Bettina, Kapitel 2, Es wird ernst

"Klappentext": 
Bettina will ihre masochistischen Neigungen ausleben, und bekommt mehr als sie will.
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Bettina sah sich um. Ein großer Schreibtisch dominierte den Raum. Ein paar niedrige Kommoden standen and den Wänden, der Boden war mit einem Perserteppich belegt. Sie trat an die Tafel und las den Titel: Regeln für den Sklaven. Was sie darunter las, kannte sie aus den vielen BDSM-Geschichten, die sie in den vergangenen Jahren im Internet begierig gelesen hatte: Der Sklave darf nur sprechen, wenn er gefragt wird, er spricht jeden mit gnädiger Herr oder gnädige Frau an, er schaut den Herrschaften nicht ins Gesicht, er gehorcht jedem Befehl unverzüglich, und so weiter.

Sie betrachtete die Fotografien an den Wänden. Es waren Bilder, die sie in diversen Foren schon gesehen hatte: Gefesselte Frauen, geknebelt, angebunden an Stangen oder auf Prügelbänken. Ein Bild stach ihr ins Auge. Eine Frau im Strappado mit zusammengebundenen Beinen schaute müde in die Kamera, der rote Ballknebel gab ihrem Gesicht den typischen, leicht blöden Ausdruck. Bettina überlegte ob die Fotografien wohl hier entstanden waren.

Nach einer Weile des Wartens legte sich Bettinas Erregung etwas und sie spürte, dass ihre Beine müde wurden. Sie hielt nach einem Sitzplatz Ausschau, doch der einzige Stuhl war der hinter dem Schreitisch, den sie, so überlegte sie, besser nicht belegen sollte. Sie lehnte sich schließlich mit dem Hintern gegen die Heizung, halb sitzend, halb stehend. Wie lange müsse sie wohl warten? Es war wohl schon einige Zeit vergangen. Es gab keine Uhr in dem Raum, ihr Handgelenk mit der Armbanduhr war unerreichbar hinter dem Rücken an das andere Handgelenk gekettet und die Handtasche hatte ihr die Schwarzhaarige abgenommen, als sie ihr die Handschellen angelegt hatte. 

Plötzlich öffnete sich die Tür; die Blonde stürmte auf Bettina zu und baute sich vor ihr auf. Bettina wurde bewusst, wie sportlich die Frau wirkte und wie kräftig sie gebaut war. Bei einem Kampf mit ihr, würde sie wohl den Kürzeren ziehen. Doch eigentlich kam Bettina nicht zu nachdenken. Ohne jeden Ansatz verpasste ihr die Blonde zwei Ohrfeigen. Zack, zack. Zuerst links mit der Handinnenfläche, dann rechts mit dem Handrücken. Bettinas Kopf wurde wild hin und her geworfen. „Wer hat Dir erlaubt, Dich hinzusetzen?“, schrie sie wutentbrannt. Bettina stotterte: „Ich, äh, Sie äh hatten nichts…“. Zack, zack, wieder setzte es zwei Ohrfeigen. Bettina versuchte reflexartig die Hände zum Schutz vors Gesicht zu halten und zerrte vergeblich an den Handschellen. „Beantworte meine Frage! Wer hat Dir erlaubt, Dich hinzusetzen?“ Wieder wurde sie laut angeschrien. „Niemand“, brachte Bettina kleinlaut heraus. Wieder zwei Ohrfeigen, Bettina spürte den Schmerz im Gesicht und Panik in sich aufsteigen. „Wie heißt das?“ Ohne Überlegung platzte es aus Bettina heraus: „Niemand, gnädige Frau“. 

„Hier hin!“, die Blonde zeigte auf den Platz vor dem Schreibtisch. Bettina sprang eilfertig auf. „Gesicht zum Schreibtisch!“, auch diese Befehle kamen im Kasernenhofton, fast gebrüllt. Die Blonde bückte sich und schlang Bettina einen Lederriemen um die Fußgelenke und zog ihn fest zu. Dann trat sie neben Bettina und zischte ihr drohend ins Ohr: „Untersteh Dich und beweg Dich einen Millimeter vom Fleck! Hast Du mich verstanden?“ „Ja, gnädige Frau“. Es kam fast automatisch aus Bettinas Mund.

Erst als Bettina hörte, wie die Tür von außen abgeschlossen wurde, konnte sie wieder denken. Was war denn da passiert? Bis eben hatte sie noch gedacht, alles unter Kontrolle zu haben. Sie hatte gedacht, jederzeit abbrechen und nach Hause fahren zu können. Doch nun saß sie hier fest, oder besser stand sie fest. Ein Safe-Wort gab es nicht. Hilferufe hätten sicherlich keine Befreiung gebracht, sondern höchstens weitere Ohrfeigen. Sie war verdammt hier zu stehen und warten, ohne zu wissen worauf und wie lange.

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Kommentare

Bild des Benutzers O_devot

Die Geschichte ist gut erzählt. Aber definitiv zu kurz. Mit so kurzen Geschichten unterbricht du unnötig den Lesefluss. Mach lieber weniger Teile aber dafür längere. Würde mir zumindest besser gefallen.

Aber die Geschichte selber finde ich schon gut.

LG Ornella

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Bild des Benutzers Maestro estricto

Der kurze Text ist wirklich kaum zu beurteilen!

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