Bettina, Kapitel 3, Die Befragung

"Klappentext": 
Bettina will ihre masochistischen Neigungen ausleben, und bekommt mehr als sie will.
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Was Bettina nicht wusste, war, wie anstrengend Stehen auf Dauer ist. Wegen der gefesselten Füße konnte sie sich keine Erleichterung durch Bewegung verschaffen. Sie wagte kaum, das Gewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern, ihr dröhnte noch die Warnung der Blonden im Ohr. Auf keinen Fall wollte sie ihr einen Anlass geben, sie noch einmal zu schlagen. Sicherlich gab es in dem Zimmer eine Überwachungskamera, warum sonst war die Frau so schnell da gewesen, nachdem sich Bettina gesetzt hatte.

Bettinas Beine begannen bereits Zeit zu zittern, die Füße schmerzten. Zwar hatte sie nicht ihre höchsten Schuhe angezogen, aber die Absätze hatten mindestens acht, wenn nicht 10 Zentimeter. Wenn sie versuchte, ihre Beine unter Kontrolle zu bringen, fing der Rücken an zu zittern, es geschah völlig unwillkürlich. Ihre Gedanken kreisten bald ausschließlich um die Frage, wie lange sie das wohl aushalten würde und wie lange man sie warten lassen würde. Sie hatte keinen Anhaltspunkt für die Zeit, auch nach draußen konnte sie nicht schauen – der Raum war, wie sie merkte, fensterlos.

Bettina spürte, wie ihre Haut feucht wurde, sie konnte den Schweißfilm riechen, der sich von der Anstrengung bildete. Doch nicht nur sie roch den Schweiß, auch eine Fliege hatte Bettina entdeckt und krabbelte über ihr Gesicht. Bettina versuchte sie mit Grimassen zu verscheuchen, doch in dem ungleichen Kampf zwischen Mensch und Fliege zog sie den Kürzeren. Die Handschellen hielten die Hände gnadenlos auf dem Rücken fest. Das Kitzeln der frechen Fliege wurde unerträglich. Jede Stelle im Gesicht wurde penetriert, vor allem die Augen und der Mund.

Der Gedanke, sich einfach auf den Boden zuwerfen, um dem Martyrium ein Ende zu setzen wurde immer überwältigender. Doch in all ihrer Verzweiflung spürte Bettina, wie geil sie war. Immer wieder zog sie ihren Beckenboden zusammen. Das war nämlich der andere Wunsch, neben dem, sich hinzulegen: sich zwischen die Beine zu fassen und an ihrer Möse zu reiben. Doch das war völlig aussichtlos. Der Stahl an den Handgelenken erinnerte sie beständig an ihre Hilflosigkeit.

Irgendwann hörte Bettina wie sich die Tür öffnete. Die Frau war brünett, trug ihr lockiges Haar offen und war elegant gekleidet: Schwarzes Etuikleid, dezenter Schmuck, hohe Schuhe. Sie musterte Bettina kurz, setzte sich hinter den Schreibtisch und legte ein paar Blätter auf den Schreibtisch. „Ich habe gehört, dass Du ungezogen bist. Bei uns wird jede Übertretung bestraft. Hast Du das verstanden?“. Die Worte waren streng und teilnahmslos zugleich. „Ja, gnädige Frau“. Die Frau machte offensichtlich einen Strich auf eines der Blätter.

„Wir kommen jetzt zur Befragung. Die wirst jede Frage ohne Zögern ehrlich beantworten. Hast Du das verstanden?“ „Ja, gnädige Frau.“

„Name?“  „Bettina Hendriks, gnädige Frau.“

„Alter?“ „Zweiundzwanzig, gnädige Frau.“

„Ausbildung?“ „Betriebswirtin, gnädige Frau.“

„Bei uns wird nicht gegendert. Das heißt Betriebswirt. Verstanden?“ „Ja, gnädige Frau“. Die Brünette hatte einen weiteren Strich auf den offensichtlich dafür vorgesehenen Zettel gemacht. Bettina wurde unwohl. Was meinte die Frau wohl mit Bestrafung? 

Die Abfrage der ging noch eine ganze Weile weiter, Wohnung, Einkommensverhältnisse, Herkunft, Kleider- du Schuhgrößen. Bettina konnte sich nicht erinnern, jemandem in so kurzer Zeit so viel von sich erzählt zu haben. Dann kam offensichtlich ein neues Thema dran. 

„Lebst Du in einer festen Beziehung?“ „Nein, gnädige Frau“.

„Wie viele Geschlechtspartner hattest Du bisher?“ Bettina überlegte. Sollte sie die fünf bisherigen Freunde nennen oder auch die vielleicht zehn One-Night Stands? „Kriege ich eine Antwort?“ sprach die Frau, während sie einen weiteren Strich auf das Blatt malte. „Fünf feste und ungefähr 10 kurze Episoden, gnädige Frau.“ Bettina errötete während sie dies sagte. 

„Wie oft in der Woche hattest ihr Sex in der letzten Beziehung?“ Bettina dachte an Günter zurück. Am Anfang war das Sexleben noch aufregend gewesen, aber dann brachen sich Bettinas geheime Wünsche wieder Bahn und sie zog sich zurück. Ihre dezenten Versuche, Günter auf das Thema Dominanz anzusprechen versandeten, vermutlich hätte sie ich trauen müssen, es direkter auszusprechen. „Dreimal ungefähr, gnädige Frau“, beeilte sich Bettina zu sagen, als sie merkte, dass schon wieder ein Strich auf die List kam.

„In welchen Löchern bist Du schon gefickt worden?“ Bettina erbleichte. Nicht nur die Indiskretion der Frage erschreckte sie, vor allem der ordinäre Ausdruck. Es war schon längst ein weiterer Strich auf der Liste als Bettina mühsam: „Nur vaginal, gnädige Frau“ herausstieß. Die Antwort stellte die Frau offensichtlich nicht zufrieden, wieder ein Strich. „In welchen Löchern bist Du schon gefickt worden?“ kam die Frage erneut. 
„Nur in meine Möse, gnädige Frau“, versuchte sie es erneut. „Votze heißt das für Dich! Verstanden?“ „Ja, gnädige Frau. Ich bin bisher nur in meine Votze gefickt worden.“ Bettina erschrak über ihre eigenen Worte. „Na, das haben wir ja was zu tun“, kam der knurrige Kommentar.

„Wie oft mastubierst Du?“ Wieder eine Frage, die Bettina stocken ließ. Wieder ein Strich bevor sie „Fast täglich, gnädige Frau“ hervorbrachte. „Wie machst Du das meistens?“ Die Fragen wurden immer peinlicher und die Striche mehrten sich. Bettina sah sich genötigt, von ihren Vibratoren zu berichten.

Hatte Bettina gehofft, das Ende der Peinlichkeiten erreicht zu haben, sah sie sich getäuscht. Nun kamen die Fragen zu ihren masochistischen Neigungen. Sie musste ausführlich ihre Phantasien schildern und welche Praktiken sie bereits an sich erprobt hatte. Eigentlich, dachte Bettina, brauchte ihr nun nicht mehr peinlich zu sein, doch immer noch zögerte sie bei ihren Antworten und jedes Mal erwischte die Frau sie dabei und ergänzte einen Strich. Das Schlimmste war, dass sie sich nicht von der Stelle bewegen konnte. Wie gerne hätte sie eine Hand ans Kinn gelegt oder eine andere Verlegenheitsgeste gemacht. Sie war den prüfenden Blicken der Frau schutzlos ausgesetzt.

Irgendwann war die Befragung beendet. Die Frau griff zum Telefon, drückte eine Programmtaste und wartet bis sich die Gegenseite meldete. „Bringt sie nach U3, zieht sie an und bereitet sie vor für die Bestrafung. Damit erhob sich die Frau und verließ den Raum.

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Kommentare

Bild des Benutzers silverdryver

... bitte weiter so 

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Bild des Benutzers Maestro estricto

Sicher gut geschrieben! Aber wegen der kurzen Teile kommt die Geschichte nicht recht in Schwung. Man lest sich gerade ein und schon ist man wieder am Ende! Und die Stimmung ist auch gleich wieder weg! Aber vielleicht wird das mit der Zeit besser!

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Bild des Benutzers Lydiabauer

nimmt das Ganze Fahrt auf. Auch wenn die Befragung ja noch keine Handlung ist, so lässt sich ahnen  was auf Bettina zukommt. Bettina gefällt mir sehr gut für jemand, der masochistisch veranlagt ist und auf harte Bestrafung wartet. Freuen wir uns auf baldige Fortsetzungen 

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