Bettina. Kapitel 1, Das Inserat

"Klappentext": 
Bettina will ihre masochistischen Neigungen ausleben, und bekommt mehr als sie will.
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Bettina kannte das Gefühl von auf dem Rücken gefesselten Händen. Sie kannte das Ziehen an den Handgelenken und das Drücken der Hände gegen ihr Gesäß. Ihr war es vertraut, wie die zusammengebundenen Hände beim Gehen von ihren Gesäßbacken hin- und hergeschoben wurden. Doch diesmal war es völlig anders. Das Wissen, das sie sich nicht jederzeit selbst befreien konnte, löste ein Kribbeln in ihrem Körper aus und versetzte sie in Hochspannung. Das Adrenalin tat ein Übriges. 

Es war alles unerwartet schnell gegangen. Bettina hatte fast eine Woche den Zeitungsausriss mit der Anzeige unschlüssig mit sich herumgetragen. Es war eine Kleinanzeige mit nur zwei Worten: Masochistin gesucht. Dazu ein nichtsagender Institutsname und eine Telefonnummer. Als sie endlich anrief, sagte ihr die Frau am Telefon, sie solle gleich kommen. Während der gesamten Fahrt in den Außenbezirk grübelte sie, ob sie nicht umkehren solle, doch sie spürte, dass sie das nicht tun würde. Irgendetwas trieb sie voran, sie wollte, dass sich ihr Leben änderte. Ihre sexuelle Vorliebe hatte sie bisher nur in der Phantasie ausgelebt. Irgendwann müsste sie sich outen, dass hatte sie immer gespürt. 

Als sie den nüchternen Zweckbau betrat, wurde sie unsicher, ob das Ganze überhaupt etwas mit ihren Sehnsüchten zu tun haben würde. Vielleicht handelte es sich ja nur um eine Studie oder eine Umfrage oder etwas Ähnliches. Im Grunde hatte die Dame am Telefon ihr nichts dazu gesagt, worum es ginge. 
Sie trat an den Schalter in der Lobby und wartete, bis die Angestellte vom Bildschirm aufblickte. „Ich komme wegen der Anzeige“ sagte sie schüchtern. „Welche Anzeige?“. Bettina schluckte. Leise sagte sie: „Das mit dem Masochismus“. „Ach, sie bewerben sich als Masochistin!“ rief die Angestellte laut vernehmlich aus, so dass es jeder hören könnten, einige Bürotüren waren geöffnet. „Warten sie da drüben, sie werden abgeholt“. Dann telefonierte sie kurz und widmete sich wieder ihrem Bildschirm.

Bettina ging zu den Stühlen, auf die die Angestellte gewiesen hatte, blieb aber stehen. Sie musste nicht lange warten, bis sich eine Tür öffnete und zwei Frauen auf sie zukamen. Beide trugen eine weiße Bluse und einen schwarzen Rock, der kurz über dem Knie endete. Die identische Kleidung und die streng zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haare ließen die beiden uniformiert und offiziell aussehen. Bettina bemerkte die hohen Pumps und die Nahtstrümpfe und wunderte sich, ob die Kleidung nun praktisch oder elegant sein sollte. Doch viel Zeit blieb ihr nicht. „Mitkommen!“ befahl die Blonde und begab sich zügigen Schrittes auf den Fahrstuhl am Ende der Lobby zu. Mit der Schwarzhaarigen hinter ihr, war Bettina von den beiden Frauen eingerahmt und fühlte sich als würde sie abgeführt. Der Eindruck verstärkte sich, als sie sah, dass die Blonde einige Ledertäschchen am Gürtel trug und Bettina begann zu grübeln, ob sich Waffen darin befänden.

Sie verließen den Fahrstuhl im fünften Stockwerk und Bettina wurde in ein Büro mit altmodischer Einrichtung geführt. Dort griff die Schwarzhaarige Bettinas Hände und legte ihr die Handschellen an. „Du wartest hier!“ befahl die Blonde. Sie deutete auf eine Tafel an der Wand: „Hier stehen Deine Regeln. Lies sie sorgfältig durch und präg sie Dir ein!“. Damit ließen sie Bettina allein.
 

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Kommentare

Bild des Benutzers Super-Twister

Sehr spannend,aber leider viel zu kurz

Aslo bitte recht schnell weiter

 

Gruß

super-twister

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Bild des Benutzers Hilde45

Ein interessanter, ansprechender und stimmungsvoller  Beginn.  Vielleicht wird etwas daraus. Kann man nur abwarten!  

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1 Leser stimmt/stimmen zu.
Bild des Benutzers Beate

Da gibt es wirklich nur eines - schnell weiterschreiben......

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