Chile Kapitel 11

"Klappentext": 
Eine Galeerengeschichte
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Kapitel 11

Der Heli holte Petra wie versprochen ab und brachte sie zum Hafen in Puerto Montt. Der Frachter, auf dem Sie vorübergehend Dienst tun würde und wo sie Erfahrungen mit der Route im südlichen Chile sammeln sollte, lag am Kai. Am Heck las Petra „Carmencita“. Petra ging über die Gangway an Bord. Sie wunderte sich, dass es hier keinen Posten gab, der sie kontrollierte. Sie hatte einen kleinen Koffer dabei, in dem sich ihre Alltagsuniformen und sonstige Wäsche befand. In einer Aktentasche hatte sie ihren Laptop dabei. Für die Meldung an diesem Tag trug sie aber ihre strahlend weiße Uniform als Zweiter Offizier.

Sie fand ohne Probleme den Weg zur Brücke, wo ein einzelner Seemann Wache hatte. Dieser beobachtete die Aktivitäten auf dem Deck, wo die Besatzung dabei war, die Fracht zu übernehmen.

Petra fragte, wo der Kapitän sei. Der Matrose sah sie belustigt an und wies dann nach unten. „Kabine“, war alles, was er sagte. Petra hatte schon damit gerechnet, dass die Disziplin auf solchen Schiffen eher locker war, aber sie musste sich doch zusammennehmen, um nicht sofort loszubrüllen. Wenn so etwas auf einem der Schiffe, auf denen sie bisher gefahren war, vorgekommen wäre, hätte es ein Donnerwetter gegeben.

Sie ging den Niedergang hinunter und fand schnell die Kapitänskajüte. Auf ihr Anklopfen wurde mit einem „Herein“ geantwortet und sie Betrat die Kajüte. Dort fand sie sich einem Mann gegenüber, der in einer schmutzigen Hose und Unterhemd auf seiner Koje lag und rauchte.

„Aha“, meinte der Mann und betrachtete amüsiert die Frau, die er auf Anordnung seiner Reederei anzulernen hatte. Ein Seeoffizier in makelloser Dienstkleidung war hier eine Seltenheit. „Sie sind also der Zweite Offizier, den Senora De Caldama mir angekündigt hat. Sehr nett. Ich bin Capitan Fuente. Ihre Kajüte ist die dritte Türe auf der linken Seite. Ziehen sie sich um und kommen sie dann auf die Brücke.“

Eine halbe Stunde später meldete Petra sich in einer ihrer Alltagsuniformen auf der Brücke. Inzwischen war auch Capitan Fuente dort und diskutierte mit einem Mann in einem ölverschmierten Blaumann. Als die Diskussion beendet war, wandte er sich an Petra. „Senora de Caldama hat mir befohlen, Sie in die Schwierigkeiten auf unserer Pendelroute einzuweisen. Deshalb werden Sie nicht in den eigentlichen Betrieb hier an Bord einbezogen, sondern sie bleiben vor allem hier auf der Brücke und verfolgen alles von hier aus. „Dann drehte er sich zu dem Matrosen um. „Holen Sie den Ersten und den Dritten, aber ein bisschen dalli.“

Der Mann verschwand und kam nach wenigen Minuten zurück. „Sie kommen sofort“, verkündete er.

Tatsächlich kamen die beiden anderen Schiffsoffiziere kurz darauf. Capitan Fuente stellte Petra vor. Beide Offiziere machten einen weit besseren Eindruck auf sie als der Capitan. Gemeinsam gingen sie alle dann in die Messe, wo sie bei einer Tasse Kaffee das weitere Vorgehen diskutierten. Capitan Fuente erkundigte sich nach dem Stand der Beladung und nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass binnen zwei Stunden die letzten Frachtgüter an Bord sein würden. Er befahl seinem Dritten Offizier, bei der Hafenkommandantur das Auslaufen um 12 Uhr anzukündigen.

Tatsächlich machte die Carmencita kurz nach Mittag die Leinen los und nahm Kurs auf die Isla Dawson. Petra war mit ihrem Laptop auf die Brücke gekommen. Sie beobachtete die Manöver und musste ihre erste Einschätzung der Offiziere und des Kapitäns korrigieren. Capitan Fuente gab nur wenige Kommandos, die aber klar und effektiv waren. Nichts Überflüssiges und alles sehr entspannt. Auch der Dritte kannte seine Aufgaben anscheinend sehr gut und erledigte seinen Anteil der Aufgaben ohne weitere Anweisungen zu benötigen. Der Erste hingegen kommandierte nur herum. Zweimal musste Capitan Fuentes Befehle des Ersten zurücknehmen. Petra machte sich während der ganzen Zeit Notizen und markierte auf ihren digitalen Karten, die anderen Offiziere benutzten wenn überhaupt solche auf Papier, entsprechende Eintragungen. Aber Capitan Fuente und der Dritte schienen den Hafen und das Seegebiet wie ihre Westentasche zu kennen.

In den nächsten Wochen machte Petra sich mehr und mehr Notizen auf ihrem Laptop. Insbesondere der Dritte gab ihr unzählige Hinweise zu ihrer Route und wies sie auf besondere Gefahrenpunkte aber auch zu Ausweichmöglichkeiten hin.

Währenddessen beschäftigte Gwen sich vor allem mit der Dressur der Ponys. Die Methode, ein Pony für den Fehler des anderen zu bestrafen erwies sich als unglaublich effektiv. Allerdings waren die Vorsichtsmaßnahmen, die sie mit Petra vereinbart hatte, um die Flucht der Sklavinnen zu verhindern, relativ nervtötend.

Kira hatte die Schlüssel für die Zellen der Zwillinge bekommen, damit sie ihnen ihr Futter und Wasser bringen konnte. Außerdem musste sie den Eimer, der als Toilette diente, täglich leeren. Ihre Eisenplatte behinderte sie erheblich und oft war Gwen mit ihrer Arbeitsgeschwindigkeit unzufrieden, was sie durch den Gebrauch ihrer Gerte zum Ausdruck brachte. Kira musste für Gwen morgens und abends das Essen zubereiten, durfte aber selber nichts davon essen sondern bekam weiter wie die anderen Sklavinnen nur Hundefutter.

Gwen hatte die Schlösser für die Ketten an unterschiedliche Anhänger sortiert. Der Erste Schlüsselbund bestand aus den Schlüsseln für die Ketten, die an den Halseisen der Sklavinnen angebracht waren und mit denen sie an die Ringe in den Zellen, an die Trainingsgeräte und im Fall von Kira an die Eisenplatte gekettet wurden. Der Zweite Bund umfasste die Schlüssel für die Handeisen und der dritte die für die Ketten an den Fußeisen und die Schlüssel für die Schlösser an den Halseisen, mit denen das andere Ende der Ketten dort festgemacht waren. Gwen bat Maria, den dritten Bund in einem Safe im Haupthaus zu verwahren und verwahrte die beiden anderen Bunde immer im Safe des Bungalows, für den sie die Kombination täglich änderte. Die beiden anderen Schlüsselbunde wurden nur herausgeholt, wenn es notwendig war, aber nie beide gleichzeitig, sondern immer nur einer. Das bedeutete häufige zusätzliche Wege zum Safe und zurück, aber so war sichergestellt, dass die Sklavinnen keine wirkliche Chance zur Flucht hatten.

Die Ponys waren nach einer guten Woche soweit, dass sie eine leichte Kutsche in einem akzeptablen Tempo ziehen konnten. Wenn Gwen jedoch eine von ihnen vor den Sulky spannte und ein hohes Tempo verlangte, waren sie nicht in der Lage, dieses mehr als fünf Minuten durchzuhalten. Nur ein deutlich langsameres Tempo in einer Art Trab fand Gwens Wohlgefallen. Eva kam ab und zu aus dem Büro, meist abends und drehte mit den Ponys ein paar Runden. Es machte ihr Spaß, die Ponies bis zur Erschöpfung laufen zu lassen und sie dabei mit der Peitsche immer weiter anzutreiben.

Eva sah, dass Gwen noch nicht zufrieden war, aber da es sich bei dieser ganzen Aktion nur um einen zusätzlichen Zeitvertreib handelte, sah sie das locker.

Am Donnerstag der zweiten Woche brachte Gwen die Ponies kurz vor dem Sonnenuntergang wie üblich in ihre Zelle. Sie ging zum Bungalow und holte den ersten Schlüsselbund aus dem Safe und kettete die Zwillinge in ihrer Zelle an. Als sie wieder zum Bungalow zurückkam und den Schlüsselbund wieder wegschließen wollte, verkündete Kira, dass die Steaks, die Gwen sich zum Abendessen bestellt hatte, fertig waren. So steckte Gwen den Schlüsselbund in ihre Hosentasche und setzte sich an den Tisch. Kira hatte sich als gute Köchin erwiesen und besonders ihre Bratkartoffeln waren erstklassig. Während Gwen sich das Abendessen munden ließ, ging Kira zu den Zellen und gab den Ponys ihr Abendessen.

Als Kira wieder zum Bungalow zurückkam, saß Gwen auf der Veranda in einem Liegestuhl. Sie rief Kira zu sich und ließ sich von dieser die Hose ausziehen, gefolgt von ihrem Slip. Danach musste Kira sich zwischen ihre Beine knien und Gwen befriedigen. Kira ekelte sich vor dieser Aufgabe, aber sie hatte gelernt, dass jedes Zögern zu weiteren Schlägen mit der Peitsche führte. Im Laufe des Abends trank Gwen auf der Veranda eine Flasche Wein und ließ sich von Kira immer wieder befriedigen. Endlich hatte Gwen genug. Sie war ausgepowert und beschloss, schlafen zu gehen. Kira folgte ihr wie befohlen und musste Gwens Hose und Slip auf dem Weg ins Schlafzimmer mitnehmen. Als Kira Gwens Hose zusammenfaltete, fühlte sie die Schlüssel in der Hosentasche. Sie begriff sofort, was das bedeutete.

Kira musste sich auf den Boden vor Gwens Bett legen und dort schlafen. Aber an diesem Tag blieb sie wach. Angespannt lauschte sie auf die Geräusche aus Gwens Bett. Die Uhr zeigte zwei Uhr morgens, als Kira ihren Mut zusammennahm und zu dem Hocker schlich, auf dem Gwens Hose lag. Sie fischte den Schlüsselbund heraus und versuchte, das Schloss zu öffnen, das ihr Halsband mit der Kette zur Eisenplatte verband. Aber kein Schlüssel passte. Aber als sie die Schlüssel an dem Schloss an der Eisenplatte probierte, passte einer der Schlüssel. Sie überlegte einen Moment, dann fasste sie einen Plan. Sie öffnete das Schloss und stand auf. Dann nahm sie leise die Kette auf und wickelte diese sich vorsichtig ohne jedes Geräusch um die Taille. Mit dem Schloss machte sie das Ende dann an einer vorigen Windung fest. Jetzt hatte sie zwar das Gewicht der Kette zu tragen, dazu die Gewichte der anderen Fesseln, aber sie war halbwegs beweglich.

Leise verließ sie das Schlafzimmer und lief zu den Zellen der Ponys. Sie öffnete die Zelle mit ihrem Schlüssel und weckte die Beiden. Kira erklärte ihnen die Lage und fragte sie, ob sie mit ihr zusammen versuchen wollten, wegzulaufen. Sofort stimmten Sonja und Monika zu. Tatsächlich konnte Kira mit den Schlüsseln von Gwens Bund die Ketten von der Wand lösen. Auch die Zwillinge wickelten sich die Ketten um die Taille. Dann gingen die drei ins Freie. Keine von Ihnen wusste, in welche Richtung sie laufen mussten. Aber schließlich einigten sie sich darauf, in Richtung der am Horizont sichtbaren Berge zu laufen in der Hoffnung, irgendwo Hilfe zu finden.

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Eva saß an ihrem Computer und verfluchte die Zeitdifferenz zwischen Chile und Europa. In ihrem Chatprogramm rief sie die gespeicherten Favoriten auf und nahm den Kontakt zu den ausgewählten Aufseherinnen auf. Als erstes erreichte sie Charlotte, die zusammen mit Marie-Claire in Paris am Computer saß.

Sie bestätigte dieser, dass auch deren Kollegin Marie-Claire, oder MC wie Charlotte sie nannte, in die Auswahl aufgenommen war. Sie versprach ihr, noch am gleichen Tag den Code für das Flugticket zu mailen und die 2000 Euro Reisekostenvorschuss zu zahlen. Außerdem kündigte sie Charlotte an, ihr die versprochene Prämie von 5000 Euro für die Vermittlung von MC zu überweisen.

Charlotte und MC bedankten sich bei Eva und sicherten zu, sich ihrerseits an die Regeln des Vertrages inclusive aller Punkte zu halten, die ihre Dienste als zeitweise Sklavinnen und als Spielgefährtin der Vorgesetzten festlegten.

Danach kontaktierte Eva eine Bewerberin aus Schweden, die Dana hieß. Auch ihr sagte sie, dass sie in der Auswahl aufgenommen sei. Aber Dana hatte noch ein Problem.

„Eva, wie sieht es aus, besteht die Möglichkeit, eventuell eine eigene Sklavin mitzubringen?“

„Das ist absolut kein Problem“, erwiderte Eva. „Wir wollen eine ganze Reihe von Sklavinnen aus Europa importieren. Ich kann für dich den Kontakt mit unserem Beauftragten herstellen, der sich um alles kümmert. Er übernimmt deine Sklavin und lagert sie sozusagen für einen Monat ein, bevor er sie mit dem üblichen Transport herüberschickt.“

„Das ist nicht ganz, was ich vorziehen würde“, meinte Dana.

„Wo ist das Problem“, fragte Eva.

„Nun, mir liegt sehr viel daran, diese Sklavin immer unter Kontrolle zu halten. Gäbe es einen Weg, dass sie auch schon nach Chile gebracht wird, wenn ich komme und dass ich sozusagen den Transport beaufsichtige?“

„Wir können sie natürlich jederzeit auf den Weg schicken. Aber wie meinst du das? Möchtest du mit dem Transport als Begleitung mitfliegen?“

„Ja, genau.“

Eva dachte kurz nach. Es war zwar etwas merkwürdig, aber sie sah kein großes Problem. „Dir ist klar, dass das kein Flug in der Business-Class ist? Der Transport benutzt kleinere Flugzeuge, zum Teil Transportmaschinen. Dafür dauert er gut zwei Tage und es gibt einige Zwischenlandungen.“

„Verstehe ich. Aber das wäre es mir wert.“

„Was ist denn so Besonderes an deiner Sklavin“, wollte Eva wissen.

„Eigentlich nicht viel“, schrieb Dana. „Es ist meine Schwester.“

„Deine Schwester ist deine Sklavin? Seit wann?“

„Sie weiß noch nichts davon“, kam die Antwort. „Es wird eine Überraschung.“

„Wie du meinst. Ich arrangiere es“, schrieb Eva zurück. Eva beendete die Unterhaltung und dachte noch nach. Dann machte sie sich eine Notiz in Ihrer Planung. Sie würde sicher Bedarf an Helfern haben, die keine Skrupel hatte. Und Dana schien dazu zu gehören.

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Carmen saß den ganzen Tag im Bus, der die Gefangenen von einem Gefängnis ins andere brachte. Andere Gefangene stiegen ein, wieder andere verließen den Bus. Als Carmen endlich aussteigen durfte, waren nur sie und vier andere Gefangene übriggeblieben.

Keine von Ihnen wusste, wo sie waren. Die Wärterinnen trieben sie aus dem Bus und dann sofort in eine Zelle, wo bereits zwei weitere Gefangene saßen. Der Raum war bis auf die beiden Gefangenen leer, keine Betten, nichts. Die Türe hinter ihnen wurde verschlossen und sie blieben alleine. Etwas später brachte eine Wärterin zwei Laibe Brot, einen Topf Suppe, Teller und Löffel. Dazu kamen noch ein paar Blechbecher. “Das Wasser aus dem Hahn ist trinkbar”, sagte die Wärterin und wies auf einen Zapfhahn an der Wand.

Die Gefangenen teilten Brot und Suppe und sie holten sich Wasser. Später kam eine andere Wärterin. Sie brachte sieben Decken und sieben Handtücher. “Duschen könnt ihr morgen früh”, war alles, was sie sagte,

Als das Licht ausging, legten sie sich auf den Boden. Carmen fühlte sich alleine und verlassen. Sie brauchte Schutz. Carmen merkte nicht einmal, dass sie anfing, zu weinen. Erst nach Stunden übermannte sie der Schlaf.

Am folgenden Morgen durften sie wie alle anderen Gefangenen auf den Hof. Carmen stand in der Nähe der Türe zu den Zellen und sah sich um. Plötzlich ergriff sie jemand von hinten, drehte sie um und rief „Mensch Carmen, schön, dich zu sehen.“

Carmen sah die Frau an. „Hallo Fee, Gott sei Dank!“

Fee gehörte zu Margeritas Gruppe. Carmen kannte ihren richtigen Namen nicht, weil alle sie wegen ihrer blonden Haare nur ‚Fee‘ nannten.

„Wer war das“, fragte Fee und deutete auf Carmens blaues Auge.

„Ich kannte die nicht. Eine Wärterin nannte sie die drei Grazien. Sie sagten, das sei ein Gruss von Estella. Sagt mir aber nichts, der Name.“

„Estella“, sagte Fee und Carmen hörte den Hass aus ihrer Stimme. „Komm mit.“

Fee führte Carmen in eine Ecke des Gefängnishofes. „Seht mal, wen ich hier habe“, rief Fee. Eine Frau drehte sich um: Margerita!

„Hallo Carmen. Schön dich zu sehen.“

„Siehst du, was Estellas Freundinnen mit ihr gemacht haben. Drei gegen eine!“

Margerita schaute Carmen an. „Das tut mir leid. Estella ist ein bösartiges Biest. Willst du es ihr heimzahlen?“

Carmen nickte. Eigentlich wollte sie sich möglichst aus Allem heraushalten, aber wenn sie den Schutz der Gruppe wollte, musste sie sich entsprechend verhalten.

„Du kennst Estella nicht“, fragte Margerita. Als Carmen den Kopf schüttelte, zeigte Margerita auf eine Gruppe auf dem Hof in der Nähe der Küche. „Siehst du die Rothaarige?“

Carmen bestätigte das. „Das ist Estella. Pass auf: So etwa eine Stunde vor dem Mittagessen geht die zur Dusche. Dich kennt hier keiner, also fällt es nicht auf, wenn du auch duschen gehst. Estella nimmt immer die letzte Dusche, Nummer 8. Die Dusche davor, Nummer 7, ist defekt. Da läuft nur kaltes Wasser. Häng deine Sachen an den Haken an der Wand. Wenn alle unter den Duschen stehen, gehst du in Estellas Dusche.“ Margerita machte eine Handbewegung und eine Frau, die Carmen nicht kannte, gab Margerita einen länglichen Gegenstand. Margerita fuhr fort. „Ramm ihr das Ding hier von unten ins Herz. Danach geh in deine Dusche zurück, dusch dich kurz ab, damit kein Blut an dir bleibt. Dann gehst du zum Eingang des Duschbereichs. Da ist ein roter Knopf. Drück da drauf, dann kommt eine Wärterin. Sag ihr, du hast da wen liegen gesehen. Du weißt nicht, wer das ist, weil du ja grade neu gekommen bist. Du hast eine Dusche mit warmem Wasser gesucht. In den beiden nächsten Wochen kommst du nicht zu uns, damit kein Verdacht entsteht. Den Dolch lässt du in ihr stecken. Bei dem heißen Wasser gibt es keine Fingerabdrücke. Verstanden?“ Dabei drückte sie Carmen den länglichen Gegenstand in die Hand. Carmen sah, dass es ein langer Löffel war, der wie ein Dolch geschleift worden war.

„Viel Glück“, sagte Fee und schob sie in Richtung einer anderen Ecke. Carmen ging sehr langsam in diese Richtung weiter.

Carmen ging kreuz und quer langsam über den Hof und setzte sich schließlich neben dem Eingang zu den Duschen an die Hauswand. Als sie sah, dass die Rothaarige die Dusche betrat, stand sie auf und folgte ihr. Nur drei andere Frauen waren in den Duschen. Alle waren bereits in den Duschecken. Carmen ging zum Haken, über dem die 7 stand und zog sich aus. Den angespitzten Dolch an ihren rechten Unterarm haltend ging sie zur Dusche 7 und drehte das Wasser auf. Sie hörte, dass in der Dusche daneben jemand sich wusch.

Carmen verließ die Dusche und ging zur nächsten. Die Rothaarige stand da mit dem Rücken zu ihr. Carmen stieß sie leicht mit der Hand an. Die Frau fuhr herum. In diesem Moment stieß Carmen ihr mit dem Dolch von unten direkt unter dem Brustbein in den Körper. Die Frau riss erschrocken die Augen weit auf und öffnete den Mund. Für zwei Sekunden stand sie bewegungslos da, dann sackte sie zusammen.

Carmen ging zurück zu ihrer Dusche und wusch sich ab. Dann ging sie wie Margerita es gesagt hatte zum Eingang und drückte auf den Knopf. Wenige Sekunden später kam eine Wärterin.

„Da hinten liegt wer in Dusche Nummer 8. Ich weiß nicht, wer. Ich glaube, sie ist tot.“

Die Wärterin ging mit schnellem Schritt nach hinten. „Ach du Scheiße“, hörte Carmen sie sagen. Dann kam sie zurück. Die anderen Gefangenen unter den Duschen hatten von Allem nichts mitbekommen.

„Hast du gesehen, wer das war?“

„Ich kenne hier garkeinen. Ich bin erst gestern Abend hier angekommen“, erklärte Carmen. „Wer ist das denn?“

„Das ist Estella. Oder das war sie.“ Die Wärterin sah Carmen an. „Gestern erst angekommen?“

„Ja, Senora.“

Die Wärterin sah sie prüfend an. „Hol deine Sachen.“

Schnell ging Carmen zu ihrem Haken und zog sich an. Die Wärterin schob sie auf den Gang hinaus. „Verpiss dich.“

Als Carmen den Gang hinunterging, ertönte hinter ihr in der Dusche ein gellender Pfeifton. Die Wärterin Brüllte: „Los, raus aus den Duschen. Wer war das?“ Carmen trat zur Seite, als andere Wärterinnen an ihr vorbei zur Dusche liefen.

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