Daemon II

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Vorwort:
Die Geschichte bewegt sich stark im Fantasybereich, und ist natürlich auch nur das: Phantasie.
Ich freue mich über jegliche Kritik, mag sie noch so scharf sein, wenn sie konstruktiv bleibt.

(c) Realitätsfremd. Bitte verbreitet diese Geschichte nicht weiter.

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Was für ein Traum. Sie blinzelte, konnte aber vor Müdigkeit ihre Umgebung nicht wirklich erkennen. Wieso träumte sie davon, dass der Dämon sie gefordert hatte? Wieso, dass sie sich ihm hingegeben hatte?

Sie wollte sich herumdrehen, riss dann die Augen auf. Sie lag viel zu weich. Die Umrisse des Zimmers waren immer noch verschwommen, aber es war das Zimmer in der Burg. Alarmiert schreckte sie hoch – oder wollte es zumindest. Ihre Hände waren ans Bett gefesselt worden. Verzweifelt riss sie an den Seilen, tat sich dabei aber nur selbst weh. Dann versuchte sie die Knoten zu lösen, schaffte es aber nicht, mit den Fingern oder Zähnen auch nur in die Nähe der Knoten zu kommen.

Kalter Schweiß überzog ihren Körper und sie hatte keine Möglichkeit sich zumindest über die Stirn zu wischen. Sie wusste nicht, wie lange sie an den Fesseln gezerrt hatte, bis sie schließlich schwer atmend aufgegeben hatte. Jetzt spürte sie, wie eine Träne quälend langsam über ihr Gesicht kroch. Eine Stimme in ihrem Kopf lachte sie aus. Nicht nur, dass er in der Nacht bei ihr war, und es ihr gefallen hatte, nein, jetzt weinte sie auch noch, statt zu versuchen sich zu befreien. Als hätten die Gedanken ihr neue Kraft gegeben fing sie wieder an, an den Seilen zu ziehen.

„Du wirst dich nicht befreien können.“

Ihr Kopf schnellte herum. Er saß am Tisch, lächelte. Seine Stimme war ruhig, und angenehm weich. Aber wieso hatte er gestern nicht gesprochen?

„Du kannst es aber weiter versuchen, ich sehe dir gerne dabei zu.“

Es machte ihm Spaß, zu sehen, wie hilflos sie war? Sie blieb ruhig liegen, versuchte ihn nicht anzusehen. Nach einer Weile hörte sie einen übertriebenen Seufzer, bemerkte dann, dass er zu ihr kam. Er setzte sich neben sie aufs Bett. Seine Finger strichen über ihre Stirn, waren immer noch viel zu kalt. Es war Sommer, warum hatte er so kalte Hände?

„Warum habt Ihr mich gefesselt, Herr?“ Sie versuchte so unterwürfig wie möglich zu klingen.

Er lachte.

„Damit du dir nicht weh tust, Mädchen. Du wärst nicht die Erste, die versucht nach der ersten Nacht aus dem Fenster zu springen.“

Aus dem Fenster springen? Sie hatte die Treppenstufen nicht gezählt, aber sie war sich sicher, dass das nicht gut enden würde.

„Das hatte ich nicht vor, Herr.“

„Das habe ich bemerkt. Dafür kämpfst du zu sehr.“ Furcht machte sich in ihr breit, als sie das Messer in seiner Hand sah. Sie konnte nicht ausweichen, nicht weglaufen, die Angst schnürte ihr die Kehle zu, dass sie ihn nicht einmal um Gnade bitten konnte.

Dann zerschnitt er die Fesseln. Seine Berührung war vorsichtig, sanft, als er die Überreste des Seiles von ihren Handgelenken entfernte. Dass es trotzdem weh tat, erklärte sich ihr erst, als sie ihre Handgelenke ansah. Die Haut war aufgescheuert und blutig.

„Du erlaubst?“

Er deutete einen Handkuss an, sah sie fordernd an. Sie wusste weder was er meinte, noch warum er so freundlich war und zuckte mit den Schultern. Wenn er etwas wollte, würde er es sich nehmen, dessen war sie sich sicher.

Vorsichtig, fast schon sanft küsste er ihr Handgelenk. Seine Zunge fuhr über die Verletzung, so sanft, dass sie kaum Schmerzen dabei fühlte. Er begann vorsichtig an den wund gescheuerten Stellen zu saugen, fuhr dabei immer wieder mit der Zunge über ihre Haut.

Sie fühlte sich hin und her gerissen. Einerseits wollte sie nichts sehnlicher, als zurück zu weichen, vor ihm zu fliehen, und andererseits war es angenehm, wie er jetzt ihre Handgelenke mit Küssen bedeckte. Sie wagte es nicht, sich zu bewegen, bis er von ihr abließ.

„Komm.“

Sie folgte ihm durch die fremde Burg, wusste nicht, wohin er sie führte. Nicht in den Garten, weiter nach oben. Er öffnete eine Tür und eine Mischung an Gerüchen kam ihr entgegen. Verschiedene getrocknete Kräuter hingen in Bündeln von der Decke, unzählige Stoffbeutel in unterschiedlichsten Farben lagen in einem der drei Regale, die den Raum ausfüllten. Im nächsten standen Tontöpfe und kleine Tonfläschchen und auch wenn sie es nicht lesen konnte, war sie sich sicher, dass es Schriftzeichen waren, die sie zusätzlich zierten. Die Farben dienten wohl dazu, die Kräuter auseinander zu halten. Im dritten Regal standen einige Holzkästchen und Kisten, die allerdings alle geschlossen waren. Einige der Kräuter erkannte sie, sammelte sie doch selbst seit Jahren welche. Aber eine so große Sammlung hatte sie noch nie gesehen.

Er suchte eines der Tongefäße aus, nahm es aus dem Regal. Bevor er etwas sagen musste streckte sie die Arme aus, ließ zu, dass er die Salbe darin auf die Wunden strich. Es war seltsam beruhigend zu fühlen, wie seine Finger sanft über ihre Haut glitten. Als sie den Kopf hob und seinen Gesichtsausdruck sah verstärkte sich das beruhigende Gefühl. Er sah nur auf ihre Hände, wirkte dabei fast schon besorgt.

Sie war beinahe enttäuscht, als er das Tongefäß zurück ins Regal stellte und sich die Finger an einem Tuch abwischte.

„Du bist bestimmt hungrig.“

Daran etwas zu essen, hatte sie bisher nicht einmal gedacht, jetzt aber merkte sie, dass sie durchaus Hunger hatte. Sie nickte.

Er schloss die Tür. Wieder führte er sie durch die Burg, bis sie in der Küche ankamen.

„Du wirst alles finden, was du braucht.“ Er öffnete eine weitere Tür, hinter der sich ein Vorratsraum befand. „Du kannst kochen, oder?“

Wieder nickte sie nur.

„Gut. Ich erwarte jeden Tag frisches Brot und außerdem eine warme Mahlzeit zur Abenddämmerung. Was du kochst ist deine Sache.“

Ein weiteres Nicken war ihre einzige Antwort. Jetzt blieb nur zu hoffen, dass ihre Kochkünste ihm genügten. Als er nichts weiter sagte, inspizierte sie die Speisekammer, stellte fest, dass es kein Brot gab und suchte die Zutaten dafür zusammen.

Während sie buk, war er am Tisch sitzen geblieben und hatte ein Buch aufgeschlagen. Immer wieder hatte sie das Gefühl, dass er sie beobachtete, wenn sie jedoch verstohlen in eine Richtung sah, schien er immer in seine Lektüre vertieft.

Nachdem das Brot im Ofen war – Holz dafür hatte zum Glück bereit gelegen – wusste sie nicht, was sie am Besten tun sollte. Sie ging noch einmal durch den Vorratsraum, versuchte sich einzuprägen, was sie alles zur Verfügung hatte und ging dann wieder in die Küche. Nicht dass er glaubte, sie würde etwas zu Essen stehlen, wenn sie zu lange blieb.

„Setz dich.“

Er deutete auf den Stuhl ihm gegenüber, legte das Buch beiseite. Was wohl darin stand? So neugierig sie auch war fand sie sich damit ab, dass sie es so schnell nicht erfahren würde. Ihn zu fragen wagte sie nicht und lesen konnte niemand im Dorf.

Eine ganze Weile lang herrschte Schweigen. Sie wagte es nicht, ihm in die Augen zu sehen, studierte stattdessen die Maserungen der Tischplatte. Nach einer Weile griff er zu einem Krug, der auf dem Tisch stand und schenkte etwas in einen Becher um ihr diesen zu reichen.

Dankbar trank sie einen Schluck. Wie trocken sich ihr Mund angefühlt hatte, bemerkte sie erst jetzt.

„Du darfst dir jederzeit etwas aus der Küche nehmen, wenn du hungrig oder durstig bist.“

Erstaunt blickte sie in sein Gesicht, sah keine Anzeichen für einen Scherz in seiner Miene.

„Keinem von uns ist geholfen, wenn du zu schwach wirst.“, fügte er erklärend hinzu. „Denk nur immer daran, dass du mir Bescheid sagst, wenn etwas knapp wird.“

Sie nickte. So viel Freiheit hatte sie nicht erwartet. Vielleicht war er nicht das Monster, das er zu sein schien? Sie betrachtete ihn unauffällig. Obwohl er immer noch unnatürlich blass war, erschien er ihr in den dunkelblauen Roben, die er heute trug nicht ganz so unheimlich. Trotzdem: Er hatte ihr Blut getrunken, heute morgen und in der Nacht.

„Herr?“, begann sie vorsichtig.

Eine kreisende Handbewegung bedeutete ihr, weiter zu sprechen.

„Was habe ich sonst noch für Aufgaben?“

Er lachte leise. Ein raues Lachen, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte.

„Ist dir das nicht genug?“ Nach einer kurzen Pause sprach er weiter. „Ich erwarte, dass du immer hübsch heraus geputzt bist. In deinem Schrank sind einige Kleider, falls du andere willst, frag mich. Einen Kamm wirst du dort auch finden.“

Bei seinen Worten verzog sie das Gesicht. Noch trug sie die Schürze, die sie sich zum Backen umgebunden hatte, und daran sich die Haare zu kämmen hatte sie nicht einmal gedacht. Wie sie wohl aussehen musste!

„Du wirst auf keinen Fall das Burggelände verlassen. Ich erwarte, dass du keinerlei Dummheiten machst.“

Er strich über ihre Wange, hob dann ihr Kinn an. Als sie in sein Gesicht sah, lächelte er sanft. „Außerdem wirst du mir jede Nacht zu Diensten sein.“

Sie schluckte, dachte an die vergangene Nacht.

„Wenn du willst, nehme ich dir währenddessen deine Furcht, wie letzte Nacht.“

Langsam schüttelte sie den Kopf. Auch wenn es dadurch angenehmer werden würde, fürchtete sie doch, dass er Dinge mit ihr tun könnte, die sie nicht wollte. Und dann könnte sie sich nicht wehren.

„Den Rest deiner Zeit kannst du einteilen wie du willst. Falls du etwas brauchst, frag mich.“

„Danke, Herr.“, flüsterte sie.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, in der sie beide schwiegen. Sie wagte es nicht, ihn anzusprechen, sah nicht einmal vom Tisch auf, konnte aber dennoch seinen Blick auf ihr spüren.

Verstohlen beobachtete sie, wie er schließlich aufstand, nur um kurz danach an den Tisch zurück zu kehren. Er ließ einen Lederbeutel zwischen sie beide fallen. Neugierig sah sie zu, wie er diesen öffnete und runzelte dann die Stirn. Er strich das Leder glatt und sie konnte die Linien die darauf eingezeichnet waren deutlich erkennen. In der Mitte des Musters lagen einige Steine.

Sie kannte das Spiel, konnte sich aber nicht erklären, warum ein Adliger sich mit einem so einfachen Spiel beschäftigen konnte. Sollte er nicht Schach spielen? Und die wichtigere Frage war, warum wollte er mit ihr spielen?

„Schwarz oder weiß?“

Sie hob den Blick, sah ihn kurz an. Er wirkte so ruhig. Und auch wenn er heute dunkel gekleidet war...

„Schwarz.“

Sein Anblick von gestern war ihr noch gut genug in Erinnerung, dass sie nicht weiß spielen wollte. Weiß, die Farbe der Unschuld. Die Farbe in der er sie geholt hatte.

Sie sammelte eilig ihre Spielsteine ein, schob ihm dann die anderen zu.

Er machte schon zu Anfang des Spiels einen entscheidenden Fehler, der ihn den Sieg kosten würde. Etwas nervös, überdachte sie ihre Züge, und ließ ihn immer wieder Steine von ihr schlagen. Er war nun mal ein Adliger und Adlige gewannen immer. Als sie ihren letzten Zug machte, nachdem er unweigerlich gewinnen musste, hielt er ihre Hand fest.

Erstaunt sah sie zu ihm auf, bemerkte, dass er offensichtlich amüsiert war.

„Damit wäre geklärt, dass du klug genug bist, um zu verlieren. Aber bist du auch klug genug um mich zu besiegen?“

Sie zögerte einen Augenblick, sammelte dann ihre Steine wieder ein.

Als sie das nächste Spiel gewann, zwinkerte er ihr tatsächlich zu. „Gut gemacht.“

Nervös sah sie zu, wie diesmal er die Spielsteine sortierte. War es wirklich sinnvoll, ihn noch einmal zu besiegen? Nach drei Zügen stellten sich ihre Zweifel als unwichtig heraus.

Er gewann das Spiel. Und er gewann die drei folgenden Spiele. Sie starrte das Spielfeld an, auf dem nur noch eine ihrer Figuren zu sehen war. Wie hatte er sie so schnell besiegen können?

Sie schrak zurück, als sie seine Berührung an seiner Wange spürte und bereute es sofort. Als hätte er es nicht gemerkt, strichen seine Finger weiter zu ihrem Kinn, hoben es an, bis sie in seine Augen blickte.

„Es macht keinen Spaß zu gewinnen, wenn es keine Herausforderung ist.“

Wieso war er so freundlich? Und warum erklärte er im Dorf nicht, dass es harmlos war ihm zu dienen? Er verlangte weniger als die meisten Herren. Sie hatte immer gedacht, es käme einem Todesurteil gleich, von ihm geholt zu werden. Aber bisher … oder wog er sie nur in Sicherheit?

Sie spielten noch eine Weile – und sie schaffte es tatsächlich, zweimal zu gewinnen – bis das Brot fertig war. Während sie es auskühlen ließ, machte sie sich schon an die Vorbereitungen für das Abendmahl. Es würde lange dauern und sie wollte auf jeden Fall rechtzeitig fertig sein.

Er war indessen wieder in das Buch versunken.

Schließlich war sie fertig und stellte etwas verunsichert eine Schüssel vor ihn. Es sah gut aus, und ihr lief das Wasser im Munde zusammen, aber gleichzeitig wusste sie nicht, ob es gut genug für ihn war. Ob eine so einfache Mahlzeit für ihn genügen würde?

Er sah zu ihr, dann zu der Schüssel.

„Ist das Essen vergiftet?“

Entsetzt starrte sie ihn an. Wie konnte er denken, dass sie es vergiften würde? Wie konnte er ihr das vorwerfen?

„Nein, Herr.“ Sie konnte ein Zittern nicht unterdrücken.

„Warum hast du dir dann nichts genommen?“

„Weil … es sich nicht ziemt, gleichzeitig mit Euch zu essen.“

Er belohnte sie mit schallendem Gelächter.

„Glaubst du, das kümmert mich?“

Er wartete ab, bis sie ihm gegenüber Platz genommen hatte und selbst gekostet hatte.

„Genießbar?“

Sie nickte. Es war köstlich. Nicht nur dass sie es gewagt hatte, etwas von den Gewürzen zu nehmen, die er in großen Mengen vorrätig hatte, sie hatte auch seit mehr als einem Tag nichts mehr zu sich genommen.

Als er den ersten Bissen probierte, beobachtete sie ihn, aß dann beruhigt weiter, als er keine Einwände zu haben schien.

 

Während sie abspülte, war er wieder mit dem Buch beschäftigt. Irgendwie musste sie herausfinden, was er las. Aber zunächst war die Arbeit zu erledigen, also schrubbte sie den Topf. Nur eine Magd. Sie hätte nie gedacht, dass das alles war. Sie erzählten, dass er das Blut der Jungfern trank, die er sich holte. Ein Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht. Nunja, gewissermaßen stimmte es, aber es war doch weitaus harmloser, als sie gedacht hatte.

Nachdem sie fertig war, wusste sie nicht, was genau sie tun sollte. Vermutlich wäre es am Besten, wenn sie sich zu ihm setzte. Noch bevor sie den Tisch erreichte, legte er das Buch beiseite und stand auf, begleitete sie in ihr Zimmer.

 

Er streckte ihr seine Hand entgegen und etwas unsicher ergriff sie sie. Einen Moment verharrten sie so, dann zog er sie in seine Arme. Sofort versteifte sie sich. Es war fast dunkel, was seine Augen noch schwärzer erscheinen ließ. Bevor sie wusste, was sie tun sollte, küsste er sie. Es fühlte sich falsch an. Sie wusste, dass sie sich nicht wehren durfte, ihn nicht von sich stoßen durfte, aber sie hätte nichts lieber getan. Sie hatte das Gefühl, dass er alles wiederholte, was er auch am Tag zuvor getan hatte, aber es fühlte sich so anders an. Seine Berührungen ließen sie zusammen zucken, seine Küsse wirkten so kalt und grausam. Und obwohl sie nichts erwiderte, hörte er nicht auf, sie anzufassen. Als sie bemerkte, dass ihr Körper tatsächlich auf ihn reagierte, bekam sie es mit der Angst zu tun. Konnte sie denn gar nichts tun?

Sie blieb wie versteinert sitzen, sah zu, wie er sich seiner Robe entledigte. Sie konnte nicht weg rennen, sie konnte nicht verhindern, dass er gleich in sie dringen würde. Und sie wusste, dass es sich kalt anfühlen würde.

Doch statt sie sofort in die Laken zu drücken, legte er sich selbst aufs Bett, streckte ihr dann die Hand entgegen.

„Komm.“

Er zog sie zu sich, bis sie über ihm kniete. Seine Hände waren an ihren Hüften, streichelten dort, fingen dann an, sich weiter über ihren Körper zu bewegen. Als er gerade dabei war, ihre Brüste mit Küssen zu überdecken und immer noch nicht in sie gedrungen war – und das, obwohl sie direkt über ihm kniete – dämmerte ihr, dass er sie nicht nehmen würde. Dass er so lange weitermachen würde, sie zu streicheln, bis sie nachgab. Aber warum?

Ängstlich ließ sie sich etwas tiefer sinken. Seine Hände waren jetzt wieder an ihren Hüften, führten sie, ohne sie zu etwas zu zwingen. Sie konnte spüren, wie sie ihn immer weiter in sich aufnahm. Sie hatte recht gehabt, es fühlte sich kalt an.

„Warum?“ Sie bemerkte, wie ihr Tränen in die Augen stiegen.

Seine Hände hörten auf über ihre Hüften zu streicheln und sie begegnete seinem Blick.

„Weil ich dir einen Gefallen tun wollte.“

Ohne eine Vorwarnung rollte er sie zur Seite bis er über ihr lag. Er küsste sie, während er zwei, dreimal in sie stieß. Sie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie war doch keine Jungfer mehr, warum tat es trotzdem noch weh?

„Ist dir das lieber?“

Sie zuckte bei seinen Worten zusammen und schüttelte ängstlich den Kopf. Die Tränen verwischten alles in ihrem Sichtfeld.

Sie spürte, wie seine Hand über ihren Körper wanderte, bei den Brüsten inne hielt und begann diese zu kneten. Dann begann er wieder sich in ihr zu bewegen.

Das war zu viel. Sie wollte sich nur noch zusammen kauern und sich vor ihm verstecken. Warum hörte er nicht auf? Sah er nicht, dass sie weinte? Sah er nicht, dass er ihr weh tat?

„Bitte.“

„Bitte was?“ Sie hatte das Gefühl, dass er gröber wurde, während er sprach.

„Ihr tut mir weh.“

Sie zuckte zusammen, als er sich zu ihr herunter beugte und sie seine Lippen an ihrem Ohr spüren konnte. Er lachte. Sie wusste nicht, ob sie jemals etwas grausameres gehört hatte, als dieses leise Lachen.

„Wehr dich, oder ich werde dir noch mehr weh tun.“

Sie konnte sich nicht bewegen, wusste nicht ob sie sich seine Worte eingebildet hatte oder nicht.

Erst als er das nächste Mal in sie drang – noch tiefer und schmerzhafter als zuvor – erwachte sie aus ihrer Starre. Sie wand sich unter ihm, versuchte, ihn von sich zu drücken. Sie flehte ihn an, von ihr abzulassen, erntete nur ein Lachen. Sie begann ihn anzuschreien, nach ihm zu schlagen, ihn zu kratzen, zu beißen. Endlich reagierte er. Sie hatte schon gedacht, dass sie tun könnte, was sie wollte, er würde nicht ablassen. Jetzt spürte sie, wie er durch ihr Haar fuhr, als sie versuchte, in seinen Hals zu beißen. Mit einem Ruck riss er ihren Kopf an den Haaren zurück, seine andere Hand schloss sich um ihre Kehle. Ihre Hände umklammerten Seine, sie wollte ihn wegdrücken, konnte kaum noch atmen. Noch immer hatte er nicht von ihr abgelassen, jede seiner Bewegungen brachte ihr neue Schmerzen. Sie fühlte ihren Puls immer deutlicher unter seinen Fingern und langsam legte sich ein Schleier über ihre Sicht. Sie hörte sein Stöhnen, versuchte flacher zu atmen, um nicht bewusstlos zu werden.

Dann ließ er von ihr ab. Sie begann zu husten, sobald er seine Hand weggenommen hatte, fuhr behutsam mit ihrer Hand über ihren Hals. Dann rutschte sie so weit von ihm fort, wie möglich, behielt ihn ängstlich im Auge. Er hatte sie fast umgebracht!

Im Kerzenlicht konnte sie seine Augen nicht sehen, sah nur, wie er mit einer Hand über seine Schulter fuhr, und dann leise lachte. Bevor sie weiter von ihm wegrücken konnte, hatte er nach ihrer Hand gegriffen, legte diese an seine Schulter. Sie fühlte ein paar Vertiefungen in seiner Haut, die einen Halbkreis bildeten. Hatte sie so fest zugebissen? Er hatte gesagt, sie solle sich wehren, aber offensichtlich war sie zu weit gegangen.

Wieder fühlte sie seine Hand in ihren Haaren, diesmal zog er ihren Kopf jedoch weitaus sanfter zurück, während er die andere Hand an ihrem Rücken hatte und sie näher zu sich zog. Sie begann zu zittern, hatte keine Kraft mehr sich zu wehren. Er würde sie dafür zahlen lassen, dass sie ihn verletzt hatte, würde ihr wehtun. Sie spürte, wie wieder Tränen in ihre Augen traten, fühlte, wie er sie fest an sich drückte, fühlte, wie ihre Brüste an seine Brust gedrückt wurden.

Dann waren seine Lippen auf ihrem Hals. Sie konnte ihn nicht einmal mehr anflehen, hing hilflos in seinen Armen. Sie fühlte, wie er begann zu saugen. Sie wusste nicht, wie lange es dauerte, aber als er sie schließlich losließ, fühlte sich die Stelle an ihrem Hals wund an. Wenigstens konnte sie keine Verletzungen erfühlen, als sie darüber strich.

Sie ließ ihn nicht aus den Augen, als er aufstand, seine Kleidung aufhob und sich anzog. Es war vorbei. Zumindest für diese Nacht. Bei dem Gedanken fing sie wieder an zu zittern.

„Schlaf jetzt.“

Er wartete ab, bis sie sich zugedeckt hatte, dann blies er die Kerzen aus und ging. Sobald sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, kauerte sie sich unter der Decke zusammen und begann zu schluchzen. Ihre Hand fuhr zwischen ihre Beine, blieb schützend dort liegen. Sie wollte nicht, dass er sie noch einmal berührte.

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Weiter zu Teil 3: http://bdsm-geschichten.net/daemon-3

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Kommentare

Bild des Benutzers SO-Dom

...hätte sicher große Freude an dieser Maid. Der ich den Schlusssatz nicht abnehme. Aber das werden wir ja sehen.

Präzise und sehr nachvollziehbar geschrieben. Ich freue mich sehr auf mehr. Toll aufgebaut für meinen Geschmack. Etwas mehr Action schadete nicht. Aber das ist ja auch erst der Anfang von vielen Folgen, hoffe ich...?

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Bild des Benutzers Saydona

Es ist sehr schade, dass du nach deiner ersten Geschichte so lange nichts veröffentlicht hast.

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

die erste Geschichte war verbesserungswürdig ;)

Aber ich gebe gerne auch den Bitten nach, und stelle die nächsten Teile etwas schneller ein.
Vielen Dank für die tollen Rückmeldungen! :D

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Bild des Benutzers Saydona

Du hast keinen Grund, dich klein zu machen. Die Geschichte war vielleicht verbesserungswürdig, aber immer noch eines der besten Erstlingswerke, die ich hier gesehen habe.

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Bild des Benutzers subkathy

meiner Vorrednerin nur anschließen.  Bitte schnell weiter schreiben.  Finde die Geschichte super vom Schreibstil und vom Inhalt her. Man könnte sich gut in der Geschichte verlieren, wenn die Teile nur nicht soooo kurz wärenangel

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