Daemon I

 

Vorwort:
Die Geschichte bewegt sich stark im Fantasybereich, und ist natürlich auch nur das: Phantasie.
Ich freue mich über jegliche Kritik, mag sie noch so scharf sein, wenn sie konstruktiv bleibt.

(c) Realitätsfremd. Bitte verbreitet diese Geschichte nicht weiter.

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Stille machte sich im Dorf breit. Sie rollte die schon gesponnene Wolle auf die Spindel, ging dann auf Michael zu, der wie erstarrt stehen geblieben war.

„Was ist geschehen?“ Sie blickte in die selbe Richtung wie er – und erstarrte ebenfalls. Der Mann, der soeben das Dorf betreten hatte, war völlig in weiß gekleidet. Seine schwarzen, langen Haare bildeten einen scharfen Kontrast dazu. Er strahlte Überlegenheit aus. Sie sank auf die Knie und bemerkte, dass auch alle anderen es taten. Als seine dunklen Augen sie streiften blickte sie zu Boden, versuchte sich klein zu machen.

Sie wusste, wer er war. Es war Jahre her, seit er das letzte Mal das Dorf betreten hatte, damals war sie noch ein Kind gewesen. Er jedoch schien in der Zeit keinen Tag älter geworden zu sein. Selbst wenn Jahrzehnte vergangen wären, sie hätte ihn immer noch erkannt. All die Geschichten, die über ihn erzählt wurden hatten sich in ihr Gedächtnis gebrannt. Sei ein braves Kind, sonst kommt er dich holen. Eine Drohung, die wohl jedes Kind im Dorf gehört hatte. Nichts hatte sie damals mehr eingeschüchtert. Als sie älter geworden war, hatte sie sich nicht mehr davon beeindrucken lassen – sie war sogar mit ein paar anderen damals bis an den Waldrand geschlichen, von dem aus man das Burgtor sehen konnte. Es war geschlossen gewesen, und bis dorthin zu gehen hatte niemand gewagt.

Auch wenn das fahrende Volk, das durch das Dorf kam immer wieder davon erzählte, wie viel schlimmer andere Dörfer unter ihren Herren zu leiden hatten, war der Schatten den seine Burg warf erdrückend. Sie mussten zwar den Zehnt nicht zahlen, aber er war immer da, konnte immer in das Dorf kommen und fordern, was man viel lieber behalten würde als Nahrung.

Sie dachte an ihre Freundinnen, fragte sich, welche davon sie bald nie wieder sehen würde und verfluchte ihn in Gedanken für seine Grausamkeit.

Er sprach kein Wort, ging durch die Menge der schweigenden, knienden Bauern. Dann blieb er direkt neben ihr stehen. Sie sah weiterhin zu Boden, hoffte, dass er weitergehen würde. Er konnte nicht sie wollen. Sie zuckte zusammen, als sie eine Berührung an ihrer Schulter fühlte. Obwohl er sie nur sanft angetippt hatte, hatte sie das Gefühl, er hätte sie geschlagen. Jetzt hielt er ihr die Hand hin. Wie konnte es nur sein, dass seine Haut so weiß war, obwohl es Sommer war? Und wieso dachte sie nur an etwas so Unwichtiges? Sie hätte sich nicht einmal bewegen können, wenn sie es wollte, alles was sie spürte, war, dass ihre Welt zusammenbrach.

Dann fühlte sie, wie er ihre Hand ergriff. Mit einem Mal fühlte sich alles anders an, sie ließ sich von ihm auf die Beine ziehen, folgte ihm aus dem Dorf, ohne auch nur einen Blick zurück zu werfen.

 

Als sie das Burgtor passierten, endete die Trance, in der sie sich befunden hatte. Es dauerte nicht lange, bis sie begriff, dass er es geschafft hatte, in ihren Kopf zu dringen, ihre Gedanken so zu verändern, dass sie ihm willig folgte. Was die anderen wohl dachten? Dass sie freiwillig mit ihm gegangen war?

Sie war stehen geblieben und er drehte sich nach ihr um, keine Gefühlsregung auf seinem Gesicht. Immer noch schweigend bedeutete er ihr, ihm zu folgen. Unsicher gehorchte sie, wusste, dass es keinen Sinn hatte, sich zur Wehr zu setzen.

Er führte sie durch die Burg, öffnete schließlich eine Tür. Er blieb im Türrahmen stehen, bedeutete ihr, hineinzugehen. Ängstlich betrat sie den Raum, und musste feststellen, dass er weitaus weniger furchterregend war als sie gedacht hatte. Als erstes fiel ihr das Bett auf, das den Raum dominierte und viel zu groß erschien. Er hatte weder gesprochen, noch auf etwas hingewiesen.

Was erwartete er von ihr? Sie sank wieder auf die Knie, senkte den Kopf und wartete ab.

Erst als sie hörte, wie die Tür ins Schloss fiel, wagte sie es aufzusehen.

Er hatte sie allein gelassen. Sie blieb verunsichert auf den Knien. Was sollte das? Warum sprach er nicht? Was hatte er mit ihr vor? War jetzt der richtige Zeitpunkt zu verzweifeln? Sie versuchte sich in Erinnerung zu rufen, was sie über ihn wusste. Er kam etwa alle zehn Jahre, um ein Opfer zu fordern. Hieß das, dass sie zehn Jahre bei ihm bleiben musste – aber dafür zehn Jahre zu leben hatte? Oder dass er nur alle zehn Jahre ein neues Opfer wollte? Was er mit den Frauen machte wusste niemand – und sie wusste nicht, ob sie es erfahren wollte.

Ihre Beine fingen an einzuschlafen und nachdem sie nicht glaubte, dass er sofort zurückkommen würde, stand sie auf. Eine Weile lang ging sie im Zimmer auf und ab, betrachtete die prunkvollen Kleider, die im Schrank hingen, stellte fest, dass die Matratze so weich war, dass es gar nicht angenehm sein konnte, auf ihr zu schlafen. Sogar jeder Schritt fühlte sich seltsam an, die dicken Teppiche die den Boden bedeckten schienen ihre nackten Füße zu umschmeicheln. Dann spann sie den Rest der Wolle – was viel zu schnell ging. Hätte sie sich nicht davor gefürchtet, was geschehen würde, wenn er wieder kam, hätte sie sich gelangweilt.

Sie drehte sich augenblicklich zur Tür um, als diese sich öffnete und sank auf die Knie. Einen Moment herrschte Stille, dann ging er zu dem Schrank, nahm ein Kleid heraus und bedeutete ihr, ihm zu folgen.

Hastig stand sie auf, folgte ihm dann aus dem Zimmer, hinaus in den Garten der Burg. Was wollte er hier? Sie wagte es nicht zu fragen. Als er an einem kleinen Bach stehen blieb, war ihr klar, was er wollte. Deshalb hatte er also ein Kleid mitgenommen.

Sie unterdrückte ein Seufzen, zog sich dann aus. Vorsichtig trat sie in das Wasser, schrak zusammen. Sie hätte nicht gedacht, dass es so kalt wäre.

Sie biss die Zähne zusammen, stieg weiter in den Bach, bis ihr das Wasser bis zum Hals stand. Wenigstens konnte er so nicht alles von ihr sehen.

Trotzdem spürte sie die ganze Zeit über seinen durchdringenden Blick. Wieso war er so still? Sie wagte es nicht, aus dem Wasser zu steigen und ihm entgegen zu treten. Langsam wurde auch die Luft kälter.

Er bedeutete ihr schließlich herauszusteigen, reichte ihr ein Tuch, damit sie sich abtrocknen konnte. Dann hielt er ihr das neue Kleid hin. Sie zögerte etwas, zog es dann an. Der Stoff fühlte sich seltsam auf ihrer Haut an, viel zu weich.

Mit einer Hand deutete er eine kreisende Bewegung an und sie fing an, sich zu drehen, spürte dabei seinen Blick ständig auf sich ruhen. Er nickte schließlich, wandte sich dann zum Gehen.

Barfuß folgte sie ihm zurück in die Burg, das Kleid gerafft, damit sie nicht stolperte.

 

Er zog die Tür hinter sich ins Schloss. Es war fast dunkel im Zimmer, aber sie konnte ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen erkennen. Da sie nicht wusste, was sie tun sollte, sank sie auf die Knie, beobachtete ihn verstohlen, während er durch den Raum ging und einige Kerzen anzündete. Er bewegte sich leise, sie konnte keine Schritte hören, nur hin und wieder raschelte der Stoff seiner Robe. Allein diese Stille machte ihr schon Angst.

Als er sich nun wieder zu ihr umdrehte, malten die Flammen bewegte Schatten auf sein Gesicht. In seinen Augen schien Feuer zu lodern – und trotzdem wirkten sie immer noch unendlich schwarz.

Er hielt ihr seine Hand hin, wie am Nachmittag schon, und zog sie auf die Beine.

Noch hielt er ihre Hand fest, zog sie nah zu sich. Sie wollte zurückweichen, Abstand halten, wagte es aber nicht, sich zur Wehr zu setzen. Er legte eine Hand besitzergreifend an ihre Taille. Sofort versteifte sie sich. Natürlich hatte es Gerüchte gegeben, dass es einen Grund gab, warum er immer junge Frauen wählte, aber sie hatte gehofft, dass sie verschont bleiben würde.

Sie fühlte etwas Kaltes an ihrem Kinn, bemerkte dann, dass es seine Finger waren, mit denen er ihr Kinn anhob.

Ängstlich blickte sie in seine Augen, schwarz und kalt … und das Eis in seinen Augen schmolz. Willig ließ sie sich von ihm zum Bett führen, etwas verunsichert, als er ihr das Kleid auszog. Sie hatte nie bei einem Mann gelegen, wusste nicht, was sie tun sollte. Sie war viel zu unerfahren. Ihre Finger zitterten vor Nervosität, als sie den Knoten seines Gürtels löste. Dann umfassten seine Hände ihre. Seine Augen versprachen ihr, dass er vorsichtig sein würde, dass sie keine Angst haben musste, dass alles gut werden würde. Er zog sie nah zu sich, küsste sie. Zuerst war sie zu überrascht, erwiderte den Kuss dann aber – und fragte sich, ob es sich für ihn auch so gut anfühlte wie für sie. Sie spürte, wie sie am ganzen Leib zitterte, nichts lieber tun würde, als sich ihm völlig hinzugeben.

Alles andere erschien unwichtig, sie fühlte nur noch mit ihren Lippen, ihrer Zunge, während ihr ganzer Körper dadurch unter Strom stand. Sie bekam fast das Gefühl zu fliegen, bis sie bemerkte, dass ihre Knie zu wacklig wurden, als dass sie noch viel länger stehen würden. Als hätte er ihre Gedanken gelesen drückte er sie sanft aufs Bett.

Seine Finger kreisten auf ihrer Haut, malten Muster, hinterließen dabei eine Gänsehaut. Sie wollte ihn umarmen, doch als sie es versuchte, drückte er sie zurück in die Kissen. Sie konnte es kaum fassen, als er begann ihre Haut mit Küssen zu bedecken. Die Zeit verschwamm, sie gab sich der Lust völlig hin, vergaß alles andere.

Nach einer Ewigkeit wanderten seine Finger weiter nach unten, zwischen ihre Beine. Er küsste ihren Hals, ließ gleichzeitig einen Finger in sie gleiten, entlockte ihr ein leises Stöhnen. So fühlte es sich also an? Sie wollte mehr, wusste, dass sie nicht nur seine Finger in sich spüren wollte.

Als hätte er ihre Gedanken gelesen, zog er sich nun aus. Die Nervosität kehrte zurück. So viel größer als seine Finger. Er würde sie verletzen.

Er strich sanft über ihre Wange, küsste sie dann. Leidenschaftlicher als zuvor. Dann spürte sie, wie er in sie drang. Ihre Fingernägel krallten sich in seinen Rücken, aber sie schaffte es, ihn weiterhin zu küssen. Warum tat es so sehr weh? Sie erinnerte sich an Geschichten, dass es weh tat. Dass sie bluten würde. Er drang tiefer in sie, sie grub ihre Fingernägel tiefer in seine Haut.

Dann ließ er von ihr ab, rutschte etwas weiter nach unten. Wollte er ihr nicht mehr nahe sein? War sie so schlecht gewesen? Erst als sie seine Zunge zwischen ihren Beinen spürte, sah sie ihn verwirrt an – und bemerkte dann, was er tat. Kein Tropfen des jungfräulichen Blutes war auf der Matratze zu sehen, stattdessen waren seine Lippen roter als sie es sein sollten. Immer wieder entlockte er ihr ein Stöhnen. Das konnte nur ein Traum sein.

 

Was für ein Traum. Sie blinzelte, konnte aber vor Müdigkeit ihre Umgebung nicht wirklich erkennen. Wieso träumte sie davon, dass der Dämon sie gefordert hatte? Wieso, dass sie sich ihm hingegeben hatte?

Sie wollte sich herumdrehen, riss dann die Augen auf. Sie lag viel zu weich. Die Umrisse des Zimmers waren immer noch verschwommen, aber es war das Zimmer in der Burg. Alarmiert schreckte sie hoch – oder wollte es zumindest. Ihre Hände waren ans Bett gefesselt worden.

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Weiter zu Teil 2: http://bdsm-geschichten.net/daemon-2

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Kommentare

Bild des Benutzers subbi-lein

....mir gefällt es :)

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Bild des Benutzers subkathy

Dämon verführt zu werden, hoffe du lässt uns nicht zu lange auf die Fortsetzung wartensmileyeinen einzigen Makel hätte ich - der Teil ist viel zu kurzangel

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Bild des Benutzers Realitätsfremd

euch beiden :)

Ich hatte vor, jede Woche ein - zwei 'Tage' hochzuladen, damit habe ich genug Zeit, um weiter zu schreiben (hoffe ich ;))

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