Akte 9013 - Teil 05 - Ein Plan entsteht

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Ein Plan entsteht

Mia kommt mit einem Handtuch um den Körper und einem weiteren auf dem Kopf ins Wohnzimmer. Amelia sitzt wieder auf dem Sofa. Sie zeigt auf den Fleck, den Mia am Abend zuvor auf dem Fußboden hinterlassen hat. Angewidert holt Mia sich Putzzeug und beginnt ihre Hinterlassenschaften zu entfernen. Amelia schaut ihr dabei mit vom Ekel erregtem Gesicht zu.

Als Mia fertig ist, räumt sie die Putzutensilien weg. Sie schenkt sich einen Saft ein und betrachtet die Einschusslöcher in ihrem Mobiliar. Sie lässt ihre Augen über ihre Wand schreiten und liest die Titel der Zeitungsartikel.

>>Erzähl mir von dem Fall.<<, unterbricht Amelia die Stille.

>>Es ist nicht mehr mein Fall. Tobias, also, ich meine Herr Holte, hat jetzt die Leitung. Er geht davon aus, dass es ein Unfall gewesen ist. Fall abgeschlossen.<<

>>Das glaubst du doch selber nicht, oder?<<, hakt Amelia nach. >>Dein Tobias hat doch gar keine Ahnung vom dem was er tut. Nur weil du nicht im Dienst bist, heißt das doch lange noch nicht, dass du dich damit nicht beschäftigen darfst.<<

Mia schreitet in Gedanken vertieft durch das Zimmer. Amelia beobachtet sie.

>>Was ist los? Was bedrückt dich so?<<, fragt Amelia.

Mia zögert. Sie versucht ihre Gedanken zu ordnen. >>Warum bin ich die einzige, die das Handeln dieser Leute als pervers und abartig empfindet? Warum finden die anderen dies alles nicht komisch?<<, entgegnet Mia zaghaft. >>Tue ich irgendwem Unrecht? Habe ich etwas übersehen?<<

Amelia legt ihren Kopf schief und mustert Mia. >>Willst du eine ehrliche Antwort?<< Mia nickt und nimmt Amelia gegenüber platz.

>>Ich denke<<, fährt Amelia fort, >>du hast vergessen einen Punkt zu beleuchten. Du hast dich nie gefragt, warum deine Mutter das mit sich machen lassen hat. Vielleicht hat sie auch gar nichts mit sich machen lassen, sondern selber etwas gemacht.<<

>>Du glaubst doch nicht etwa, dass es Leute gibt die so ein Leben freiwillig wählen, oder?<<

>>Warum denn nicht? Der BDSM hält doch sogar schon Einzug in die Bestsellerlisten und steht bei jeder dritten Hausfrau im Bücherregal. Die Welt ist nicht so prüde wie es nach außen den Anschein erweckt.<<

>>BDSM?<<, fragt Mia sich versichernd. Amelia nickt.

Mia steht auf, nimmt sich ihren Laptop und setzt sich zu Amelia auf das Sofa. Zögernd gibt sie bdsm in die Suchmaske ihres Browsers ein und klickt auf Bilder. Ihr Blick wandert über die vielen Bilder in den Frauen und auch Männer teils gefesselt, teils unterwürfig in den verschiedensten Positionen abgelichtet sind. Mia betrachtet vor allem die schwarz-weiß Fotos. Sie sehen gut aus. Hoch professionell. Und in keinem Gesicht kann sie Angst oder Furcht lesen. Erregung. Das ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Hingabe, Lust und Spaß.

Mia klickt sich immer weiter durch das Netz. Plötzlich ist sie auf einer Website eines SM-Clubs: P&P-Club. Verwirrt betrachtet sie das Logo. Mia kennst es. Oft genug ist sie daran vorbei gefahren. Der Club liegt etwas außerhalb der Stadt in einem Industriegebiet. Sie hatte immer angenommen, dass es eine Disco sei.

Mia betrachtet die Bilder, die auf der Startseite von alleine als Diashow abgespielt werden. Ein neues Bild fliegt ein und Mia stockt der Atem. Konnte das sein? Auf dem Foto ist eine Frau in einem Lederoutfit zu sehen. Ihre Brüste hüpfen ihr fast aus dem vorne geschnürten Korsett. Auch wenn die Person ihr Gesicht mit einer Maske versteckte. Das Tattoo, hinter dem Ohr, welches in den Harren zu verschwinden versuchte, lies keine Fragen offen.

>>Das ist Andrea.<<, stieß Mia erschrocken hervor.

Mias Aufmerksamkeit stieg schlagartig an. Sie scrollte nur ein Stück nach unten und Blickte in weiter bekannte Gesichter. Unter dem Titel „Ruht in Frieden“ war ein Bild von Rieke und Chris. Beide sahen glücklich aus und lachten über beide Ohren. Rieke hatte nichts weiter als einen weißen Brautschleier am. Ihr Körper war überzogen von Striemen und roten bis blauen Flecken. Chris hatte einen Anzug an. Es sah fast wie ein Hochzeitsfoto aus. Bis auf, dass Rieke halt nackt war.

>>Andrea. Rieke. Chris. BDSM. Alles läuft in diesem Club zusammen. Das ist doch kein Zufall, oder? Andrea hat nicht erwähnt, dass sie sich persönlich kennen.<<

>>Nur weil sie im selben Club waren, heißt das doch nicht, dass sie sich kennen.<<, mischt Amelia sich ein.

>>Ich muss da hin.<<, murmelt Mia. >>Aber nicht als ich.<< Sie wirft wieder einen Blick auf die Slideshow. >>Ich gehe mit Maske. Ich gehe undercover.<<, verkündet sie stolz. Sie scheint von ihrem Plan überzeugt zu sein.

Amelia schüttelt unglaubwürdig den Kopf. >>Das meinte ich nicht damit als ich sagte, dass du weiter über den Fall nachdenken sollst. Ich halte das für eine blöde Idee. Und vor allem...<<, Amelia lacht spitz auf. >> was willst du denn bitte schön anziehen? In deinem Aufzug lassen die dich da ganz sicher nicht rein.<<

>>Los komm schon. Wir fahren einkaufen.<<, verkündet Mia fest entschlossen und beginnt sich etwas anzuziehen.

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Kommentare

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im Wiener Sicherheitsbuero anrufen und Major Kottan um Hilfe bitten. Der kennt sich aus und loest alle Faelle..... LG

Juliet

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