Fang mich doch

Mit dieser Kurzgeschichte will ich etwas testen, etwas ausprobieren.
Wer will,darf gerne raten, was - ist aber nicht wichtig. wink Ach ja. Vorsicht: SOFT!

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Gute Unterhaltung wünschen "Die Grimm'igen Gebrüder"

Klassentreffen sind Heuchlertreffen. Mein Auto – mein Haus – meine Familie. Wer hier nur die Hälfte aller Sprüche glaubt, glaubt immer noch bei Weitem zu viel. Und mit einigen der Heuchler war ich in der Schulzeit sogar befreundet. Warum ich auch hier bin, begreife ich selbst nicht – aber ich bin nun mal hier. Bereits nach der ersten halben Stunde ist meine Strategie klar: Auf den Ersten warten, der geht, als Zweiter unauffällig folgen. Hoffentlich wird es wie auf jeder „Feier“ irgendjemand plötzlich übel, oder irgendwer muss wegen eines Notfalls überraschend früher gehen. Jeder Grund ist mir willkommen, je früher, desto lieber.

Von zwei Dritteln der Anwesenden weiß ich nicht mal mehr die Namen. Es ist ja auch schon 15 Jahre her. Um Peinlichkeiten zu vermeiden, halte ich mich abseits, suche nicht das Gespräch. Genervt halte ich mich an meiner Cola fest und beobachte. „Wow“, denke ich mir, „nach nicht mal einer Stunde sind welche schon so betrunken, dass es den ersten Streit gibt.“ Innerlich jubiliere ich, freue mich über diesen Anlass, unbemerkt zu verschwinden. Beim Rausgehen höre ich meinen Namen. „Ben, Benjamin! Bist du’s?“ Irritiert drehe ich mich nochmal um. Eine Frau in meinem Alter, – ist ja logisch, bin ja auf einem Klassentreffen – adrett im sommerlichen Kleid, einen leichten Schal lässig um den Hals, winkt mir zu. „Ben?“ Einen ganz wichtigen Pluspunkt hat sie schon: Sie nennt mich nicht Benny! Ich hasse das.

Unschlüssig stehe ich da und winke zurück. Super! Doch ein peinlicher Moment, ich erkenne sie nicht. Man muss es meinem Gesicht deutlich ansehen, denn sie hilft mir: „Marion. Denk dir nichts, ich kenn auch über die Hälfte der Leute hier nicht mehr.“ Dazu schenkt sie mir ein freundliches Lächeln. „Marion – Marion Kramer?“, frage ich unsicher. „Bingo.“ Im gleichen Moment erinnere ich mich, fällt mir Marion wieder ein. Die Marion, die die letzten drei Schuljahre mehr als ein Schwarm war. Verliebt, hoffnungslos verliebt war ich in Marion. Nie, nicht einmal, habe ich es gewagt, ihr meine Zuneigung zu gestehen – nicht mal eine wage Andeutung habe ich gemacht.

„Wolltest du etwa schon gehen?“ Neugierig sieht sie mir ins Gesicht. Ratlos, nicht wissend was ich sagen soll, zucke ich mit den Schultern. Sie hakt sich bei mir unter: „Nimmst du mich mit? Ich will auch hier weg.“ Schon spüre ich, wie sich meine Beine bewegen und uns raus von hier bringen.

„Hast du ein Auto?“ Ich nicke und führe uns zu meinem Wagen. „Ich wollte zwar das raus, aber noch nicht nach Hause. Hast du Lust irgendwo anders etwas zu trinken? Oder ein leckeres Eis?“ Zweimal muss ich trocken schlucken, ehe ich ein einfaches „Ja“ herausbringe. Unglaublich! Fünfzehn Jahre sind vergangen und ich bringe in ihrer Gegenwart noch immer nicht den Mund auf. Sie andererseits ist so unkompliziert und offen, als wären wir schon immer die besten Freunde.

Von uns beiden kennt sich keiner mehr hier aus, beide sind wir in die nahe Stadt gezogen – ohne es zu wissen, wohnen wir sogar im gleichen Bezirk. Also beschließen wir, gleich dort hinzufahren. Zuhause kennen wir uns aus, schnell finden wir ein gutes Eiscafé.

Genüsslich löffelt Marion ihr Eis und ich schlürfe an meinem Kaffee. „Es ist zwar 15 Jahre her, aber mir war nicht bewusst, dass du so still bist.“ Verlegen sehe ich sie an, denke kurz nach: „Nur bei dir.“ Eine kurze, ehrliche Botschaft. Zum Dank schenkt sie mir ein süßes Lächeln. In diesem Moment schmilzt nicht nur ihr Eis.

Geschäftsschluss. Freundlich, aber bestimmt werden wir gebeten zu gehen. Dann gehen wir eben. Mein Auto bleibt besser stehen und wir gehen zu Fuß. Beide wohnen wir nur circa zehn Minuten von dem Eiscafé entfernt, nur in entgegensetzte Richtung. Galant – und weil ich die Zeit mit ihr genieße – biete ich ihr an, sie nach Hause zu begleiten. So lange wie möglich versuche ich, den Abschied dadurch hinauszuzögern. Die Nacht ist schwül und unser Weg führt durch den Stadtpark. Es ist ein richtig schöner Spaziergang. Albern wandeln wir auf den verschlungen Pfaden des Parks. Unsere Unterhaltung ist sehr ausgelassen und wir lachen viel.

Obwohl die Stimmung hervorragend ist, nagt im Hintergrund dennoch etwas. All meinen Mut bringe ich auf und frage sie geradeheraus: „Darf ich dich wiedersehen?“ Ich halte den Atem an, warte auf ihre Antwort. Tief sieht sie mir in die Augen – und dann auf ihre Armbanduhr. Mit ausgestrecktem Arm zeigt sie vor sich: „Siehst du den kleinen Kirchturm dort vorne?“ Stumm nicke ich. „Gleich daneben wohne ich. Wir haben es jetzt Viertel vor drei. Wenn du es schaffst, das ich nach 3 Uhr zu Hause bin, gehört der morgige Tag dir.“ Verständnislos sehe ich sie an: „Wie soll ich das machen?“ „Auf jeden Fall schnell“, ruft sie mir lachend zu und läuft davon, „fang mich doch!“

Lange Sekunden stehe ich nur dumm da. Marion zieht sich inzwischen ihre Schuhe aus und läuft barfuß weiter von mir davon. „Fang mich doch!“, ruft sie wieder. Jetzt erwache ich aus meiner Starre und renne ihr endlich hinterher.

Wie zwei Kinder rennen wir über den Rasen. Marion schlägt wie ein Hase Haken, läuft zickzack vor mir davon. Zweimal kann sie sich mir entwinden und rennt immer weiter in Richtung des Stadtparkausganges. Mir läuft die Zeit davon – und Marion. Sie rennt zu einem abgelegeneren Teil des Parks und schlägt sich dort durch das dichte Gebüsch. Für einige Momente verliere ich sie aus den Augen. Aber heute ist das Schicksal männlich! Sie rennt mir direkt in die Arme. Außer Atem, beide sind wir außer Atem, halte ich sie fest. „Und? Was machst du nun? Willst du mich nun die nächsten zehn Minuten festhalten?“ Im Licht einer nahen Laterne kann ich ihr provozierendes Lächeln gut erkennen. Dieses Luder! Diesen einen Moment, den ich nachdenke, will sie nutzen und mir entkommen.

Doch heute Nacht ist das Schicksal ja zum Glück männlich. Bereits einige Schritte später habe ich sie wieder, halte sie erneut fest, drücke sie diesmal mit dem Rücken an einen Baumstamm. „Tja, für Cowboy und Indianer fehlt dir wohl ein Seil.“ In ihren Augen kann ich deutlich sehen, dass sie tierisch Spaß an der Situation hat, dass sie es genießt. Letztendlich gibt mir diese Erkenntnis den Mut, zu tun, was ich tue. Mit meinem Körper drücke ich sie fest gegen den Stamm und ziehe ihr den leichten Schal vom Hals und den Schultern. Erstaunlich widerstandslos gelingt es mir, ihre Arme nach hinten zu drücken und sie hinter dem Stamm mit dem Schal zu fesseln.

Ängstlich, von meiner Vermessenheit selbst überrascht, sehe ich sie an. Doch schon eine Sekunde später ist alles vergessen. Marion lächelt, freundlich, entspannt – ermutigend! Trotz der seltsamen, ungewohnten Situation, trotz ihrer gefesselten Arme, sieht sie in diesem Moment einfach nur wunderbar aus. „Und was will mein Cowboy nun mit seiner gefangen Indianer-Squaw anstellen“, neckt sie mich wieder. Ohne zu überlegen handele ich. Ich küsse sie! Erst langsam – nur auf die Lippen – stürmischer – mit mehr Druck – mit geöffnetem Mund – mit leidenschaftlich kämpfenden Zungen – lange, länger, am liebsten ewig. In meinen Händen habe ich ihren Kopf, halte sie fest, und doch zärtlich. Und ich küsse sie. Ich küsse Marion! Und um dies noch zu steigern, küsst auch Marion mich! Fünfzehn Jahre nachdem ich jede Hoffnung darauf begraben habe.

„Nicht“, haucht sie mir ins Ohr, als ich an ihrer Fesselung fingere und sie befreien will. „Nicht, es ist noch nicht 3 Uhr.“ Mit ihren weichen Lippen drängt sie hart gegen meine, wieder küssen wir uns. Noch während wir uns küssen, höre ich die Kirchturmuhr schlagen. Doch nach unserem Kuss erklärt mir Marion schelmisch: „Die geht vor, weit vor, mindestens eine Stunde.“ Glücklich lächele ich sie an, streiche ihr zärtlich übers Haar. „Hat mein Cowboy eine Idee, wie wir diese Stunde totschlagen können?“ Verschmitzt blinzelt sie mir zu und presst ihren Unterleib auffordernd, eindeutig, nach vorne, presst ihn gegen meinen. Mehr Ermutigung braucht selbst ein zurückhaltender Mann wie ich nicht. Gefesselt, ohne Chance zur Flucht steht eine wunderbare Frau vor mir, signalisiert mir ihre Bereitschaft, fordert mich gar auf.

Noch immer, oder schon wieder? Ich küsse Marion, doch meine Hände wandern von ihrem Kopf, den Hals entlang, streichen über ihre Schultern – und kommen seitlich an ihren Brüsten zum Halten. Zwischen ihren und meinen Körper drängen sich meine Hände, legen sich um ihre Brüste, erforschen die Größe, erforschen ihre Form. Knetend nehme ich sie in Besitz, packe sie kräftig. Marion lässt mich hören, was sie davon hält. Sinnlich stöhnt sie in meinen Mund, drückt sich soweit möglich noch fester gegen meine Hände. Gefangen von ihren Brüsten und ihrem Mund, kämpfe ich mit mir. Ich will sie küssen, ich will ihre Brüste nicht loslassen – aber ich will sie ganz! In einer Art Kompromiss lasse ich meine rechte Hand weiterwandern. Taste mich über den Stoff ihres Sommerkleides, über die Rippen, zu den Rundungen ihrer Hüften. Am Ziel greife ich fest zu, greife mir ihren Hintern und ziehe sie, besonders ihren Unterkörper, fester zu mir. Ungeniert lasse ich sie meine harte, pochende Erregung spüren, getrennt von ihr nur durch wenige Lagen Stoff, und doch deutlich.

Aufgeregt stöhne ich ihr ins Ohr: „Soll ich dich losbinden?“ „Wage es ja nicht!“ Deutlicher kann die Antwort wohl kaum ausfallen. Und sofort ist dieser Gedanke auch schon wieder aus meinem Kopf, wird weggeschoben, verdrängt von meiner Lust. Marion steht mit dem Rücken fest an dem Baumstamm, hält meine Hand zwischen Borke und ihrem Hintern gefangen. Ich will sie eh nicht wegnehmen. Sogar meine linke Hand kann ich von ihrem Busen lösen und ihren Hintern mit beiden Händen packen.

Unsere Hitze übersteigt längst die der schwülen Sommernacht. Auf meinen Lippen schmecke ich ihren Schweiß, kann meinen eigenen auf der Haut spüren. Ihr Gesicht glänzt im fahlen Licht einer Laterne. Mir schmeckt sie dadurch nur noch besser. Sie schmeckt so gut, dass ich sie ablecken will, so gut, dass ich sie ablecke. Mein Mund wandert über ihr Kinn zu ihrem Hals. Abwechselnd lecke ich, sauge ich an ihrer Haut. Meine Hände entwickeln ein Eigenleben, gehorchen anderen Körperteilen als meinem Gehirn. Sie ziehen Marions Kleid nach oben, raffen den Stoff solange, bis meine Finger den Saum erfassen. Ganz automatisch wandern sie nun unter das Kleid und suchen nach Marions Haut. Über meinen Ohren höre ich sie heftig atmen, spüre, dass sie meine Hände spürt. Ihr Höschen ist kein Gegner, schnell ist es besiegt, schnell überwunden. Endlich habe ich ihren nackten Hintern in Händen, kralle mit meinen Fingern in ihr Fleisch.

Nun übernimmt, was auch immer meine Hände steuert, auch die Kontrolle über den Rest meines Körpers. Ohne es bewusst zu wollen, gehe ich vor Marion auf die Knie. Meine Finger tasten wieder nach dem Saum ihres Kleides und ziehen ihn hoch über ihre Hüften. Mein Kopf presst sich in ihren Schritt und die Hände lassen den Saum wieder los, lassen das Kleid über mich fallen. Jetzt bin ich im Zelt meiner Indianer-Squaw!

Wieder muss ich nicht nachdenken. Alles geschieht automatisch, jedes Körperteil weiß genau, was zu tun ist. Schnell hängt Marions Höschen an ihren Knöcheln und ich dränge mich wild zwischen ihre Schenkel. Atemlos hole ich tief Luft, sauge ihren Duft tief ein – köstlich! Nur am Rande stelle ich fest, dass Marion glatt ist, haarlos, gründlich rasiert.

Trotz gefesselter Arme ist Marion nicht passiv. Mit ungelenken, zappelnden Bewegungen schafft sie es, aus ihrem Höschen zu steigen und ihre Schenkel weit und einladend zu spreizen. Wild und ungestüm schiebt sie mir ihren Unterleib entgegen, presst ihre Lippen auf meinen Mund. Sie lässt mich etwas von ihrem „Begrüßungstrunk“ kosten. Gierig schlürfe ich. Meine Zunge stößt zu und spaltet ihre Schamlippen. Ich erkunde sie, taste ihr Intimstes mit der Zunge ab. Das Einzige, was in diesem Moment stört, ist die Enge in meiner Hose.

Marion will mitmachen, will mir meine „Expedition“ erleichtern. Sie steht nur noch auf einem Bein, den Körper an den Stamm gelehnt, das andere Bein über meine Schulter gelegt. Mit ihrem Unterschenkel drückt sie mich noch stärker zu sich, hält mich gefangen. Gefangen in einem Gefängnis, wo ich mir „Lebenslänglich“ gut vorstellen kann. Sie schmeckt so lecker, sie ist so heiß, es ist unsagbar!

Leidenschaftlich lecke ich Marion, sauge an ihrem Kitzler, knabbere an ihren Schamlippen, stoße meine Zunge tief in sie. In langen Bahnen lecke ich sie von hinten nach vorne, von link nach rechts, rein und raus. Lauthals stöhnt Marion, singt ein erotisches Lied mit einem Text, fast ausschließlich aus Vokalen. Nicht eine Sekunde kommt mit auch nur die Idee, dass wir gehört, oder gar gesehen werden können.

Als Marion die letzte Strophe ihres geilen Liedes anstimmt, mit einem „schreienden“ Finale, gebe ich alles. Noch wilder, noch drängender lecke ich. Mit der Zungenspitze „bekämpfe“ ich ihren Kitzler, umkreise ich, dränge ihn zurück, erdrücke ihn. Und Marion gewinnt bei diesem Kampf! Zuckend und schreiend lässt sie mich ihren Sieg wissen. Ihr Bein auf meiner Schulter umschlingt mich wie eine Anakonda und drückt mich so gegen sie, dass ich ihr Zittern, ihren Orgasmus mitfühlen kann.

Am Ärmel wische ich, wenigstens teilweise, die Mischung aus Schweiß und Marion ab. Langsam streife ich ihr Bein von meiner Schulter und krieche unter ihrem Kleid hervor. Vor ihr stehe ich und schaue ihr ins Gesicht. Sie hat die Augen geschlossen und hat einen Glanz im Gesicht, der mehr ein Leuchten ist. Sie steht an den Baumstamm gelehnt, die Hände dahinter gefesselt, das Kleid zerwühlt – und leuchtet! Ich kann nicht widerstehen und muss sie einfach wieder küssen. „Hmm … was hast du denn genascht?“ Fast hätte ich mich vor Lachen verschluckt.

Hinter dem Baum stehe ich und versuche die Knoten von Marions Schal wieder aufzubekommen. Von Fesselung habe ich eindeutig keine Ahnung und Marion hat in ihrer Lust so an dem Stück Stoff gezogen, dass der Knoten schier unlösbar ist. „Was machst du?“, will Marion wissen, „willst du nicht auch?“ „Glaube mir, vor 15 Jahren hätte ich er sicher versucht. Aber wie soll das gehen?“ Weiter fummele ich am Knoten und kann ihn Stück für Stück lockern. „Vermutlich hast du recht, aber …“ „Was ‚aber‘?“, will ich wissen. „Aber mir hat das so wirklich gut gefallen.“ „Mir auch“, stimme ich ihr zu, „aber so kann ich nicht mir dir schlafen.“ Zwei, drei Sekunden Stille. „Hmm …“ „Hmm?“, will ich wieder wissen. „Binde mich los und ich versuche dir ‚hmm‘ zu erklären“, kommt es fröhlich.

Unbeschadet liegt der Schal in meiner Hand und ich sehe Marion erwartungsvoll ins Gesicht. Mit einem Lächeln nimmt sie den Schal und mich an der Hand. Prüfend lässt sie den Blick schweifen, guckt sich die Bäume um uns herum an. Sie zieht mich mit sich und bleibt unter einer Buche stehen, genauer unter einem kräftigen Ast, der etwas über ihrem Kopf aus dem Stamm ragt. „Hier.“ Sie drückt mir den Schal wieder in die Hand und greift mir ihren Händen zu dem Ast. Kurz hängt sie sich mit ihrem gesamten Gewicht daran und testet seine Tragfähigkeit. Dann stellt sie sich wieder auf ihre Beine, behält den Ast aber in ihren Händen. „Prima“, meint sie nur und sieht mich auffordernd an. Etwas ungläubig sehe ich sie an, begreife aber ihre Idee. „Meinst du wirklich?“, versichere ich mich. Bestimmt nickt Marion. Zuerst wickele ich den Schal um ihre Handgelenke und führe ihn dann etwas planlos um den Ast, durch ihre Hände - unten herum, oben drüber, dazwischen durch. Mit einem Knoten sichere ich mein Werk. Marion ist nun so an den Baum gefesselt, dass sie sich daran festhalten kann, aber trotzdem nicht freikommt. Ein lüsternes Glitzern funkelt in ihren Augen. „Nun, mein Herr, gibt es da nicht etwas in ihrer Hose, das Sie mir zeigen wollen?“

Und ob! Für Schnürsenkel bleibt keine Zeit. In zwei Sekunden bin ich raus aus meinen Schuhen. In den gleichen zwei Sekunden reiße ich auch schon den Gürtel aus seinen Schlaufen und ziehe mit einem Ruck Hose und Unterhose herunter. Endlich kann sie sehen, was ich ihr „zeigen“ wollte. Hose, Unterhose und Strümpfe sind nur zwei Handgriffe, Grasflecken in diesen Moment ganz sicher nicht meine Sorge. In einer mystischen Mischung aus dem Licht einer entfernten Laterne und des vollen Mondes steht Marion da. Immer noch strahlt sie von innen nach außen, noch immer kann ich ihre Erregung sehen. Eine Szene für ein Gemälde ist es – für ein sehr unanständiges Gemälde – ein Meisterwerk!

Mit beiden Armen umschlinge ich sie und küsse sie voller ungezügelter Leidenschaft. Ach was, Leidenschaft! Voller ungezügelter Geilheit küsse ich sie, stöhne ihr in den geöffneten Mund. Ungeduldig ziehe ich ihr Kleid hoch, hoch bis zu ihren Hüften, bis ich wieder ihren nackten Hintern greifen kann. Marion hält sich an dem Ast fest, hängt sich daran. Sie hebt ihre Beine und umschlingt mich mit ihnen. Ein Teil ihres Gewichts wird von ihren Armen getragen, der andere nun von meinen Hüften. Die Höhe ist perfekt, und alles andere auch. Mehr als bereit dringe ich in sie ein und werde „warm“ und herzlich willkommen geheisen. „Jaaa …“, stöhnt Marion erregt. „Jaaa!“, knurre ich, als ich bis zum Anschlag in sie stoße. Ich packe ihren Hintern noch fester, nehme Gewicht von ihren Armen und „trage“ sie auf Händen. Sie lockert ihre Beinschere und gibt mir Raum. Nicht viel, doch genug um das uralte „Rein-Raus-Spiel“ zu beginnen. Mein Unterleib findet automatisch den richtigen Rhythmus – unseren Rhythmus. Marion kommt meinen Stößen entgegen, zieht mich mit ihren Beinen jedes Mal bis zum Anschlag in sich. Wie ein Äffchen hängt sie an ihrem Ast und treibt es mit mir und ich treibe es mit tierischer Inbrunst mit ihr.

Animalische Lust beherrscht unseren Akt. Marion leckt mir übers Gesicht, schmeckt meinen Schweiß, kühlt mich mit ihrem Speichel. „Unbeschreiblich“ kann es nicht beschreiben! Dieses wunderbare Weib hängt gefesselt an einem Baum, hat ihre Schenkel um mich geschlungen und reitet mich. Und ich stehe vor – unter – ihr, halte ihren prächtigen Arsch in Händen und „galoppiere“ mit. Zum zweiten Mal in dieser Nacht ist die Welt um uns herum vergessen, ist sie egal. Ich sehe nur sie, höre nur sie, fühle nur sie! Dermaßen fokussiert ist es reine Lust – reine, ungestörte – Lust, die ich empfinde. Aus meinem Becken steigt ein Gefühl auf, drängt sich in meine „Marion-Welt“. Außer ihr gibt es nun noch etwas – einen Höhepunkt, der nicht mehr zu verhindern ist. Bestenfalls kann ich ihn noch hinauszögern, doch niemals nicht verhindern! Weit entfernt, wie durch Watte, höre ich Marion laut stöhnen, gemischt mit einem kehligen Knurren. Schwer atme ich, stöhne - und knurre brünstig. Wie Tritte spüre ich Marions Fersen an meinen Nieren. Wieder singt sie laut ihr Lied ohne Konsonanten. Ob es bei diesem „Kampf“ wohl zwei Gewinner gibt? Doch das ist in diesem Moment für mich ohne jede Bedeutung. Mit einem mächtigen, letzten Stoß, explodiere ich tief in Marion!

Hätte Marion mich in dieser Sekunde nicht fest in ihrer Beinschere gehalten, wäre ich vermutlich zusammengesackt. Doch in ihrem eigenen Orgasmus findet sie die Kraft, für kurze Zeit unser beider Gewicht mit ihren Armen zu tragen. Ihr lang gezogener Lustschrei bringt mich wieder zurück in die Realität, lässt mich wieder fest auf meinen eigenen Beinen stehen und sie halten. Für ein, zwei Minuten bleiben wir in dieser Position, ehe Marion ihre Füße wieder auf den Boden bringt. Meine Hände entlassen ihren Hintern und ich umarme sie. Fest, ganz fest, umarme ich sie, erdrücke sie, drücke sie an mich, als wolle ich mit ihr verschmelzen. „Danke“, flüstert Marion mir zärtlich ins Ohr. Ich gehe etwas zurück und sehe ihr in die Augen: „Danke? Danke? Was soll das? Was soll ich denn sagen?“ Sie streckt mir den Kopf wieder entgegen, küsst mich kurz: „Danke.“ Eine Welle von Glück durchflutet meinen Körper. Erneut schließe ich sie wieder fest in meine Arme und küsse auch sie. „Danke! Ich danke dir“, sage ich zu ihr, „und ich will dich auf jeden Fall wiedersehen.“ Glücklich lächelt sie mich an: „Ich denke, dass es mittlerweilen ein paar Minuten nach 3 Uhr ist.“ Sie blinzelt verschmitzt dabei. „Außerdem möchte ich gerne nochmal ‚Fangen‘ mit dir spielen.

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Kommentare

Bild des Benutzers isidora

Ich rate einfach mal: Du willst testen, ob hier in dem Forum auch Geschichten ankommen und auf Gegenliebe stoßen, wenn bestimmte Reizwörter (F..tze, Schw..., f..cken) gänzlich fehlen.

Also, bei mir als Adressatin steht immer zuerst die Geschichte im Vordergrund. Und bei dieser Geschichte habe ich mich jetzt schon sehr an meine jungen Jahre erinnert gefühlt, wo wir allen möglichen Blödsinn angestellt hatten. Kann sein, dass es bei mir auch mal mit harmlosen Umarmungen und leichtfertigen Fesselspielchen angefangen hat. Jedenfalls kann ich mich deutlich und wehmütig an eine 'Balkonszene' erinnern, wo ein Junge aus der Klasse unter mir mir fast einen Heiratsantrag gemacht hätte.

Ach, könnte man die Zeit noch ein klein wenig zurück drehen!

Deine Wortwahl und Deine Ideen sind, wenn ich andere Beiträge von Dir lese, sowieso jenseits jeglicher Kritik.

lg
Isidora

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Bild des Benutzers Die Grimm'igen Gebrüder

... isidora! Anerkennung und Respekt für die werte Kollegin.

Ist wohl doch ZU deutlich. Mal gucken, was daraus wird, ob's auch so geht

LG Grimm'ig. 

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Bild des Benutzers triple_mBB

Mich stört's im Übrigen auch nicht. Für mich ist Sprache ein Werkzeug, das gut eingesetzt werden will. Das gilt im Übrigen in jegliche Richtung in Geschichten mit grobschlächtigen Charakteren gehört grobe Sprache und in eine Geschichte über zwei Charaktere die zurückhaltend und feinsinninger konstruiert sind gehört eine ebenso zurückhaltende und feinsinnige Sprache.

Man operiert nicht mit der Spitzhacke und im Strassenbau benutzt man kein Skalpel.

 

Stil und Sprache bisher aller deiner Geschichten sind fabelhaft gelungen. Du gehörst auf dieser Seite zur Ersten Liga der Autoren.

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Bild des Benutzers Artaxerxes I

Für mich Romantiker steht an erster Stelle nicht die Gewalttat sondern die Figuren. Daher ist das "Vorsicht Soft" eine Einladung zum Lesen. Die Storyline ist sehr schön, eine Variation des alten Weglaufspieles. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten gefühlt. Volle Punktzahl!

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Bild des Benutzers Paul987

hätt ich eine 6 gegeben. Ob des herrlichen Schreibstils. Ging aber nicht. Da waren zu viele Flüchtigkeits-Rechtschreibfehler ...

 

 

 

Paul

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Bild des Benutzers Chris Dell

Ansonsten müsste man nämlich diversen Buchstabensuppen -20 geben. Es ist schön, es ist romantisch, es ist soft (na und?), es weist das typische Grimm(i)'sche Augenzwinkern auf. Es ist erneut ein Beispiel dafür, dass SM anregend und unterhaltsam erzählt werden kann und nicht wie eine Bahnhofstoilettenkritzelei anmuten muss. Und - ja: Klassentreffen sind allerdings Heuchlertreffen. Da hat Benny (ups, sorry) richtig Glück gehabt. 

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Bild des Benutzers Die Grimm'igen Gebrüder

Da war ich wohl doch etwas zu versessen darauf, die Geschichte am selben Tag zu schreiben und zu veröffentlichen. Leider habe ich bei meinen eigenen Texten auch immer eine Art Betriebsblindheit. Schreib mir doch eine Nachricht mit den schlimmsten Fehlern und ich verbessere sie. Danke.

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Bild des Benutzers sina

Also.. ich kann nichts anderes sagen als das ich deine Geschichten liebe. Ich verschlinge sie gerade zu und geniesse sie jedesmal vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Bitte bitte noch viel viel mehr davon.  Von mir 6 Sterne... mehr gehen leider ja nicht. 

 

Ganz liebe Gruesse aus Canada

sina

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Bild des Benutzers blackkater47

die sogar das leben geschrieben haben könnte.

ich finde diese sogenannten reizwörter müßen nicht immer herausgestellt werden , es kann auch so in der story die erotik prickeln.und das tut sie hier in einer sehr angenehmen und liebevollen art.

wäre doch schön mal öfter eine so herrliche entspannende und liebvoll erzählte stroy zu lesen.

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Bild des Benutzers Senara

Ich habe Dein Werk zwar gestern abend schon gelesen, war aber nicht mehr im Stande, einen vernünftigen Kommentar zu hinterlassen. Dafür (hoffentlich) jetzt...

Du hast schon deswegen ein großes Lob verdient, weil ich diese Kurzgeschichte letzte Nacht trotz Müdigkeit und trotz nicht ganz getroffenem Geschmack beim Inhalt verschlungen habe. 

Ich mag Deine Sprache und Deinen Stil. Da ich selbst gewissen Wörtern so gar nichts abgewinnen kann, empfinde ich deren Nichtvorhandensein als Wohltat!

Es ist immer wieder eine Freude, Deinen Namen in der Liste der Neuheiten zu finden...

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Bild des Benutzers Sklavenhalter

Ich denke, das Experiment ist Dir gelungen. Eine wirklich anregende Geschichte.

Im Übrigen konnte ich die Vielzahl von Fehlern, die Paul moniert hat, nicht ausmachen. Wahrscheinlich weil die Geschichte selbst zu gut war.

Von mir gibt's klar die 6 Punkte!

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Bild des Benutzers Die Grimm'igen Gebrüder

sage ich lieber nicht, welche Gedanken mir beim vierten oder fünften Mal Durchlesen im Kopf herumschwirrten. angel

Vielen Dank an euch. 

LG Grimm'ig

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Bild des Benutzers saxogrammaticus

Eine wunderschöne poetische Geschichte. Da möchte man dabei gewesen sein.!

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Bild des Benutzers Sehnsuchtskind

Ich finde es wahnsinnig faszinierend, wie du schreibst. Ich bin normalerweise alles andere als ein Fan von solchen "soften" Geschichten, obwohl sie mich auf keinen Fall unberührt gelassen hat. Mir gefällt es sehr, dass du es geschafft hast die Geschichte so authentisch rüber zu bringen, ohne ein einziges "schmutziges" Wort zu benutzen. Ich verfolge deine Geschichten schon seit einigen Monaten, und ich muss sagen: Ich bin schwer beeindruckt, es gibt nicht viele Menschen die es schaffen, BDSM (so ein heikles Thema) mit so viel Charme und Witz zu verkaufen und dabei trotzdem noch Erregung entfachen. Ich kann nicht anders als dir meine tiefste Bewunderung auszudrücken und mich mit höchster Verehrung bei dir zu bedanken.

viele liebe Grüße,

Lucy

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