Azurblau II

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Es war dunkel geworden, bis er wieder kam. Alma hatte sich zusammen gekauert so gut es ging. Es war kalt geworden, und es gab nichts, das sie sich überwerfen konnte. Sie hatte versucht, die Decke auf dem Strohsack zu holen, aber ihre Fesseln waren zu kurz.

Wieder ignorierte er sie, während er Feuer schlug. Sie wagte es nicht, sich zu bewegen. Vielleicht hatte er sie nicht bemerkte. Vielleicht würde er sie übersehen, wenn sie nur still verharrte.

„Steh auf.“

Soviel dazu. Er stellte eine kleine Feuerstelle neben sie, während sie unsicher aufstand. Es war alles andere als einfach, ihre Brüste und ihre Scham zu bedecken, während ihre Hände gefesselt waren. Sie zitterte und wusste nicht, ob es an der Kälte lag, oder an dem, was kommen mochte. Konzentrier‘ dich auf den Rauch. Sie starrte wie gebannt in die Rauchwolke, während er versuchte das Feuer zu entfachen. Solange er damit beschäftigt war, würde er sie nicht anfassen. Jetzt musste nur das Holz feucht genug sein, damit das Feuer nicht griff. Sie flehte den Rauch an, die Glut zu ersticken. Als die ersten Flämmchen nach dem Holz schlugen, gab sie die Hoffnung auf. Aber mit etwas Glück würde die Feuerschale umfallen und das Zelt in Brand stecken. Dann würde er sehen, wie es sich anfühlte, wenn einem das Dach über dem Kopf wegbrannte. Konnte sie riskieren, die Feuerschale umzustoßen? Vielleicht konnte sie sie sogar in seine Richtung werfen – aber dazu musste erst mehr Holz brennen, sonst würde sie viel zu wenig Schaden anrichten. Als er sich aufrichtete, versteifte sie sich. Was sollte sie tun, wenn er sich gleich auf sie stürzte?
„Schhh.“ Während sie in seine Augen blickte, spürte sie, wie ihre Arme nach oben gezogen wurden. Obwohl es dunkler war, konnte sie immer noch problemlos erkennen, wie blau seine Augen waren. Sie atmete ruhiger. Als er einen Schritt zurücktrat, blinzelte sie. Sie war immer noch gefesselt. Warum hatte sie sich beruhigt? Irgendetwas stimmte nicht. Er lächelte kurz, dann nahm er wieder das Tuch aus der Waschschüssel. Oh nein. Er wollte sie nicht schon wieder schlagen, oder? Es war besser als eine Peitsche, erinnerte sie sich. Ruhig bleiben. Atmen. Nicht sprechen, um nicht zu riskieren, dass er sie wieder knebelte. Sie zuckte trotzdem zusammen, als sie die kalte Berührung spürte. Er wusch sie. Er war vorsichtig, aber sie wusste nicht, ob ihr Schläge nicht lieber gewesen wären. Er hatte kein Recht sie anzufassen.

„Ich kann mich selbst waschen.“, bot sie an, als er sich ihrer Brust näherte.

„Du bist gefesselt.“

Ein kurzer Blick in sein Gesicht verriet ihr, dass es keinen Sinn hatte, zu diskutieren. Stattdessen schloss sie die Augen. Sie musste sich nur vorstellen, dass es jemand anderes war, der sie wusch. Ihre Mutter, die über sie wachte, während sie im Fieber Albträume hatte. Vielleicht war es wirklich das. Sie war krank, und ihr Kopf bastelte sich diese irrwitzige Geschichte mit den Söldnern zurecht. Wieso sonst sollte ein Soldat sie waschen? Das machte überhaupt keinen Sinn. Wieso sollte er vorsichtig sein? Wieso sollte er sanft über ihre Brust streicheln… sie riss die Augen auf, und stellte fest, dass sie immer noch in diesem Albtraum gefangen war. Er strich langsam mit dem Daumen über ihre Brust, bis er kurz vor dem Nippel verharrte. Sie hielt den Atem an. Niemand hatte es je gewagt sie dort anzufassen. Er hatte kein Recht. Trotzdem wollte sie wissen, wie es sich anfühlen würde, wenn er weiter machte. Nein. Er hatte kein Recht dazu. Sie konnte nicht zulassen, dass er sie anfasste. Betteln half nichts. Vielleicht verhandeln? Oder Drohungen?

„Sei still.“

Sie starrte ihn an. Sie hatte doch nichts gesagt. Oder … sein Daumen bewegte sich ein winziges Stück und es fiel ihr schwer zu denken. Sie sog scharf Luft ein und verfluchte sich gleichzeitig dafür. Er hatte kein Recht sie anzufassen. Warum wollte sie dann auf ihre Unterlippe beißen? Warum atmete sie schneller? Sollte sich nicht jede Berührung grob anfühlen? Grausam und unangenehm? Als hätte er ihre Gedanken gehört, drückte er kurz zu. Sie zuckte zusammen und biss die Zähne aufeinander. Deshalb also sein Kommentar, dass sie still sein solle. Als würde sie ihm die Genugtuung geben zu schreien. Er konzentrierte sich inzwischen wieder darauf, sie zu waschen.
Sie wusste nach wie vor nicht, warum er es tat. Wollte er ihr dadurch nur zeigen, wie schwach sie war? Wie hilfsbedürftig? Wie ausgeliefert? Würde er sie auch füttern, nur um sie weiter zu erniedrigen? Sie verfluchte die Fesseln. Ohne die Seile würde er es nicht schaffen, sie so zu demütigen. Er könnte über ihr knien, sie mit seinem Körpergewicht am Boden halten, während er sie schändete, aber er würde es nicht schaffen, seine Finger so schamlos über ihren Körper gleiten zu lassen. Ohne Fesseln würde sie dafür sorgen, dass er die Hände brauchte um sie festzuhalten. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr verabscheute sie ihn. Er war nicht besonders groß, er war nicht besonders stark. Er schien die Macht zu brauchen, die es mit sich brachte, sie zu demütigen. Das war erbärmlich. Wie konnte er sie einfach so benutzen, nur um sich besser zu fühlen? Wie konnte er es wagen, seine Finger zwischen ihre Beine wandern zu lassen? War er kein Mann, dass er nur die Finger benutzte? Sie presste die Beine zusammen, um ihm den Zugang zu verwehren. Sollte er doch versuchen, ihre Beine mit Gewalt zu öffnen. Wenn er es schaffte.

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als das Tuch mit einem Platschen in der Waschschüssel landete. Er nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und hob es an, bis sie ihn ansah.

„Was glaubst du, wer ich bin?“

Sie biss sich auf die Lippe. Ein Söldner. Ein Bastard. Die Antworten konnte sie ihm nicht geben. Was erwartete er für eine Antwort? Sie hatte nicht die geringste Ahnung, wer er war. Er hatte ihr keinen Namen genannt. Und selbst wenn, ging er davon aus, dass sie sich in Söldnerheeren auskannte?

„Das war eine Frage. Antworte.“ Seine Stimme klang angespannt. Sie hatte das Gefühl, dass er kurz davor war, die Kontrolle zu verlieren. Die Ruhe, die sie sonst in seinen Augen sah war verschwunden.

„Ich weiß es nicht.“, flüsterte sie.

„Ich kann deine Fesseln lösen.“

Sie starrte ihn ungläubig an. Die Stimme in ihrem Kopf lachte. Er wollte mit ihr spielen. Er würde es nicht tun. Er wollte ihr falsche Hoffnungen machen, nur um sie dann zu enttäuschen.

„Ein Wort von dir, und ich zerschneide die Fesseln.“ Sein Tonfall gefiel ihr überhaupt nicht. In seinen Augen tobte ein Sturm. „Und danach breche ich dir Arme und Beine, damit du dich nicht wehrst.“

Sie glaubte ihm. Langsam begriff sie, dass sie sich in ihm geirrt hatte. Sie hatte sich vom Körperbau ablenken lassen und vergessen, dass er wichtig genug war, dass er Beute auswählen konnte. Oder vielleicht war er einfach nur gefürchtet genug? Ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken. Sie war kurz davor gewesen, einen großen Fehler zu begehen. Sie durfte ihn nicht unterschätzen. Kälte zog sich durch ihren Körper und ihr Atem stockte. Sie hatte kein Wort über die Fesseln verloren, seit sie angeboten hatte, sich selbst zu waschen. Sie hatte ihn nicht darum gebeten, die Fesseln zu lösen. Konnte er wirklich so gut darin sein, sie zu lesen? Dann war er noch gefährlicher, als sie dachte. Sie spürte wie Panik in ihr aufstieg und versuchte dagegen anzukämpfen. Was, wenn er es als Anlass sah, ihr weh zu tun? Sie musste … was musste sie eigentlich tun? Er hatte hin und wieder kurze Aufforderungen ausgesprochen, aber sonst hatte sie keine Ahnung, was sie tun sollte. Mitspielen? Nichts tun und es ertragen? Wie zur Hölle sollte sie wissen, was er erwartete? Sie musste hier weg. Sie wollte nicht hier sein. Sie …

„Schhh.“

Sie tauchte in das Blau ein und spürte, wie sie langsamer atmete. Er hielt ihren Blick eine gefühlte Ewigkeit, bevor er vor ihr in die Knie ging. Sie folgte seinem Blick und sah, wie er etwa eine Elle links und rechts von ihren Füßen eine Linie zeichnete.

„Deine Füße bleiben hinter den Markierungen.“

Das konnte nicht sein ernst sein. Er könnte ungehindert zwischen ihre Beine sehen, wenn sie sie so spreizte. Das ist es, was er will, lachte die Stimme in ihrem Kopf. Dann erinnerte sie sich wieder an seine Drohung. Er würde wahrscheinlich nicht viel länger warten. So langsam wie möglich schob sie die Füße in Richtung der Linien. Dass er noch immer vor ihr kniete und ein ungehindertes Blickfeld hatte machte es nicht besser. Sie hielt den Blick fest auf die Markierungen im Lehm gerichtet. Trotzdem spürte sie, wie ihr das Blut in den Kopf schoss. Niemand durfte sie dort ansehen. Sie hoffte, dass das Dreieck aus Haar den Großteil bedeckte, aber sie war sich nicht sicher. Was sollte sie tun, wenn er sie anfasste? Sie wusste es nicht. Stillhalten? Sie musste es tun, wenn sie nicht wollte, dass er sie verletzte, oder? Sie schloss die Augen, als sie seine Berührung am Knöchel spürte. Seine Finger streichelten in Schlangenlinien weiter nach oben. Sie hielt den Atem an, als er an der Innenseite ihres Oberschenkels ankam. Er wollte nicht noch weiter, oder? Die Haut fühlte sich so empfindlich an. Sie spürte, wie sie begann zu zitternd, während seine Finger quälend langsam weiter nach oben wanderten. Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie ein leichtes Pochen zwischen ihren Beinen spürte. Wie würde es sich anfühlen, wenn sie jemand dort anfasste? Sie verfluchte den Gedanken. Sie wollte es nicht. Er durfte es nicht. Er löste die Finger von ihrer Haut und strich durch ihr Schamhaar – ohne dabei ihre Haut zu berühren. Sie sog scharf Luft ein. Dann hörte sie, wie er wieder nach dem Tuch griff. Während er ihre Beine wusch, beruhigte sich ihr Herzschlag wieder. Warum war sie so aufgeregt gewesen? Sie hatte Angst – natürlich – aber sie musste sie unter Kontrolle halten. Wenn er sie schändete, musste sie sich soweit entspannen, dass er sie nicht ernsthaft verletzte. Sie wusste es, aber sie war sich nicht sicher, ob sie es tun konnte.

Als sie seine Berührungen nicht mehr spürte, öffnete sie die Augen wieder. Sie wollte wissen, was er plante. Vielleicht könnte sie so etwas vorbereitet sein. Er hatte sich zum Feuer gedreht und etwas Holz nachgelegt. Dann stand er auf und drehte sich wieder zu ihr. Ihr Blick raste zu dem brennenden Zweig in seiner Hand. Er würde ihr weh tun. Sie hatte sich doch an seine Regeln gehalten. Sie war still gewesen. Sie hatte die Füße nicht bewegt. Sie hatte sich nicht gewehrt. War das nicht genug?

„Halt still.“

Ihr Blick blieb fest auf die Flammen gerichtet, während sie immer näher kamen. Sie bemerkte, wie sie wieder den Atem anhielt. Wollte sie überhaupt sehen, was er tat? Sie versuchte die Augen zu schließen und bemerkte, dass sie es nicht konnte. Sie musste wissen, was er tat. Sie musste sich wehren zu können. Die Stimme in ihrem Kopf lachte verzweifelt. Er fuhr mit dem brennenden Zweig einmal kurz über ihre Achsel. Geruch von verbranntem Haar füllte die Luft. Sie atmete den Rauch gierig ein und hustete. Rauch und Asche. Alles was ihr geblieben war.

„Schhh.“
Er tupfte mit dem nassen Tuch über die verbrannten Haare. Sie stellte erstaunt fest, dass es nicht weh tat. Es war nur der Schreck gewesen.

„Halt still.“, wiederholte er. Immer noch waren ihre Augen auf die Flammen fixiert, aber diesmal betrachtete sie fasziniert, wie die restlichen Härchen verbrannten. Dann legte er den Zweig nochmal ins Feuer, bevor er die Haare an der anderen Seite verbrannte. Als er den Zweig wieder ins Feuer legte und abwartete, bis die Flammen wieder griffen, wurde ihr klar, dass er noch nicht fertig war. Die Geschichten, denen sie früher gespannt gelauscht hatte, klangen plötzlich viel düsterer. Natürlich wusste sie, dass es üblich war, Frauen wie ihr den Kopf zu scheren. Ihnen mit dem Haupthaar auch die Würde zu nehmen. Wie konnte sie nur immer wieder vergessen, was es bedeutete, hier zu sein? Wie konnte sie nur immer wieder hoffen, dass es sie nicht traf? Sie verfluchte sich für ihre Dummheit. Sie flehte die Flammen an, zu erlöschen, als er den Zweig aus dem Feuer nahm, aber natürlich gehorchten sie nicht. Als er nicht aufstand, keimte ein anderer Verdacht in ihr auf. Er wollte doch nicht … Als die Flammen sich dem Dreieck zwischen ihren Beinen näherten, wusste sie, dass er es doch wollte. Ruhig atmen. Er hatte vorhin kein Interesse daran gezeigt, sie zu verbrennen. Wenn sie still stehen blieb, würde es auch jetzt so bleiben. Hoffte sie.

Sie schloss die Augen. Sie wollte nicht an sich herunter sehen und ihn zwischen ihren Beinen knien sehen. Stattdessen wartete sie auf den Rauch, den widerlichen Geruch nach verbranntem Haar. Der Rauch war vertraut. Das Kratzen im Hals, der Geruch, der ihre Nase füllte und sie von anderen Sinneseindrücken abschirmte. Sie spürte die Hitze, während er die Flammen nah an ihrer Haut vorbei strich. Sie spürte seine andere Hand, die durch die verbrannten Haare strich, weiter nach unten, zwischen ihre Beine. Das … durfte er nicht! Sie vergaß die Flammen, während sie betete, dass er seine Finger nicht weiter bewegte. Er durfte sie nicht anfassen. Nicht dort. Seine Finger glitten weiter. Warum wurde ihr so heiß? Als sie fühlte, wie sein Finger ein Stück in sie drang, zuckte sie zusammen. Das war nicht richtig! Das war nicht … Brennender Schmerz ließ sie aufkeuchen. Sie riss die Augen auf und presste die Beine zusammen. Das Brennen ließ nicht nach. Sie versuchte ihre Hände zu befreien. Sie wollte die Verletzung anfassen, um sicher zu gehen, dass es nicht schlimm war. Sie wollte… Er drückte ihre Beine grob auseinander und sie sah, wie der Zweig zu Boden fiel. Die Flammen waren erstickt, aber eine einzelne Stelle glühte leicht. Er warf den Zweig zurück ins Feuer, dann stand er auf. Sie konnte nicht klar denken. Ihre Oberschenkel glühten. Das Brennen ließ nicht nach und sie …

„Schhh.“

Wasser. Sie wollte sich in einen eiskalten Bach legen. Sie …

„Schhh.“

Wellen schienen ihre Gedanken zu umspülen. Sie spürte ein schwaches Pulsieren im Bein, aber es schien unendlich weit weg zu sein.

„Ich habe gesagt, du sollst still halten.“

Seine Worte rissen sie in die Gegenwart zurück. Der Schmerz überrollte sie. Wieso tat er nichts? Die Waschschüssel stand keine drei Ellen weit weg, wieso kippte er kein Wasser über die Verbrennungen? Sie versuchte eine Antwort in seinem Blick zu finden und bemerkte, dass er auf den Boden sah. Wieso war das wichtig? Es brannte! Als er die Linien im Boden nachzog, begriff sie, worauf er hinaus wollte. Natürlich hatte sie nicht mehr darauf geachtet.

„Bitte… etwas Wasser. Es …“

Er legte den Zeigefinger über ihre Lippen. „Ich habe dir gesagt, du sollst still halten.“

Dann drehte er sich weg. Verdammt. Sie hätte still halten sollen, aber wie sollte sie das schaffen, während er sie an Stellen berührte, die niemand auch nur sehen sollte? Warum musste es auch so weh tun? Sie presste die Beine wieder zusammen in der Hoffnung, dass der Druck den Schmerz linderte. Es half nicht. Sie musste irgendetwas tun.

Ein dumpfer Schlag riss sie aus ihren Gedanken. Er stand wieder vor ihr und hatte einen Hammer vor ihr auf den Boden fallen lassen. Sie starrte das Werkzeug an. Und danach breche ich dir Arme und Beine, damit du dich nicht wehrst. Seine Drohung hallte in ihrem Kopf wieder. Für einen Moment spürte sie die Verbrennung nicht mehr. Sie spreizte die Beine, bis sie wieder außerhalb der Linien waren.
„Bitte. Ich hab mich erschreckt. Ich wollte das nicht. Bitte brich mir nichts, ich werde alles …“

„Schhh.“ Die Panik die in ihr aufstieg wurde erstickt. Dann stopfte er ihr einen Knebel in den Mund.

Sie sah entsetzt, wie er sich wieder vor sie kniete. Er würde ihr die Beine brechen. Er hatte sie geknebelt, damit sie nicht schrie. Er würde ihre Knochen zerschmettern. Ihr wurde schlecht. Das Fleisch darum herum würde sich entzünden. Sie würde langsam sterben, während ihr Körper vor sich hin rottete. Sie schloss die Augen. Sie wollte es nicht sehen. Sie wollte nicht. Wieso hatte sie nicht gehorcht? Wie hatte sie so dumm sein können? Sie hörte einen Schlag und wartete darauf, dass der Schmerz ihr das Bewusstsein raubte. Langsam schlich sich die Verbrennung wieder in ihre Gedanken, aber sonst spürte sie nichts. Ein zweiter und ein dritter Schlag. Sie konnte die Vibration in ihren Füßen spüren. Vorsichtig öffnete sie die Augen. Er schlug einen Hering neben ihrem Fuß in den Boden. Sie versuchte wieder ruhiger zu atmen und bemerkte, dass sie es nicht konnte. Ihre Sicht verschwamm unter Tränen. Sie lauschte den gleichmäßigen Schlägen. Sie dachte nicht einmal daran sich zu wehren, als er ein Seil um ihren Knöcheln wand und sie an den Hering fesselte. Sie würde überleben.

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Kommentare

Bild des Benutzers Sagira

Ich mag deine Geschichte, ich bin immer wieder überrascht wie leicht es dir fällt mich einfach in die Welt mit zu reißen die du kreierst. Ich kann mir vorstellen wie schlecht es der Frau geht, aber auch wie das Zelt aussieht und was für eine Stimmung gerade herrscht. Keine Ahnung, es gefällt mir sehr gut. Vor allem die Art wie er jetzt die Haare entfernt, es passt in die Zeit iin der alles geschieht. Klar er hätte auch ein Messer nehmen können. Aber so... keine Ahnung alles ist etwas rau und ungehobelt, nur er scheint in gewisser Art und Weise ein Anker der Ruhe zu sein. Ich kann mir denken das nicht alles mit rechten Dingen zu geht, aber ich warte es mal.

Ich hoffe doch das hier noch ein weiterer Teil folgt!

Lieben Gruß
Sagira

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

'Mal was anderes' ist ein gutes Stichwort. Ich habe tatsächlich in letzter Zeit bemerkt, dass viele meiner Geschichten fast nur aus Dialogen bestehen und hab versucht etwas davon wegzukommen und etwas mehr auf die Umgebung zu achten. 

Dass das tatsächlich gelingt, freut mich und dass es rau und ungehobelt wirkt, passt ziemlich zu dem, das ich mir vorstelle - Heerlager sind selten schön und die Geschichte ist auch nicht darauf ausgelegt, schön oder romantisch zu sein.

Es wird auf jeden Fall noch ein weiterer Teil folgen, aber ich glaube es dauert noch ein paar Tage ;)

 

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Bild des Benutzers Cassilda

Und wieder hast du es geschafft, mich mit zu nehmen. mich in die Geschichte eintauchen zu lassen. Und mich nun ungeduldig auf die Fortsetzung warten zu lassen

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