Agentur zur Vermittlung einer Eheherrin Teil 5

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Bad Langensalza, 1.12.2015 21 Uhr 30

 

Es waren kleine Schritte, die Jörg mit Irina gehen durfte. Vor eineinhalb Stunden hatte sie sich von ihm in das Wohnzimmer führen lassen, wo sie sich beide auf dem braunen Ledersofa ausgestreckt und in den Arm genommen hatten. Dort berührte er auch zum ersten Mal ihre mittelgroßen festen Brüste, entlockte ihr dabei ein verhaltenes Stöhnen und verhalf ihr durch vorsichtiges Streicheln eine tiefgreifende Entspannung. Es waren diese kleinen Zugeständnisse von ihr, die Jörg dazu mahnten geduldig zu sein. 

Seine Erektion schmerzte und fühlte sich unangenehm für ihn an, wurde aber von dem sanften Druck ihres Kopfes auf seiner rechten Schulter wieder gemindert. Vorsichtig streichelte er ihren Bauch, Arme und immer wieder auch mal die beiden so perfekt anmutenden Brüste.

Irina indessen bewegte sich kaum. Sie hatte ihre rechte Hand über seinen Bauchnabel gelegt, ein kleines Stück über den Bund seiner Jeanshose. Wie groß war sein Hoffen, dass sie Neugierde zeigte, doch bisher hatte er darauf vergebens gewartet. 

Sie lag einfach nur in seinen Arm, atmete ruhig und schien das Streicheln seiner Hände auf ihrer Haut zu genießen. Er musste lächeln, als er an ihre angespannte Muskulatur zurückdachte, mit der sie seiner ersten Erkundung ihres Oberkörpers begegnet war. Seine Hände waren zu einer Art Schlüssel geworden und hatten durch ein wenig Zärtlichkeit Vertrauen geschaffen, das sie für sich zulassen wollte. 

Wie oft hatte es in dem Leben der Russin solche Momente gegeben? Wie oft hatte sie die Haut eines anderen Menschen gefühlt? Welche Erfahrungen hatte sie bisher mit Männern gemacht? Es gab so viele offene Fragen, die er ihr so gerne gestellt hätte. Doch auch hier gab es eine Distanz zwischen ihnen, die nur mit Zeit und Geduld von ihm überbrückt werden konnte. 

War sie eingeschlafen? Er war sich nicht sicher und wartete einen Moment, bis er sich traute sie zu fragen. 

„Soll ich dich ins Bett bringen?“

Sie hob ihren Kopf an, blickte nachdenklich zu ihm auf und strich mit den Fingern ihrer rechten Hand liebevoll über seine Lippen. Es war ein schönes Gefühl, welches aber schnell an Intensität gewann und zu einem intensiven Kitzeln wurde. 

Er presste die Lippen aufeinander, wich ihren Fingern aus und grinste schließlich. Irina aber schien ihn ärgern zu wollen und so suchten ihre Fingerspitzen immer wieder den Anschluss zu seinen Lippen, um ihn weiter zu triezen. 

„Hey! Ärger mich nicht.“

Irina lachte, öffnete ihren Mund und zeigte ihm die beiden Reihen ihrer weißen Zähne. Sie rutschte ein wenig an ihm hoch, näherte sich mit ihrem Mund seinen Lippen und küsste ihn. Dabei konnte er ihre rechte Hand spüren, die auf seiner linken Wange zum liegen kam, über seine Gesichtshaut strich, dann auch über sein Kinn hinweg, hinunter zum Hals. Er fühlte ihre Fingernägel über seine Brust streichen, wie sie vorsichtig seine Nippel berührten und schließlich weiter zum Bauch wanderten. 

Jörg hielt die Luft an, als er einen Druck am Bund seiner Hose spürte, während die junge Russin, ihre Finger unter deren Stoff schob. Sie berührte mit einem die Vorhaut seines steifen Gliedes, hielt inne und schien auf seine Reaktion zu warten. Sofort hatte ihre Körperspannung wieder zugenommen, in Erwartung seiner Reaktion. Doch Jörg blieb ihr gegenüber besonnen und war dankbar darüber, dass sie ihm immer wieder einmal aufzeigte, wie sehr sie sich wünschte, ihm nahe zu sein. So fühlte er jetzt einen weiteren ihrer Finger, wie dieser den Schaft seines Penis erkundete, quälend langsam, aber deutlich für ihn zu spüren. 

Ihre Berührungsängste waren nach wie vor ein Thema für sie, aber dennoch wollte sie diese mit aller Gewalt überwinden. So griff sie jetzt energisch in seine Hose, drückte die Knöpfe seines Hosenstalls auf und griff mit ihrer ganzen Hand nach seinem Glied. Es war stattlich und würde ihr, wenn sie es denn erst einmal zulassen konnte, sicher guttun. 

„Du auch gucken.“

Hatte er sie jetzt richtig verstanden?

„Möchtest du das wirklich?“

Wieder blickte die junge hübsche Russin zu ihm auf, nickte und begann vorsichtig sein Glied zu massieren. So gab es jetzt auch für Jörg keinen Grund der Zurückhaltung mehr, öffnete geschickt ihre Jeans und ließ seine Finger sanft über ihren Schoß streichen. 

Wieder hielt sie still und ließ dieses Gefühl über sich ergehen. Mit jedem Schritt, den sie sich ihm gegenüber öffnete, musst er sie immer wieder aufs Neue mit der Gewissheit beruhigen, dass er sie liebevoll und vorsichtig behandeln wollte. 

Sein Mittelfinger strich langsam über ihr Schambein hinweg, drückte seicht gegen den für ihn deutlich tastbaren Spalt ihrer Scheide und wartete darauf, dass ihr Unterleib damit begann, auf seine Berührungen zu reagieren. 

Irinas Handlungen an seinem Gemächt wurden fordernder und auch in ihren Schoß kam sie seinen Bewegungen langsam entgegen. Es begann ihr zu gefallen und wie ein Stein löste sich bei Jörg alle Befürchtungen und Ängste, was diese Frau betraf. So schob er seine Hand in ihr Höschen, fühlte die Behaarung ihrer Scham und überwand mit intensiven Druck den Widerstand ihrer Scheide. 

Irinas Körper zuckte, worauf Jörg mit seiner Handlung sofort innehielt. War es zu früh gewesen? Erschrocken fühlte er, wie sie ihre Hand aus seiner Hose herauszog und über seine in ihren Schritt legte. Sie drückte dagegen und schenkte ihm die nötige Gewissheit, dass sie sich jetzt mehr von ihm wünschte. 

Feuchte! Ihre Scheide begann zu schmatzen, als er dieses Mal sein Finger tief in ihrer Spalte versenkte. Wieder zuckte sie zusammen, stöhnte und hielt mit ihrer eigenen Bewegung in seinem Schoß inne. Irina schien sich jetzt auf ihr eigenes Verlangen konzentrieren zu wollen und so versenkte er einen zweiten Finger in ihrem Schoß und drängte damit tief in ihr Geschlecht hinein. 

Irena biss sich auf die Lippen, hielt ihrer Augen geschlossen und atmete immer schwerer. Ihr Becken bewegte sich nicht mehr verhalten, sondern zeigte mit immer weitläufigeren Bewegungen ihr Verlangen auf.

War es Zeit für einen nächsten Schritt? Jörg zog seine Finger aus ihrer Scheide, richtete seinen Oberkörper auf und rutschte auf dem breiten Sofa weiter nach unten. Irena schien sich sofort wieder unwohl zu fühlen, presste ihre Schenkel zusammen und schien voller Panik zu sein. Wieder kontrahierten ihre Muskeln und erst als er mit vorsichtigen Zug seiner Hände ihre Knie zu öffnen suchte, gab sie schließlich nach. Er bedrängte sie in diesen Moment, das konnte er deutlich spüren.

Immer wieder nahm er den Druck ihrer Schenkel wahr und das Zögern, mit dem sie ihren Schoß wieder für ihn langsam öffnete. Erst als er seinen Kopf zwischen ihre Oberschenkel schob, schien sie, spürbar erleichtert, erneut loslassen zu können. 

Jörg sah das schwarzbraune Dreieck vor seinen Augen. Es war so wunderschön. Ganz leicht schimmerte das Rosa ihrer Scham durch die schwarzen krausen Haare hindurch, umrandet von dem Glitzern ihrer Feuchte. 

Der junge Mann drückte seine Lippen an den oberen Rand ihrer Spalte, küsste ihn und ließ leicht seine Zunge über ihre Spalte hinweggleiten. In diesen Augenblick entspannte Irina wieder, seufzte und in ihren Unterleib kehrte die Bewegungen zurück. 

Jörg drückte seine Zunge zwischen ihren Schamlippen hindurch, forschte damit im Inneren ihrer Scheide und suchte nach ihrer Perle. Wie mit einem elektrischen Schlag krampfte ihr ganzer Körper zusammen, als er sie schließlich, deutlich für ihn fühlbar, erkundet hatte. 

Er umfasste ihre kräftigen Oberschenkel und griff mit beiden Händen in ihrer Brüste. Irina wimmerte, presste erneut ihre Oberschenkel zusammen, nur dieses Mal nicht um ihn am Zugang zu ihrem Geschlecht zu hindern, sondern um ihn dort festzuhalten, wo er sie auf so grandiose Weise liebte. 

Irinas lustvolles Stöhnen verwandelte sich immer mehr in ein Röcheln und Keuchen. Sie spürte seine Zunge an ihrer Perle reiben und der Reiz zwischen ihren Beinen nahm immer intensivere Züge für sie an. Ihr Muskeln entzogen sich ihrer Kontrolle, ihr Becken bebte, während das Sekret regelrecht aus ihrem Geschlecht herauszuströmen schien. 

Das kraftvolle Massieren seiner Hände fühlte sich ungemein erotisierend für Irina an, während seine Zunge nicht müde zu werden schien, und sie mit fast quälender Intensität reizte. Dieses Gefühl steigerte sich zur reinen Geilheit, bis sie von dieser, ähnlich einer Walze, regelrecht überrollt wurde. 

Irinas Oberkörper richtete sich ein Stück weit auf, während ihre Hände seinen Kopf gegen ihr Fötzchen pressten. Ihre Schenkel drückten seinen Kopf in ihren Schoß zusammen, während Jörg Mühe hatte, diesem intensiven Zwang zu entkommen. Erst nach einer langen Minute, legte sie sich wieder auf dem Polster des Sofas ab, holte in tiefen Zügen Luft und kam nur langsam zur Ruhe. 

Jörg indessen durfte sich jetzt von ihrem Geschlecht lösen, hob seinen Kopf und blickte auf ihren Oberkörper herunter. Noch einmal küsste er ihr schwarzes Dreieck, spürte das Kitzeln ihres krausen Schamhaares und begann sich dann, über ihren Bauch hinweg, ihren gesamten Oberkörper hinauf zu küssen. 

Es dauerte zwei Minuten bis er die markanten vollen Lippen der hübschen Russin erreichte, mit seiner Zunge vorsichtig um Einlass bat und sogleich mit der ihrigen zu spielen begann, als diese ihn begrüßte. 

Ihre Augen hielten sie beide voreinander verschlossen, fühlten ihre Liebkosung, spürten die Wärme des anderen, empfanden sich als eins. Dann war es Jörg, der erschrak, als er Irinas Hand fühlte, wie diese nach seinem Gemächt tastete. 

Sie öffnete ihre Augen, blickte zu ihm auf und holte tief Luft. So wie bisher bei jedem Schritt, mit dem sie sich ein wenig näher gekommen waren. Wieder stand sie unter Spannung, während sie vorsichtig seinen Penis an ihre Scheide dirigierte.

Jörg sagte nichts. Wenn sie es probieren wollte, dann war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Beide waren glücklich, erregt und bereit. So fühlte er jetzt auch den Widerstand ihrer Schamlippen an seiner Penisspitze, die sich langsam öffneten und mit ihrer erregender Enge sie regelrecht gefangen nahmen. Durch die intensive Feuchtigkeit ihrer Spalte glitt sein Penis wie von selbst in ihr Inneres, füllte es aus und ließ damit ihren Körper erneut zusammenzucken. Irina aber blieb verkrampft, öffnete ihren Mund und zog ihre Stirn kraus, während er vorsichtig sein Glied herauszog und es wieder behutsam in ihre Scheide hineindrückte. 

Er küsste sie weiter, doch blieb ihre Spannung widererwarten bestehen. Trotz der gefühlvollen Bewegung, mit der er sein Glied in ihren Schoß hinein und wieder herausgleiten ließ. 

Tränen rollten über ihre Wange. Sie schien noch nicht bereit für diesen Akt zu sein. Wieder fühlte er, wie sie versuchte, sich für ihn zu lösen, doch wollte es ihr einfach nicht gelingen. 

„Komm! Es ist gut jetzt. Du bist noch nicht soweit.“ Flüsterte er, doch in dem Moment wo er sich aus ihrem Schoß zurückziehen wollte, hielt sie ihn auf. Er fühlte ihre Hände an seinen Pobacken, die ihn nicht weichen lassen wollten. 

„Weiter, Jörg! Pozhaluysta!“

Er kämpfte mit sich, fuhr aber schließlich mit seinen Bewegungen fort. In seinen Gedanken aber, beschäftigte er sich mit ihrer Berührungsangst und nahm kaum etwas von dem lustvollen Reiz ihrer Enge wahr. 

 

Klettbach, 21.08.2016, 13 Uhr

Kaum das Frau Papadakis die beiden Kripobeamten nach draußen geleitet und die Haustür hinter ihnen geschlossen hatte, wandte sich Reisinger mit wütenden Antlitz abrupt zu seinen Partner um und stieß ihm mit seiner rechten Hand vor die Brust. 

Der blickte ihn erstaunt an und schien sich keinen Reim darauf machen zu können, was der Kommissar eigentlich jetzt von ihm wollte. 

„Hast du sie noch alle beisammen, oder was war mit dir los? Die Frau hat erst vor einigen Stunden vom Tod ihres Mannes erfahren und du bekommst während ihrer Vernehmung einen Steifen?“

Schmied wurde blass. 

„Sorry, Gustl, aber ich konnte einfach nichts dafür. Hast du das echt mitbekommen?“

„Du hast mit roten Kopf vor ihr gesessen, als ob du beim Scheißen Verstopfung bekommen hättest. Werner! Da geht man doch mal kurz aufs Klo. Was glaubst du, denkt jetzt die Frau von uns?“

„Die hat mich aber nun mal geil gemacht, mit ihrer arroganten, herablassenden Art. Ich meine das trat jetzt nicht offen zutage, aber ich konnte sie mir gut vorstellen, wie sie ihrem Mann das Fell gegerbt hat und anschließend sich ihre Stiefel von ihm lecken ließ.“

Reisinger starrte den jungen Mann an seiner Seite an, als ob dieser seinen Verstand verloren hatte.

„Du bist nicht ganz sauber, ehrlich jetzt. Reiß dich am Riemen beim nächsten Mal! Die hat ganz genau mitbekommen was mit dir nicht stimmte, dessen kannst du dir sicher sein.“

Schmied zeigte seinem Chef einen gequälten Gesichtsausdruck. Er schien sich noch immer nicht wirklich im Griff bekommen zu haben. 

„Was hältst du von der? Meinst du sie hat mit seinem Tod was zu tun?“

Reisinger ärgerte sich immer noch. Das sich sein Kollege am Anblick dieser Frau aufgeilte, während diese um ihren Mann trauerte, war einfach nur daneben gewesen. 

„Also? Was glaubst du, Gustl?“

Der Kommissar wollte seiner Wut nicht so schnell nachgeben. Schweigend ging er an der Seite seines Kollegen zum Auto zurück. 

„Hey. Jetzt rede doch mit mir. Ich bin doch auch nur ein Mann. Hat sie dir denn gar nicht gefallen?“

„Sie sah gut aus, aber deshalb bekomme ich keinen Erektion vor ihr. Weißt du eigentlich, was das über dich aussagt? Empathie gleich Null Komma Null!“

Schmied öffnete die Wagentüren und blickte über das Wagendach hinweg seinen Chef an. 

„Wieder zurück?“

Reisinger überlegte. Sie waren schon in Erfurt, also konnte man eigentlich der Firma und diesem Verein gleich einen Besuch abstatten. 

„Fahr zu Papadakis Firma, danach dann zum Verein.“

Schmied wirkte unsicher in diesem Moment. Wenn es da auch solche Frauen gab, wie die Rumänin in diesem Haus ...

Reisinger besann sich auf die Frage seines Kollegen. Was konnte man von der Frau Papadakis halten? Sie schien ihren Mann zumindest respektiert und gemocht zu haben. Auch bekannte sie sich ganz offen, zu der Art ihrer Beziehung zu ihm und schien fast beleidigt gewesen zu sein, als er ihr die Möglichkeit aufzeigte, dass ihr Mann aus einem masochistischen Verlangen heraus, sich in die Hände seiner Mörder begeben haben könnte. Auch, das sie ihn dazu aufforderte Rache an den Tätern zu üben, schien aus einem tiefen Hass heraus geboren worden zu sein. 

Konnte dieser Verein was mit dem Mord zu tun haben? Wenn, was könnte für ein Motiv dahinter stecken? Vielleicht aber auch jemand in der Firma? Oder die Familie Papadakis? Endlose Verhöre würden auf ihn zukommen, zeitraubend und in den meisten Fällen wenig erfolgversprechend. Dennoch musste an jede Möglichkeit und Konstellation gedacht werden. 

„Meinst du, es war eine Frau, die ihn so zu Tode gefoltert hat?“

Reisinger blickte zur Seite. Schmied sah erwartungsvoll zu ihm rüber, die Antwort auf seiner Frage gespannt erwartend. 

„Was fragst du mich das? Wenn ich ja sagen, wirst du wieder geil?“

Schmieds Blick wanderte wieder zur Straße und tat beleidigt. Reisinger aber kam ein seltsamer Verdacht. 

„Sag mal, macht dich diese Szene an, Werner?“

„Nein. Wie kommst du darauf? Ich fand die Alte scharf und ihren bösen Touch. Mehr ist da bei mir nicht.“

Reisinger glaubte ihm nicht. Es steckte bei seinem jungen Kollegen mehr dahinter. Auch er selbst hatte Frau Papadakis attraktiv in ihrer Art gefunden, doch das, wofür sie stand, stieß ihn ab. Er hatte in seiner Beziehung stets die Partnerschaft gelebt, und war seiner Frau auf Augenhöhe begegnet. Gut, wenn er denn einmal zuhause gewesen war. 

„Das Navi sagt: Die blauweiße Halle vor uns muss es sein.“ Teilte sich Schmied mit und lenkte den Wagen auf ein abgegrenztes Gewerbeareal hinauf. Es gab noch andere Betriebe auf dem Gelände, welche durch hohe Zäune von einander abgegrenzt wurden. 

„Papadakis-Gastroserv GmbH.“ Schmied gähnte. „Gustl, da vorne die Außentreppe.“

Reisinger folgte ihm. Ein blauweißes Schild wies ihnen den Weg. „Geschäftsleitung“ stand darauf. Ein weiterer Faden, den man aufnehmen musste. Die Leitung der Firma würde auch in Kontakt zu Frau Papadakis stehen, wenn diese die Firma übernehmen sollte, vielleicht waren aber auch weitere Familienmitglieder daran beteiligt? 

Es standen nur noch wenige Fahrzeug auf dem weitläufigen Firmenparkplatz. Wahrscheinlich waren die Angestellten noch zur Mittagspause.

Reisinger folgte Schmied die Treppe hinauf. Hoffentlich war noch einer der Entscheidungsträger vor Ort geblieben.

Eine kleine schwarzhaarige Südländerin saß hinter einem niedrigen Tresen und achtete sie nicht weiter. Erst als die beiden vor ihr standen, blickte sie zu ihnen auf und grüßte.

„Guten Tag, meine Herren, wie kann ich ihnen helfen?“

Reisinger musterte die junge Frau. Sie war schlank, hatte ein nicht sonderlich attraktiv wirkendes Gesicht, aber eine sehr markante klare Stimme. Zwei nette blaue Augen blickten durch die Gläser einer schmalen Brille, in Erwartung, was es mit ihnen auf sich hatte. Sie schien zu spüren, dass sie keine geschäftlichen Interessen gegenüber ihrer Firma hatten. 

„Kriminalpolizei! Frau ...“

„Nikitidis.“ Die Gesichtszüge der jungen Frau veränderten sich sofort. 

„Wir hätten ein paar Fragen, die wir gerne einem Verantwortlichen stellen möchten. Ist jemand von der Geschäftsführung zugegen?“

„Ja. Herr Ruda. Er ist, nachdem Herr Papadakis nicht mehr zur Arbeit kommt, sein kommissarischer Stellvertreter geworden.“

„Schön! Dann würde ich sie bitten, uns anzumelden.“ Reisinger nickte der jungen Frau unscheinbar zu, worauf diese nach dem grauen Hörer eines Tischtelefons griff. 

„Herr Ruda! Zwei Herren möchten sie sprechen. Es scheint dringend.“

Reisinger hörte das leise blecherne Geräusch einer Stimme im Hörer der jungen Frau.

„Nein. Das wird nicht möglich sein, Herr Ruda. Sie sind von der Kripo.“

Schmied grinste. Sofort verstarb die aufgeregte Stimme im Telefon. 

„Er kommt.“

„Vielen Dank, Frau Nikitidis. Sie sind sehr tüchtig.“

Die junge Frau lächelte, senkte ihren Kopf und ging wieder ihrer Tätigkeit nach. Schmied und Reisinger tauschten einen nichtssagenden Blick aus, da öffnete sich auch schon eine Glastür im Gang hinter ihnen. 

Ein um die 30 Jahre alter Mann trat ihnen entgegen, klein, etwas untersetzt, breitschultrig ... vom Körperbau eher ein Handwerker, denn ein Geschäftsmann. Immerhin schien ihm der blaue Zweireiher gut zu passen. Sein Gesicht wirkt rundlich, kleine geschlitzte Augen, Halbglatze ...

„Guten Tag, die Herren. Ruda, mein Name. Ich vertrete Herrn Papadakis solange, bis er von seiner Geschäftsreise wieder zurückgekehrt ist.“

Reisinger reichte dem Mann seine Hand und stellte ihm Schmied und dann sich selbst vor. 

„Haben sie vielleicht einen Platz für uns, an dem man sich ...“

„Selbstverständlich, Herr Kommissar. Wenn die Herren mir dann bitte folgen möchten?“

Sie wurden den Gang heruntergeführt und in einen mittelgroßen Büroraum hineingebeten. Vier Arbeitsplätze hinter großen schlichten Büroschreibtischen, breite Jalousien vor den Fenstern, wirkte der Raum hell und funktional. Eine Durchgangstür führte in einen benachbarten Raum, vielleicht das Büro des Geschäftsinhabers? 

Ruda setzte sich an einem der Durchgangstür am nächsten stehenden Arbeitsplatz, bat die beiden Beamten, auf zwei Besucherplätzen vor seinem Tisch Platz zu nehmen, und griff nach einem der auf der Ablage liegenden Kugelschreiber. 

„Ich möchte gleich zur Sache kommen, Herr Ruda. Antworten sie mir bitte kurz und bündig, verschweigen sie mir nichts und hüten sie sich vor eigenen Spekulationen und Schlussfolgerungen. Einverstanden?“

Der stellvertretende Geschäftsführer nickte. Dabei nervös mit seinem Kugelschreiber spielend. 

„Wann haben sie das letzte Mal, Herr Papadakis gesehen?“

Ruda schien sich schon selbst einige Gedanken über das Verschwinden seines Bosses gemacht zu haben. So kam die Antwort auf Reisingers Frage wie aus der Pistole geschlossen. „Am 31.7. gegen 16 Uhr 30. Er wollte nach Hause fahren.“

Reisinger machte sich Notizen und blickte über sein Büchlein hinweg, rüber zu dem Geschäftsmann, der nach wie vor nervös mit dem Schreibutensil herumhantierte.

„Könnten sie damit aufhören, bitte?“

Ruda hielt inne und legte den Stift zurück. 

„Entschuldigen sie.“

Reisinger zeigte sich gnädig. 

„Wie laufen die Geschäfte, Herr Ruda? Gibt es aktuell irgendwelche Sorgen, diesbezüglich?“

„Nein. Wir expandieren und haben einen Konkurrenten im letzten Jahr sogar aufgekauft. Herr Papadakis war sehr angesehen und unser Kundenstamm wächst kontinuierlich.“

Reisinger schwieg und schrieb weiter. 

„Gab es Auffälligkeiten in der Zeit vor Papadakis Verschwinden? Blieb ihnen etwas in Erinnerung?“

Ruda musste nicht lange überlegen. 

„Ja. Tatsächlich. Drei Herren sind unangemeldet hier aufgetaucht und Herr Papadakis führte sie direkt in sein Büro hinein. Normalerweise kenne ich seine Termine und ohne Anmeldung läuft gar nichts, doch vor denen schien er aus irgend einen Grund Angst gehabt zu haben. Dabei ist er ziemlich abgebrüht und selbstbewusst.“

„Wie sahen sie aus?“

Ruda hob seine Schultern. 

„Irgendwie normal. Jacken, Hemden und Hosen, sie waren nicht wirklich businesslike gekleidet.“

„Keine Auffälligkeiten? Akzent, Körperhaltung, Tätowierungen, Schmuck?“ Fragte Schmied ungeduldig. 

Ruda verneinte. 

„Ich habe mit ihnen nicht gesprochen und sie sind zusammen mit Krateos an mir vorbeigeeilt. Er hat sie mir nicht vorgestellt.“

„Gibt es irgendwelche Überwachungskameras?“

„Im Lager gibt es einige, ja. Der Speicher reichen aber nur eine Woche zurück, dann werden sie wieder überschrieben.“

„Gibt es Verwandte und Freunde von Herrn Papadakis, die in der Firma arbeiten?“

Ruda schüttelte seinen Kopf. 

„Der Chef hat immer ganz klar Familiäres und Privates voneinander getrennt. Nur seine Frau war ab und zu hier. Hat ihn zum Essen abgeholt oder etwas von zuhause vorbeigebracht, was er vergessen hatte.“

Reisinger schrieb erneut. 

„Haben sie sich vor ihnen gestritten? Ich meine in der letzten Zeit?“

Ruda verneinte. 

„Ich glaube, sie hatten eine sehr gute Beziehung. Krateos hatte immer sehr von ihr geschwärmt.“

Reisinger konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und blickte rüber zu seinem Partner. 

„Damit ist er nicht allein, fürchte ich.“

Schmied erwiderte den Blick des Kommissars und wurde rot, während Ruda dem Verlauf des Gesprächs nicht mehr folgen konnte. 

„Hat Frau Papadakis mit ihnen in letzter Zeit Kontakt aufgenommen? Ich meine nach dem Verschwinden ihres Mannes?“

Ruda verneinte. 

„Sie hat sich Sorgen gemacht und mir einige Fragen gestellt, die mit seinem Verschwinden zusammenhängen könnten, ansonsten ... Nein, ich wüsste nicht.“

„Hat er mit ihnen über sein Privatleben gesprochen?“

„Wie ich ihnen bereits erklärt habe, Herr Reisinger, wusste er diese Bereiche seines Lebens sehr voneinander abzugrenzen.“

Der Kommissar seufzte. 

„Wie sieht es mit der Gerüchteküche aus in der Firma? Helfen sie uns, Ruda! Irgend einen Hinweis.“

„Wo ist Krateos? Wurde er entführt?“

Schmied war Reisinger einen Blick zu, der in seinen Überlegungen gefangen, dem Mann nicht antworten wollte. 

„Herr Papadakis wurde ermordet.“

Ruda starrte über den Tisch hinweg zu Schmied rüber und schien mental überlastet zu sein. Man sah ihm an, dass ihn diese Nachricht zu schaffen machte. Er senkte seinen Blick, erstarrte regelrecht und schien für fast eine ganze Minute apathisch zu sein.  

„Wer gehört noch zur Geschäftsleitung?“ Fragte Reisinger schließlich, mit seiner Geduld an eine Grenze stoßend. 

„Nur meine Frau Ariana als dritte Geschäftsführerin, sie ist gerade zur Mittagspause und Herr Moers, der Niederlassungsleiter.“

„Gut. Dann bitten sie doch ihre Frau und Herrn Moers hierher. Vielen Dank.“ Forderte der jüngere der beiden Polizeibeamten.

 

Erfurt, 7.12.2015 9 Uhr 30

Irina blickte noch einmal dem Wagen ihres Freundes nach, der die Hauptstraße in nördlicher Richtung hinauf fuhr. Der Abschied tat ihr so weh und der Druck in ihrem Bauch war schon seit drei Tagen immer belastender für sie geworden. Es hatte sich für sie so viel verändert. Der Mann, der dort in seinem Auto von ihr wegfuhr, hatte ihr bisher ausnahmslos gutgetan. Von der ersten Minute des Kennenlernens, bis hin zur Letzten. Noch nie hatte es solch eine Konstellation in ihrem Leben gegeben. Immer waren es Erwartungen, Pflichten und Gier, mit denen man ihr gegenübertrat und Jörg? Er ging so vorsichtig und behutsam mit ihr um, integrierte sie in sein Leben und hatte sich sogar nicht davor gescheut, vor ihr, am Telefon, seinen Eltern zu erzählen. Dabei hatte er ihnen voller Stolz verkündet, eine Frau gefunden zu haben mit der er zusammenbleiben wollte. 

Sie selbst hatte noch nie solch eine Partnerschaft gelebt. Es hatte Kameraden gegeben in der Armee, sowohl unter den Männern, als auch unter den Frauen, aber eine gefühlsmäßige Bindung über Bekanntschaft hinaus, kannte sie einfach nicht. 

Wenn sie sich früher, aus welchen Gründen auch immer, einen Mann hingegeben hatte, dann vermochte sie es, ihr Bewusstsein und Verstand komplett dabei auszuklinken. Wenn aber Jörg auf ihr lag und sein Glied sanft in ihren Leib hineinpresste, gab es eine für sie bis dahin unbekannte Gefühlspalette aus Schmerz, Lust, Wärme, Druck ..., schwer die Worte zu finden mit der man ihr hätte gerecht werden können. 

Jörg hatte wahrscheinlich angenommen, dass sie einmal misshandelt oder vergewaltigt worden war, man sie genötigt oder erpresst hatte, aber der Grund für ihre Zurückhaltung ihm gegenüber war ein ganz anderer.

Sie kannte bis dahin diese intensive Art von Nähe nicht und fühlte sich von den damit verbundenen Gefühlen überrumpelt. Schon während ihrer Messengertelefonate, hatte sie einen Bezug zu dem Deutschen entwickelt, der sich nicht mehr gelockert, geschweige denn gelöst hatte. Ganz gegensätzlich zu ihren bis dahin gemachten Erfahrungen mit Männern, die durch eine Vielzahl von negativen Einflüssen geprägt worden waren. 

Wie oft hatten sie jetzt miteinander geschlafen? Irina suchte sich zu erinnern. Fünf Mal? Oder Sechs? Es war jetzt um so vieles leichter für sie geworden, Jörgs Nähe zuzulassen. Beim letzten Mal, heute Morgen, war sie es sogar gewesen, die ihn zum Abschied noch einmal gefordert hatte. Unter der Dusche, eng aneinandergeschmiegt, hatte er sie von hinten genommen. Dabei war er anfangs wieder behutsam und vorsichtig gewesen, wie während der Male zuvor, doch zum Ende hin wurden seine Handlungen immer fordernder und prägnanter für Irina fühlbar geworden. Der Lohn war ein Höhepunkt, so intensiv ...

Ihr stiegen die Tränen in die Augen, als sie an diesen Moment dachte. Es gab nur dieses unglaublich erlösende Gefühl in ihrem Kopf und den Mann, der ihr dieses geschenkt hatte. Mein Gott wie geil Sex sein konnte, sie hätte das nie für möglich gehalten. 

Irena schulterte die Tasche und suchte das vor ihr liegende große, aus rotem Backstein erbaute Gebäude zu überblicken. Sie war gespannt darauf, was sie nun hier, während der nächsten Monate erleben würde. 

Jörg hatte sie gestern zurückhalten wollen. Er mochte sie nicht verlieren, selbst wenn das für ihn bedeutete, dass er das viele Geld umsonst für sie ausgegeben hätte. Doch das kam für die stolze Russin nicht in Frage. 

Sie nahm die breite, von einem Geländer mittig aufgeteilte Treppe, öffnete eine moderne Glastür und trat an eine Theke heran, hinter der eine junge Blondine saß. 

„Ich heiße Irina Gussew. Ich kommen für Schule?“

Das blonde Mädchen schenkte ihr ein Lächeln, schob die Maus ihres Bürocomputers über ein schwarzblaues Pad und deutete mit ihrem Finger auf das Display. 

„Hier stehst du, Irina. Schön das du hergefunden hast. Wir können gleich zu Gitta ins Büro gehen, sie ist einer der Gründerinnen und Leiterinnen des Vereins. Sie erklärt dir, wie es dann für dich weitergeht.“

Irina wartete bis die junge Frau aufgestanden und um den Tresen herumgekommen war. Sie war klein und zierlich, wirkte aber lebhaft und selbstbewusst dabei. 

„Ich heiße übrigens Mandy. Eigentlich gehöre ich zur Agentur und nicht zum Verein. Aber das soll dich nicht weiter stören. Wenn du Fragen hast und ich dir helfen kann, dann gib mir bitte Bescheid.“

„Seid ihr alle nett?“

„Wir sind Schwestern, Irina! Wie könnte es da anders sein? Aber du wirst es sehen, Gitta erklärt dir gleich alles. Hab noch ein wenig Geduld!“

Sie deutete auf ein Wandregal mit großen Fächern. 

„Deine Sachen lass dort. Die Nummer sehe ich ja. Mein Sklave bringt sie dann gleich auf dein Zimmer.“

Irina blickte Mandy überrascht an. 

„Sklave?“

„Störe dich nicht an der Bezeichnung. So nenen wir vor uns unsere Männer. Es soll verdeutlichen, dass sie uns gehören, und tun was wir ihnen befehlen. Das ist ja auch Tatsache und von beiden Seiten so gewünscht.“

Sie gingen einen langen Flur entlang und Mandy musste immer wieder eine Gangtür öffnen und Irina an sich vorbeilassen. Schließlich blieben die beiden vor einer großen schwarzen Tür stehen, die ohne Zögern und Anklopfen von der Empfangsdame geöffnet wurde. 
„Gitta? Irina ist da. Sie war pünktlich.“

Eine große schlanke Frau, mit zum Dutt geordneten roten Haaren, kam um einen großen Schreibtisch Tisch herum. Sie trug eine schwarze Stoffhose und ein Lederjäckchen mit Stehkragen. Ihre Damenschuhe hatten keine Absätze, was wahrscheinlich ihrer Körperhöhe geschuldet blieb. 

„Danke, Mandy. Wir Hübschen hier, machen dann alleine weiter. Danke dir.“ 

Sie umarmte die Empfangsdame und schloss dann hinter ihr die Tür. 

„Du hast dich ja auch schon szenenkonform gekleidet, Irina. Wie kommt das? Hast du dich schon selbst mit der Materie befasst?“

„Nein. Jörg, mein Freund, mir Fotos gezeigt. Ich ihm Freude machen wollen.“

Gittas Gesichtszüge wurden einen Moment lang ernst, dann entspannten sie sich wieder. 

„Ich erinnere mich. Du hast gegen unsere Vereinbarung verstoßen und ihn schon vorher getroffen.“

Irina wurde blass. 

„Hey! Alles gut, Schatz. Du bist hier, das ist für uns das Wichtigste.“

Die große rothaarige Frau deutete auf eine Sitzecke aus modernen schwarzen Möbeln und bat Irina auf einen der Sessel Platz zu nehmen. Es standen Kaffee und Gebäck bereit und die junge Russin bekam den Eindruck vermittelt, dass man ihren Besuch sehr ernst nahm. 

Gitta war eine schöne Frau. Auch wenn sie eher sportlich denn weiblich wirkte. Ihre Gesichtszüge, vor allem ihre kräftigen Wangenknochen, wirkten markant und ihre grünen Augen, besaßen eine Tiefe, in der man sich verlieren konnte. 

Gitta machte es sich auf einen großen schwarzen Sitzsack ohne Lehne bequem. Irina konnte sich eigentlich nicht vorstellen, dass man darauf bequem sitzen konnte. 
„Ich freue mich so. Zwei Schätze mehr für unsere Gruppe.“

Irina suchte ihre Aufregung Einhalt zu gebieten und wartete gespannt darauf, was diese hochgewachsene rothaarige Frau ihr erklären könnte. 

„Möchtest du etwas trinken, Irina?“

Die junge hübsche Russin verneinte. 

„Gut. Dann würde ich sagen beginnen wir?“

Irina lächelte. 

„Gerne!“

Gitta ließ die Finger ihrer Hände ineinandergreifen, suchte sich eine bequemere Sitzposition und richtete ihre grünen Augen anschließend wieder auf Irina. 

„Du hast dich aus einem bestimmten Grund an die Agentur gewandt, hast dich für Jörg Zimer entschieden und bist nun bereit für euch beide einen neuen Lebensweg einzuschlagen.“

Gitta machte eine kleine Pause, damit Irina fragen konnte, wenn sie etwas nicht verstand. 

„Ihr werdet dabei viel Unterstützung durch unseren Verein erhalten, dem du mit Abschluss deines Kurses angehören wirst. Derzeit sind bei uns 277 Damen Mitglieder, Tendenz stark steigend. Wir haben auch ein Verein devoter Männer, der eine ähnlich wichtige Rolle für unsere Gemeinschaft spielt und logischerweise die gleiche Mitgliederanzahl aufgenommen hat. Auch dein Jörg wird mit Abschluss deines Kurses automatisch dort seinen Beitrag leisten.“

„Was ich lernen in Kurzs!“

Gitta überging den fehlerhaften Satz und überlegte stattdessen. 

„Die Männer sind das Kapital unseres Vereins. Sie erwirtschaften unsere Mittel und sorgen für ein bequemes und sicheres Leben unserer Mitglieder. In deiner Ausbildung lernst du Jörg gegenüber eine dominante Partnerin zu sein. Wie man ihn erzieht und bestraft, ihn dazu bringt, dass er sich deinem Willen beugt, wie man ihn belohnt und wie man ihn behütet. Er hat tiefsitzende Wünsche und du erfüllst sie ihm, durch diese besondere Lebensweise.“

Gitta lächelte und tätschelte beiläufig ihren Sitzsack. 

„Natürlich gehst du dabei nicht leer aus. Du musst nicht arbeiten, den größten Teil des Haushaltes wird Jörg erledigen und du kommst sexuell genauso auf deine Kosten, wie dein Ehesklave. Eure sexuelle Befriedigung, damit meine ich die beidseitige, ist ein ganz wichtiger Aspekt eurer Beziehung zueinander. Auch hier wirst du angeleitet, wie du Jörg entsprechend für dich nutzen kannst.“

„Was strafen? Ich ihn doch lieben. Nicht möchte ihm weh tun.“

Gitta beugte sich vor und griff mit ihren beiden Händen nach Irinas rechte Hand. 

„Schatz! Jörg wünscht sich aber genau das von dir. Er möchte Klarheit in eurer Beziehung. Eine Frau die ihm sagt, was sie von ihm erwartet und denkt. Die Forderungen stellt und ihm auch in aller Deutlichkeit klarmacht was er falsch gemacht hat.“

„Aber ...“

Gitta unterbrach Irina, ihren Einwand vorhersehend.

„Schmerz, in Verbindung mit Erotik, kann eine wundervolle Erfahrung sein. Und genau diese machst du Jörg zum Geschenk. Er wünscht sich eine strenge Frau an seiner Seite, eine, die ihm gegenüber auch mal verrucht und böse ist. Eine, die aber auch stark ist und ihn mag und beschützt.“

„Du auch haben Mann?“

Gitta lachte und lehnte sich wieder nach hinten, die Hand der jungen Russin dabei loslassend. 

„Ja! Natürlich. Wir beide sind praktisch die Eva und der Adam des Vereins. Auf unser beider Erfahrung fußt die ganze Entwicklung unserer Organisation.“

Wieder tätschelte sie den Sitzsack. 

„Du lieben ihn?“

Gitta stutzte. Sie selbst hatte sich diese Frage nie gestellt. Sie schwieg und schien keine rechte Antwort  zu finden. 

„Ich verdanke ihm sehr viel, Schatz. Lieben? Er ist ein Kategorie C Sklave, von daher weiß ich nicht, ob es so etwas zwischen uns noch geben kann. Aber er gehört mir, ich schütze ihn und werde ihm eine gute Herrin bleiben.“

„Was das bedeuten?“

Gitta suchte, ihre neue Schwesteranwärterin zu beruhigen, spürte sie doch ihren Zweifel.  

„Das du es mit Jörg leicht haben wirst. Er wünscht sich deine Dominanz, Irena. Er möchte zwar von dir geführt werden, dich aber auch immer wieder ganz normal lieben dürfen. Solche Paare gibt es einige bei uns und solange ihr euch an die Regeln halten werdet, könnt ihr all die Vorzüge unseres Vereins für euch nutzen.“

Die junge Russin vermochte sich nichts darunter vorzustellen. 

„Alle unsere Frauen haben tüchtige und erfolgreiche Männer. Vom Versicherungskaufmann, über Handwerker, Automechaniker über Rechtsanwälte, Ärzte und Apotheker ist fast alles dabei. Wir sehen zu, dass wir hier im Raum Erfurt zusammenbleiben, damit wir uns gegenseitig unterstützen können. So bekommt ihr bei Vereinsmännern bessere Konditionen, zeitnahe Termine oder fachlichen Rat, wenn ihr ihn braucht. Zusätzlich werden die hohen Beiträge, die eure Männer an den Verein zahlen, auch wieder in Form verschiedener Leistungen entgeltet. Von zinsfreien Krediten, bis hin zur Firmenwerbung, Kundenrezensionen und Konkurrenzbekämpfung ...“

Sie lächelte. „Wir halten einfach zusammen!“

Die junge Frau schien immer noch Bedenken zu haben. Dabei ging es ihr nicht um sich selbst, das spürte die Vereinschefin deutlich. Sie hatte sich in ihren Partner verliebt. 

„Hast du noch weitere Fragen, Irina?“

„Ich weiß nicht. Ich bin verwirrt.“

Sie zeigte einen gequälten Gesichtsausdruck in ihrem hübschen Gesicht und spielte mit dem über ihrer linken Schulter herunterhängenden Zopf. 

Gitta zögerte. Dann aber überwand sie sich, stand auf und trat an ihren schwarzen Sitzsack heran. Die Russin verstand nicht, was sie vorhatte, folgte aber ihrer Handlung mit Interesse. 

Die rothaarige Frau fingerte an den Schieber eines Reißverschlusses, zog ihn an dem Rand der Oberseite entlang und öffnete damit die Lederhülle. 

Irina öffnete den Mund vor lauter Staunen. In dem Sack hockte ein nackter mit Gurten und Ketten gefesselter Mann mit deutlichen Malen verschiedener Misshandlungen. Er war recht schmal gebaut und nicht besonders stattlich. Hatte eine Glatze und sein Kopf war von seltsamen Ledergurten umhüllt. 

„Du hast mich vorhin gefragt, ob ich ihn liebe, Irina. Erinnerst du dich?“

Die junge Russin blickte auf das Bündel Mensch herunter, das vor ihr auf den Boden gefesselt lag. Seine Hockposition musste alles andere als angenehm für ihn sein. 

„Ich habe darüber nachgedacht. Und ich denke, dass es nach genauem Überlegen so ist. Wir haben gestern miteinander geschlafen und ich habe es genossen. Ich habe ihn heute früh bestraft und es hat uns beiden Spaß gemacht. Ich habe ihn mit zur Arbeit genommen, weil ich weiß, dass er gerne unter mir leidet. Sprichwörtlich, verstehst du?“ Sie lachte, tätschelte ihrem Mann auf den Hinterkopf und kontrollierte beiläufig den Sitz seiner Fesseln. 

„Ich bringe dich jetzt nach oben, Irina. Dort zeige ich dir dein Zimmer. Du lernst dann auch die anderen Anwärterinnen kennen. Fünf sehr nette Frauen, mit denen du den Kurs teilen wirst.“

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Kommentare

Bild des Benutzers SFJ

was du dir immer einfallen lässt liebe sena  .)

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Bild des Benutzers Latexmike

So langsam kommt die Geschichte in Fahrt. Der Mord scheint irgendwie mit dieser ominösen Agentur in Zusammenhang zu stehen. An einen Zufall glaube ich nicht. Vielleicht eine ehemalige Schwester die bei ihrem Sklaven zu weit gegangen ist und rausgeschmissen wurde und sich jetzt an den Männern rächt.

 

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Bild des Benutzers sleenyuna

ich liebe Deine Geschichten einfach. Spannend, wirklich super spannend. Dieses abwarten müssen, ist schon sehr quälend.

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Bild des Benutzers sena

Ich werde mich die nächste Woche wieder ans Schreiben machen. Ich bitte Euch um ein wenig Geduld. 

 

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Ein kluger Mann ist der, der seiner Frau artig folgt.

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