Anna. (Teil 5)

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Anna. Teil 5

 

Anna sah auf die Uhr. Die Zeiger hatten gerade die 10 passiert, sie legte ihre Bücher zur Seite. Drei Wochen vor den Abiprüfungen hatte sie ihr Pensum doch etwas erhöht. Es wäre doch eine Schande, Einser nach Einser zu schreiben und ausgerechnet die Abiprüfungen zu verkacken, dachte sie sich. Jetzt verordnete sie sich ein wenig Entspannung. Sie öffnete das Dokument mit Teil 4 ihrer Geschichte. Oder besser das Dokument, in dem der vierte Teil ihrer Geschichte hätte stehen sollen. Ihre Leser hatten sie um eine Fortsetzung geradezu angebettelt, und Anna wollte sie wirklich nicht enttäuschen. Tagelang hatte sie diesmal an dem Plot gefeilt, wollte diesmal zwar im Thema bleiben, aber aus ihrer Grundstruktur des Höhepunktes am Freitag einer jeden Woche ausbrechen.

 

Blöd nur, dass sie in den letzten Wochen kein einziges Wort niedergeschrieben hatte. Sie wusste genau, wohin sie mit diesem Teil hin wollte, sie wusste nur nicht, wie sie beginnen sollte. Sie hatte die letzte Folge mit einer Einladung für Anna und Maike zu einem Mädelsabend beendet. Nun fragte sie sich, wo – und vor allem wie – sie die Geschichte weiterlaufen lassen sollte. Sollte sie am Abend ansetzen? Bei der Ankunft der beiden Eingeladenen? Sollte sie die Chance nutzen für einen inneren Monologs der Hauptfigur? Genug zu verarbeiten hatte sie schließlich. Sie war noch immer in diesen Gedanken versunken, als sie das vertraute Geräusch des Messengers hörte. Anne blies die Backen auf... „Verdammt Maike! Erst lässt du mich wochenlang in meinem Zimmer versauern, und auf einmal soll ich springen?!“ Wobei, so ganz stimmte das ja auch nicht. Maike hatte wirklich ihr Bestes getan, um Anna mit dem besten Freund ihres derzeitigen Lovers zu verkuppeln, aber Anna hatte das nicht mitmachen wollen.

 

„Ping – Ping – Ping“ „Ja, schon gut!“ maulte Anna ihren Bildschirm an. „Ich komm ja schon.“

 

„Anna?“

 

„Anna?“

 

„Anna. Hallo, bist du da?“, las sie.

 

„Hallo Maike. Was kann ich für dich tun?“

 

„Anna kannst du mir helfen? Ich raff was nicht in Französisch.“

 

„Mais bien sûr!“

 

„Danke.“

 

„Et ton petit-ami? Est-il là?“

 

„???“ Anna stöhnte und hätte am liebsten in die Tastatur gebissen. So viel hätte selbst Maike verstehen können müssen.

 

„Ist dein Freund denn nicht da?“

 

„Öh nein. Der ist dieses Wochenende zu ‚nem Auswärtsspiel.“ Anna lächelte bitter. Ah daher wehte der Wind. Wenn der Herr weg war, dann war sie auf einmal wieder gut genug, um Maikes Wochenenden auszufüllen. Sie schluckte den bitteren Gedanken herunter. Sie hatte ihr schließlich nie etwas anderes versprochen.

 

„Ist gut. Morgen um 5 bei dir? Ich bleibe zum Schlafen?“

 

„Super. Abgemacht! Danke!“

 

„Jaja, ist gut“, dachte Anna. „Ich hab ja morgen eigentlich auch nichts Besseres zu tun. Außer vielleicht meine Geschichten. Aber die laufen ja nicht weg.“ Sie wandte sich wieder ihrer Geschichte zu. Endlich konnte sie sich wieder ihrer Geschichte, oder besser dem, was sie mal werden sollte, zuwenden. Sie blies die Backen auf und beschloss, einfach drauflos zu schreiben, den Überschuss konnte sie ja immer noch kürzen.

 

 

Anna

Oder ein Lehrjahr ist kein Herrenjahr Teil 4

 

Anna wurde am Samstagmorgen durch die Sonne geweckt. Als sie sich den Schlaf aus den Augen reiben wollte, taten ihr die Arme weh. Sofort kehrten die Bilder des gestrigen Tages zurück. Ihr fiel es immer noch schwer zu glauben, dass sie wirklich getan hatte, was sie getan hatte. Ein Teil ihres Bewusstseins weigerte sich immer noch hartnäckig zu realisieren, dass sie sich gestern ohne Höschen und ohne BH als Zeichen ihrer Unterwerfung mit weit gespreizten Beinen und hinter dem Nacken verschränkten Armen vor ihre Mitschüler gestellt hatte. Ihr Körper strafte diesen Teil ihres Bewusstseins Lügen. Der dumpfe Schmerz in ihren Armen bei jeder ihrer Bewegungen und ihre aufkommende Erregung allein bei dem Gedanken an ihre Behandlung machten es sehr klar, dass geschehen war, was geschehen war, und dass das gut war. Ein Teil ihres Bewusstseins glaubte einfach nicht, dass sie es zugelassen hatte, dass man sie mit Seilen gefesselt in die Ecke stellt. Noch weniger glaubte dieser Teil ihres Bewusstseins, wie erregend sie das gefunden hatte – und doch spürte sie, wie sie alleine durch diesen Gedanken wieder feucht wurde.

 

Wenn sie ehrlich darüber nachdachte, war es auch nur logisch. Ihr Selbstbild war in den letzten drei Wochen systematisch in Stücke geschlagen worden. Vor drei Wochen war sie nichts weiter als eine gute, ehrgeizige Schülerin gewesen. Sie war eine Einzelgängerin gewesen, ruhig, oft ein wenig spröde, aber für den Rest absolut normal. Gestern hatte sie sich freiwillig in eine überaus strenge Fesslung begeben und war durch einen harten Kniff in ihre Nippel vor den Augen ihrer Mitschüler zu einem Orgasmus gekommen, der so heftig gewesen war, dass er ihr weh getan hatte. Was zum Teufel war sie denn jetzt? Musste sie sich als submissive Bondage-Schlampe neu definieren? Konnte sie mit dem Gedanken leben, durch Schmerzen kommen zu können? War das nicht komplett falsch? Konnte sie mit all dem leben? Hatte sie überhaupt eine Wahl?

 

Dabei hatte sie dem Schlimmsten noch gar nicht in die Augen gesehen. Das mit Abstand Schlimmste war nicht, an welchen Dingen sie beteiligt war, sondern von welchen Dingen sie fantasierte. Das Schlimmste war das Gefühl, welches sie überkommen hatte, als ihre Lehrerin sie aus dem Hogtie befreit hatte. Da war zwar eine Spur Erleichterung gewesen, aber das war bei Weitem nicht alles gewesen. Sie hatte auch ungestillte Sehnsucht gespürt. Sehnsucht nach mehr – mehr Hilflosigkeit, mehr Schmerz, mental, wie körperlich, Unterwerfung und Nervenkitzel. Anna hatte Angst, wohin diese Sehnsucht sie noch führen würde. Widerstand war zwecklos. Sie würde dieser Sehnsucht nachgeben, so viel war sicher. Alles, was sie tun konnte, war so gut wie sie konnte für einen sicheren Rahmen zu sorgen. So weit ihre Sehnsucht nach dem Nervenkitzel unkontrollierter Unterwerfung das zulassen würde. Verdammt! Wie hatte sie in so kurzer Zeit jegliche Kontrolle über ihr Leben so gründlich verlieren können?!

 

Endlich fand sie die Energie aufzustehen. Ein flüchtiger Blick auf ihren Radiowecker machte ihr deutlich, dass es beinahe 11 Uhr war. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie Hunger hatte. Sie zog sich ihren alten Jogginganzug über und ging nach unten in die Küche. Ihre Mutter begrüßte sie. Anna war überrascht, sie zu sehen, versuchte aber, sich nichts anmerken zu lassen. Sie hatte ganz vergessen, dass es ihr freies Wochenende war. Ein Gefühl der Dankbarkeit vermischt mit Schuldgefühlen überkam die Schülerin. Tagein und Tagaus rackerte sich ihre alleinerziehende Mutter im Altenheim für sie ab, schob Nachtschicht nach Nachtschicht, damit ihre Tochter weiter zur Schule gehen konnte. Um ihr die Möglichkeit bieten zu können zu studieren. In der Hoffnung, dass es ihrer Tochter einmal besser gehen würde als ihr selbst. Auf einmal konnte Anna ihrer Mutter nicht mehr in die Augen schauen. Ihre Mutter brachte Opfer nach Opfer für sie, und alles, was sie seit Wochen im Kopf hatte, war Sex! Zum Glück hatten bislang ihre Noten nicht gelitten, aber sie beschloss, kein Risiko einzugehen. Sie würde den ganzen Nachmittag lang lernen. Die Prüfungen standen zu kurz bevor, um jetzt noch nachzulassen.

 

Ihre Mutter hatte etwas gesagt, aber Anna hatte kaum hingehört. „Wie bitte?“ „Was machst du heute? Vielleicht können wir was zusammen machen?!“, wiederholte Annas Mutter hoffnungsfroh. „Sorry“, sagte Anna mit ehrlichem Bedauern in der Stimme. Ich lerne bis 5, vielleicht halb 6“, sagte Anna. „Und dann,...“ sie suchte nach einer Beschreibung, die der Wahrheit nahe genug kam, ohne ihre Mutter in Unruhe zu versetzen, fand aber keine. „Heute Abend bin ich bei Laura eingeladen...“ hielt sie es schön oberflächlich in der Hoffnung, dass ihre Mutter nicht weiter nachfragen würde. „Na dann wünsche ich dir viel Spaß, du hast dir etwas Entspannung verdient, weißt du?!“ Anna atmete auf. Sie machte sich ein paar Butterbrote und nahm sie mit auf ihr Zimmer. Den Rest des Nachmittags lenkte sie sich durchs Büffeln von ihrem unguten Gefühl ab.

 

Anna hatte gerade die letzte Liste mit Französischvokabeln auswendig gelernt, als unten die Klingel ging. Das musste Maike sein. Sie wollte schon aufspringen, um Maike zu öffnen, als sie hörte, wie ihre Mutter die Wohnungstür öffnete und Maike einließ. Kurz darauf hörte sie Stimmen auf den Gang, die ganz offensichtlich in ein kurzes, freundliches Gespräch vertieft waren. Sekunden später hörte sie Schritte auf der Treppe, dann klopfte es an der Tür. Anna bat Maike herein. „Du bist ja früh dran“, stellte Anna nüchtern fest. „Wir haben ja noch eine dicke Stunde.“ „Ich muss mit dir reden…“, sagte Maike ernst. „Ja?!“, Anna sah ihre Freundin erwartungsvoll an. „Ich glaube, dass du heute besser krank wirst.“ Der besorgte Ton von Maikes Stimme ließ Anna aufhorchen. „Da werde ich endlich mal eingeladen, um was außerhalb der Schulzeiten zu machen, und soll sofort absagen?“, fragte Anna amüsiert. Maike sah ihre Freundin ernst an und nickte dann knapp. Es war ihr offensichtlich ernst mit ihrem Anliegen. „Und warum?“, hakte Anna nach. „Sie haben mich gefragt, ob ich dich nachher kurz ablenken kann, sie möchten mit dir ein „ganz harmloses“…“, Maike machte Luftanführungszeichen, „… Fesselspiel mit dir spielen.“, Maike bliess die Backen auf. „Ganz harmlos. Da lachen ja die Hühner. Das glaube ich keine Sekunde.“ Anna saß immer noch schweigend und beinahe regungslos auf ihrem Stuhl. Nur ab und an verriet ein Stirnrunzeln, dass es in ihrem Kopf arbeitete.

 

Lange saßen sich die beiden Freundinnen schweigend gegenüber. Anna auf ihrem Stuhl, Maike auf ihrem Bett sitzend. Schließlich erhellte sich Annas Miene. Fragend sah Maike sie an. „Na, wenn sie eine Session haben wollen, sollen sie eine kriegen“, sagte Anna leichthin. Maike sah ihre Freundin an, als hätte diese gerade den Verstand verloren. „Geht’s noch?! Das sind Laura, Claudia und Ellen! Die werden dich vermutlich zur Schnecke machen! Die haben dich doch noch nie leiden können.“ Anna erwiderte ihren Blick. „Na das hoffe ich doch! Anders macht's mir ja doch keinen Spaß!“, hatte sie das gerade echt gesagt? „Du bist unmöglich“, erwiderte Maike. „Nein“, antwortete Anna trocken, „ich bin eine Masochistin“, und grinste schwach. Mit offenem Mund starrte Maike Anna nun an. „Ach komm schon! Hast du die letzten drei Wochen etwa im Koma gelegen, oder was?!“, sagte Anna abgeklärter als sie sich fühlte. „Aber warum ausgerechnet diese drei Zicken. Du magst sie nicht, sie mögen dich nicht.“ „Du hast keine Ahnung, wie geil ich gerade bei dem Gedanken werde, mich in die Hände meiner drei ärgsten Feindinnen zu begeben“, antwortete Anna… „drei ärgste Feindinnen.“, wiederholte sie mit einem glucksenden Lachen, „wie melodramatisch das klingt. So lange meine drei ärgsten Feindinnen drei in jeder Hinsicht dumme Zicken sind, die neidisch darauf sind, dass ich bessere Noten kriege und einen Scheiß auf ihren Stil gebe, kann mir nichts passieren“, meinte sie selbstsicher.

 

Wieder legte sich Stille in den kleinen Raum. „Und sie haben keine Andeutungen gemacht, was sie mit mir vorhaben?“, fragte Anna. „Nein. Sie vertrauen mir nicht.“ „Zu recht!“, entgegnete Anna grinsend. „Wenn du vertrauenswürdig wärst, würden wir dieses Gespräch nicht führen.“ „Ach, leck mich!“ „Gerne!“, wo kam auf einmal diese Schlagfertigkeit her? „Du bist unmöglich Anna!“ „Ja. Das hattest du schonmal erwähnt.“ „Ich kann dich nicht einfach so dahin gehen lassen!“ „Ja, ich weiß. So kann ich unmöglich gehen. Du kannst mir bei meiner Intimrasur behilflich sein.“ „Verdammt! Kannst du auch mal einen Moment nicht an Sex denken?“, fragte Maike ehrlich genervt. „Schwerlich“, antwortete Anna trocken. Maike drehte ihre Augen zur Decke. „Wie kann eine so kluge Frau nur so blöd sein?“, fragte sie in den Raum. „Vermutlich Hormone.“, antwortete Anna lakonisch..

 

Maike rang die Hände. Verdammt, bis jetzt war Anna immer die Vernünftige gewesen, hatte für sie beide gedacht. Erst jetzt stellte sie fest, wie anstrengend es eigentlich war, für zwei denken zu müssen. Sie dachte angestrengt nach, aber die rettende Idee wollte ihr nicht kommen. Für rettende Ideen war bisher immer Anna zuständig gewesen. „Ich lasse dich nicht gehen, ohne zumindest eine Versicherung.“ „Sorry aber heute ist Samstag. Die Versicherungsbüros sind geschlossen und ich glaube, dass auch die SM-Schadensversicherungen ausverkauft sind“, witzelte Anna. Maike drohte langsam der Kragen zu platzen. „Ich meine es ernst. Ich lasse dich nicht gehen, wenn wir nicht wenigstens eine Sicherheit einbauen.“ „Kannst du nicht meine Sicherheit sein?“, fragte Anna. „Ich werde wohl kaum drei Leute von etwas abhalten können.“ „Ja. Aber wenn etwas passiert, kannst du noch immer jemanden anrufen.“ „Du warst offensichtlich noch nie auf so einer Party. Man gibt sein Smartphone ab.“ „Oh.“ „Ja, oh.“ Wieder schwiegen sich die beiden Freundinnen an. Plötzlich erhellte sich Annas Miene. „Du hast doch ein Smartphone.“ „Ja. Natürlich.“ „Für dich vielleicht 'natürlich'!“, sagte Anna und zeigte auf ihr altes, aber zuverlässiges Nokia. „Du weißt, dass du eine Sprachnachricht aufnehmen kannst.“ „Ja und?!“ „Du weißt, dass du das Ding so programmieren kannst, dass das Ding die Nachricht automatisch versendet?“ „Woher willst du das wissen?“ „Nur weil ich mir keins leisten kann, heißt das noch lange nicht, dass ich mich nicht dafür interessiere.“, antwortete Anna schnippisch. Maike entschuldigte sich.

 

Ich glaube, ich verstehe, was du meinst “, sagte Maike. „Kann man die Nachricht noch annullieren?“ Anna nickte. „Okay. Dann spreche ich eine Warnung für Frau Janssen ein. Ich setze den Timer auf 11 Uhr Abends. Wenn es zu heftig wird, musst du eben bis halb zwölf auf die Zähne beißen.“ „Das schaffe ich schon “, meinte Anna. „Wenn nichts passiert annulliere ich die Nachricht. Ich sag einfach, dass ich meine Ma anrufen muss.“

 

Anna sah zu, wie Maike die Nachricht einsprach und zeigte ihr, wie sie den Timer programmieren musste. „Jetzt zum angenehmen Teil des Abends!“, rief Anna beschwingt und entledigte sich all ihrer Klamotten. „Du bist doch unglaublich.“ „Danke!“, Anna strahlte, während Maike nur mit dem Kopf schütteln konnte. Maike half Anna bei ihrer Intimrasur. „Es soll doch besonders gründlich sein.“ Dann zog sie eine ihrer Jeans, ein T-Shirt und einen Pulli über. Unterwäsche ließ sie wohlweislich weg. „So willst du gehen?“ Anna sah an sich herunter. „Ich hab nun mal nichts anderes“, meinte sie achselzuckend. „Und außerdem: Wenn du recht hast, werde ich meine Kleider ja doch nicht allzu lange anbehalten!“, meinte sie grinsend.

 

Anna sah auf die Uhr. „Wir müssen uns beeilen, wenn wir den Bus noch erwischen wollen‘, sagte sie. Sie lief ins Wohnzimmer und drückte ihrer Mutter einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Wann bist du zurück?“ „Ich weiß noch nicht. Wir nehmen den Nachtbus.“ „Viel Spaß!“ „Danke, den werden wir haben!“, rief Anna im Gehen. Es war zehn vor sieben, als Anna und Maike endlich vor dem Tor standen, welches das Haus, in dem Laura wohnte, von der Straße abschirmte. Es war ein großes Haus, Lauras Eltern musste es ziemlich gut gehen, dachte Anna. Maike betätigte den Knopf der Gegensprechanlage. „Hallo?!“, hörten sie Lauras Stimme. „Wir sind‘s!“ rief Maike in die Richtung, in der sie das Mikro vermutete. „Ok.“ Ruckelnd öffnete sich das Tor, und die beiden konnten eintreten.

 

 

Anna gähnte herzhaft. Auf einmal wurde ihr bewusst, wie spät es inzwischen war. Sie beschloss, ihre Geschichte morgen fortzusetzen. Sie grinste in sich hinein. Dann hatte sie noch Gelegenheit, über das Unmittelbar kommende „zu schlafen.“ Sie machte ihren Computer aus, ging ins Bad, machte sich bettfertig und löschte das Licht.

 

Nach einer eher unruhigen Nacht war Anna sehr früh wach geworden. Sie schlich in die Küche, machte sich Frühstück und stahl sich zurück in ihr Zimmer. Sie startete ihren Computer, öffnete das Textdokument und schrieb weiter, wo sie gestern aufgehört hatte:

 

 

Sie wurden von Laura bereits an der Tür erwartet. „Hallo!“, rief ihre Gastgeberin aufgeweckt. Weil Laura sich solche Mühe gab, Annas legeres Outfit zu ignorieren, beschloss diese, sich nicht über Lauras aufgebrezelten Zustand zu mokieren. Und wenn Anna ganz ehrlich war, musste sie sich eingestehen, dass Laura mit ihren kunstvoll gemachten, amberfarbenen Locken und dem schönen Kleid umwerfend aussah. Einmal in ihrem Leben wollte auch Anna so aussehen. Sie bezweifelte allerdings, ob sie jemals die Geduld haben würde, sich die Haare so machen zu lassen. „Schön, dass ihr hier seid! Die anderen sind schon im Wohnzimmer. Es gibt Rotwein und Pizza!“ Anna lächelte freundlich und erwiderte ebenso freundlich den Gruß, weiter sagte sie nichts. Maike sprang in die Bresche: „Ah Pizza, lecker!“ „Und wie! Wir lassen sie uns von Da Guiseppe bringen!“ Anna hatte keine Ahnung wer Giuseppe war. Vermutlich schick, vermutlich teuer. Also lächelte sie und versuchte, ein mächtig beeindrucktes Gesicht zu machen. Laura führte die beiden Neuankömmlinge dann ins Wohnzimmer. „Meine Eltern sind gerade für drei Wochen in Dubai“, erklärte sie ungefragt. Auf der breiten Couch lümmelten sich bereits Claudia und Ellen. Auch sie waren ziemlich aufgebrezelt, wie Anna feststellte. Die beiden waren keine so guten Schauspielerinnen, stellte Anna fest. Die beiden beäugten sie neugierig (Ellen) bis feindselig (Claudia). Neugierig, fast wie man ein unbekanntes Tier im Zoo bestaunen würde, von dem man nicht weiß, was es als nächstes anstellt. Und feindselig, wie man jemanden betrachtet, der nicht nur nicht nach den eigenen Wertevorstellungen lebt, aber der die schiere Existenz dieser Werte ignoriert.

 

Hattest du nichts anderes zum Anziehen?“, fragte Claudia in beinahe angewidertem Tonfall und fing sich dafür einen strafenden Blick von Laura ein, den Claudia allerdings ignorierte. Innerlich grinste Anna. Sie hatte es eigentlich kaum für möglich gehalten: Claudia war wirklich so abgrundtief dumm und oberflächlich, wie sie sich in der Schule gab. Gut zu wissen! Sie betrachtete Claudia mit großem Interesse. Sie betrachtete, wie sie ihre langen, schwarzen Haare in hübschen Locken arrangiert hatte. Sie betrachtete das hübsche, apricotfarbene Kleid, das die paar überflüssigen Pfunde kaschierte. Eines musste Anna ihr lassen: sie wusste sich zu kleiden. Nach außen hin legte sie ihr freundlichstes Lächeln auf und antwortete: „Um ehrlich zu sein, nein.“ Und sogar noch eine Spur freundlicher fügte sie hinzu: „Meine Mutter arbeitet als Altenpflegerin, wir müssen nun mal jeden Euro zweimal umdrehen.“ Verständnislos lächelnd sah Claudia sie an. Innerlich seufzte Anna. Es war vermutlich zu viel verlangt, ausgerechnet von Claudia zu erwarten, zu verstehen, was Geldnot oder die Sorge, seinen Eltern nicht unnötig zur Last zu fallen, bedeutete. Bevor Laura oder Ellen einschreiten konnten, hatte Claudia bereits weitergesprochen. „Wenn du kein Geld für Kleidung hast, kannst du meine alten Sachen haben.“ Anna hatte Mühe, ihre Erheiterung zu verstecken. Claudia war mindestens einen Kopf größer als sie und gebrauchte ihre gut geschnittene Kleidung um vielleicht das eine oder andere überflüssige Pfund zu kaschieren. Anna hingegen war, was wohlmeinende Personen als „zierlich“, sie selbst in ihrem bodenständigen Realismus „dürr“ genannt hätte. Die Vorstellung, Claudias Kleidung aufzutragen, war zum Schießen. Sie suchte noch eine diplomatische Ausflucht, als Laura sie endlich rettete. „A Tavola! Die Pizzas sind da!“ „A Tavola?“, fragte Ellen, die zum ersten Mal den Mund aufmachte. „Zu Tisch“, sagte Anna knapp.

 

Zu der Pizza wurde Rotwein kredenzt. Anna, die über die fatalen Effekte von Rotwein auf sich Bescheid wusste, hielt sich zurück, so gut sie konnte. Sie musste all ihre Selbstdisziplin aufbieten, denn ihre Gastgeberin trug persönlich dafür Sorge, dass ihr Glas stets gut gefüllt war. Das Gespräch drehte sich, wie konnte es so kurz vor den Abiprüfungen auch anders sein, um die Schule. Respektvoll hörte Anna sich die Klagen ihrer Mitschülerinnen über den ach so ausufernden und ach so komplizierten Abistoff an, ohne sich am eigentlichen Gespräch zu beteiligen. Sie konnte den anderen ja schlecht ins Gesicht sagen, dass sie damit keinerlei Probleme hatte. Das musste sie auch nicht. Im Grunde wussten das alle, und drei der anderen vier Anwesenden hassten sie dafür. Anna fragte sich langsam, wann die drei endlich zu Potte kommen würden. Sie begann langsam, an Maike zu zweifeln. Vielleicht hatte diese ja nur überreagiert.

 

Jemand hatte Anna etwas gefragt. In ihren eigenen Gedanken versunken, hatte sie die Frage nicht verstanden. „Wie bitte?“ „Stimmt es, dass du schonmal was mit einer anderen hattest?“, fragte Ellen nochmal. Innerlich grinste Anna. „Endlich geht’s los!“, dachte sie. Äußerlich blieb sie ernst und gefasst. „Ich weiß nicht, ob man das Beziehung nennen kann“, sie sah schelmisch zu Maike hinüber. Mit einem vielsagenden Grinsen fügte sie noch hinzu: „Das letzte Mal bin ich aber voll auf meine Kosten gekommen.“ „Bist du lesbisch?“, fragte Ellen weiter, die das Thema scheinbar brennend interessierte. Hörte sie da etwa Hoffnung heraus, fragte sich Anna. Anna überlegte, fand aber keine Antwort. „Welche Sorte Porno schaust du denn?“, fragte Ellen ungerührt weiter. „Ellen!“, riefen Laura, Maike und Claudia unisono. „Ja was?! Man kann doch wohl vom Lieblingsporno auf die sexuellen Vorlieben schließen, oder nicht?!“ „Da hast du recht“, musste Anna zugeben. Sie trank einen weiteren Schluck Rotwein. Erst jetzt nahm sie Zeit, Ellens Äußeres zu studieren. Sie trug ihr blondes Haar in einer vermutlich modischen Kurzhaarfrisur in einem vermutlich hochaktuellen Strubbellook. Sie hatte sich für einen Blazer und einen knielangen Rock entschieden. Stand ihr gut, fand Anna, auch wenn sie natürlich nichts von Mode verstand.

 

Vielleicht war es der Rotwein, vielleicht war es Annas neugewonnene Einstellung, nicht mehr hinter dem Berg zu halten. Verdammt, ihre Mitschülerinnen wussten, dass sie scheinbar eine devote Masochistin war, was sollte es da schon ausmachen, wenn sie auch noch wussten, dass sie Pornos konsumierte und was das für Pornos waren?

 

Ich schaue nicht viele Filme oder Fotos“, sagte Anna. Die anderen waren jetzt mucksmäuschenstill. „Unsere Internetverbindung ist einfach nicht gut genug dafür.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das meiste ist jetzt BDSM. Seitdem ich das gefunden habe, reicht das normale Zeug einfach nicht mehr aus.“ „Und was schaust du dir so an?“, fragte Laura atemlos. „Immer Femsub“, sagte Anna in der Annahme, dass die anderen wussten, was das hieß. „Logisch. Was soll dich auch anderes antörnen“, unterbrach Laura sie mit einer besonderen Betonung auf dem „dich“. „Also, ich finde sowohl Maledom als auch Lesdom sehr erotisch. Ich fantasiere über beides.“ Maike klappte der Mund auf. Ihr wurde schwindelig bei dem Seelenstriptease, den ihre Freundin hier aufführte, die seelenruhig einen weiteren Schluck Rotwein zu sich nahm. Maike beschloss, Anna nie wieder Rotwein trinken zu lassen. Dieser schien gerade alles egal zu sein. „Ich habe keine Ahnung, ob ich über Lesdom fantasiere, weil meine einzigen echten Erfahrungen mit dominanten Frauen sind, oder weil ich wirklich Bi bin.“ Sie ließ ihre Worte einige Sekunden nachklingen. „So wichtig finde ich die Frage gerade nicht. Ich bin ja schon froh, überhaupt ein paar Erfahrungen zu machen.“ Sie lächelte verlegen. „Und was ist mit Jungs?“, fragte Laura einfühlsam. Anna fürchtete schon, sie gnädig gestimmt zu haben. Sie wollten doch nicht Friede Freude Eierkuchen singen?! Sie hatte sich extra für diese Gelegenheit den Schritt rasiert, verdammt! „Nichts, nada “, antwortete Anna. „Oh! Warum nicht?“ „Keine Ahnung. Keiner war bislang wirklich interessiert. Und ich gehe nicht viel aus. Keine Gelegenheit?“

 

Du hast vermutlich nicht allzu viel verpasst“, meinte Ellen begütigend. „Was meinst du damit?“, wollte Maike wissen. „Ach…“ „Bislang hab ich noch keinen Jungen gefunden, der besser wusste, was er mit meinem Körper anfangen soll, als ein Mädchen; das ist alles“, Claudia nickte. „Ellen ist besser, als jeder meiner Exfreunde.“ „Also mein aktueller ist besser!“, warf Laura ein. „Kunststück! Der ist ja schon was älter und weiß, was er tut“, antwortete Claudia. „Ich glaube, ich muss bei euch nicht weiter fragen“, stellte Maike mit einem breiten Grinsen fest. „Ach, sagen wir es so: in Zeiten ohne festen Freund vertreiben wir uns gegenseitig ab und zu gerne die Zeit“, sagte Laura. „Und in Zeiten mit festem Freund gelegentlich auch“, fügte Ellen lachend hinzu.

 

Laura legte Musik auf und setzte sich mit Maike und Claudia auf die Couch. Ellen kam Anna näher, hielt sie sachte vom Setzen ab. „Lass uns tanzen!“, raunte sie Anna zu und zog sie sanft auf die freie Fläche zwischen dem Esstisch und der Sitzecke. Anna war wie elektrisiert. Sie hatte nur noch Augen für ihre Mitschülerin, die sich herrlich lasziv im Takt der Musik räkelte. Sie sah Ellen tief in die Augen und versuchte, es ihr gleich zu tun. Nichts anderes zählte. In diesem Moment interessierte sie sich nicht für unbedeutende Details, wie dem Umstand, dass sie objektiv gesehen gar nicht tanzen konnte, dass Laura und Claudia aufgestanden waren und hinter ihr auch „zu tanzen“ begonnen hatten oder dass sie in ihrem Augenwinkel gesehen hatte, wie Laura etwas Längliches und Weißes in ihren Händen hielt. Dass Claudia ihr Smartphone hochhielt konnte sie im Übrigen auch nicht wirklich tangieren.

 

Alles war unwichtig außer Ellens Lippen, die sich den ihren immer weiter näherten, bis sie sich küssten. Nur die Atemlosigkeit nach dem ersten furiosen Kuss drang zu ihr durch. Sie lächelten sich an, während sie um Atem rangen. Sie fühlte, wie Ellen ihre Hände an den Saum ihres Sweaters legte. Fragend sah Ellen sie an. Anna nickte nur und hob ihre Arme. Ellen ließ sich nicht zweimal bitten, vorsichtig und doch bestimmt zog sie Anna sowohl den Sweater als auch ihr T-Shirt vom Leib. „Du bist unglaublich!“, hauchte Ellen Anna zu. Wobei sie Annas Arme mit den ihren erstmal oberhalb ihres Kopfes festhielt. Anna lächelte glücklich und tanzte in dieser Position mit freiem Oberkörper einfach weiter. Ihr Tanz wurde noch ausdrucksstärker, als sich Ellens Hände auf ihre Brüste legte. Sie konnte einfach nichts dafür, ihr kam es so vor als lösten diese Hände kleine, kribbelnde Stromschläge aus an den Stellen, die von ihnen berührt wurden. Und dieses Kribbeln in ihren Brüsten löste noch ein ganz anderes Kribbeln zwischen ihren Beinen aus. Oh Gott! Ihr war auf einmal so heiß! Sie warf jetzt ihren ganzen Leib, schritt voran, Ruck für Ruck Ellen entgegen. Ellen küsste Anna erneut, nahm ihre Hände von den Brüsten und suchte Annas Hände, die diese immer noch über ihrem Kopf hielt. Sanft nahm sie sie und führte sie langsam und vorsichtig hinter deren Rücken. Anna spürte das Seil, das sich um ihre Handgelenke gelegt hatte, erst, als es zu spät war.

 

Endlich!“, hauchte sie Ellen zu, die sie fragend ansah. Anna grinste wie ein Honigkuchenpferd: „Ihr habt euch ganz schön Zeit gelassen. Ich hatte schon gedacht, es passiert nichts mehr.“ Ellen hatte sich wieder gefangen. „Soso?! Du hast mit sowas gerechnet und bist trotzdem gekommen?“, fragte sie in gespielter Schärfe. Anna grinste. „Nicht ganz. Ich habe mit sowas gerechnet und bin deswegen gekommen. Oder warum glaubst du, dass ich keine Unterwäsche trage?“ „Du kleines Luder!“, sagte Ellen mit einem schmutzigen Lächeln. „Jaja…“, sagte Anna mit nicht-gespielter Ungeduld. „Warum habe ich eigentlich noch meine Hose an?“, maulte Anna. „Wie ungeduldig du bist!“ „Hey, was erwartest du eigentlich von einer submissiv angelegten Masochistin, die ein paar Jahre sexueller Frustration hinter sich hat?!“, antwortete Anna in gespieltem Ärger. „Na wenn das so ist, werden wir dir natürlich weiterhelfen. Schuhe aus!“ „Ja, Ellen!“, hauchte Anna und streifte mit zwei geübten Tritten ihre Sneaker ab. „Gutes Mädchen“, mit diesen Worten begann Ellen, am Knopf von Annas Jeans zu nesteln. Es dauerte nicht lange bis Annas Jeans auf den Boden rutschten. Mühelos entledigte sich Anna vollständig ihrer Hose. Ellen trat langsam einige Schritte zurück. Grinsend sagte sie: „Ich mag diesen Anblick.“ Anna genoss den Moment, sie hatte sich noch nie in ihrem Leben so entblößt gefühlt.

 

Anna glühte innerlich, wie sie so nackt und mit hinter dem Rücken gefesselten Händen zwischen den anderen stand. Es war ein irres Gefühl, als Einzige im Raum nackt zu sein. Sie hatte sich noch nie so ausgeliefert und verwundbar gefühlt. In ihrem Kopf schrillten alle Alarmglocken, aber das irre Lustgefühl machte jeden klaren Gedanken absolut unmöglich. Ellen sagte etwas, aber Anna war nicht imstande, ihr zu folgen. Sie bekam gerade noch die letzten Worte mit: „aber jetzt können wir ja an dir üben…“

 

Während die letzten Worte noch nachklangen spürte Anna, wie jemand ihren Oberarm packte. Nicht brutal, aber doch fest. Instinktiv drehte sie ihren Kopf und konnte aus ihren Augenwinkeln erkennen, dass es Laura war. „Komm mit!“, sagte sie knapp. Anna dachte gar nicht daran, Widerstand zu leisten, und ging in die Richtung, in die Laura sie lenkte. Immer weiter gingen sie auf die einzige freie Wand des Zimmers zu, bis sie so dicht davor standen, dass Anna das Muster der weißen Glasfasertapete in allen Details studieren konnte. „Spreiz deine Beine!“ Dann spürte Anna, wie Laura mit einer Hand ihr Becken festhielt und mit der anderen Hand ihren Kopf leicht nach vorne und unten drückte. „So bleibst du!“

 

Anna war noch nie in ihrem Leben so erregt gewesen. Ihr Schritt brannte, und sie spürte einen Tropfen ihres Saftes langsam die Innenseite ihrer Schenken herabrollen. „Ich weiß nicht, ob du das checkst“, raunte Laura ihr ins Ohr. „Aber dass du hier in diesem Aufzug aufgetaucht bist, hat mich wirklich geärgert…“ Sie legte Anna eines der Seile unter die Brust und begann mit einer Breastbondage. „Nur zur Info. Wir haben das heute den ganzen verdammten Tag geübt, nur für dich, du Schlampe!“ Die Seile saßen straff und fest um ihre schmalen Brüste. „Du brauchst nicht glauben, dass wir uns so zurückhalten werden, wie dieses Weichei von Lehrerin!“, mit diesen Worten zog Laura ein weiteres Mal den Knoten hinter Annas Rücken an. Die Seile drückten sich jetzt etwas unangenehm in Annas weiche Haut. Anna sog tief Luft ein. Für eine Sekunde stand in der Schwebe, ob sie das jetzt unangenehm unangenehm oder angenehm unangenehm fand. Nach kurzem Horchen in ihr Inneres entschied sie sich für Letzteres. Dann wurde sie aufrecht hingestellt und umgedreht. Ellen stand vor ihr. Sie nestelte am Knoten. Sofort spürte Anna, wie sich der Umfang der Seile, die um ihre Brüste gespannt waren, verkleinerte. „Wir haben recherchiert, dass abgebundene Tittchen besonders sensibel werden“, sagte Ellen kalt. „Claudia will gerne wissen, wie du reagierst, wenn sie mit ihren vollmanikürten Nägeln über deine Tittchen streicht… Also ich glaube ja, dass du flennen wirst, wie ein kleines Kind.“ In diesem Moment tauchte Claudia in ihrem Blickfeld auf, die spielerisch mit den Fingern ihrer linken Hand winkte, während sie das Geschehen immer noch mit dem Smartphone filmte.

 

Anna wurde von Ellen in die Mitte des Raumes gestellt. In aller Ruhe legte sie Anna einen Schrittriemen an. „Erst ein Seil fest um die Taille spannen. Mei! Bist du dünn! Dann den Knoten anlegen…“, kommentierte sie jeden ihrer Arbeitsschritte. „So… und jetzt mit den Fingern abmessen, wohin die Knoten kommen müssen… Weißt du, die anderen können dich wirklich nicht leiden. So… und jetzt das Seil von einem Ende zum anderen führen und langsam… anziehen.“ Der Schrittriemen saß eng und präzise. Anna sah an sich herunter und den Riemen genau zwischen ihren Schamlippen verschwinden… In diesem Moment machte ihr Verstand einen letzten Versuch, sich endlich wieder ihres Körpers zu bemächtigen. Mit aller Macht schoss die Frage in ihren Kopf, was sie hier eigentlich tat und worauf sie sich da eingelassen hatte. Panik drohte sie zu überkommen. Ihr Atem ging schneller. „Weißt du?! Die anderen haben wirklich etwas gegen dich. Bei mir ist das anders. Ich hab nichts Persönliches gegen dich. Ich will nur ein Mädchen zu meinen Füßen leiden lassen. Das gibt mir einen Kick!“

 

Anna hatte nun allergrößte Mühe, ihren Atem unter Kontrolle zu halten. Was hatten die mit ihr vor?! „Weißt du eigentlich, was Strappado ist?“ Mit großen Augen nickte Anna. „Das sieht so verdammt sexy aus. Soll aber verdammt weh tun. Ich hab gelesen, dass man, wenn man damit nicht aufpasst, die Gelenke irreparabel kaputt macht. Ich hätte solche Lust, das mal zu probieren, darf ich?“ Hektisch schüttelte Anna den Kopf. „Du bist so süß. Als läge das jetzt noch bei dir…“ Ellen ließ diese Worte einige Sekunden lang auf Anna wirken, die immer hastiger atmete. „Zu deinem Glück erlauben mir die anderen das nicht“, sie zog eine Schnute, und Anna atmete wieder ein wenig ruhiger. „Dann habe ich ein paar andere Sachen vorgeschlagen: Was hältst du von etwas heißem Kerzenwachs auf deinen kleinen Tittchen? Schau wie schön rot die inzwischen geworden sind…“ Anna sah mit riesengroß geweiteten Augen Ellen in die Augen. Die panische Schülerin konnte dort kein Mitgefühl, keine Anteilnahme entdecken. Nur Neugierde und eine sadistische Lust. Annas Atem ging jetzt wirklich schnell. „Oder was hältst du von einem Dutzend Wäscheklammern… Hey! Passt auf!“ In diesem Moment fiel Anna in Ohnmacht.

 

Maike hatte die ganze Zeit über auf der Couch gesessen. Sie hatte dem Treiben mit einer Mischung aus Erregung und Abscheu angesehen. So stellte sie sich das Beobachten einer Unfallstelle vor, ein schrecklicher Anblick, aber man kann einfach nicht wegsehen. Als sie Anna hatte wegsacken sehen, war sie geistesgegenwärtig aufgesprungen und hatte Anna aufgefangen. Die drei anderen waren einer Panik nahe. „Was ist mit ihr?“, rief die blöde Claudia, die scheinbar immer noch filmte. „Ich glaube sie hyperventiliert.“ „Sie hyperventiwas?“ „Du bist keine Hilfe!“, fauchte Maike sie nun an. „Laura! Eine Plastiktüte, schnell!“ Sekunden später tauchte Laura mit einer dünnen Plastiktüte wieder auf. So schnell sie konnte stülpte Maike ihrer Freundin die Plastiktüte über den Kopf. Nach zwei oder drei Atemzögen unter der Plastiktüte wurde Anna schnell wieder munter. Maike ließ sie zur Sicherheit noch eine halbe Minute unter der Tüte atmen, bevor sie sie wegzog. „Verdammt, was ist denn mit dir passiert?“, rief Laura. „In einem Moment bist du spitz wie Nachbars Lumpi, und dann kippst du uns einfach um?! Du hast doch hoffentlich nichts Ansteckendes?!“ Dann tauchte Ellens Gesicht in Annas Blickfeld auf. Sie hatte Laura ziemlich unsanft weggeschoben. Da war echte Sorge in ihrem Blick. „Ist alles Ok, Anna?“ Anna fluchte innerlich. Verdammt! So unsexy von ihr, einfach so in Ohnmacht zu fallen. Sie machte eine energische, wegwerfende Handbewegung, zumindest hoffte sie, dass sie sie „energisch“ hinbekam. „Es ist nichts. Nur ein kleiner Schwächeanfall… wir können gleich weitermachen. Gebt mir eine Minute!“ Sie wollte, sie konnte jetzt nicht aufgeben. Sie wollte nicht schwach sein. Sie war hergekommen, um ihre Grenzen zu testen, und das würde sie jetzt verdammt nochmal tun. Koste es, was es wolle!

 

Okay, aber nicht zu lange, wir hatten noch einiges vor mit dir!“, meinte Laura mürrisch und fing sich einen vernichtenden Blick von Ellen ein. „Was denn?!“, fuhr Laura Ellen an. „Das hatte ich gehofft“, antwortete Anna bestimmt. „Sagt mal, habt ihr sie noch alle?!“, rief Maike aufgebracht. Anna kippt euch beinahe einfach so auf den Teppich, und ihr wollt echt weitermachen?!“ Sie blickte herausfordernd in die Runde. „Also ich nehm jetzt mein Handy und rufe Frau Janssen an. Die muss euch endlich zur Vernunft bringen!“ Laura folgte Maike, und gerade, als diese ihr Smartphone aus der Tasche genestelt hatte, riss sie ihr das Ding auch schon wieder aus der Hand. „Niemanden rufst du an“, stellte Laura nüchtern fest. „Dann gehe ich!“ Maike hielt auffordernd ihre Hand auf. „Du kannst gehen, aber dein Telefon bleibt hier “, sagte Laura kühl. Scheinbar geschlagen, setzte sich Maike auf ihren Platz auf der Couch und sah verstohlen auf die Uhr. 22:05 Uhr … noch 55 Minuten, dann würde die automatische Warnung an Frau Janssen gesendet werden.

 

Bist du soweit?“, fragte Laura ungeduldig, als sie das „Maike-Problem“ geklärt hatte. „Ja“, antwortete Anna mit leiser aber doch fester Stimme. Ellen sah jetzt richtig unglücklich aus, half ihr aber trotzdem wieder auf die Beine. Annas Welt drehte sich leicht, dann kam ihr Kreislauf endlich wieder auf Touren. Einerseits fand Anna das beruhigend. Ellen hatte ihr schließlich einen Mordsschrecken eingejagt. Andererseits war eine energische, ehrfurchtgebietende Ellen weitaus besser für heiße Action geeignet als eine unsichere, zurückhaltende. Anna stand jetzt wieder sicher und registrierte zu ihrer Verwunderung ein leichtes Pochen in ihren Brüsten. Sie sah an sich herunter und sah, dass ihre gebundenen Brüste leicht die Farbe verändert hatten. Sie schloss die Augen. „Komm schon, reiß dich zusammen!“, fuhr Laura Ellen an. „Wir hatten etwas abgesprochen! Halt dich daran!“ Ellen seufzte resigniert, nickte dann aber.

 

Ellen holte ein neues Seil hervor und stellte sich hinter Anna. Sie spürte, wie Ellen ihren Schopf erfasste und so viel Haar wie möglich in einem improvisierten Zopf sammelte. Anna schloss die Augen, als Ellen vorsichtig das Seil in diesen Zopf flocht. Langsam führte Ellen das Seil an Annas Nacken herunter, fand die Breastbondage. Anna spürte, wie sie an den Knoten nestelte. Dann straffte sich das Seil und zwang ihren Kopf in den Nacken. „Na, wie fühlt sich das an?“, fragte Laura hörbar erregt. Anna, die nichts mehr scheren konnte, antwortete mit nur einem einzigen, gehauchten Wort: „Geil.“ „Krank“, ließ sich Maike von ihrer Position auf der Couch vernehmen. Anna registrierte kaum, dass Ellen das Seil unter der Brustfesslung noch bis zum Schrittriemen weiterführte. Die ganze Tücke ihrer Fesslung bemerkte Anna erst, als man sie in Richtung Couch führte. Bei jedem Schritt spürte sie nicht nur den Schrittriemen zwischen ihren Beinen reiben, was sie an sich schon in den Wahnsinn trieb. Nein! Bei jedem Schritt übersetzte sich auch noch die Energie ihres Schrittriemens in einen leichten Zug an ihren Brüsten und an ihren Haaren.

 

Anna stellte sich vor, wie lächerlich sie nun aussehen musste, und das Gefühl der Demütigung jagte ihr wohlige Schauer über den Leib. Sie vertrieben Maike vom Sofa, Claudia und Laura nahmen Platz. Ellen gab Anna durch einen Druck auf ihre Schultern zu verstehen, dass sie sich vor ihren Mitschülerinnen niederknien solle, dann nahm Ellen zwischen ihren beiden Freundinnen Platz. „Wir haben dich so schön hergerichtet“, sagte Laura. „Da ist es doch nur fair, wenn du dich angemessen revanchierst!“ Mit diesen Worten machte Laura ihre Möse frei. Vorsichtig beugte sich Anna in Position, nahm das Aroma der jungen Frau auf, da verlor Laura die Geduld. Sie umfasste Annas Kopf mit beiden Händen und drückte Anna gegen ihre Möse. Die nächste Stunde war Anna damit beschäftigt, ihre Mitschülerinnen zu befriedigen…

 

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Stella Janssen hatte ihre Augen geschlossen und genoss die Liebkosungen ihres Mannes. Ihre Hände hatte sie hinter ihren Kopf geschoben, während sie ihren Körper genießerisch seinen Händen und seinem Mund entgegenstreckte. Wie sie diesen Mann liebte, der sie besser zu kennen schien als sie sich selbst. Wie wohl sie sich doch bei ihm fühlte! Alle Sorgen fielen von ihr ab, wenn er nur bei ihr war. Er hatte sie verwöhnt, seitdem sie am Freitagabend abgehetzt nach Hause gekommen war. „Wieviele Wochen noch?“, hatte er sie gefragt. „Fünf“, hatte sie müde, geradezu resigniert geantwortet. „Wir schaffen das.“ Sie hatte genickt.

 

Stella war froh, dass Eric sich beruhigt hatte. Sie wusste, dass er tief in seinem Inneren noch immer schäumte. Zu Recht, wie sie eingestehen musste. Aber er ließ sie seinen Ärger nicht spüren. Sie verstand diesen beherrschten Mann. Er wusste, dass nichts besser würde, wenn er sich jetzt an ihr abreagieren würde. Und dem stand auch seine Ethik entgegen, nie, aber auch niemals, etwas Unbeherrschtes zu tun. Er hatte etwas gesagt, das sie wegen ihrer Geistesabwesenheit nicht verstanden hatte. Seine Gesicht tauchte in ihrem Blickfeld auf. Sie sah an seinen Augen, dass er sich Sorgen um sie machte. „Dein Handy schellt. Ich hab ein ganz schlechtes Gefühl. Ich glaube, du solltest dran gehen.“

 

Bei jedem anderen Mann hätte Stella laut gelacht, aber sie respektierte Erics Intuition. Sie nahm ihr Handy, das er ihr reichte, und sah aufs Display. Wäre es eine unbekannte Nummer gewesen, hätte Stella vielleicht doch noch diskutiert, aber auf dem Display stand Maikes Name. Sie hatte ihre Telefonnummer in der letzten Woche gespeichert. Die Miene der Lehrerin verdüsterte sich augenblicklich. Maike würde sie nicht ohne triftigen Grund mitten in der Nacht anrufen. Es musste etwas vorgefallen sein.

 

Sie schaltete ihr Smartphone auf Lautsprecher und hörte die Stimme der Schülerin: „Hallo Frau Janssen, dies ist eine aufgezeichnete Nachricht. Anna und ich sind heute Abend bei Laura eingeladen. Und ich glaube, dass sie und ihre Freundinnen versuchen werden, Anna,… also sie wissen schon, etwas mit Anna zu… tun.“ Stella wurde augenblicklich hellwach. Das durfte doch nicht wahr sein. „Klamotten!“, zischte sie ihrem Mann zu während sie weiterhörte. „Diese Nachricht ist als Sicherung gedacht. Bitte rufen sie mich zurück, und wenn ich nicht dran gehe, dann sind wir vermutlich immer noch bei Laura, Kastanienallee 28.“

 

Stella war schon halb angezogen, als sie die Rückruftaste drückte. Während sie das Klingelzeichen von Maikes Handys hörte, sah sie aus den Augenwinkeln, dass auch Eric sich anzog. Er beantwortete ihren fragenden Blick: „Du glaubst doch nicht, dass ich dich alleine fahren lassen!“ Sie sah ihn dankbar an. Als Stella Maikes Mailbox wegdrückte, hatte Eric sie in die Arme genommen. „Ich sehe auch die gute Seite an diesem Drama“, meinte er trocken. „Wenn wir das hier überstanden haben, brauche ich in diesem Leben nie wieder einen Vorwand um dir den Hintern zu versohlen.“ Dann grinste er sie an – und sie grinste zurück. Egal, was sie auch bei Laura erwartete, sie würden das zusammen durchstehen.

 

Er hatte sich die Autoschlüssel geschnappt. Sie hatte ihm auf der Fahrt zur Kastanienallee alles erzählt, was sie über diese Situation wusste. „Das klingt nicht gut“, sagte er ernst. „Ich weiß“, meinte sie tonlos. Nach etwas weniger als einer Viertelstunde stand sein schwerer Geländewagen vor dem Zugangstor. Er drückte den Knopf der Schelle so lange, bis sich endlich die Stimme einer jungen Frau meldete. Er blickte direkt in die Kamera, holte tief Luft und gebrauchte das tiefste, dominanteste Register seiner Stimme. „Ich bin Frau Janssens Fahrer. Wir sind hier um Maike und Anna abzuholen.“ Als sie zu einer Entgegnung ansetzen wollte, schnitt er ihr sofort das Wort ab. „Ich fahre einen schweren, gepanzerten Geländewagen, und ich habe eine Scheißlaune. Wenn du deinen Eltern nicht genau erklären willst, warum ich ihr Zugangstor umgepflügt habe, machst du jetzt auf!“ Seine Stimme grollte wie Donner. Sofort öffnete sich das Tor. „Geht doch!“, sagte er grinsend zu Stella, die in diesem Moment so froh war, diese Urgewalt eines Mannes dabei zu haben.

 

Schnell überbrückten sie…

 

 

Anna sah auf ihre Uhr. Scheiße! Sie hatte doch tatsächlich ihren Bus verschwitzt. Der nächste würde erst in einer Stunde fahren. Mist! Mist! Mist! Sie kramte ihr Handy hervor und rief Maike an. „Kein Problem! “, meinte diese nur. „Ich regle das. Schau dass du um halb vor der Tür stehst. Ich schicke dir jemanden vorbei. “ „Äh. Ok? Aber ich will euch keine Umstände machen“, meinte Anna kleinlaut. „Machst du Witze?!“, brach es aus Maike heraus. „Du machst uns keine Umstände, du hilfst mir verdammt nochmal durchs Abi!“ Und nach einer kurzen Pause: „Und außerdem mögen meine Eltern dich mehr als mich!“ Anna wollte schon protestieren, als sie Maikes glucksendes Lachen hörte.

 

Pünktlich um halb stand Anna also draußen vor dem Haus und wartete. Und zwei Minuten später fuhr der blaue BMW von Annas Eltern vor. Erst im letzten Moment erkannte sie, dass Marc, Maikes großer Bruder, das Auto steuerte. „Oh Nein!“, dachte sie. „Bitte nicht!“ Sofort wurde ihre Kehle trocken, und ihre Beine schienen sich in Wackelpudding zu verwandeln. Das konnte doch nicht wahr sein. „Reiß dich zusammen, du Suppenhuhn!“, schrie sie sich in Gedanken selbst an. Mit schier übermenschlicher Willensanstrengung drückte sie ihren Rücken durch. Sie würde sich vor diesem Schnösel keine Blöße geben.

 

Das Blöde war nur, dass dieser Schnösel so ein sympathisches Lächeln hatte. „Sorry, dass du extra für mich kommen musstest“, meinte sie kleinlaut. „Mach keine Witze! Das ist wirklich nichts, und außerdem…“, er senkte verschwörerisch die Stimme, „… mag ich meine Schwester. Sag‘s ihr nicht! Sie würde dieses Wissen missbrauchen.“ Anna lachte lauthals. „Wie geht’s dir eigentlich?“, fragte er sie freundlich. „Sehr gut“, sagte sie leise lächelnd. Froh, dass ihre Stimme ihr immer noch gehorchte. „Und dir?“ „Super!“, meinte er. Und schnell entspann ein sehr angenehmes Gespräch zwischen ihnen. An einer roten Ampel drehte er sich ihr zu. „Ist wieder alles gut zwischen uns?“, fragte er sie ernst. „Wieso?“, fragte sie verblüfft zurück. „Letztes Mal als wir uns gesehen haben, hast du kein Wort rausgebracht“, stellte er fest. „Und ich habe mich gefragt, ob Maike was über mich erzählt hat…“ Die Ampel sprang auf grün, und Marc musste sich wieder auf den Verkehr konzentrieren. Anna war kurz sprachlos. Konnte es sein, dass er wirklich nicht den Hauch einer Ahnung hatte? Wie nur konnte sie jemanden auf Abstand halten, der so süß war?

 

Noch bevor sie die Haustür erreichte, wurde sie durch Maike geöffnet. Sie küssten sich zur Begrüßung auf die Wange. „Hätte ich gewusst, dass euer Chauffeur so appetitlich ist, hätte ich schon öfter den Bus verpasst!“, sagte Anna zwinkernd. „Das ist mein Bruder!“ „Na und?!“

 

Die beiden Freundinnen hatten sich bis zum gemeinsamen Abendessen viel zu erzählen. Anna war ein klein wenig enttäuscht, dass Marc nicht mit ihnen und den Eltern aß. Aber vermutlich war das auch besser so.

 

Nach dem Abendessen zogen sie sich in Maikes Zimmer zurück, und mit einer Engelsgeduld erklärte Anna ihrer Freundin immer und immer wieder die Konjugation des passé composé. Es war bereits Viertel vor elf, als sie endlich die Bücher aus den Händen legten. Maike bedeutete ihrer besten Freundin zu warten. Schnell huschte sie aus dem Zimmer, um nach kurzer Zeit mit einer Tüte Chips und einer Flasche Rotwein mit zwei Gläsern zurückzukehren. Sie machten es sich auf Maikes kleiner Couch gemütlich. Es war natürlich Maike, die den ersten Schritt machte. Sie zog ihre Beine hoch und ließ sich sachte seitwärts sinken, bis ihr Kopf in Annas Schoß ruhte. „Und, wie geht’s dir wirklich?“, fragte Maike ihre Freundin. „Ziemlich gut.“ „Ziemlich?!“ „Ich habe deine Nähe vermisst“, gab Anna zu. „Du solltest dir wirklich einen Freund nehmen. Ich kann dir versichern, dass sie ‚Nähe‘ können.“ Sie gluckste leise. „Bei Manchen ist ‚Nähe‘ auch das Einzige was sie wirklich können. “ „Ich will keinen Freund. Nicht jetzt. Nicht drei Wochen vor dem Abi.“ „Denk nochmal drüber nach. Jetzt ist eigentlich der beste Zeitpunkt!“ Anna sah sie mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und schlecht verhohlenem Ärger an. „Jetzt hast du die perfekte Ausrede, um es langsam angehen zu lassen. Fünf Wochen, in denen du den Kerl nur an dich heranlassen musst, wenn du wirklich willst.“ „Wenn ich mich überwinden muss, um jemanden an mich heranzulassen, wozu brauch ich dann überhaupt einen Freund?“, fragte Anna indigniert. „Ach, so hab‘ ich’s nicht gemeint. Kerle haben meistens verdammt gute Argumente, um sie an dich ran zu lassen.“ Maike lächelte hintergründig „Aber manchmal nerven sie halt auch. Ich will also nur sagen, äh… du hättest jetzt mal fünf Wochen äh… Genuss ohne Reue.“ „Jaja… Ich denke drüber nach“, sagte Anna in einem Tonfall, der unmissverständlich deutlich machen sollte, dass das Thema mindestens für heute gegessen war.

 

„Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du überhaupt nicht auf Kerle stehst.“ Ein kurzer Moment der Stille legte sich auf die beiden Schülerinnen. „Aber zum Glück gibt’s da ja noch meinen Bruder “, sagte Maike grinsend. „Jaja… lach du nur!“, antwortete Anna, der es sichtlich schwerfiel, beim Gedanken an Marcs Lächeln ernst zu bleiben. „Immer noch verknallt?“, fragte Maike. „Ich glaube schon“, sagte Anna freimütig. „Zum Glück hat er keinerlei Peilung davon.“ „Ach, das haben sie nie “, meinte Maike. „Das sind halt unsere Jungs. Wenn du sie nicht gegen die Wand drückst und sie zu einem Zungenkuss zwingst, peilen sie nie, dass du dich für sie interessierst.“ Maike lachte laut auf, als sie Annas schockiertes Gesicht sah. „Komm schon… ein kleiner Scherz!“

 

Dann schwiegen sie eine Zeit lang. Ein Lächeln legte sich auf Annas Lippen. „Was denkst du?“, fragte Maike. „Ach nur so ein Gedanke… Freunde sind zwei Menschen, die sich eine halbe Stunde anschweigen können, ohne sich schlecht zu fühlen.“ Maike grinste. „Ja. Das passt.“

 

„Ich weiß nur nicht, ob die Jungs etwas für mich sind“, sagte Anna schließlich. Maike sah sie aufmerksam an, unterbrach sie aber nicht. „Sie mögen ja süß und schnuckelig und einige bestimmte auch verdammt sexy in ihrer Schnuckeligkeit sein… Aber was, wenn ich’s nicht schnuckelig mag?“ „Jetzt wird’s interessant“, kommentierte Maike. Sie wartete geduldig, bis Anna wieder von selbst anfing zu erzählen. „Weißt du, ich hab da so Fantasien.“ „Uh! Fantasien! Jetzt wird’s so RICHTIG spannend.“ Maike jubelte. Anna grinste verlegen, erzählte aber nicht weiter. „Ach komm schon! Du musst echt nicht verlegen sein. Also nicht mir gegenüber. Die Chance ist groß, dass ich deine Fantasie schon in die Tat umgesetzt habe“, sagte sie leichthin.

 

„Ich weiß nicht. Ich wünsche mir jemanden, der mir sagt, wo’s lang geht. Also WIRKLICH sagt, wo’s langgeht.“ „Ach SOLCHE Fantasien!“, meinte Maike grinsend. „Ich hab’s ausprobiert. War nicht wirklich mein Ding. Aber ´whatever get’s your boat floating´, wie der Franzose sagt.“ Maike grinste. Anna wusste auch nicht, warum sie so erleichtert war, sie hatte nicht ernsthaft befürchtet, dass Maike sie verurteilen würde. Sicher nicht Maike…

 

„Ich habe übrigens begonnen, meine Fantasien aufzuschreiben. Wenn du willst, schicke ich dir den Link.“ „Normalerweise lese ich ja nicht“, meinte Maike. „Aber wenn’s von dir ist, muss es gut sein.“, lächelte sie. Wieder fielen die beiden in ein langes Schweigen.

 

Auf einmal fiel Maike etwas ein. Sie richtete sich plötzlich auf und erschreckte Anna damit, die sich ein wenig weggeträumt hatte. „Ich glaube, ich habe noch etwas für dich.“ Sie riss die Tür eines ihrer Kleiderschränke auf, und nach einigem Kramen fand sie, was sie suchte. Sie brachte einen großen, schwarzen Stoffsack mit und begann, in ihm zu suchen. „Das ist mein Sack mit Spielzeug“, sagte sie, als sei so ein Sack die normalste Sache der Welt. „Ich hab nicht viel für dich…“ sie kramte weiter. „Ich hab‘ dir ja gesagt, dass das nichts für mich war…“, dann fischte sie das größte Klischee aus dem Sack, welches Anna sich vorstellen konnte – Handschellen mit pinkem Plüschüberzug. Anna kicherte leise. „Mehr Klischee ging nicht, hä?“ Maike grinste zurück. „Ich kauf das Zeug ja nicht selber, weisste, und Jungs sind manchmal schrecklich einfallslos“, sagte sie achselzuckend. Dann suchte sie noch etwas heraus. „Scheiße! Sind das Nippelklemmen?“, frage Anna fassungslos. „Ja, mir sind sie zu stark“, sagte Maike nüchtern. „Vielleicht sind sie ja was für dich.“

 

Anna nahm die beiden durch eine einfache Kette verbundenen Klammern in die Hände, betrachtete den schwarzen Gummiüberzug, der ihre zarten Knospen vor allzu hartem Biss der Klammern schützen würde. Sie stellte fest, dass diese Klammern kein Rädchen hatten, um die Stärke einzustellen. „Schade!“, dachte sie. Anna bedankte sich artig bei Maike und wollte die Gegenstände schon einstecken, doch Maike hielt sie zurück. „Bevor ich dir die Dinger schenke, will ich sicher sein, dass sie dir auch gefallen. Ich kann sie dann immer noch jemandem anders schenken.“ Anna sah ein verräterisches Glitzern in den Augen ihrer Freundin. Von einem Moment zum anderen schien alle Feuchtigkeit ihre Kehle verlassen zu haben, und mit rauer Stimme antwortete sie: „Ja, klar. Sicher! Ich muss sie wenigstens mal anprobieren!“ „So ist’s richtig!“

 

Es dauerte nicht lange, bis Anna, nur mit ihrer Pyjamahose bekleidet, auf Maikes Bett saß. Maike kniete sich hinter sie. Sanft zog Maike Annas Handgelenke hinter ihren Rücken, dann legte sie ihr sanft die Handschellen an. Anna hätte erwartet, dass der Plüschüberzug sie stören würde. Doch als sie spürte, wie die Handschellen sich langsam schlossen, sie gefangen nahmen und eine Welle Adrenalins sie überspülte, konnte sie an nichts anderes denken als an den Umstand, dass ihre Hände gefangen waren. Sie hatte das Gefühl, dass ihr gesamter Körper auf die Handschellen reagierte, dass sie aufmerksamer, aufgeweckter und, ja, erregbarer wurde. Sie hatte vor Aufregung Schmetterlinge im Bauch und das Gefühl, dass diese Schmetterlinge nur allzu gerne in ihre Muschi übersiedeln würden. Zwar wusste sie natürlich, dass sie diese Handschellen in jedem Moment selbst öffnen konnte, aber ihre Erregung machte es ihr einfach, das einfach für den Moment zu vergessen. Maike spürte die Veränderung in Anna sofort. „Das macht dich an?! Oder? Mein Gott, deine Nippel stehen ja stahlhart.“ Anna zog scharf die Luft ein als sie spürte, dass Maike mit ihren Händen über ihre Nippel strich, die Nippel zwischen ihre Finger nahm, in unregelmäßigen Abständen zudrückte, wieder von ihnen abließ, dann ihre ganze Brust liebkoste um dann wieder von vorne zu beginnen. „Bist du scharf?“, raunte Maike ihr ins Ohr. „Oh, ja“, kam sofort ihre tonlose Antwort. Sie spürte die vertraute feuchte Wärme zwischen ihren Beinen.

 

Anna schloss die Augen und genoss. Nur das Hier und Jetzt war wichtig. Die Handschellen an ihren Gelenken, Maikes Finger auf ihrer Haut und die Reaktion, die beides bei ihr hervorrief. Das herrlich flaue Gefühl in ihrer Magengrube, das herrliche Gefühl des ungewissen Abenteuers und die Wärme, ach was, Hitze zwischen ihren Beinen. Dieses Gefühl, dort zwischen ihren Beinen etwas zu wollen, nein, etwas zu brauchen. Dann kam dieser alles überlagernde Schmerz in ihrem rechten Nippel. Sie konnte nicht schweigen, sie musste etwas Druck herauslassen. Halblaut kam ein sehr hohes „uh“ aus ihr heraus, das zunehmend tonloser wurde. „Geht’s?!“, fragte Maike besorgt. Anna biss sich auf die Unterlippe und spürte, wie der Schmerz langsam nachließ, erträglich wurde. Sie nickte. Dann folgte auch schon die zweite Klammer. Sie konnte nicht genau sagen, ob sich ihr Körper bereits an den Schmerz gewöhnte, oder ob sie nur lernte, besser mit ihm umzugehen, aber diesmal brauchte sie nicht die Stimme zu erheben, ein leises Summen reichte aus. Sie konzentrierte sich darauf, ihre Atmung ruhig und regelmäßig zu halten. Schnell flaute der Schmerz ab, wurde sehr erträglich.

 

In dem Moment, in welchem der langsam abklingende Schmerz in ihren Brustwarzen Raum schuf, bemerkte sie leicht verwundert, dass ihr Körper scheinbar so gepolt war, dass eine direkte Verbindung zwischen ihren Brustwarzen und ihrem Schritt bestand. Sie war schon zuvor erregt gewesen, aber jetzt kam es ihr vor, als würde sie geradezu auslaufen. „Maike?“, ihre Stimme kam ihr heiser vor. „Ja?“ „Ich halte das nicht aus“, wisperte sie. „Oh sorry, sorry, sorry! Ich nehme sie dir sofort wieder ab!“ „Nein!“, fuhr Anna ihre Freundin hastig an. „Ich bin so geil…“, sie biss sich weiter auf die Unterlippe. „Bitte… tu was dagegen…“ Sie senkte ihre Augen. Ihr war das so unglaublich peinlich. „Ich kann nicht mehr!“, das klang geradezu verzweifelt.

 

„Ok. Ich schau mal, was sich machen lässt.“ Anna hätte ihrer Freundin am liebsten das blöde Grinsen aus dem Gesicht gewischt, aber mit ihren gefesselten Händen konnte sie ja nichts tun. Also beschränkte sie sich auf ein wackliges, zustimmendes Grunzen. Maike tauchte mit einem amüsierten, anzüglichen Grinsen und einem Dildo in ihrem Gesichtsfeld auf. Sie riss Anna die Pyjamahose vom Leib. Der wirre Gedanke überfiel sie, dass sie das Ding heute Nacht noch würde auswaschen müssen. „Ich glaube, ich brauche heute kein Gleitmittel.“ Maike lachte glucksend. „Verdammt mach schon!“, wollte Anna sagen. Es kam aber nichts verständliches aus ihrem Mund. Anna spürte, wie sich der Dildo endlich gegen sie presste. Sie ließ sich ganz langsam auf das Bett gleiten und drückte ihm ihren Unterleib entgegen, sodass sie beinahe in die Brücke ging. Dann erlöste Maike sie endlich mit einer Reihe ruckhafter Bewegungen.

 

Die nächsten Minuten erlebte sie wie in einem Rausch, als sie kurze Zeit später erschöpft in ihren Kissen lag, konnte sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern. Sie hatte das Gefühl, dass sich jeder einzelne Muskel in ihrem Körper verkrampfte und sich dann gleichzeitig löste. Sie hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren. Wie in Zeitlupe hatte sie wahrgenommen, dass Meike ihr die Klammern von den Nippeln genommen hatte, was die Erregungswellen in ihr kurzzeitig wieder angefacht hatte. Dann lag sie einfach nur noch schwer atmend in ihren Kissen, ihre Arme lagen seitlich ihres Körpers, so als handelte es sich um Fremdkörper. Anna spürte den Plüschüberzug der Handschellen ihren Bauch kitzeln, hatte aber nicht die Kraft, etwas dagegen zu tun. Jedes Quentchen Energie hatte sie verlassen, selbst Denken war unmöglich. Nur das Gefühl tiefer Zufriedenheit erfüllte sie, und sie kostete es aus.

 

„Anna, wie geht’s dir?“, hörte sie Maikes Stimme aus der Ferne. „Oh“, war alles, was sie antworten konnte. „Ein durchschlagender Erfolg?“ „Ohoh...“ Anna hoffte, dass ihr Befehl zu nicken die betreffenden Muskeln erreicht hatte. „Irgendwie glaube ich nicht, dass du dich heute Nacht noch revanchieren wirst.“ „Oh.“ „Das macht nichts“, grinste Maike „Mannomann! Was für eine Show! Du solltest dafür Eintritt verlangen.“ „Hmmm?“

 

In jener Nacht schlief Anna wie ein Baby.

 

Anna war froh, als sie sich am Sonntagnachmittag in ihr Zimmer zurückziehen konnte. Sie brauchte einfach Ruhe. Während ihr PC startete, versteckte sie die Gegenstände, die Maike ihr geschenkt hatte. Sie putzte zwar schon lange ihr Zimmer selber, aber diese Sachen in voller Sicht liegen zu lassen schien ihr keine gute Idee zu sein. Sie setzte sich an ihren PC. Sie hatte sich vorgenommen, den nächsten Teil ihrer Geschichte noch an diesem Tag fertigzustellen. Sie versuchte, sich daran zu erinnern, wo sie das letzte Mal aufgehört hatte. Ah ja:
 

 

Schnell überbrückten sie…
 

 

Sie lächelte in sich hinein. Der Gedanke an die letzte Nacht verschaffte ihr immer noch ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. In dieser Stimmung würde es gar nicht so einfach sein zu schreiben, was sie jetzt schreiben musste. Sie lächelte glücklich. „Ach was soll’s – los geht’s!“, dachte sie sich.

 

 

Schnell überbrückten sie die kurze Distanz zwischen Tor und dem großen Herrenhaus. Stella hastete aus dem Auto und stürmte auf das Haus zu. Die Tür öffnete sich, Maike… „Frau Janssen! Gott sei Dank!“ Stella sprintete an der Schülerin vorbei. Sie würde sich später um sie kümmern. Instinktiv wusste sie genau, wohin sie musste. Sie brach wie eine Furie ins Wohnzimmer. Mit einem Blick erfasste sie die Situation. Vor einer breiten Couch kniete ein Häufchen Elend. Anna! Ellen hatte einen Arm um sie gelegt und redete tröstend auf sie ein. Stella konnte die roten Spuren einer Seilfesselung auf der bleichen Haut der Schülerin erkennen. Bei näherer Betrachtung traute sie ihren Augen kaum. Hatten Annas Brüste etwa eine leichte Verfärbung? Verdammt, die hatten doch nicht…

 

Erst in diesem Moment bemerkte Stella „die Hausherrin“, die sich in einer der hinteren Ecken unsichtbar zu machen versuchte. Dann bemerkte sie aus dem Augenwinkel, wie Claudia verstohlen ihr Smartphone wegsteckte. In diesem Moment wurde Stella alles klar. Die Drei hatten ihre Schandtaten auch noch gefilmt…

 

Stella explodierte. Nicht im Sinne von nörgeln, zetern oder schimpfen. Nein! Sie explodierte wirklich. Alles brach auf einmal aus ihr heraus. Die Angst vor Entdeckung, der Druck, der auf ihr lastete, diese gesamte Chose ohne Verluste zu Ende zu bringen, die Frustration, dass ihre Schüler scheinbar so gar nichts nützliches aus ihren Lektionen gelernt hatte, und die Wut darüber, dass sie dieses Haus weder abfackeln oder anderweitig in Schutt in Asche legen konnte, wie sie Lust hatte.

 

Stella schrie. Es war egal, dass sie dabei Speichel spuckte. Stella schrie. Es war egal, dass sich ihre Stimme dermaßen überschlug, dass kaum ein Wort verständlich war. Stella schrie. Es war egal, dass ein roter Schleier ihre Sicht behindert hatte. Sie schrie und schrie und schrie… und es tat so gut.

 

Stella hörte erst wieder auf zu schreien, als sich ein schwerer Arm auf ihre Schulter legte. Instinktiv wusste sie, dass es Erics war. Eric sammelte die Smartphones aller Beteiligten ein. Eric half Maike, Anna in ihre Kleidung zu stecken. Eric brachte die beiden auf dem Rücksitz des schweren SUVs unter, während Stella Laura und ihre Spießgesellinnen nur mit einem vernichtenden Blick aus ansonsten leeren Augen ansah. Als sie hörte, wie draußen das Auto angelassen wurde, ging Stella. Allerdings nicht ohne in leiser, drohender Stimme „bis Montag“ zu sagen.

 

Stella sprang zu den beiden Mädchen auf den Rücksitz. Prüfend ließ sie ihre Finger über die Gliedmaßen der Schülerin gleiten. Sie waren kalt. So verdammt kalt! Sie begann über Annas Arme und Beine zu reiben. Versuchte wieder Leben in die Schülerin zu bringen. Mit knappen Worten wies sie Maike an es ihr gleich zu tun. „Wo soll ich hinfahren“, fragte Eric. „Zu uns nach Hause so kann ich keine Schülerin irgendwo abliefern“, antwortete die Lehrerin. „Anna schau mich an!“, befahl die Lehrerin harsch. Sie ahnte, dass etwas anderes als harsche Befehle nicht zu Anna durchdringen würden. Erst als die junge Schülerin die Augen öffnete, sah Stella, wie schlecht es um sie bestellt war. „Subdrop?“, fragte Eric von vorne. „Subdrop, heftig“, antwortete sie nüchtern. „Wie heftig?“ „Dehydriert, unterzuckert, unterkühlt. Das volle Programm.“ „Oh verdammt“, fluchte Eric durch zusammengebissene Zähne. „Und das ist nur der körperliche Teil, fürchte ich.“

 

Schweigend fuhren sie durch die Nacht, bis sie zu dem Haus kamen, das Stella Janssen mit ihrem Lebensgefährten und Dom bewohnten. Eric hielt so heftig in der Ausfahrt, dass die Kieselsteine spritzten. Sprang aus dem Auto, zerrte beinahe die überraschte Maike aus dem Auto und griff Anna. Regungslos hing sie in seinen Armen, als er sie ins Haus trug. Er brachte sie schnurstracks in ihr Gästezimmer. Er zog ihr die kalten Kleider vom Leib und legte sie ins Bett. Währenddessen zog sich Stella bis auf die Unterwäsche aus und kroch zur Schülerin und ging sofort in Löffelchenstellung, um die Schülerin so schnell wie möglich aufzuwärmen.

 

Eric drehte sich um. Erst jetzt fiel ihm Maike auf, die sichtlich geschockt im Türrahmen stand und immer wieder nur „What the fuck…“ murmelte. Eric hatte jetzt keine Zeit für diese Kleine. „Komm mit!“, fuhr er sie barsch an. Griff ihr Handgelenk und zerrte sie mit sich. Erst jetzt wurde Maike wieder wach. „Was soll das?! Lass meine Hand los!“ Eric stoppte brüsk, ließ sie auflaufen, drehe sich zu ihr herum und sah ihr tief in die Augen. „Hör auf zu zicken. Hilf mir! Für deine Freundin!“ Maike klappte ihren Mund zu. Eric sah, dass sie den Ernst der Lage begriffen hatte und ließ ihre Hand los. Die Kleine folgte ihm jetzt freiwillig. Er ging großen Schrittes in die Küche. „Deine Freundin ist unterkühlt, darum kümmert sich Stella. Deine Freundin ist unterzuckert, darum kümmere ich mich jetzt. Deine Freundin ist dehydriert…“, er kramte in der Küchenzeile herum, bis er fand was er suchte. Erst dachte er ein paar Halbliterflaschen stilles Wasser aus dem Pack zu zerren, gab das Unterfangen aber schnell auf. Er nahm das ganze Paket, es mochten wohl noch acht Flaschen darin stecken und drückte es Maike in die Arme.

 

Geh damit zu Anna. Lass sie trinken. Wenn sie nicht will, zwing sie! Ein Nein ist keine Option.“ Er drehte sich demonstrativ zur Küchenzeile. Gab ihr zu verstehen, dass sie jetzt gefälligst tun sollte, was er ihr aufgetragen hatte. Eric riss wütend eines der Küchenschränkchen auf und fand, was er suchte. Ein Päckchen seiner Lieblingsschokolade. „Cote D’or“. Diesmal nicht Noir de Noir… zu wenig Zucker. Die Milchschokolade war jetzt genau das richtige. Er ging zum Kühlschrank und fand die Milch. Innerhalb weniger Minuten hatte er einen knappen Liter Kakao fertig. Er prüfte die Wärme der Flüssigkeit vorsichtig mit dem kleinen Finger. Warm, nicht zu heiß. Er füllte die Flüssigkeit in eine Thermoskanne, schnappte sich eine Tasse und stiefelte zurück zum Gästezimmer. Wo Maike gerade dabei war, am Kopf ihrer Freundin kniend, die zweite Halbeliterflasche zu öffnen, um damit zu beginnen sie ihr sanft aber sehr bestimmt einzuflößen. Er setzte sich zu den Beiden, etwa dreißig Zentimeter von der anderen Seite von Annas Kopf entfernt. „Guter Mann!“, brummte er der anderen Schülerin zu, deren Name er immer noch nicht kannte. Er hätte beinahe „braves Mädchen“ gesagt. Aber das war anderen Situationen vorbehalten.

 

Er suchte und er fand Blickkontakt mit seiner Freundin. Er brauchte die Frage gar nicht erst zu stellen. „Das wird wieder. Ich habe sie beinahe warm.“ Eric nickte. Während der nächsten halben Stunde flößten Maike und Eric Anna immer wieder abwechselnd einen Schluck Wasser und einen Schluck Kakao ein, bis seine Thermoskanne leer war. Dann holte er einen Eimer. Das war eine verdammt große Menge Flüssigkeit, den sie der Kleinen da zugemutet hatten. Auch wenn er davon überzeugt war, dass ihr Körper das Wasser aufsaugen würde wie ein Schwamm, wollte er kein Risiko eingehen. Es konnte sein, dass sie das Zeug nicht für sich behielt.

 

Anna begann leise zu wimmern und zu weinen. Maike machte sich sichtbar Sorgen. „Sie weint“, stellte Eric das offensichtliche fest. „Das ist ein gutes Zeichen. Sie fängt an die Scheiße zu verarbeiten.“ „Eric, können wir Plätze tauschen?“, fragte Stella. „Ich muss mich dringend um die verdammten Videos kümmern. Eric fluchte. Wenn das rauskam, er zusammen mit einer Schülerin im Gästebett seines Anwesens. Er wäre geliefert. Aber er hatte keine Wahl. Stella musste die Videos einfangen sonst waren sie auch so geliefert. Also zog er nur sein Sweatshirt aus, alles andere behielt er an, und legte sich auf den Platz, den seine Freundin frei gemacht hatte.

 

Stella schnappte sich Maike und zog sie mit sich. „Was macht er jetzt mit Anna?“, fragte die Schülerin verdutzt und ein klein wenig misstrauisch. Stella ignorierte den misstrauischen Unterton in der Stimme der Schülerin, auch wenn er sie wütend machte. Sie taten hier nichts anderes, als ihrer Freundin zu helfen. Konnte sie da nicht ein kleines bisschen dankbarer sein? Sie atmete tief durch. Sie erinnerte sich selbst daran, dass die Schülerin es ja schließlich kaum besser wissen konnte und zuckte demonstrativ mit der Schulter. „Das gleiche wie ich. Er hält sie fest, wärmt sie. Gibt ihr Nähe und Zuwendung, damit sie merkt, dass jetzt alles wieder in Ordnung ist.“ Und fügte dann kühl hinzu: „Damit ich die verdammte Sauerei aufräumen kann, die ihr mir hinterlassen habt. “

 

Sie brauchte eine halbe Stunde um festzustellen, dass nur Claudia gefilmt hatte. Und eine weitere halbe Stunde um festzustellen, wem die blöde Kuh Videos geschickt hatte. Sie hatte eine Liste mit 11 Namen von denen sie bereits zwei Handys konfisziert hatte. Sie schickte sich selbst eine Kopie, dann löschte sie die Kopien auf Lauras und Ellens Handys. Dann rief sie Jonas an. Er meldete sich verschlafen. Es war drei Uhr in der Nacht. „Du hast gerade von Claudia ein paar Videos gesendet bekommen. Hast du sie schon gesehen? “ „Nein“, antwortete er mürrisch. „Ok. Du löschst sie sofort, ohne sie anzusehen. Hörst du?!“ Nach einigen Sekunden hörte sie „done.“ „Okay. Ich gebe dir jetzt eine Liste von 6 Mitschülern. Du holst die aus dem Bett, lässt dir deren Handys zeigen und löschst die Videos auf deren Handys. Dann kontrollierst du, ob sie die Videos schon weiterverbreitet haben!“

 

Geht’s noch?!“, fragte der Schüler von dem Kommandoton der Lehrerin genervt. „Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist? Was soll der Scheiß?!“ „Wenn dir Anna etwas wert ist, dann tust du, was ich dir sage. Die Videos könnten sie zerstören.“ „Anna?!“ Jonas war sofort hellwach. Stella grinste. Sie hatte vermutet, dass dieser Dom im Werden Gefühle für diese Übersubmissive haben würde. Das konnte kaum anders sein. „Okay. Geben sie mir die Liste. Ich mach mich sofort auf den Weg!“ Stella konnte am Telefon hören, wie sich Jonas schleunigst fertig machte. „Es geht doch nichts über die geeignete Motivation“, dachte die Lehrerin grinsend und nannte ihm die sechs Namen. Sie war sich sicher, dass er dieses Problem lösen würde.

 

Draußen dämmerte es bereits, als sie Maike auf dem Sofa schlafen legte. Die Arme hatte ihr Bestes getan, hatte Schuldgefühle und war schlichtweg am Ende, dachte Stella, als sie die Schülerin zudeckte. Im Gästezimmer fand sie Anna vor, wie sie eng an ihren Mann geschmiegt leise vor sich hin flennte, während Eric ihr immer wieder beruhigende Worte in ihr Ohr flüsterte. Stella wusste, dass das Gefühl der Eifersucht, welches sie auf einmal überkam, ungerechtfertigt und total überzogen war. Aber sie konnte da gerade nichts gegen tun.

 

In den nächsten Stunden wechselten sich die beiden Erwachsenen immer wieder ab. Ließen Anna keinen Moment allein. Erst als die Sonne schon aufgegangen war, fiel die Schülerin in einen tiefen Schlaf. Sie brauchten ihren ganzen Sonntag, um die beiden Schülerinnen wieder so weit aufzubauen, dass sie sich trauten, sie bei ihren Eltern abzusetzen.

 

Sie setzten Anna und Maike bei Maike ab. Sobald die beiden im Haus verschwunden waren, konnte Stella ihre Tränen nicht länger zurückhalten.

 

Stella sparte sich Floskeln, wie „schön, dass ihr alle kommen konntet.“ Sie sah ihre Pappenheimer einfach nur der Reihe nach an. Da war Anna. Immer noch ein Häufchen Elend. Vermutlich fragte sie sich inzwischen, welcher Teufel sie geritten hatte, sich auf so einen Höllenritt einzulassen. „Hormone! Scheißhormone!“, hätte Stella Janssen sie am liebsten angeschrien. An ihren Seiten saßen Ellen und Maike, die sich rührend um sie kümmerten. Da war Laura, die betreten zu Boden sah und vermutlich ernste Schuldgefühle hatte – zu Recht. Da war Claudia, die sie aus blöden Kuhaugen anstarrte, vermutlich zu dumm, um den Ernst ihrer Verfehlung auch nur ansatzweise zu begreifen und einfach nur ihr Smartphone zurückhaben wollte. Und da war Jonas. Der mit der Sache eigentlich nichts zu tun hatte, aber geholfen hatte, das Ausmaß dieses Desasters zu begrenzen.

 

Ich kann gar nicht sagen, wie enttäuscht, frustriert und wütend ich auf euch bin“, donnerte die Lehrerin los. Alle blickten zu Boden. „Ich habe sowas von keine Lust mehr!“, schrie sie. Sie ließ ihrem Ärger freien Lauf. Immerhin war ihre Wut nach 48 Stunden bereits so weit abgekühlt, dass ihre Tiraden diesmal verständlich blieben. Wie hatte sich Anna in so eine Gefahr bringen können? Sie konnte sich doch noch nicht von jedem Dahergekommenen dominieren lassen! Das hätte alles im Krankenhaus enden können! Wie hatte sie nur so verantwortungslos sein können? Für die drei hatte sie dagegen nur eine einzige Frage: „Tickt ihr noch ganz sauber?!“

 

Tickt ihr noch ganz sauber?! So eine Scheiße abzuziehen?“ „Tickt ihr noch ganz sauber?! Einfach mal was abzubinden?!“ „Tickt ihr noch ganz sauber?! Eine Panikattacke auszulösen?!“ „Tickt ihr noch ganz sauber?! Danach auch noch weiter zu machen?!“ „Tickt ihr noch ganz sauber?! Anna in diesen Zustand zu versetzen?! Und…“ ihre Stimme wurde jetzt ganz tief, „euren gesammelten Scheiß auch noch zu filmen?!“ Das letzte hatte sie herausgeschrien. Genau in Claudias Richtung. Stella hatte inzwischen begriffen, dass nur diese Kuh gefilmt hatte. Mit einem Hauch von Zufriedenheit registrierte sie, wie nun auch Claudia zusammenzuckte, wohl weil ihr dämmerte, dass auch sie etwas verbockt hatte. „Anna nur zu zerstören hat dir wohl nicht gereicht?! Nein, du musstest das auch noch filmen!“, schrie die Lehrerin Claudia an. „Und die Filme auch noch an die halbe Klasse schicken?!“ Ihre Stimme wurde leise. „Du bist das Letzte! Hast du eine Ahnung, wie lange Jonas gestern damit beschäftigt war, von Haus zu Haus zu fahren und die ganzen Kopien zu löschen?!“ „Zum Glück haben deine Mitschüler mehr Verstand als du, Spatzenhirn! Keiner hat die Filme aufs Internet gesetzt oder weiter versendet. Du darfst deinem Herrgott dafür danken!“, schloss die Lehrerin kalt.

 

Sie sparte Maike bewusst von ihrer Schimpftirade aus. Sie wusste ganz genau, dass Anna auch ohne Maike gegangen wäre, und ohne ihre Intervention hätte das Ganze noch viel schlimmer ausgehen können. „Alle Kopien sind gelöscht. Bis auf eine. Ich habe da eine Spezialedition gemacht. Maike und Anna sind anonymisiert… ihr drei aber nicht. Wenn ihr nochmal sowas abzieht, oder Anna zu nahe kommt. Ich schwöre euch, ich liefere euch ans Messer!“ Die betroffenen Schülerinnen schluckten schwer.

 

Dann richtete sich Stella wieder an alle. „Unter diesen Umständen ist unser Experiment gestorben“, meinte sie nur. „Schaut euch Anna doch nur an!“ Nach einer kurzen Kunstpause fügte sie noch hinzu: „Und ich werde einen Teufel tun, euch dreien noch weitere Techniken zu lehren. Ihr könnt ja nicht mal richtig mit dem umgehen, was ihr schon kennt!“ Dann herrschte Stille, nur Anna weinte leise vor sich hin,„Aber ich will nicht, dass es aufhört.“ Wie von der Tarantel gestochen drehte sich Stella zu Anna um. „Bist du krank?!“, entfuhr es ihr, bevor sie sich fangen konnte. Das „willst du dich etwa noch mal von meinem Mann verarzten lassen?!“, schluckte sie hinunter. „Ich weiß nicht, was meine Grenzen sind. Ich weiß nicht, was ich tun kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, was ich wirklich mag. Ich weiß nur, dass ich mich nie wieder so schutzlos und ausgeliefert fühlen möchte wie am Samstag. Und ich weiß, dass ich lernen muss, mit dem hier zu leben.“ Die Schülerin schluchzte vernehmlich. „Frau Janssen… ich brauche sie. Das nächste Mal geht es vielleicht nicht so glimpflich aus. Ich muss lernen mit meiner…“, Anna kramte in ihrem Kopf nach dem richtigen Wort und fand nur einen inadäquaten Stellvertreter, „…Veranlagung klar zu kommen.“ Stella tat der bittere Ton, mit dem die Schülerin von ihrer „Veranlagung“ gesprochen hatte, beinahe physisch weh. Sie wollte, dass die Schülerin mit ihrem Wesen, mit ihrem Geschenk leben lernte.

 

Stella spürte, wie ihr eiserner Entschluss aufzuhören ins Wanken geriet. Sie spürte, wie aus Stella wieder Frau Janssen wurde. Sie konnte ihre Schülerin nicht im Stich lassen. Sie hatte es begonnen, sie musste das jetzt auch zu Ende bringen – auch wenn das Eric so gar nicht gefallen würde.

 

Die Lehrerin dachte nach. Dann sagte sie: „Am Freitag geht der Unterricht über Sicherheit. Über das dann folgende Wochenende will ich einen Aufsatz von 10 Seiten über das Thema von Anna, Maike, Ellen, Laura und Claudia. Wenn ich nach der Lektüre dieses Aufsatzes der Meinung bin, dass ihr eure Lektion gelernt habt, können wir vielleicht weiter machen. “ Alle nickten.

 

Als am Freitag der letzte Schüler ihre Klasse verlassen hatte, atmete Stella Janssen durch. Die meisten Schüler waren natürlich schwer enttäuscht gewesen, dass es keine Session gegeben hatte. Sie hatten aber begriffen, dass sie nach einem solchen Vorfall nicht einfach hatten weiter machen können.

 

Sie hatte sich zwei Stunden lang bemüht, ihren Schülern und insbesondere Anna die wichtigsten Sicherheitsgrundsätze einzuhämmern. Und der wichtigste davon lautete immer noch: „Wähle deinen Dom sorgfältig.“ Gleich gefolgt von „lieber keinen Dom, als einen schlechten.“ Dann hämmerte sie ihnen die Worte „aftercare“ und „subdrop“ ins Gehirn, gefolgt von einer Myriade wichtiger Sicherheitsprinzipien.

 

Ohne Hast stieg die Lehrerin die Treppe herunter und trat aus dem grauen Schulgebäude in die frische Frühlingssonne. Sie lächelte als sie Eric auf dem Parkplatz entdeckte. „Wie ist es gelaufen?“, fragte er. „Gut. Ich glaube sie haben diesmal wirklich was gelernt!“, sagte die Lehrerin mit einem Hauch ehrlicher Zuversicht. „Es geht doch nichts über eine gute Motivation“, lachte Eric.

 

Sie stiegen ins Auto. „Jetzt heißt es Abwarten auf die Aufsätze.“, sagte die Lehrerin. „Entschuldige, dass ich schwach geworden bin.“ „Ich habe nichts anderes erwartet.“, sagte ihr Mann ernst. „Und zugegeben – Diese Anna ist in ihrer unerfahrenen Naivität ganz schön putzig.“ Sie grinsten sich an.

 

Okay. Noch 4 Wochen.“, sagte sie als er anfuhr. „Das müsste doch eigentlich zu schaffen sein.“

 

Ende Teil 4

 

 

Anna war zufrieden mit diesem Teil. Sie las den Text noch einmal durch, bevor sie ihn auf www.bdsm-bibliothek.com einstellte. Als sie an die nächsten Wochen dachte, entfuhr ihr ein kleiner Seufzer. Sie würde wohl kaum viel Zeit zum Schreiben bekommen.

 

Ende Teil 5 ?

 

Ich bedanke mich bei meiner treuen Tomate für das Korrekturlesen und die vielen hilfreichen Anregungen und Kommentare. Er hatte mal wieder verdammt viel Arbeit mit mir :o) 

 

Alle verbliebenen Fehler gehen natürlich komplett auf meine Kappe.

 

Ich danke weiterhin allen, die mich mit ihren Ideen und Anregungen kontaktiert haben, auch wenn sie nicht mehr in Teil 5 einfließen konnten - ab Teil 6 habe ich einigen Ideen Rechnung getragen.

 

Die Geschichte ist zwar langsam halb erzählt - ich bin aber weiterhin offen für euren inhaltlichen Input. Ihr erreicht mich unter mmmgeschichten@gmail.com

 

Viele Grüße,

 

M.M.M.

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Kommentare

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Hallo MMM,

deine Geschichte ist wirklich gut. Ich habe sie bis hierher verschlungen, wenn ich das mal so sagen darf. Ich finde sie nicht nur einfach gut sondern sehr gut. Auch wenn ich glaube das du erst jetzt so richtig rein gefunden hast. Dieser Teil ist von allen, wie ich finde, der Beste.
Ich find´s super wie deine beiden Protagonisten sich über sehr reale Dinge Gedanken machen, z:B. wann weiter geschrieben wird, wo der beste Ansatzpunkt ist. Ich denke das kann jeder Autor nachempfinden. Aber auch wie Anna in der Geschichte der Geschichte an ihre Mutter denkt und all das, das hat mir sehr gut gefallen und mich sogar berührt, ähnliche Gedanken habe ich mir nämlich auch schon gemacht.

Was ich sehr schade fand, war das es keine so ausführliche Beschreibung mit den drei anderen Mädels gab. Ich muss gestehen am Anfang hat es mich voll gepackt so das ich kaum noch weg sehen konnte und wissen wollte wie es weiter geht, aber dann ist alles so aus dem Ruder gelaufen das hat mir selbst einen Dämpfer verpasst. Ich hätte trotzdem gerne mehr darüber gelesen. Aber irgendwie ohne das "böse" Ende halt.
Wie sich dann alles etwas regelt finde ich sehr gut, auch die Panik, Wut und Angst von Stella hast du gut rüber gebracht. Sie schreit halt einfach und ich denke das dies sehr nah an der Realität ist, auch wenn es eine Geschichte ist. 

Ich bin aber nicht nur gespannt darauf wie es in der Geschichte der Geschichte weiter geht, sondern natürlich auch wie die Hauptgeschichte weiter geht. Was mit Anna und Maikes Bruder vielleicht noch geschieht oder ob das eher was anders wird mit Anna und Maike... Tja ich lass mich da mal überraschen was da noch so aus deiner Feder kommt. Aber gespannt bin ich auf beide Fortsetzungen.

Lieben Gruß,
Sagira

 

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Bild des Benutzers mmmgeschichten

Einerseits fühle ich mich ein wenig schuldig, dass ich dir einen Dämpfer verpasst habe, andererseits war das genau die Absicht. Ich will mehr ups und downs probieren und die Leser mehr mitfiebern lassen.

Eigentlich müsste Teil 6 bereits online sein - In dem geht es wieder aufwärts, aber leider ist meine Treue Tomate momentan unp^¨asslich, sodass sich die Veröffentlichung dieses Teils weiter verspätet. Es war nicht die Absicht die Leser so lange im Down hängen zu lassen.

Grüße,

M.M.M.

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Bild des Benutzers SvenH

Probieren geht über studieren und in einer Gruppe, wo selbst "Feinde" noch halbwegs fair sind, erst Recht! Ich bin ehrlich. Das einzige was mir + meiner Freundin an der Geschichte nicht gefällt, ist die kursive Schrift. Wir hatten den Eindruck, dass sie halt schwerer für die Augen zu lesen ist. Aber vielleicht sind wir da die Aussnahme.

 

Ansonsten... Ich würde als Latain - Lehrrer mit Anna eine Klassen Exkursion in altes Schloß machen. Wo sie vielleicht was im Bus erlebt. Wo sie vielleicht was im Keller des Schloßes erlebt, was ihr auch im Nachschul  - Unterricht hilft...

 

Weiter so :-)

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Bild des Benutzers Felicia

... bezüglich des Erzählstils. Mir gefällt dein Experiment mit der „Geschichte“ in der „Geschichte“. Klar mag das Setting mit der Lehrerin, die ihren Schülern eine Einführung in Sachen BDSM gibt unrealistisch sein- aber mal abgesehen davon, dass Geschichten meiner Meinung nach sowieso „unrealistisch“ sein dürfen (dafür sind es eben nun mal Geschichten/Fantasien), finde ich es umso amüsanter, wenn deine Erzählweise dir hier ermöglicht, dass die Autorin Anna ihre eigene Geschichte teilweise kritisch hinterfragt :D du bekommst den switch zwischen Anna-Autorin und Anna-Nebengeschichte echt gut hin, in dem Fall stört mich auch die kursive Schrift nicht, weil man als Leser dadurch genau weiß, wann es um welche Story geht. Ich persönlich habe mich ja an einem kleinen Satz in deiner Geschichte aufgehalten, bei dem ich gespannt bin, ob darauf in den nächsten Teilen mehr eingegangen wird: da Anna-Nebengeschichte ja noch nichts mit Jungs hatte, vielleicht gibt sich da ja was mit dem angehenden Dom Jonas ;) ich warte gespannt und lasse auf jeden fall 6 sternchen da :)

Grüße Feli

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