Ali, Baba und die vier Räuber

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Diese Geschichte ist eine von mehreren Kurzgeschichten, die aufeinander aufbauen. Alle Personen werden früher oder später wieder auftauchen, auch wenn jede Geschichte in sich abgeschlossen ist. Die erste in dieser Reihe ist 'Warum ...?'

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   „Verdammt, tun mir die Füße weh“, stöhnte Barbara und kickte sich die Stiefeletten von den genannten Körperteilen. Dann humpelte sie ins Wohnzimmer und warf sich der Länge nach auf das Sofa. „Endlich liegen. Jetzt noch ein netter junger Mann, der mich massiert und die Welt wäre fast perfekt. Bringst du mir was zu trinken?“

   Alieta zog sich ebenfalls die Schuhe aus und stellte sie ordentlich ins Regal, nachdem sie die anderen an die Seite geschoben hatte, um nicht darüber zu fallen. Dann antwortete sie: „Wenn du dir die Unordnung nicht wieder abgewöhnst, werden unsere Eltern dir gehörig die Meinung sagen, sobald sie wieder da sind. Abgesehen davon kannst du dir selbst was zu trinken holen. Ich bin nicht deine Dienstmagd und genauso weit gelaufen wie du.“

   Etwas steifbeinig stand die dunkelhaarige Barbara wieder auf, seufzte und sah Alieta mit ihren braunen Augen gespielt vorwurfsvoll an. „Aber den Mann gönnst du mir doch, oder?“

   Grüne Augen kreuzten die braunen und die Angesprochene strich sich ihre langen rotbraunen Haare aus dem Gesicht. Die beiden jungen Frauen hätten nicht unterschiedlicher sein können. Barbara war groß, ziemlich schlank und trug ihr Haar ganz kurz. Sie nahm das Leben locker, obwohl oder gerade weil sie schon Schlimmes mitgemacht hatte. Ihr Lebensmotto lautete: Wer weiß, was morgen auf mich wartet, also nehme ich mir jetzt was ich brauche.

   Alieta trug ihre rotbraunen Haare hüftlang und war wesentlich ernsthafter. Sie überlegte häufig lieber zwei Mal, bevor sie etwas begann und oft wurde ihr die Entscheidung von Barbara abgenommen, die sie mit ihrer Art einfach ungefragt mitriss. Die deutlich kleinere, rundliche Alieta konnte einfach niemals Nein sagen, wenn die Andere irgendwelchen Blödsinn anzettelte.

   Als sie klein waren und noch Probleme hatten, ihre Namen auszusprechen, nannten sie sich selbst Ali und Baba und die Spitznamen hingen ihnen auch jetzt noch oft nach.

   Aufgewachsen waren sie zusammen, sogar am gleichen Tag geboren, aber sie waren keine Zwillingen und nicht einmal Halbschwestern oder anders blutsverwandt.

   Die Elternpaare hatten sich im Geburtsvorbereitungskurs kennen gelernt und Freundschaft geschlossen. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, fuhren gemeinsam in Urlaub und die Mädchen waren in beiden Häusern daheim. Doch dann passierte die Katastrophe und Barbaras Eltern starben bei einem Autounfall. Sie war gerade fünf und zur Krönung des Ganzen wurde sie zu einer Tante gebracht, die sie gar nicht haben wollte.

   Alietas Eltern kämpften mit allen verfügbaren Mitteln darum, zumindest Pflegeeltern werden zu dürfen. Schließlich konnte Baba offiziell bei ihnen bleiben und endlich wurde sie sogar adoptiert. Die Mädchen wuchsen auf wie Schwestern.

   Sie waren neunzehn Jahre alt und hatten das Abitur in der Tasche, aber keinen Ausbildungsplatz und auch keinen Studienplatz. Die Eltern hatten ihnen eine Frist gesetzt bis wann sie sich entscheiden mussten, was sie tun wollten.

   Alieta wusste das schon ziemlich genau, aber sie fand kein Geschäft oder Auktionshaus wo sie eine Ausbildung machen konnte, denn sie liebte alte Dinge und wollte gerne mit Antiquitäten arbeiten. Nun überlegte sie, ob sie nicht doch noch Kunst studieren sollte, bis sich etwas Geeignetes ergab. Sie war auch handwerklich begabt und hatte schon öfter Kommoden vom Sperrmüll mitgebracht und wieder restauriert. Aber selbst eine Ausbildung in einer Drechslerei war für sie nicht aufzutreiben gewesen.

   Bis dahin hatten sie gemeinsam angefangen Zeitungen und Prospekte zu verteilen und genau von so einer Tour waren sie gerade zurück gekommen. Der Vater war für sechs Wochen auf einer Geschäftsreise und die Mutter hatte ihn begleitet. Sie fanden, die Mädchen waren alt genug, um alleine zu bleiben und es wurde Zeit, dass sie Verantwortung übernahmen. Sie hatten ausreichend Geld bekommen, um damit über die Runden gekommen und der Vater hatte gesagt: „Wenn ihr damit um euch werft und nicht haushaltet, dürft ihr von mir aus danach hungern.“

   Die Mahnung war zwar an beide gerichtet, traf aber eher auf Barbara zu. Die Nachbarn würden überwachen, ob im Haus unerlaubte Feten gefeiert wurden.

   „Was hältst du davon, wenn wir auch noch Hunde ausführen?“, fragte Alieta und trank in hastigen Schlucken ein Glas Saft.

   „Wozu denn das?“, fragte Barbara zurück.

   „Dann bekommen wir doppelten Lohn für ein und den gleichen Marsch, wenn wir die Tiere mit zum Austragen nehmen.“

   „Ist das dein Ernst?“ Baba klang entsetzt.

   „Nein, natürlich nicht“, lachte Ali laut über das erschreckte Gesicht ihrer Schwester. „Mir reicht es schon, den Wagen mit dem Papierkram zu ziehen. Aber ein großer Hund könnte doch für uns einen Bollerwagen ziehen, was meinst du?“

   „Das ist eine wirklich tolle Idee.“

   Bei einem schnellen Abendessen frotzelten die beiden noch mehr über ihren unbequemen Nebenjob.

   „Ich gehe nachher noch einmal weg. Kommst du mit?“, fragte die Größere.

   „Nein danke. Ich will mich noch was im Netz umgucken nach einem Job und außerdem habe ich noch ein neues Buch, das ich unbedingt lesen möchte.“

   „Wenn du meinst. Aber du hockst viel zu oft zu Hause und solltest dir einen Freund suchen. Deine Abneigung ist ja schon nicht mehr normal. Oder stehst du heimlich auf Frauen?“

   „Warum soll ich mich mit den Kerlen rumärgern? Das hat doch noch ein paar Jahre Zeit. Und nein, ich stehe weder heimlich noch unheimlich auf Frauen. Nichts liegt mir ferner.“

   „Ich dachte schon … Hör mal, die eine schlimme Erfahrung mit Sven heißt doch nicht, dass alle Jungs so sind.“

   „Baba, du sprichst es an. Es sind Jungs. Sie haben nur Bum-Bum im Kopf, ansonsten ist da Hohlraum. Ich habe keine Lust darauf.“

   „Bum-Bum?“, lachte Barbara laut. „Hast du keine anderen Worte dafür, wie zum Beispiel Sex, Ficken, Bumsen?“

   Alieta lief rosa an. Die letzten beiden Vokabeln kamen in ihrem Wortschatz nicht vor.

   „Heißt das, du stehst auf ältere Männer?“

   „Nein, auch das nicht. Ich warte auf den Richtigen“, verteidigte sich Ali.

   „Okay, wen könntest du denn kennen lernen, wenn du nur zu Hause sitzt? Den Briefzusteller. Aber der ist verheiratet und schon mindestens vierzig. Der Paketzusteller von DHL? Der ist jung, aber ich glaube, der wurde inzwischen versetzt. Die von GLS oder UPS oder Hermes Versand? Die kommen so selten. Vielleicht solltest du dir einen Klempner bestellen, aber unsere Geräte sind alle heil“, überlegte die Schwester laut.

   Alieta stand kommentarlos auf und ließ sie sitzen. Diese Bemerkungen hatte sie schon so oft gehört, dass es ihr an den Ohren rauskam. Warum konnte Barbara nicht einsehen, dass sie nichts mit halbgaren Jungs, älteren Männern, Frauen und denen anfangen konnte, die sie traf? Überhaupt war Sex völlig überbewertet. Ihr einziger Versuch hatte scheiße weh getan, dauerte dafür nur gefühlte zehn Sekunden und endete mit Svens Frage: „Na, war ich gut?“ Dabei hatte sie gedacht, er würde sich für sie interessieren, aber im Anschluss hatte sie erfahren, er hatte eine Wette gewonnen, die darum ging, wer Alieta die Jungfräulichkeit rauben würde. Angeblich hatte er auch noch das Betttuch gegen Geld anschauen lassen.

   Nachdem sie das erfahren hatte, hatte sie ihn zur Rede stellen wollen und weil er so blöd reagiert hatte, machte sein Kopf Bekanntschaft mit einem dicken Buch, das sie ihm mehrfach über den Schädel schlug. Zumindest hatte er danach ein Veilchen. Leider war das Buch danach verknittert gewesen und sie hätte lieber einen Stock zur Hand gehabt. Es gab ein ziemliches Theater um den Angriff, aber sie hatte vor Verlegenheit nicht sagen wollen, warum sie zugeschlagen hatte. Doch das Thema Jungs war vorbei.

   Während Barbara nochmals ausging, lag Alieta auf ihrem Bett und genoss ihre neue Lektüre. Wie gut, dass ihre Schwester nicht ahnte, was sie da las. Die erotischen Szenen in diesem Thriller, erregten sie. Die Frau, die nach einem Bankraub als Geisel entführt worden war, lag gefesselt im Bett als der Bankräuber sie – wie würde Barbara das ausdrücken – fickte.

   Das Gefühl der pochenden Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen war Alieta fremd und noch nie durch eine erotische Szene in einem Buch ausgelöst worden. Allerdings hatte sie auch noch nie eine solche Beschreibung gelesen. Sie überlegte, wie sie sich in diesem Fall fühlen würde und kam zu keinem schlüssigen Ergebnis.

   Je mehr sie überlegte desto hartnäckiger wurde die Erregung und schließlich ließ sie ihre Hand zwischen ihre Beine gleiten und stieß auf nasse Hitze. Erst einen, dann zwei Finger schob sie in sich und bewegte sie hin und her, rein und raus bis sie den richtigen Rhythmus gefunden hatte. Ihr Atem ging schneller und sie stellte sich vor anstelle der Geisel zu sein. Dann presste sie ihre freie Hand auf ihren Kitzler und umkreiste ihn, bis sie erschauerte und mit einem Stöhnen wild zuckend kam.

   Verlegen stand sie auf, huschte ins Bad und machte sich dort frisch.

 

   „Neuer Tag, neue Tour“, seufzte Barbara und sah reichlich übernächtigt aus. Viel Schlaf schien sie nicht abbekommen zu haben und Alieta wusste gar nicht, wann sie zurück gekommen war. Es interessierte sie auch nicht besonders, denn die Bettgeschichten wollte sie einfach nicht hören, denn nichts anderes konnte Baba aus dem Haus getrieben haben, nahm sie zumindest an.

   „Kennst du die neue Strecke?“, wollte sie stattdessen wissen. „Ich glaube, wir müssen ein ganzes Stück auswärts latschen, wenn wir diese Villengegend mit abdecken müssen.“

   „Genau. Kannst du das heute nicht alleine machen?“, wollte Barbara wissen und gähnte ausgiebig. Inzwischen hatte sie die dritte Tasse stark gesüßten Kaffee getrunken.

   „Nichts da. Du hast uns diese Tour besorgt und ich mache nicht die Arbeit, nur weil du heute Nacht Party gemacht hast.

   „Schon gut. Vielleicht werde ich ja draußen wach. Ich wünschte, die Sonne würde scheinen, aber diese Wolken nerven, auch wenn es trocken bleiben soll.“

   „Im Juni könnte man ein wenig besseres Wetter erwarten, wenigstens ist es nicht kalt.“

   Dann machten sie sich auf den Weg. Jede neue Tour verlangte Aufmerksamkeit und häufig genug die Suche nach dem Briefkasten. Kaum hatten sie einen im äußersten Winkel gefunden, klebte garantiert ein Schild darauf, auf dem stand: Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen.

   „Warum müssen die ihre Häuser immer so weit von der Straße weg bauen?“, murrte Barbara. „Da können die sich ja gleich vom nächsten Ort aus beliefern lassen.“

   Gerade wollte Alieta ein Prospekt in einen völlig mit Stickern beklebten Briefkasten werfen, als eine alte Frau die Haustür aufriss und mit schwingendem Krückstock auf sie los ging. Erschrocken machte die junge Frau einen Satz zurück.

   „Wie oft soll ich noch sagen, ich will den Mist nicht. Ist das immer noch nicht klar?“, keifte die Frau.

   „Dann machen Sie doch einen Aufkleber darauf, dass sie keine Werbung wollen“, schlug Alieta aus sicherem Abstand vor.

   „Ich beklebe doch meinen Briefkasten nicht“, kam prompt die Antwort und die beiden Zustellerinnen machten sich kopfschüttelnd davon.

   „Mensch, ich komme mir vor wie Gretel am Hexenhaus“, sagte Barbara und drehte sich noch einmal um. Die Alte stand immer noch wachsam neben ihrem beklebten Briefkasten. „Die hat sie nicht mehr alle. Dabei ist das Ding doch hoffnungslos voll.“

   Dann begannen sie zu kichern und äfften die Frau nach.

   „Wir sollten diese Hausnummer melden. Die Alte ist ja lebensgefährlich und wahrscheinlich ruft sie sofort an, weil sie ihre Post nicht bekommen hat oder so ähnlich“, schlug Alieta endlich vor.

   „Bin ich froh, wenn wir die Tour hinter uns haben“, bestätigte ihre Schwester. „Einmal im Monat reicht völlig. Jetzt nur noch diese Prachtstraße, dann sind wir fertig. Vielleicht sollten wir uns für den Rückweg ein Taxi nehmen.“

   „So weit ist es doch nicht und wir haben kaum noch Gewicht mitzuschleppen. Das schaffen wir auch noch.“

   „Steht die Villa da hinten nicht leer?“, wollte Barbara wissen.

   „Keine Ahnung, aber nachsehen sollten wir.“

   Langsam kamen sie näher, aber plötzlich fasste Alieta Barbara am Arm und sagte: „Sieh mal, da steht ein Transporter. Die räumen irgendetwas ins Haus.“

   „Na und? Wir drücken ihnen das Zeug in die Hand und verschwinden. Wo ist das Problem?“

   Inzwischen waren sie fast da und Alieta zerrte ihre Schwester hinter einen Busch.

   „Spinnst du?“, rief diese, aber die kleinere der beiden machte hektische Zeichen zu schweigen.

   „Guck mal. Das sind Antiquitäten, die da ins Haus gebracht werden. Was machen die da, wenn die Villa doch leer steht?“

   „Mensch, stell dich doch nicht so an. Wahrscheinlich ziehen die gerade ein.“

   „Sieh dir doch mal die Typen und ihr Verhalten an. Ich habe ein schlechtes Gefühl.“

   „Du immer und deine Gespenster. Die Kerle sehen doch zum Anbeißen aus. Diese kräftigen Arme …“

   „Ach, halt die Klappe.“

   Hinter einer Hecke verborgen rutschte Alieta näher ans Geschehen heran. Sie war zwar ängstlich, aber der Gedanke, jemand könnte gestohlene Antiquitäten verhökern regte sie genug auf, um mehr wissen zu wollen. Nun gut, vielleicht hatte sie auch den ein oder anderen Krimi zu viel gelesen, aber sicher war sicher.

   Bei einem der Männer schellte das Telefon und er hielt es ans Ohr. Dabei sah er sich unruhig um.

   „Ja?“, fragte er und wartete dann, bevor er wieder antwortete: „Okay.“ An den anderen Mann gewandt sagte er dann hektisch: „Los, Erick, beeil dich. Da ist etwas im Anmarsch. Wir sollten uns nicht erwischen lassen.“

   Für Alieta klang das ganz klar verdächtig und sie wandte sich nach Barbara um, die aber nicht an ihrer Seite war. Hektisch krabbelte sie zurück und fand diese immer noch hinter dem Busch, wo sie sich an einen Baumstamm anlehnte und gelangweilt aussah.

   „Na, die Gangster schon gestellt?“, fragte sie. „Spielst du jetzt Ali, Baba und die vier Räuber?“ Dann kicherte sie. Ihre Eltern hatten immer behauptet, die vierzig Räuber um Ali Baba hätten nur halb so viel Ärger gemacht wie die beiden Mädchen.

   „Ich glaube, das sind Hehler. Wenn die wegfahren, werde ich nachsehen, ob ich noch ein paar Beweise finde. Dann rufe ich die Polizei.“ Irgendetwas war ihr an Barbaras Bemerkung komisch vorgekommen, aber es fiel ihr nicht ein was.

   „Polizei?“, fragte Barbara nervös.

   „Aber erst muss ich beweisen können, dass dort ein Verbrechen geschieht.“

   „Das ist nicht dein ernst, oder?“

   „Wenn sie weg sind, weiß ich mehr“, sagte Alieta bestimmt.

   „Wie willst du denn da reinkommen?“

   „Vielleicht reicht ja ein Blick durchs Fenster.“

   „Du blamierst dich, aber wenn du meinst, können wir es gerne versuchen.“

   Mit gemischten Gefühlen warteten sie darauf, dass die Luft rein genug war, um einen näheren Blick auf das Gemäuer werfen zu können. Endlich preschte der unauffällig silberfarbene Transporter davon und Alieta stand auf und reckte sich.

   Vorsichtig sicherte sie die Straße ab und machte sich dann entschlossenen Schrittes daran, die vermeintlichen Verbrecher zu überführen.

   Barbara trottete genervt hinterher.

   Alieta versuchte durch eines der unteren Fenster zu sehen, aber von innen schienen die Vorhänge zugezogen zu sein, denn es war absolut nichts zu erkennen. Enttäuscht seufzte sie und ging zum Haupteingang. Vorsichtig versuchte sie die Tür zu öffnen, die erwies sich aber als geschlossenen.

   „Jetzt probiere ich den Hintereingang, den diese Villa bestimmt hat, und wenn das nichts bringt, komme ich noch einmal wieder und versuche es erneut.“

   „Glaubst du nicht, du verrennst dich da in etwas?“

   Statt zu antworten umrundete Alieta das große Haus und fand schließlich den gesuchten Nebeneingang. Auch hier probierte sie die Klinke aus und rappelte etwas daran.

   „Versuch es doch mit Sesam öffne dich“, sagte Barbara bissig und sah sich suchend um.

   „Kaum hatte sie es ausgesprochen, sprang die Türe auf, die nur verklemmt gewesen war. Scheinbar wurde sie selten benutzt.

   „Die haben vergessen abzuschließen“, triumphierte Alieta und schob die knarzende Eingangstür vorsichtig auf.

   „Du willst doch da nicht wirklich reingehen?“, wollte Barbara wissen.

   Doch da war Alieta schon verschwunden und sie folgte ihr, nachdem sie die Tür geschlossen hatte.

   Ein paar Schritte weiter hörten sie plötzlich draußen männliche Stimmen und einer von ihnen sagte klar verständlich: „Wieso hast du vergessen, den Hintereingang abzuschließen? Willst du Besucher anlocken? Die Alarmanlage funktioniert nicht, wenn sie aufsteht! Wie gut, dass ich noch mal gucken wollte.“

   Dann ertönte deutlich hörbar das Knacken eines Schlosses. Jetzt saßen sie in der Falle.

 

   Alieta hatte die Luft angehalten und atmete jetzt viel zu schnell.

   Barbara brummte wütend und sagte: „Das hast du ja prima hinbekommen. Nun können wir nicht mehr raus. Egal ob wir eine Tür oder ein Fenster benutzen, die Alarmanlage wird losgehen.“

   „Vielleicht sollten wir es mal versuchen. Nur wenn die Besitzer Kameras installiert haben …“

   „Klar, Verbrecher beobachten Einbrecher mit Kameras. Wo soll der Sinn dabei sein?“

   „Gucken wir uns um, dann wissen wir mehr“, entschied sich Alieta energisch. Alleine der Gedanke an die Antiquitäten ließ ihr Herz freudig schneller schlagen, egal wie die Umstände waren.

   Sie kamen durch eine Waschküche und durch eine Küche, die beide ziemlich unbenutzt aussahen. Von da ab ging der Gang und links und rechts waren Türen.

   Hinter einer davon musste einst eine Bibliothek gewesen sein, denn auch jetzt reichten noch deckenhohe Regale die Wände hinauf, aber sehr zu Alis Bedauern waren sie leer. Genauer sahen sie sich nicht um.

   Endlich kamen sie zu dem Raum, der einst wohl ein riesiger Salon gewesen war und dort befanden sich auch die gesuchten Gegenstände.

   „Ich sehe kaum was“, meckerte Barbara. „Können wir nicht das Licht anmachen, falls es hier überhaupt Strom gibt?“

   „Nein, lass uns die Vorhänge ein wenig zurück ziehen, das ist weniger auffällig“, antwortete Alieta, die scheinbar ihre Angst verloren hatte.

   Auf dem Weg zu einem Fenster stieß sie sich schmerzhaft das Bein an einer Kommode und fluchte leise. Sie öffnete nur zwei der Gardinen gerade so weit, dass der Raum besser beleuchtet war.

   Aufmerksam besah sie sich die Möbel, die nach keinem sichtbaren Schema geordnet mitten im Raum standen. Nur wenige waren an eine Wand gerückt.

   „Hm, so richtig teure Dinge sind hier aber nicht dabei“, überlegte sie laut. „Überwiegend Weichholzmöbel um die 1900. Da lohnt sich doch ein Diebstahl gar nicht.“

   „Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wahrscheinlich ist das Privatbesitz und die Leute ziehen gerade mit ihren Möbeln ein.“

   „Nun gut. Dann bleibt uns wohl nichts übrig als abzuwarten, ob sie wieder kommen und uns zu entschuldigen, indem wir erklären, wir wollten einen Hehlerring überführen. Allerdings finde ich es seltsam, dass dies hier fast ausschließlich Kommoden, Küchenschränke und Kleiderschränke sind. Wer braucht denn so viel davon in einem Raum?“

   Barbara warf ihr einen äußerst merkwürdigen Blick zu.

   „Den Teufel werde ich tun und darauf warten, mich zu blamieren. Ich werde mich verstecken und in einem unbeobachteten Augenblick aus dem Fenster flüchten, sobald jemand da ist und die Alarmanlage abgeschaltet hat“, sagte sie sehr bestimmt.

   „Nun gut, das ist wenigstens nicht so peinlich. Meine Variante können wir noch anwenden, falls wir erwischt werden.“

   Erst einmal sahen sie sich weiter um. Im Eingangsbereich führte eine Treppe nach oben und sie schlichen hinauf. Zwei der Schlafzimmer waren mit alten Möbeln ausgestattet und ein weiteres eher modern eingerichtet, sofern ein Bett mit Gitterstäben und schwarzer Wäsche als modern bezeichnet werden konnte. Allerdings waren der Schrank und die Kommode antik.

   „Oh man. Die ziehen hier scheinbar tatsächlich ein“, bemerkte Alieta kleinlaut.

   „Klar und wir sitzen mitten drin. Vielleicht sollten wir uns schon mal ein Versteck suchen“, erwiderte Barbara und begann seltsamerweise zu kichern. „Aber besser nicht hier oben im Schlafzimmer.“

   Sie begaben sich wieder in den Salon, aber nach einiger Zeit musste Alieta dringend auf die Toilette und suchte das Bad auf, froh, dass die Wasserspülung funktionierte.

   Nervös und gelangweilt saßen sie geraume Zeit in dem Raum und warteten darauf, dass etwas passierte.

   „Wahrscheinlich kommen die erst morgen wieder“, orakelte Ali.

   „Glaube ich nicht“, antwortete Barbara, guckte aber immer wieder nervös auf die Uhr.

   „Erwartest du jemanden oder hast du eine Verabredung?“

   Eine Antwort bekam Alieta nicht mehr, dafür hörten sie mehr als ein Auto vorfahren. Vorsichtig schlich sie an eines der Fenster und machte dann einen Satz nach hinten.

   „Das sind vier Männer, keine zwei, die da kommen“, flüsterte sie hektisch und stellte sich dann in den Schrank, den sie sich als Versteck ausgesucht hatte. Ihre Schwester kauerte sich hinter eine Kommode, in der Nähe der Tür. Nun konnten sie nur noch hoffen und warten.

 

   Alieta guckte durch einen Spalt, was sich tat. Die vier Männer, von denen sie zwei bereits gesehen hatte, trugen noch mehr Möbel in den Raum. Die zwei ihr vom Sehen bekannten Räuber stellten ihre Kommode unmittelbar vor die Tür, was ein Entkommen fast unmöglich machte und sie sah keinen Sinn darin. Allerdings war die Türe viel breiter als eine normale, mit buntem Glas durchsetzt, und war zum Schieben. Dennoch sah das seltsam beabsichtigt aus, was sie taten.

   „Hier stimmt was nicht“, sagte der ein Kerl und sah sich um. „Ich bin sicher, dass ich die Vorhänge vollständig zugezogen hatte. Jetzt sind sie ein Stück offen.“

   „Vielleicht hat sich jemand eingeschlichen, als die Hintertür unverriegelt war, Erick und dann haben wir diejenigen eingeschlossen.“

   „Euch kann man wirklich nicht vertrauen“, brummte einer der neu hinzugekommenen Männer. Wenn das was mit eurem verrückten Plan zu tun hat, gibt es gewaltigen Ärger.“

   „Sieh mal an. Wen haben wir denn hier?“, fragte der andere plötzlich, der dem Aussehen nach der Bruder von diesem Erick sein konnte.

   Barbara quietschte erschrocken und Alieta schreckte in ihrem Versteck zusammen.

   „Wusste ich es doch, dass jemand da sein muss!“, rief der Kerl.

   Mit bebenden Fingern suchte Alieta nun nach ihrem Mobiltelefon. Auch wenn sie wegen Einbruch oder Hausfriedensbruch eine Anzeige bekäme, es war egal, sie würde nun die Polizei rufen, aber das Telefon fiel ihr aus den zitternden Fingern und landete mit einem dumpfen Poltern auf dem Boden des Schrankes. Noch bevor sie es aufheben konnte, wurde die Tür aufgerissen und jemand zerrte sie hinaus.

   Der Mann hielt ihr nun von hinten die Hände auf dem Rücken zusammen und wickelte ihren Zopf um eine Hand, damit sie still hielt, nachdem sie versucht hatte, sich aus seinem Griff zu winden. Barbara hatte nicht einmal Anstalten gemacht, sich zu wehren und hielt im Arm von dem Kerl still. Allmählich schien ihre Ruhe aber vorbei zu sein und sie wurde unruhig, als der zweite vollkommen Fremde sich Alieta näherte.

   „Was macht ihr hier drin?“, fragte er in einem bedrohlich ruhigen Tonfall und sah von einem Mädchen zum nächsten.

   „Sie dachte, hier würden geklaute Sachen gelagert und wollte einen Beweis finden. Aber wir haben uns geirrt“, sprudelte die Dunkelhaarige hervor.

   „So, dachtest du das?“, fragte er nun Alieta direkt und kam ein Stück näher, blieb aber leider außerhalb ihrer Trittweite. Doch auch sein Blick lähmte ihre Abwehr. Irrsinnigerweise musste sie an ihr liebstes Kinderspiel denken. Sie hatte es gemocht mit den anderen Cowboy und Indianer zu spielen und hatte sich immer freiwillig für den Marterpfahl gemeldet. Es war toll gewesen hilflos zu sein und die anderen hatten immer versucht ihr Angst zu machen.

   Dieser Mann erreichte den gleichen Effekt alleine durch seinen Blick, nur diesmal war das Spiel ernst. Dennoch hatte sie das gleiche aufgeregte Kribbeln im Bauch, nur sehr viel stärker und irgendwie intensiver.

   Jetzt wandte er sich kurz an die anderen beiden Männer mit den nordischen Namen, die sehr unbehaglich aus der Wäsche sahen, wahrscheinlich weil sie die Hintertür offen gelassen hatten, und befahl: „Bringt die da weg. Wir sprechen uns noch.“

   In diesem Moment begann Barbara wirklich besorgt auszusehen und rief: „Aber, so war das doch …“ Ihr Schrei ging in ein dumpfes Brummen über, als einer der Kerle ihr den Mund zuhielt und sie aus dem Raum zerrte, nachdem die Kommode ein Stück zur Seite gerückt worden war.

   Alieta blieb alleine zurück mit zwei Männern, die deutlich gefährlicher wirkten als die anderen und sie begann zu zittern. Was geschah nun mit ihr?“

   „Wie heißt du?“, fragte der große, dunkelhaarige Mann mit den breiten Schultern sie nun.

   „Ali-Alieta“, stotterte sie und starrte ihn an, wobei sie den anderen hinter sich fast vergaß, obwohl er sie fest hielt.

   „Und deine Freundin?“

   „Barba-Barbara.“

   „Klingt nach Ali Baba“, lachte er.

   „Genau. Ali, Baba und die vier Räuber“, ergänzte der zweite Mann und lachte ebenfalls. Alieta fand das gar nicht witzig, obwohl ihre Schwester bereits das gleiche gesagt hatte.

   „Weißt du, was mit Casim, Ali Babas Bruder passiert ist, nachdem er in die Höhle mit dem Gold gegangen ist und das Kennwort vor lauter Habgier vergaß?“, wollte der Typ vor ihr wissen. Die hatten doch nicht im Ernst vor, sich mit ihr über ein Märchen zu unterhalten?

   Sie schüttelte den Kopf, zumindest versuchte sie es bis ein scharfer Schmerz ihr in Erinnerung brachte, dass ihre Haare um eine Hand gewickelt waren. Nun grinste er auch noch.

   „Nein“, antwortete sie leise, da er eindeutig eine Antwort zu erwarten schien.

   „Er wurde von den Räubern gevierteilt und seine Teile zur Mahnung neben den Eingang zur Höhle aufgehängt“, flüsterte der hinter ihr in ihr Ohr und verursachte somit eine Gänsehaut. „Was sagst du dazu?“

   Sie antwortete das einzige, was ihr durch den Kopf ging: „Sesam öffne dich?“

   „Gute Antwort, aber hier hilft sie dir nicht. Doch gucken wir einmal, was wir mit unserem Fund so anfangen können. Was meinst du, Cass?“

   „Klingt gut.“

   Sein Blick fesselte sie und unterband ihre Gegenwehr als er seine Hand ausstreckte und damit leicht über ihre Brüste fuhr. Die reagierten seltsam empfindlich und nur am Rande überlegte sie, warum das so sein könnte. Instinktiv versuchte sie einen Schritt außerhalb seiner Reichweite zu machen, aber der Griff hinter ihr verstärkte sich nur und sie stieß an den anderen.

   Eine ganze Weile starrte sie wie gebannt in den Blick ihres Gegenübers bis es ihr zu viel wurde und nach unten sah – direkt auf seine Hand, die gerade unter ihr Shirt verschwand und sich dort warm um ihre Taille legte, bevor sie nach oben geführt wurde. Es kam ihr so irreal vor, dass sie einfach weiter zusah. Zumindest bis ihr aufging, dass ihre Brustwarzen hervorstachen und es ihr heiß zwischen die Beine fuhr, als er begann sie zu streicheln. Das war sogar durch ihre Kleidung zu sehen und natürlich intensiv zu fühlen.

   Mit einem Keuchen des Entsetzens flog ihr Blick hoch und verfing sich wieder in den grünen Augen, deren Farbe ihren so ähnelte.

   Sie spürte, dass sie dunkelrot anlief, weil er seine Hand nicht fort nahm. Hinter ihr begann der andere nun ihren Nacken zu kraulen. Dass er ihre Hände dabei losgelassen hatte, ging ihr gar nicht auf. „Hast du sexuelle Erfahrungen?“, wollte er von ihr wissen. Sie fühlte sich völlig hilflos.

   „Ja, nein“, stotterte sie nun.

   „Hat sie nicht“, sagte der vor ihr nun und zog die Hand fort, was in ihr gleichzeitig ein Gefühl des Aufatmens und des Verlustes erzeugte, was sie noch mehr verunsicherte. „Sie ist völlig ahnungslos und kennt nicht die geringste Reaktion ihres eigenen Körpers.“

   „Vielleicht sollten wir es hier beenden?“, fragte der hinter ihr.

   Wollen die mich umbringen?, dachte sie panisch.

   „Nicht doch. Wir töten keine Frauen“, sagte er nun in beruhigendem Tonfall. Konnte er Gedanken lesen? „Nein, Cass, sieh ihr in die Augen. Sie ist so ahnungslos, aber es schlummert in ihr. Warum weihen wir sie nicht ein? Sie ist auf der Suche, da bin ich sicher.“

   Der Genannte ließ nun auch ihre Haare los und kam um sie herum, um sich neben den anderen zu stellen. Die beiden waren bestimmt ebenfalls Brüder, denn sie sahen sich verblüffend ähnlich, waren nahezu gleich groß und kräftig. Allerdings hatte der jüngere Cass blaue Augen und trug die Haare etwas länger.

   Nun starrten beide sie an und Cass begann zu lächeln. „Du hast recht. Es steht ihr ins Gesicht geschrieben.“

   Alieta wich ein Stück zurück und stieß mit dem Po an eine Kommode.

   „Geben wir ihr doch eine Chance, Morgan. Wenn sie es aus dem Hintereingang schafft, bevor wir sie bekommen, darf sie gehen. Ich zähle bis fünf. Mehr Vorsprung hat sie nicht.“

   Alieta würde nicht zwei Mal fragen und rannte sofort los. Anstatt um die Kommode herum zu laufen, setzte sie einfach darüber. Die Angst verlieh ihr Flügel. Dennoch hörte sie die Zahl fünf laut und deutlich und bemühte sich um mehr Tempo. Er hatte schnell gezählt. Schritte erklangen hinter ihr und sie hetzte um eine Kurve. Die Tür war schon in Sichtweite und kam näher. Im gleichen Moment, wo sie fast da war, wurde sie von außen geöffnet und sie rannte in die Arme des Mannes, der Morgan genannt wurde. Wie mochte er so schnell dahin gekommen sein?

   Mit allem was sie hatte, begann sie sich zu wehren und er wich gerade noch einem fiesen Tritt aus. Ihre fliegenden Fäuste hatte er schnell gebändigt und hielt sie fest umklammert, doch so schnell gab sie nicht auf und begann sich zu drehen und zu winden, in der Hoffnung, ihm zu entwischen. Während ihr Atem immer schneller ging, schien ihm das nichts auszumachen.

   Dabei war sie gut. Ihr zweitliebstes Spiel war Fangen gewesen und kaum jemand hatte es geschafft, sie längere Zeit fest zu halten und sie gefangen zu nehmen. Sie hatte sich kräftig gewehrt, aber da waren sie Kinder gewesen …

   Schließlich hob er sie hoch und warf sie über seine Schulter, wobei sich sein Knochen schmerzhaft in ihren Magen bohrte und sie laut ‚Uff‘ machte. Cass stand an die Wand gelehnt da und betrachtete die Szenerie grinsend.

   „Verloren, kleines Mädchen. Du weißt doch, dass dein Name, Alieta, genau das heißt, oder?“, fragte er provozierend.

   Immer noch bemüht, sich zu befreien, schlug sie Morgan die Faust in den Rücken und schrie im nächsten Moment auf. Er hatte sie auf den Po geschlagen und das ziemlich nachdrücklich, was sie durch ihre leichte Sommerhose deutlich spürte. Nach dem zweiten, noch kräftigeren Hieb gab sie ihre Gegenwehr auf und hing keuchend über seinen Rücken, während er sie nun den Gang entlang und dann die Treppe hinauf trug.

   Zielstrebig betrat er das Schlafzimmer mit dem vergitterten Bett und bevor er sie darauf warf, hatte sein Bruder schon ihr Shirt ergriffen und vom Leib gezogen.

   Wieder begann sie sich zu wehren, aber er hielt sie problemlos auf Abstand. Cass kramte in einer Kommodenschublade und hielt zwei Dinge in der Hand, die sie vor Angst erstarren ließen. Das eine waren zwei Lederbänder, die er ihr schnell um die Handgelenke wickelte und mit einem Klettverschluss befestigte, wobei er sie freundlich anlächelte. Das andere waren Handschellen, die ebenfalls fest um das gleiche Gelenk zuschnappten. Noch bevor sie irgendwie reagieren konnte, hatte Morgan sie zum Kopfende des Bettes gezogen und das andere Ende der Schellen klickte um jeweils einen der Gitterstäbe. Sie war gefangen.

 

   Ängstlich kauerte sie sich soweit ihr das noch möglich war am Kopfende zusammen. Ganz plötzlich fror sie, obwohl es nicht kälter geworden war. Ihre Brustwarzen zogen sich wieder fest zusammen, was nicht zu übersehen war, weil sie nur noch ihren Baumwoll-BH trug.

  Ihr Herz schlug bis zum Hals und sie wusste nicht, ob sie jeden Moment weinen oder schreien würde. Würden beide Männer nun über sie herfallen?

   Es sah so aus. Morgan stellte sich neben das Bett und griff nach ihren Beinen. Noch einmal versuchte sie zu treten, aber er fing sie auf und mit Hilfe seines Bruders zogen sie ihr sowohl die Hose, wie auch den Slip aus und verhinderten, dass sie sich wieder zusammenkauerte.

   Cass holte aus seiner Hose ein Taschenmesser, klappte es auf und Alieta wurde es schwarz vor Augen.

   „Du vergisst das Atmen“, sagte Morgan und drückte ihr die Handfläche auf die Rippen. Vor Schreck stieß sie den angehaltenen Atem aus und holte hektisch Luft, während  sie auf das Messer starrte.

   „Keine Panik, kleines Mädchen. Ich entferne nur dieses scheußliche Kleidungsstück. Du könntest ein wenig modische Beratung für Dessous gebrauchen.“ Mit diesen Worten schnitt der Jüngere die Träger ihres BHs durch und auch den vorderen Steg, sodass er ihn einfach wegnehmen konnte. Sie wimmerte vor Angst.

   Nun lag sie nackt vor ihnen und beide besahen sich, was sie ausgepackt hatten.

   „Sehr hübsch und sehr weiblich“, bemerkte Morgan und sah sie taxierend an. „Und noch so unbelastet. Bist du Jungfrau?“

   Sie starrte an die Decke und versuchte sich in Luft aufzulösen.

   „Wenn ich dich etwas frage, erwarte ich eine Antwort“, brummte Morgan und ergriff ihr Kinn, damit sie ihn ansah.

   „Nein“, flüsterte sie. „Es tat so weh“, verriet sie mehr als sie wollte. Aber diese Erinnerung war so grauenvoll und wenn diese beiden über sie herfielen …

   „Es gab nur diesen einen Versuch?“, hakte Cass nach und sie nickte knapp, bevor eine Träne über ihre Wange rollte.

   Die Brüder tauschten einen Blick und Cass schaffte es, sich hinter sie zu setzen und sie in eine halbaufrechte Haltung zu ziehen. Seine Hände legten sich auf ihre Brüste und reizten die Nippel.

   „Bitte nicht“, jammerte Alieta.

   „Schhhh, Kleines. Wir werden dir niemals auf diese Art weh tun. Ich zeige dir jetzt, dass es auch ganz anders sein kann.“ Sorgsam wischte er ihr die Tränen aus dem Gesicht und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wangen.

   Cass streckte seine langen Beine seitwärts an ihren Hüften aus, hakte die Füße hinter ihre Knie und zog sie auseinander, wobei ihm sein Bruder half.

   Sofort begann Alieta sich zu verkrampfen und versuchte, die Beine zusammen zu drücken, wurde aber daran gehindert. Ihr Versuch, mit ihrem Kopf Cass‘ Nase zu treffen, endete damit, dass sie sich am Gitter stieß.

   Ein schmerzhafter Schlag auf ihren seitlichen Oberschenkel war das einzige Resultat dieses Versuchs und sie erstarrte entsetzt.

   „Noch so ein Angriff und ich lege dich über das Knie. Und glaub mir, das wird keine Kinderstrafe“, knurrte Morgan. „Außerdem hast du die Wahl. Entweder du spreizt die Beine freiwillig oder ich werde sie in dieser Haltung festbinden.“

   Alieta wusste nicht, wie sie sich entscheiden sollte. Aber in dieser Haltung gefesselt zu werden erschien ihr noch viel schrecklicher und sie gab den Versuch auf, die Beine zu schließen. Auf ihrem Bein prangte ein ziemlich roter Abdruck, der brannte und prickelte. Sie wollte von ihm nicht noch einmal geschlagen werden.

   Allerdings konnte sie es auch nicht ertragen, ihm weiter in die Augen zu sehen und drehte den Kopf ergeben zur Seite.

   „Kluges kleines Mädchen“, flüsterte Cass ihr zu und zog an ihren Brustwarzen, was ein äußerst seltsames Gefühl in ihr weckte. Überrascht keuchte sie auf, als sie sich sehr ihrer intimsten Stelle bewusst wurde, die sich von dem Angriff auf ihren Busen angesprochen zu fühlen schien.

   Unruhig versuchte sie sich seinen Händen zu entziehen, die so seltsame Dinge in ihrem Körper anstellten, doch verharrte sie bewegungslos als sie einen Finger an ihren Schamlippen fühlte. Instinktiv wollte sie die Beine schließen, aber alleine die Berührung an ihrem Oberschenkel, die wieder ein Stechen auslöste, ermahnte sie.

   Schluchzend holte sie Luft und öffnete die Beine wieder.

   Morgan sorgte dafür, dass sie ihm in die Augen sah, bevor er sagte: „Ich hole etwas zu trinken. Ich möchte nicht, dass du deine Haltung veränderst. Solltest du es dennoch tun, wirst du bestraft. Cass wird deinen Gehorsam überwachen. Hast du das verstanden?“ Seine Stimme war Stahl, der von Seide überzogen war.

   „Ja“, hauchte sie.

   „Sehr gut“,  antwortete er, stand auf und verließ das Zimmer.

   „Ganz ruhig, Kleine“, sagte Cass hinter ihr, legte seine Hand an ihre Stirn und zog sanft so lange daran, bis sie ihren Kopf an seine Schulter legte. Dann legte er sie über ihre Augen, bevor er begann, ihre Stirn zu streicheln, ihre Wangen, ihren Hals und auch ihre Schultern. Nach einer Weile konnte sie wieder besser atmen und spürte den leichten Berührungen nach.

   Seine Hände fuhren über ihre Arme und er massierte ihre Finger, die sie immer wieder in das Gitter gekrallt hatte. Als er ihren Bauch berührte, zuckte sie zusammen, aber er legte sie nur ruhig dorthin und bewegte sie wenig bis sie wieder ruhiger wurde. Seine Finger berührten den Bereich knapp über ihrer Schambehaarung und strich dann langsam bis unterhalb ihrer Brüste. Immer und immer wieder bis sie auch das ruhig ertrug. Dann begann er von vorne.

   Alieta wusste bald weder was sie denken noch fühlen sollte. Sie fühlte zu viel und daher war denken sehr schwierig und vermutlich auch die Absicht hinter den Berührungen.

   Morgan kam mit einem Tablett wieder, auf dem leise drei Gläser klirrten und hatte auch eine große Flasche Saftschorle mitgebracht aus der er jetzt eingoss und damit zu ihnen rüber kam.

   Ein Glas drückte er seinem Bruder in die Hand und das andere hielt er Alieta an die Lippen. Durstig trank sie bis das Glas leer war und bekam prompt einen Schluckauf von der Kohlensäure.

   „Ab jetzt bekommst du nur noch stille Getränke“, bemerkte Morgan.

   Was mochte er unter ‚ab jetzt‘ verstehen? Das klang in ihren Ohren endlos. Sie wollten sie doch nicht ewig festhalten, oder doch?

   Bevor sie wieder in Panik verfiel, begann das Spiel der Berührungen von vorne, diesmal mit vier Händen. Während Cass ihren Oberkörper streichelte, tat Morgan das mit ihren Beinen und Füßen.

   Bei einer wirklich gekonnten Fußmassage seufzte sie sogar leise und erleichtert auf.

   „Ist anstrengend Zeitungen und ähnliches auszutragen, hm?“, fragte er weich.

   Sie sah ihn groß an.

   „Woher ich das weiß? Wir haben den Wagen mit den Resten gefunden und hinein gebracht. Der muss ja nun wirklich nicht draußen für alle sichtbar stehen“, grinste er sie an.

   Bald hatte sie das Gefühl, ihre Haut würde von den ganzen Streicheleinheiten unter  Strom stehen, aber zwei Bereiche blieben davon ausgenommen und machten sich immer stärker bemerkbar. Ihre Brustwarzen waren so hart wie nie zuvor und warteten auf Zuwendung und ihre Mitte pochte leise vor sich hin und sie fühlte sich feucht. Ansatzweise hatte sie nur ein einziges Mal ähnlich empfunden und das war bei dem Buch des gestrigen Abends gewesen. Sehr schnell hatte sie gemerkt, dass der Thriller ein Erotik-Thriller gewesen war, was der Klappentext gar nicht hergegeben hatte. Aber nachdem sie angefangen hatte zu lesen, konnte sie nicht mehr aufhören.

   Der Gedanke verbesserte ihre Lage nicht und sie stöhnte unerwartete auf, als vorwitzige Finger ihre Nippel griffen und weitere sich zwischen ihre geschwollenen Schamlippen drängten.

   Einen Moment starrte sie dorthin und Morgan hob die Hand, die feucht glänzte. Sie spürte wie ihre Wangen wieder heiß wurden, aber bevor sie auf die Idee kam, sich zu entziehen, drängte ein Finger in ihre heiße Feuchte, während ein Daumen auf ihrer Klitoris landete. Ihre Augen fielen wieder zu. Sofort war ihr Gedanke an Widerstand vergessen und völlig unbekannte Gefühle durchtosten ihre Weiblichkeit, zumal der Daumen nun eine gleichmäßig kreisende Bewegung durchführte, die das Ziehen und Pochen in ihrem Unterleib verstärkten.

   Stöhnend nahm sie wahr, dass die Stimulierung ihrer Brüste nun fester und intensiver wurde und die Hitze in ihrem Unterleib verstärkte. Erregt stöhnte sie lauter.

   Doch ab einem gewissen Maß der Erregung bekam sie Angst vor diesen starken Gefühlen und wurde unruhig.

   „Entspann dich“, flüsterte Cass.

   „Lass dich fallen. Alles ist in Ordnung“, flüsterte Morgan.

   „Schenk ihn uns!“

   Die leisen Worte schienen unter ihre Haut zu kriechen und sie verspürte ein leises Zucken in sich. Die Berührungen wurden fester und plötzlich krampften sich ihre inneren weiblichen Muskeln zusammen und mit einem Aufschrei zuckte ihr ganzer Körper und innen kontrahierte ihre Scheide immer und immer wieder um den Finger herum.

   Erst als ihr Orgasmus völlig verklungen war, ließen die Männer von ihr ab.

   Morgan küsste sie auf den geöffneten, keuchenden Mund und sagte leise: „Ich danke dir, dass du uns deinen allerersten Höhepunkt geschenkt hast.“

   Cass Gesicht tauchte ebenfalls über ihr auf und auch er küsste sie, jedoch etwas intensiver als sein Bruder und bedankte sich ebenfalls. Irgendwann in der Zwischenzeit musste er ihre Fesseln gelöst haben, denn sie konnte sich auf die Seite drehen. Sie war so müde …

   Schlaf ein wenig. Wir passen auf dich auf“, hörte sie noch einen von ihnen sagen, dann war sie eingeschlafen.

 

   Barbara, wo ist Barbara?, schoss ihr als erstes durch den Kopf als sie wieder erwachte. Der Raum war dunkler als zuvor, jemand hatte die Vorhänge etwas zugezogen. Sie schoss senkrecht in die Höhe, während die Erinnerungen schlagartig wiederkamen. Ihr war leicht schwindelig und so musste sie erst einmal sitzen bleiben. Hektisch sah sie sich nach ihrer Bekleidung um, aber die schien verschwunden zu sein.

   Wie komme ich denn hier weg?, fragte sie sich. Ich kann ja nicht nackt durch die Straßen laufen.

   Nun erst ging ihr auf, dass sie noch die gepolsterten Manschetten an den Handgelenken trug. Keine Kleidung, aber Hilfsmittel zum Fesseln.

   Im gleichen Moment, wo sie den Klettverschluss öffnen wollte, ertönte eine Stimme aus einer dämmrigen Ecke des Raumes und der Vorhang wurde wieder weit geöffnet. Scheinbar hatte sie nur ein paar Minuten geschlafen.

   Morgan erhob sich aus dem Sessel, den sie zuvor nicht bemerkt hatte und sagte: „Das würde ich an deiner Stelle nicht tun, es sei denn, du möchtest eine Strafe bekommen.“

   Sie erstarrte in ihrer Bewegung und überlegte, ob sie es dennoch wagen sollte, aber sein Gesichtsausdruck riet ihr davon ab. Er sah so streng und unnachgiebig aus, dass sie schlucken musste. Bei allen Göttern, er hatte sie zum Orgasmus gestreichelt und sein Bruder war auch noch daran beteiligt gewesen. Ihr Gesicht musste glühen wie eine rote Ampel bei Nacht.

   „Wo ist meine Schwester?“, fragte sie dennoch, auch wenn ihre Stimme zitterte.

   „Sie ist gut aufgehoben. Als ich sie eben gesehen habe, hatte sie gerade ihren Spaß.“

   „Wie kann sie denn Spaß haben?“, wollte Alieta verwirrt wissen und vergaß darüber sogar, dass sie unbekleidet vor einem nahezu Fremden stand.

    Morgan musterte sie intensiv, dann antwortete er: „Gut, komm mit, ich zeige es dir.“

   Er griff nach ihrer Hand und zog sie dicht zu sich, sodass sie zu ihm aufschauen musste. Sein Gesicht senkte sich und seine Lippen trafen ihre zu einem intensiven Kuss und seine Zunge leckte so lange an ihrer Unterlippe bis sie Einlass gewährt bekam.

   So einen Kuss der puren Eroberung hatte sich Alieta nicht einmal vorstellen können. Seltsamerweise hatte sie das Gefühl, seine Finger wieder zwischen ihren Beinen zu spüren, zumal sich eine Hand auf ihren Po legte und sie an ihn drückte.

   Seine Härte drückte sich gegen ihren Bauch und nun erst ging ihr auf, dass er eine gewaltige Erektion hatte. Ihre Angst machte sich durch spürbares Zittern bemerkbar, das ihm nicht entgehen konnte.

   Endlich ließ er von ihr ab und zog sie an der Hand mit sich.

   „Ich habe nichts an“, protestierte sie atemlos.

   „Da bist du nicht die Einzige.“

   Was soll das denn heißen?, fragte sie sich, denn er war ja vollständig bekleidet.

   Er brachte sie zum letzten der Schlafzimmer und sie hörte Stöhnen und leise Schreie, die ihr eine Gänsehaut verursachten. Wurde Barbara gequält? Sie hatte die Stimme trotz allem erkannt.

   Morgan hinderte sie daran, die Tür zu öffnen und drückte selbst leise die Türklinke hinunter und öffnete den Eingang nur ein Stück. Eine Hand hatte er Alieta auf den Mund gedrückt, die andere lag auf ihrer Vulva und hielt sie zurück.

   Alieta sah entsetzt was vor sich ging. Einer der beiden anderen Männer lag quer auf dem Bett und ihre Schwester saß auf ihm, auf seinem Penis, der immer wieder aus ihr auftauchte. Der andere hockte hinter ihr und versenkte gerade seinen Schaft in ihrem anderen Eingang.

   „Ja, oh ja“, stöhnte Barbara. „Ich bin so voll, mehr, schneller“, forderte sie ihre Sexpartner auf  und warf erregt den Kopf in den Nacken, ohne zu bemerken, dass sie beobachtet wurde.

   Völlig erstarrt sah Alieta diese Szene und traute ihren Augen nicht. Barbara war nicht in Gefahr, sie stöhnte in seliger Hingabe, während sie Sex mit zwei Männern gleichzeitig hatte. Es gefiel ihr und sie dachte nicht eine Sekunde an ihre Schwester.

   Mit einem leisen Fluch zog Morgan die Tür wieder fest ins Schloss.

   „War da jemand?“, hörte sie Barbara fragen.

   Morgan versuchte Alieta weg zu ziehen, aber die sträubte sich, weil sie hören wollte, was gesprochen wurde.

   „Und wenn schon. Seit wann stören dich Zuschauer?“

   „Ich müsste mal nach meiner Schwester sehen.“

   „Die ist gut versorgt, wie du es geplant hast.“

   „Ihr habt nicht gesagt, was für Typen das sind. Sie ist doch so ahnungslos.“

   „Hast du nicht behauptet, sie hätte Erfahrung?“

   „Da habe ich ein wenig übertrieben. Wahrscheinlich war die Hälfte von dem, was der Typ erzählt hat gelogen, weil er es nicht gebracht hat …“ Jetzt stöhnte sie wieder laut und wollüstig und klatschende Geräusche von Haut auf Haut verrieten, dass die Männer sie von weiteren Gedanken erfolgreich abhielten. Die drei dort im Zimmer sprachen so laut, dass es noch zu hören war, obwohl der Mann sie nun fort schleppte.

   Das Schwindelgefühl in Alietas Kopf nahm zu und alles wurde schwarz um sie herum.

 

   Sie weinte bereits, bevor sie wieder richtig bei sich war. Aber sie war nicht alleine. Neben ihr lagen auf beiden Seiten zwei kräftige Männer, auch wenn niemand sie berührte. Wild schluchzend drehte sie sich auf den Bauch und vergrub ihren Kopf zwischen den Armen. Noch nie im Leben war sie sich so alleine oder so verraten vorgekommen. Ihre eigene Schwester hatte ihr eine Falle gestellt und sie zwei ihr fremden Männern ausgeliefert. Während sie wild fickte, war es ihr egal, was aus Alieta wurde.

   Sogar wenn ihr eine Flucht gelingen sollte, wohin sollte sie denn gehen? Nach Hause konnte sie nicht, denn dort lauerte der Verrat. Sie musste ein Telefon in die Hände bekommen und ihre Eltern anrufen, aber würden die ihr glauben?

   Energisch aber sanft wurde sie herum gedreht und jemand wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht und hielt ihr das Taschentuch vor die Nase.

   „Schnauben“, hörte sie Cass‘ Stimme und bemühte sich, von ihm los zu kommen.

   Die beiden wollten bestimmt das gleiche mit ihr machen, was die anderen Männer getan hatten. Ihr graute es bei der Vorstellung. Sie hatte nicht einmal geahnt, dass so etwas möglich war. Barbara hatte auch von Sven gewusst. Nein, sie hatte sie mit Sven verkuppelt, genau. Dann kannte sie auch die Wette …

   Voller innerem Schmerz schrie sie auf und begann blindlings um sich zu schlagen. Ihre fliegenden Fäuste jedoch wurden ganz schnell eingefangen und während sie weiter schrie, zappelte und sich wand wurde sie von den Männern nieder gehalten und jemand redete auf sie ein, aber sie wollte nicht zuhören.

   Irgendwann ließ ihre Kraft nach und sie hielt keuchend und bebend still.

   „Das war der letzte Anfall dieser Art, den wir dir durchgehen lassen. Hast du das verstanden?“, fragte Morgan unfreundlich.

   In seinen Augen stand Entschiedenheit und sie nickte unsicher.

   „Wenn Cass oder ich dich etwas fragen, möchten wir die Antwort laut und verständlich von dir hören. Dabei guckst du uns an.“

   „Aber …“, kam es von selbst über ihre Lippen, ohne dass sie sagen konnte, worauf sie hinaus wollte.

   Morgans Hand legte sich um ihre Kehle und sah sie nur an.

   „I-Ich ver-verstehe“, stotterte Alieta und schluckte krampfhaft. „Ich will nach Hause“, fügte sie jämmerlich hinzu.

   „Ich besorge uns etwas zu essen und noch ein paar nützliche Dinge“, sagte Cass locker und verließ das Zimmer.

   Wieder kroch die Angst in Alietas Körper als sie sich bewusst wurde, dass sie mit dem älteren der Brüder nun alleine war. War das besser als mit beiden zusammen zu sein? Ja und nein und – sie wusste es nicht.

   „Ich erkläre dir nun ein paar Regeln, die du befolgen wirst. Ungehorsam wird bestraft. Eine hast du eben schon gehört. Du antwortest, wenn du gefragt wirst, egal wie die Frage lautet, und siehst uns dabei an. Du tust, was wir dir sagen. Und du wirst nicht versuchen weg zu laufen, denn wir bekommen dich auf jeden Fall, früher oder später, denn wir haben Verbindungen, von denen du nichts weißt. Jetzt wiederhole die Regeln.“

   Seine grünen Augen hielten ihren Blick gefangen, aber ihr Gehirn war im Moment wie leer gefegt und sie vergaß zu antworten, nickte nur.

   Unverhofft hatte er sie gegriffen, über seine Beine gezogen und ehe sie sich versah, klatschte seine Hand schmerzhaft auf ihr diesmal nacktes Gesäß. Sie schrie auf und dennoch schlug er ein zweites Mal zu.

   „Ich muss laut antworten und euch ansehen, wenn ich gefragt werde. Ich gehorche und bleibe“, sprudelte es aus ihr hervor. Prompt streichelte er mit der Hand über die geröteten Stellen, die prickelnde Hitze aussandten.

   „Setz dich mir gegenüber und erzähl mir, wie dein erstes Mal verlaufen ist“, forderte er sie mit der Seidenstimme auf, hinter der dennoch der Stahl lauerte.

   Ungeschickt setzte sie sich und er nahm ihre kalten Hände in seine warmen. Eine Berührung an ihrem Kinn ermahnte sie, ihn anzusehen, während sie sich vor Verlegenheit nur abwenden wollte. Sie mochte es nicht angesehen zu werden und erst recht nicht über die demütigende Erfahrung mit Sven zu sprechen.

   Morgans Augenausdruck wurde mit jeder verstreichenden Sekunde finsterer und gemahnte sie daran, dass er sie noch einmal übers Knie legen würde, wenn sie nicht sprach.

   Ali holte tief Luft und sagte mit flacher Stimme: „Er hieß Sven und war ein Freund von Barbara.“ Prompt schossen ihr wieder Tränen in die Augen, die sie mühsam zurück blinzelte. „Sie sagte mir, er würde auf mich stehen und er hat mich eingeladen und ist mit mir ausgegangen. Ich dachte, er meint es ernst, aber … Ich wusste ja nicht  …“ Ihr Blick schweifte ab.

   „Sieh mich an. Was wusstest du nicht?“

   „Es war eine Wette, wer mich knackt und Barbara musste davon gewusst haben.“

   „Was geschah dann?“

   „Ich will das nicht sagen, es ist peinlich“, protestierte sie hilflos und versuchte vergebens ihre Hände zurück zu ziehen.

   „Dafür werde ich dich gleich bestrafen. Erzähl!“ Der Stahl kam unverhüllt zum Vorschein und sie konnte sich nicht entziehen, obwohl ihr der Gedanke an noch eine Strafe heftig zusetzte.

   „Bevor ich wusste was mir geschah, fummelte er an mir herum, erzählte mir, wie schön ich sei und dass er meinen Kurven mag. Ich war wie erstarrt, völlig überrumpelt und wenig später lag er auf mir und … es tat nur weh und war sofort vorbei. Er mag nur dünne Frauen, wie ich jetzt weiß und … Ich will es nie wieder und habe mir geschworen, mich immer zu wehren. Ich habe ihn mit einem Buch geschlagen und er hatte ein blaues Auge, aber jeder kannte die Geschichte und sie haben mich lange geärgert … Bitte, reicht das jetzt?“

   „Es muss dir nicht peinlich sein, du kannst nichts für das, was dir zugestoßen ist. Du bist Opfer eines perfiden Spiels geworden. Aber es geht nicht, dass du dadurch deine Sexualität kaputt gehen lässt. Als Strafe für deinen Ungehorsam wirst du mir einen Orgasmus schenken, den du laut heraus schreist.“

   Mit offenem Mund starrte sie ihn an. Es war sein Ernst. Sofort war sie sich ihrer Mitte sehr bewusst und bekam gleichzeitig eine Gänsehaut und dennoch wehrte sich alles in ihr gegen seine Worte. Doch sie traute sich nicht zu widersprechen. Wie wollte er das denn anstellen? Noch einmal würde es ihm bestimmt nicht gelingen, sie zum Höhepunkt zu bringen.

   Langsam machte sich ein Grinsen in seinem Gesicht breit.

   „Glaub mir, ich kann es“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Bleibst du freiwillig liegen oder soll ich dich fesseln?“

   „Keine Fesseln, bitte!“, stieß sie hervor.

   „Leg deine Hände an die Gitter. Und bevor ich es vergesse, ab jetzt wirst du deine Beine nie mehr ganz schließen und sie immer gespreizt halten, egal in welcher Haltung du dich befindest.“

   Automatisch öffnete sie ihre Beine ein Stück weit und antwortete leise auf die Aufforderung. Panisch krallte sie sich am Kopfende fest.

   „Entspann dich. Ganz ruhig. Ich werde dich nicht fressen“, lachte er leise.

    Alieta keuchte unverhofft auf als seine Lippen eine ihrer Brustwarzen umfasste er erst sanft und dann kräftiger daran saugte, bevor er leicht hinein biss. Wieder ging das Gefühl bis in ihre Mitte, die anfing sich pochend bemerkbar zu machen und sie wurde feucht. Ihr Körper erinnerte sich an die Lust, auch wenn ihr Kopf protestierend aufschrie. Aber seinem Angriff konnte sie nicht standhalten und stöhnte leise, während er seinen Mund nun offen und feucht zu ihrer anderen Seite gleiten ließ, während seine Finger ihre nasse Weiblichkeit erforschte.

   Küssend bewegte er sich an ihr hinab und sie verkrampfte sich als sein Mund auf ihre Vulva presste und die Zungenspitze ihre Klitoris fand. Sie hatte natürlich von oralen Sexpraktiken gehört, aber nicht vermutet, dass ein Mann dies freiwillig tun würde.

   Mit einer Hand stimulierte er weiterhin ihre Brüste, erst ein Finger, dann zwei dehnten sanft ihre Scheide und bewegten sich in ihr ein und aus. Mit seinem Mund erforschte er ihren Kitzler und plötzlich waren alle Gedanken aus ihrem Kopf verschwunden und sie hörte sich entfernt stöhnen.

   Die Gefühle waren unvergleichlich viel stärker als das letzte Mal und ihr Unterleib hob sich ihm freiwillig und sehnsüchtig entgegen, ohne dass sie es noch steuern konnte.

   „Oh, oh … bitte …“, flehte sie und er saugte sich an ihr fest bis – sie mit einem lauten Schrei begann zu zucken und ihren Rücken durchbog, ihre Beine so weit wie möglich gespreizt. Er hielt sie in diesem Zustand und sie schrie nochmals auf, weil die Überreizung so stark war. Dann erst ließ er von ihr ab.

   „Wow, das war heiß“, hörte sie Cass von der Tür aus sagen und er stellte das Tablett voll mit Essen auf die Kommode. Dann öffnete er seine Hose und seine Erektion war zu sehen, was ihr wieder Angst machte.

   Aber scheinbar hatte er nicht vor, sofort über sie herzufallen, sondern brachte das Essen zum Bett und setzte sich neben sie.

   Morgan half ihr zum Sitzen auf und musste sie festhalten, weil sie so schwach war. Nachher hätte sie nicht sagen können, was in ihrem Magen verschwand, aber sie zwangen ihr ziemlich viel hinein und zu ihrem Erstaunen blieb es tatsächlich drin.

   Zärtlich betten die beiden sie dann bequem und deckten sie zu, ohne sie weiter zu bedrängen.

   Ich kann doch nicht einfach einschlafen, waren ihre letzten Gedanken.

 

   Leider wusste sie am nächsten Morgen ganz genau, was passiert war. Sie war alleine im Raum und musste unbedingt auf die Toilette und sie hätte sehr gerne geduscht. In ihrer Not stand sie auf und ging zur Türe, die sie öffnete und sich Cass gegenüber sah. Sofort wurde sie feuerrot und senkte verlegen den Blick.

   „Nana, so ein kurzes Gedächtnis?“, fragte er sanft.

   Sofort flog ihr Blick wieder hoch und sie stieß hervor: „Ich muss mal. Bitte!“

   „Dann lauf. Dort ist das Bad. Wenn du fertig bist sag Bescheid, damit ich dich duschen kann. Morgan ist gerade unterwegs.

   Es war zu dringend, als dass sie Zeit gehabt hätte, näher nachzufragen. Er wollte sie duschen? Sie trödelte mit Absicht, um nachdenken zu können. Das hatte sie aber scheinbar übertrieben, denn er stand wenig später ohne Anzuklopfen in der Tür. Leider fehlte der Schlüssel.

   „Bist du schon am frühen Morgen ungehorsam?“, wollte er wissen. „Du weißt, dass ich mir das merke?“

   „Es tut mir leid“, erwiderte sie kleinlaut und biss sich dann auf die Lippe, bevor sie irgendeinen Unsinn von sich gab, der eine Strafe erhöhte. Warum begann ihr Körper alleine bei dem Wort zu kribbeln?

   Ihr Wille zu gehorchen wurde in dem Moment untergraben als er sich das Shirt auszog. Darunter kamen ein breiter Oberkörper und kräftige Muskeln zum Vorschein, die von harter Arbeit herzurühren schienen. Dann drehte er sich um und machte das Wasser in der großzügigen bodentiefen Dusche an. Dieses Badezimmer war eindeutig neu renoviert worden und auch die Wanne war luxuriös. Jede Menge flauschige Handtücher lagen in einem offenen Regal.

   Cass zog auch noch die Sweathose aus. Unterwäsche trug er keine und sie bekam Angst. Alieta wich bis zur Wand zurück und daran entlang langsam bis zur Tür. Im gleichen Moment, in dem sie am Türrahmen angekommen war, sagte Cass, ohne sich umzudrehen: „Fluchtversuche beinhalten eine doppelte Strafe. Ich dachte, das wäre dir klar. Außerdem bist du schon wieder ungehorsam, denn ich sagte eindeutig, dass ich dich duschen werde.“ Erst jetzt drehte er sich um und winkte sie zu sich.

   Mit schleppendem Schritt ging sie zu ihm hinüber und an ihm vorbei unter das warme Wasser, nicht ohne noch einen letzten sehnsüchtigen Blick auf den Ausgang geworfen zu haben.

   „Du musst an deiner Haltung arbeiten“, bemerkte er und stieß mit seinem Fuß ihre auseinander. „Die Beine sind stets leicht gespreizt, damit du frei zugänglich bist. Haltung eins bedeutet, du nimmst die Hände hinter den Kopf oder ins Genick, die Schultern zurück. Haltung zwei heißt, du nimmst die Arme hinter deinen Rücken. Das bringt deinen schönen Busen klar zum Vorschein und du stehst gerade. Hast du dir das gemerkt?“

   Die ganze Zeit hatte sie ihm ins Gesicht gestarrt, nur um nicht an ihm herab sehen zu müssen. Mit einem Grinsen quittierte er diesen unfreiwilligen Gehorsam, wartete aber auf eine Antwort.

   „Ja, das kann ich mir merken.“

   Er rieb sich mit einem Duschbad ein, hob aber mahnend den Finger, als sie das gleiche tun wollte. Zum Nichtstun verdammt sah sie ihm dann beim Einseifen zu und bereute es als ihr Blick auf seinen Ständer fiel. Ihr Gesicht musste wieder einmal feuerrot sein.

   „Es ist nicht zu übersehen, dass du noch nie einen Penis angefasst hast. Ich stelle mich dir zu Forschungszwecken zur Verfügung“, lachte er sie an. Entschieden nahm er ihre Hand, legte sie um seinen Schaft und lehnte sich bequem gegen die Wand, die Beine leicht ausgestreckt und gespreizt.

   Alieta blieb erst einmal wie erstarrt stehen, aber sie war erwachsen und sollte sich nicht so anstellen, also nutzte sie ihre natürliche Neugierde und legte eine Hand unter seine Hoden, die sie wog und dann leicht massierte. Zu ihrer Überraschung wurden sie fester und das ermutigte sie, weitere Reaktionen hervor zu rufen.

   Trotz der ganzen Adern auf seinem Glied, fühlte sich die Haut weich an und vorwitzig strich sie über seine Eichel, was ihm ein leises Stöhnen entlockte.

   Sein Blick lag auf ihr und sie sah wie sich seine Pupillen erweiterten und Hitze in seinen Augen aufstieg. Ihm gefiel es, was sie tat und sie forcierte nun ihre Berührungen, indem sie mit ihren Fingern an ihm herauf fuhr.

   Schließlich umfasste sie erst seine Peniswurzel mit festem Griff, streckte aber den kleinen Finger aus, um auch seine Hoden berühren zu können, während sie ihn mit der anderen Hand massierte. Seine Finger legten sich über ihre und zeigten ihr, was ihm gefiel.

   Als sie ihr Tempo erhöhte und er seine Hand zurück zog, stöhnte er immer lauter und sie sah fasziniert zu, wie sich sein Gesicht unter der Lust veränderte, die sie ihm bereitete. Endlich krümmte er sich zusammen und verspritzte seinen Samen.

   Zu ihrer Überraschung zog er sie in seine Arme und sagte: „Das war eine Wohltat. Ich danke dir.“

   Dann begann er wie angekündigt sie zu waschen und ließ keine einzelne Stelle aus. Er kniete sogar vor ihr nieder, legte ihre Füße auf seinen kräftigen Oberschenkel und wusch jeden Zeh einzeln, bevor er wieder aufstand. Ihr kitzeliges Quietschen ignorierte er dabei.

   Ganz zum Schluss kam ihr Schambereich dran und mit Leichtigkeit versenkte er erst einen, dann zwei Finger in ihrer Weiblichkeit und bewegte sie dort ein paar Mal, nur um dann unverhofft wieder aufzuhören.

   „Das hat dich erregt, nicht wahr? Aber noch ist es nicht so weit, dass du einen Höhepunkt verdient hast. Strafe muss sein.“

   Am liebsten wäre sie schreiend davon gerannt und hätte sich irgendwo versteckt und sein Grinsen verriet, dass er das genau wusste.

   „Dumme Idee, Kleines. Ich trockne dich ab, dann ziehst du was über und wir gehen frühstücken.“

   „Was soll ich denn anziehen?“, wagte sie zu fragen.

   „Ein hübsches Kleid.“

   Sorgfältig trocknete er sie ab, drückte ihre Haare gründlich aus und glättete sie tatsächlich mit einer Bürste.

   Woher will er das Kleid wohl nehmen?, überlegte sie währenddessen.  Aber diese Überlegung erübrigte sich, denn auf dem Bett lag tatsächlich ein grünes Kleid, mit engem Oberteil, mittlerem Ausschnitt und einem weit fallenden Rock, der ihr bis zum Knie reichte.

   „Sehr hübsch“, sagte Cass und fuhr mit dem Finger über den Teil ihres Busens, der vom Kleid nicht bedeckt war.

   Nach Unterwäsche hatte sie sich vergeblich umgesehen und er gab dazu auch keine Erklärung ab. Aber auch ein BH hätte ihre verräterisch harten Nippel nicht verbergen können. Unter seinem Blick fühlte sie sich tatsächlich hübsch und weiblich.

   Er führte sie in die Küche, wo der Tisch schon gedeckt war und Morgan sie erwartete. Freundlich lächelte er sie an, drehte sie einmal um sich selbst, damit er sie besser ansehen konnte und küsste sie dann leicht auf den Mund.

   Am Vortag war ihr der Tisch gar nicht aufgefallen, der an die eine Längswand der geräumigen Küche geschoben worden war. Dabei war er gar nicht klein und drei Stühle waren nebeneinander gestellt worden. Auf dem mittleren sollte sie sitzen, eingerahmt von den zwei Männern.

   „Iss ordentlich. Du wirst deine Kraft noch brauchen“, forderte Morgan sie auf. An seinen Bruder gerichtet fragte er: „Gibt es Strafgründe?“

   „Ungehorsam, einen Fluchtversuch, Verweigerung des freien Zugangs“, zählte Cass auf.

   Alieta wollte gerade nach einer Scheibe Brot greifen, aber bei den Worten fiel ihre Hand wieder auf den Tisch. Morgans Blick hatte ihr gründlich den Appetit verdorben. Es schien ihm zu gefallen, was er hörte. Also wollte er ihren Ungehorsam, um sie bestrafen zu können und das verunsicherte sie total. Würde er irgendwann einfach nur noch zuschlagen?

   Seine Hand legte sich auf ihr Knie und sie tat das vermutlich einzig Falsche und schloss die Beine. Mit einem Ruck hatte er ihre Beine wieder geöffnet und sagte: „Denk daran.“ Er stand auf und kam mit einem Schreibblock wieder, auf den er etwas notierte und mit Klebestreifen an die Wand vor Alieta heftete.

   Darauf standen das Datum und jede einzelne Tat, die sie heute schon begangen hatte. Dabei war kaum eine Stunde vergangen. Wie sollte das denn dann bis zum Abend aussehen? Sie starrte auf den Zettel und die Buchstaben verschwammen vor ihren Augen.

   Sie würde den ganzen Tag hier sein und den nächsten und den nächsten …

   Gestern hatte sie noch mit Barbara fröhlich gescherzt und die hatte schon gewusst, dass sie Ali ausliefern würde. Sie hatte ihre eigene Schwester verraten. Daher war sie auch so locker geblieben. Wahrscheinlich hatte sie telefoniert, während Ali das Haus und die Männer beobachtet hatte. Das passte zu dem Anruf. Barbara hatte gewusst, dass sie nicht widerstehen könnte, wenn es um Antiquitäten ging und erst recht nicht, wenn sie versuchte es ihr auszureden. Warum hatte sie das getan? Warum …

   Erschrocken quiekte sie auf, als sich eine Hand um ihr Kinn legte und ihren Kopf zur Seite drehte. Cass‘ Daumen wischte ein paar Tränen aus ihrem Gesicht und das reichte, um sie endgültig in Tränen ausbrechen zu lassen. Wortlos nahm er sie in den Arm und ließ sie weinen, während gleichzeitig Morgan ihr den Rücken und den Nacken streichelte.

   „Woran hast du gedacht?“, wollte der jüngere Bruder im Anschluss wissen.

   „An den Verrat meiner Schwester. Sie hat mich hergelockt“, gestand sie leise.

   Die Männer tauschten einen Blick, den sie nicht deuten konnte. Während Cass Taschentücher holte, schmierte Morgan ihr eine Scheibe Brot und hielt es ihr unter die Nase.

   „Ich habe keinen Hunger“, sagte sie leise.

   Dass ihr diese Option nicht zur Verfügung stand, merkte sie, als er unter Ungehorsam einen weiteren Strich setzte. Er hatte sie getröstet, aber er blieb konsequent.

   Also aß sie was sie bekam und wieder war ihr Körper anderer Meinung als ihr Kopf, denn ansonsten hätte sie sich wohl übergeben, aber ihr Magen war dankbar für die Nahrung. Hatte der Mann das gewusst?

   „Was tust du gerne in deiner Freizeit?“, wollte Cass jetzt wissen und sie nahm Abstand davon, sich in einen Schluck schwarzen Kaffees zu flüchten, bevor sie antwortete.

   „Ich lese gerne und ich mag alte Dinge“, antwortete sie vage.

   „Das trifft sich gut. Wir haben jede Menge alte Bücher, die katalogisiert und eingeräumt werden wollen. Kistenweise, wenn du es genau nimmst“, sagte Cass.

   „Damit du aber nicht vergisst, was wir dir beibringen, ziehst du das hier an“, fügte Morgan hinzu und schob ihr eine Schachtel hin, die ihr zuvor auch nicht aufgefallen war. Die Ablenkung durch den Zettel und die Erinnerungen, die so schlimm schmerzten, war zu stark gewesen.

   Misstrauisch nahm sie den Deckel ab und sah dann fragend die Brüder an.

   „Das sind besonders weiche Hand- und Fußmanschetten, die wir dir nun anlegen und die du anlässt bis wir etwas anderes sagen. Wenn du sie abmachst zählen wir das als …“

   „… Ungehorsam“, ergänzte sie den Satz und hielt ihm einen Arm hin. Das war jetzt auch egal. Cass tauchte währenddessen unter dem Tisch ab und legte ihr die Fußmanschetten an und sie zuckte zusammen als einer seiner Finger zwischen ihre Beine fuhr und sie an ihrer empfindlichen Stelle streichelte. Kaum war das Feuer in ihr wieder entzündet, hörte er auf und sie biss sich mühsam auf die Lippen, um nichts dazu zu sagen.

   Morgan sah sie forschend an und grinste bei ihrem funkelnden Blick, der reinen Zorn anzeigte. Es war besser wütend zu sein als traurig und da sich die Wut nicht in eine Richtung lenken ließ, würde es schwierig sein, nicht noch mehr Strafen zu bekommen.

   Immer wieder fiel ihr Blick auf diesen verdammten Zettel und am liebsten hätte sie ihn genommen, abgerissen, zerknüllt, auf den Boden geworfen und wäre schreiend darauf herum getreten.

   „Das Blatt geht nicht in Flammen auf, aber dein Po, wenn da noch mehr drauf kommt“, mahnte Cass sanft.

   Erst einmal wurde sie aber wieder in das Schlafzimmer gebracht und ermahnt, darin zu bleiben und ruhig zu sein. Dann war sie endlich alleine.

   Das Fenster führte zum Garten hinaus, aber dennoch hörte sie ein Auto und wusste plötzlich nicht, was sie sich erhoffen sollte. Die Polizei oder ihre Eltern? Aber jeder dieser Gedanken war Unsinn.

   Von unten waren Stimmen zu hören und ganz vorsichtig öffnete die Tür und schlüpfte hindurch, da niemand in der Nähe war. Vielleicht erfuhr sie etwas mehr, wenn sie lauschte.

   Enttäuscht merkte sie, die anderen Stimmen kamen von den Verbündeten, von denen, mit denen Barbara gefickt hatte. Alieta hegt absichtlich diesen Gedanken, um weiterhin wütend zu sein, egal ob sie diese Wortwahl sonst mochte oder nicht. Wut unterdrückte den Schmerz in ihrem Herzen.

   Erst hatte Barbara sie mit diesem Sven verkuppelt und inzwischen fragte sie sich, ob ihre Schwester schon damals von der Wette gewusst hatte und beteiligt gewesen war, dann trieb sie es auf die Spitze und lieferte sie hier aus.

   Leider war wenig zu verstehen, obwohl sich Alieta Mühe gab, zu wissen, wer was sagte.

   Dann erhob sich eine der Stimmen erregt und sie hörte: „Nein, wir lassen uns nicht erwischen, aber so war das nicht geplant.“ Das musste einer von Barbaras Freunden sein.

   Eine Weile war wieder nichts zu verstehen, dann folgte wieder ein Satz: „Nein, am Geld liegt es nicht … Möbel … gefangen … Sorgen.“

   Sie verstand nur einzelne Worte mit denen sie wenig anfangen konnte. Aber was sie sich zusammen reimte war nicht dazu angetan, dass sie sich besser fühlte. Scheinbar verkauften die Männer doch geklaute Ware. Sie wohnten zwar hier, aber was war unauffälliger als eigene Möbel mit gestohlenen zu mischen, vor allem in so einem alten Haus mit massigem Platz. Zwar würde auffallen, wenn öfter Möbel an- oder ausgeliefert würden, aber Profis fanden für alles eine Lösung. Oder ging es gar nicht so sehr um Möbel und die verkauften auch Frauen?

   War ihre Schwester daran beteiligt ihre eigene Schwester zu verkaufen? Doch das wollte sie dann doch nicht glauben, obwohl ein Restzweifel blieb.

   Da sowieso nichts mehr zu verstehen war, ging sie wieder ins Zimmer zurück. Sie dachte immer noch über eine Flucht nach, aber dafür musste sie mehr über die Männer und ihre Gewohnheiten wissen und einen Plan haben, wohin sie gehen könnte. Würde die Polizei ihr glauben oder könnte sie zu ihren Eltern fahren? Doch die würden sie niemals für voll nehmen, wenn so eine Geschichte erzählte.

   Bist du dir sicher, dass es nicht noch einen anderen Grund gibt, nicht zu fliehen?, wollte eine kleine Stimme in ihrem Inneren wissen, die sie schnell zum Schweigen brachte.

   Wie lange sie warten musste, wusste sie nicht, aber die Männer durften nicht wissen, dass sie versucht hatte zu lauschen. Dennoch zuckte sie zusammen als sich die Türe öffnete. Sie stand am Fenster und starrte hinaus, drehte sich dann aber sofort um, in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.

   „In die Mitte des Raums und Haltung zwei“, kommandierte Morgan.

   Was war unauffälliger? Wenn sie sofort gehorchte oder sich zierte?

   Ihre Überlegungen verpufften beim Anblick seines Gesichts – und sie beeilte sich, seiner Aufforderung nachzukommen. Dabei verkrallte sie ihre Nägel in ihre Unterarme, damit sie nicht zitterte.

   Morgan blieb hinter ihr stehen und Cass lehnte sich so an die Kommode, dass sie ihn angucken musste, was ihr äußerst schwer fiel.

   „Wie lange hast du gelauscht und wo hast du gestanden?“, wollte der Mann hinter ihr wissen. Dabei war er so nahe, dass sie seinen Atem auf ihrem Nacken spüren konnte und bekam eine Gänsehaut. Er wusste, was sie getan hatte.

   „Sie ist das Musterbeispiel eines schlechten Gewissens“, kommentierte Cass ihre Reaktion.

   „Wie viel hast du verstanden?“, lautete die nächste Frage.

   „Nur ein paar Worte. Ehrlich“, antwortete sie leicht panisch.

   „Zieh das Kleid aus!“ Obwohl die Stimme nicht lauter war als zuvor, zuckte sie über die Härte darin zusammen. „Haben wir dir erlaubt, das Zimmer zu verlassen?“

   „Nein, ich sollte hier drin bleiben. Es tut mir leid“, erwiderte sie zittrig.

   Mit fliegenden Fingern streifte sie das Kleid ab, während sich Cass ins Bett gesetzt hatte und sich am Kopfende anlehnte. Verschreckt verschränkte sie die Arme vor ihrem Körper und sprang fast hoch als Morgan sie an den Schultern packte und sie zum Bett hinüberschob.

   „Du legst dich hier rüber“, forderte Cass sie auf und zeigte auf seine Beine. Wenn Morgan sie nicht festgehalten hätte, wäre sie sofort weg gelaufen, aber sein Griff wurde fester und er zwang sie in die Haltung, die ihr befohlen worden war.

   Cass legte eines seiner Beine über ihre Kniekehlen und sie bekam noch ein Kissen unter den Bauch geschoben. Morgan saß an ihrer Seite und drückte ihren Nacken nach unten.

   „Du hast Strafe verdient. Zuerst kommen ein paar Schläge, um dich vorzubereiten, dann folgen Strafhiebe. Jeder von uns nimmt sich eine deiner Pobacken vor“, erklärte er ruhig.

   „Bitte nicht!“, jammerte sie und versuchte sich vergeblich aus ihrer Lage zu befreien.

   Sie zitterte am ganzen Körper und war völlig verkrampft. Der erste Schlag war nicht sehr fest und auch der zweite ganz erträglich, aber dann wurde es immer heftiger, weil ihr Hintern immer empfindlicher wurde und sich Hitze darin breit machte. Endlich hörten sie auf und sie atmete schwer, zumal ihr Kopf so tief lag.

   Die Hände streichelten sie jetzt und sie hatte Zeit, wieder halbwegs zu sich zu kommen – und zu merken, dass sich eine Hand zwischen ihren Schenkeln befand, die auf Feuchtigkeit stieß. Ihr Körper hatte mit Erregung reagiert, doch viel Zeit zum Nachdenken hatte sie nicht.

   „Wir beginnen jetzt mit der Strafe“, sagte Cass und noch bevor sie sich versah, landete der Hieb auf ihrem Po und sie schrie. Das vorher war nichts dagegen gewesen und sie glaubte zu verbrennen in der Hitze, die in ihr aufstieg. Sie schrie und weinte und endlich war es vorbei. Schweißüberströmt blieb sie einfach so hängen bis Cass sie sanft ablegte und sich seiner Hose entledigte. Sein Glied stand stramm vor seinem Bauch, ihm hatte die Bestrafung gefallen.

   „Knie dich auf alle Viere“, befahl Morgan nun und es reichte eine leichte Berührung an ihrem Gesäß, dass sie sich beeilte, weil sofort wieder Flammen an ihr leckten und direkt in ihr Geschlecht züngelten. Sie war richtig nass, aber es reicht nicht, um das Feuer zu löschen.

   „Heute Morgen haben mich deine Finger berührt, nun will ich deinen Mund auf mir spüren“, forderte Cass sie auf.

   Damit hatte sie nicht gerechnet und sah ihn flehend an, doch er nahm ihren Kopf zwischen seine Hände und dirigierte sie, wohin er sie haben wollte. Nur widerstrebend streckte sie die Zunge aus und leckte kurz über seine Eichel, aber er schmeckte sauber und nur dieser winzige Tropfen schien etwas herb zu sein. Zuerst zögernd, dann mutiger nahm sie mehr von ihm in den Mund.

   „Saug daran“, sagte er und sie gehorchte bis er stöhnte. Bald hatte er seine Zurückhaltung vergessen und stieß von unten in ihren Mund, ohne ihr die Möglichkeit zu lassen, ihren Kopf ganz weg zu nehmen.

   Sie wünschte, sie könnte das Toben in ihrem Inneren beruhigen, denn sie war furchtbar erregt und legte dieses Gefühl in ihr Lecken und Saugen. Dennoch zuckte sie zusammen als der andere Bruder ihr die Hand auf ihr Kreuzbein legte. Kurz darauf entzog Cass sich ihr plötzlich und verspritzte seinen Samen auf ihre Schulter, wobei er schamlos stöhnte.

   Alieta schrie leise auf als ihr bewusst wurde, dass Morgan sich gerade ein Stück in sie versenkt hatte. Ihre Arme gaben nach und ihr Kopf sank auf Cass‘ Schoß.

   Beim zweiten Stoß kam der ältere Bruder tiefer und beim dritten spürte sie seine Hoden an ihrem Kitzler. Er hatte sie völlig erobert und hielt nun still, damit sie dem Gefühl nachspüren konnte.

   Es tat nicht weh, aber es fühlte sich fremd an, diesen großen Eindringling in sich zu fühlen und sie zog ihre inneren Muskeln zusammen, was das Gefühl aber nur intensivierte und ihn zum Stöhnen brachte. Erst langsam, dann immer schneller stieß er in sie und seine Stöße wurden auch immer länger.

   Geschickte Finger kneteten ihre Nippel und andere reizten ihre Klitoris und ein Teil des lauten Stöhnens war wohl ihr eigenes. Die Flammenspirale zog sich in ihr zusammen und erst spürte sie ein leichtes Zittern, das dann in ein wildes Zucken überging und das große Glied in ihr zusammen drückte. Sie schrie auf vor Erregung und stemmte sich ihm entgegen. Ein männlicher Schrei und Hände, die sich fest in ihre Hüften bohrten, zeigten ihr, dass auch er seine Erlösung gefunden hatte.

   Er zog sich zurück und entfernte das Kondom, aber Cass nutzte die Gunst der Stunde und steckte zwei Finger in sie hinein.

   „Das nächste Mal bin ich in dir und lasse mich massieren“, flüsterte er ihr ins Ohr und bewegte die Finger.

   Was immer er da berührt hatte, brachte sie zum tiefen Stöhnen und sie hatte das Gefühl von innen zu schmelzen, was er wohl zu merken schien, denn er intensivierte diese Berührungen.

   „Ja“, ächzte sie und andere Finger fanden wieder ihren Kitzler. Wenig später rollte eine zweite Welle über sie hinfort und sie hörte sich noch lauter schreien als zuvor.

   „Beim Stimulieren ihres G-Punktes kommt sie gleich noch einmal“, murmelte einer der Männer.

   Sie war so erschöpft.

   „Nicht einschlafen, Kleines. Schön die Augen aufmachen“, mahnte jemand mit fester Stimme und richtete sie halb auf.

  Ihre Lider waren aber viel zu schwer und es machte keinen Sinn, wach zu bleiben.

  „Na los. Lass mich deine schönen grünen Augen sehen“, schmeichelte Cass und klopfte sie nervtötend auf die Wange.

   „Trink das“, forderte Morgan sie auf und sie spürte ein Glas an den Lippen.

   Schlucken schien so anstrengend zu sein, aber sie ließen ihr keine Ruhe und so trank sie das Glas leer und auch noch ein zweites hinterher. Dann erst öffneten sich ihre Lider zitternd und sie blinzelte.

   „Das hast du gut gemacht“, lächelte der blauäugige Bruder sie an. „Du hast uns zwei kräftige Orgasmen geschenkt und du sahst wunderschön aus als du dich unter unseren Händen gewunden hast.“

   Morgan zog sie jetzt an sich und nahm sie in den Arm. Ihr Kopf fiel schwer auf seine Schulter, aber sie sah ihn an.

   „Du bist heißblütig und es ist schön, deinen Hintern nach der Strafe zu betrachten. Du bist hinreißend hübsch in deiner Erregung.“

   Diese Worte hätten bei ihr Panik oder Abscheu hervor rufen müssen, aber stattdessen fühlte sich Alieta auf einmal vollständig. So als wäre ein verlorenes Puzzleteil in ihr wiedergefunden und an die richtige Stelle platziert worden.

   Sex schien auf einmal nicht mehr abwegig, nicht einmal mehr abschreckend zu sein. Wenn diese Achterbahnfahrt der Gefühle in so einem Gipfel endete, dann war ihr das willkommen.

   Plötzlich war ihr klar, warum kein Mann zuvor sie locken konnte. Es war kein richtiger dabei gewesen. Sie brauchte die Dominanz, um sich fallen zu lassen, vielleicht sogar den Schmerz. Sie war nicht wie ihre Schwester, die Verräterin.

   Es konnte sein, dass ihre Gedanken nur mit der Erschöpfung zu tun hatten, aber das war ihr egal. Sie gähnte und lächelte die Männer an.

   „Deine Gefühle sind völlig in Ordnung. Es gibt viele Frauen wie dich und passende Männer wie uns, um diese Form der Sexualität auszuleben. Wir begleiten dich auf deiner Reise und passen gut auf dich auf. Du musst uns nur vertrauen“, sagte Morgan und Cass nickte.

   „Ich habe immer gerne Marterpfahl und Nachlaufen gespielt. Das hier ist reizvoller“, sagte sie und beide begannen zu lachen. Diese Laute begleiteten sie in ihren Schlaf.

 

  „Los, aufwachen“, hörte Ali eine Stimme, drehte sich murmelnd um und wollte weiterschlafen, aber ihre Decke wurde einfach weg gerissen. „Bist du ungehorsam, weil du mehr willst?“ Der Mann klang deutlich amüsiert und dann flammte ihr Po wieder auf, weil er darüber streichelte.

  Sofort war die Erinnerung wieder da und sie lächelte Cass an.

   „Dreh dich auf den Bauch“, forderte er sie auf und grinste sie diabolisch an.

   Hoffentlich wollte er sie nicht wieder schlagen, denn das hätte sie nicht ausgehalten und darum beeilte sie sich, ihm zu gehorchen, was er grinsend zur Kenntnis nahm.

   Hinter seinem Rücken hatte er eine Flasche versteckt gehalten und sagte nun: „Weil du so brav warst, reibe ich deinen hübsch roten Po mit einer kühlenden Creme ein. Dann gehen wir essen.“

   Seine Hände mit der beruhigenden Lotion taten gut und sie seufzte wohlig. Dann gab er ihr einen Klaps und zog sie auf die Füße. Nun verzog sie doch das Gesicht, denn zwischen den Beinen war sie deutlich wund. Cass half ihr in ein Kleid in einem schönen Rot und sie fragte sich, woher das nun wieder kam.

   In der Küche erwartete sie wieder ein gedeckter Tisch mit einem gut riechenden Nudelauflauf. Pflichtbewusst begann ihr Magen zu knurren.

   Morgan küsste sie sanft auf den Mund und hielt ihr den Stuhl hin. Sie stöhnte vernehmlich, weil ihre Sitzfläche auf dem Möbel deutlich zu spüren war.

   Die Gesichter der Männer sagten ihr, dass sie völlig umsonst nach einem Kissen fragen würde und machte sich über das Essen her.

   Danach brachte Morgan sie in die Bibliothek mit den leeren Regalen. Die Stühle um den Tisch herum sahen relativ gut gepolstert aus. Die ganzen Holzkisten waren jedoch neu, genauso wie die Karteikästen und die dazu gehörenden leeren Karten.

   „Du legst für jedes Buch eine Kartei an. Da ist eine Musterkarte auf dem Tisch, nach der du dich richten kannst. Die Bücher räumst du dann nach Themengebieten sortiert in die Regale. Dabei helfen wir dir. Hoffentlich hast du eine lesbare Handschrift, sonst ...“

   Der Hinweis war klar. Sonst würde sie bald im Stehen arbeiten müssen, weil sie nicht mehr sitzen konnte. Der Gedanke an ihre erste Strafe ließ trotz Wundheit ihre Mitte sehnsüchtig pochen. Die Männer trugen jetzt einen raubtierhaften Ausdruck und wussten bestimmt genau, was sie dachte - und sie lief rot an.

   Wenn sie gewusst hätte, ob die beiden tatsächlich ehrlich waren und nichts Geklautes hier war, hätte sich Alieta deutlich wohler gefühlt, um nicht zu sagen, glücklich. Aber sie traute sich nicht zu fragen und was wollten die ansonsten mit all den Möbeln, die immer mehr wurden?

 

   Konzentriert arbeitete sie an den alten Werken, die teilweise noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammten. Zur Vorsicht hatte sie weiße Handschuhe bekommen, mit denen sie die Folianten anfasste. Manchmal war es gar nicht so einfach herauszufinden, zu welchem Genre eines davon gehörte und sie musste erst hinein lesen. Aber diese Arbeit fesselte sie im übertragenen Sinn, sodass sie alles um sich herum einfach vergaß. Wie gut, dass sie sowohl altdeutsche wie Sütterlinschrift lesen konnte.

   Dummerweise hatte sie die Beine übereinander geschlagen und nicht bemerkt, dass Morgan herein gekommen war und sie beobachtet hatte. Ihre Nase steckte gerade zwischen den Seiten und sie bestaunte die Ausdrucksweise des Autors, die äußerst blumig war.

   „Na dann ist es ja gut, dass ich gleich ein Buch angeschafft habe“, ließ sich der Mann plötzlich neben ihr vernehmen und sie schreckte zusammen. Als sie seine Hand auf ihrem Knie bemerkte, wurde ihr klar, dass sie einen Fehler gemacht hatte.

   Vor ihre Augen hielt er nun ein kleines Ringheft und sie nahm es eher widerwillig entgegen.

   „Du weißt, was du hinein schreiben musst?“, fragte er lauernd und sie notierte nach kurzem Nachdenken: Zugänglichkeit nicht gewährt.

   „Braves Mädchen. Räum die Arbeit an die Seite und komm zum Abendessen.“ Kaum war sie aufgestanden, drehte er sie um, nahm ihre Arme und hakte die Manschetten hinter ihrem Rücken zusammen.

   Fragend sah sie an, aber er sagte nichts dazu. Wie gewohnt rückte er ihr den Stuhl zurecht und sie sah auf Brot und Wurst. Sollte sie nun wie ein Tier vom Teller fressen?

   Eine weiche Augenbinde nahm ihr die Sicht und sie spürte nur, dass Cass hinter ihr stehen blieb und ihr dann die Hände auf die Schultern legte. Unbehaglich schauderte sie, aber er setzte sich neben sie und kontrollierte ihre Knie, die sie diesmal aber ein Stück gespreizt hatte.

   Niemand sagte etwas, aber sie hörte das Geräusch von Besteck auf Tellern und fragte sich, was das Ganze sollte. Sie wurde immer unruhiger bis Morgan sagte: „Du musst lernen, dich besser zu kontrollieren. Diese Zappelei ist ja furchtbar.“

   Sie hätte wetten können, dass er zu dem Thema etwas in dieses Buch schrieb, auch wenn sie es nicht sehen konnte. Je mehr sie versuchte, Ruhe zu bewahren, desto schlimmer wurde es.

   „Dazu werde ich später noch etwas sagen“, hörte sie. „Jetzt mach artig den Mund auf. Du isst, was wir dir geben.“

   Irgendwo lauerte bestimmt eine Falle auf sie, aber was blieb ihr anderes übrig als zu gehorchen?

   Zuerst kam ein Stück Honigmelone und die mochte sie wirklich gerne. Das Stück Chili im Anschluss spuckte sie sofort wieder aus.

   „Eine Strafe hast du dir gerade schon eingefangen“, sagte Cass.

   „Ich hasse Chili. Mein Mund brennt. Kann ich bitte etwas zu trinken haben?“

   „Wir sind ja gar nicht so“, bemerkte Morgan und hielt ihr ein Glas an die Lippen, an dem sie erst einmal misstrauisch schnupperte, aber ihr fiel nicht sofort ein, was da drin sein könnte. Beim ersten Schluck wurde das schon klarer. Es war stilles Wasser, aber mit ganz viel Zitrone. Das Brennen hörte sofort auf, aber dafür verzog sie das Gesicht, weil es sauer war und schüttelte sich im Anschluss. Dafür enthielt sie sich aber eines Kommentars und begann den Rest der Mahlzeit zu fürchten.

   Obst, Gemüse und Brot kam alles durcheinander zu ihr und sie aß alles bis auf die Sülzwurst, die sie ebenfalls reflexartig ausspuckte.

   „Wer hätte gedacht, dass sie sich alleine beim Essen so viele Strafen einhandelt“, hörte sie Morgan grinsen und sein Bruder lachte.

   Schließlich war sie doch satt und unendlich froh, dass dieses Spiel ein Ende gefunden hatte. Leider blieben sowohl die Manschetten wie auch die Augenbinde dran.

   Einer von beiden führte sie und hieß sie dann dort wo sie war in Haltung zu bleiben. Nur hatte sie mit gefesselten Händen und verbundenen Augen ziemliche Gleichgewichtsprobleme und schwankte deshalb, obwohl sie versuchte ruhig zu stehen und die Beine nicht zu schließen.

    Sie spitzte die Ohren, um zu hören, was die Männer taten, aber die Geräusche kamen mal von vorne, mal von hinten oder von den Seiten und das brachte sie immer mehr durcheinander und schließlich wäre sie umgefallen, wenn starke Arme sie nicht aufgefangen hätten.

   „Ihre Selbstkontrolle ist ziemlich mäßig“, sagte Morgan und nahm ihr endlich die Augenbinde ab. Sie hatte gedacht, im Salon zu sein, aber sie befand sich in der Bibliothek.

   „Es gibt eine ganze Menge, das du noch lernen musst“, seufzte Cass und schüttelte betrübt den Kopf. Aber ein Blitzen in seinen Augen sagte ihr, dass es ihm Spaß machte, wenn sie ihre Aufgaben nicht perfekt beherrschte. Das schien ein Teil des Spiels zu sein und sie erwartete mit einer Mischung aus Angst und Erregung die Verkündung einer Strafe.

   Minute für Minute verging, während beide Männer sie anstarrten und sie begann unter den finster werdenden Blicken wieder unruhig zu werden.

   „Das wird heute nichts mehr. Wir machen morgen weiter“, meinte Morgan und befreite ihre Arme.

   „Ab ins Bett, kleines Mädchen“, fügte Cass unerwartet sanft hinzu. Beide küssten sie auf die Stirn und völlig irritiert ging sie die Treppe hoch. Was sollte das denn? Kamen sie später und würden sie bestrafen? Erregt wartete sie bis die Müdigkeit stärker war. Niemand war gekommen.

 

   Der nächste Morgen enthielt schon ein fast vertrautes Ritual. Nur kam diesmal kam Morgan, um sie zu duschen. Ihn musste sie zwar nicht befriedigen, aber er erregte sie, nur um sie dann zum Frühstück zu führen. Sie hätte schreien können vor Frust. Das war nun das zweite Mal, dass sie mit ihrer Lust alleine zurück blieb und das Grinsen der Männer sagte ihr, dass sie das wussten und genossen.

   „Du darfst dich nicht selbst anfassen und hast Orgasmusverbot bis wir etwas anderes befehlen“, teilte Morgan ihr mit.

   Sie funkelte ihn böse an. Erst weckten sie dieses Verlangen in ihr, das ihr zuvor völlig fremd gewesen war, dann ließen sie Alieta hängen.

   „Hast du irgendwelche Einwände?“, wurde sie überflüssigerweise auch noch gefragt.

   „Nein, habe ich nicht“, log sie, als sie sah, dass Cass das blöde Ringbuch zu sich zog.

   „Dann ist ja alles in Ordnung.“

   Das war es nicht, aber sie schwieg weiter. Immer wieder musste sie auch an die Möbel denken. Waren die Männer samt Barbaras Stechern nun Diebe oder nicht?

   Besonders viel hatte sie nicht gegessen, denn sie war zu unruhig, um richtig Hunger zu haben.

   Endlich war sie wieder in der Bibliothek und konnte sich durch die Arbeit ablenken. Doch hier schienen beide präsent zu sein und sie schielte immer wieder zur Tür, ohne sich wirklich zu trauen die Beine übereinander zu schlagen. Auf die Dauer fand sie ihre Haltung zu anstrengend und legte sich bäuchlings auf den Boden. Bald war sie völlig in ihrem Element.

   Unbewusst hatte sie die Beine angewinkelt und die Knöchel überkreuzt. Natürlich konnte es nicht lange dauern und es klopfte an die Fensterscheibe. Dort stand Cass, schüttelte den Kopf und zeigte ihr seine übereinander gelegten Handgelenke.   

    Hat er nichts Besseres zu tun als mich zu beobachten, ob ich es mir bequem mache?, dachte sie aufmüpfig, als er auch schon durch die Tür kam.

   Alieta sprang auf und sah ihn trotzig an.

   „Kleid ausziehen und Haltung eins“, befahl er finster.

   Arschloch, Idiot, Sklaventreiber, zählte sie auf, traute sich aber nicht laut zu sprechen und tat lieber was er verlangte.

   „Wie viele Schimpfwörter waren das jetzt?“, fragte er hämisch grinsend und sie riss erstaunt die Augen auf.

   „Ich habe nichts gesagt“, erwiderte sie gepresst.

   „Dennoch weiß ich es!“

   Er ging zur Tür und rief halblaut: „Morgan, kommst du mal bitte?“

   Der Angesprochene  kam binnen Sekunden herein geschlendert und sie vermutete, er hatte bereits auf den Ruf gewartet.

   „Brauchst du Hilfe bei der Bestrafung?“, fragte der Ältere.

   „Leg dich mit dem Bauch über die Rückenlehne des Sessels und stütz die Arme vorne auf die Armlehnen“, kam die Anweisung.

    Erst als Morgan die Rückenlehne etwas tiefer machte, sah sie, dass der Sessel nicht einfach nur ein Sitzmöbel war, sondern sehr viel mehr her gab. Sie fragte sich, für wen diese Konstruktionen hier errichtet worden waren. Eine Spur Eifersucht mischte sich in ihr Gefühlschaos.

   Als sich eine Hand kräftig um ihren Nacken legte und sie vorwärts schob, wurde ihr bewusst, dass sie zu lange gewartet hatte, um den Anweisungen zu folgen. Auch jetzt sträubte sie sich etwas und verlor dennoch. Sie hatte Angst vor den Schlägen seiner Hand, denn diesmal würde Cass das wohl übernehmen, aber trotzdem spürte sie Erregung.

   Morgan hockte sich so vor das Möbel, dass er ihre Handgelenke festhalten konnte. Das machte die Warterei auch nicht besser und steigerte ihre Nervosität.

   Sie hörte ein leicht schleifendes Geräusch und dann ein leises Klingeln wie Metall auf Metall, gefolgt von einem Knall, der sie zusammen zucken ließ. Er hatte seinen Gürtel ausgezogen …

   „Du bekommst ein paar Schläge von meiner Hand, dann nehme ich den Gürtel und es folgen die Strafschläge. Danach wirst du nie wieder vergessen, dich zugänglich zu zeigen“, erklärte Cass das geplante Procedere.

   „Nein, nicht das!“, flehte sie, aber völlig umsonst. Niemals würde sie das aushalten und was, wenn er die Schnalle benutzte …

   Die ersten Hiebe mit der Hand trafen sie bereits und sie spürte die vertraute Hitze aufsteigen, die den Schmerz fast überdeckte. Endlich machte er eine Pause, aber die machte ihr noch mehr Angst. Jetzt würde der wirklich schlimme Teil kommen.

   Sie versuchte sich aufzurichten, aber daran hinderte sie Morgan, doch sie sah nicht ein, still zu stehen und trat von einem Fuß auf den anderen.

   Cass entfernte sich ein Stück, ohne dass sie sehen konnte, was er tat, und spreizte dann ihre Füße und befestigte eine Stange dazwischen. Ein Seil legte er um ihre Hüften und befestige es an den Seiten des Sessels.

   „Nur zur Sicherheit, damit ich dich bei deiner Zappelei nicht versehentlich an der falschen Stelle treffe“, erklärte er ihr und sie hätte am liebsten geschrien. Doch dazu fehlte ihr die Luft. „Bereit?“

   Nein, war sie nicht, aber schon zischte der Riemen durch die Luft und traf sie schmerzhaft. Dagegen waren die Schläge mit der Hand gar nichts gewesen und es trieb ihr den Atem aus der Lunge. Beim Zweiten geriet sie in Panik. Sie konnte das nicht.

   „Sieh mich an, Ali!“, hörte sie Morgan sagen und er griff sanft nach ihrem Kinn.

   Ein Befehl, aber ihr Name eine einzige Liebkosung. Er strich ihr die Angsttränen von den Wangen. „Sieh mich die ganze Zeit an. Du kannst das. Halte den Augenkontakt.“

   Der nächste Schlag traf, aber Morgans Blick erdete sie und die Angst blieb aus. Sie schrie und weinte, war in Schweiß gebadet, aber es war anders als zuvor. Ein Lächeln zeigte ihr an, es war vorbei und sie hatte bestanden. Sie war stolz auf sich. Ihr Po brannte und sie spürte ihre eigenen Nässe an den Beinen runter laufen.

   Mit einem Ruck war Cass in sie eingedrungen. Sie war zwar bereit, aber dieser Vorstoß in ihre Enge war erst unangenehm, wurde aber schnell vom Gefühl der Lust verdrängt.

   „Komm für uns“, flüsterte ihr Morgan zu und sie spürte Cass‘ Finger auf ihrem Kitzler. Beim nächsten Stoß war es tatsächlich so weit. Es lief ihr heiß die Wirbelsäule rauf und jede Zelle ihres Körpers schien an diesem Höhepunkt beteiligt zu sein. Ihr fehlte die Luft zum Schreien und alles in ihr krampfte zusammen.

   Entfernt hörte sie Cass erregt stöhnen, aber er bewegte sich erst wieder als sie Luft bekam. Dann nahm er sie wild mit kräftigen Stößen und röhrte seinen Orgasmus laut hinaus. Schwer atmend legte er sich auf ihren Rücken und küsste ihren Nacken, was einer Liebkosung ziemlich nahe kam und sie beruhigte.

   Innerhalb von Sekunden konnten die Männer vom Dom zum netten Kerl von nebenan werden. Zumindest fast.

   Cass entfernte das Gummi und befreite sie von ihren Fesseln. Dann führte er sie um den Sessel herum. Irgendwann in der Zwischenzeit hatte Morgan seine Hose gegen ein Kondom getauscht und schien auf sie zu warten.

   „Ich kann nicht mehr“, flüsterte sie heiser.

   „Knie dich über mich“, kam der Befehl und Cass sorgte dafür, dass sie gehorchte.

   Gemeinsam drückten sie sie sanft nieder, bis sie diesmal Morgan ganz aufgenommen hatte. Es war unangenehm. In dieser knieenden Position war er zu tief und sie versuchte sich zu erheben. Hände umgriffen von hinten ihre Brüste und ein Finger suchte ihre Klitoris. Gleichzeitig wurde sie stimuliert und stöhnte bald darauf wieder.

   „Ich will dich schreien hören“, sagte Morgan.  Mit festem Griff packte er ihre Hüften und half ihr, sich auf ihm zu bewegen. Sofort war das unangenehme Gefühl völlig vergessen und wieder reichte nur eine kleine Berührung und sie kam zum zweiten Mal – diesmal schrie sie wirklich laut auf und riss ihn spürbar und hörbar mit.

   Völlig erschöpft sank sie auf seine ebenfalls schweißnasse Brust und rang keuchend nach Luft.

   „Warum?“, fragte sie irgendwann leise.

   Cass kraulte ihren Nacken und antwortete: „Wir testen deine Grenzen aus und erweitern sie. Außerdem kennen wir deinen Tabus nicht. Du bist noch so neu auf dem Gebiet, dass du es uns nicht sagen kannst.“

   Vielleicht würde die Aussage Sinn machen wenn sie nicht mehr so erschöpft war. Doch zuerst kam das übliche Glas mit Saftschorle, das ihr einen Teil der Kraft wieder gab. Danach blieb sie nie alleine und entweder beide oder wenigstens einer kümmerte sich um sie und das war wunderschön. Sie fühlte sich in diesen Momenten geliebt und geborgen. Wieso hatte sie sich in zwei Männer verlieben können?

 

   Auch in den nächsten Tagen verlief ihr Leben in einem ähnlichen Rhythmus und sie vergaß zweitweise völlig ihre Eltern und vor allem ihre Schwester. Immer wieder wurde sie an ihre Grenzen gebracht und nicht immer hatten die Männer auf eine Gelegenheit gelauert, sie zu strafen, denn sie forderte es manchmal heraus und fand sich immer besser in diesem Teil ihrer Sexualität zurecht, auch wenn sie noch manches Mal Angst bekam. Wie zum Beispiel ihr erstes Erlebnis mit der Gerte, die sie schlimmer fand als den Gürtel.

   In einem hatten sie aber Recht behalten. Sobald sie unbewusst die Beine übereinander schlug, merkte sie es und änderte ihre Haltung, es sei denn, sie wollte provozieren.

   Die Übungen, damit sie lernte still zu stehen, fielen ihr am schwersten. Sie musste in der Haltung mit den Armen im Nacken und verbundenen Augen ruhig dastehen. Zuvor drehten sie sie im Kreis und ließen sie dann einfach alleine. Zumindest hatte sie das Gefühl. Vorher wurde ihr Sprechverbot erteilt und die Zeit schien endlos zu sein und sie wurde immer unruhiger.

   „Du musst in dich gehen. Dann schaffst du das“, hatte ihr Morgan gesagt, aber das hörte sich leichter an als getan.

   Alieta konnte einfach nicht ruhig bleiben und nach einiger Zeit schliefen ihr die Arme ein, egal wie sehr sie sich bemühte. Das Gefühl, völlig alleine zu sein, setzte ihr zu und sie bekam Angst, also rief sie: „Bitte, darf ich aufhören?“

   Vor Schreck schrie sie auf als sie eine Berührung spürte und merkte, dass einer der beiden die ganze Zeit in ihrer Nähe gewesen war. Still und lautlos, wie sie es von ihr verlangt hatten. Die Strafe folgte sofort, dennoch machte sie Fortschritte und jedes Mal verspürte sie Stolz auf sich selbst, ein Gefühl, dass sie vorher nie so intensiv verspürt hatte. Aber sie war zuvor auch noch nie so herausgefordert worden.

 

   Misstrauisch besah sie sich morgens die Utensilien, die Morgan mit zur Dusche gebracht hatte. Das sah verdächtig nach Rasierschaum und Klinge aus.

   „Ich werde dich hier von deinen Haaren befreien“, teilte er ihr mit und zupfte leicht an ihrem Schamhaar.

   Alieta wich sofort zurück. Der Gedanke, dort plötzlich nackt zu sein, hinterließ in ihr den Eindruck hilflos und zum Kind degradiert zu werden und sie presste eine Hand auf ihren Venushügel.

   „Nein, das mache ich nicht mit“, protestierte sie atemlos.

   „Tabu oder Grenze?“, fragte Morgan und sah sie aufmerksam an.

   Inzwischen hatten sie ihr den Unterschied erklärt und bisher hatte es nichts gegeben, das sie wirklich vollkommen abgelehnt hatte.

   „Tabu!“, sagte sie sofort.

   Er schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht. Sag mir, was dir einfällt, wenn du daran denkst, ohne Schambehaarung zu sein.“

   Obwohl sie diese Art fragen schon kannte, war es ihr unglaublich peinlich, von ihren Ängsten zu reden und sie presste die Lippen aufeinander, während sie spürte, wie sie rot wurde.

   Morgan drängte sie an die Duschwand und forderte: „Rede oder ich lege dich gleich übers Knie.“

   Mit abgewandtem Gesicht antwortete sie: „Ihr seid älter als ich und ich bin so unerfahren. Wenn ich unten rum nackt bin, habe ich das Gefühl, ihr haltet mich für ein kleines dummes Kind. Dabei gebe ich mir doch solche Mühe.“

   Er legte seine Hand an ihre Wange und drehte ihr Gesicht zu sich bis sie ihn ansah. „Das ist nicht die Absicht dahinter. Wir sind stolz auf dich und deine Fortschritte. Ein Kind bist du nicht mehr. Aber du wirst deutlich mehr fühlen ohne die Haare und solltest es wenigstens einmal versuchen. Ich glaube nicht, dass es ein Tabu ist.“

   Alieta rang mit sich selbst und nickte schließlich ihre Einwilligung. Die Locken würden nachwachsen und sie darauf bestehen, wenn es ihr nicht gefiel.

   Die Augen fest zusammen gepresst ließ sie die Prozedur über sich ergehen und bemerkte tatsächlich, dass jede Berührung intensiver war, zumal Morgans Zunge sie begann zu verwöhnen. Er berührte den gesamten rasierten Bereich und konzentrierte sich anschließend auf ihren Kitzler, den er mit raschen Zungenschlägen zum Anschwellen brachte und sie schließlich über die Kante warf.

   „Überzeugt?“, fragte er grinsend und sie nickte mit hochroten Wangen. Beim Frühstück forderte Cass sie auf: „Zeig mal her. Ich will mal sehen, was ich sonst nur fühlen konnte.“

   Sie musste das Kleid hochziehen und sich mit gespreizten Beinen auf den Tisch setzen. Es kostete sie Mühe zu gehorchen und ihr Gesicht brannte wieder einmal vor Verlegenheit. Cass konnte es auch nicht lassen, sie zu stimulieren, um dann von einem auf den anderen Augenblick scheinbar das Interesse zu verlieren. Über ihr wütendes und enttäuschtes Gesicht brach er in Lachen aus.

   Wortlos aß sie und trank ihren Kaffee, während sie überlegte, ihn zu provozieren. Aber so wie er sie ansah, würde sie die Strafe ohne Erlösung in Kauf nehmen und das wollte sie nicht.

   Am gleichen Mittag wurde sie ins Schlafzimmer gebracht und am Bett angebunden.

   „Damit du nicht auf die Idee kommst, dich selbst zu befriedigen“, grinste Cass sie wieder fies an, als er ihre Hände an den Gittern befestigte. Damit sie auch genau wusste, was das sollte, brachte er sie bis kurz vor den Höhepunkt, nur um dann gehen zu wollen.

   Einen Frustschrei konnte Alieta nicht unterdrücken und er sagte beiläufig: „Ach, fast hätte ich es vergessen“, und zog einen Knebelball aus der Hosentasche. Lässig setzte er sich neben sie auf das Bett und fügte hinzu: „Mund auf!“

   Sie kniff die Lippen zusammen, schrie aber auf, als er ihr einen Hieb auf den Oberschenkel versetzte, und schneller als sie gucken konnte war der Knebel in ihrem Mund. Sorgfältig verschloss er ihn hinter ihrem Kopf und ließ sie alleine.

   Wenig später hörte sie fremde Stimmen im Haus und plötzlich kam sie sich wie eine Gefangene vor. Jemand war scheinbar wegen der Möbel da und durfte sie nicht hören.

   Wären sie ehrlich, hätten sie mich gebeten zu schweigen und nicht gefesselt und geknebelt. Sie sind doch nur Räuber, dachte sie traurig.

   Auch nachdem sie wieder frei war, blieb sie schweigsam und distanziert. Jetzt half keine Strafandrohung, um sie zum Sprechen zu bringen. Zu ihrem Erstaunen nahmen beide es hin und ließen sie in Ruhe.

   Sie musste wohl doch hier raus und dann die Polizei rufen, denn sie konnte doch keine Hehler unterstützen, aber das brachte sie nicht über sich.

   In der Nacht hatte sie einen Albtraum. Auch wenn sie nicht mehr genau wusste, worum es ging, war sie in Schweiß gebadet und ihr Herz raste. Sie lag alleine im Bett und stand nun auf, um Cass oder Morgan zu suchen. Alleine sein wollte sie gerade nicht.

   Aber egal wo sie guckte, es schien niemand im Haus zu sein. Die einzige Möglichkeit war eigentlich, dass die beiden im Keller waren. Den kannte Alieta nicht und nahm an, dort waren weitere Dinge gelagert. Da sie sich so unwohl fühlte, öffnete sie die Tür und war sich nun sicher, dass dort jemand war, denn ansonsten war sie stets abgeschlossen.

   Sollte sie rufen? Nein, sie würde einfach gucken gehen. Unten befand sich ein weiterer Eingang, der nicht ganz geschlossen war und davor hingen künstliche Fackeln, die ein oranges Flackerlicht produzierten. Es war richtig unheimlich.

   Aus dem Raum dahinter erklang ersticktes Stöhnen und Wimmern, sodass Alieta ein kalter Schauer über den Rücken lief. Nun schlich sie sich nur noch näher und spähte durch den Spalt, den sie ganz vorsichtig erweiterte, um zu sehen was sich in dem Raum tat.

   Vor Entsetzen vergaß sie zu atmen. Sie hatte freie Sicht auf eine schlanke Frau, die gefesselt mit hoch gereckten Armen mitten in einem Zimmer stand, das verdächtig einer Folterkammer ähnelte. Sie war es auch, die jammerte, denn Morgan stand hinter ihr und bearbeitete sie gleichmäßig mit einer langen Peitsche, die deutliche rote Spuren an dem hellen Körper hinterließen.

   Vor der Frau stand Cass. Beide trugen nur enge Lederhosen, waren barfuß und obenrum ebenfalls nackt. Den dritten Mann, der mit verschränkten Armen daneben stand, nahm sie kaum wahr.

   „Was meinst du, ist diese Sklavin nun gehorsamer und hört auf ihren Herrn?“, hörte sie Morgan sagen.

   „Ja, jetzt kann sie mit gutem Gewissen weiter gegeben werden“, antwortete Cass. Er ging auf die Frau zu und zog kräftig an ihren Nippeln, die durchstochen waren und Ringe trugen. Wieder stöhnte sie. Er war dabei seine Hose zu öffnen.

   Sie verkaufen Frauen, schoss es durch Alietas Kopf. Das wollen sie auch mit mir machen, wenn sie mich genug ausgebildet haben. Einen Käufer haben sie auch schon.

   Mit fliegenden Fingern wollte sie die Tür wieder ein Stück schließen, zog aber zu fest und mit scheinbarem Donnergetöse fiel sie ins Schloss.

   Ich muss weg, schrie es in ihr und sie rannte schon die Treppe hoch. Was für ein Glück, dass sie ein Kleid und die Sandalen übergezogen hatte, mit denen sie schon mal in den Garten durfte. Er lag von dem Nachbarhaus abgewandt und grenzte nicht eingezäunt an ein Waldstück. Die anderen Häuser lagen ein ganzes Stück entfernt, das wusste sie noch vom Zeitungsaustragen.

   „Scheiße! Ali?“, hörte sie noch jemanden rufen, aber das beschleunigte sie nur noch. Im nächsten Raum riss sie das Fenster auf und sprang hinaus. Stolpernd kam sie auf die Füße und rannte so schnell wie noch nie in ihrem Leben auf die Bäume zu. Sie musste sich verstecken, sie musste weg. Die Dunkelheit war Freund und Feind zugleich. Sie sah nicht viel, trotz Mondlicht, aber dann würde sie auch nicht so schnell gefunden werden. Weg, nur weg.

   Am Saum des Waldes war es sofort fast undurchdringbar dunkel und sie musste sich langsamer vortasten. Ein Blick zurück zeigte ihr zwei Lichtkegel, die von starken Taschenlampen stammen mussten. Wieso waren die so schnell hinter ihr her und woher kamen die Lampen so plötzlich?

   Unsicher tastete sie sich weiter auf einen schmalen Trampelpfad, der dann in einen breiteren Waldweg überging. An der Schnittstelle konnte sie längliche Gegenstände ausmachen und der starke Geruch nach Harz sagte ihr, dass es sich um frisch gefällte Baumstämme handeln musste. Klar, vor ein paar Tagen hatte sie die Sägen gehört.

   Auf der vom Weg abgewandten Seite tastete sie sich vor und fand eine Kuhle, in die sie sich legte, weil die Lampe ziemlich schnell näher kam. Außerdem hörte sie Morgan rufen und er klang wenig erfreut. Mit einem noch begrünten Fichtenzweig deckte sie sich zu und hoffte, ihr Verfolger würde ihren Herzschlag nicht hören, denn in Ohren war kaum etwas anderes zu vernehmen.

   „Ali, bitte komm her und lass uns reden!“, rief Morgan und von weiter her hörte sie sogar Cass. Die waren ganz schön mutig, so viel Krach zu machen. Wenn die Nachbarn das hörten, würden sie bestimmt Fragen stellen. Was würden sie erzählen?

   Endlich verschwand er wieder und Alieta kroch aus ihrem Versteck. Dass sie sich dabei überall Kratzer zuzog, merkte sie kaum. Stolpernd folgte sie weiter dem Waldweg, auch wenn sie nicht wusste, wohin sie ging.

   In ihrem Brustkorb schien ein großes Loch zu sein und darin saß der Schmerz. Sie hatte begonnen, den Männern zu vertrauen und hatte ihren schönen Worte geglaubt, aber sie hatte sich geirrt. Es gab niemanden, dem sie vertrauen durfte. Diese Lektion hätte sie von Barbara lernen müssen.

   Immer wieder fiel sie hin und sie schlug sich die Knie und Hände auf. Doch der Schmerz in ihrem Inneren trieb sie immer weiter. Weg, nur weg, hämmerte es weiterhin in ihrem Kopf.

   Gäbe sie dem Kummer auch nur einen Moment nach, würde sie zusammenbrechen und nie mehr aufhören zu weinen, also trieb sie sich selbst weiter, auch noch als die Müdigkeit sie zu lähmen drohte.

   Bei einem ihrer Stürze riss der Riemen ihrer rechten Sandale und sie zog beide aus, ohne darüber nachzudenken und ließ sie liegen.

   Endlich kam sie an einer Straße raus und lief einfach weiter. Hier wäre sie besser voran gekommen, weil es nicht gar so dunkel war, aber die Erschöpfung machte sie langsamer als ihr das lieb war. Nun erst ging ihr auf, dass sie noch die Manschetten trug und riss sie ab, warf sie auf die Erde, war aber zu müde, um noch darauf zu treten. Stattdessen starrte sie auf diese Zeichen ihrer freiwilligen Unterwerfung und fühlte den Verrat wie ein glühendes Schwert in ihrem Inneren.

   Immer wieder sah sie die Szene in diesem Keller vor sich. Sie hatte nicht einmal geahnt, dass es dort so einen Raum geben könnte und er war mit Sicherheit nicht für sie gebaut worden. Was war schlimmer, der Gedanke, dass sie da mit anderen Frauen zugange waren oder dass sie Verbrecher waren? Waren sie das? Nichts sprach mehr dagegen aber alles dafür. Warum nur war sie so böse auf die beiden herein gefallen? Ihre Gedanken drehten sich in nutzlosen Kreisen bis die Erschöpfung auch in ihrem Kopf Einzog hielt und die Erinnerungen zum Schweigen brachte. Nur ihre Füße schleppten sie immer weiter. Wie lange wusste sie nicht.

   Daher bemerkte sie auch nicht, dass sich von hinten ein Auto näherte und ignorierte auch das Licht der Scheinwerfer, das auf sie fiel. Kurz vor ihr hielt das Fahrzeug und sie wäre fast noch hinein gelaufen, weil sie es bewusst gar nicht registriert hatte. Doch als beide vorderen Türen aufflogen und der Schein zwei ihr sehr bekannte Gestalten beleuchtete, drehte sie sich um und begann wieder zu rennen, zumindest versuchte sie es. Aber sie war nicht schnell genug. Nur wenige Meter weiter griff eine starke Hand nach ihr und hielt sie auf.

   „Um Himmels Willen, Ali, endlich haben wir dich. Was ist denn in dich gefahren?“, hörte sie Cass sagen.

   Sie war zu schwach, um sich zu wehren, daher fing sie an zu schreien. Laut und wortlos, wie ein verwundetes Tier.

   Eilig wurde sie in das Auto getragen, aber sie hörte nicht auf, obwohl sich die Münder der Männer bewegten und mit ihr zu sprechen schienen. Cass hielt sie hinten im Arm und Morgan fuhr – zurück zur Villa, dorthin wo ihr Elend begonnen hatte.

   Cass hielt ihr den Mund zu, während er sie ins Haus trug und sie versuchte noch einmal ihre Kraftreserven zu mobilisieren, um zu entkommen, aber nach kurzer Zeit befand sie sich doch in dem Schlafzimmer. Dort ließ er sie los und sie flüchtete sich in eine Ecke, wo ihre Beine nachgaben und sie einfach sitzen blieb. Woher kamen eigentlich der dritte Mann und die Frau, die sich nun auch plötzlich dort befanden?

   „Ich rufe Birgit an“, sagte der Fremde. „Sie hat einen Zusammenbruch.“

   Da ihr Hals schmerzte, hatte Alieta aufgehört zu schreien und wimmerte nur noch vor sich hin. Daher hörte sie jetzt auch die Worte.

   Morgan versuchte sich ihr zu nähern und sie bemühte sich, auf die Füße zu kommen, sodass er wieder ein Stück zurück wich, um sie nicht noch mehr aufzuregen.

   „Ali, rede mit mir! Was ist passiert?“, forderte er sie sanft auf.

   Ihr Blick irrte immer noch im Raum umher, auf der Suche nach einem Ausweg und blieb schließlich an der Frau hängen, die sich nun mit weit aufgerissenen Augen an den Fremden lehnte, der sie im Arm hielt, während er telefonierte und dann das Mobiltelefon wieder weg steckte.

   War das nicht die Frau aus dem Kerker?

   Sie löste sich nun aus der Umarmung und kam ein Stückchen näher. Langsam kniete sie sich vor Alieta hin und sagte sanft: „Was du gesehen hast war ein Spiel. Sie haben mir einen Gefallen getan, indem ich sie als Doms versuchen durfte.“

   „Sie verkaufen Frauen und geklaute Antiquitäten“, flüsterte Alieta heiser. Die andere sah sie verwirrt an und drehte sich zu den Männern um, aber auch die schienen nicht zu wissen, was gemeint war.

   Schließlich schlug sich Cass mit der flachen Hand vor den Kopf. „Wir sind ja wirklich … Ich weiß, was los ist. Morgan erinnerst du dich an die Bemerkung der Schwester, dass Ali dachte, wir würden mit geklauten Möbeln handeln? Wir dachten, es sei mehr oder weniger ein Scherz, aber es war ihr todernst. In dem Glauben hat sie bisher gelebt.“

   „Den Rest hat sie sich zusammen gereimt als sie uns heimlich beobachtet hat“, bemerkte der Fremde.

   Die haben sich abgesprochen, um mich ruhig zu bekommen, dachte Alieta und presste sich die Hände auf die Ohren, um nichts mehr hören zu müssen. Sie war so müde, aber sie musste wachsam bleiben.

   Irgendwann stand da eine weitere Frau mit einer Tasche in der Hand. „Was habt ihr mit der armen Kleinen gemacht?“, fragte sie besorgt. „Habt ihr sie mit eurem Folterkeller erschreckt?“

   Alieta hörte nicht mehr hin als die Männer ihre Erklärungen begannen. Vielmehr war sie damit beschäftigt, dass die Frau etwas in ihrer Tasche zu suchen schien und sie nicht sehen konnte was sie vorhatte.

   Schließlich hielt sie eine Spritze in der Hand und Alieta bemühte sich auf die Füße zu kommen. Doch die Männer hatten sie ziemlich schnell festgehalten und nach etwas Kaltem an ihrem Arm kam ein Stich. Cass hielt im Arm, streichelte sie und redete beruhigend auf sie ein. Das war so vertraut, aber noch bevor sie weinen konnte, dämmerte sie weg.

   Ganz am Rande ihres Bewusstseins bekam sie mit, dass jemand sie in die Badewanne setzte, sie wusch und die Haare kämmte. Dann wurde es dunkel um sie herum.

 

   Irgendwann wurde sie etwas wacher und hörte die Unterhaltung um sich herum.

   „Ich glaube, sie kommt wieder zu sich“, sagte die Frau, die ihr die Spritze gegeben hatte.

   Ali schlug die Augen auf. Ihr ganzer Körper tat weh und sie konnte sich nicht erklären warum das so war. Ihre Knie und Hände brannten wie Feuer und langsam hob sie eine hoch und besah sich die völlig zerkratzte Handfläche.

   „Ich heiße Birgit und bin Ärztin. Wie fühlst du dich jetzt?“, lächelte die fremde Frau sie an.

   Die Frage war schwierig zu beantworten. Nicht nur ihr Körper, sondern auch ihr Herz und ihr Kopf schmerzten. Von einem Moment auf den anderen begann sie zu schluchzen und auch die Tränen ließen sich nicht mehr zurück halten.

   Sofort tauchten neben ihr Morgan und Cass auf und sahen auf sie hinunter. Alleine der Anblick reichte, um ihren Kummer zu verstärken.

   „Was hat sie nur?“, fragte Cass und sah die Ärztin an.

   „Zu viele Eindrück unter zu viel Druck. Das musste irgendwann raus. Wenn ihr weniger vorsichtig vorgegangen wärt, wäre das viel früher passiert. Eigentlich seid ihr erfahren genug, um so etwas kommen zu sehen.“

   Cass nahm nun den Platz der Ärztin ein und setzte sich neben Alieta. Ganz vorsichtig zog er sie in eine Umarmung als er merkte, sie wehrte sich nicht dagegen. Im Gegenteil, sie drückte ihr Gesicht an seine Brust, weil es sich so tröstlich anfühlte.

   „Kleines, wir sind keine Diebe oder Hehler. Wir sind Antiquitätenhändler und wollen hier ein Geschäft aufziehen. Genug Platz gibt es ja in der Villa und wir suchten ein besonderes Ambiente, wo wir auch wohnen und unseren Gelüsten nachgehen können.“

   Plötzlich schien es in Alietas Kopf zu klingeln. Sie hatte eine Anzeige gelesen, in der die Neueröffnung eines solchen Geschäfts angekündigt worden war. Sie hatte sich den Artikel verwahrt, aber nur den Tag in ihren Kalender geschrieben, um sich das Ganze anzusehen.

   Plötzlich ergab alles einen ganz neuen Sinn und sie schämte sich in Grund und Boden. Barbara und ihre Kumpels hatten sowohl mit ihrer Vorliebe, wie auch mit ihrer Angst gespielt und ihr ein bühnenreifes Theater geliefert.

   Vergeblich versuchte sie sich aus der Umarmung zu befreien. Aber Morgan hob ihr Kinn an, damit sie ihn ansah, was ihr gar nicht möglich war, weil sie sich so schämte.

   „Sprich mit uns. Was ist los?“, stellte er die vertraute Frage.

   „Ich bin ja so dumm. Jetzt wollte ihr bestimmt nie wieder was mit mir zu tun haben. Bitte lass mich los. Ich schäme mich so. So naiv wie ich kann keine andere sein“, warf sie alles durcheinander.

   „Wenn sich jemand entschuldigen muss, dann sind wir das“, sagte Cass und setzte sich auf ihre andere Seite. Es hätte uns schon lange aufgehen müssen, dass etwas nicht stimmt. Deine Schwester hatte mit unseren beiden Fahrern scheinbar eine Abmachung getroffen, die wir nicht ernst genug genommen haben. Wir haben nur gemerkt, dass du auf der Suche warst und Anleitung gebraucht hast. Dass du glaubst, wir sind tatsächlich Räuber, ist uns nie bewusst geworden. Und der Gedanke, du könntest glauben, wir sind Frauenhändler ist uns erst recht nicht gekommen.“

   „Ihr wolltet die Frau weiter geben. Du hast sie ausgepeitscht, weil sie nicht gehorsam war.“

   „Jack wollte lernen mit der langen Peitsche umzugehen. Daher haben wir es in eine Session eingebunden und ich habe es ihm und Cass gezeigt, denn auch das muss gut gelernt sein. Eigentlich wollten wir dich nur für eine halbe Stunde alleine lassen, weil du geschlafen hast. Von unserem Spielkeller solltest du erst erfahren, wenn du soweit gewesen wärst. Wir haben nur mit Jennys Angst gespielt. Mehr hatte meine Bemerkung nicht zu bedeuten.“

   Jetzt war es Alieta noch peinlicher und sie versuchte sich wieder zu befreien. Schließlich klagte sie leise, weil ihr alles schmerzte und Morgan legte sie vorsichtig hin. Weinend rollte sie sich zusammen, um niemanden ansehen zu müssen.

   „Ich wollte immer in einem Geschäft für Antiquitäten eine Ausbildung machen“, schluchzte sie. „Das war immer mein Traum, weil ich alte Dinge so liebe.“

   Mühsam richtete sie sich auf und sagte mit so viel Würde wie es ihr möglich war: „Ich ziehe mich nun an und gehe. Ich bin zu jung für euch und habe euch völlig unschuldig verdächtigt.“ Dabei hatte sie das Gefühl, ihr Herz würde in tausend Stücke zerspringen.

   „Wohin willst du denn gehen?“, fragte Cass alarmiert.

   „Ich weiß nicht“, murmelte sie, denn zu ihrer Schwester wollte sie nicht. Sie konnte ihr nicht mehr ins Gesicht sehen. Sie würde sich nur über sie totlachen.

   „Darf ich einen Vorschlag machen?“, fragte Birgit nun. „Du bleibst noch etwas. Dein ganzer Körper ist voller Blutergüsse und du bist völlig zerkratzt. Du brauchst Ruhe und jemanden, der dich pflegt, denn es kann sein, dass sich diese Verletzungen noch entzünden. Hier bist du in sicheren Händen, es sei denn, du willst lieber ins Krankenhaus?“

   „Nein, keine Klinik“, stieß Alieta hervor. Was sollte sie denn dort erklären, woher die Verletzungen kamen? Die würden dort glauben, jemand hätte sie misshandelt und das wollte sie nicht.

   „Das ist doch eine Entscheidung. Gut gemacht. Schlaf noch etwas und sprich mit den großen Jungs hier. Die haben sich benommen wie absolute Neulinge und du hast gar nichts falsch gemacht. Versprichst du mir, mit ihnen zu reden?“, drängte die Ärztin sie sanft. „Glaub mir, ich weiß wovon ich spreche. In meiner Freizeit spiele ich gerne mit Kerlen. Ich bin eine Domina.“

   Von einem Moment änderte sich ihre Haltung und Ausstrahlung, genauso wie Alieta es von den Männern kannte. Das war äußerst beeindruckend und sehr glaubwürdig. Seltsamerweise entspannte sich Ali etwas und sie lächelte schwach.

   „Ich muss noch mal aufs Klo“, sagte sie dann leise, was einem Zugeständnis gleich kam. Erst als sie die Füße auf den Boden stellte, merkte sie, dass diese in einem schlimmen Zustand waren. Viel übler noch als ihre Hände.

   „Was hast du eigentlich mit deinen Schuhen gemacht?“, fragte Birgit. „Oder bist du barfuß los?“

   „Der Riemen ist gerissen und ich glaube, ich habe sie einfach ausgezogen.“ Zumindest erinnerte sie sich grob an so etwas Ähnliches.

   „Hilfst du mir, bitte?“, wandte sie sich an Morgan und der lächelte sie strahlend an, bevor er sie hoch hob und ins Bad brachte.

   Obwohl sie gar nicht gelaufen war, fühlte sie sich danach völlig fertig.

   „Es tut mir wirklich leid“, flüsterte sie noch einmal, bevor sie dann ganz schnell wieder eingeschlafen war.

 

   Tatsächlich war sie ein paar Tage richtig krank, aber als sie sich langsam wieder erholte war ihr klar, dass sie nicht gehen wollte. Morgan und Cass hatten sich rührend um sie gekümmert und ihr nach und nach die Schuldgefühle genommen, die sie immer wieder überfielen.

   Jetzt endlich sprach sie über das, was in ihr vorging. Über ihre Probleme mit den Jungs, dem Gefühl, gegenüber Barbara auf sozialem Gebiet zu versagen, weil sie nicht so beliebt oder sportlich war und darüber, dass sie in der Schule wirklich gut gewesen war, im Gegensatz zu ihrer Schwester. Sie schwärmte über Antiquitäten und ihrem Traum, damit arbeiten zu können.

   Dafür erzählten ihr die Männer wie sie ihre Vorliebe für BDSM entdeckt hatten und wie ihre ersten Erfahrungen gewesen waren. Sie war sehr überrascht, dass beide auch ihre Peinlichkeiten erlebt hatten und lange Zeit nicht mal untereinander darüber gesprochen hatten, wie ihre Neigung war.

   Birgit war ein paar Mal bei ihr gewesen, besonders als sich Alietas Verletzungen an den Füßen entzündet hatten und sie intensivere Behandlungen brauchte. Mit ihr hatte sie ebenfalls gesprochen und allmählich den Eindruck gewonnen, dass tatsächlich niemand über sie lachte, sondern alle sie bewunderten, wie schnell sie sich in ihre besondere Neigung hinein gefunden hatte. Viele brauchten Jahre dazu oder würden es niemals zugeben.

   „Ich wünschte nur, dass Erick und Geert, die Freunde meiner Schwester, einen Denkzettel bekämen, denn sie haben sich überhaupt nichts dabei gedacht, ihre Pläne zu verwirklichen“, hatte Alieta gesagt und sich gewundert, weil Birgit ziemlich böse grinste.

   „Süße, das ist es. Da habe ich doch eine gute Idee. Ich spiele gerne eine Runde mit ihnen und kenne noch eine Kollegin, die das auch gerne tut. Möchtest du dabei sein?“

   Inzwischen hatte Ali gelernt, in sich zu hören, bevor sie eine Entscheidung traf und sagte: „Nein, mir reicht es zu wissen, dass sie auch so viel Angst haben, wie ich sie zuerst hatte. Ich traue es mir nicht zu, dabei zu sein.“

   Birgit küsste sie auf die Stirn und verabschiedete sich, um noch mit Morgan und Cass zu sprechen, die ihr helfen konnten.

    Nun blieb nur noch Barbara übrig und der Gedanke an sie lag Alieta immer noch wie ein Stein im Magen. Bei Ali Baba war Casim der böse Bruder gewesen, der ohne zwingende Not gehandelt hatte. Aber er war dafür bestraft worden. Das wünschte sie ihrer dummen Schwester ebenfalls.

 

   Es vergingen vierzehn Tage und Alieta fühlte sich wieder ziemlich fit und sie wollte ihre Spiele wieder aufnehmen, aber es kostete sie einige Provokationen, bis die Männer sich darauf einließen und ihre Besorgnis vergaßen.

   Endlich brachten sie sie nackt in den Salon, den sie lange nicht mehr betreten hatte und der inzwischen wirklich wie ein Verkaufsraum aussah, mit schön in Szene gestellten Möbeln und Kleinzeug. Dort hießen sie Ali in Haltung eins stehen zu bleiben. Stolz trug sie wieder neue Manschetten, die die Initialen von Cass hatten.

   Jetzt war sie doch wieder nervös. Die beiden wollten doch keine Kunden empfangen und sie musste dabei stehen, oder? Und wenn doch, waren es Leute, die sich in der Szene auskannten oder vielleicht irgendwelche Menschen, die sie kannten und es den Eltern erzählten? Aber sie hatte es ja heraus gefordert. Also wartete sie angespannt was geschehen würde.

   Endlich ging die Tür auf und im ersten Moment wollte sie sich erschreckt bedecken, aber Morgans Blick reichte, um sie verharren zu lassen, obwohl ihre Wangen brannten.

   Dann erst ging ihr auf, dass die Situation nicht ganz so war, wie sie im ersten Moment gedacht hatte. Morgan und Cass hatten Barbara mitgebracht und hielten sie jeder am Oberarm gefasst, während sie ziemlich blass aussah. Scheinbar war sie nicht ganz freiwillig mitgekommen.

   Der Ältere sprach ihr leise etwas ins Ohr, aber als Barbara den Kopf schüttelte und dabei Ali anstarrte, drückte er seinen Fuß in ihre Kniekehlen, sodass sie sich zwangsweise knien musste. Dann trat er hinter sie und Alieta wusste, wie gemein es sich anfühlen konnte, wenn er das tat. Dennoch hatte sie kein Mitleid mit Barbara.

   Cass kam zu ihr, nahm ihre Hände hinunter und hielt sie dann hinter ihrem Rücken fest, wobei er sie drückte.

   „Du machst das toll. Im Anschluss haben wir eine besondere Überraschung für dich“, flüsterte er ihr zu und sie lehnte sich an ihn, was von vorne bestimmt nicht zu sehen war.

   „Deine Schwester hat dir etwas mitzuteilen, nicht wahr, Barbara?“, sagte Morgan in seinem besten drohenden Tonfall. Die Angesprochene zuckte zusammen.

   „Es tut mir leid“, sagte die Dunkelhaarige und versuchte sich umzudrehen, was der Mann hinter ihr allerdings verhinderte. „Das wollte ich alles so nicht.“

   „Erklär es genauer!“, befahl Morgan.

   Barbara zog die Schultern hoch und den Kopf ein, bevor sie weitersprach. „Das mit Sven wusste ich nicht. Ich meine, ich hatte zwar was von einer Wette gehört, aber mir keine Gedanken darüber gemacht, dass du gemeint sein könntest. Und es tut mir leid, dass die anderen dann über dich gelacht haben.“

   Inzwischen war sie hochrot und starrte auf den Boden bis sie einen ziemlich derben Schubs bekam. „Das hier war auch nicht so geplant. Ich dachte, dass du nur einen Anstoß brauchst, um dich für Männer zu interessieren und Geert kam auf die Idee, dass ihre Chefs vielleicht in Frage kämen, falls du auf …, naja. Ich wusste wirklich nicht wie die sind und dass sie so, äh, dominant sind.“

   „Mit anderen Worten, du denkst überhaupt nicht“, ergänzte Morgan sie.

   Barbara warf ihrer Schwester einen Blick von unten zu und sagte flehentlich: „Mama und Papa fragen schon immer nach dir. Ich habe ihnen gesagt, dass du dir eine Ausbildungsstelle suchst, weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Kommst du wieder nach Hause und sprichst mit ihnen? Außerdem kommen sie nächste Woche zurück.“

   Alieta holte tief Luft und antwortete: „Warum erklärst du ihnen nicht, warum ich nicht wiederkommen will? Ich bin so sauer auf dich! Erst die Sache mit Sven von der du wissen musstest und dann auch noch das hier. Du hast mich hierhin gelockt und alles dafür getan, dass ich denken musste, gefangen zu werden. Meine Sexualität gehört mir und sie geht dich nichts an.“

   „Warum tust du das hier? Komm nach Hause, du musst ihnen nicht gehorchen.“

   „Vielleicht will ich ja genau das. Durch deine blöde Aktion hast du mir gezeigt, was ich brauche und das hier gehört dazu. Kümmer dich um deinen Kram und erklär unseren Eltern, warum ich damals Sven angegriffen habe. Ich alleine wurde dafür verantwortlich gemacht, weil es mir zu peinlich war zu gestehen, was wirklich passiert ist.“

   „Sie werden das nie und nimmer akzeptieren und dich hier raus holen“, entgegnete Barbara zuversichtlich.

   „Warum sollten ihre Eltern sie von ihrer Lehrstelle fern halten?“, fragte Cass und ging etwas holen. „Das hier ist ihr Vertrag für eine offizielle Ausbildung. Es ist alles geklärt. Abgesehen davon hat sie doch das Recht bei ihrem Freund zu wohnen, oder? Sie ist kein Kind mehr und volljährig.“

   „Möchtest du euren Eltern erklären, dass du sie nackt in einem Geschäft stehen gesehen hast und wie es dazu gekommen ist?“, wollte Morgan wissen.

   Barbara sah nur entsetzt aus und schüttelte den Kopf. Sie drehte sich noch einmal zu Alieta um, bevor sie hinaus gebracht wurde.

   Cass führte Ali zur Küche und drückte sie auf einen Stuhl. Sie fühlte sich plötzlich ganz zittrig.

   „Alles in Ordnung mit dir?“, fragte er und strich ihr zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie fing plötzlich an zu lachen.

   „Ihre Miene war wirklich köstlich. Es hat so gut getan, ihr eins auszuwischen.“

   „Ich denke, diese Lektion wird sie so schnell nicht vergessen und ihre gerechte Strafe ist es, dass sie tatsächlich Angst um dich hat. Aber sie muss lernen, dass jede undurchdachte Handlung Konsequenzen fordert.“

   „Ist der Vertrag echt?“, fragte sie nun ganz ernst geworden.

   „Ja, du musst ihn nur unterschreiben und wir melden dich zur Berufsschule an. Aber du hast noch etwas auf dem Herzen. Was ist los?“

   „Muss ich zurück? Wollt ihr mich noch?“, kam es zaghaft von ihr.

   „Ali, Kleines. Wir können zwar nicht jedes Ausbildungsziel hier verzeichnen, aber wenn du es willst, kannst du bei uns bleiben und wir spielen“, grinste er und zeigte auf den Vertrag. „Bei uns kannst du eine Menge lernen, aber wir verlangen auf allen Gebieten erstklassige Leistungen, ansonsten gibt es Strafe.“

   Jetzt kam auch Morgan hinzu und ließ von hinten seine Hände über ihre Schultern zu ihren Brüsten gleiten. „Um das alles ganz offiziell zu machen, den privaten Lernanteil, nicht den anderen, wirst du heute in unseren Keller eingeweiht und damit es eine Herausforderung ist, kommt noch ein weiterer Dom hinzu, der dich prüfen wird. Mach uns keine Schande.“

   Alietas Herz machte einen Sprung, diesmal vor Freude. Hiermit hatte sie alles, was sie sich wünschte. Sie durfte bleiben und hatte ihren Traumjob. Es war ihr durchaus bewusst, dass es nicht einfach würde, aber diese Herausforderung wollte sie annehmen. Barbara würde nichts sagen und sie war sich bewusst, Morgan und Cass würden ihre Eltern zu beruhigen wissen und sie hatte das Recht auf ein eigenes Leben. Wie sie das gestaltete, war ganz alleine ihre Sache.

   Insgeheim war sie ihrer Schwester dankbar, aber das würde sie ihr erst später sagen – sehr viel später.

   

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Kommentare

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Als ich den Titel der Geschichte las, hab ich wirklich erst mal gelacht. Die daraufhin in meinem Kopf erschienenen Erwartungen trafen nicht zu. Aber was ich zu lesen bekam, war dennoch zumindest für mich eine schöne, entspannte Geschichte. Auch wenn nicht alles aus dieser Geschichte, fand ich doch einige eigener Vorlieben dadrinnen enthalten. Warum ich mich schon auf neue, weitere Geschichten freue.

*g* Kann mich dabei aber irgendwie nicht der inneren Frage entledigen, ob und wie Du wohl" Das tapfere Schneiderlein" in solch einer Geschichte umsetzen würdest. Bei weiten alles Andere als bös oder belustigt gemeint, so ist das nun mal bei mir und was mir so hin und wieder einfach im Kopf herum schwirrt.

 

Gruß, Cayt

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Ich kann das Märchen ja noch einmal lesen. Vielleicht fällt mir dann ja auch was dazu ein smiley Da ich alle Märchen der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen und Hauff habe, dazu noch diverse andere, ist da noch ganz viel Potential. Als nächstes kommt Wassermann und Nixe, die ist schon nahezu fertig.

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Bild des Benutzers Tyche

Ich liebe deine Geschichten. smiley

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Bild des Benutzers klein Lloydia

Eine wunderschöne Geschichte. Ich bin erstaunt, wo du die Ideen dafür her nimmst und vorallem das Gefühl was einem beim Lesen erst im Kopf gefangen nimmt und dann am restlichen Körper.

 

Ich hoffe wir bekommen den teil noch zu lesen, wo sie den Keller kennen lernt.

 

Ich glaube ich werde in den kommenden tagen die geschichte noch einmal lesen müssen um wirklich alles erfasst zu haben.

 

Vielen dank dafür

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Bild des Benutzers senalex

und einfühlsamer BDSM. Toll geschrieben!

Gruß Sena

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Bild des Benutzers sibyl666

Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen.

Danke. Ich freue mich auf die nächste Geschichte.

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Bild des Benutzers tanja74

So faszinierend geschrieben, einfach Klasse, das man es auch erleben möchte. Nur leider gibt es in der Realität auch nicht solch einfühlsame Doms.

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Bild des Benutzers bell

Diese Geschichte hat mich bewogen mich überhaupt auf dieser Seite zu registrieren.

Heute wieder gelesen und endlich auch bewertet (muss mich ja immer erst aufraffen und trauen).

Und noch eine Prämiere - ein Kommentar von mir: Danke für diese wunderbare Geschichte, die auch eine richtige kleine Geschichte ist.

Es war ein ausgesprochenes Vergnügen sie zu lesen. Amüsement, Erregung und auch noch Spannung - was will frau mehrsmiley.

Einfach schön und flüssig geschrieben, und voller Respekt, Achtung und Gefühl.

Ich habe alle Beiträge von Vertriebene gelesen und freue mich auf hoffentlich noch viele weitere.

 

bell

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Bild des Benutzers Vertriebene

Ich hätte nie vermutet, dass jemand sich wegen einer meiner Geschichten extra anmeldet. Ein größeres Kompliment kann ich wohl kaum erhalten. Vielen dank dafür.  Und dann auch noch einen Kommentar ... Ich freue mich riesig :-)

Ich hoffe, dass ich dir dann noch viele weitere schöne Lesemomente verschaffen kann. Ich werde mir Mühe geben.

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Bild des Benutzers bitch238

Vielen Dank, Du schreibst wunderbar einfühlsame und sehr erotische Geschichten. Die Erzählung lädt zum Träumen und Mitfühlen ein.

Ich bin davon ganz hingerissen und stelle mir vor, meine eigene Unterwerfung bei einem oder vielleicht zwei enlightenedso einfühlsamen Dom's zu erleben, seufz.

Freue mich schon auf die nächste Story.

Gruß Bitch

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Bild des Benutzers Dominator

Also das ist die beste Story die ich je gelesen habe in der Sparte.

Nicht übertrieben wie sehr viele die ich gelesen habe und mit der Realität

stimmt sie sehr gut überein.

 

Und auch ganz Mega toll geschrieben hast du sei auch noch einfach ganz toll.

Wäre aber noch sehr interessant wie es auf dem Weg von Alieta weitergehen wird wäre sich ganz interssant zum lesen .

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Bild des Benutzers Vertriebene

schon vor der Geschichte da als Gedankenspielerei. Vielen Dank für dein großes Lob, ich versuche immer ein wenig realistisch zu bleiben und freue mich riesig, wenn mir das gelingt. Ein wenig über Alieta ist ja in die Voyeurin und auch bei Praktikum noch zu lesen, wenn auch nicht so ausführlich.

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Bild des Benutzers SilentSun

So eine tolle Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Alles ist so real in meinem Kopf, wie ein Film laufen die Bilder hindurch und es ist einfach wunderschön. Ich weiß fast gar nicht was ich schreiben soll, so mitgenommen hat mich die Geschichte und ich würde so gerne mehr lesen. Ich bin fast ein wenig neidisch auf Ali, auf diese absolut feinfühlige Einführung in den BDSM- Bereich ;-)

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Bild des Benutzers Black cat

ich bin nach langer Zeit erneut bei der Geschichte gelandet und habe sie wieder mit großer Begeisterung gelesen. So eine Einführung in die Sexualität kann ich nur jedem Mädchen wünschen. Und vielleicht bin ich unersättlich, aber zwei solche Liebhaber würden mir auch gefallen <schmunzel>.

viele Grüße 

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