Don't Judge Me 7

 
Kurzes Vorwort: Eigentlich hatte ich das letzte Kapitel nochmal überarbeitet, konnte es aber rückwirkend nicht mehr bearbeiten, deshalb jetzt hier die Erklärung: Mir war beim Schreiben gar nicht richtig bewusst, dass ich Greta gar kein Safewort reingeschrieben habe, in meinem Kopf hatte sie die ganze Zeit eins. Das war ein Fehler auf meiner Seite, derartige Sessions sollte man nie ohne Safewort abhalten und das würden R+C auch nicht tun. Also bitte nicht wundern, wenn im Folgenden davon ausgegangen wird, dass sie die ganze Zeit ein Safewort in der Hinterhand gehabt hat.
Viel Spaß beim Lesen!
 
Don't Judge Me 7
 
 
“An dieser Stelle hat das Gericht regelmäßig fünf verschiedene Tenorierungsmöglichkeiten. Welche sind das?” Ich hörte meinem Professor nur mit einem Ohr zu, hatte den Kopf auf eine Hand gestützt und kritzelte wahllose Muster auf meinen Block.
Meine Gedanken entfernten sich immer weiter vom Zivilprozessrecht und wanderten stattdessen zwei Tage zurück.
Unterbewusst verlagerte ich das Gewicht ein wenig und spürte dabei ganz genau was ich im Moment nicht sehen konnte - mein Hintern schimmerte blau, grün, lila.
Ein Schauer lief durch meinen Körper als ich daran dachte, wie Richard mich geschlagen hatte. Zum Schluss war es wirklich stark an der Grenze gewesen. Er hatte mir jedes Mal an genau der richtigen Stelle eine Pause gegönnt, damit ich nicht ernsthaft in Betracht ziehen konnte, mein Safewort tatsächlich zu benutzen.
Die Dusche war hart gewesen! Es war eine ganz andere Art des Schmerzes, aber wenn ich im Nachhinein zwischen den beiden Strafen wählen müsste, würde ich mich jederzeit ohne zu Zögern für das Spanking entscheiden. Danach war ich kaum zu einer Regung fähig gewesen, weil ich so stark gezittert hatte.
Richard hatte mich zurück ins Schlafzimmer getragen, mich in ein Handtuch gewickelt und abgetrocknet, bevor Christina das Handtuch gegen die warme Bettdecke ausgetauscht hatte. So eingewickelt hatten sie mich zurück ins Bett verfrachtet und keiner von beiden hatte gesprochen, bevor ich mich wieder beruhigt hatte. Das Zittern ließ relativ schnell nach, doch ich brauchte noch ein paar Minuten, bevor mir wieder richtig warm war. Christina hatte sich erkundigt wie es mir ging, doch ich konnte keine richtige Antwort darauf geben. Obwohl ich äußerlich ganz ruhig gewesen war, hatte es in meinem Inneren getobt. Zugegebenermaßen hatte es mich ziemlich geschockt als Richard mich so rabiat in die Dusche gezerrt hatte, ich wusste gar nicht richtig wie mir geschah und verstand erst richtig warum er so sauer war, als er das Wasser endlich ausgeschaltet hatte.
Indem er mich so überrumpelt hatte, hatte er mich ganz tief nach unten befördert, ich kam mir mit einem Mal ganz klein vor und mein Kopf war wie leer gefegt. Indem er mir sanft den Oberarm kraulte, mir die Haare aus dem Gesicht strich und mit zärtlicher Stimme bekundete, dass ich mich sehr tapfer geschlagen hätte, half er mir wieder aus dem Loch hervor zu kriechen, in das er mich gestoßen hatte.
Ich seufzte verträumt, was mir einen misstrauischen Blick meines Sitznachbarn einbrachte. Schnell setzte ich mich wieder aufrecht hin und tat so, als würde ich mit schreiben was der Prof sagte.
Ich zuckte zusammen, als mein Hintern vibrierte. Unter Zuhilfenahme komplizierter Akrobatik schaffte ich es, mein Handy aus meiner Hosentasche zu ziehen. Eine Textnachricht von Christina.
 
Mrs. Arrogant
Kannst du heute nach der Uni vorbeikommen?
            13:01

 
Die letzten beiden Tage hatte ich fast durchgängig Nachrichten von Christina bekommen. Sie erkundigte sich, wie es mir ging, was ich gerade machte und ob mein Hintern noch schön weh tat.
Ein kleiner Teil von mir vermutete, dass sie befürchtete, Richard hätte mich abgeschreckt. Ich lächelte bei dem Gedanken und mir kam in den Sinn, wie wir Juristen uns andauernd versuchten an dem  imaginären Durchschnittsmenschen zu orientieren. Wäre ich einer dieser Menschen hätte ich Christina und Richards Kontakte vermutlich schon längst blockiert und würde nie wieder auch nur in die Nähe ihres Hauses kommen.
Doch wann immer mir solche Gedanken kamen, schrie meine Libido erbost auf und sagte meinem Verstand den Kampf an.
Ja, ich konnte nicht leugnen, dass ich noch nie so viel sexuelle Befriedigung erfahren hatte - dabei war ja nicht mal Sex an sich involviert gewesen. Trotzdem, meine Ex-Freunde hatten an mir herumfuhrwerken können und doch hatte es nie einer geschafft mich so feucht zu kriegen wie Richard mit der bloßen Aufforderung, ihm das Handtuch zu geben. Und von da an war es nur noch besser geworden. Nur auf die Dusche könnte ich in Zukunft echt verzichten! Im Nachhinein hatte ich Einsehen gezeigt und hatte verstanden, warum er so wütend wurde angesichts der Tatsache dass ich ihm etwas vorgeflunkert hatte. Trotzdem hoffte ich, dass es nicht seine Routinebestrafung, falls es sowas gab, werden würde.
Unsicher warf ich einen Blick auf die Uhr. Ich hätte noch bis halb vier Vorlesung und danach hatte ich eigentlich noch ziemlich viel nachzubereiten. Aber erst mit dem Bus zur Wohnung zu fahren, um dann später ganz zu Christina und Richard und dann wieder zurück lohnte irgendwie nicht wirklich. Ich spürte förmlich wie meine Mundwinkel nach unten rutschten. Ich wäre gerne gefahren!
 
Ich 
Kann leider nicht :( Habe noch echt viel für die
Uni zu tun. Da lohnt derFahrtweg nicht :/
                                                                  13:11

 
Mrs. Arrogant
Hast du die Sachen bei dir? Dann bring sie doch
einfach mit und mach es hier. Ich habe auch noch
ein bisschen Arbeit.
                                                                  13:13

 
Sie brauchte mich gar nicht großartig überreden. Lächelnd sagte ich zu und steckte mein Handy zurück in die Tasche.
So, jetzt musste nur noch die Zeit irgendwie vergehen.
 
 
 
“Hey.” Ich konnte nicht anders und strahlte Christina entgegen, die mir die Tür aufgemacht hatte. Sie lächelte ebenso breit.
“Hallo, komm rein.” Obwohl ich mittlerweile ja schon oft hier gewesen war, hatte ich immer noch ein nervöses Flattern in der Bauchgegend. Ob diese Nervosität wohl irgendwann komplett verschwinden würde? Auf der einen Seite wäre es natürlich schön, mich nicht jedes Mal zu fühlen wie ein Teenager vor seinem allerertsen Kuss, auf der anderen Seite genoss ich diesen Nervenkitzel auch irgendwie.
Galant wie immer nahm sie mir meine Jacke ab und hing sie an die Garderobe. Gerade war ich dabei meine Schuhe auszuziehen, als sie plötzlich von hinten die Arme um mich schlang. Überrascht von dieser ganz selbstverständlichen Berührung versteifte ich mich, entspannte mich dann aber doch recht schnell.
Ihr weiblicher Geruch stieg mir in die Nase und das Kribbeln in meinem Bauch verwandelte sich - von Nervosität in etwas anderes….
“Wie war dein Tag?”, hauchte sie von hinten in mein Ohr und hauchte mir einen Kuss auf den empfindlichen Punkt hinter meinem Ohr. Ich erschauerte.
“Lang.”, antwortete ich und musste beschämt feststellen, dass meine Stimme kaum mehr als ein Krächzen war. Gänsehaut legte sich über meine Arme als ich ihr leises Lachen an meinem Hals spürte.
“Hast du dir Arbeit mitgebracht?” Diesmal nickte ich sicherheitshalber nur.
“Wie bitte?” Mein Unterleib zog sich köstlich zusammen, als ich den eindeutigen Tadel in ihren Worten hörte.
“Entschuldige, ja, ich habe meine Unterlagen dabei.” Eigentlich war es banal sich für so etwas zu entschuldigen, aber auf rätselhafte Weise machte es mich unglaublich an. Ihre Lippen strichen über meinen empfindlichen Hals und ich wünschte mir, sie würde niemals damit aufhören.
“Na dann, ab an die Arbeit.”, murmelte sie und löste sich von mir. Ich konnte mir gerade noch so ein entäuschtes Seufzen verkneifen. Sie dirigierte mich ins Wohnzimmer, wo sie sich wie immer auf dem Sofa ausgebreitet hatte.
“Möchtest du lieber an den Esstisch oder auch auf die Couch?”, fragte sie mich während sie sich wieder innerhalb ihres Kreises von Blättern begab. Ich ging zum anderen Ende des Sofas hinüber und ließ mich darauf sinken. Ich wollte ihr so nah wie möglich sein.
“Und wie geht es dir sonst so?”, wollte sie scheinbar beiläufig wissen als sie ihren Laptop aufklappte, aber mir entging nicht, dass sie mich aus dem Augenwinkel musterte. Ich musste lächeln.
“Das hast du mich heute schon zweimal gefragt.”
“Also ist immer noch alles gut?” Mein Lächeln wurde zu einem Grinsen.
“Ja und das wird sich auch nicht ändern, du kannst also aufhören zu fragen. Richard hat mich nicht traumatisiert, falls es das ist, was dir Sorgen macht.”
“Dann bist du härter im Nehmen als ich es damals war. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mein erster Dom mich praktisch mit Samthandschuhen angefasst hat.” Interessiert blickte ich sie an.
“Also ist Richard nicht dein erster?” Sie lachte.
“Nein, auch wenn ich mir jetzt wünsche, er wäre mein erster gewesen. Ich habe ziemlich viel herumprobiert bevor ich ihn getroffen habe.” Während ich Christina so von der Seite musterte fragte ich mich unwillkürlich, ob sie mein Blick in die Zukunft war. Würde ich auch in ein paar Jahren über die Unerfahrenheit anderer Frauen lächeln können?
Sie nickte auffordernd zu meiner Tasche.
“Wir müssen nachher noch Abendessen kochen, also würde ich an deiner Stelle langsam mal anfangen.”
Wir widmeten uns beide unseren jeweiligen Aufgaben und während ich mich in der Uni überhaupt nicht hatte konzentrieren können, gelang es mir tatsächlich, komplett in die Materie einzutauchen. Die einzigen Geräusche im Raum waren unser gelegentliches Tippen auf der Tastatur und ihr Rascheln mit den Blättern Papier, ansonsten schwiegen wir jeweils. Es war eine angenehme und produktive Stille.
Ich war derart in meine eigene Welt versunken, dass ich regelrecht einen Herzstillstand erlitt, als sie urplötzlich ihren Kopf in meinen Schoß legte.
Im Schneidersitz saß ich auf dem Sofa, den Laptop vor mir und einen Block und einen Stift rechts von mir. Es hatte sich noch nie eine andere Frau in meinen Schoß gelegt. Die Geste an sich war sehr unschuldig, aber das Gefühl war trotzdem sehr…schön.
“Was machst du gerade?”, fragte sie und räkelte sich ein wenig, bis sie bequem lag.
“Ich formuliere die Lösung für den nächsten AG-Fall aus.”
“Aha. Worum geht es da?”
“Einen Täter der im Dunkeln ausversehen Y statt X erschießt.”
“Macht das einen Unterschied?” Ich lachte und konnte nicht anders als mich vorzubeugen und sie zu küssen. Sofort erwachten die Schmetterlinge in meinem Bauch wieder zum Leben. Sie erwiderte den Kuss mit ihren weichen Lippen und spielte mit einer meiner Haarsträhnen.
“Ja.”, murmelte ich an ihren Lippen. “Das macht einen Unterschied.”
“Na wenn du das sagst. Und den Unterschied musst du dann den anderen Studenten erklären?”
“Sozusagen. Den Erstsemestern.”, erklärte ich und freute mich, dass sie soviel Interesse zeigte. Die meisten fertigten meine Studienthemaik immer mit einem genervten Stöhnen und einem Augenrollen ab.
“Wie eine Lehrerin?”
“Im Prinzip schon.”
“Hm.” Sie grinste lasziv. “Bist du eine strenge Lehrerin?” Ich grinste zurück und wir mussten beide lachen.
“An euren Maßstäben bemessen, bezweifle ich das.”
 
“Greta?”, fragte sie nach einer Weile, als sie sah dass ich meinen Laptop herunter fuhr und meine Sachen zusammen klaubte.
“Ja?”, Der atypische Gebrauch meines Namens ließ mich aufhorchen.
“Ich würde heute gerne etwas mit dir ausprobieren. Aber nur wenn es für dich in Ordnung ist.” Sofort beschleunigte sich mein Puls. Ihre Worte in Verbindung mit ihrem Tonfall konnten nur eine Sorte “ausprobieren” meinen.
“Ähm…was denn?” Obwohl ich unter meinem Shirt spürte wie sich meine Brustwarzen zusammenzogen, konnte ich nicht verhindern, dass sich eine gewisse Skepsis an die Oberfläche drängte.
“Naja, Richard hat dir gezeigt, wie unerbittlich BDSM sein kann und jetzt würde ich dir gerne zeigen, dass das Ganze auch noch eine komplett andere Seite hat.”
Sie blickte mir tief in die Augen und ich sah die gleiche Erregung, die vermutlich auch in meinem Blick zu sehen war. Ich nickte.
Sie küsste mich noch einmal, bevor sie sagte: “Ich gehe kurz etwas holen. In der Zwischenzeit möchte ich, dass du dich bis auf deine Unterwäsche ausziehst.” Sie erhob sich und verließ den Raum.
Mit schnell schlagendem Herzen begann ich, meine Bluse aufzuknöpfen. Wieder einmal verfluchte ich mich dafür, dass ich nicht mit sexy Unterwäsche aus dem Haus ging. Das sollte ich mir dringend angewöhnen! Ich trug einen simplen dunkel-violetten BH mit schwarzer Spitze und eine schlichte schwarze Unterhose auf der in weißer Schrift stand ‘But what about second breakfast?’. Innerlich schwor ich mir, wenn ich das nächste Mal im Kaufhaus war, ein paar Sets Lingerie zu kaufen.
Unsicher was ich jetzt tun sollte, saß ich da, überkreuzte meine Beine, stellte sie doch wieder nebeneinander, legte meine Hände in meinen Schoß, legte sie neben mich auf das Sofapolster, verschränkte sie vor der Brust.
Selten war ich mir meines Körpers und vor allem der Gummibärchen die man an der ein oder anderen Stelle eben doch deutlich sah so bewusst gewesen.
Christina kam zurück und hatte etwas in der Hand, doch bevor ich richtig erkennen konnte was es war, stand sie auch schon dicht vor mir und zog mich auf die Füße. Zärtlich strich sie mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie drückte mir etwas in die Hand und mit einem Blick nach unten und einem Aussetzen meines Herzschlags stellte ich fest, dass es ein Halsbald war. Mein Atem stockte. Es war etwa zwei Finger breit und aus dunklem Leder, mit einem silbernen Metallring vorne. Ich schluckte und fuhr mit dem Finger über das weiche Leder.
“Das ist mein Halsband.”, erklärte Christina und es schien ihr kein bisschen peinlich zu sein.
“Mit deiner Erlaubnis würde ich es dir heute Abend gerne anlegen.”, flüsterte sie und rieb ihre Nasenspitze an meiner. Ich lehnte meine Stirn an ihre und nickte.
“In Ordnung.” Sie lächelte und gab mir einen flüchtigen Kuss.
“Dann knie dich bitte hin.”
Langsam, ohne den Blickkontakt zu ihr zu brechen, ließ ich mich auf die Knie sinken.
“Fass die Haare zu einem Zopf zusammen und beug’ den Kopf nach vorne.” Ich zitterte leicht während ich ihrer Anweisung folgte und erschauderte, als ich das kühle Leder an meiner Haut spürte. Das kühle Gefühl verschwand jedoch recht schnell, als sich das Leder an meine Körpertemperatur anpasste.
Erst hatte ich nicht das Gefühl, dass sie es sonderlich eng geschnallt hatte, doch als ich den Kopf wieder aufrecht hielt wurde mir bewusst, dass ich es bei jeder Kopfbewegung, jedem Schlucken spüren würde. Der Gedanke erregte mich mehr als ich zugeben wollte.
Christina ging vor mir in die Knie.
“Wow, das steht dir ganz wunderbar. Von jetzt an, bis ich es dir wieder abnehme, gelten ein paar Regeln.” Meine Augen wurden groß als sie plötzlich eine schwarze Leine hinter ihrem Rücken hervorzauberte.
“Du wirst dich nur auf allen Vieren fortbewegen und du wirst nur sprechen wenn du gefragt wirst. Hast du das verstanden?”
“Ja.” Obwohl ich mir in dem Moment total degradiert vorkam, spürte ich deutlich das Ziehen in meinem Schoß und wusste, dass ich vermutlich total feucht war.
“Gut. Dann üben wir das jetzt ein bisschen.” Sie ließ mich relativ verwirrt auf Knien zurück und ging zur Flurtür hinüber.
“Komm her.”, forderte sie und ich verstand. Sie wollte, dass ich zu ihr krabbelte. Unsicher lehnte ich mich nach vorn und stützte mich auf meine Handballen, bevor ich langsam anfing zu krabbeln. Ich kam mir unglaublich dämlich vor und der Weg durch das Wohnzimmer kam mir merkwürdig lang vor, auch wenn der Großteil dankenswerter Weise über den sehr weichen Teppich führte.
Einige Schritte vor ihr verharrte ich und ließ mich auf die Fersen sinken. Mit dem Finger winkte sie mich näher. Ich krabbelte noch ein Stück und schaute fragend zu ihr auf.
“Knie dich hin, spreiz die Schenkel leicht und lege deine Hände auf deine Oberschenkel.” Das kannte ich immerhin aus Büchern und Filmen und nahm, wenn auch etwas unbeholfen, die von ihr beschriebene Position ein. Deutlich konnte ich ihren Blick auf mir spüren als sie um mich herum schritt.
Als sie hinter mir stand legte sie die Hände auf meine Schultern.
“Schultern zurück.”, forderte sie und ich tat was sie wollte, wobei ich mir unangenehm bewusst war, dass mein Busen so noch wesentlich stärker herausgestreckt wurde.
“Hm.”, machte sie und schien kurz zu überlegen. “Probier’ es mal so.” Sanft nahm sie meine Ellenbogen und führte meine Arme hinter meinen Rücken, sodass ich am Ende meine Unterarme umfasste. Als sie wieder in mein Blickfeld trat, wirkte sie zufrieden.
“Ja, ich glaube die Position ist besser für dich. Sieht irgendwie natürlicher aus.” Sie ging erneut vor mir in die Knie und fuhr die Kontur meines Gesichts mit ihrer Hand entlang - etwas was sie anscheinend sehr gerne tat.
“Und jetzt üben wir das krabbeln nochmal. Das war schon nicht schlecht. Jetzt machen wir das Gleiche nochmal und diesmal machst du dabei ein Hohlkreuz.” Diesmal ging sie zum Sofa hinüber und forderte mich wieder auf, zu ihr zu kommen.
Beim Krabbeln die ganze Zeit ein Hohlkreuz zu machen forderte mir erstaunlich viel Konzentration ab, sodass ich wesentlich langsamer als beim ersten Mal voran kam, doch selbst ohne mich zu sehen, spürte ich, dass es etwas ganz Anderes war. Meine Hüften bewegten sich lasziv hin und her und meine Schultern bewegten sich wesentlich kontrollierter auf und ab.
“Sehr schön”, kommentierte Christina als ich wieder vor ihr angekommen war und mich automatisch wieder hinkniete und die Arme hinter den Rücken nahm.
Sie hatte Recht, die Position fühlte sich tatsächlich sehr natürlich an. Und auf schräge Art und Weise fühlte es sich auch richtig an, so vor ihr zu knien.
“Das machst du gut. Ich würde sagen, jetzt gehen wir Abendessen machen.” Ohne lange zu zögern legte sie mir die Leine an und ich wich ihrem Blick aus, während ich versuchte den Gedanken abzuschütteln, dass ich mich wie ein Hund fühlte.
Auf dem Weg zur Küche war sie sehr geduldig mit mir und ging sehr langsam neben mir her, während ich mein Bestes gab um meinen Rücken die ganze Zeit durch gedrückt zu lassen.
In der Küche angekommen ließ sie mich kurz allein und kam wenig später mit einem Kissen in der Hand wieder. Sie legte es in eine Ecke und bedeutete mir, mich darauf zu knien. Verwirrt beobachtete ich, wie sie ein Körbchen Karotten, zwei Zucchinis, eine Paprika und zwei Frühlingszwiebeln zusammensuchte und vor mir auf dem Boden platzierte. Was zum Kuckuck sollte ich denn so mit dem Gemüse anfangen!?
“Was -”
“Sh!”, fuhr sie mir harsch über die Lippen und ich erinnerte mich wieder an das Sprechverbot. Die Erklärung blieb sie mir schuldig und begann stattdessen alle möglichen Schränke aufzumachen und Utensilien herauszusuchen. Schließlich legte sie ein Schneidebrett und ein Messer vor sich auf die Arbeitsplatte.
“Bitte gib mir eine der Karotten.”, sagte sie wie beiläufig, während sie in einer der Schubladen links von sich nach dem Sparschäler suchte. Mein Blick wanderte von dem Korb Karotten vor mir zu ihr. Gerade als ich meine Hand nach der Wurzel ausstrecken wollte, ertönte ihre scharfe Stimme erneut: “Ohne deine Hände. Wie willst du sonst vernünftig krabbeln, hm?” Ihr Ton verriet mir worauf sie hinaus wollte und obwohl ich mir sehr albern dabei vorkam, beugte ich mich vor und fischte eine der Karotten aus dem Plastikschälchen. Ich brauchte ein paar Versuche, doch schließlich hatte ich sie relativ sicher im Mund und krabbelte so zu Christina hinüber, die die Hand nach unten streckte und das Gemüse kommentarlos entgegen nahm.
Ein wenig enttäuscht begab ich mich zurück zu dem Kissen.
Ein recht großer Teil von mir hatte sich ein weiteres Lob erhofft. Wie krank!, schoss es mir durch den Kopf, doch ich verbannte den Gedanken schnell wieder.
Stumm beobachtete ich, wie sie die Karotte schälte und brachte ihr dann die nächste. Und die Nächste. So ging es, bis sie das ganze Gemüse verarbeitet und den Auflauf im Ofen hatte.
Die ganze Zeit ignorierte sie mich weitesgehend, während ich einfach nur dasaß und aufmerksam auf eine Anweisung oder eine Geste von ihr wartete. Zuerst fand ich es ziemlich befremdlich in Unterwäsche auf diesem Kissen zu hocken, doch nach und nach merkte ich, dass ich mich immer mehr entspannte.
Ich freute mich, wenn Christina mir signalisierte, dass ich ihr etwas bringen sollte und ihr missbilligendes Zungenschnalzen als mir die Paprika aus dem Mund glitt sorgte dafür, dass sich mein Schoß zusammenzog.
Wenn sie mich nicht brauchte, saß ich da und beobachtete sie beim Arbeiten und zu meiner Verblüffung stellte ich fest, dass sich mein Kopf immer weiter leerte, bis ich irgendwann praktisch an gar nichts mehr dachte. All meine Aufmerksamkeit war auf das Hier und Jtzt und auf Christina gerichtet.
Als der Auflauf im Ofen war und sie alle Arbeitsgeräte soweit weggeräumt hatte, nahm sie wieder die Leine in die Hand und führte mich zurück ins Wohnzimmer.
Während sie sich auf das Sofa sinken ließ, musste ich neben der Armlehne knien. Immerhin konnte ich mich gegen das Polster lehnen und so meine Knie, die leicht zu schmerzen begonnen hatten, ein wenig entlasten. Sie nahm ein Buch in die eine Hand und vergrub die andere in meinem Haar. Ich schloss die Augen und genoss das Gefühl, wie ihre Finger durch meine Haare fuhren und mich kraulten.
“Wenn Richard gleich nach Hause kommt möchte ich, dass du ihn im Flur begrüßt. Kannst du das für mich tun?” Obwohl ich nicht aufblickte, spürte ich ihren Blick auf mir und schluckte. Mich mit dieser Art der Demut vor Richard zu präsentieren würde mich einiges an Überwindung kosten, was sie genau wusste - und genau deshalb wollte ich es tun; um sie stolz zu machen. Ich nickte und sagte schnell: “Ja.”
“Das ist brav.”, flüsterte sie und streichelte mich weiter. Gerade als ich wieder anfing mich zu entspannen war das Knirschen der Kieselsteine auf der Auffahrt zu hören, das ein Auto ankündigte. Unsicher flackerte mein Blick zu Christina, die auffordernd nickte.
Ich atmete tief durch und ging wieder in den Vierfüßlerstand, bevor ich in Richtung Tür krabbelte. Christinas Blick auf meiner Kehrseite war mir dabei nur allzu bewusst.
Ich bog gerade um die Ecke, als Richard die Tür aufschloss. Er trat einen Schritt in das Innere des Hauses, bevor er in seiner Bewegung erstarrte. Ich spürte meine Wangen brennen und blickte stur auf den Boden vor mir.
Da ich nicht so recht wusste wohin mit mir, blieb ich irgendwann stehen und begab mich wieder in die kniende Position, die Christina mir zugewiesen hatte.
Ich hatte fest mit einem dummen Spruch oder einem anzüglichen Kommentar von Seiten Richards gerechnet, doch nichts dergleichen kam von ihm. Stattdessen entledigte er sich betont langsam seines Mantels und seinen Schuhen.
Leicht zuckte ich zurück, als er vor mir in die Knie ging. Ich hielt den Blick auf seine schwarze Anzughose gerichtet. Sanft aber bestimmt vergrub er die Hand in meinen Haaren und drängte meinen Kopf in den Nacken, sodass ich ihn ansehen musste.
Ein Kribbeln fuhr über meine Haut als mein Blick seine Augen fand. Er hatte sich die letzten Tage nicht rasiert, ein leichter Bart zog sich über seine Wangen und seine hellen Augen waren so stechend wie immer.
Er leckte sich über die schmalen Lippen.
“Na wenn das mal keine Art ist, begrüßt zu werden. Da könnte ich mich dran gewöhnen.”, murmelte er und im Nachhinein konnte ich gar nicht mehr sagen, wer von uns beiden sich zuerst in den Kuss hinein gelehnt hatte. Wir küssten uns innig, was die Lust in meiner Mitte noch mehr beflügelte. Er roch unglaublich gut und ich hatte das Gefühl, davon leicht benebelt zu werden.
Er griff hinter sich und zog ein rotes Buch hervor. Anscheinend hatte er seinen Schönfelder von der Arbeit mitgebracht.
“Dreh dich ein Stück.”, murmelte er und arrangierte mich so, dass unsere Körper im rechten Winkel zueinander waren. Erstaunt spürte ich, wie er mir das schwere Buch auf den Rücken legte. Im Anschluss fuhr seine Hand über meinen Hintern. Es war nur eine federleichte Berührung, doch sie genügte um mich fast zum Zusammenbruch zu bewegen. Ich war so unglaublich erregt dass ich befürchtete, bald vor Lust vergehen zu müssen! Und das, obwohl mich die beiden kaum angefasst hatten…
Er richtete sich auf und ging in normalem Tempo ins Wohnzimmer. Ich hingegen brauchte ewig um ihm zu folgen, denn ich wollte auf keinen Fall das Buch von meinem Rücken rutschen lassen.
Ich hörte wie Richard Christina einen Kuss gab und wie sie einige Worte der Begrüßung austauschten.
Als ich ebenfalls endlich bei den beiden angekommen war, nahm Richard mir wie selbstverständlich das Buch ab und legte es auf den Stubentisch. Stirnrunzelnd dachte ich, dass er es auch einfach gleich selbst hätte mitnehmen können, aber ich musste mir eingestehen, dass es so wesentlich mehr Spaß gemacht hatte.  
“Du musst mir unbedingt dein Geheimnis verraten.”, meinte Richard an Christina gewandt.
“Wieso?”, lachte diese.
“Ich beiße mir seit Wochen die Zähne aus und du schaffst innerhalb eines Nachmittags unsere kleine Wildkatze zu zähmen?” Ein bissiger Kommentar lag mir auf der Zunge und es kostete mich einiges an Mühe, ihn herunterzuschlucken. Mühevoll erinnerte ich mich daran, dass ich Christina nicht enttäuschen wollte.
“Tja.”, machte sie nur, und obwohl sie immer sehr respektvoll gegenüber Richard war, hörte ich deutlich die Genugtuung in ihrer Stimme.
 
 
 
 
In meinem Kopf lief eine hitzige Debatte wie ich das Ganze finden sollte. Irgendwie hatte ich ganz automatisch angenommen, dass Christina mir vor dem Essen das Halsbald wieder abnehmen und alles wieder normal werden würde.
Dementsprechend fühlte ich mich ziemlich vor den Kopf gestoßen, als Christina stattdessen in die Küche ging, das Kissen vom Boden aufhob und zwischen zwei der Stühle am Esstisch legte.
Während ich weiterhin auf allen Vieren bleiben musste - immerhin war die Fußbodenheizung an -, führte Christina mich zu besagtem Kissen hinüber. Ich musste mich wieder darauf knien, sodass mein Gesicht etwa auf Augenhöhe mit der Tischplatte war. Ein wenig Unmut machte sich in mir breit. Jetzt wollten die beiden gemütlich zu Abendessen, während ich hier rumsaß und Däumchen drehte!?
Hinter mir hörte ich, wie Richard brummte und sah kurz danach, wie er aus dem Raum ging. Kurze Zeit später kehrte er mit den beiden Manschetten mit denen ich beim letzten Mal schon Bekanntschaft gemacht hatte zurück. Ich schluckte. Bei dem Anblick zog sich meine Mitte in freudiger Erwartung zusammen.
Fachkundig legte er sie mir an und machte Anstalten, mich jeweils an dem Stuhlbein rechts und links von mir festzubinden, als er innehielt.
“Moment.”, murmelte er und ich spürte, wie er sich in meinem Rücken an dem Verschluss meines BHs zu schaffen machte. Mit erstaunlich flinken Fingern bekam er ihn auf und streifte die Träger von meinen Armen. Ich wusste, dass sie es vermutlich nicht gut finden würden, wenn ich meinem Instinkt folgte und die Arme über die entblößten Brüste legte, trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass nicht meine Schultern zumindest nach vorne sackten und ich meine Arme so weit wie möglich nach hinten schob. Richards Hände legten sich auf meine Schultern, was mir mal wieder eine Gänsehaut bescherte.
Nachdem er meine Haltung nach seinen Wünschen korrigiert hatte, führte er meine Handgelenke ein Stück nach vorn und verband sie mit den Stuhlbeinen.
Jetzt könnte ich zur Not noch aufstehen und die Stühle mit mir schleifen, doch ich ahnte, dass das anders sein würde, wenn die beiden sich erstmal gesetzt hatten. Ich hörte Christinas Zungenschnalzen und blickte auf.
“Tz, also sie wäre auch so sitzen geblieben.” Anscheinend passte es ihr nicht, dass Richard sich so dazwischenschaltete. Ich konnte gar nicht so schnell gucken wie Richard auf einmal auch auf der anderen Seite des Tisches stand, sie im Nacken packte und mit dem Oberkörper nach vorn auf die Tischplatte drückte. Ein fast schmerzhaftes Ziehen lief bei dem Anblick durch meinen Unterleib.
“Ich glaube Greta hat einen schlechten Einfluss auf dich.”, knurrte er. “Seit wann kritisierst du wen ich wann wie fessle, hm?” Ich sah wie sie eine Grimasse zog und sharf die Luft einsog als er ihr kräftig auf den Hintern schlug. Obwohl sie noch immer ihre Hose trug wusste ich, dass sie den Schlag mehr als deutlich gespürt hatte.
Der Anblick erregte mich über alle Maßen und ich ertappte mich dabei, wie ich mir wünschte an ihrer Statt zu sein und nicht auf diesem Kissen zu knien.  
“Zieh dich aus.” Während ich mich immer beeilte so schnell wie möglich aus meinen Sachen zu kommen, ließ Christina sich Zeit. Sie genoss sichtlich seine Blicke als sie sich lasziv das Shirt über den Kopf zog und mit der Hüfte wackelte um ihre Jeans abzustreifen. Ohne den geringsten Anflug von Scham schlüpfte sie aus ihrer Unterwäsche, bis sie splitternackt vor ihm stand. Ich konnte deutlich sehen wie ihre rosigen Brustwarzen kess hervorstanden und wusste, dass sie mindestens genauso erregt war wie ich.
In dem Moment durchbrach ein schrilles Piepen die Stille. Der Ofen.
“Dein Glück.”, kommentierte Richard. “Aber du bleibst trotzdem nackt.”
Die beiden verschwanden in der Küche und als sie wiederkamen hatten beide je einen dampfenden Teller Auflauf dabei. Mein Magen suchte sich diesen Moment aus um laut zu knurren. Mit geröteten Wangen schaute ich zu Boden und hoffte, dass die beiden es nicht gehört hatten.
Für mich war es ziemlich unangenehm, als sie die Stühle vor- und zurückzogen um sich zu setzen.
“Und, wie war dein Tag?”, wollte Richard von Christina wissen, ganz so als säße sie nicht gerade nackt neben ihm und so als würde ich nicht zwischen den beiden eingekeilt auf dem Boden knien.
“Ganz gut. Ich war heute Morgen kurz im Büro und habe mir die neuen Manuskripte geholt. Dann habe ich noch kurz mit einem unserer Autoren telefoniert und ansonsten war er wenig spektakulär. Wie war dein Tag?” Sie schob sich eine große Gabel dampfenden Auflaufs in den Mund und ich versuchte meinen Magen zu ignorieren, der sich bei dem Anblick zusammenzog. Warum war mir in den letzten Stunden nicht aufgefallen, wie arg hungrig ich war?
“Für meinen Geschmack leider ein wenig zu spektakulär. Ich hatte heute eine Schulklasse im Prozess dabei und du glaubst nicht, wie respektlos diese Kinder sind! Was ist daran so schwer zu verstehen, die verdammten Handys vor Beginn der Sitzung auszumachen? Als sie laut gelacht haben als einer der Zeugen seine Aussage gemacht hat, habe ich sie rausgeschmissen. Ganz ehrlich! Und die Lehrerin saß nur da und hat Däumchen gedreht. Naja, Kammersitzung danach war auch nicht gerade lustig.” Er zuckte mit den Schultern und aß ebenfalls einen Bissen.
“Hm, über Schulklassen regst du dich irgendwie jedes Mal auf wenn mal eine da war. Ich habe Neuigkeiten, die dich vielleicht ein bisschen aufmuntern.”
“Achja?”
“Nikki hat vorhin angerufen und sich und Frank praktisch selbst zum Eröffnen der Grillsaison eingeladen. Am Samstag.” Richard grinste.
“Ich kann mir förmlich vorstellen wie das Gespräch abgelaufen ist.” Christina verdrehte die Augen.
“Du kennst sie ja. 'Hey, ihr habt Samstag doch bestimmt noch nichts vor, oder? Gut, Frank ist nämlich bei mir und da dachte ich wir könnten vorbeikommen und die Grillsaison eröffnen.'” Beide lachten herzhaft und schienen sich über einen Insider-Witz zu amüsiere, während ich nur Bahnhof verstand.
“Hast du Samstag Zeit?” Es dauerte eine ganze Weile bis ich begriff, dass ich gemeint gewesen war.
“Vielleicht.”, erwiderte ich und musste zugeben, dass es ziemlich pampig klang. Ich japste nach Luft, als ich Richards Hand in meinen Haaren spürte, die meinen Kopf nach hinten zwangen, sodass ich von unten zu ihm aufblicken musste. Ich liebte es wenn er das tat! Alles in mir zog sich zusammen und ich war mir sicher, dass meine Unterhose mittlerweile unglaublich durchnässt war.
“Was ist denn jetzt los?”, wollte er wissen und diesmal war ich meinem Magen relativ dankbar, dass er ausgerechnet in dem Moment hörbar knurre.
“Ich habe Hunger.” Seine Mundwinkel zuckten.
“Und was machen wir dagegen am besten?” Der Spott war eindeutig zu hören und obwohl ich die Widerworte zurückhielt, hoffte ich, dass er meine Wut in meinem Blick lesen konnte.
“Mich aufstehen lassen.”
“Warum sollte ich das tun, wenn du mir da unten so gut gefällst?” Eine Ahnung klopfte an, was genau er erwartete. Entschieden biss ich die Zähne zusammen. Er konnte lange darauf warten, dass ich ihn verdammt nochmal bat, mich zu füttern! Mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtete er mein Mienenspiel, bevor er mit den Schultern zuckte und sich wieder seinem Gespräch mit Christina zuwandte, als wäre nichts gewesen.
Irgendwie hatte ich gehofft, dass er mich dazu zwingen würde nach dem Essen zu bitten, denn so müsste ich meinen Stolz selbst überwinden und das war irgendwie wesentlich schwieriger.
Um mich abzulenken dachte ich an seine Frage. War das nur Teil des Spiels gewesen, oder wollten sie tatsächlich dass ich Samstag hier war wenn ihre Freunde kamen?
Obwohl wir nie wirklich darüber gesprochen hatten war ich bisher immer davon ausgegangen, dass das hier ein mehr oder weniger “geheimes” Arrangement sei. Als was sollte ich denn vor ihren Bekannten auftreten? Eine Freundin? Die Putzfrau? Ich spürte jetzt schon, wie sich bei dem Gedanken daran ein nervöser Knoten in meiner Brust bildete. Wenn ich etwas mehr hasste als fast alles andere, dann waren das Situationen in denen ich nicht wusste, was genau von mir erwartete wurde.
“Ich habe jedes Mal großen Respekt vor Frank dass er mit dem Energiebündel fertig wird. Auf der anderen Seite…” Er ließ den Satz unbeendet und ich war mir sicher, dass er mir einen bedeutungsschweren Blick zu warf. Ich rang immer noch mit mir selbst. Ich hatte wirklich Hunger!
“Richard?”, fragte ich zaghaft, weil ich eigentlich ja immer noch Sprechverbot hatte.
“Ja?” Um ihn sanftmütig zu stimmen legte ich den Kopf in den Nacken und sah ihn beim Sprechen an.
“Kannst du mir bitte etwas zu essen geben?” Augenblicklich spürte ich, wie das Blut seinen Weg in meine Wangen fand und es war sehr schwierig, den Blick nicht wieder von seinem Gesicht abzuwenden.
“Dir etwas zu Essen geben?”, hakte er süffisant nach und ich verwünschte ihn innerlich.
“Mich füttern.”, erwiderte ich kleinlaut und wäre am liebsten im Boden versunken. Er schenkte mir ein aufrichtiges Lächeln.
“Warum sagst du das nicht gleich, aber natürlich füttere ich dich.” Wie konnte er das bloß mit so einer Leichtigkeit aussprechen? Er nahm seine Gabel und spießte ein paar Nudeln und eine Paprika auf. Mein ganzes Gesicht brannte als ich den Mund ein Stück öffnete.
“Weiter.”, forderte er und ich spürte tatsächlich wie meine Augen von der Demütigung brannten. Ich blinzelte ein paar Mal schnell hintereinander und tat was er wollte.
Trotzdem durchströmte mich Erleichterung als ich die Lippen um die Gabel schloss und ich kaute genüsslich den Auflauf.
 
Als beide Teller geleert waren, räumte Richard das Geschirr in die Küche. Christina löste meine Handgelenke von den Stuhlbeinen und küsste mich zärtlich.
“Wie geht es deinen Beinen?”, fragte sie an meinen Lippen.
“Kurz aufstehen wäre nett.”, gab ich zu. Von dem langen knien schmerzten meine Knie und meine Unterschenkel kribbelten ein wenig. Sie nickte und half mir auf die Beine. Es war gut dass sie mich stützte, denn mein linkes Bein war tatsächlich eingeschlafen und ich wankte etwas.
Als Richard wieder den Raum betrat ließ er seinen Blick genüsslich über meinen Körper gleiten. Er blieb an meiner Unterhose hängen und lachte laut.
“Da fällt mir ein, ich habe ja noch etwas für dich.” Er verließ den Raum und ging nach oben, während Christina und ich zum Sofa hinüber gingen. Sie war noch immer nackt und ich bewunderte, mit welcher Anmut und Selbstverständlichkeit sie sich so durch den Raum bewegte. Diesmal durfte ich mich neben Christina auf das Sofa setzen.
Als Richard wiederkam konnte auch ich mir das Lachen nicht verkneifen. In den Händen hielt er meine graue Unterhose, die, die ich ihm im Restaurant zugesteckt hatte.
“Eigentlich hätte ich sie ja gerne als Andenken behalten, aber ich vermute fast, dass sie sentimentalen Wert für dich hat?” Ich grinste und nickte.
“Möchtest du sie wieder haben?”
“Ja, sehr gerne.”
“Gut, aber das musst du dir schon verdienen.”
 
 
 
 
 
Für alle die nicht wissen was ein Schönfelder ist. ;)

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Kommentare

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Das wichtigste zuerst: Ich fand diesen Teil sehr erotisch und habe jeden Satz genossen.
Zwei Bemerkungen:
- Es geht alles sehr schnell... ein paar Tage nach der Abreibung ihres Lebens sitzt die gute Greta nackt zwischen Christina und Mr. Arrogant und bittet ihn sie zu füttern. Das ist nicht zwangsläufig zu schnell - aber doch sehr, sehr schnell. Ich hoffe so sehr, dass Richard nicht auf die Idee kommt, die gute Greta nach gerade mal einer Woche seinen Freunden (Familie?) zur Schau zu stellen - Bei diesem Tempo kann man auch mal gegen die Wand fahren.
- Es kommt mir vor als hättest du eine Person genommen und diese Person gesplittet in Christina (Dr Hyde) und Richard (Mr Jeckyl). Ich finde das spannend... aber auch ein wenig zum Fürchten.

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