Chitin - Teil 3

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Sieben

Die Biologin dachte die ganze Thet-Periode lang nach, wie sie die Monster noch etwas länger am Leben halten könnte. Wieso wurden sie so schnell schwächer? Wenn der Bau eines Volkes zerstört wurde, oder wenn die Königin starb, dann wurden die Glieder apathisch und passiv, ja. Aber diese hier waren doch am Anfang recht munter gewesen. Erst jetzt wurden sie immer schwächer. Ihre vorher prall elastische Oberfläche wirkte seltsam matt, schlaff und eingesunken.

Auf einmal durchzuckte die Biologin die Erkenntnis: Wasser! Diese Wesen waren ja gefüllt mit Wasser! Womöglich wurden sie überhaupt nur vom hydraulischen Druck des Wassers aufrecht gehalten? Man müsste ihnen Wasser geben!

Andere Stimmen des Volkes lehnten diese Idee ab: Wenn Wasser so wichtig für die Monster wäre, dann wären sie nicht so verschwenderisch damit umgegangen. Im Gegenteil: Diese Wasserangriffe deuteten darauf hin, dass sie ihre Flüssigkeit eher loswerden wollten. Und ein solcher Drang stünde auch im Einklang mit der Biologie des Volkes. Wieso sollten andere Lebewesen andere Bedürfnisse haben?

Lange rangen die verschiedenen Impulse in der Kollektivintelligenz des Volkes miteinander, bis sich einmal mehr die Biologin durchsetzen konnte. Soldatinnen wurden zum Wasser geschickt.

Es gab in der Nähe des Baus ein fließendes Gewässer. Das Volk hielt sich wohlweislich meist davon fern. Aber an einer Stelle war das Ufer sehr flach und darum ungefährlich. Öfters näherten sich vorwitzige Wasserlebewesen unvorsichtig dem Ufer, und dann konnte eine Soldatin mit ihren Mandibeln blitzschnell niederstoßen und das Wesen erlegen. Jetzt hatte die Biologin einen anderen Plan: Einige der erlegten Wasserlebewesen hatten einen schalenförmigen Panzer. Eine Soldatin sollte einen solchen Panzer mit Wasser füllen, und den Monstern bringen. Dann würde man ja sehen, was sie damit anfingen.

Der Erfolg war durchschlagend: Die beiden Ungeheuer stürzten sich förmlich auf die Flüssigkeit. Zuerst goss das Stabwesen fast den ganzen Inhalt der Schale in seine Mundöffnung, dann leckte das Lochwesen die Reste auf. Die Soldatinnen brachten noch mehrere dieser Schalen, bis die Monster endlich genug hatten und sich mit dem Rest des Wassers die Körperoberfläche polierten.

Danach wurden die fremdartigen Wesen deutlich aktiver. Sie gingen hin und her, trommelten auf die Kopfschilde der Soldatinnen, klopften mit ihren vorderen Extremitäten auch aufeinander, wobei sie eine Schwingung aussendeten, die nicht wie Panik war, aber ähnlich. Endlich setzten sie sich ein Stück weit auseinander wieder auf den Boden. Kurze Zeit später machten beide einen Wasserangriff auf die Wache. Und auch etwas Anderes, halbfest Erscheinendes verließ ihren Körper. Es mochten Exkremente sein, aber es war viel zu feucht. Diese Wesen waren wirklich unvernünftig. Kaum hatten sie das offenbar dringend benötigte Wasser bekommen, verschwendeten sie es auch schon wieder. Lange dachte die Biologin über diese Seltsamkeiten nach, bis Thet wieder den Himmel beherrschte. Als Hel fast verschwunden war, begab sich das Stabwesen dicht zum Lochwesen. Die beiden führten ihre Vorderextremitäten zusammen und verschlangen die Tentakel an deren Ende ineinander. Dann vollführten sie mit den nun verknüpften Extremitäten teils ruckartige, teils fließende Bewegungen, deren Zweck nicht ersichtlich war. Einmal, das Hel - Licht war schon ganz verschwunden, macht das Stab-Wesen eine sehr schnelle Geste mit seiner Vorderextremität zum Kopf des Lochwesens. Dort strahlte es kurz darauf und lang anhaltend sehr warm auf. Nun begann auch der Stab warm zu werden, und sich aufzurichten. Gebannt sah die Biologin zu, wie das Stabwesen seine Tentakel an die Thoraxwölbungen des Lochwesens brachte, und wie die beiden ihre Köpfe annäherten. Auch des Lochwesens Mitte erwärmte sich nun erheblich. Und, ja, diese besonderen Schwingungen breiteten sich wieder aus. Gebannt wartete das Volk.

Doch das Stabwesen bohrte sich diesmal nicht an derselben Stelle in das Lochwesen. Die beiden lagen zunächst nur nebeneinander. So konnte man genau beobachten, wie der Stab, offenbar nur durch Druck des Wassers in seinem Inneren, wohl auf das doppelte Volumen anwuchs und hart vom Leib des Monsters weg stand. Dann ergriff das Stabwesen den Kopf des anderen und bewegte ihn zu seinem Stab, so dass dieser dieselbe Öffnung penetrierte, mit der auch das Wasser aufgenommen worden war. Diesmal war es eher das Lochwesen, das sich aktiv bewegte, während das Stabwesen vergleichsweise ruhig lag. Und doch: Nach einiger Zeit kam es wieder zu dieser Explosion der Schwingungen, die das ganze Volk wonnig durchströmte!

Die Biologin wies die Soldatinnen an, noch vor Hel - Aufgang Wasser herbei zu schaffen und in der Nähe bereitzustellen. Dann dachte sie wieder nach. Diese erstaunliche Wärme der Ungeheuer. Wodurch mochte die gespiesen sein? Irgendwoher musste die Energie dafür ja kommen. Konnten die Wesen Hel - Wärme speichern? Hatte es etwas mit dem enormen Wasser-Umsatz zu tun?

Sie musste zunächst ruhen. Das Volk brauchte Ruhe. Die Arbeiterinnen sorgten sich bereits um den Stand der Vorräte. Bald würde die Welt in Kälte erstarren, und wenn die Kröpfe und die Vorratskammern dann nicht voll waren, würde das Volk den nächsten Wärmezyklus nicht mehr erleben. Die Ablenkung durch diese Monster war gefährlich! Und doch: Es war schwer, sich der Faszination zu entziehen, die von diesen, jeder Vorstellung spottenden Wesen ausging. Und es war schwer, sich den Verlockungen dieser fast hypnotisch wohltuenden Schwingungen zu entziehen, die dem Stabwesen entströmten, wenn es seinen Stab ins Lochwesen bohrte. Die Biologin würde dafür sorgen, dass die Monster noch eine Weile am Leben blieben!

Doch nun galt es, erst einmal auf Hel zu warten.

 

Acht

Durst. Das war alles, was Gianna noch denken konnte. Und Nardo schien es nicht besser zu gehen. Bald dachte sie nicht einmal mehr an das. Nur noch, dass sie jetzt bald sterben würden. Heute noch, oder vielleicht morgen. Sie war nicht einmal traurig über ihr nahes Ende. Aber sie trauerte um den verlorenen Traum. Die neue Heimat. Die Hoffnungen der Erde. Die längste Reise, die je jemand unternommen hatte.

Auf einmal gab es eine Bewegung in dem Ameisenkordon um sie herum, und eines dieser Monsterinsekten kam, und stellte etwas vor ihnen ab. Wasser! Eine Art umgedrehter Krabbenpanzer mit vielleicht einem viertel Liter schlammigem Wasser darin, in dem einige Kleinlebewesen umherflitzten. Schon wollte sie sich darauf stürzen, hätte es beinah ausgetrunken, da besann sie sich auf ihre Erziehung. Nur kurz währte ihr innerer Kampf, dann reichte die Schale ihrem Herrn Nardo. Mit einer Mischung aus Wut, Resignation und Enttäuschung sah sie zu, wie dieser mit großen, gierigen Schlucken trank. Erst als die Schale fast leer war, gab er sie zurück. Doch kaum hatte Gianna das Gefäß ganz ausgeleckt, brachten die Ameisen zwei weitere Schalen! Und so ging es weiter, bis beide keinen Schluck mehr hinunterbringen konnten, und den Rest des Wassers verwendeten, um sich notdürftig zu waschen. Was machte es schon aus, dass das Wasser trübe war und leicht schweflig roch? Es war Wasser, nur das zählte!

Danach ging Gianna an den Rand ihres Gefängnisses und versuchte, mit den Ameisen Kontakt aufzunehmen. Sie sprach sie an, winkte, überwand sogar ihren Ekel und berührte leicht ihren Kopf. Nichts. Keine Reaktion. Nardo rief ihr zu: „Was treibst du da eigentlich?“

„Diese Wesen müssen intelligent sein! Sie haben erkannt, dass wir Durst haben, und sie haben Gegenstände benutzt, um uns Wasser zu bringen! Wir müssen eine Verständigungsbasis herstellen!“

„Intelligent?“, höhnte Nardo, „Das sind verdammte Käfer oder Ameisen oder so etwas. Stumpfsinnige Monster!“ Er unterstrich seine Worte, indem er der nächststehenden Ameise mit aller Kraft gegen den Kopf schlug und trat. Diese rührte sich nicht. „Hör auf!“, rief Gianna, „mach sie nicht wütend!“

„Wütend? Umbringen werde ich sie!“, knirschte Nardo. „Ivan wird bald kommen, und diesen verdammten Ameisenhügel wegbrennen. Und dann geht’s rund!“

„Ivan wird nicht kommen“, sagte Gianna ruhig. Und in dem Moment erkannte sie, dass das stimmte, was sie selber bisher nie so klar wahr haben wollte: Wenn Ivan ihnen helfen gekonnt und gewollt hätte, wäre er schon längst zurückgekehrt. Er hatte ja gesehen, was am Landeplatz geschehen war. Und er musste wissen, dass es keine Zeit zu verlieren gab. Ivan war kein Held, das wusste Gianna. Sie kannte die Psychogramme der ganzen Mannschaft. Ivan neigte dazu, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Er hatte gesehen, dass die Landungstruppe mit ihren Handwaffen keine Chance gegen die dominierende Lebensform dieser Welt gehabt hatte, und bessere Waffen als die hatte er auch nicht. Er würde keine Landung mehr wagen. Leena würde das vielleicht eher tun, aber sie würde sich nicht gegen ihn auflehnen können. Niemand würde sie retten.

Nardo reagierte, als hätte sie ihn persönlich angegriffen: „Red' nicht so einen Quatsch!“, rief er laut. Er trat auf sie zu, packte ihre Handgelenke und starrte ihr aus kurzer Distanz ins Gesicht. „Ivan wird kommen!“

»Er wird nicht kommen!«, schrie sie und riss sich los, nur um ihre Wut, ihre Angst und ihre Frustrationen an Nardo auszulassen, indem sie ihm mit aller Kraft auf die Brust trommelte. Nardo stieß sie grob von sich, und beide setzten sich ein Stück weit auseinander auf den Boden und warteten auf den Abend. Auch an diesem Tag kam Ivan nicht. Wie viel lieber hätte sich Gianna in ihm getäuscht!

Als es dunkel wurde, kam Nardo zu ihr, und wollte sie in den Arm nehmen. Gianna versuchte, ihn abzuschütteln. „Lass mich in Ruhe!“, rief sie und versetzte ihm wieder einen Schlag vor die Brust. Diesmal ließ er es sich aber nicht gefallen, sondern packte sie an den Handgelenken. Eine Weile tolerierte er ihre vergeblichen Versuche, sich zu befreien, dann ließ er sie mit der Rechten los und gab ihr blitzschnell eine kräftige Ohrfeige. Verdutzt hielt Gianna inne, genug Zeit für ihn, um sie hart an den Brustwarzen zu packen und zu sich her zu ziehen. „Du bist eine Kajira, das solltest du nie vergessen!“

„Nein, lass mich.“ Gianna keuchte und versuchte, sich loszumachen, während er sie weiter und härter bearbeitete. Eine für sie selbst schwer verständliche Woge der Lust in all dieser Angst und Verzweiflung durchströmte sie. Der pure Lebenswille. „Ich weiß es, Herr“, stöhnte sie schließlich halb widerstrebend, halb willig unter seinen drehenden, ziehenden, kneifenden Fingern. Es war inzwischen wieder völlig dunkel geworden, und die Ameisen konnten sie nicht mehr sehen. Jetzt wollte sie genommen werden! Doch statt sie zu ficken, drückte Nardo schließlich ihren Kopf über seinen Penis. Gierig lutschte sie ihn zum Höhepunkt, ebenso gierig schluckte sie sein Sperma hinunter, denn sie war hungrig. Danach dösten die beiden Arm in Arm ein. Richtig schlafen konnten sie nicht. Die Tage hier waren zu kurz, und ihr Schlafrhythmus noch nicht angepasst.

 

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Gianna hatte gewusst, dass es keinen Sinn hatte, sich aufzulehnen. Roger hätte sich durch nichts und niemanden davon abbringen lassen, jeden Widerstand der Frauen zu brechen. Sie hatte das schon geahnt, bevor Leena auf den Strafblock gespannt worden war. Diese hing immer noch dort, denn Roger hatte beschlossen, zuerst die anderen Kajiras abzufragen. Nein, jetzt war nicht der Zeitpunkt für Auflehnung. Die Männer passten viel zu gut auf, und von keinem war jetzt Hilfe zu erwarten. Einerseits hinderte sie die Disziplin daran, sich gegen den Kommandanten zu wenden, andererseits lockte die pure Geilheit, wie man ihnen sehr gut ansehen konnte. Es würde andere, bessere Gelegenheiten geben, zu revoltieren. Hoffentlich kapierte Ricarda das auch! Und so sagte Gianna, als sie an der Reihe war, nur brav: „Mein Name ist Gianna, ich bin eine Kajira, und ich bin hier, um zu gehorchen, Herr.“

Als die Nächste an die Reihe kam, wagte sie, in Nadu kniend und am Hundekuchen lutschend, der übrigens gar nicht mal so übel schmeckte, einen Blick zu Ricarda. Diese fing den Blick auf und nickte kaum merklich. Sie hatte verstanden.

Und wirklich: Als Ricarda als Letzte an die Reihe kam, sagte sie ihren Satz fehlerfrei auf, und Roger streichelte anerkennend über ihre Wange, die Brüste und die Hüfte, bevor er ihr den Hundekuchen gab.

Dann klatschte er in die Hände und rief: „Gentlemen, die Kajiras stehen nun zu eurer Verfügung. Ihr könnt sie hier benutzen oder in euren Kabinen, allein oder zu mehreren, wie ihr wollt. Aber bitte keinen Streit, es kommt jeder zum Schuss. Und denkt daran, was wir bezüglich Sicherheitsmaßnahmen vereinbart haben. Wir wollen ja nicht, dass eine der Ladies einen Fehler begeht, für den ich sie nachher sehr, sehr hart bestrafen müsste.“

Gelächter und zustimmendes Gemurmel bei den Männern, die nun herüberkamen. Manche der Kajiras hoben kurz den Blick, doch Rob passte genau auf, und versetzte jeder davon einen Gertenhieb, um ihr deutlich zu machen, dass er kein ungebührliches Betragen dulden würde. In Nadu hatte der Kopf erhoben, aber der Blick gesenkt zu sein!

Die Männer gingen um die knienden Frauen herum, unterhielten sich über deren körperliche Vorzüge und Nachteile und kabbelten sich darum, wer bei welcher als Erster zum Zuge kommen würde. Als jemand vor Gianna stehen blieb, und ihre Leine vom Fußboden löste, hielt sie den Blick stumm nach unten gerichtet und erkannte darum auch nicht gleich, wer es war, bis sie doch einen verstohlenen Blick wagte. Es war Lyell, der sie an der Leine zu seiner Kabine führte. In der Tür küsste er sie sanft auf den Mund und schob sie zum Bett. Dort befestigte er ihr Halsband an einer kurzen Kette an der Wand und die Handgelenke an zwei Ringen daneben.

Bevor Gianna lange darüber nachdenken konnte, ob sie es wagen durfte, von sich aus etwas zu sagen, sagte er: „Du darfst mich ansehen und du darfst sprechen.“ Dann legte er sich neben sie und begann sie zärtlich zu streicheln. „Musst du mich wirklich anketten, wie einen Hund?“, fragte sie mit bebender Stimme. „Ja, Roger meint, ihr könntet sonst Dummheiten machen, solange ihr nicht völlig ausgebildet seid. Auf New Hope wird es dann anders sein.“

Versonnen streichelte er ihre Brust, packte plötzlich die Brustwarze und kniff kräftig hinein. „Außerdem solltest du mich 'Herr' nennen. Roger wollte, dass wir sehr genau darauf achten.“

Es hatte keinen Sinn. Heute würde keiner der Männer einen Fehler machen. Dazu kam: Ihre Liebe zu Lyell war unverändert. Schließlich waren für sie erst wenige Stunden vergangen, seit sie sich von ihm verabschiedet hatte, damals vor 80 Jahren. Für ihn war mehr Zeit vergangen, waren die Männer doch einige Tage länger wach geblieben und einen Tag früher geweckt worden. Und die Männer waren fraglos spitz wie selten zuvor. Zweifellos hatten sie sich gegenseitig mit Gor - Phantasien erregt und konnten es kaum erwarten, diese umzusetzen. Dazu kam Rogers ausgedehntes Vorspiel. Er hatte in einer perfekten Inszenierung vor seinen Männern alle weiblichen Besatzungsmitglieder zu Objekten degradiert. Gianna konnte nicht umhin, Rogers konsequente Durchführung seines heimlich ausgetüftelten Plans anzuerkennen. In diesem Moment machte es ihr aber ohnehin überhaupt nichts aus, Lyells Lustobjekt zu sein. Sein Streicheln wurde rasch zielgerichteter, ergänzt mit anfangs zärtlichen, dann fordernden und bald fast brutalen Küssen, die sie willig erwiderte. Endlich öffnete er seine Hose und legte sich zwischen Giannas Beine, ohne sich die Zeit zu nehmen, sich weiter auszuziehen.

 

Neun

Umsatz war der Schlüssel! Die Monster hatten nicht nur einen hohen Wasserumsatz, sondern auch einen extrem hyperaktiven Stoffwechsel. Das erklärte die unglaubliche Wärme. Es konnte nichts anderes sein, als Stoffwechselabwärme, das war es! Und diese Wärme ermöglichte es den Monstern auch, bei Thet derart aktiv zu sein, während die Glieder des Volkes sich nur langsam und mühsam bewegen konnten. Die Biologin empfand so etwas wie Glück, als plötzlich diese Zusammenhänge klar wurden. Und doch: Die Implikationen dieser Erkenntnis waren bestürzend: Die Monster mussten Unmengen an Nahrung benötigen! Und: Sie konnten bei Thet aktiv sein. Das bedeutete Gefahr! Aber warum hatten sie bisher die Kälte nie genutzt, um zu fliehen oder anzugreifen? Waren sie zu schwach? Oder war es, weil sie offenbar nichts sehen konnten, wenn die Ktck den Thet - Himmel verdunkelten? Das Volk kam zum Schluss, dass von den beiden zurzeit noch keine untolerierbare Gefahr ausgehe. In den Bau würden sie ohnehin nicht können, denn dort war es warm genug, dass die Wächterinnen ihnen gewachsen sein würden. Nur Flucht wäre denkbar. Aber wo sollten sie schon hin? Und wie würden sie den Winter überleben, wenn sie derart viel Nahrung benötigten? Oder würde ihr Kälteschlaf tief genug sein, dass sie ohne Essen auskamen? Die Glieder des Volkes benötigten regelmäßig Lebensmittel. Normalerweise aßen sie etwa alle fünfzehn Tage, in der Kälteruhe immer noch alle neunzig Tage. Und viele Glieder verhungerten während des Winters, denn die Welt war nicht reich an Essbarem. Man musste die Wärmeperiode so gut wie möglich nutzen, um Futter zu sammeln, und man musste besser sammeln, als die Nachbarvölker.

Womit die Biologin wieder am Ausgangspunkt ihrer Überlegungen angekommen war: Was konnte man den Monstern an Nahrung anbieten? Und konnte man es verantworten, ihnen Nahrung zu geben, die nachher dem Volk fehlen könnte? Noch bevor das Volk in den Schlaf fand, reifte der Plan: Die Monster würden für Nahrung bezahlen. Mit diesen Schwingungen. Und mit Wärme, wenn die Hel - Phasen immer kürzer wurden.

 

Zehn

Das Tageslicht kam mit der inzwischen gewohnten Plötzlichkeit. Wie ein Vorhang riss der Himmel auf und die grelle weiße Sonne stand über dem Horizont. Sie hatten dieses Phänomen einige Umkreisungen lang aus dem Orbit beobachtet: Eine riesige Schar fledermausartiger Wesen bedeckte den Nachthimmel und absorbierte das wenige Licht und die spärliche Wärme, die vom roten Zwerg ausgingen. Ebenso schnell, wie sie auftauchten, verschwanden sie in der Morgendämmerung wieder. Ein weiteres bizarres Phänomen dieser Welt, das vor allem Leena, die Xenobiologin vor der Landung hatte erkunden wollen. Doch weil sie nur eine Kajira war, hatte niemand auf sie gehört.

Gianna seufzte. So vieles wäre anders gekommen, wenn die Männer nicht so ungeduldig gewesen wären, New Hope in Besitz zu nehmen. Missmutig starrte sie Nardo an, der laut schnarchend auf dem Rücken lag. Sein Penis ragte wie ein einsamer mahnender Finger steil nach oben. Er war nicht beschnitten. Da er sich hier nicht richtig waschen konnte, würde sie ihn täglich sauber lecken müssen. Sie war immer noch seine Kajira und musste dafür sorgen, dass er nicht an Verschmutzung und Entzündungen litt. Auch sie musste sich sauber halten. Die Disziplin siegte über die Trägheit ihrer dumpfen Verzweiflung. Es hatte keinen Sinn, nur noch auf den Tod zu warten: Dieser würde früh genug kommen. Sie erhob sich und sah, dass die Ameisen bereits wieder mehrere Gefäße mit Wasser gebracht hatten. Zwei davon stellte sie neben ihren schlafenden Herrn, eines trank sie leer, und das Letzte benutze sie, um sich so sorgfältig es ging zu reinigen, nachdem sie ihre Notdurft verrichtet hatte. Glücklicherweise hatte Lyell ihre Haare auf Streichholzlänge gekürzt. Ihre vorher fast bis zum Po reichenden Locken wären hier wohl rettungslos verfilzt.

Kurz, nachdem sie mit ihrer Körperpflege fertig war, erhob sich Nardo und streckte sich. Sie eilte zu ihm, kniete sich nieder und reichte ihm mit gestreckten Armen ein Wassergefäß. Er nahm es, trank es in einem Zug leer und warf es dann achtlos weg. Gleichzeitig schlug er sein Wasser ab, ohne sich auch nur abzuwenden, sodass ein Teil auf Gianna spritzte. Als er fertig war, streifte sie sanft die Vorhaut zurück und leckte die Eichel sorgfältig sauber. Während sie so beschäftigt war, fluchte Nardo ausgiebig und beschimpfte die Riesenameisen auf Italienisch, Englisch und Russisch. Letzteres schien ihm am besten zu gefallen, denn er wiederholte es mehrfach mit verschiedenen Variationen von Mutterflüchen und derben Bezeichnungen von Geschlechtsteilen (was in Bezug auf die Arthropoden, denen die Flüche galten, streng genommen etwas deplatziert war).

Auf einmal, als wenn es eine Antwort auf seine Beschimpfungen gewesen wäre, kam Bewegung in die Phalanx ihrer lebenden Gefängnismauern. Eine Ameise kam näher, legte etwas nieder und zog sich wieder zurück. »Essen!«, stellte Gianna mit neu aufkeimender Hoffnung fest. Tatsächlich: Es waren verschiedene Dinge auf dem Boden ausgebreitet, die man als Nahrung bezeichnen könnte. Stücke von einer Art Kaktus. Ledrige, braungrüne Gebilde, Blättern ähnlich. Stachlige, eiförmige Früchte. Ein übel riechendes rundes Objekt von weicher Konsistenz. Ein lebendes Tier der Art, aus dessen Panzer sie schon das Wasser getrunken hatten. Dieses versuchte umgehend, wegzueilen, wurde von den Ameisen aber wieder in die Mitte geschleudert. Gianna wandte sich trotz ihres Hungers angeekelt ab, aber Nardo packte das krabbenähnliche Tier, hob es über seinen Kopf und schmetterte es mit aller Kraft auf den harten Boden, wo es mit einem letzten Zucken verendete. Als Gianna sah, wie er es mit bloßen Händen zerlegte und dann mit den Zähnen Fleischstücke abriss und hungrig verschlang, wurde ihr übel. Sie würgte und hätte bestimmt erbrochen, wenn sie etwas im Magen gehabt hätte. »Schmeckt gar nicht so schlecht«, brummte Nardo mit vollem Mund, »willst du nicht auch versuchen?« Sie schüttelte den Kopf, doch bald begann ihr Magen wieder, vernehmlich zu knurren. Misstrauisch schnupperte sie an den anderen Lebensmitteln, doch das Einzige, was appetitlich roch, war ausgerechnet eine etwa fußballgroße Frucht mit zäher Haut und enorm widerstandsfähigen Stacheln. Wenn sie nur ein Messer oder wenigstens einen scharfen Stein gehabt hätte! Aber so hatte sie keine Chance, die Schale zu öffnen. Sie schleuderte die Frucht einige Male auf den Boden, versuchte, sie mit den Fingernägeln aufzuritzen oder die Stacheln abzubrechen, aber vergeblich. Wer weiß, vielleicht war das Innere genauso ungenießbar. Entmutigt warf Gianna das Ding zur Seite.

Eine Ameise, und zwar diejenige, die etwas kleinere Kauwerkzeuge hatte, als die anderen, schob sich langsam näher. Erschrocken wich Gianna, soweit es ging, zur anderen Seite aus. Doch das Rieseninsekt nahm nur die Frucht und zerlegte sie mit einem raschen Biss seiner Kiefer sauber in zwei Hälften. Dann zog es sich wieder zurück.

Das Innere des Stachelballs roch köstlich. Es war zartes, rosiges Fruchtfleisch. Vorsichtig zupfte Gianna ein Stück heraus. Es war eher trocken, schmeckte aber süß und war von durchaus essbarer, leicht zäher Konsistenz. Begeistert schob Gianna die zweite Hälfte der Frucht Nardo zu, der inzwischen alles Essbare von der Krabbe abgenagt hatte. Auch er begann, mit großem Appetit von der Frucht zu essen. »Das erste Positive, was wir von diesem verdammten Drecksplaneten zu sehen bekommen«, meinte er.

Doch bevor sie mit Essen fertig waren, kam die Ameise von vorhin wieder herbei. Diesmal wirkte sie eher bedrohlich, wie sie ihre Beißwerkzeuge hob. Erschrocken wichen Gianna und Nardo zurück, den halben Fruchtball festhaltend. Doch als das Insekt immer näherkam, und sie wegen der anderen Ungeheuer in ihrem Rücken nicht weiter zurück konnten, legten sie die Früchte zu Boden. Ihr Angreifer fegte sie weg, außer Reichweite für die Gefangenen, und zog sich wieder zurück.

»Wieso hat es das getan?«, schluchzte Gianna. Nardo antwortete nicht, sondern nahm seine italienischen und russischen Verwünschungen wieder auf. Gut, der Durst und auch der ärgste Hunger waren gestillt. Sie würden vielleicht doch nicht verhungern und verdursten. Und die Insekten verhielten sich eindeutig intelligent. Vielleicht hatten sie ja doch eine Chance? Aber wieso hatte man ihnen erst Nahrung angeboten und dann wieder gewaltsam weggenommen?

Der Rest des Tages verlief ereignislos. Natürlich kam keine Rettung. Im Stillen verwünschte sie Ivan. Und Roger, der ausgerechnet den feigen Ivan zurückgelassen hätte. Rob hätte bestimmt einen Rettungsversuch gewagt. Oder Lyell.

Lyell...

Giannas Magen krampfte sich zusammen, und sie konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken. »Halt’s Maul«, knurrte Nardo, der in seine eigenen Gedanken versunken ins Leere starrte. Doch als es dunkel wurde, kam er wieder zu Gianna und führte grob ihren Kopf an seinen Penis. Inzwischen wunderte sie sich nicht mehr, dass er in ihrer Lage so etwas wie Geilheit empfinden konnte. Sie nahm es zur Kenntnis und konzentrierte sich darauf, ihn gekonnt zum Höhepunkt zu lutschen. Auch dies war eine Ablenkung von ihrer trostlosen Lage. Doch kurz, nachdem sie den Samen ihres Herrn geschluckt hatte, erschrak sie über ein scharrendes Geräusch, gefolgt von einem lauten Schnappen und Klatschen unmittelbar hinter sich. Blitzschnell drehte sie sich um und wich zurück in Nardos Arme, der sich ebenfalls aufgesetzt hatte. In der stockfinsteren Nacht von New Hope konnten sie nichts erkennen. Doch Gianna fühlte eine fremdartige Präsenz. Ein leichter Geruch, die Anwesenheit eines Lebewesens. Auch wenn sie nichts erkennen konnte, wusste sie doch genau, dass mindestens einer der riesigen Arthropoden nur wenige Zentimeter von ihr entfernt sein musste.

Laut schrie sie auf, als etwas sie an den Füßen berührte. Doch als nichts weiter geschah, als dass ein süßer Geruch in ihre Nase stieg, tastete sie danach. Es war eine säuberlich halbierte Stachelfrucht. Sie hob sie hoch, und reichte sie an Nardo weiter. Die zweite Hälfte, die unmittelbar daneben lag, nahm sie selbst. Vorsichtig kostete sie. Es war eindeutig dieselbe, die sie am Vormittag bekommen hatte. Würde das Ungeheuer sie ihr wieder entreißen? Erst vorsichtig, dann immer hastiger begann sie, zu essen. Nardo tat es ihr gleich. Danach kuschelten sie sich eng aneinander, denn es war eisig kalt. Dennoch fühlten sie sich nun, gesättigt und von der Fürsorglichkeit der Ameisen ermutigt, eigentlich gar nicht so schlecht.

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»Bend«, befahl Roger knapp, als sie in der Nasszelle angekommen waren. Gianna beugte sich weit nach vorne und umfasste ihre Knöchel. Roger strich mit beiden Händen über ihre Po - Backen, ihre Taille und ihre Oberschenkel. Sie wusste, was jetzt kommen würde. Als sie noch darüber entscheiden konnte, hatte sie ihm Analverkehr verweigert. Doch in den letzten drei Wochen war den Kajiras jede Regung von Aufsässigkeit ausgetrieben worden. Und so wehrte sie sich nicht, als er ihr den eingefetteten Spülansatz des Duschschlauchs einführte und das Wasser aufdrehte. Sie war ihm sogar dankbar, dass er eine körperwarme Temperatur eingestellt hatte. Es war das erste Mal seit ihrer Versklavung, dass sie vom Kommandanten benutzt wurde. Kajiras waren an Bord Gemeingut. Es gab für jeden Mann eine, und alle waren attraktiv. Attraktivität war eines der Auswahlkriterien für die Besatzung gewesen. Bei mehr als einer Million Bewerberinnen für einen Platz auf der »Santa Maria« hatte die Projektleitung es sich leisten können, wählerisch zu sein. Sicher: Manchmal kam es vor, dass mehrere Männer dieselbe Frau wollten. Wie Jungs, die sich um ein bestimmtes Spielzeug kabbelten, obwohl es ausreichend andere Spielsachen gab. Dann gab es einen kurzen Schaukampf, oder sie spielten um den Fick, oder sie benutzten die Kajira gemeinsam. Richtigen Streit gab es nie.

»Steh auf, aber behalte das Wasser drin!«, befahl Roger jetzt. Gianna gehorchte und wurde sich augenblicklich des unangenehmen Drucks des Wassers auf ihren Schließmuskel bewusst. Sie musste sich dringend erleichtern. Aber natürlich siegte die Disziplin. Sie biss die Zähne zusammen und drückte die Oberschenkel aneiander, während Roger sie grinsend beobachtete. »Beine spreizen!«, befahl er höhnisch, und fasste ihr mit seiner rechten an die Vulva, während er mit der Linken ihren Kopf an den Haaren nach hinten zog, und sie küsste. Verzweifelt hielt Gianna das Wasser in ihrem Darm zurück, während sein Finger sich den Weg zwischen ihre Schamlippen bahnte und seine Zunge ihre Mundhöhle erkundete.

»Brav«, sagte er endlich und löste sich von ihr, »du darfst dich jetzt entleeren. Und anschließend spülst du weiter, bis klares Wasser kommt. Danach werde ich dich in den Arsch ficken.« Damit klinkte er ihr Halsband an eine Öse an der Wand und ging davon. Ihre Hände waren frei. Anders hätte sie sich ja nicht reinigen können. Aber das nützte ihr nichts. Die Leine am Halsband war mit einem Chipschloss gesichert, das so programmiert war, dass es sich nur von den Männern öffnen ließ. Mit einem leisen Seufzen setzte sie sich auf die Kloschüssel und erleichterte sich. Das Einführen des Spülschlauchs war nicht schwierig, und bald war sie sauber. Würde es sehr schmerzen? Sie wusste, dass es Frauen gab, die Analsex mochten. Mireille zum Beispiel. Aber sie wusste auch, dass Roger ein rauer Reiter war. Schon früher hatte er nicht wirklich viel für Vorspiel übrig gehabt. Und beim Bumsen hatte er sie recht roh an den Brüsten gepackt und ihr kräftige Klapse auf den Hintern versetzt. Da er ihr keine weiteren Befehle gegeben hatte, begab sie sich in Nadu-Position und wartete mit gesenktem Blick, bis ihr Herr wieder erschien. Wortlos ergriff er das Leinenschloss, das sich unter seinem Daumenabdruck sofort öffnete, und zerrte Gianna hinter sich her in seine Kabine. Da er ihr nicht erlaubt hatte, aufzustehen, musste sie auf allen Vieren bleiben. Auf dem Korridor trafen sie auf Mauro, der Jessica an der Leine führte. »Hey, gute Idee«, rief dieser und befahl seiner Sklavin ebenfalls, auf die Knie zu gehen. Jessica hatte sehr große Brüste, und die beiden Männer machten sich eine Weile einen Spaß daraus, sie mit den Füßen anzustoßen und zum Pendeln zu bringen. »Wir klnntend ie Kajiras mal Hunderennen machen lassen«, schlug Mauro vor, und Roger stimmte zu. Gianna fühlte, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss. Ob aus Wut oder aus Scham war ihr allerdings nicht ganz klar. Jedenfalls war sie froh, als es endlich weiter ging.

In Rogers Kabine musste sie zunächst auf den Knien bleiben. Der Kommandant drückte auf einen Knopf, und die Visi-Wand der Kabine zeigte einen Porno, bei dem eine Blondine mit grotesk riesigen, gepiercten Brüsten von einem dunkelhäutigen Mann anal penetriert wurde, und dies augenscheinlich zu genießen schien. »Sieh zu!«, befahl Roger, und entkleidete sich langsam. Gianna hatte eigentlich nichts gegen Pornos, aber dieser hier war wirklich nicht nur geschmacklos, sondern geradezu ekelhaft. Trotzdem konnte sie ihren Blick nicht davon abwenden und erschrak, als Roger sie an den Haaren hochzog. Sie hatte nicht bemerkt, dass er neben sie getreten war! Wortlos und grob führte er sie an den Bock, wie er in den meisten Kabinen aufgestellt worden war, und schnallte sie mit gespreizten Beinen und vornübergebeugtem Oberkörper daran fest,. Dann streichelte er ihren Po. Erst erstaunlich sanft, doch bald ging er zu ungeduldigen Strichen, Kneifen und Kneten und schließlich Schlägen über. Diese wurden immer härter; ein solches Trommelfeuer prasselte bald über ihre beiden Hinterbacken und Oberschenkel, so dass sie vor Schmerz erst gar nicht bemerkte, wie er etwas in ihren Po schob.

Die Schläge hörten auf. Dafür fühlte sie seine Hand an ihrer Vulva und einen Gegenstand in ihrem After. Ein, zwei oder drei Finger drangen in ihre Scheide, während auch der Gegenstand in ihrem After tiefer geschoben wurde, und den Schließmuskel dabei dehnte. Das bisher unbekannte Gefühl der doppelten Penetration, zusammen mit dem Brennen ihrer geschundenen Po-Backen erzeugte ein ganz neues Gefühl in ihr. Offenbar war sie tatsächlich auch feucht geworden, stellte sie mit Erstaunen fest, denn sonst hätte er ja nicht seine Finger so leicht vorschieben können. Der Gegenstand in ihrem Po wurde hinein und hinaus bewegt, wobei der Darmausgang mehr und weniger gedehnt wurde. Der Druck auf ihre Klitoris erzeugte ein Gefühl der Lust. Gianna stöhnte auf, was ihr wieder einen harten Klaps auf den brennenden Hintern eintrug. Roger zog den Gegenstand aus ihrem After und warf ihn zu Boden. Es war eine Flasche. Wie fast alles an Bord war sie natürlich unzerbrechlich. Bevor Gianna realisierte, was geschah, glitten auch die Finger weg, die ihren Lustpol verwöhnt hatten. Stattdessen wurde ihr Anus erneut gedehnt. Diesmal war es der Penis ihres Herrn, der sie endgültig in Besitz nahm. Mit ungeduldig fordernden Stößen drang er tief in sie ein. Er beugte sich über sie, zog ihren Kopf mit der einen Hand an den Haaren hoch. Die andere schob er ihr in den Mund, und sie leckte willig ihren Saft von seinen Fingern ab. Bald richtete er sich wieder auf, und begann sie immer hastiger zu rammeln. Bei jedem Stoß schlug sein Hodensack an ihrer Vulva an, bis er endlich mit einem lauten Aufschrei seinen Samen in ihren Darm entleerte.

Gianna war nicht gekommen. Doch trotzdem hatte der Akt sie mitgerissen und außer Atem gebracht. Zitternd erhob sie sich, als er sie losband, und war froh, dass er sie gleich wieder auf die Knie drückte, um seinen Lustspender zum sauber lecken in ihren Mund zu stecken. Der Geschmack war ungewohnt. Sperma mit ... etwas Anderem. Aber längst nicht so ekelhaft, wie sie es sich vorgestellt hatte. Natürlich hatte sie sich gut gereinigt, und Roger hatte als Schmiermittel offenbar Speisefett verwendet.

Der Kommandant vergaß nicht, ihre Handgelenke am Halsband und die Leine an der Wand zu fixieren, bevor er sich aufs Bett legte, im Visi-Programm zappte und sie fortan nicht mehr beachtete. Gianna rollte sich, so gut es ging, auf dem Fußboden zusammen und war bald eingeschlafen.

 

Elf

Leena schwebte nackt nahe der geometrischen Mitte der Kommandozentrale. Ivan hatte sie mit drei Leinen am Halsband so aufgehängt, dass sie keine der Wände erreichen konnte. Die Ereignisse auf New Hope hatten ihn so schockiert, dass er sich in seine Kabine zurückgezogen hatte. Der Himmel mochte wissen, was er dort tat. Leena hatte Durst und gleichzeitig hatte sie das Gefühl, ihre Blase müsse bald platzen. Sie wagte nicht, einfach loszupinkeln, denn sie wusste, dass ihr Urin dann in feinsten Tröpfchen durch den Kommandoraum schweben, und ihr früher oder später auch in die Lungen dringen würde. In der Schwerelosigkeit musste man die Sogtoilette oder Katheter benutzen, das hatte man ihnen im Training deutlich genug eingebläut.

Die Leinen waren fest, das Kettenhalsband ebenso. Sie konnte nichts tun als zu warten, ab und zu nach Ivan zu rufen, und auf den Bildschirm zu starren. Da das Raumschiff in einer geostationären Umlaufbahn war, konnte das Schiffsteleskop die Ereignisse auf der Oberfläche weiterhin verfolgen. »Zoom erhöhen, langsam nach rechts schwenken«, befahl Leena dem Schiffscomputer. Unscharf konnte sie zwei Menschen inmitten einer Schar Arthropoden erkennen. Es waren Gianna und Nardo, wie sie wusste. Eigentlich müssten sie schon längst verdurstet sein, doch sie bewegten sich eindeutig noch. Irgendwie mussten sie nachts an Wasser gekommen sein. Was nachts geschah, entzog sich der Kamera. Riesige Schwärme irgendwelcher Lebewesen stiegen auf, sobald die weiße Sonne hinter dem Horizont verschwand, und versperrten die Sicht zum Boden völlig.

Leena war Biologin. Auf dieser Welt hätte es so vieles zu erforschen gegeben. Doch die Ungeduld der Männer und die Machtlosigkeit der Kajiras hatten alles zerstört. Niemand hätte diese Entwicklung für möglich gehalten. Die Erde war längst zu einer Welt der Frauen geworden. Zwar bestand die Herrscherschicht der Superreichen nach wie vor fast ausschließlich aus Männern, aber Frauen bildeten den Mittelbau der Gesellschaft. Ihnen gelang es leichter, sich die Gunst der Mächtigen zu erwerben, um so eine höhere Ausbildung finanzieren zu können. Es fiel ihnen auch leichter, sich den Herrschenden unterzuordnen und anzupassen, um so ihre Nische zu finden. Als Folge dieser Entwicklung waren neunzig Prozent der Studienplätze und mehr als drei Viertel aller mittleren Führungspositionen auf der Erde von Frauen besetzt. Nicht dass diese Tatsache zu einem besseren Leben auf der Erde geführt hätte. Es hatte allerdings die Folge, dass auch auf der »Santa Maria« die Wissenschaftler-Positionen vorwiegend von Frauen besetzt waren. Die Männer an Bord waren Piloten, Soldaten, Landwirte, Handwerker oder Techniker. Niemand auf der Erde hätte das als problematisch angesehen, entsprach es doch auch den irdischen Verhältnissen. Roger, der Kommandant, hatte eine steile militärische Karriere in der Luftwaffe hingelegt, und niemand zweifelte daran, dass er die Mannschaft kompetent führen würde. Die weiblichen Besatzungsmitglieder waren auch nach Anpassungs- und Teamfähigkeit ausgewählt worden, und würden sich trotz ihrer höheren Qualifikation sicher nicht gegen Rogers Führung auflehnen, so dachte man. Und man hatte damit ja Recht behalten, dachte Leena bitter.

 

»Na, hast du dich an deinen Käfern sattgesehen?«, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Ivan war wieder aufgetaucht. Er sah schlimm aus. Unrasiert, ungewaschen, übermüdet. Ivan war ein guter Pilot, hatte aber keinerlei Führungsqualitäten. Er brauchte jemanden, der ihm sagte, was zu tun sei, dann führte er das hundertprozentig genau aus. »Mach mich bitte los«, bat Leena, »ich muss dringend aufs Klo. Und ich habe Durst.«

»Gut, bevor du hier die Luft vollpinkelst«, brummte Ivan, flog zu Leena, fesselte ihre Handgelenke ans Halsband und löste dann die Leinen. Ohne viel Zartgefühl zog er sie an den Haaren hinter sich her zur Sogtoilette und schnallte sie dort fest. Er mochte Leena nicht besonders, und diese Abneigung beruhte durchaus auf Gegenseitigkeit. Er hatte sie zwei- oder dreimal gefickt, aber so richtig hatten sie nie den Rhythmus miteinander gefunden. Es wäre ihm viel lieber gewesen, Roger hätte die süße Mireille mit ihm an Bord gelassen. Doch Leena hatte nicht aufgehört, eine genauere Erforschung der Welt zu verlangen, bevor man landete, und so hatte Roger beschlossen, dass sie zur Strafe oben bleiben musste.

»Darf ich mich bitte sauber machen?«, bat Leena, die inzwischen auf der Toilette fertig war. Ivan fixierte sie mit dem Halsband an der Wand und löste dann ihre Hände. Irgendwann würden ihm diese Sicherheitsmaßnahmen hoffentlich zu mühsam werden, hoffte sie. Unter seinen halb abwesenden Blicken wusch und rasierte sie sich sorgfältig. Danach band er ihre Hände auf dem Rücken zusammen und zerrte sie zum Aufenthaltsraum. Er holte eine Doppelportion aus dem Synth und begann zu essen und Leena zu füttern, die neben ihm schwebte.

»Was sollen wir jetzt tun?«, fragte er schließlich.

»Wir sollten Gianna und Nardo befreien. Lange werden sie nicht mehr überleben.«

»Wie stellst du dir das vor? Die sind zwischen tausenden von Käfern gefangen!« Ivan stocherte missmutig im Essen.

»Wir könnten die Triebwerke des Landungsboots auf den Bau der Arthropoden richten. Vielleicht geraten sie dann in Panik und wir haben eine Chance, Gianna und Nardo rauszuholen.«

»Oder sie bringen sie gleich um.«

»Das wäre immer noch besser, als dort gefangen zu bleiben. Bitte, Herr« Leena sprach bewusst in höherer Tonlage, hielt den Kopf schräg, blickte ihn von unten her scheu an und legte ihm sanft das Kinn auf den Oberschenkel. Als er nicht reagierte, bewegte sie ihre Lippen in Richtung Reißverschluss.

»Ich habe keine Lust auf Sex!«, knurrte er, schob ihren Kopf aber nicht weg. Sie fühlte den Wulst seines Penis unter dem Stoff und begann mit Wange und Mund sanft drückend zu reiben. »Wir fliegen hinunter und erschrecken die Ameisen. Wir brauchen nicht einmal zu landen. Wir lassen eine Strickleiter hinunter, damit Gianna und Nardo hochklettern können. Wir brauchen die beiden.«

Sein Penis wurde unter ihrem tastenden Mund härter. Eine Weile ließ er es sich gefallen und schien nachzudenken. Dann packte er sie grob an den Haaren, riss sie hoch und schleuderte sie weg, so dass sie hilflos torkelnd mit der gegenüberliegenden Wand des Raums kollidierte. »Na gut!«, rief er, »du sollst deinen Willen haben!«

Er stieß sich ab, flog zu ihr, packte sie wieder an den Haaren und zog sich dann mit der anderen Hand an der Führungsleine zur Luftschleuse, hinter der das Landungsboot vertäut war. Im Boot fixierte er sie in der Nähe der Luke »Du machst auf, wenn ich es dir sage, und hilfst den beiden beim Einsteigen!«

Damit ging er nach vorne auf den Pilotensitz. Schon bald fühlte Leena, wie das Landungsboot beschleunigte.

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Kommentare

Bild des Benutzers Grobman

Spitzengeschichte!!! Etwas für Science Fiction Fans ... mit einem Schuss Erotik .... ganz gross!!!

Ich warte auf die Fortsetzung ...

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Bild des Benutzers Artaxerxes I

Ethnologie mal ganz anders! Menschen aus der Sicht von Insekten beschrieben, ganz große Klasse. Es ist halt ein Salome´ Werk. Ich habe mich schon als Ethnologe betätigt und dies ist ein ganz großer Wurf. Vielen Dank für die Einsichten und den Spaß. Sämtliche Daumen hoch!!!

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Bild des Benutzers Malik4u

Eine doch recht interessante Abwandlung der Gor Reihe von John Norman wie mir scheint. Zeitlich teils vorgelagert, teils in die Zukunft verlegte Handlung. Idee und Umsetzung ganz gut, sprachlich vielleicht doch noch ein wenig verbesserungswürdig wie auch die Bücher der Gor Reihe... bin gespannt, wie es weiter geht.

Anm: Hab die zwei vorherigen Teile hier bisher leider noch nicht gelesen...

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Bild des Benutzers Borderl1ne

bekomme ich eine grobe Ahnung was hier abläuft.

Ich hab nämlich bisserl recherchiert: 

Mars One ist ein private Stiftung mit dem Ziel der Besiedlung des Mars. Für diese Besiedlung haben sich schon Hunderttausende freiwillig gemeldet, obwohl es eine Mission ohne Rückkehr sein wird btw. Da deren Mittel vermutlich beschränkt sind, muss die Stiftung bei der Zusammenstellung der Explorerteams improvisieren. Wahrscheinlich hat die dafür zuständige Dame einfach in ihrer Nachbarschaft rumgefragt, ob jemand jemanden kennt, der sich mit sowas auskennt. 
Die Dame heisst übrigens Suzanne Flinkenflögel und lebt - wie bei einer Niderländischen Stiftung nicht anders zu erwarten in unmittelbarer Nachbarschaft zu wem? Nur so konnte es also geschehen, dass die liebe Suzanne sich bei einer noch lieberen Autorin zu einem Stelldichein einfand. Wahrscheinlich bei einem schönen Gläschen Glühwein an einem knisternden Kaminfeuer - beide in wärmenende Eisbärenfelle gehüllt. Wir wollen lieber nicht spekulieren was die beiden Damen da alles gemacht haben, außer dass sie bestimmt über die Schwerelosigkeit und ihre Auswirkungen schwadroniert haben und was alles passieren kann, wenn .. naja ihr wisst schon. 

Jedenfalls ist Salome vermutlich so auf diese glänzende Idee gekommen.

 

Man kann sich da übrigens noch bewerben, es sei denn, man ist ....

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Bild des Benutzers latexvieh

Du nimmst mir die Poenten weg B1, du Phöse Du.

Ich habe aber noch ein Geheimnis: Salome hatte das Fenster auf beim Story schreiben (dies weiß ich aus erster Quelle) !

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Bild des Benutzers Jo Phantasie

sind tatsächlich vielfältig einsetzbar, haben aber anscheinend Probleme, Kleingedrucktes in den Reiseunterlagen zu lesen (Kajiravertrag! Vertrag ist Vertrag).

Es scheint sich aber nicht um die Mars One Mission (kommt erst 2024) zu handeln, sondern um die bereits 1967 gestartete Mars Needs Woman Expedition.

Die damaligen Werbeplakate hätten allerdings bereits zu denken geben sollen, aber so langsam scheinen die Damen ja auch die angenehmen Seiten einer Kajira zu erkennen.

Lass mal sechs Flaschen Pellegrino da, die Wasserqualität ist da wohl sehr miserabel.

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Bild des Benutzers Salomé - † 2016

@Grobman: *Hofknicks* und vielen Dank! Aber eigentlich wollte ich doch eine Sex-Stoy mit einem Schuss Science-Fiction schreiben.  Grummel.

@Artaxerxes: Dann hofffe ich doch sehr, dass du mindestens vier Daumen hast ;) (Ich kenn mich ja nicht so aus mit Persern). Danke sehr.

@Malik4u: Naja, man tut was man kann. Hab mir jetzt extra ein Textptogramm mit Stilkorrektur zugelegt. Es findet ausnahmslos in jedem Satz etwas zu meckern. Seufz. Wenn du einige Stellen ganz konkret kritisieren möchtest, wäre ich für Hinweise dankbar, ggf. per PM.

@Borderl1ne: Mars ist etwas für Turnbeutelvergesser und Warmduscher. Dort gibt es auch keine überdimensionalen Arthropoden. Aber vom Ansatz her finde ich deine Theorie nicht schlecht.

@Jo: S.oben: Mars <-> Warmduscher. Die Wasserqualität kann ich schlecht beurteilen, mangels Wasser. Auf New Hope schmeckt es jedenfalls nach Schwefel. Daher danke fürs Selters :)

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Bild des Benutzers Raale

... Frauen sind doch die besseren (nicht nur intelligenteren) Menschen. Also spart euch die ganzen Spekulationen über Text und Inhalt. - kicher, grins

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Bild des Benutzers Salomé - † 2016

... das war ein Geheimnis!!

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Bild des Benutzers Raale

das ist schon lange keines mehr. Frag mal den Rest der weiblichen Belegschaft auf diesem Planeten. Und die andere Hälfte ignoriert das lieber, weil die eine Hälte der anderen dann nicht mehr den Arsch hinterher tragen würde.

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Bild des Benutzers Borderl1ne

die eine bastelt sich Gor-Phantasiewelten zusammen, bevölkert sie allerdings nicht mit Traumtypen sondern ziemlich tumben trüben Tassen und die andere nimmt dass zum Anlass ihre Vorurteile bestätigt zu sehen.

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Bild des Benutzers Raale

versenkt, sagten wir ollen Emmanzen früher.
Sehr breites Grinsen

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Bild des Benutzers Phoenix

ich muss immer so lang auf die Fortsetzungen warten

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Bild des Benutzers Tony 2360

gepaart mit Gor und "Orion One". Aber solange sich die Menschheit überhaupt für eine intelligente Spezie hält, spielt all das kaum eine Rolle. Gute Story mit schwankender sprachlicher Anziehungskraft - gibt eben noch keine literarische Gravitationskonstante. Hier sollte es unbedingt eine geben - vielleicht wäre das Lesen dieser Geschichte der lang erhoffte Durchbruch an der Schwelle zur Intelligenz.

Halbzeit und noch längst nicht Schluss. Bei der zweiten Hälfte laufe ich wieder mit auf, werde aber "nur" noch Schlussanalyse geben. Im Moment steht es 2:1 für die Story, aber der sprachliche Genuss holt wieder auf.

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