Christopher und Ich - Kapitel 45

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„Spanking“, präzisiere ich meine Anfrage, als Christopher mich mit halboffenem Mund nur anstarrt und nach seinem atemlosen Nachhaken, das seinem kleinen Hustenanfall gefolgt ist, zunächst kein Wort mehr herausbringt. „Ich will, dass du mir den Arsch windelweich prügelst. Dafür, dass ich deine Befehle nicht hundertprozentig ausgeführt habe, oder was auch immer du als zutreffenden Grund für meine Bestrafung erachtest.“ Christopher blinzelt, schließt seinen Mund, wendet den Blick ab, starrt die Wand an, nimmt einen weiteren – dieses Mal aber großen – Schluck Wein und sieht mich wieder schweigend an. Und das macht mich nervös. Auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass die erste Reaktion meines Freundes Irritation ist, dauert diese viel länger an, als ich erwartet habe, und ich frage mich jetzt, ob ich mich nicht schon wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt habe.

„Niko…“, spricht er endlich meinen Namen aus und runzelt dabei die Stirn. Aber viel weiter scheint Herr Lang mit seinen Ausführungen erstmal nicht zu kommen. Er seufzt, trinkt erneut etwas vom Merlot und faltet anschließend die Hände ineinander. „Bist du dir sicher?“, fließt es besorgt aus ihm heraus. „Ich meine…“, fährt er fort, und lässt mich gar nicht erst zu einer Antwort ansetzen. „Ganz ehrlich: Du bist derjenige, der immer wieder betont, dass ich nicht einmal im Gespräch mit Holger oder wem auch immer zu viele Details über deine Züchtigung verlieren soll, und dass du nicht auf diese Weise vorgeführt werden möchtest, nicht öffentlich physisch bestraft werden willst und…“

„…das ist aber nicht öffentlich“, falle ich ihm ins Wort und klinge dabei irgendwie fast flehend. „Das sind unsere Freunde!“

Christopher macht eine kurze Pause, moniert meine Zwischenaussage aber nicht. „…und Dominik“, ergänzt er schließlich ruhig.

„Ja, und Dominik. Aber: Möchtest du nicht gerade diesem Kerl zeigen, dass mein Arsch dir gehört?“, versuche ich es ihm schmackhaft zu machen.

Christopher seufzt erneut und verdreht dabei ein wenig die Augen. „Das kann ich auch ohne Spanking tun. Aber es geht hier auch nicht darum, was ich will, sondern was du willst beziehungsweise was du meinst zu wollen.“

„Aber du könntest es dir schon vorstellen, oder?“ Ich weiß, dass Christopher selbst kein Fan von öffentlichen Zurschaustellungen seines Eigentums ist, aber das hier ist ein ganz anderer Rahmen… Es ist nur eine… Erweiterung der Machtdemonstrationen, auf die mein Master doch sonst so abfährt und schon seit Anbeginn unseres Zusammenseins durchführt.

Mein Freund schüttelt erneut ungläubig den Kopf und entlässt die Luft abermals geräuschvoll aus seinen Lungen. „Ich sagte eben, es geht darum, was du willst…“

„Und ich will das tun, was dir gefällt. Das ist die Essenz meines Sklavendaseins“, erkläre ich ihm ruhig und Christopher schließt die Augen und greift sich mit Daumen und Zeigefinger an die Nasenwurzel. Ein deutliches Zeichen für Stress oder in diesem Moment wohl eher Frustration, obschon mein Master eigentlich glücklich über meine Aussage sein sollte.

„Pass mal auf“, richtet er dann wieder das Wort an mich und seine Stimme ist strenger als eben. „Ich verstehe, dass du momentan eine extrem harte Führung brauchst, um dich von diesem, nennen wir es mal Schock, über meine Unordentlichkeit und deiner ganzen Eifersucht abzulenken und dein… Idealbild von mir wiederaufzubauen, und dich deshalb auf deine Sklavenrolle so fokussierst. Und das alles gebe ich dir, so gut ich eben kann – und ja, das extreme Spiel gefällt mir gerade auch total, keine Frage. Ich habe auch ziemlich Bock, dich bei Kilian als Sklaven zu behandeln, und dich auf unsere übliche Weise vorzuführen und zu degradieren, weil die letzte Party einfach viel zu lange her ist. Diesen Schritt kann ich gehen. Aber ist dir eigentlich klar, dass du mich gerade darum bittest, dir vor unseren Freunden – und auch vor Dominik – die Hose auszuziehen und dich zu züchtigen? Ich meine: Dir ist schon klar, dass die dann nicht nur deinen blanken Arsch, sondern auch deinen eingesperrten Schwanz sehen werden – und glaub ja nicht, dass die aus Scham oder Respekt oder was auch immer weggucken. Die sind die ganze Zeit dabei, wenn du schreist und wimmerst und stöhnst: die schauen die ganze Zeit hin und werden sicherlich auch den ein oder anderen obszönen Kommentar dazu ablassen. Ist dir das bewusst?“

„Natürlich ist mir das bewusst, ich bin doch kein Idiot…“, murmele ich, und seltsame Gefühle machen sich bei dieser bildlichen Vorstellung in meiner Brust breit.

Christopher seufzt. „Ich meine ja nur… Normalerweise würde es dir bei dieser Vorstellung doch grauen. Dass eine dritte Partie involviert ist, in diesem Fall sogar gleich mehrere…“

„Naja… Wenn ich dich daran erinnern darf, warst du derjenige, der vor einiger Zeit Holger in die Wohnung dazu geholt hat, als du mich im Spielzimmer im Strappado hast abhängen lassen… Und ich habe festgestellt, dass mir das doch ganz gut gefallen hat, wenn da noch jemand Drittes, aber Vertrautes, mehr oder weniger involviert ist, ohne aktiv… einzugreifen“, antworte ich ruhig und schaue meinem Freund in die Augen, der jetzt kurz seine Lippen aufeinanderpresst, so als würde er sich ertappt fühlen und das nicht zugeben wollen. „Du hast damit quasi den ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Das, was ich jetzt verlange, ist der zweite – und auch der letzte, denn ich bleibe dabei: öffentliche Vorführungen, oder dass du mich einem anderen Master oral anbietest, oder was auch immer, das bleibt auch weiterhin tabu.“

„Du weißt aber schon, dass beide Situationen, auch wenn sie ein ähnliches Grundgerüst haben, nicht wirklich vergleichbar sind, oder?“, kontert er ein bisschen energischer. „Holger wäre ja niemals ins Zimmer gekommen, ich hätte ihn niemals reingelassen! Das haben wir ja auch nach der Situation direkt geklärt.“ Es entsteht eine kurze Gesprächspause, in der wir uns in die Augen starren. „Mir geht es im Moment aber auch vielmehr um das Wann und nicht das Was“, spricht Christopher dann wieder etwas ruhiger weiter und lehnt sich, ein weiteres Mal seufzend, in seinem Stuhl zurück.

„Ich habe das Gefühl, dass du dich gerade ein bisschen zu sehr reinsteigerst in das Ganze und dich in etwas verrennst, was eigentlich zu groß für dich ist, was du eigentlich gar nicht wirklich möchtest“, erläutert er und sein Tonfall sowie sein Blick sind ernst. „Du willst eine immer härtere Behandlung, um nicht über den Ganzen Scheiß von mir und möglicherweise auch deiner Familie nachdenken zu müssen, was im Grunde genommen ja auch bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung ist, wie ich eben schon sagte. Aber: Ich glaube, dass du deine eigenen Grenzen gerade nicht wirklich einschätzen kannst, weil du wegen deiner Fokussierung auf deine Sklavenrolle deinen Kopf nicht mehr wirklich benutzt. Und das könnte zu einer sehr unschönen Situation führen: Einem Panikanfall mittendrin und dem Abbruch des Ganzen. Und dann ist der Abend erstmal im Arsch – und das ist insbesondere für dich schlimm, aber auch für Kilian, weil wir ihn da mitreinziehen. Genauso wie alle anderen Beteiligten. Und die Treffen mit unseren Freunden danach werden sicherlich für eine ganze Weile alles andere als unbeschwert sein. Oder noch schlimmer: Du ziehst die ganze Bestrafung durch, obwohl du mittendrin merkst, dass du es eigentlich nicht willst, und benutzt dein Safeword nicht, weil du mich nicht enttäuschen willst, oder was auch immer für einen bekloppten Grund du dir als reiner Sklave einredest, und gehst mit einem Trauma nach Hause. Ich will dich eigentlich nicht in so eine Situation bringen…!“

Im Grunde genommen ist das, was Christopher sagt, nicht falsch. Es ist plausibel und macht mir mal wieder deutlich, dass mein Master sich Sorgen über meine Sicherheit macht – der physischen, aber vor allem psychischen. Aber… „Ich verstehe deine Sorgen“, teile ich meinem Dom also mit, „aber ich will das. Wirklich. Vielleicht sind es ja tatsächlich die, sagen wir mal, falschen Gründe, die zu diesem Wunsch geführt haben. Aber er ist nun mal da.“ Das Verlangen ist existent, das Bedürfnis, das gestillt werden muss, ehe ich durchdrehe. „Bitte.“

Christopher fährt sich mit beiden Händen durchs Gesicht. „Vielleicht sollten wir erstmal darüber sprechen, wie du mit all dem klarkommen kannst, abseits der härteren Gangart, die du von mir verlangst, hm?“ Ich verdrehe die Augen und lasse resigniert die Schultern hängen. Rafft er es nicht? Dass das für mich der einzige Weg ist? Ich will nicht mehr reden. Es ist im Grunde genommen alles gesagt. „Niko…“, spricht er liebevoll meinen Namen aus und ich muss seufzen.

„Wir haben genug gesprochen“, meine ich und klinge härter als geplant.

Christophers leichtes Lächeln verzieht sich wieder von seinem Gesicht. „…und dennoch belastet dich das Ganze immer noch und du suchst nach einem Weg, damit klarzukommen.“

„Mann, reden hilft nicht! Das ist ne Kopfsache, okay?“, fahre ich ihn jetzt regelrecht an, weil ich meine Emotionen diesbezüglich einfach nicht im Zaum halten kann. „Und das muss da rausgeprügelt werden, okay? Das ist alles. Ich weiß, du bist der Erwachsene von uns beiden, schon klar, und du willst alles ausdiskutieren und durchgehen und am liebsten Stückchen für Stückchen sezieren und es dir unterm Mikroskop anschauen. Das ist in den meisten Fällen auch richtig – klar. Aber nicht jetzt. …okay? Ich brauche das, Christopher.“

Mein Freund seufzt schon wieder und kaut dann dämlich auf seiner Unterlippe herum, stiert die Nudeln auf seinem Teller an. „Ich bleibe dabei: Ich glaube, dass du das eigentlich gar nicht wirklich willst.“

„Boah!“, schreie ich nun fast und werfe frustriert die Hände in die Luft, merke aber sofort, wie bescheuert ich mich aufführe und dass ich schon wieder dieser Zicke in mir den Vortritt lasse. Die zweite Schlacht beginnt und mein devotes Ich geht erneut als glorreicher Sieger hervor. „Entschuldige…“, murmele ich. „Ich wollte dich nicht anfahren… und… ich finde es normalerweise gut, wenn du mir vorschreibst, was ich gut zu finden habe oder nicht, aber… nicht dieses Mal. Ich weiß, was ich will, und ich bitte dich demütig darum…“ Bei diesen Worten gleite ich wie so oft von meinem Küchenstuhl zu Boden, nehme meine unterwürfige Position auf Knien vor meinem Master ein und starre erneut die Fliesen an.

Christopher sagt eine ganze Weile lang gar nichts. Dann endlich fährt er mit seinen Fingern wie so oft superzärtlich durch mein Haar – und ich höre ihn an diesem Abend zum wiederholten Mal seufzen. „Ich sage noch nicht ja, Niko“, warnt er mich, aber er klingt dabei weder kalt noch streng, sondern einfach nur sanft. „Ich möchte, dass du dir das bis übermorgen noch einmal richtig durch den Kopf gehen lässt – und ich werde dasselbe tun, weil… ich nämlich auch noch nicht so recht weiß, ob ich das überhaupt will. Okay?“

Ich beiße mir auf die Zunge. Dass meinem Freund das vielleicht zu viel wird, daran habe ich dabei gar nicht gedacht. Wahrscheinlich, weil er normalerweise, wenn es um extremere Praktiken und neue Spielelemente geht, bisher immer so aufgeschlossen gewesen ist.

Und er bisher derjenige war, der mich an Neues herangeführt hat.

„Natürlich, Christopher“, antworte ich gehorsam – und plötzlich schwirrt da wieder so eine Frage in meinem Innern wie eine Motte herum, die ich mir bisher noch nie gestellt habe, die sich nun aber plötzlich direkt nach ihrer Geburt in den Vordergrund drängt. „Hast du… Hast du eigentlich schon mal einen Sklaven öffentlich oder semi-öffentlich vorgeführt?“

„Ach, ich dachte, du willst nicht mehr reden“, kommt es etwas patzig von meinem Freund, und alles zieht sich in mir zusammen. Doch Christopher entspannt sich in der nächsten Sekunde schon wieder und entschuldigt sich. „Sorry, ich… das sollte jetzt nicht so rüberkommen. Ich bin gerade etwas sehr angespannt, tut mir leid. Setz dich wieder auf den Stuhl, Niko. Okay?“

Ich gehorche und weiß mal wieder nicht, ob ich das jetzt wirklich hören will, mich verfluchend, dass ich überhaupt nachgehakt habe. „Ich habe in der Tat schon mal einen Sklaven öffentlich ausgepeitscht“, sagt mein Freund dann kurz und knapp. „Allerdings ist das schon eine ganze Weile her, und ich war mit dem besagten Mann auch nicht zusammen. Das war eine reine Spielsituation auf einer Party, und bevor du fragst: Ja, damals hat es mir gefallen“, gibt er zu und schweigt danach wieder ein paar Sekunden. „Aber jetzt ist es anders. Ich liebe dich, Niko. Du bist nun mal eben nicht nur mein Sklave, sondern auch, oder eher gesagt vor allem mein Freund – und wenn ich daran denke, dass ich dich vor einer Menschenmenge, die dich dabei gierig anstarrt, auspeitschen sollte, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Ich mache dem Umfeld gern deine Position klar, aber ohne nackte Haut und öffentliche Züchtigung, das weißt du. Und ehrlich gesagt: Auch wenn es sich übermorgen nicht um eine große Menschenmenge handelt, weiß ich nicht, ob ich Bock drauf habe, wenn mein bester Freund und auch dieser Dominik dich halbnackt sehen, vor allem in so einer intimen Position; und ob das Ganze nicht sogar heftiger für mich wäre, als vor einer anonyme Masse und… ach, ich glaube ja wie gesagt nicht mal wirklich daran, dass du das wirklich willst…!“ Er klingt frustriert und ich muss schlucken.

„Wir drehen uns im Kreis“, stelle ich leise fest und Christopher nickt. Seine Gesichtszüge sind dabei hart.

„Ja, tun wir. Ich schlage vor, wir brechen das Gespräch jetzt erstmal ab, denken beide in Ruhe über die Sache nach und setzen uns – wie schon vorgeschlagen – übermorgen, eine Stunde vor der Abfahrt zu Kilian, nochmal zusammen und reden. Selbst, wenn du meinst, reden helfe nicht: Ich bestehe darauf“, sagt er und ich spüre mich nun nicken.

„Okay, Christopher.“

Mein Teller ist noch halb voll, aber ich habe keinen Appetit mehr. Ich muss zugeben, dass ich mir dieses Gespräch anders vorgestellt habe. Dass Christopher mir meinen weiteren Wunsch ohne großes Trara erfüllt – die Verhandlungen hatten doch so gut angefangen, denke ich mir und starre die Nudeln an, die plötzlich ekelerregend und wie tote Würmer auf mich wirken. Mein Freund blickt ebenfalls mit saurer Miene auf seinen Teller und trinkt, statt weiter zu essen, sein Rotweinglas leer. Dann erhebt er sich, schnappt sich die Flasche und trägt mir im müden Ton auf, ich solle die Küche saubermachen, ehe er sich ins Wohnzimmer verzieht.

Der Abend ist im Arsch. Jedenfalls für mich. Ich lasse mir mit dem Küchenputz enorm viel Zeit, und verziehe mich danach mit Christophers Erlaubnis in mein kleines Horrorparadies, um mir meine derzeitige Lieblingsserie reinzuziehen. Mein Freund betritt meinen privaten Raum um kurz nach 23 Uhr, bleibt im Türrahmen stehen und lächelt sachte, vielleicht sogar ein wenig traurig – und in meiner Brust flammt etwas auf, das man wohl schlechtes Gewissen nennt. Ein bisschen jedenfalls.

„Wollen wir ins Bett?“, fragt er mich vorsichtig.

„…ich würde gerne noch die Folge zu Ende gucken“, erkläre ich ihm.

„Okay… wie lang dauert die denn?“

„Noch ne halbe Stunde.“

„In Ordnung. Ich warte im Bett auf dich, okay?“

„Ja, ich komm dann gleich.“ Doch natürlich hat die Folge einen Cliffhanger, und ich mache mich erst nach drei weiteren Episoden auf den Weg ins Bett. Auch, weil ich meinem Master jetzt erstmal aus dem Weg gehen möchte, um diese ganzen neuen Emotionen, die unser Gespräch ausgelöst hat, zu ordnen.

Christopher ist kein weiteres Mal zu mir ins Zimmer gekommen, und als ich das Schlafzimmer betrete, weiß ich auch wieso: Er schläft tief und fest, trotz des noch brennenden Nachtischlichts. Offenbar ist er beim Warten auf mich weggedriftet. Sein Roman liegt auch noch aufgeschlagen auf seiner Brust. Er schnarcht und sieht dabei trotzdem irgendwie niedlich auch. Ein leises Seufzen entfährt mir und ebnet den Weg für die nächste Welle des schlechten Gewissens.

Mein Freund macht sich Sorgen um mich und will alles tun, damit es mir gut geht. Und ich bin angefressen. Wirklich: Was ist nur in letzter Zeit mit mir los?

Seufzend schlüpfe ich unter die Bettdecke und bin extrem froh, dass mich der Schlaf ganz schnell überrollt. Wie eine Dampfwalze. Leider hält dieses Gefühl auch am nächsten Morgen an. Als ich von meinem Handyklingeln aufwache, bin ich total irritiert und fühle mich, als hätte ich gerade mal fünf Minuten geschlafen, obschon es etwas mehr als fünf Stunden gewesen sind. Christopher liegt nicht mehr neben mir, und als ich nach meinem Mobiltelefon greife, wird mir auch klar, wieso: Weil er mich von seinem Büro aus anruft.

„…warum bist du noch zu Hause? Deine Vorlesung fängt in 45 Minuten an. Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, lautet seine besorgte Begrüßung.

„…was?!“ Mein Blick fällt auf den digitalen Wecker, und es stimmt. „Fuck! Warum hast du mich denn nicht aufgeweckt, als du aufgestanden bist?!“, fahre ich ihn an und höre meinen Master seufzen, während ich aus dem Bett springe und panisch nach der offensichtlich von Christopher bereitgelegten Kleidung greife. Mir fällt erst auf, dass heute keine Frauenunterwäsche dabei ist, als ich bereits in die schwarzen Boxershorts geschlüpft bin.

„Du hast so tief und fest geschlafen, dass du selbst von meinem Wecker nicht wachgeworden bist, und ich wollte dir noch ein paar Stündchen gönnen. Ich bin davon ausgegangen, dass du dir selbst einen Alarm gestellt hast“, erklärt er ruhig, und ich bin immer noch irritiert. Wenn er mich schon nicht zum Tragen von peinlicher Unterwäsche zwingt, hätte er mich im Zuge seiner harten Schiene doch wirklich wenigstens vorhin aufwecken sollen, damit ich ihn bediene.

„Ich wollte dir doch Frühstück machen!“

„Ich hab heute mit Henning im Büro gefrühstückt, das ist vollkommen in Ordnung, Niko“, kommt es gelassen von meinem Freund. Und wahrscheinlich würde sich jeder normale Mensch über so etwas freuen. Ich tue das in diesem Moment aber nicht, weil ich befürchte, dass Herr Lang im Zuge unserer gestrigen Konversation, die von mir geforderte härtere Behandlung erstmal wieder beenden wird. Dabei genieße ich das alles total…! „Und jetzt lege ich auf, damit du dich fertigmachen und zur Uni düsen kannst. Ruf dir ein Taxi, okay?“

„Ich schaffe das vielleicht auch mit dem Bus, ich…“

Ruf dir ein Taxi“, wiederholt Christopher, dieses Mal ein wenig strenger, was mein Herz wieder etwas höher schlagen lässt. „Und zwar sofort.“

„Mach ich, Christopher.“

„Und schreib mir später, ob du es noch pünktlich geschafft hast.“

Ich schaffe es pünktlich. Natürlich nur dank des Taxis, das mich auch noch fast genau bis vor die Tür des Vorlesungssaals bringt. Auf den Inhalt des Unitages kann ich mich dennoch nicht wirklich konzentrieren. Als mir Christopher dann irgendwann auch noch schreibt, dass er definitiv viel später nach Hause kommen wird, weil seine Kollegen und er wichtigen Papierkram erledigen müssen und deshalb schon eine Spätschicht eingeplant haben, hat meine Laune einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Mein Master schlägt mir vor, etwas mit meinen Freunden zu unternehmen. Und da Markus und Paul eh geplant hatten, ins Kino zu gehen, akzeptiere ich diesen Vorschlag und schließe mich meinen Kommilitonen spontan an. Sie wollen einen dämlichen Actionstreifen mit unrealistischen Aliens und viel Geballer gucken – und das ist mir nur recht. Als wir uns mit Popcorn eindecken und ich statt eines Bieres eine Cola wähle, schauen mich meine beiden Begleiter allerdings an, als sei ich ein fremdes Wesen aus dem All, und mir wird klar, wie schwer das Alkoholverbot meines Masters einzuhalten sein wird.

„Alter, was ist denn mit dir los? Kein Bier nach diesem beschissenen Tag?“, will Paul von mir wissen.

„Ich bin schwanger“, antworte ich furztrocken, um eine ernst gemeinte Diskussion sofort im Keim zu ersticken. Markus verdreht die Augen und Paul lacht dämlich.

„Du bist so scheiße“, entgegnet er, und dann ist das Gespräch auch schon wieder vorbei.

Der Film ist mies, aber das ist schon okay. Zwischenzeitlich linse ich auf mein Handy, um zu schauen, ob Christopher mir irgendetwas schreibt, und vielleicht doch eher Schluss machen kann, um sich meiner anzunehmen. Aber ich erhalte keine Nachrichten von meinem Master, auch nicht nach Ende des Filmes. Als ich ihn kurz anrufen will, während wir das Kino schon verlassen und Paul und Markus sich nicht einigen können, wohin es jetzt gehen soll – nach Hause wollen beide nämlich noch nicht – laufen wir tatsächlich Chiyo in die Arme. Wie sich rausstellt, hat sie sich den Film auch eben angesehen, zusammen mit Ron, der mich mit einem freundschaftlichen Handschlag und breiten Grinsen begrüßt. Und ich frage mich, ob ich zum ersten Mal in meinem Leben jemanden verkuppelt habe.

Wir schnacken ein bisschen. Also, Ron, Paul, Markus und Chiyo tun das, während ich dämlich danebenstehe und versuche, anhand von Mimik und Gestik rauszufinden, ob die beiden tatsächlich zusammen sind. Ich komme aber zu keinem zufriedenstellenden Resultat. Dann lädt meine Freundin tatsächlich alle Beteiligten zu sich nach Hause ein. „Ich hab nen Gutschein für zwei Familienpizzen gewonnen und der läuft heute aus, das passt doch perfekt“, erklärt sie, und alle stimmen zu, ihre wartenden Blicke auf mir ruhend.

„Ähm, ich kläre nochmal eben kurz mit Christopher ab, ob… Also, wie unsere Abendplanung war. Aber ich denke, er kommt erst später nach Hause, von daher komme ich wohl mit…“

Paul verdreht die Augen und Markus schüttelt amüsiert den Kopf. Als ich mich mit dem Telefon am Ohr kurz entferne, meine ich sogar den Namen meines Freundes fallen zu hören, als der Rest der Gesellschaft wieder beginnt miteinander zu sprechen; und ich frage mich, ob das so eine gute Idee war, das Gespräch mit meinem Freund anzukündigen, und ob es nicht schlauer gewesen wäre, ihm einfach schnell zu schreiben. Ich meine: Jetzt sieht es ja wirklich so aus, als müsste ich mir eine Erlaubnis bei Christopher für dieses Treffen holen. Was im Grunde genommen ja auch die Wahrheit ist – aber das müssen meine Freunde und Kommilitonen ja nicht wirklich wissen, oder?

Und zack, sitze ich wieder in meinem verhassten Gedankenkarussell und denke an Christophers Worte.

Er hat recht: Normalerweise bin ich es, der beinahe durchdreht bei dem Gedanken daran, mein Freund könnte seinen Freunden zu viele Details über unser Zusammensein verraten; dass sie zu viel von uns wissen. Weil unser Spiel eine so intensive und so intime Angelegenheit ist, und ich ja genau das so sehr schätze: unsere kleine Welt. Nur er und ich. Daher hat er auch das Recht, irritiert zu sein über mein aktuelles Bedürfnis, das ich ja selbst nicht einmal hundertprozentig verstehe.
 
Ich glaube, es ist wirklich so, dass ich meine, den Riss in der herrischen Fassade durch die Zementierung seines Master-Daseins endgültig schließen zu können, und ich diesen Umstand deshalb so sehr forcieren will, wie es nur geht.

…ob Christopher recht hat, wenn er sagt, ich würde mir hier etwas wünschen, was ich gar nicht wirklich will…?

Mir bleibt keine Zeit, diesem Gedanken nachzugehen. Mein Master geht nach dem ersten Klingeln ans Telefon. „Ja?“

„Ähm, hi… Wie läuft’s?“

„…ist stressig. Gibt’s was Wichtiges?“

„Es bleibt also dabei, dass du heute erst später heimkommst?“

„Mhm“, bestätigt er und ich höre, wie jemand im Hintergrund Christophers Namen sagt und er daraufhin ein kurzes „Ja, sofort“ murmelt.

„Okay. Die Jungs gehen jetzt noch weiter zu Chiyo… Darf ich mit?“

„Klar. Grüß schön und viel Spaß.“ Und dann serviert mein Freund mich auch schon ab, indem er auflegt, und ich seufze.

Er hat mir nicht einmal eine Deadline genannt. Aber… er ist gestresst, offenkundig mitten in einem Meeting – und was würden seine Kollegen wohl denken, wenn er seinem Lebensgefährten am Telefon wie einem kleinen Kind mitteilt, wann es zu Hause zu sein hat?

Ich fahre eine erneute Runde in meinem Gedankenkarussell, während ich zusammen mit der spontanen Partygesellschaft den Bus zu meiner alten Wohnung nehme, die nun Chiyos Reich ist. Die Jungs laufen zum Supermarkt, um Bier und Wodka zu besorgen, während sie und ich schon mal ihre Bude betreten und ich ihr helfe, ihr Sofa zu verschieben und Sitzkissen auf dem Boden zu verteilen, sodass jeder Platz hat.

„Wie läuft es mit Ron?“, frage ich sie, als wir allein sind.

„Er ist echt cool“, sagt sie strahlend.

„Seid ihr zusammen?“

„Noch nicht, aber wir haben uns schon geküsst.“

„Dann ist das ja nur noch eine Frage der Zeit“, meine ich grinsend und Chiyo kichert.

„Wahrscheinlich. Du hast echt was gut bei mir“, sagt sie dann.

„Passt schon, ich freu mich einfach für dich.“

„Danke.“

Wir bestellen die Pizzen und quatschen noch über die Horrorserie, die meine Freundin sich auch reinzieht, natürlich zusammen mit Ron. Und als die Jungs zu uns stoßen, schließt sich der besagte Herr unserer Konversation natürlich direkt an.

Markus bietet mir ein Bier an, und ich verneine, Paul einen Wodka-O, der so riecht, als hätte Martin ihn persönlich kredenzt, und ich lehne ab. Der Rothaarige schüttelt erneut ungläubig den Kopf und sagt dann etwas, das mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. „Hat dein Schatzi dir etwa verboten, mit uns was zu saufen, oder was?“

Ich starre ihn viel zu lange an, und eine unangenehme Stille entsteht, die Chiyo Gott sei Dank wenige Sekunden später mit einem theatralischen Stöhnen bricht. „Du kannst auch nur mit Alkohol Spaß haben, was?“, zieht sie Paul auf und schenkt mir wie sich selbst demonstrativ einen bunten Saft ein.

Markus entpuppt sich als mein weiterer Retter. „Ach, der ist immer noch frustriert, weil er Single ist und seine Ex nen neuen Stecher hat.“ Paul faucht ihn an und die beiden schmeißen sich nicht ernst gemeinte Beleidigungen an den Kopf, die Chiyo und Ron zum Lachen bringen. Der Pizzabote ist Retter Nummer drei und bringt auch diese Konversation – wenn man sie als solche bezeichnen möchte – zum Erliegen.

Wir schlagen uns den Bauch voll, schauen einen super schlechten Martial-Arts-Film, den wir durchgehend kommentieren, und lachen uns dabei kaputt, und ich muss im Laufe des Abends zugeben, dass mir das Treffen mit meinen Freunden echt guttut. Das Gedankenkarussell steht still. Ich kann mich richtig gut ablenken. Die Pizza schmeckt super und auch die ganzen exotischen Säfte, die ich dazu mit Chiyo vertilge, sind lecker. Ein weiterer Alkoholkommentar in meine Richtung fällt nicht. Ron hat auch nur ein einziges Bier getrunken, und als ich zwischenzeitlich zu ihm linse, hat er den Arm um das Mädchen der Runde gelegt, und sie wiederum ihre Hand auf seinem Oberschenkel platziert – und ich muss lächeln.

Ich beneide die beiden sogar etwas. Nichts ist so spannend wie die Anfangszeit einer Beziehung. Alles ist neu, alles ist aufregend, es gibt keine Konflikte, nur spannende Episoden, denke ich mir, während ich den Blick durch meine alten vier Wände gleiten lasse und so viele Erinnerungen an den Beginn der Geschichte von Christopher und mir auf mich niederprasseln. Ich werde ganz rot, als mir bewusst wird, was für schweinische Dinge mein Master und ich hier angestellt haben und bin froh, dass Chiyo nichts davon weiß...

Es ist gegen 21 Uhr, als der Film vorbei ist, und ich scheuche meine Kommilitonen auf, flüstere ein „Alter, die wollen jetzt auch mal endlich allein sein…“, als Paul protestieren und noch ein weiters Bier aufmachen will. Markus unterstützt mich, und ich zücke mein Telefon, um Christopher Bescheid zu geben, dass ich jetzt abhaue. Ich rufe nicht an, will ihn nicht stören, schicke ihm stattdessen eine Textnachricht, während wir der Gastgeberin helfen, aufzuräumen.

Ich erschrecke regelrecht, als mein Freund mich keine fünf Sekunden nach Erhalten meiner Message anruft und mir mitteilt, er würde mich abholen und auch meine Kommilitonen nach Hause fahren. Innerhalb von einer Viertelstunde ist er da, und während Markus sich mit meinem Freund über Politik unterhält und Paul wild auf seinem Handy herumtippt – vielleicht schreibt er ja mit Mareike? – fahre ich schon wieder Karussell. Die Länge von Christophers Anfahrt um diese Uhrzeit suggeriert, dass er von Zuhause aus gefahren sein könnte. Und wenn das so ist, frage ich mich, warum er sich nicht bei mir gemeldet hat, um mir Bescheid zu geben, dass er schon Feierabend gemacht hat…

Als Christopher meine beiden Kommilitonen abgesetzt hat, legt sich eine seltsame Stille um uns, die Christopher letztendlich mit einem Räuspern bricht. „Wie war dein Tag?“, will er wissen, und schenkt mir einen längeren milden Blick, als wir an einer roten Ampel zum Stehen kommen.

„Die Uni war scheiße. Der Kinofilm echt bekloppt, aber deshalb auch so witzig, und der Rest des Abends bei Chiyo total cool.“

„Schön. Das freut mich.“

„Und dein Tag?“

„Stressig. Viel zu tun gehabt.“

Ehrlich gesagt warte ich auf den typischen Christopher-Lang-Umschwung. Darauf, dass seine Stimme plötzlich hart wird, und er mich mit dieser abfragt, ob ich beispielsweise gegen sein Alkoholverbot verstoßen oder vielleicht irgendetwas anderes angestellt hätte, das einer Bestrafung bedarf. Aber mein Freund sagt nichts, achtet auf den Verkehr und schweigt.

„Sag mal…“, richte ich schließlich das Wort wieder an ihn, „kann es sein, dass du eben von Zuhause aus zu Chiyo gefahren bist?“

Christopher sagt im ersten Moment nichts, sein Blick ist leer. Dann leckt er sich plötzlich über die Lippen und gibt es zu. „Ja. Bin ich.“

„…und seit wann bist du schon zu Hause?“

„…seit ein paar Stunden.“

„Und warum um Himmels Willen hast du mir nicht Bescheid gegeben?!“

Mein Master seufzt und lächelt beschwichtigend, als er mir einen kurzen Blick zuwirft, ehe er wieder auf die Straße schaut. „Weil ich wollte, dass du den Abend mit deinen Freunden genießt, und nicht deine Siebensachen zusammenpackst und zu mir eilst.“

„Du wolltest mich nicht sehen?!“

„Herrgott, nein, darum geht es nicht, Niko, hörst du mir nicht zu? Ich wollte, dass du eine schöne Zeit mit deinen Freunden verbringst, weil das total wichtig ist.“

„Das hättest du mir auch befehlen können…“

„Hätte ich, ja. Wollte ich aber nicht.“

„Und warum nicht?“

„Weil ich dir nicht jedes Treffen mit deinen Freunden explizit erlauben oder verbieten muss, und ich dich in letzter Zeit eigentlich schon viel zu oft zu früh von ihnen abgezogen habe, und du meiner Meinung nach mal wieder nen netten Abend ohne mich gebraucht hast. Oder liege ich falsch? Eben klangst du noch sehr zufrieden.“

Ich schlucke. Ja, natürlich stimmt das: Der Abend war toll. Aber… „Hast du mich angelogen mit der Extraarbeit?“, frage ich meinen Freund.

„Nein. Wir haben wirklich etwas länger gemacht. Nur nicht so lang, wie gedacht“, entgegnet er ruhig und sucht an der zweiten roten Ampel wieder den Augenkontakt zu mir, den ich ihm gewähre.

„…kann es sein, dass du meine härtere Behandlung nach unserem Gespräch gestern jetzt erstmal wieder zurückfährst…?“, frage ich ihn schließlich mit trockener Kehle.

Mein Freund überlegt kurz, ehe er mit fester Stimme antwortet. „Ja. Ich will dir heute und auch morgen Freiraum zum Nachdenken über deinen… besonderen Bestrafungswunsch geben. Nicht als Sklave, sondern als mein Partner“, erklärt er. „Hast du dir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen?“

„…noch nicht wirklich“, antworte ich leise, und weiß nicht so recht, ob mir seine Geste gefällt, oder mir so richtig gegen den Strich geht. Wir sind doch gerade so gut warmgelaufen in diesem neuen und härteren Master-Slave-Alltag…!

„Du hast ja noch ein wenig Zeit“, sagt Christopher mit ruhiger Stimme. „Konntest du dich wenigstens ein bisschen von dem Ganzen ablenken heute?“

„…ja“, gebe ich grimmig zu und starre aus dem Fenster.

Wir reden nicht mehr viel an diesem Abend, und das ist mir eigentlich auch ganz recht so. Ich ziehe mir in meinem Zimmerchen noch eine Folge der Horrorserie rein, ehe ich zu meinem Master ins Bett schlüpfe, der seine Rolle heute als solcher nicht erfüllt. Ich drehe mich auf die Seite, mit dem Rücken zu ihm, und wünsche ihm eine gute Nacht, als er wenig später das Licht löscht.

Ich zucke zusammen, als Christopher im Dunkeln seine Hand plötzlich nach mir ausstreckt und seine Finger meine nackte Schulter streifen. Instinktiv weiche ich der Berührung aus – weil dieses Mal die Zicke den internen Kampf gewonnen hat. Doch schon im nächsten Augenblick fühle ich mich deswegen echt mies. Ehe ich einen weiteren inneren Konflikt austragen kann, packt mein Freund mich an meinem Oberarm und zieht mich brüsk an seinen warmen Körper, schlingt seine Arme fest um mich und hält mich in dieser intimen Löffelchenstellung gefangen – als er meinen Nacken küsst, entspanne ich mich vollends und seufze genüsslich. Dieser Körperkontakt tut mir gut, und ich frage mich, warum zur Hölle ich ihn eben noch negieren wollte. Dann setzt Christopher noch einen drauf, und wispert liebevoll: „Ich liebe dich.“

Ich drücke seine Hand als Antwort – und dann lausche ich seinem Atem, der schon nach weniger Zeit etwas lauter und gleichmäßiger wird. Christopher ist wie so oft ganz schnell in die Traumwelt übergetreten.

Und ich? Ich fange an zu denken. Über all das, was Christopher mir gestern gesagt hat.

…und gegen 2 Uhr morgens keimen bestimmte Gefühle in mir auf, die man wohl am besten unter dem Label ‚Zweifel’ kategorisieren könnte.

~~~

Auch am kommenden Tag gehe ich in ganz normaler Unterwäsche zur Uni und bekomme auch keine Seilkonstruktion oder andere, mich als Sklaven markierende Zierde an meinen Körper gelegt. Christopher hält den Ball tatsächlich flach. Agiert nur als mein Freund, nicht Master, bereitet sogar selbst das Frühstück zu und hilft mir beim Abräumen.

An der Uni kann ich mich mal wieder auf nichts konzentrieren, und spiele in meinen Gedanken immer wieder die Szenen ab, die mich vorgestern noch komplett erregt haben. Ich male mir aus, wie Christopher mir mit strenger Miene laut befiehlt, die Hosen runterzulassen, oder sie mir brüsk abstreift – und wie dabei die Augen von Kilian, Holger, Martin und Dominik auf mir liegen. Auf meiner nackten Haut, meinem im Tresor gefangenen Schwanz, meinem blanken Arsch. Stelle mir vor, wie Christopher mich übers Knie legt, und wie die anderen sich dazusetzen, oder drum herum aufstellen, und wie er mich dann die Hiebe mitzählen lässt. Und in dem Moment, in dem Holgers fieses Lachen in meiner Vorstellung ertönt, wird mir unheimlich kalt – und alles in mir zieht sich gar schmerzhaft zusammen und ich schüttele mich regelrecht, weil mir das plötzlich… unheimlich unangenehm ist.

Fuck.
 
Als ich allein in der Ecke der Mensa sitze und mir etwas reinziehen will, das die Bezeichnung Nudelgericht nicht wirklich verdient hat, und mich eher an die Gehirnmasse der Aliens aus dem jüngsten Kinofilm erinnert, ploppt dann noch eine Nachricht von Christopher auf meinem Telefon auf. Es ist eine sehr lange Mitteilung, die mich die Nahrungsaufnahme sowieso sofort wieder vergessen lässt. Mein Freund teilt mir nämlich mit, dass er extreme Bauchschmerzen hat, was unseren heutigen Besuch angeht, und dass er am liebsten alles Besprochene abblasen und mit mir in unserem ganz normalen Verhältnis zu Klilian gehen würde. Der soften Mischung aus BDSM und Liebespaar.

„Wenn du frech wirst, weise ich dich als Master natürlich gern zurecht – innerhalb unserer ganz normalen Dynamik, die wir im Beisein unserer Freunde bei solchen privaten Treffen an den Tag legen. Die nächste Party ist schon sehr bald, und dort kann ich dich, so wie du es für dieses Treffen gefordert hast, als reinen Sklaven behandeln“, schreibt er. „Und wenn du es etwas heftiger brauchst und was Neues ausprobieren möchtest: Ich kann dich dieses Mal dann auch in einem der abschließbaren Spielräume züchtigen – ohne die neugierigen Blicke der anderen. Aber unsere Freunde wie auch Außenstehende bekommen dann natürlich mit, dass ich dich bestrafen gehe. Das wäre ein Kompromiss, findest du nicht? Bitte lass dir das alles noch einmal durch den Kopf gehen.“

Christopher hat diese Bauchschmerzen vor allem aufgrund meiner eigenen Wortwahl. „Du hast selbst von falschen Gründen gesprochen, die diesen Wunsch verursacht haben – und ich habe intensiv über unser Gespräch nachgedacht und glaube mittlerweile, dass du auch aus diesen falschen Gründen als reiner Sklave bei Kilian behandelt werden möchtest. Und das Ganze, auch wenn es auch nicht wirklich etwas Neues ist, nach hinten losgehen und dich beziehungsweise uns überfordern könnte. Das geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf und mir wird richtig schlecht dabei.“

Ich muss schlucken und lese seine Nachricht insgesamt drei Mal – und irgendwann muss ich einfach lächeln, weil mir einfach mal wieder bewusst wird, wie sehr ich Christophers zärtliche Seite eigentlich liebe. Und wie essenziell sie für sein Masterdasein eigentlich ist – ihn nicht zum Softie macht, sondern eben zu dem abgefahrenen Kerl, der er ist. Meinem dominanten Freund, der mich abgöttisch liebt, und der mir nur wehtun will, wenn es mich nicht wirklich verletzt.

Was wäre Christopher ohne seine Empathie?
Ein kalter sadistischer Bastard?

Wie von Christopher verlangt setzen wir uns eine Stunde vor der Abfahrt zu Kilian im Wohnzimmer zusammen. Er drückt mir einen kurzen Kuss auf die Lippen, ehe er auf dem Sofa Platz nimmt und mich mit angespannt-besorgter Miene mustert. Ich lächel und versuche so, die Stimmung etwas aufzulockern.

„Hast du meine Nachricht gelesen?“, erkundigt mein Freund sich und ich nicke. „Okay. Ich habe dem eigentlich nicht viel mehr zuzufügen. Ich weiß, ich hätte dir das alles auch jetzt sagen können – aber das lag mir halt echt auf der Seele und ich musste das sofort loswerden, sonst hätte ich den Tag wahrscheinlich nicht überstanden.“

Christopher ist Zucker.

„Ist okay… Und bevor du dir den Mund jetzt noch fusselig redest: Es ist alles bei mir angekommen und…“ Ich seufze und gebe es dann endlich zu: „Du hast recht.“

Christopher wirkt extrem erleichtert, als ich zurückrudere und ihm mitteile, dass ich… kalte Füße bekommen habe, und mir, Stand jetzt, doch keine Züchtigung im Beisein unserer Freunde vorstellen kann, und dass es wahrscheinlich in der Tat besser wäre, gar keine neuen oder besonderen Spielelemente zum Treffen einzuführen, sondern das zu tun, was mein Freund in seiner Textnachricht vorgeschlagen hat.

„Danke, Niko“, wispert er beinahe, beugt sich zu mir vor und drückt mir einen zarten Kuss auf den Mund. Er lächelt versonnen – und redet sich dann doch noch den Mund fusselig. Aber… irgendwie finde ich das auch gut. „Weißt du“, sagt er unter anderem, „über eine Art der semi-öffentlichen Bestrafung können wir vielleicht in weiter Zukunft nochmal reden. Wenn du keine emotionalen Berge abarbeiten musst, wenn dein Geist total frei ist – und du dann immer noch so ein Bedürfnis haben solltest. Momentan ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Du willst es nicht wirklich und ich bin, wie gesagt, auch nicht bereit dafür. Vor allem nicht unter diesen Umständen – aber ich fange an, mich zu wiederholen.“

Christopher grinst und ich nicke, ihn anlächelnd.

„Gleich bei Kilian hast du es in der Hand, inwieweit ich meine Masterrolle heute einnehme. Wir sind aufeinander eingegroovt, dein Handeln wird mir wie immer den Weg weisen. Aber vor allem denke ich, dass dir die Zusammenkunft mit unseren Freunden helfen wird, mal den Kopf freizukriegen – so wie der Abend mit deinen Kommilitonen gestern. Das tun eben nicht nur meine Bestrafungen. Aber wer weiß, vielleicht habe ich Kilian ja verraten, dass du Brokkoli… unheimlich gerne magst“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu, und ich muss sofort glucksen.

Christopher trifft mal wieder ins Schwarze. Es ist genau das, was mich eigentlich immer so glücklich und unser Zusammensein so besonders macht. Es geht um diese subtilen Bestrafungen. Dinge, die nur er von mir weiß und quasi gegen mich einsetzt. Dinge, die nur für uns beide Sinn ergeben. Wenn er mir beispielsweise für ein Treffen in der Gerte einen Long Drink versprochen hat und dann doch nur eine Cola ordert: Für die anderen ist an diesem Prozess nichts anormal – nur ich weiß, dass es eine Strafe ist. Oder wenn er mich zur Uni mit einem Plug im Arsch schickt. Niemand kann es erahnen – nur ich weiß, was Sache ist, spüre seine Macht und seine Kontrolle über mich. Oder eben wie jetzt: Wenn ich gleich wieder Brokkolisuppe schlürfen darf, und nur mein Master weiß, was das eigentlich für eine heftige Bestrafung für mich ist…

Auch wenn es mich eigentlich ein bisschen wurmt, dass Christopher seine extrem harte Behandlung meiner ausgesetzt hat, initiiere ich während des Treffens mit unseren Stammtischfreunden dann doch keine Situation, in der er auffallend als Master agieren muss. Natürlich bediene ich mich auch an diesem Abend nicht vor ihm, lasse Christopher sogar meine Teller bei jedem Gang füllen, und als Kilian mich fragt, ob ich ein Glas Wein trinken möchte, erkundige ich mich natürlich bei meinem Dom, ob er es erlaubt. Christopher nickt unserem Arzt zu, und dieser füllt mir daraufhin erst mit einem leichten Grinsen auf den Lippen das Glas. Ich helfe natürlich auch beim Abräumen und Servieren – aber mehr geschieht in dieser Richtung eben nicht.

Dieses unschuldige Treffen mit unseren Freunden hilft mir auch tatsächlich, den Kopf freizukriegen, und ich finde unsere Konversationen total entspannt, und genieße diesen ganz normalen Abend. Wie von Christopher prophezeit. Dass Dominik krank geworden ist und absagen musste, stimmt mich sogar zufrieden, denn dadurch ist diese Runde auch nochmal ein Stück weit intimer – ich kenne die Jungs nun schließlich auch schon eine ganze Weile und wir können vertraut miteinander sprechen.

Kilians neue Küche ist topmodern und passt hervorragend zum restlichen Einrichtungsstil. Mein Freund ist richtig neidisch auf die High-Tech-Geräte, die sich sogar per Smartphone steuern lassen. Der Arzt hat mit ihrer Hilfe ein imposantes Menü gemeistert, das wir gierig verschlingen, und Christopher verlangt natürlich schon wieder nach allen Rezepten. Außer für die Brokkolisuppe, weil er diese ja schon perfektioniert hat – und als ich dieses grausige Gericht löffel, tauschen mein Freund und ich einen ganz besonderen Blick miteinander; das leichte Grinsen meines Doms, das so viel in diesem Moment bedeutet, fällt nur mir auf. Und das ist wunderschön.

Was die anderen vielleicht registrieren können, ist die Art und Weise, wie Christopher an diesem Abend mit mir physisch umgeht: sie erinnert mich total an unsere wunderschöne Anfangszeit, an die ich schon nach dem Kinobesuch so intensiv denken musste. Mein Freund kann nämlich gar nicht die Finger von mir lassen: Mal ruht seine Hand auf meinem Oberschenkel, mal wandert sie zu meiner Schulter, mal legt er seinen Arm um mich, oder verschränkt unsere Finger miteinander. Er lächelt mich an, wann immer unsere Blicke aufeinandertreffen, oder beugt sich zu mir vor, um mir einen Kuss auf die Wange oder meine Lippen zu hauchen. Er besteht auf beinahe durchgehenden Körperkontakt – und auch das ist wunderschön.

Beim Dessert – Käsekuchen mit Blaubeeren – gibt Christopher mit meinen Backkünsten an und erzählt von meinen „göttlichen Muffins“, die er nicht mehr aus seinem Kopf kriegt, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dabei rot wie eine Erdbeere anlaufe. Unsere Freunde bestehen darauf, dass ich sie zum nächsten Treffen mitbringe und ich verspreche es.

Thematisch ist an diesem Abend mal wieder alles mit dabei: Allen voran die neue Küche Kilians, und was es nicht alles für Probleme beim Kauf und der Lieferung gab. Von nicht passenden Schubladen und falschen Fronten ist alles mit dabei, was die deutsche Servicewüste zu bieten hat, und Holger sowie Christopher liefern ähnliche Storys. Wir reden über das Wetter, kurz über den Kanzleiausbau, über Martins neue Inlineskates, auf denen er sich laut Holger eh nur auf die Schnauze legen wird, über Holgers Pläne für den Garten, in dem er einen Teich anlegen will – und mitten in diesen Gesprächen stelle ich mir vor, wie es wäre, die ganze Zeit über gekniet und geschwiegen zu haben, und nur als Sklave von behandelt worden zu sein, und stelle erneut fest, dass Christopher mal wieder recht hatte.

Das hätte mich nämlich gar nicht so sehr gefallen, wie anfangs angenommen, und hätte mich dieses netten Abends unter Freunden beraubt.

Als reiner Sklave von Christopher behandelt zu werden ist zwar wirklich etwas, das mich antörnt, aber das eher auf eine Party im Club gehört. Dort fühlt es sich… passender an. Ich freue mich auch richtig drauf. Der große Unterschied ist eben: Auf einer Play-Party bin ich einer von vielen Sklaven. Hier bei Kilian wäre ich der einzige; der Fokus wäre einzig und allein auf mich gerichtet – und diese Vorstellung macht mich unschön nervös, und mein Magen dreht sich sogar ein wenig dabei um, als ich mir ausmale, wie es wohl gewesen wäre, hätte ich meinen originalen Spanking-Wunsch heute durchgezogen…

Wirklich, was ist nur los mit mir in letzter Zeit? Warum habe ich diesen Wunsch überhaupt geäußert?

Ich verschiebe die interne Analyse meiner selbst, als Kilian das Gespräch auf die anstehende Party lenkt. „Ich habe vor ein paar Tagen ein sehr nettes Pärchen kennengelernt“, setzt er an. „Beide Männer sind submissiv.“

„Oh?“, kommt es beinahe gleichzeitig interessiert von Holger und Christopher, und auch ich richte meine volle Aufmerksamkeit auf den Gastgeber.

„…sie sind immer nach der Suche nach jemanden, der sie beide zusammen dominiert“, erläutert Kilian grinsend.

„Dann haben sie ja jetzt ihren perfekten Kandidaten gefunden“, kommt es amüsiert von Martin und unsere Blicke treffen sich.

„In der Tat“, meint Kilian zufrieden. „Mit zwei so hübschen Jungs zu spielen macht alles doppelt so schön. Ich bringe sie übrigens mit in den Club. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen.“

„Na, da bin ich mal gespannt…“, säuselt Holger.

„Sie mögen es übrigens auch, von zwei Doms gleichzeitig gezüchtigt zu werden“, bemerkt Kilian und lässt seinen Blick zwischen meinem Freund und Holger wandern. „Also, nur damit es nicht irgendwann heißt: Warum hast du uns das nicht gesagt? Ich biete euch hiermit offiziell an, bei der Party ins Spiel einzusteigen.“

Tatsächlich ist das mal wieder eine Situation, in der ich nicht ansatzweise eifersüchtig oder beschützend oder besitzergreifend werde, weil ich mir Christophers Antwort darauf so sicher bin, dass ich die Hand ins Feuer legen könnte – und ich genieße das in Anbetracht meiner ganzen jüngsten, seltsamen Adrian-Episoden.

Christopher und Holger lachen, und es ist tatsächlich mein Dom, der als erstes antwortet. Und vor allem so, wie ich es erwartet habe. „Danke für das Angebot. Aber: Nein, danke.“

Kilian hebt in entschuldigender Manier die Hände und richtet seinen Blick dabei auf mich. „Ich wollte es nur der Freundschaft wegen anbieten. Ich teile gern, wie ihr wisst.“

„Nun… ich nicht“, ist alles, was Christopher dazu noch sagt. Dabei drückt seine Hand auf meinem Oberschenkel fest zu – und ich schwebe auf Wolke Sieben.

„Ich habe schon alle Hände voll mit Martin und der Orga zu tun“, erklärt Holger ruhig und sein Sub grinst einfach nur. „Aber ich schaue natürlich gerne zu.“

„Und ihr beiden?“, richtet Kilian das Wort wieder an uns.

„Wird sich dann zeigen“, antwortet Christopher. „Noch weiß ich nicht einmal, ob Niko überhaupt etwas zu Sehen bekommt“, fügt er dann schelmisch grinsend an und fokussiert mich mit seinen wunderschönen Augen.

…er suggeriert damit die Verwendung einer Maske. Oder eines Ganzkörperanzugs. Oder eine Augenbinde. Es prickelt auf meiner Haut – und ich bin happy, laufe wahrscheinlich mal wieder rot an, während ich den leeren Dessertteller vor meinen Augen anstarre.

„Weiß eigentlich einer von euch, ob Andreas und Hendrik kommen?“, hakt Martin nach.

„Die sind auch wieder dabei und freuen sich, euch alle wiederzusehen“, entgegnet der Gastgeber.

„Na, spielst du auch mit den beiden?“, zieht mein Freund ihn auf und Kilian lacht.

„Nein, spielen würde ich das nicht nennen. Ich berate sie“, sagt er.

„Aha?“, kommt es wieder interessiert und beinahe gleichzeitig von Holger und Christopher.

„Die beiden schauen mir zum Beispiel zu, wenn ich mein neues Lieblingspärchen dominiere“, erklärt der Arzt der Runde. „So lernen sie fürs eigene Spiel dazu. Und ich erkläre ihnen Dinge, die sie dann zu zweit ausprobieren.“

„Ach, du bist ja so großzügig, und das alles ist ja auch so uneigennützig“, zieht Martin den Doktor auf und er lacht.

Das ist dann auch das einzige BDSM-Thema, das an diesem Abend zur Sprache kommt, und als wir irgendwann nach Hause fahren, und Christophers Hand beinahe unentwegt auf meinem Oberschenkel ruht, sofern er nicht den Gang wechseln muss, bin ich einfach nur zufrieden und glücklich. Das Gedankenkarussell erscheint nicht einmal am Horizont, scheint aus einer anderen Zeit oder gar Galaxie zu stammen – und ich glaube, das ist das Schönste an diesem Abend, der nicht mehr lange dauern soll.

„Ich glaube, ich wandere gleich direkt ins Bett“, sagt mein Freund, als sich die Fahrstuhltüren schließen und gähnt. „Muss morgen leider wieder früh raus.“

„Ich komme mit und bestehe darauf, dass ich dir morgen früh wieder das Frühstück zubereite“, entgegne ich und schaue ihm dabei vielleicht ein bisschen bettelnd in die Augen. Er kritisiert das nicht. Christopher lächelt sogar leicht.

„In Ordnung.“

Während mein Master sich im Bad die Zähne putzt macht, bereite ich unser Schlafgemach vor. Entferne die Tagesdecke sowie die dekorativen Kissen, ziehe die Vorhänge zu, wechsle vom Decken- zum Nachttischlampenlicht und stelle auch schon seinen Wecker. „Hast du meine Uhr gesehen?“, erkundigt Christopher sich passend zu meinem letzten Arbeitsschritt und als er nur noch seine Schlafhose tragend das Zimmer betritt.

„Liegt auf dem Nachttisch.“

„Ah, danke.“

Dann putze ich mir die Zähne und streife meine Kleidung ab. Als ich wenig später nackt das Schlafzimmer wieder betrete, erwarte ich eigentlich einen schlafenden Christopher vorzufinden, doch mein Freund liest konzentriert seinen Roman. Erst, als ich mich auf der Matratze niederlasse, bemerkt er, dass ich anwesend bin und schreckt sogar kurz auf.

„Sorry, wollte deinen Lesefluss nicht unterbrechen“, meine ich und lächele entschuldigend. Doch Belletristik scheint Christopher gar nicht mehr zu interessieren. Er packt das Buch umgehend zur Seite und dreht sich stattdessen zu mir um, zieht mich in seine abermals feste Umarmung und haucht mir einen Kuss auf mein Haar. Seine nackte Haut fühlt sich heiß an meiner an, und ich atme seinen unverkennbaren Duft ein, meine Stirn gegen seine Brust gepresst, meine Arme ebenfalls um seinen Oberkörper geschlungen. Erst, als ich gar automatisch mein Bein zwischen seine Beine schiebe, um mich vollends gegen ihn zu pressen, fällt mir auf, dass mein Freund seine Schlafhose in meiner Abwesenheit losgeworden ist; mein Knie trifft auf sein Geschlecht, in das noch kein Blut geflossen ist, und ich halte inne – weil ich mich frage, was Christopher vorhat. Seine ursprünglichen Pläne, direkt schlafenzugehen, scheinen jedenfalls vom Tisch zu sein. Leichte Aufregung erfasst mich.

Im nächsten Moment dreht Christopher mich auf meinen Rücken und rutscht zwischen meine Schenkel. Seine Hand greift in meinen Nacken und unsere Blicke treffen sich kurz, ehe er seine Lippen auf meine niederlässt und sich aus dem zunächst keuschen Kuss in kurzer Zeit eine etwas heißere, und unsere Zungen involvierende Angelegenheit entwickelt. Meine Finger fahren in sein blondes Haar, während wir hemmungslos knutschen und unsere nackten Leiber leicht aneinander reiben. Christophers Schwanz erwacht dabei langsam zum Leben. Meiner versucht es…

Nachdem sich unsere Münder mit einem lauten Schmatzen voneinander getrennt haben, schenkt Christopher mir ein wunderschönes Lächeln; und dann wandern seine Lippen zu meinem Hals, und es kribbelt dort wunderbar, als er unsichtbare Linien mit seiner Zunge nachzeichnet und diese zwischendurch auch mit sanften Küssen verziert, leicht in meine sensible Haut beißt. Mein Freund knabbert auch an meinem Ohrläppchen, saugt daran, und spielt dabei vorsichtig mit seinen Fingern an meinen mittlerweile herabstehenden Brustwarzen, entlockt meinem noch von seinem Speichel benetzten Mund ein leichtes Seufzen.

Dann geht er auf Wanderschaft, und rutscht tiefer hinab, verteilt Küsse auf meiner Brust und fängt an wie ein Verdurstender an ihnen zu saugen, seicht in sie hineinzubeißen, um dann wiederum seine Zunge über die geschundenen, sensiblen Warzen gleiten zu lassen. Erregung fließt durch meinen Körper und der Tresor frisst sich in mein Fleisch, dass noch immer versucht, hart zu werden; ich stöhne – und es ist eine Mischung aus Geilheit und Frustration.

Christophers Lippen verteilen jetzt Küsse auf meinem Bauch. Seine Zunge taucht in meinen kleinen Nabel ein und zeichnet anschließend eine feuchte Spur weiter südwärts über meinen Unterleib. Wenige Augenblicke später spüre ich seinen heißen Atem auf meinem gefangenen Geschlecht und erzittere. Meine Finger verfangen sich in seinen Haarsträhnen, als er beginnt, über meine Eier zu lecken, während seine Hände unter meinen Hintern fahren, und er meine Pobacken sachte knetet. Ich schließe die Augen und genieße diese Liebkosung, die gleichzeitig aufgrund meiner Keuschhaltung eine leichte Tortur darstellt – und nach einer Weile endet dieser besondere Körperkontakt plötzlich.

Automatisch öffne ich meine Augen und betrachte Christopher, der zur Bettkante gerobbt ist und die Nachttischschublade aufzieht. Es wundert mich nicht unbedingt, dass er eine Tube Gleitgel auf die Matratze befördert sowie Taschentücher. Meine dabei aufgekeimten Erwartungen – dass er möglicherweise noch Latexhandschuhe herauszieht oder einen Dildo, um mich weiter zu quälen oder vielleicht wieder abzumelken – werden nicht erfüllt. Denn anstatt irgendwelcher Sextoys oder anderer eindeutiger Utensilien, hält Christopher plötzlich einen ganz besonderen Schlüssel in der Hand, und ich halte regelrecht die Luft an, als er sich zwischen meinen gespreizten Beinen hinkniet und tatsächlich das kleine Schloss an der Keuschheitsvorrichtung löst.

„Aber…“, höre ich mich murmeln, werde jedoch umgehend von meinem Freund unterbrochen.

„Schhh…“, macht Christopher, und ich halte sofort den Mund. Beobachte stattdessen still, wie er mir peu a peu den Tresor mit all seinen Einzelteilen abnimmt, sie auf dem Nachttisch auf meiner Seite deponiert und mich dann mit seinen blauen Augen in den Fokus nimmt. Im selben Moment streichen seine Finger zärtlich über meinen befreiten Schwanz, der binnen weniger Sekunden komplett steif ist  – ich höre mich selbst laut aufstöhnen, als Christopher mit seiner Hand Druck auf meinen Schaft ausübt, meine Vorhaut zurückzieht und dann mit seinen Daumen über meine Eichel fährt.

Noch lauter werde ich, als Herr Lang plötzlich mit seinem Kopf zwischen meine Schenkel rutscht, und seine feuchte Zunge langsam über meine Hoden und Schaft bis zur enthüllten Spitze meines Glieds bewegt; er saugt leicht an meiner Eichel, und ich habe Angst, dass ich ihm einige seiner hübschen blonden Strähnen rausreißen könnte, weil ein so intensives Kribbeln durch meinen Unterleib dabei rast und die Finger meiner auf seinem Haupt ruhenden Hände sich in seine nicht mehr existente Frisur unkontrolliert verhaken. Ich bin so fasziniert von seinem Treiben, dass ich meinen Blick nicht von Christopher nehmen kann. Sauge die Bilder auf, wie er gierig an meinem Schwanz saugt, und stöhne dabei ungehalten.

Sein Mund löst sich von meinem geschwollenen Geschlecht mit einem lauten Plopp, und er lächelt mich an, seine Lippen immer noch so nah an meiner nassen Eichel, sein Gesicht leicht rötlich verfärbt, die blonden Strähnen wild herabstehend zwischen meinen Fingern.

Ein verruchtes Bild für die Götter.

In weniger als zwei Sekunden bedeckt er meinen Körper wieder mit seinem, schiebt seine Zunge in meinen Mund, und reibt seinen harten Schwanz dabei unverhohlen an meinem. Ich umklammere ihn und küsse ihn leidenschaftlich zurück, kann mein Becken nicht kontrollieren, dass seine reibenden Bewegungen enthusiastisch imitiert; Christopher seufzt tief – und dieser Ton macht mich noch mehr an.

Gnadenlose Hitze beherrscht meinen Körper. Die Erregung hat sich durch jede einzelne meiner Poren gefressen und tief in meinem Innern eingenistet. Ich schwitze, obschon es um uns herum eigentlich kühl ist. Ich bin außer Atem, obwohl ich mich nicht bewegt habe. Jede einzelne seiner Berührungen durchfährt mich wie ein Blitzschlag

Er löst den Kuss, und seine Lippen wandern wieder zu meinem Ohr. „Möchtest du in meinem Mund kommen, oder soll ich dich nehmen?“, lautet seine betörend gewisperte Frage. Ein angenehmer Schauer rieselt meine Wirbelsäule hinab. Es kribbelt in meinem Unterleib. Auch, weil Christopher schon wieder an meinem Ohrläppchen knabbert, seinen Schwanz immer noch an meinem reibt und die Finger seiner rechten Hand über meine Brustwarze fahren.

„…fick mich…“

Ich klinge heiser und oh so verzweifelt – aber das bin ich auch, und es ist mir egal. Christopher weiß es eh. Er weiß alles über mich.

„Nein…“, haucht er in meinen Gehörgang, und im ersten Moment bin ich sicher, dass ich mitten in einer Bestrafung bin, und er mir ab jetzt jegliche körperliche Genugtuung negieren und meinen Körper nur für seinen Orgasmus benutzten wird – doch ich liege schon wieder falsch. Christopher beendet seinen Satz. „Ich werde dich heute nicht ficken, Niko. Ich will dich lieben…“

Und genau das macht er dann auch.

Ich beobachte wie in Trance, wie er seine Finger mit dem Gel benetzt und mit diesen dann in einem stetigen Rhythmus über meine Spalte streich. Seine Handlungen sind ruhig und zärtlich. Vollkommen kontrolliert schiebt er nun einen Finger nach dem anderen in meine heiße Enge und lässt sie zaghaft das Territorium erkunden: Sie gleiten hinein und wieder hinaus, dann streichen sie über die sensiblen, von Nerven durchsetzten Innenwände.

Gekonnt ertastet er nach kurzer Zeit meine Prostata und reizt die Stelle, gleitet mit einer Elendsgeduld darüber, während ich unter ihm fast wahnsinnig werde und mich nun unkontrolliert aufbäume. Denn heute kann sich die Erregung vollkommen entfalten. Heute rast sie durch meinen Unterleib, durch meine Hoden, meinen harten Schwanz – durch meinen ganzen Organismus.

Mein Körper zuckt, und erst, als ich schon fast am Schreien bin, entzieht Christopher seine Finger meiner Enge und rutscht wieder zwischen meine Schenkel. Sein steinharter Schwanz flutscht wie von selbst in meine vorbereitete Spalte – und dann dringt er ein, beißt sich dabei genüsslich auf seine Unterlippe und lässt den Kopf in den Nacken fallen.

Ein weiteres Bild für die Götter.

Er bewegt sich nicht sofort, verharrt einfach so in mir. Dann küsst er mir rau, lässt seine Zunge in meine Höhle gleiten und trifft dort auf meinen kraftlosen Gegenpart, der nur träge mit seiner Zunge tanzt, weil ich vor Erregung schon jetzt total erschöpft bin. Gleichzeitig fängt er endlich an, sich in mir zu bewegen – es ist ein zarter Stoß, der mich gequält in seinen Mund stöhnen lässt.

Christopher bricht den Kuss, führt seine Lippen abermals zu meinem Hals und saugt erneut an der zarten Haut, will Spuren hinterlassen, kleine Markierungen, die am nächsten Morgen von unserem Beisammensein zeugen. „Ich liebe dich“, wispert er und stößt dann ruckartig und hart zu und meinem Mund entweicht ein verzweifeltes Wimmern. Dann bewegt er sich wieder nicht, wartet ab, quält mich süß mit dem Gefühl von seinem Schwanz gefüllt zu sein, aber nur dann und wann einen verlangenden Stoß zu spüren.

Er gleitet gänzlich aus mir hinaus, und führt sich selbst wieder ganz zart ein – fünf Mal hintereinander. Mein unkontrolliertes Zucken – meinen nonverbalen Wunsch, endlich schnell und hart genommen zu werden – ignoriert er einfach, spielt mit meiner Geilheit. Aber auf eine zärtliche Art und Weise. Ganz anders, als das Spiel in unserem ganz besonderen Zimmer ist.

Mein Herz hämmert gegen meine Brust, mein Hals fühlt sich trocken an; wie oft war jene Erregung schon so stark, dass ich glaubte, nah am Höhepunkt zu sein, wie oft hat mein Geliebter hart zugestoßen – nur um dann wieder ruhig in der Starre zu verbleiben. Woher nimmt er diese Selbstkontrolle…?

Mein Mund steht offen und ich bemühe mich gar nicht mehr, ihn zu schließen. Ich atme laut und stöhne, bei jeder Bewegung, die Christopher macht – wenn er sie denn macht. Ich fühle mich wie Beute. Er ist der Jäger. Er hat mich schon längst gefangen, aber er spielt mit mir, um mich gänzlich zu überwältigen, mir den letzten Funken Kraft zu nehmen.

Er stößt erneut zu und eine berauschende Energie rast durch meinen Lendenbereich; ein intensives Kribbeln jagt durch meinen Unterleib, entlädt sich in einem lauten Stöhnen, lässt mich erneut in dieser unkontrollierten Art aufbäumen, mich beinahe den Verstand aufgeben. Ich schließe die Augen, klammere mich nur noch weiter ihn. Und er? Er verharrt erneut. Ich spüre seine Lippen plötzlich wieder an meinem Hals. Sein Körper bewegt sich minimal, als er auf der sensiblen Haut zarte Küsse verteilt. Sein steinharter Schwanz drückt dabei ein Stückchen weiter gegen meine Innenwand. Ein Schauer läuft meinen Rücken hinunter, ich verschlucke mich fast, als ich versuche, ein lustvolles Wimmern zu unterdrücken.

Ich zähle bis drei in meinem Kopf, spreche mir zu, die letzten Reserven meines Körpers anzuzapfen, das letzte Fünkchen Verstand zu aktivieren. Direkt, als sein Mund meinem Ohr nahekommt, als er leicht in mein Läppchen beißt, ergreifen meine Hände seine Schultern. Ich spüre schwitzige, warme Haut unter meinen Fingern und blende die Umwelt für einen kurzen Moment aus; es ist wie ein kleiner Blackout. Ich ignoriere diesen ultimativen Druck, als sein Geschlecht bei unserer Drehung, in die ich Christopher zwinge, über meine Prostata fährt. Ich grunze nur kurz – und schaffe es, ihn auf seinen Rücken zu drängen. Ich blicke auf ihn hinab. Im selben Moment lasse ich meinen Körper wieder auf ihn niedersinken. Sein immer noch hartes Glied rutscht dabei noch tiefer in mich hinein – mit dieser Intensität habe ich nicht gerechnet! Mir wird kurz schwarz vor Augen, als mein Fleisch gegen das seine prallt, als er komplett in mir vergraben ist. Mein Kopf fällt in den Nacken. Ich stöhne; eine Mischung aus Schmerz und Geilheit. Und Letzteres übernimmt.

Ich wippe auf und ab, lasse mein Becken kreisen, lasse ihn nie gänzlich aus mir gleiten, während ich mich selbst auf seinem harten Schwanz ficke. Bedächtig zu Anfang, nach wenigen Momenten schon stürmischer. Mein Schwanz lechzt nach Berührung. Ich kann Christopher ungehalten stöhnen hören und schaue ihm wieder in die Augen. Seinen Ausdruck kann ich nicht deuten, doch schon in der nächsten Minute, in der er sein Becken anspannt und ruckartig bewegt, sodass sein Schwanz so tief in mich dringt, dass ich Sternchen sehen kann, verstehe ich ihn.

Ich realisiere gar nicht, wie es passiert, aber prompt falle ich nach hinten und er ist wieder über mir, pinnt meine Hände gegen die Matratze – und meine letzte Reserve an Kraft ist schon ausgebraucht. „Du…“, wispere ich, meine Stimme heiser und erschöpft, mein Glied unmerklich gegen meinen Bauch pochend und zucken. „Du…“, setze ich erneut an und meine Äußerung endet in einem seichten Aufschrei, als er sich plötzlich mit einem harten Stoß wieder in mich schiebt. „…du bist… der Teufel….“, murmele ich nur noch wie in Trance und genieße es, als Christopher beginnt, bedächtig sein Becken kreisen zu lassen und mich dabei küsst. Ich spüre seine Zunge in meinem Mund, ich kann kaum interagieren. Speichel läuft mein Kinn hinunter. Das ist die Hölle. Das Paradies und Hölle zugleich.

Er bricht unseren Kuss, leckt die schmale Speichelspur hinfort und lässt dann seine Zunge über meinen Hals und die Ohrmuschel gleiten. „Und wofür würdest du deine Seele verkaufen, mein Kleiner? In diesem Moment wahrscheinlich für eine paar harte heftige Stöße und meine Hand an deinem Schwanz, richtig?“ Er drängt sich erneut ganz langsam in mich hinein, und seine dunkle, gewisperte Aussage gepaart mit dem erneuten Füllen meines Eingangs entlockt mir ein kraftloses, erotisches Wimmern. „Genau das sollst du kriegen“, wispert er und klingt dabei lasziv wie nie zuvor.

Meine folgende Laute können im Vergleich dazu nur als verrucht oder vollkommen pervers beschrieben werden: Tiefes Seufzen, lautes Stöhnen, rauchiges Keuchen. Denn Christopher stößt so wie angekündigt zu: hart und heftig. Seine Hand greift nach meinem Schwanz und er beginnt ihn zu pumpen.

Er küsst mich: ruppiger als zuvor. Forsch gleitet seine Zunge in seine Höhle und streicht über meinen Muskel. Ein Seufzen entfährt ihm, während wir uns küssen. Dann schon beendet er wieder diesen Kontakt, leckt neckisch über meine Lippen und hauche dann dagegen: „Ich liebe dich…“, während er gleichzeitig einen bedächtigen Rhythmus aufbaut.

„Ich… dich… auch…“, hauche ich kraftlos, und stöhne im nächsten Augenblick schon wieder ungehalten, höre mich nach Luft schnappen, keuchen – und schlinge meine Arme und auch Beine noch heftiger um Christophers erhitzten Leib. Seine Finger haben sich in meine Pobacken gekrallt. Er hat mich so elektrisiert, so erregt, dass ich jetzt wie ein Teenager reagiere – und es ist mir scheißegal. Weil ich nicht mehr denken kann. Weil ich einfach nur noch kommen will, damit dieser Druck aus meinen Hoden und meinem Unterleib entweichen kann.

Meine Finger verkrampfen beinahe, als ich mich in seine Schultern kralle, während alles aus mir entweicht und diese krasse Orgasmus-Welle durch meinen gesamten Körper rast und sich in Form meines dickflüssigen Saftes zwischen unseren nackten Leibern verteilt. Christopher reiße ich mit: Nur noch ein paar Stöße, dann verkrampft auch er sich, stöhnt tief und spritzt ab – und mir wird regelrecht schwarz vor Augen.

…so einen Höhepunkt habe ich schon lange nicht mehr erlebt, merke ich, als ich erst nach einer kurzen Zeit wieder zu Sinnen komme. Christopher liegt bereits neben mir, seine Hand ruht auf meiner Wange. „…alles klar?“, höre ich ihn wispern. Ich blinzele, doch meine Augenlider sind zu schwer; ich lasse zu geschlossen.

„…ja…“, flüstere ich, und mein Freund haucht mir einen Kuss auf die Stirn.

Ich kriege nur halbwegs mit, wie er mich mit einem feuchten Lappen oder Handtuch säubert, und danach wieder das Licht abstellt. Christopher kuschelt sich an mich, zieht die Decke über unsere Körper und schlingt seine Arme um mich. Sein Kopf ruht in meiner Halsbeuge und ich spüre seinen Atem auf meiner sensiblen Haut.

„Danke“, höre ich ihn dann wispern.

„…wofür?“

„Dass du mich nicht dazu gezwungen hast, dich heute beim Treffen zu züchtigen.“

Ich lache schwach auf, meine Augen und Glieder schwer wie Blei. „Als wenn ich dich zu irgendetwas zwingen könnte…“

Mein Freund seufzt. Und das letzte, was ich vor dem Abdriften in den Schlaf mitbekomme, sind seine folgenden Worte: „…du ahnst ja gar nicht, was für eine Macht du über mich hast…“

 

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