrer Anordnung, schlug mit einem Holzklöppel gegen ein Blech und rief so die Leute zusammen. Alles blieb in diesem Moment stehen und liegen, so wie sie es immer wieder geübt hatten. Es wurden keine Fragen gestellt, sondern in einer Reihe vor dem Eingang des Haupttrakts Aufstellung genommen. Auch die Rads kamen aus dem Wald geeilt, sie brauchten länger als die Siedler, um dem Warnruf zu folgen.

„Sind wir vollzählig?“ Fragte Maximilian und blickte die Reihe entlang. 

„San all, Maksch.“ Antwortete ihm eine ältere Frau und nickte ihm wohlwollend zu. 

„Gut. Wir haben es geübt, ihr wisst, was ihr zu tun habt. Die Männer gehen ans Ende, sie müssen den Schrank vor den Zugang ziehen. Die Frauen kümmern sich um die Kleinen und halten sie ruhig. Verstanden?“

Alles klappte und die Reihe ging geordnet ins Gebäude hinein. Zwei Minuten später hörte Maximilian das grelle Quietschen des Schrankes, dann waren seine Schützlinge in ihrem Versteck. 

Er selbst lief zu einer getarnten Grube hinüber, von der er aus alle Zugänge des Komplexes überwachen konnte, brachte sein Gewehr in Stellung und wartete darauf, dass Wanda zurückkam. 

 

33    Eine neue Unbekannte

„Wie weit ist es noch, Justin?“

Der kleine Mann konnte nicht anders, immer wenn die Frau ein Wort an ihn richtete, überkam ihn ein heftiges Zittern. Er konnte ihr nur stotternd antworten und seine Worte überschlugen sich ständig dabei. 

„Beruhige dich doch. Ich tue dir immer noch nichts. Ich habe es dir doch versprochen. Mein Gott du kannst dich aber auch anstellen.“

Dem kleinen Mann kamen die Tränen. Er konnte noch immer nicht glauben, dass man ihn aus den Klauen dieses Monsters befreit hatte. 

Er hob seinen Arm und deutete in eine bestimmte Richtung. Irgendwo dort vorne musste das Haus sein. Die riesige Blondine lächelte zufrieden, berührte ihn mit ihrer behandschuhten rechten Hand auf seiner Schulter und griff mit der anderen zu ihrem Fernglas, dass sie sich quer über die Schulter gehängt hatte. 

„Das sieht doch ganz vielversprechend aus. Anscheinend haben sie uns schon bemerkt, sonst wäre das Feuer nicht gelöscht worden.“ Sie beobachtete einen Moment lang die weiße Dampfwolke, die in den Himmel aufstieg. Justin sah zu der Menda auf, die ihn um zwei Haupteslängen überragte. Sie hatte eine unglaublich üppige Figur, mit kräftigen Po und riesigen Brüsten, wirkte aber dennoch stämmig und athletisch dabei. 

Sie winkte einen verwahrlosten Mann zu sich heran und deutete auf das vor ihnen liegende Gebäude. 

„Siehst du es? Dort findest du ein neues Zuhause. Sag ihnen, dass wir kommen, ich möchte nicht, dass meine Anwesenheit falsch verstanden wird.“

„Das werde ich, Herrin!“

Die große Frau nickte dem Mann wohlwollend zu, rief ihn aber noch einmal zurück, als er sich entfernen wollte.

„Warte, mein Lieber. Vorher nehme ich dir noch dein Halsband ab, du bist jetzt frei.“

Der Mann schien es immer noch nicht begreifen zu wollen, blickte sie unsicher an und starrte dabei auf die Maschinenpistole, die von der Frau einsatzbereit über ihre massige Brust getragen wurde. Wollte sie ihn damit vielleicht hinterrücks erschießen? Es wäre nur die Bestätigung für ihn, dass all die Geschichten über diese Frauen wahr sind. Zumal er selbst von dieser hier als arbeitsunfähig eingestuft worden war und ihm damit sein Nutzfaktor abgesprochen wurde. Normalerweise ein Todesurteil wie er wusste oder ein Entlassungsgrund in die Zone, was ungefähr auf dasselbe rauskam. 

„Jetzt lauft schon! Wir haben nicht mehr so viel Zeit und es wird bald dunkel. Ich möchte nicht noch eine weitere Nacht mit euch zusammen in der Ödnis verbringen müssen.“

Sie gingen langsam weiter und während sich der Mann seinen Weg durch die feindliche Vegetation schlagen mussten, folgte die Frau ihm abwartend und in einem lockeren Schritt nach. Nicht einmal ihre schwarze Bluse war nass geschwitzt. 

„Dort vorne ist der Absperrzaun, wir sind praktisch da. Seltsam, dass sich bisher niemand gerührt hat, man hat uns doch schon lange entdeckt. Nach allem, was mir über dieses Ungeheuer berichtet worden ist, überrascht mich das einigermaßen.“ Stellte die schwarz uniformierte Menda in einem lockeren Plauderton fest. Justin blickte zu ihr auf und konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob sie mit sich selbst oder ihm gesprochen hatte. 

„Von welchem Ungeheuer sprichst du?“

Die blonde Frau schrak herum und wollte ihre Waffe in Anschlag bringen, als eine mächtige Hand sie an ihrer Koppel packte und daran in die Höhe hob. Sie konnte es nicht glauben, was sie jetzt sah, aber sowohl Justin als auch Milena hatten die Wahrheit berichtet. Eine riesige Maschinenfrau in schwarzer Rüstung zeigte sich ihr, die an ihrer linken Hand lange Klingen ausgefahren hatte und mit ihnen auf die beiden Männer deutete. Der eine war schon am Zaun und hatte nach einer Lücke gesucht, während der Kleine regungslos auf der Stelle verharrte und vor sich auf den Boden sah. 

„Wanda, richtig?“

Die Riesin hielt ihre Gefangene ohne jedes Anzeichen einer Anstrengung fünfzig Zentimeter über den Boden und obwohl sie nur etwas mehr als einen halben Meter größer war, als ihre weißblonde Gefangene, wirkte sie martialisch und respekteinflößend dabei. 

Die Blicke der beiden Frauen trafen sich zum ersten Mal. Sie sahen sich vom Typ her auffallend ähnlich, wie der Sklave erstaunt feststellte. Konnte das ein Zufall sein? Oder lag eine Absicht dahinter, dass ausgerechnet diese Frau zu dem Siedlerstützpunkt aufgebrochen war. 

„Was wollt ihr hier?“

Die Blondine lächelte und schien nicht weiter besorgt um ihre Lage zu sein. 

„Euch besuchen? Ich bin sozusagen eine Gesandtschaft der Sauerlandrepublik und weil wir es gut mit euch meinen, habe ich euch hier auch zwei Zeichen unseres guten Willens mitgebracht.“

Sie deutete auf den kleinen Mann. 

„Justin! Schau! Wir haben Wanda gefunden.“

Sie lachte heiser. 

„Oder besser gesagt, sie uns.“

Der Zwerg richtete langsam sein Gesicht auf die Riesin, es wirkte leblos und gebrochen in diesen Moment. 

„Du wolltest nach mir sehen.“ Flüsterte er leise. 

Wanda atmete tief durch, hatte sie doch aus der Stimme des Mannes all das Leid herausgehört, dass man ihm zugefügt hatte. 

„Gut! Machen wir es kurz. Werte das als mein Entgegenkommen.“

Die Maschinenfrau fuhr ihre beiden Klingen aus und wollte sie in den Hals der Blondine hineindrücken, als diese sie panisch ums Wort bat. 

„Jetzt warte doch! Ich kann nichts dafür, dass man ihm so übel mitgespielt hat. Die Matria hat ihn befreien lassen und die Besitzerin streng bestraft, nachdem man bemerkt hatte, was diese Justin für ein Leid angetan hatte.“

Justin weinte, ließ sich auf seine Knie fallen und blieb in dieser Position hocken. Seinen Blick gesenkt, verharrte er und klammerte alles um sich herum aus. 

Wanda zögerte. Neunzig Prozent ihres Denkens mahnten sie dazu, mit dieser Frau kurzen Prozess zu machen, und nur die letzten zehn hinderten sie daran. War es das Kee oder sie selbst die so fühlte? Sie wusste es nicht und diese Unsicherheit machte sie wahnsinnig. 

„Reden wir bitte! Ich komme in Frieden und kann viel für euch alle tun. Frag den Mann dort, er wird es dir bestätigen.“

Der Mann in der verschlissenen Kleidung kam langsam zu den beiden Frauen zurück. Im Gegensatz zu Justin schien er noch klaren Verstandes zu sein. 

„Sie ist Ärztin. Wenn sie nicht gewesen wäre, hatte ich vielleicht schon mein Leben verloren.“

Wanda blieb misstrauisch. 

„Was willst du von uns?“

Die Blondine deutete auf den Boden und bat Wanda sie abzusetzen. Diese folgte ihren Wunsch zögerlich, wenn auch aus einer Neugierde heraus, was diese ihr zu erzählen hatte. 

„Der Rat schickt mich. Ich soll mit euch einen Status quo aushandeln. Wir mischen uns nicht in euer Leben und ihr euch nicht in unseres. Du hast bei uns immensen Schaden angerichtet und viele tausende Frauen, aber auch Männer leiden darunter. Wir werden uns hüten, dich noch einmal herauszufordern.“

„Gut. Ich nehme das Angebot an, du kannst jetzt wieder gehen.“

Die Blondine lachte. 

„Jetzt warte doch mal bitte. Ich habe mich schon so oft nach einer Möglichkeit gesehnt, in der Zone Forschung zu treiben. Außer die Soldatinnen unserer Streitkräfte bekommt doch sonst niemand Gelegenheit dazu. Ich habe so viel von dir und deinem Freund gehört, da wollte ich mir selbst ein Bild von euch machen.“

„Du willst spionieren, meinst du wohl.“ Erwiderte Wanda in einem harschen Ton. 

„Jetzt aber bitte. Darf ich mich dir erst einmal vorstellen? Ich heiße Mira und freue mich wirklich aufrichtig darüber, solch eine bemerkenswerte Frau wie dich kennenlernen zu dürfen.“

Wanda blickte sie prüfend an und suchte sie zu durchleuchten. 

„Du kannst wirklich sehen ob ich lüge, stimmts? Milena hat mir davon berichtet, eine grandiose Eigenschaft.“

„Laber keinen Scheiß, antworte mir lieber.“

Mira schien wirklich Probleme mit Wandas ausgefallener Wortwahl zu haben und seufzte demonstrativ. 

„Ich möchte hier in Ruhe forschen und sehen inwieweit das Genom der Siedler, aber auch die der Rads, sich den Umwelteinflüssen angepasst hat. Es wäre mir dadurch möglich meine Thesen zu beweisen und eine ganz neue Denkrichtung und Wertung des Lebens in der Zone bei uns zu initiieren.“

„Du glaubst also nicht daran, dass man alle Rads und Siedler ausrotten sollte?“

Mira schüttelte den Kopf. 

„Ich habe die Geschichte studiert und gelernt, dass man auch mit Gewalt das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann. Von daher bin ich ganz auf eurer Seite, wenn du mir das auch noch nicht glauben möchtest. Sicher sind die Schäden bei den Rads und Siedlern immens und ihre Mortalität entsprechend, doch sie haben in der Natur bestanden und sich trotz aller Einflüsse zu halten vermocht. Für mich kommt das nicht von ungefähr, sie müssen also Fähigkeiten entwickelt und eine entsprechende Anpassung vollzogen haben.“

„Was, wenn ich nicht will, das du bleibst?“

Mira blickte betrübt drein. Entweder war sie wirklich geknickt oder eine begnadete Schauspielerin. 

„Es würde mir die Welt bedeuten euch näher kennenzulernen. Wobei du mir dabei eine Welt bietest, die wohl zu komplex für meinen Verstand wäre. Aber all deinen Freunden kann ich helfen gesünder zu leben und ihnen bei Erkrankungen und Verletzungen kompetente Hilfe bringen. Wie du siehst, bin ich auch kräftig gebaut und scheue mich nicht bei euch mit anzupacken. Gib mir und dir selbst eine Möglichkeit, damit wir uns besser kennenlernen. Du wirst es nicht bereuen.“

Wanda zögerte noch immer. Ihr erschien diese Frau wie eine Sirene, die umschmeichelte und lockte, bis sie ihr Opfer ins Verderben gestürzt hatte. 

„Ich kann mir gut vorstellen, was du denkst und deine Vorsicht spricht für dich, zeigt sie doch deutlich deine Liebe zu den Menschen, die von dir abhängen. Egal, ob es sich bei ihnen um Rads oder Siedler handelt. Bitte Wanda. Lass mich für eine Weile ein Teil von eurer kleinen Gemeinschaft sein, ihr werdet es nicht bereuen und ich ganz sicher auch nicht.“

Die Maschinenfrau schwieg. Das sie überhaupt über die Worte dieser Frau nachdachte, empfand sie schon als Schwäche. 

„Max soll dich kennenlernen und entscheiden. Ich will mit dir so wenig wie möglich zu schaffen haben.“

Mira schien wirklich bestürzt über ihre Ablehnung zu sein. 

„Wanda! Mache dir doch erst einmal ein Bild von mir. Ich bin doch kein Unmensch. Blick mir in die Augen, fühle meinen Puls oder Herzschlag, wie auch sonst dein Lügendetektor funktionieren mag, und frag mich einfach! Ich habe nie einem anderen Menschen in der Zone etwas zuleide getan, oder einem von den Rads, die hier leben. Sogar meine Labortiere erfreuen sich bester Gesundheit. Gib mir doch bitte eine Chance! Irgendetwas in meinem Inneren sagt mir nämlich, dass auch du eine gute Freundin gebrauchen kannst.“

Die Kriegerin antwortete nicht, sondern deutete in die Richtung, in der das Gelände des Instituts lag. 

„Geh voran. Wir folgen dir nach.“

Fünf Minuten später hatten sie das große Gelände erreicht und Wanda bat ihren Freund zu ihnen zu kommen. Der kletterte aus seinem Versteck heraus, schulterte sein Sturmgewehr und kam damit der kleinen Gruppe entgegen. 

Wanda wurde es warm ums Herz, als sie ihn so sah. So gerne Max auch bei der Verteidigung ihres Heims einen Beitrag leisten wollte, er war einfach nicht in der Lage dazu. Dazu respektierte er das Leben als solches viel zu sehr, selbst dann, wenn es ihm in Form des Bösen gegenüber trat.

„Wen hast du denn da mitgebracht? Deine Zwillingsschwester?“ 

Mit Staunen musterte Maximilian die große blonde Frau und registrierte erst beim zweiten Blick Justin, der hinter ihr stand und dabei fast völlig von ihr verdeckt wurde. 

„Was hast du mit ihm gemacht?“ Drang es voller Zorn aus ihm heraus. Er lief herbei und zog Justin ein Stück weit mit sich. 

„Justin! Kennst du mich noch?“

Der Angesprochene blickte zu ihm auf, während die Tränen über seine Wangen liefen und die Lippen vor Aufregung zitterten. 

„Ihr wolltet nach mir sehen, du hattest es mir versprochen.“

Maximilian wurde bleich. Aus den Augen aus den Sinn, der Mann hatte Recht. Weder er, noch Wanda, hatten sich an ihr Versprechen Justin gegenüber erinnert. 

Ihm fehlten die richtigen Worte und so stand er dem Mann schweigend gegenüber, den er auf solch furchtbare Weise in Stich gelassen hatte. 

Justins Blick schien im ersten Moment voller Verachtung zu sein und wirkte dann aber seltsam leer und leblos. Er sah Maximilian zwar in dessen Augen, wirkte aber seltsam stumpfsinnig dabei.

„Eine Frau hat ihn grundlos über seine Belastungsgrenze hinaus gequält, sie wurde dafür bestraft und wird das nächste Jahr dafür im Gefängnis verbringen.“ Erklärte ihm die Fremde kleinlaut. 

Maximilian löste sich von dem Anblick seines ehemaligen Feindes und blickte rüber zu der großen, wie auch attraktiven Frau. Ihre Worte hörten sich wie zusätzlicher Hohn für ihn an. 

„Sie foltert einen anderen Menschen und bekommt ein Jahr Gefängnis?“

Mira schien Verständnis für seinen Einwand zu haben. 

„Ich kann mir vorstellen, dass du das unangemessen findest, aber vor ein paar Wochen noch, wäre sie wahrscheinlich mit einem kleinen Bußgeld davongekommen. Ihr habt uns zum Nachdenken angeregt und nicht alle von uns sind mit dem derzeitigen System einverstanden. Ich selbst habe noch meinen Vater und meine Mutter erleben dürfen, von daher bringe ich nicht die gleiche Verachtung eurem Geschlecht entgegen, wie meine Landsfrauen.“

Maximilian begann sich für die Frau in der eng anliegenden schwarzen Uniform zu interessieren, wenn diese ihn auch unglücklich an die Schwarzhemden oder Nazis erinnerte. 

„Deine Uniform, sie sieht aus wie die von ...“

Die blonde Frau schien sofort seine Gedanken erraten zu haben. 

„Ich weiß und wir haben auch oft genug dagegen protestiert. Aber das Weiß der Ärzteschaft, wurde leider mit dem Schwarz des Todes getauscht, ins Gegenteil verkehrt, wie vieles andere, das man mit der Alten Welt verbunden hat.“

„Du willst damit sagen, dass euer medizinisches Personal schwarze Kleidung trägt?“

Die Frau bestätigte es ihm durch ein Kopfnicken. „Ich bin Militärärztin, die zivile Version sieht nicht im Ansatz so furchteinflößend aus, wie meine jetzt.“

„Du bist schon älter, oder kurz nach dem Krieg geboren worden, oder? Was ist mit deiner Familie? Was mit deinem Vater?“

„Sie wurden gegen Ende der Winterkriege getötet, kurz bevor die ersten Frachter mit Lebensmitteln aus Afrika in den alten Nordhäfen entladen worden sind. Die Mendas formierten sich gerade und ich wurde von ihnen aufgenommen und großgezogen. Ich verdanke meinem Land viel, wenn ich auch nicht alles teilen kann, wofür es steht.“

Maximilian zeigte sich dieser Frau gegenüber ähnlich misstrauisch wie zuvor Wanda. 

„Du meinst nicht zufällig die versklavten und geschundenen Männer wie Justin, oder?“

Mira sah zu dem kleinen Mann runter, der neben ihr durch das hohe Gras stolperte, doch blieben ihre Gesichtszüge dabei ohne sichtbare Regung. 

„Unter anderem auch sie, ja. Überhaupt ihr Umgang mit Leben. Wir sollten froh sein, dass nach solch einem furchtbaren Inferno überhaupt noch etwas in dieser Richtung existiert und wir reduzieren es weiter aus Angst oder Berechnung. Ich für meinen Teil fühle mich an meinen Hypokratischen Eid gebunden.“

„Hast du eine besondere Fachrichtung?“

„Ja, Fachärztin für Chirurgie, als auch Allgemeinmedizin. Nebenbei forsche ich aber auch in der Genetik, was maßgeblich dazu beigetragen hat, hier bei euch sein zu dürfen.“

„Was ist dann mit deiner Waffe? Wie passt die ins Bild?“

„Es stimmt, ich kann mit ihr umgehen, aber benutzen würde ich sie höchstens im absoluten Notfall. Auch die Uniform soll mich schützen, denn keiner aus der Horde oder den Schwarzhemden würde es wagen mich anzugreifen, solange ich sie am Leibe trage.“

Mira streckte ihren rechten Arm aus und hielt Maximilian ihre offene Hand entgegen. Sie steckte in feinen schwarzen Lederhandschuhen und wirkten unpersönlich und arrogant. Sie bemerkte sein Zögern und zog sich hektisch die Kleidungsstücke von ihren Händen herunter. 

„Entschuldige, das tut mir leid. Ich wollte auf keinen Fall unverschämt erscheinen. Freut mich dich kennenzulernen, Maximilian.“

Er nahm diese Geste an, wenn auch mit sich selbst uneins. Ihm ging es wie Wanda, er fühlte sich von dieser Erscheinung überfordert. 

„Was ist mit ihr? Schicken wir sie wieder fort?“

Maximilian zögerte. Eine Ärztin? Konnten sie sich solch eine Möglichkeit wirklich verwehren? Vielleicht hätte jemand wie sie Bertram retten können?

„Wie lange würdest du bleiben wollen?“

Sie blickte zu dem ehemaligen Sklaven rüber, der einen großen schwarzen Rucksack zu tragen hatte. 

„So lange, bis meine Untersuchungen abgeschlossen sind. Ein paar Wochen vielleicht? Bis zum Einbruch des Winters?“

„Und wenn du feindliche Absichten hast?“ Gab Maximilian misstrauisch zu bedenken. 

„Dann würde mich Wanda sicherlich zur Rechenschaft ziehen. Schließlich scheint kein Kraut gegen sie gewachsen zu sein, oder? Beruhige dich doch bitte, Maximilian. Wanda hätte es dir doch längst gesagt, wenn ich dich anlügen würde.“

Maximilian ging zu Wanda rüber und nahm sie beiseite. Er wollte unbedingt ihre Meinung hören. 

„Soll sie bleiben? Wir könnten eine Ärztin gut gebrauchen. Vielleicht zeigt sie mir auch ein wenig und ich kann dann selbst im Notfall helfen?“ Er stockte. „Auf der anderen Seite scheint mir diese Frau so widersprüchlich zu sein. Hast du gesehen, wie groß sie ist? Sie reicht dir fast bis zu den Schultern.“

„Gefällt sie dir?“ Fragte Wanda misstrauisch. Es schien die erste Frage zu sein, die ihr in den Sinn kam, wenn sie gemeinsam auf eine Frau stießen. 

„Sie sieht dir ähnlich, wie sollte es da anders sein? Aber warum fragst du mich das nur immer, Wanda? Habe ich dir jemals einen Grund gegeben an mir zu zweifeln? Woher kommt nur deine Eifersucht? Ich liebe dich doch.“

„Sie ist schön und anscheinend auch sehr klug. Wie könnte ich da mithalten? Ich bin keine Frau, sie aber schon und was für eine.“

Ihr kam ein anderer Gedanke. 

„Kannst du dir vorstellen, dass sie wegen dir hier ist?“

Maximilian kam dieser Gedanke absurd vor. Warum sollte man wegen ihm solch ein Aufhebens machen? Die einzige Bedrohung für die Mendas ging von Wanda aus. 

„Weshalb sollte sie einen alten Knacker wollen? Wanda, wir haben so viel Glück miteinander gefunden, lass uns das einfach genießen wie bisher. Ich geh der Frau aus dem Weg und sie kann nach unseren Leuten sehen.“

„Tue mir nicht weh, Max, bitte!“

Statt einer Antwort umarmte er sie, drückte seinen Körper gegen den ihren und küsste sie zwischen ihre massiven Brüste, da er ihr Gesicht nicht erreichen konnte. 

„Lass uns die anderen aus dem Versteck holen und das Abendessen bereiten. Ich habe von dieser ganzen Aufregung einen riesigen Hunger bekommen.“

Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf Justin, der nach wie vor in der Nähe dieser Mira stand und sich nicht von ihr weg traute. Er schien sich dieser Frau komplett untergeordnet zu haben, so als ob er ihr hörig war. 

„Ich gehe nach oben, okay? Sag ihr, sie kann bei den Siedlern wohnen, wenn diese bereit sind, sie aufzunehmen. Wobei ich mir deshalb keine Sorgen mache, sie ist Ärztin!“

 

34    Mira fügt sich ein

Die nächsten Wochen verliefen, bis auf wenige Ausnahmen, unspektakulär. Maximilian arbeitete auf dem Feld und an weiteren Werkzeugen, grub mit den Männern Kanäle, um die Be- und Entwässerung zu verbessern, und begab sich auf die Jagd nach neuen Erfahrungen. Er war nicht sonderlich geschickt, aber sehr wissbegierig, so dass auch er gute Ergebnisse bei seinen Arbeiten erzielen konnte, wenn er die nötige Geduld hierfür aufbrachte. Auch Wanda ging weiter ihrem Alltag nach, kümmerte sich um ihre Lieben und passte auf sie auf. Auch ihre Zweifel schwanden gegenüber der großen Blondine, die sich so gänzlich unbeeindruckt gegenüber dem harten Leben in der Zone zeigte. 

So wusch sich Mira jeden Morgen am Brunnen und machte ihre Toilette, was alle männlichen Geschöpfe aus den Betten trieb. Denn die Menda hatte keine Scheu sich nackt zu zeigen, kein Wunder bei ihrer Größe und Kraft. Die Siedlerinnen sahen diese Frau natürlich als Konkurrenz, aber so unerreichbar Mira für ihre Männer war, profitierten die Frauen schließlich indirekt doch von ihr, denn das Verlangen ihrer Kerle hatte ihnen gegenüber spürbar zugenommen. 

Auch Manuel hatte sich in die übergroße Frau verliebt und zeigte zusätzliches Interesse an ihrer Arbeit. So assistierte er ihr gerne, ließ sich von ihr die Anamnese und Diagnose erklären, Behandlungsgrundsätze und was man selbst hier in der Zone an Kräutern und Pflanzen finden konnte, die bei Krankheiten und Schmerz Heilung und Linderung versprachen. Eine erstaunliche Frau, die bei all ihren Attributen und Fähigkeiten, wenig Aufhebens um ihre Person machte. Selbst Soks und Maks mochten sie und ließen sich am Lagerfeuer gerne Lieder von ihr vorsingen. 

Sie schien wirklich die Bereicherung zu sein, die Maximilian sich versprochen hatte und nur zweimal hatte es wegen ihr Spannungen gegeben. Diese hatte sie jedoch selbst gelöst, in dem sie einem der jungen Männer die Nase gebrochen und anschließend wieder gerichtet hatte und einer Frau gegenüber, die aus Eifersucht ihr beinahe ein Messer hinterrücks zwischen die Rippen gerammt hätte. Doch auch sie hatte Mira besänftigen und schließlich beruhigen können und weigerte sich standhaft Maximilian und Wanda ihren Namen zu nennen. Die Konsequenzen hätten in beiden Fällen Verbannung bedeutet, doch die Menda bat die beiden eindringlich darum, von einer Bestrafung abzusehen. Sie bemühte sich redlich um die Gesundheit der Leute, was für ein Sinn ergab es da, sie wegen ihr in den sicheren Tod zu schicken?

An einem sonnigen Abend hatte sich Wanda auf den Rand des Flachdachs gesetzt, um von hier aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Vögel sangen, der Wind rauschte durch die Wipfel der Bäume und gleich würde Maximilian zu ihr stoßen, sich neben sie setzen und den gemeinsamen Moment mit ihr zusammen genießen. 

„Darf ich mich ein wenig zu dir setzten, bis Max kommt?“ 

Wanda hatte Mira längst bemerkt, hatte aber angenommen, dass die Menda sie nur etwas fragen wollte. 

„Von mir aus.“

Die große Blondine ließ sich vorsichtig neben ihr auf die Dachkante nieder, blickte vorsichtig in den Abgrund und lehnte sich dann zurück, um sich mit den Händen hinter ihrem Rücken abzustützen. 

„Schön ist es hier, das hätte ich nicht gedacht.“

Wanda wirkte steif und störte sich an ihre Gegenwart, das war für Mira deutlich spürbar. 

„Immer noch so schlimm? Wanda gib mir eine Chance, schließlich bin ich hier genauso Außerirdische wie du auch.“

Im Gesicht der Maschinenfrau zuckten die Mundwinkel, anscheinend schien sie der Vergleich zu amüsieren. 

„Ich wäre gerne an deiner Stelle, glaub mir. Wieder Mensch sein dürfen und nicht in diesem Ding hier gefangen sein.“

Mira betrachtete Wandas Körper genauer. Anfangs hatte sie geglaubt, sie wäre einfach eine große Frau in einer Hightechrüstung, doch Maximilian hatte ihr angedeutet, dass diese, bis auf ihr Gehirn den gesamten Körper ausmachte. Fünfhundert Kilo schwer, knapp 2.60 m groß, kam sie sich wie eine Zwergin im Vergleich mit Wanda vor. 

„Maximilian sieht dich als Mensch und die Siedler mit denen ich über dich gesprochen habe auch. Nur meine Landsleute nicht, die halten dich für den Teufel schlecht hin. Vor allem Milena hat kein gutes Haar an dir gelassen, hast du doch ihre Kameradinnen getötet.“

„Sie hab uns bedroht und angegriffen. Mehr Legitimation brauchte ich nicht.“

Mira legte Wanda ihre Hand auf den Unterarm, um sie zu beschwichtigen. 

„Ein blödes Thema, Wanda. Entschuldige. Ich weiß, dass du nur das verteidigt hast, was dir lieb und teuer ist. Ich würde an deiner Stelle doch genauso handeln.“

Mira zögerte und blickte Wanda demonstrativ in den Schoß. 

„Darf ich dich was fragen? Maximilian und du, ihr seid ein Paar, wie ich weiß ...“ Sofort richtete sich Wandas Gesicht auf sie und der Ausdruck darin bekam etwas Bedrohliches. „Keine Sorge, ich will dir nichts wegnehmen und habe kein Interesse an ihm, aber wenn ich ehrlich bin an dir. Verkehrt ihr miteinander, oder bleibt es bei einer oberflächlichen Stimulation? Ich wüsste nicht, wie ich mir eine Vagina bei dir vorstellen könnte, wenn deine Panzerung diese auch zu stilisieren scheint.“

„Willst du mich jetzt anfassen, oder was?“ Fragte Wanda mürrisch. Sie fühlte sich von der Neugierde dieser Frau überrumpelt. 

„Du würdest mich bei einer Lüge ertappen, würde ich jetzt nein sagen.“

„Ich habe eine, okay? Und es fühlte sich fantastisch für mich an, wenn er mit mir schläft.“

„Und du würdest es nicht zulassen, wenn ich dich frage ...“

Wanda blickte die Frau erschrocken an. 

„Nein! Ganz sicher nicht. Mensch, was stimmt mit dir nicht?“

Mira versuchte sie zu beruhigen. 

„Es ist doch nicht nur mein Eigeninteresse da, sondern auch ein wissenschaftliches. Ich kann mir halt nur schwer vorstellen, wie man ein menschliches Organ bei dir nachempfunden hat und vor allem zu welchem Zweck? Warum wurdest du überhaupt gebaut, Wanda?“

„Ich sollte politische Konflikte entscheiden und gegen Diktatoren und andere Verbrecher kämpfen. So ungefähr.“

„Okay. Aber warum dann nicht gegen uns? Milena hat erzählt, dass Maximilian uns eigentlich ein Ultimatum stellen wollte, du aber dagegen warst.“

Wanda konnte sich noch gut an diese Situation erinnern. 

„Es ist halt nicht so einfach, dieses Ding hier zu sein, okay? Lass uns ein anderes Mal reden, Max ist schon auf der Treppe.“

Die große Blondine lehnte sich zu Wanda rüber und umarmte sie. 

„Du bist eine tolle Frau. Glaube fest daran. Ich finde es toll, wie du dein Leben meisterst, und stelle mir deine Lage mittlerweile ganz realistisch vor, wie ich glaube. Genieße deine Zeit mit ihm, ich bin dann mal wieder unten.“

Wanda blickte der Menda nach und fühlte sich dazu genötigt, ihr etwas sagen zu müssen. 

„Tut mir leid!“

„Keine Sorge. Ich habe genug Abwechslung. Manuel wollte von mir lernen, wie man Verbände anlegt und Brüche einrichtet. Er scheint ein wirklich guter Junge zu sein und ich glaube, er hat auch einen sehr hohen VGS. Näheres kann ich aber erst sagen, wenn ich wieder mein Labor zur Verfügung habe.“

Sie winkte noch einmal Wanda zu und wollte die schwere Metalltür öffnen, doch Maximilian kam ihr von der anderen Seite zuvor und hätte sie ihr beinahe vor den Kopf geschlagen. 

„Oh, entschuldige.“ Bat er sie um Verzeihung, sichtlich überrascht von ihrer Anwesenheit. 

„Kein Problem, ist ja nichts passiert. Wir sehen uns später. Wanda wartet schon auf dich. Viel Spaß wünsche ich euch beiden.“

Maximilian war ein einziges Fragezeichen. Was hatte die Menda von Wanda gewollt? Bisher hatten sie nicht viel miteinander gesprochen, weshalb auf einmal das Interesse an ihr?

„Was hatte Mira hier verloren?“ Fragte er sie gedankenverloren. 

„Sie wollte sich ein wenig zu mir setzen.“

„Hat sie dich ausgefragt?“

Wanda wartete darauf, dass er sich zu ihr setze und umarmte ihn vorsichtig. 

„Ein wenig, ja. Sie ist lesbisch, wusstest du das?“

Für Maximilian kam diese Nachricht überraschend und dennoch war es  eine Erklärung. Fast alle Männer ihrer Siedlung hatten der Menda nach anfänglicher Furcht und Zurückhaltung Avancen gemacht, doch keiner hatte bei ihr landen können. Einzig Manuel durfte mit ihr viel Zeit verbringen, wobei Mira ihm vor allem etwas von ihrem Wissen zu vermitteln suchte. 

„Glaubst du, man kann ihr trauen?“

Wanda schien unentschlossen. 

„Sagen wir es mal so. Breitbeinig vor ihr stehen und meine Augen schließen, würde ich nicht wollen, aber so als Mensch? Sie hat den Leuten hier viel geholfen, sowohl den Siedlern als auch unseren Besuchern. Vielleicht sieht sie es ja wirklich ein, dass die Mendas in ihren Ansichten falsch liegen? Jedes Leben hat seine Berechtigung, wenn es in der Natur bestehen kann, das hast du ihr oft genug zu verstehen gegeben.“

„Aber ob sie es deshalb auch verinnerlicht hat? Diese Frauen sind intelligent, kämpferisch und entschlossen. Genau die Attribute, die sie bei den Männern so kritisch sehen. Ich weiß nicht. Ich mag sie nur mit Vorsicht genießen.“

„Hast du denn schon mal mit ihr richtig gesprochen?“

Maximilian blickte in den Sonnenuntergang hinein und legte seiner übergroßen Freundin den Arm um deren schlanke Hüfte. 

„Nur wenn es um die Mendas oder Justin ging. Ich weiß nicht, ob er noch mal klaren Verstandes wird, Wanda.“

Wanda senkte ihren Kopf und begann mit den Krallen an ihren Fingerspitzen zu spielen. Auch sie machte sich Vorwürfe wegen dem ehemaligen Hordenmitglied, auch wenn sie ihm nicht direkt etwas versprochen hatte. 

„Das ist zum Beispiel so etwas. Wenn ich mit Mira über ihn rede, antwortet sie sachlich und völlig unbeteiligt. So als ob sein Schicksal das normalste der Welt wäre. Das stört mich.“

„Hast du ihr das gesagt? Immerhin ist sie in einem Matriarchat aufgewachsen und dieses Bild gewissermaßen Normalität für sie.“

„Du bist ja ein richtiger Fan von ihr geworden. Liegt das daran, dass sie dich hübsch findet?“

Er spielte den Wütenden. 

„Und du hast geglaubt, sie wäre eine Konkurrenz für dich, dabei ist sie eine für mich. Dieses Frauenzimmer soll dir gefälligst fernbleiben, sonst hat das Konsequenzen.“ Gab er zornig von sich. 

Wanda lachte schallend. 

„Ja? Was denn für welche?“

Maximilian stemmte seine Hände gegen seine Hüfte. 

„SEXVERBOT! Für zwei Wochen.“

„WAS? Nein dann bleibe ich lieber bei dir. Ich würde deinen kleinen Freund viel zu sehr vermissen.“

Sie fühlte an seiner Hose, öffnete deren Hosenstall und zog ihm das Beinkleid aus. Maximilian ließ sie gewähren, spürte ihre Finger an seinem Glied und schloss seine Augen, als sie darüber hinwegstrichen. 

Er revanchierte sich, wandte sich ihr zu und schob seine Hand zwischen ihre Beine hinein, formte drei Finger zu einem Keil und drückte sie vorsichtig in ihre Scham hinein. Wanda keuchte, korrigierte sein Handeln mit der linken Hand, während ihre Rechte sich weiter um die Stimulation seines Penis kümmerte. 

Minuten später waren sie im Akt miteinander vereint und selbst unten vor dem Haus konnte man sie hören. Während Manuel es mit einem breiten Grinsen zur Kenntnis nahm, lauschte Mira aufmerksam dem Liebesspiel der Beiden. Das Maximilian seiner Riesin so viel Lust bereiten konnte, überraschte sie sehr.

„Tu kan me helfen, sak de Jung?“ Wurde sie von einem älteren Mädchen gefragt. Mira löste sich aus ihren Gedanken und blickte verwundert auf die junge Siedlerin herunter, die mit einer gründlich rasierten Glatze und einer breiten Narbe über der rechten Gesichtshälfte ziemlich abenteuerlich aussah. Doch ansonsten hinterließ sie einen annehmbaren Eindruck, hatte dunkelbraune Brauen, lange Wimpern und grün schimmernde Augen. 

„Ich habe dich noch nie hier gesehen. Wie heißt du und woher kommst du auf einmal?“ Sie blickte an dem Mädchen vorbei, doch hatte es niemanden bei sich. Auch Wanda schien bisher nicht auf sie reagiert zu haben, was Mira beruhigte. 

„Iken hilf bring to mej Muder an Sweter han, kons se a net finten. Mijn Nam is Mey.“

Mira deutete auf die breite Treppe zum Eingang des Nebentrakts. Seltsamerweise hatte bisher niemand von der Kleinen irgend eine Notiz genommen. 

„Komm, setzen wir uns. Und dann erzählst du mir, wo du deine Familie das letzte Mal gesehen und warum du ausgerechnet mich angesprochen hast.“

Das Mädchen folgte der hochgewachsenen Ärztin, ließ sich neben ihr im Schatten der Überdachung nieder und erzählte von ihrer Mutter und Schwester, die sie in der Ruine eines großen Verwaltungsgebäudes zurückgelassen hatte, um nach etwas Nahrung und Wasser zu suchen. 

Ihre Schwester war noch kein Jahr alt und durch die Strapazen und mangelhaften Ernährung dem Tode nahe. Auf die Frage Miras wie lange sie schon unterwegs sei, meinte das Mädchen, dass sie bei Morgenaufgang aufgebrochen war und seit dem umherirrte. Es war Zufall gewesen, dass sie auf diese Ansiedlung gestoßen war und von einem kleinen Buben auf Mira aufmerksam gemacht wurde. Er roch ziemlich streng, erzählte sie und rümpfte die Nase, als sie Mira von ihm erzählte. “

„Das war Rolli, der Süße ist mein Sorgenkind. Er hat die schlimmsten Blähungen, die ich jemals behandelt habe.“ Mira lachte bei diesem Gedanken, sah aber ein, dass dem Mädchen wenig nach Scherzen zumute war. 

„Weiß du was? Ich hole meine Waffe, packe ein paar Sachen ein und dann gehen wir mal gucken wo deine Leute sind und wie ich helfen kann.“

„MANUEL?!“

Sie rief den Jungen zu sich, der gerade Soks zum Brunnen tragen wollte, als dieser auch schon das Mädchen neben der Ärztin bemerkte und neugierig zu ihnen rübergelaufen kam. 

„He at a Rads af Rüken?“ Fragte das Mädchen erstaunt und ließ ein Messer in ihrer Rechten aufblitzen. 

„Das packst du schön wieder weg. Hier passiert niemanden etwas, auch den Rads nicht.“

Mira wandte sich an Manuel, der misstrauisch das Mädchen beäugte. 

„Wer ist das?“

Mira stand auf, hob Soks von den Schultern des Jungen herunter und setzt den Radsjungen neben sich auf die Treppe. Der schmiegte sich ängstlich an sie, den Blick auf das Mädchen gerichtet. Sein Instinkt schien ihn vor ihr zu warnen. 

„Manuel! Hilf mir dabei Mutter und Schwester der Kleinen hierher zu bringen. Es wird gleich dunkel und vielleicht schaffen wir es noch in der Dämmerung dorthin zu gelangen.“

Das Mädchen blickte Mira erstaunt an. 

„Ehr woit naks dahin?“

Mira zwinkerte ihr zu. 

„Was spricht dagegen? Mir haben schon als Kind Nachwanderungen Spaß gemacht und ich sehe keinen Grund Wanda mit solch einer Bagatelle zu behelligen. Zumindest dann nicht, wenn ich einen starken Mann an meiner Seite weiß.“

Sie stieß mit ihren Ellenbogen Manuel leicht in die Seite, der ihre Geste mit einem breiten Grinsen erwiderte. 

„Also wollen wir? Auf Soks können die Mädels aufpassen, sie lieben unseren kleinen Sonnenschein.“

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