Die Geschichte eines Sklaven 1. Buch Kap. 1 - Das Bekenntnis

1. Das Bekenntnis
Niemals hätte Tom gedacht, dass sich sein Leben so radikal verändern würde. Rückblickend war es eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. Aber vor allem auch die Dinge, die er getan hatte, waren so unvorstellbar, dass er selbst nach fünf Jahren noch immer nicht mit jemandem darüber reden konnte. Also begann er es niederzuschreiben. Doch wie hatte alles angefangen?
Tom war damals 24, lebte mit seiner Freundin Susanne seit zwei Jahren zusammen und führte bereits eine eheähnliche Beziehung mit gemeinsamem Haushalt und allem anderen, was dazu gehörte. Er glaubte, dass dies alles wäre, was er zu seinem Glück brauchte. Augenscheinlich ergänzten sie sich gut und auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens hatte er eine ähnliche Meinung wie Susanne. Doch in manchen Bereichen waren die Unterschiede beträchtlich, wie ihre beruflichen Ambitionen oder zum Beispiel was den Sex betraf. Tom hatte einen Job als Vertriebsassistent in einer IT-Firma und war damit zufrieden. Er hatte keinerlei Ambitionen was eine Karriere betraf. Im Gegensatz zu Susanne, die ehrgeizig, zielstrebig und auf der Karriereleiter nach oben war. Beim Sex war es gänzlich umgedreht. Tom hatte eine weitaus offenere Einstellung wie Susanne, hatte allerdings auch niemals den Mut aufgebracht, sie darauf anzusprechen oder mit ihr über seine Fantasien, Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen. Aus Angst, sie zu verletzen oder sogar die Beziehung zu riskieren steckte er hier zurück. Erschwerend dazu kam, dass Susannes Beruf sie sehr einspannte und wenn sie spät abends nach Hause kam, schnell einschlief. Auch am Wochenende hatte sie wenig Zeit oder Lust. Zusätzlich musste sie auch noch häufiger ins Ausland reisen. Dies führte bei Tom zu unbefriedigenden und unbefriedigten Zeitspannen. Nicht nur, dass sie über die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs eine unterschiedliche Vorstellung hatten, auch was die Variationen und Spielarten angingen, lag seine Vorstellung weit entfernt von dem, wie oft und was im Bett tatsächlich passierte. Susanne schien an Abwechslung nicht besonderes Interesse zu haben und so resignierte Tom im Laufe der Zeit und fand sich mit dem gelegentlichen Blümchensex ab.
Allerdings in seiner Fantasie, experimentierte Tom gerne mit einer Vielzahl von sexuellen Spielarten. Dabei waren es nicht die gewöhnlichen Vorstellungen von Männern, die er sich ersann, wie ein flotter Dreier oder orale Befriedigung, auch wenn er diesem sicherlich auch nicht abgeneigt war. Seine fiktiven Sexfantasien waren geprägt von einem Erlebnis, welches eher ein dummes Versehen oder im Nachhinein betrachtet, glücklicher Zufall gewesen war. Anstatt einem herkömmlichen Sexfilm hatte ihm der Mitarbeiter aus der Videothek einen Film mitgegeben, in dem ein Mann von einer Frau dominiert wurde. Erst verärgert über den falschen Film, schaute er sich ihn in Ermangelung einer Alternative an. Susanne war nicht zu Hause. Und während er den Film verfolgte, in dem der Mann gefesselt, geschlagen und gedemütigt wurde, regte sich etwas in ihm. In den nächste Tagen musste Tom ständig an den Film denken und das Gesehene ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Nach und nach befasste er sich mehr mit dem Thema, recherchierte im Internet, lieh sich weitere Film aus den unterschiedlichen Bereichen Bizarr, Fetisch, S/M aus und fand es aufregend, in den größeren Sexshops in der Abteilung Leder, Latex und Lack herumzustöbern, ohne letztendlich aber etwas zu kaufen.
Tom hütete diesen Faible für seine dunklen Gelüste wie einen Schatz und sprach mit niemandem über seine unerfüllten Wünsche und Träume. Mit wem hätte er sich auch unterhalten sollen? Freunde hatte er kaum und mit den Kollegen in der Firma hätte er niemals über Privates gesprochen. Doch der Reiz, den diese Art der Sexualität auf ihn ausübte, war riesig. Ohne dass er seine Wünsche jemals im realen Leben ausgelebt oder es auch nur in Betracht gezogen hätte, diese Fantasien auszuprobieren, wuchs das Verlangen langsam in ihm heran und spornte seine Fantasie immer weiter an. Doch weiter wagte er nicht zu gehen. Noch nicht!
Seit drei Jahren arbeitete Tom mit Jeanette zusammen. Sie war anfänglich nur eine Kollegin, doch nach kurzer Zeit wurde sie auch eine Freundin für ihn. Sie verstanden sich von Anfang an hervorragend, konnten über dieselben Witze lachen und tauschten auch nach und nach immer mehr persönliche Dinge aus. Nach Jeanettes Beförderung zur Abteilungsleiterin machte sie Tom zu ihrem Assistenten, wo er sich primär um den reibungslosen Ablauf im Büro kümmerte, Termine vereinbarte und quasi „Mädchen für alles“ für Jeanette war. Er war sehr glücklich mit seiner Arbeit, da sie es ihm erlaubte, noch genügend Freizeit für sich zu haben. Zudem arbeitete er gerne für Jeanette. Denn die gegenseitige Sympathie änderte sich auch nach ihrem beruflichen Aufstieg nicht, sodass sie neben der beruflichen Zeit, die sie miteinander verbrachten, weiterhin auch gelegentlich einen After-Work-Cocktail trinken gingen oder sogar etwas mit ihren Partnern unternahmen. Jeanette war 38 Jahre und verheiratet. Mit ihren dunklen, langen Haaren, der weiblichen Figur und ihrem hervorragend Geschmack sich zu kleiden, hab es trotz ihres Alters kaum einen Mann und auch nur wenige Frauen, die sich nicht nach ihr umschauten. Durch regelmäßigen Sport, hielt sie ihre Figur in Form und betonte sie, durch die Auswahl entsprechender Kleider, Röcke, Blusen, Hosen und Anzüge. In der Firma trug sie stets klassische Kleidung. Die Röcke bis kurz über dem Knie, Blusen hochgeschlossen oder zumindest ohne zu tiefen Ausschnitt und ihre Kostüme betonten zwar ihre weiblichen Formen, ohne jedoch zu viel zu zeigen. In der Freizeit geizte sie dagegen nicht mit ihren Reizen: die Röcke waren kürzer, die Oberteile zum Teil tief ausgeschnitten und die Hosen eng anliegend.
Jeanette hatte eine wahnsinnige Ausstrahlung, gepaart mit einem Hauch von Erotik und sie setzte ihre Reize auf subtile Art und Weise ein. Sicherlich verhalf ihr dies auch zu dem einen oder anderen beruflichen Erfolg. Trotz ihrem geschäftlichen Verhandlungsgeschick, wo sie auch mal hart durchgriff, war sie wie ein echter Kumpel, hatte immer ein offenes Ohr und man hatte das Gefühl, ihr alles erzählen zu können – jedenfalls für Tom, was seine freundschaftlichen Gefühle für sie erklärte. Ihr Mann Marc war Mitte vierzig, eher der einfachere, sportliche Typ und etwas zurückhaltend. Auch er war Tom auf Anhieb sympathisch gewesen, obwohl sie nicht so viele gemeinsame Gesprächsthemen hatten.
Und so kam es im April 2000 dazu, dass Tom von den beiden gebeten wurde, während ihres zweiwöchigen Urlaubs in der Wohnung, Jeanette und Marc lebten in einer schönen 4 Zimmer-Wohnung am Stadtrand von Berlin, nach dem Rechten zu sehen, den Briefkasten zu leeren und die Pflanzen zu gießen. In der ersten Woche fuhr Tom jeden Tag nach Dienstende zur Wohnung und legte die Post auf den Tisch. Am Freitag, nachdem er die Post abgelegt hatte, goss er die Pflanzen und war im Begriff zu gehen. Da überkam ihn eine unstillbare Neugier. Es fiel ihm schwer zu atmen und auf seiner Brust lastete ein tonnenschweres Gewicht. Mit unsicherem Schritt, aber einem enormen Adrenalinschub, ging er durch die Wohnung. Bisher musste er immer nur ins Wohnzimmer und die Küche, da die Pflanzen dort standen. Doch nun begann er die anderen Zimmer zu inspizieren. Das eine Zimmer schien ein Arbeitszimmer zu sein. Ebenfalls bewahrte Jeanette in mehreren Regalen ihre Schuhe auf. Tom hatte noch nie so viele Pumps und Stiefel in diversen Farben und Formen auf einem Fleck gesehen. Er blieb kurz stehen und nahm einen leichten Geruchsmix wahr, der offensichtlich vom Leder stammte und typisch für getragene Schuhe war. Er ging hinaus und versuchte die Tür des zweiten Zimmers. Sie war zu seiner Überraschung verschlossen. Es war etwas merkwürdig, machte ihn jedoch nur neugieriger. Tom ging weiter ins Schlafzimmer. Zwei große Spiegeltürenschränke rahmten das große Messingbett ein. Tom bemerkte auch hier einen speziellen Geruch. Er war fremd und gleichzeitig verführerisch. Sein Atem ging unregelmäßig und schneller. Der Reiz des Verbotenen war überwältigend. Vorsichtig öffnete er eine Tür nach der anderen, schob die schweren Schiebetüren beiseite und spähte hinein. Was er genau zu finden hoffte, war ihm in diesem Moment auch nicht klar. Sein Mut nahm mit jeder Minute zu und er begann intensiver die Schränke zu untersuchen. Als er den Schrank von Jeanette öffnete, berührte er jedes einzelne Kleidungsstück mit den Fingern und versuchte sich daran zu erinnern, ob er sie darin gesehen und wann sie es zuletzt getragen hatte. Plötzlich machte sich sein schlechtes Gewissen bemerkbar. Wie krank war es eigentlich, fremder Leute Schränke zu durchstöbern. Noch dazu von seiner Chefin, guten Bekannten und sogar Freundin. Doch dann öffnete er nebenbei eine weitere Schublade. Das schlechte Gewissen versank in einem Meer aus Erregung. Seine Hände zitterten und sein Atem ging schnell und heftig. In der Schublade befanden sich Korsagen aus edler Spitze, Leder und transparentem Material. Eine Schublade tiefer waren Spitzen-BH´s und passende Slips. Noch etwas tiefer fand er feine Nylonstrümpfe, Hüftgürtel und Strumpfhosen. In der untersten Lade befanden sich weiße High-Heels mit goldfarbenem Absatz und schwarze, hohe Lederbettstiefel. Was er sah, übertraf seine kühnsten Erwartungen.
Toms Blick fiel auf die Nachttische. Er wusste nicht welcher wem gehörte. Als er die Schublade des rechten Nachttisches, der zwischen einem der Spiegeltürenschränke und dem Bett stand, aufzog, stockte ihm der Atem. Dort lagen eine kleine Auswahl an Dildos und Vibratoren, Handschellen, Gleitmittel und eine Augenbinde.
Tom spürte die Erregung in seiner Hose. In seinen kühnsten Träumen hätte er nicht erwartet, das alles zu finden. Er konnte kaum glauben, dass Jeanette solche Dinge trug und benutzte. Oder hatte sie im Büro unter ihrer Businesskleidung etwa halterlose Strümpfe an? Trug sie vielleicht diesen verführerischen Spitzen-BH unter ihrer Bluse, wenn sie gemeinsam zum Mittagessen gingen? In seinem Rausch betrachtete Tom seine Kollegin auf einmal in einem ganz anderen Licht. Alleine die Vorstellung, dass sie diese Kleidung trug oder was sie mit den Toys gemacht haben könnte, stimulierte ihn in einer ungeahnten Art und Weise. Ihm fielen die unzähligen Pumps, Stiefel und Stiefeletten aus dem anderen Zimmer ein und es wurde ganz deutlich, dass er Jeanette noch nie ohne hohe Absatzschuhe gesehen hatte. Eine Ausnahme bildete natürlich der Sport. Jeanette nahm Tom ab und zu zum Laufen mit. Doch sie war extrem fit und es fiel ihm schwer, mit ihr Schritt zu halten. Aber ansonsten trug sie immer die hochhackigen Schuhe, die ihr, wie auch alles andere, perfekt standen. Alles was er nun sah, alles was er jetzt berührte und alles was sein Geruchssinn wahrnahm, erregte ihn in einem Maße, wie er es noch nie erlebt hatte. Ihm schwanden die Sinne und wie in Trance, ließ er sich auf die Knie sinken. Er war wie fremdgesteuert und konnte sich selbst beobachten, wie er sich langsam auszog und aller Kleider entledigte. Ein leichter Anflug von schlechtem Gewissen überkam ihn, doch in seinem Körper hatten die Hormone bereits die Kontrolle übernommen. Tom kniete mit seinen nackten Beinen auf dem weichen Teppich und streichelte sich selbst. Als er die Feuchte an der Spitze seines Gliedes spürte erschrak er. Aus Angst, Spuren zu hinterlassen, ging er in die Küche und griff nach einer Rolle Zewa. Nackt, wie Gott ihn erschaffen hatte, schlich er durch die Wohnung. In seinem Kopf schlugen die Gedanken Kapriolen. Wie konnte es ihn ihn so erregen, unbekleidet durch eine fremde Wohnung zu gehen? Tom ging wieder zurück ins Schlafzimmer und setzte sich vor Jeanettes Schrank. Er nahm einen Nylonstrumpf und streichelte sich über seinen Arm. Wie weich der Stoff war. Dann holte er einen der Stiefel heraus. Wie oft hatte er davon geträumt, eine Frau in solchen Stiefeln zu sehen und jetzt stellte sich heraus, dass seine Kollegin, von der er es niemals gedacht hatte, eine so erotisch-aufgeschlossene Frau war und sich offenbar an einer Vielzahl von Sex-Toys erfreute.
Völlig enthemmt fing Tom an, sich den schwarzen Seidenstrumpf anzuziehen. Als er auch den zweiten über sein Bein gerollt hatte, suchte er sich einen Strapsgürtel, legte ihn an und befestigte die Strümpfe daran. Danach streifte er sich einen BH (Körbchengröße D) über und betrachtete sich im Spiegel. Der Anblick erschreckte und erregte ihn gleichzeitig. Was war nur mit ihm los? Seine Erektion stand mit einer Festigkeit und wurde umrahmt von schwarzer Spitze und Nylon. Wieder traten Zweifel und schlechtes Gewissen einen Schritt in den Vordergrund und sein Magen krampfte sich zusammen. Doch nun war er schon so weit gegangen, dass es auch nicht mehr darauf ankam. Er wollte die Gunst der Stunde nutzen, das er die Wohnung für sich alleine hatte und musste selbst sehen, welche Fantasien in der Realität ebenso reizvoll waren wie in seinem Kopf.
Zuerst nahm er die weißen High-Heels, zwängte sich hinein und wackelte noch etwas unsicher im Zimmer und vor dem Spiegel umher. Ab und zu streichelte er sich dabei selbst und umfasste sein steifes Glied. Dann entschied Tom, die hohen Lederstiefel, deren Absätze etwa 12 cm betrugen, zu probieren. Auch die Stiefel waren eine Nummer zu klein, sodass er sich ein wenig quälen musste, um hinein zu schlüpfen. So gekleidet ging er wieder vor dem Spiegel auf und ab. Nach ein paar Minuten schmerzten ihn seine Füße und er kniete sich vor den offenen Schrank. Der Geruch, der aus ihm herauskam, stimulierte ihn zusätzlich. Zuerst wollte Tom die Stiefel wieder ausziehen, doch eine Stimme in seinem Kopf befahl ihm, sie anzulassen und die Schmerzen zu ertragen. Er stellte sich eine Domina vor, die ihn zwang, ihre zu engen Schuhe zu tragen und die Kombination aus realem Schmerz und fiktiver Dominanz führte zu lustvollen Schüben, die durch seinen Körper liefen und sich in der Mitte konzentrierten. Tom war kurz davor, jegliche Kontrolle über seinen Körper zu verlieren. Und so stimuliert, war es nur noch ein kleiner Schritt, die letzten Hemmungen abzulegen und jegliches Schamgefühl beiseite zu schieben. Er nahm einen Vibrator und drehte am Rädchen an seinem Ende. Ein leises Summen ertönte und er begann in seiner Hand zu vibrieren. Tom streichelte sich über seine Brustwarzen und erschauderte bei der Berührung. Noch nie hatte er solche Lust empfunden. Nachdem er sich eine Weile selbst verwöhnte hatte, schaltete er den Vibrator aus und betrachtete ihn von Nahem. Wo war er schon überall gewesen? Hatte sich Jeanette damit selbst befriedigt? Hatte sie ihn sich eingeführt? Tom konnte der Versuchung nicht widerstehen. Er roch vorsichtig daran. Er nahm einen eigenartigen Duft war. Es lag eine Mischung aus Süße und Bitterkeit in dem unbekannten Geruch. Dann berührte er den Schaft leicht mit seiner Zungenspitze. Es schmeckte so wie es der Duft erwarten hatte lassen. Völlig in Ekstase nahm er die Spitze des Vibrators in den Mund. Er stellte sich vor, dass SIE ihn vorher benutzt hatte und die Vorstellung erregte ihn über die Maßen. Tom begann sich mit einer Hand selbst zu befriedigen, während er mit der anderen Hand den Vibrator über seinen Körper gleiten ließ und immer wieder zu seinem Mund führte. Es dauerte nicht lange bis er seinen Samen in ein Zewa spritzte und er überwältigt vom Orgasmus und schockiert über seine Tat erschöpft sich zurückfallen ließ und auf dem Boden lag. Dabei blickte er an die Decke. Über und vor dem Bett waren Haken in der Decke angebracht, die ihm zuvor nicht aufgefallen waren. Seine Fantasie schlug regelrecht Kapriolen bei der Vorstellung, wozu diese Haken dienen könnten und lenkten ihn von der großen Wolke des schlechten Gewissens ab. Doch es war nur von kurzer Dauer und ließ ihn nach kurzer Zeit die Sachen vorsichtig ausziehen. Er überprüfte sie auf Spuren und verstaute sie wieder im Schrank. Dann reinigte er den Vibrator und legte alles wieder zurück. Erhitzt und der Meinung jeder könne ihm ansehen was er gerade gemacht hatte, verließ er schnell die Wohnung und eilte zu seinem Auto.
In dieser Nacht schlief Tom zwar unruhig, doch bereits am nächsten Tag schwand das schlechte Gewissen und die Sehnsucht nach dem Kick, den er erlebt hatte, begann zu wachsen. Doch auch seine Selbstzweifel waren enorm. War er so pervers, dass er in anderer Leute Schränke wühlen und ihre Sachen durchstöbern musste? Was stimmte nicht mit ihm, dass ihn das Tragen von Frauenkleidern scharf machte? Er hatte das Gefühl mit seiner Verwirrtheit ganz alleine zu sein. Es gab niemandem, mit dem er über das was ihn bewegte sprechen konnte. Das Wochenende verrann zähflüssig. Immer noch total verwirrt und hin- und hergerissen, fiel es ihm am Montag schwer, seiner Arbeit nachzugehen und auch zu Hause konnte er kaum einen klaren Gedanken fassen. Er wusste, er musste wieder in die Wohnung. Wenigstens um den Briefkasten zu leeren. Doch viel schlimmer: wie sollte er Jeanette unter die Augen treten? Wie sollte es weitergehen?
Nach der zweiten Woche, Jeanette war aus dem Urlaub zurück, brachte Tom sie mit seinem Wagen nach Hause. Er hatte es geschafft, die Wohnung zu betreten, um die Post zu versorgen, ohne erneut der Versuchung zu erliegen. Ebenso war die erste Begegnung mit Jeanette weniger unangenehm, wie gedacht. Und als sie ihn noch mit rauf bat, weil sie ihm die Urlaubsbilder zeigen wollte, waren seine Gedanken fast unbelastet. Tom dachte sich nichts dabei. Sie saßen im Wohnzimmer, tranken einen Cappuccino und lachten über ein paar witzige Urlaubsanekdoten, als Jeanette sich kurz entschuldigte. Ein paar Minuten später hörte er ihre Stimme aus dem Schlafzimmer rufen. Er ging zu ihr. Kurze Erinnerungsblitze an seine Taten schossen ihm durch den Kopf, als er das Schlafzimmer betrat. Sie saß auf dem Messinggestell am Bettende, den Rücken ihm zugewandt. ´Ich möchte Dir gerne etwas zeigen.´ sagte sie. Er trat neben sie und in diesem Moment schlug sie die Bettdecke zurück. Dort lagen die schwarzen Lederstiefel, die weißen High-Heels, der Vibrator, der BH, der Strapsgürtel und ein paar Seidenstrümpfe. Tom wurde bleich und spürte, wie seine Knie weich wurden, sagte aber nichts. Jeanette blickte ihn streng an. ´Hast Du mir nichts zu sagen?´ fragte sie ihn und ihre Stimme war ebenso streng wie ihr Blick. Tom fing an zu stottern, brachte aber keinen vollständigen Satz raus. Gedanken über sein Verhältnis zu Jeanette als Bekannte, Kollegin, Vorgesetzte kreisten und überschlugen sich. Er wusste keinen Ausweg und senkte den Blick zu Boden. Ihr Blick ließ sein Blut in den Adern gefrieren. ´Entschuldige bitte. Es tut mir furchtbar leid. Ich weiß, dass es unverzeihlich und auch unerklärlich ist. Ich weiß selbst nicht, wie es dazu kommen konnte und was ich zu meiner Entschuldigung sagen soll.´ stammelte er zusammen. Dann sah er sie mit unterwürfigem Blick an. ´Wie … hast … Du …? Woher wusstest Du...´ stammelte er weiter, doch Jeanette unterbrach ihn. ´Ich verzeihe Dir.´ sagte sie ´Aber nur, wenn Du mir die Wahrheit sagst und mir alles erzählst! Und lüge mich nicht an. Ich würde es merken.´ Tom musste sich setzten und ließ sich auf den Boden sinken. Wie sollte er ihr gestehen, was er getan hatte? Er konnte ihr nicht mal jetzt in die Augen schauen, geschweige denn etwas sagen.
Als Tom auch nach Minuten noch kein Wort herausgebracht hatte und nur beschämt den Blick nach unten gerichtet hielt, stand Jeanette auf. ´Komm mit.´ sagte sie und ihre Stimme klang schon viel sanfter. Im Wohnzimmer schenkte sie ihm einen Whiskey ein und wartete, bis er ihn getrunken hatte. Der Alkohol wärmte seinen Hals und seine Seele. Nach einem zweiten Glas fand er endlich den Mut, ihr seine Geschichte zu erzählen. Langsam formten sich Worte in seinem Mund und er beichtete alles. Als er geendet hatte, strich sie ihm durchs Haar und sagte ´Siehst Du, es war doch nicht so schwer. Das hast Du gut gemacht. Und jetzt darfst Du nach Hause fahren.´ Er konnte sie nur verwirrt und völlig verständnislos ansehen. Mit allem hatte er gerechnet, nur nicht damit. Und wie sie es herausgefunden hatte, verriet sie ihm natürlich auch nicht.

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Kommentare

Bild des Benutzers sorrow

Sehr einfühlsam und stimmig geschrieben.
Ich finde die Wendung am Ende sehr gut und ich bin gespannt, wie sie es heraus gefunden hat, was sie noch vorhat, was mit ihrem Mann und seiner Frau ist, und und und.
*tief Luft holt* So viele Fragen.
Also schreib schnell weiter.

Bild des Benutzers deepthroat1969

Vielen Dank!
Ich hoffe, ich kann die Erwartungen erfüllen (auch wenn ich das eine oder andere Geheimnis vielleicht nicht so schnell lüften kann) ;o)
LG

Bild des Benutzers BML

Und der Anfang gefällt mir. Er schlägt schonmal Themen an und ich bin gespannt.... Ich kann mir schon denken wie sie es rausbekommen hat... :) aber mal sehen. Ich freue mich jedenfalls schon..

Bild des Benutzers deepthroat1969

Obwohl ich bereits am 3. Buch schreibe, muss ich die ersten Kapitel vor Veröffentlichung noch mal etwas überarbeiten. Werde mich aber bemühen, dies zügig zu erledigen ;o).
Kapitel 2 wird heute eingestellt.
 
LG

Bild des Benutzers sk_adam

hallo deepthroat,
das ist eine schöne Geschichte, du solltest sie bald fortsetzen.
lg
adam

Bild des Benutzers Velet Maleah

Der erste Teil hat mir sehr gefallen. Ich werde auf alle Fälle weiter drann bleiben. Sehr gut geschrieben!

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