Hestias Verwandlung - Kapitel 5: Artenbestimmung

 
Artenbestimmung
Es dauerte nicht lange, bis das Beruhigungsmittel seine Wirkung entfaltete. Megans Wut legte sich und wich einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit, doch das reichte aus, um ihre aggressiven Versuche, sich von dem Beamten zu befreien, zu beenden. Stattdessen funkelte sie ihn nun böse an, während er ihren Arm noch immer wie ein Schraubstock in seiner Hand hielt. 
Ein paar Tränen rannen ihr über das Gesicht. Der Zorn verrauchte, doch dafür machte sich nun Verzweiflung in ihr breit. Sie war in eine furchtbare Falle getappt, aus der es scheinbar keinen Ausweg gab. Wie sollte sie die Beamten des MPHZ nun noch von ihrer Unschuld überzeugen? Niemand in diesem Raum schien ihr auch nur ansatzweise zu glauben. 
“Ich denke, wir können fortfahren”, entschied die Frau mit dem Pferdeschwanz und die beiden Männer neben ihr nickten zustimmend. Der Beamte zu ihrer linken verzog das Gesicht zu einem Erwartungsvollen Lächeln und bat: “Mr. Giebelmann, würden sie Frau Brady bitte vollständig entkleiden?”
“Natürlich, einen Moment bitte”, erwiderte der Mann und ließ Megans Arm los. Das Beruhigungsmittel war so stark, dass Megan nicht versuchte, die Gelegenheit zu nutzen, um zu entkommen oder die Beamten erneut anzugreifen. Mit leicht vernebeltem Verstand verfolgte sie regungslos, was man nun mit ihr anstellte, während sie im Kopf noch immer nach einem Ausweg aus ihrer misslichen Lage suchte. Sie erweckte beinahe den Eindruck, dass es sie gar nichts anging, als der Mann ihr zuerst ihre Jacke und ihr Top auszog und anschließend ihren BH öffnete. Stumm schaute sie an ihm vorbei in Richtung der Beamten hinter dem Schreibtisch, während Mr. Giebelmann mit geübten Bewegungen ihre Brüste freilegte, sie kurz musterte und anschließend ohne weiteres Zögern den Knopf ihrer Hose öffnete.
Wiederstandlos ließ Megan den Mann gewähren. Zwar bekam sie alles mit, was um sie herum passierte, doch es machte ihr nichts aus. Beinahe unbeteiligt hob sie nacheinander beide Beine an, damit Mr. Giebelmann ihr nacheinander die Hose und den Tanga ausziehen konnte.
Nach nicht einmal zwei Minuten stand Megan vollkommen nackt in der Mitte des Raumes. Sie wusste zwar nicht wie sie es bewerkstelligte, doch schaffte sie es ihren Arm zumindest bis zum Oberkörper zu heben, um damit ihre nackten Brüste zu bedecken. Noch immer benebelt, doch nun zusätzlich auch eine Spur verunsichert, schaute Megan in Richtung der Beamten. Aufmerksam musterten die Frau und die beiden Männer ihren jungen Körper. Megan hatte eine schlanke Figur mit vergleichsweise blasser Haut, die fast vollständig mit hellen und daher nur schwach zu erkennenden Sommersprossen bedeckt war. Ihre roten Haare reichten ihr bis weit über die Schultern und ein paar Haarspitzen lagen auf ihre hübschen, etwas spitz zulaufenden aber schön festen Brüste.
“Bitte führen Sie nun den Bodyscan durch, damit wir uns ein genaueres Bild machen können”, forderte der Mann, der zuvor schon Megans Entkleidung angeordnet hatte. Erneut zögerte Mr. Giebelmann nicht, der Aufforderung nachzukommen. 
Mit einer Hand auf Megans Schulter dirigierte er das nackte Mädchen durch den Raum und zu einer markierten Stelle auf dem Boden. Mit dünnen schwarzen Linien war ein nicht ganz quadratmetergroßes Viereck auf den Boden gezeichnet worden. Zwei Markierungen in Form von Schuhabdrücken zeigten ihr an, wo genau sie sich hinzustellen hatte.
“Stehen bleiben, die Arme ruhig an den Seiten hängen lassen und nicht bewegen”, befahl Mr. Giebelmann. Mit ein paar geübten Griffen korrigierte er Megans Position, bis sie gerade und mit durchgestrecktem Rücken auf den Markierungen stand. 
Ein halbes Dutzend dünner roter Lichtstrahlen strahlten durch den Raum. Ihr Ursprung lag in verschiedenen Ecken und Höhen des Raumes, doch sie alle hatten Megan als gemeinsamen Schnittpunkt. Mit schnellen Bewegungen tasteten sie ihren Körper ab. Ohne sich zu bewegen, verfolgte Megan das Lichtspiel. Feine rote Linien tanzten über ihren Körper und schienen jeden einzelnen Quadratzentimeter ihrer Haut zu kartographieren.
“169 Zentimeter groß, 58 Kilogramm schwer”, verkündete der Mann auf der linken Seite des Tisches, nachdem die roten Lichtstrahlen ihr Werk vollendet hatten und wieder erloschen waren. Den Blick auf ein vor ihm liegendes Tablet gesenkt las er die Daten vor, die der Bodyscan ergeben hatte.
Megan hob den Blick und schaute zu dem Mann herüber. Soweit sie sich erinnern konnte, war sie noch nie auf derartige Weise vermessen worden. Stumm fragte sie sich, was abgesehen von diesen elementaren Daten für Details auf den Bildschirmen aufgetaucht waren. Zweifelsohne barg ihr Körper nun kein Geheimnis mehr, dass die Beamten nicht kannten.
“Die Brüste haben Körbchengröße B, der Körper ist recht muskulös. Ich würde sagen, das ergibt dann auch Körperbau B”, fuhr der Mann fort, die Ergebnisse des Scans zusammen zu fassen. 
Sein Kollege von der anderen Seite des Tisches hob den Kopf und warf Megan einen taxierenden Blick zu. “Ja, das sehe ich auch so. Für den Typ C ist sie nicht kräftig genug.” 
“Also Körperbau Typ B. Kommen wir zur Tierart. Der Bedarf nach Milchkühen ist unverändert hoch, Rinder haben daher auf Anordnung des Ministers weiterhin die zu bevorzugende Priorität”, erinnerte sein Kollege und bewegte den Finger über den Bildschirm, um sich durch die zweifellos umfangreichen Daten zu navigieren. 
Megan hielt unwillkürlich den Atem an. Das durfte einfach nicht passieren! Sie hatte sich ja noch nicht einmal mit dem Gedanken abgefunden, überhaupt in ein Pet verwandelt zu werden, und jetzt auch noch ausgerechnet in eine Milchkuh? Für sie persönlich wäre das die absolute Höchststrafe. Vor ihrem inneren Auge konnte sie die Bilder sehen, die ihr von einigen der Filme in Erinnerung geblieben waren, die sie in der Schule gezeigt bekommen hatte. Zu dutzenden eingepfercht in einen dreckigen Stall, die Brüste prall und die Brustwarzen lang und deformiert. Und der einzige Inhalt des Tages bestand darin, alle paar Stunden zur Melkmaschine zu gehen und sich die frischnachgeschossene Milch aus den Brüsten pumpen zu lassen. Nach den Filmen hatte Megan für mehrere Wochen auf Milchprodukte verzichtet, doch nach und nach hatten sie sich wieder in ihre Ernährung geschlichen. Jetzt kamen ihr alleine bei dem Gedanken daran, ein derart entwürdigendes Leben führen zu müssen, die Tränen. “Bitte nicht”, flüsterte sie leise. Sie konnte spüren, wie ihre Knie vor Angst zitterten. Selbst das Beruhigungsmittel vermochte es nicht, sie vor dieser tiefgreifenden Angst zu schützen. 
Ich glaube nicht, dass sie als Kuh besonders gut geeignet wäre”, überlegte die Frau laut und schob ihre Brille zurecht. “Laut den Daten ist das Milchgewebe noch nicht einmal durchschnittlich angelegt, die Drüsenanalyse ergibt nur ein E. Ich bezweifle, dass sie sich als Milchkuh rentieren würde.” 
Der Mann zu ihrer linken Seite gab ihr recht: “Ja, das sehe ich genauso. Ich fürchte sogar bei ihr wären die Futterkosten höher als der mögliche Verkaufserlös der Produkte, die man aus ihrer Milch gewinnen könnte. Zudem gibt es lukrativ erscheinende Voranfragen nach Körperbau Typ B mit ausreichend muskulärer Substanz. Bei dem Körperbau würde ich eher zu einem Pferd tendieren.”
Megan atmete einmal tief durch. Ganz langsam wich die Angst aus ihren noch immer extrem aufgewühlten Gefühlen. Noch nie in ihrem Leben war sie so dankbar dafür gewesen, dass ihre Brüste vergleichsweise klein waren. Früher auf der Schule, gerade in der Mittelstufe, hatte sie diesen Umstand immer verflucht und die Mädchen mit größeren Brüsten beneidet. Doch inzwischen hatte sie sich mit ihren B-Körbchen angefreundet, die zudem auch gut zu ihrer sportlichen Figur passten. Nun stellten sie sich endlich einmal als echter Vorteil heraus. Die Hoffnung auf die letzte Option beruhigte sie wieder ein wenig, weshalb sie ihre Aufmerksamkeit nun doch wieder auf die Beamten richtete, die weiter über ihr Schicksal diskutierten.
Die Frau nickte ihrem Kollegen gerade zustimmend zu. Kurz linste sie unter ihrer Brille hindurch auf den Bildschirm. “Bei der Körpergröße kämen als Rasse Trakehner, Araber oder Friese in Frage.”
Alle drei musterten das Mädchen mit sorgfältigen Blicken.
“Also ich finde, für einen Friesen ist sie nicht kräftig genug”, meinte der Mann auf der linken Seite. “Sie ist zwar vom Grundtyp sportlich, aber ihr fehlt die Schulterbreite.”
Der zweite Mann stimmte ihm sogleich zu: “Sehe ich genauso. Araber finde ich auch nicht ganz passend. Sie ist ganz hübsch, aber dafür reicht es einfach nicht. Es fehlt dieses besondere Etwas, diese herausragende Ausstrahlung der Rasse.”
“Finden Sie? Ich glaube es wäre durchaus eine Möglichkeit. Aber Trakehner könnte aber ebenfalls gut passen.” 
Megan beobachtete, wie die drei Beamten über ihre Zukunft entschieden. Noch immer sorgte das starke Beruhigungsmittel dafür, dass sie handlungsunfähig und so nach außen hin teilnahmslos wirkte.  Fast kam sie sich wie in einem merkwürdigen Traum vor. Stumm hoffte sie darauf, bald aufzuwachen, doch unterschwellig war ihr bewusst, dass es kein Albtraum, sondern die bittere Realität war. 
“Nun gut, dann also ein Trakehner”, entschied die Frau und bestätigte die soeben getroffene Entscheidung auf ihrem Tablet. “Kommen wir zur Färbung.” Auf Megan wirkte es, als ob die Beamte eine Checkliste abarbeitete, bei der es gar nicht mehr um Megan Brady sondern nur noch beliebiges zukünftiges Pet ging. Wie viele Menschen mochte diese Frau im Laufe ihrer Karriere bereits in Tiere verwandelt haben? 
“Ich plädiere für einen Rotfuchs, das würde perfekt zu ihr passen. Außerdem macht es die Färbung der Mähne und des Schweifs leichter, da es ihre naturgegebene Haarfarbe ist”, schlug der Mann auf der rechten Seite vor. Dieses Mal fand sein Vorschlag breite Zustimmung in der kleinen Gruppe und wurde daher bereits nach wenigen Augenblicken digital festgehalten. 
Es wurden noch ein paar weitere Details besprochen, ohne dass Megan auch nur ein einziges Mal nach ihrer Meinung gefragt wurde. Das war nicht unüblich, denn bei einer Zwangsverwandlung lagen alle Entscheidungen alleine beim Ministerium. Und genau darum handelte es sich in diesem Fall, das war allen Beteiligten klar. Selbst Megan war sich darüber im Klaren, nur verhinderte das Serum in ihrem Blut, dass sie sich darüber aufregen oder etwas dagegen unternehmen konnte. Nur eine leise Stimme in ihrem Kopf versuchte ihr zu sagen, dass sie sich wehren sollte, jedoch ohne Erfolg. So hörte sie stumm zu, während festgelegt wurde, dass sie nach ihrer Verwandlung über die offizielle Plattform des MPHZ zum Verkauf angeboten werden würde. 
“Gut, dann fehlt uns nur noch ein passender Name”, resultierte die Frau und musterte Megan mit einem beiläufigen Blick. 
Für fast eine Minute herrschte Stille, während die drei Beamten ihre Blicke auf die Bildschirme gerichtet hielten. Ganz offensichtlich überflogen sie Namenslisten des Ministeriums, um einen passenden Namen für die zukünftige Stute zu finden. 
“Wie wäre es mit Second Future?”, schlug der Mann auf der rechten Seite des Tisches vor. 
Die Frau nickte leicht mit dem Kopf, doch der zweite Mann widersprach: “Ich weiß nicht so recht. Was haltet ihr denn von Hestia?” 
“Hestia?”, wiederholte die Frau, in ihrer Stimme lag ein deutliches Zweifeln. 
“Genau, wie die Göttin aus dem antiken Griechenland. Ich finde das würde gut passen. Irgendwie gibt es das Feuer wieder, das in dieser jungen Frau lodert.” 
“Sie hat zweifelsfrei Temperament”, pflichtete ihm sein Kollege bei. “Ich bin dafür, Hestia passt zu ihr.” 
Die Frau griff nach dem Bügel ihrer Brille und nahm sie ab. “Also gut, dann bin ich wohl überstimmt.” Sie machte nicht den Eindruck, als ob sie sich sonderlich daran störte. Vermutlich hatte sie den Fall im Geiste bereits abgehakt. “Kommt ihr mit in die Kantine? Heute gibt es Troskischen Fisch, angeblich gestern erst von Harix 2 geliefert.” 
Mr. Giebelmann, der sich zuletzt im Hintergrund gehalten hatte, trat nun erneut an Megan heran. Mit einer Hand auf ihrem Oberarm gab er ihr zu verstehen, dass sie ihn aus dem Zimmer begleiten sollte. 
Es war kaum eine Stunde her, seitdem Megan diesen Raum betreten hatte, und es waren noch nicht einmal zwei Stunden vergangen, seitdem Mr. Giebelmann an ihrer Tür geklingelt hatte. Dennoch war in dieser kurzen Zeitspanne über ihr gesamtes restliches Leben entschieden worden. Megan wusste genau, was als nächstes passieren würde. Sie würde nun zu einem Amtsveterinär gebracht werden, der sie in ein Pet verwandelte. Vermutlich noch vor dem Sonnenuntergang würde sie nicht mehr Megan Brandy, sondern Hestia, die Trakehnerstute sein. 
 
 

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Kommentare

Bild des Benutzers Milchkuh

Ich liebe die Geschichten vom Animal Planet, ich habe sie alle gelesen Danke Belice Bemont

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