Agentur zur Vermittlung einer Eheherrin 32

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Liebe Leser, 

bevor ich etwas Neues hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Ich möchte euch für die Unterstützung beim Schreiben, euren Anregungen und Kritiken danken. Auch für das Kaufen meiner Bücher und die damit verbundenen Rezensionen. Habt ihr Anregungen für neue Geschichten, Wünsche oder Fragen, könnt ihr mir diese gerne per PN stellen. Natürlich würde ich mich aber auch über euren weiteren Support freuen.

Unter meinem Autorenpseudonym (Link in der nächsten Zeile) findet ihr meine bisher veröffentlichten Werke. 

Madame Mala Amazon

Für eure Treue, Unterstützung, Zuspruch, Feedback und Freundschaft noch einmal vielen Dank

Drücke euch alle

Eure Sena

 

Vereinshaus, Erfurt, 13.2.2016 18 Uhr 30

„Gitta?“ Es klopfte leise an der Bürotür. Die Aufmerksamkeit der Leiterin des Vereins dominanter Frauen wechselte von ihren Buchführungsunterlagen, welche vor ihr lagen, hin zur Tür.

„Was ist los, Mandy? Ich habe zu arbeiten. Ist es denn so wichtig?“, fragte die in einem dunkelroten Kostüm gekleidete aparte Frau die nun eintretende Empfangsdame. 

„Schwester Gro möchte dich sprechen. Ich habe ihr gesagt, dass du zu tun hast, aber sie besteht darauf, dich zu sehen.“

Gitta Marldorn überlegte. War die Norwegerin nicht noch zur Ausbildung im Harz? Was hatte sie hier in Erfurt zu suchen?

„Bitte sie herein.“, kam die Erwiderung in einem resoluten Ton. 

Die Tür wurde nun ganz aufgedrückt und eine brünette sportliche Frau betrat den großen und modern eingerichteten Büroraum. Gekleidet in schwarzer Bomberjacke, olivgrüner Leggins und Bikerstiefeln wirkte sie lässig und modern. Ihr Gesicht war ungeschminkt geblieben, wirkte aber dennoch attraktiv dabei. 

„Was machst du hier? Ich dachte, du wärst noch bei Diana.“

Gro setzte sich unaufgefordert in einen der Besuchersessel, lehnte sich zurück und schlug ihre muskulösen Beine übereinander. Ihre schwarzen Haare zu einem straffen Knoten gebunden, wirkte die junge Frau beherrscht und entschlossen, wie Gitta nicht umhinkam, ihr zuzugestehen. Die Norwegerin war Kampfschwimmerin gewesen, vielleicht musste das dann so sein. 

„Über Makeda sprechen.“

Gitte merkte auf und blickte kurz runter auf das Display ihres Laptops und die vielen Rechnungsunterlagen, welche sie noch zu begleichen hatte. Auch die Verbindung zu der Afrikanerin und deren Partner zu lösen, stand mit auf ihrem heutigem Pensum, ein erstaunlicher Zufall. 

Sie lehnte sich nun ebenfalls zurück und warf der Norwegerin einen traurigen Blick zu. 

„Es tut mir leid, Gro. Ich weiß du bist mit ihr befreundet gewesen. Aber ihre Vorstellungen, welche unseren Verein betreffen, sind völlig andere, als die unsrigen. Das musst du bitte verstehen. Ihre schwere Vergangenheit prägt sie zu sehr und sorgt für eine Unsicherheit, die ich nicht tolerieren wollte.“

Die junge Frau schien wenig beeindruckt zu sein von ihren Worten. Ganz im Gegenteil, sie war auf eine Auseinandersetzung aus, das spürte Gitta ganz deutlich. 

„Tue ich nicht. Und die anderen von uns auch nicht. Ohne Makeda wird es keine weiteren Einsätze zum Schutz des Vereins geben, das sollte dir klar sein, Gitta.“

Die Vereinsleiterin zog ihre Augenbrauen zusammen. Dass man ihr so direkt Widerstand entgegenbrachte, war sie nicht gewohnt. 

„Makeda hatte selbst den Wunsch gehegt, den Verein zu verlassen, nach dem ich ihr diese Möglichkeit aufgezeigt hatte. Es war also auch ihre Entscheidung gewesen.“

„Reden wir nicht lange drum herum, Gitta. Wir spüren alle, dass es Dinge bei uns gibt, von denen Außenstehende nichts erfahren sollten. Was ist mit den Armeniern passiert? Was hatte Reem mit ihnen zu schaffen gehabt? Und wo sind die Männer jetzt?“

Gitta atmete tief durch. 

„Reem kümmert sich um sie, das stimmt. Wir werden die vier in den Verein integrieren, sodass sie ihre Strafe abarbeiten können. Es ist sicher besser als das, was sie mit den Papadakis vorgehabt haben.“

„Was heißt abarbeiten?“

„Sie werden hörige Sklaven werden und in der LPG als Spielzeuge dienen. Andere Männer zahlen für solch einen Dienst, sie bekommen das völlig frei.“

Gro schien diese Vorstellung nicht zu behagen, dennoch fühlte sie sich jetzt etwas beruhigt.  

„Ihr lasst sie also am Leben?“

Gitta lachte heiter auf. 

„Ja, natürlich. Was dachtet ihr denn? Dass ich einen Mord anordne? Nein, so tickt niemand bei uns. Solch ein Handeln würde alles gefährden, für das wir als Verein stehen.“

„Gut. Aber das ändert nichts an dem, was ich dir gerade erklärt habe. Ohne Makeda gibt es keine Einsätze mehr von unserer Seite aus.“

Gitta schüttelte ihren Kopf. 

„Hör zu, Mädchen! Ihr seid mir und der Organisation einiges schuldig. Eure Ausbildung wurde bezahlt, ihr habt die besten Männer aus unserem Portfolio bekommen, und werdet praktisch auf Rosen gebettet. Und das reicht euch immer noch nicht? Warum macht ihr so viel Aufhebens um Makeda? Sie wollte nicht mehr? Gut, dann soll sie gehen. Ich wüsche ihr das Beste.“

„Ohne sie wäre der Einsatz nicht erfolgreich verlaufen. Und auch bei anderen Einsätzen wird uns ihr Backup fehlen. Weder Yael, Liv noch ich selbst, werden solch ein Risiko eingehen.“

Gitta seufzte laut hörbar. 

„Oh Gott. Vorher ging es ohne sie doch auch, oder nicht? Warum braucht ihr sie also jetzt?“

„Vorher hatten wir es nicht mit der Mafia zu tun, wenn du dich erinnerst. Sondern nur mit ein paar Gewalttätern oder Typen, welche euch einschüchtern oder sich widersetzen wollten.“

„Aber warum muss es dann Makeda sein? Vielleicht finde ich jemand anderen?“, schlug Gitta vor. 

„Nein! Sie ist eine sichere Schützin und hat das Auge bewiesen, welches wir brauchen. Wir fühlen uns sicher, wenn sie bei uns ist.“

„Und das macht ihr an nur einem Einsatz mit ihr fest?“

Gro nickte. 

„Ja. Überlege es dir gut, Gitta.“

Die Vereinschefin hob ihre rechte Hand und streckte ihren Zeigefinger aus. 

„Droh mir nicht Mädchen. Verstehe, wer vor dir sitzt.“

Die Norwegerin lächelte. 

„Meinen Respekt? Wofür? Du lässt eine meiner besten Freundinnen fallen, weil sie dir nicht passt? Verdammt noch mal, du Kuh! Makeda hat, genauso wie wir anderen, ihr Leben für die Papadakis aufs Spiel gesetzt. Hol sie zurück, oder wir sind Geschichte für deine Spielchen.“

Die junge Frau stand auf und schickte sich an das Büro zu verlassen. Die Vereinschefin sah noch wie die Tür schloss, dann fühlte sie sich dazu genötigt, ihren unwillkommenen Besuch nachzueilen. 

„Jetzt warte! Ich kümmere mich drum. Dafür seid ihr dann aber zur Stelle und überzeugt Makeda, wenn wir sie brauchen werden.“

Gro wandte sich nicht um, sondern ging weiter den Flur herunter. Gitta blickte ihr wütend nach, dann kehrte sie zögerlich in ihr Büro zurück. In diesem Moment schien ihr es so, als würde ihr die Kontrolle über die Mädels entgleiten, ein Umstand, welchen sie nicht zulassen durfte und vor allem wollte. Was nahm sich dieses Weib heraus?

 

Großgressingen, Markt Ebrach, 15.02.2016 11 Uhr 30

Kai machte sich Sorgen. Seit dem er Makeda aus dem Harz abgeholt und mit zu sich nach Hause genommen hatte, hatte sie sich ihm gegenüber merkwürdig zurückgezogen. Aus dem Verein ausgetreten? Mein Gott, es gab Schlimmeres. Aufträge weg? Er kam auch zuvor über die Runden. Handwerker wurden gebraucht, ob nun hier in Bayern oder Thüringen, das war ihm letzten Endes egal. Und auch das Geld war im Moment erst einmal nicht wichtig. Er hatte Rücklagen und würde diese gerne angreifen, wenn es ihm nötig schien. 

Vielleicht traute sie ihm nicht zu, dass er einfach über solch einen Verlust hinwegkam? Oder sorgte sie sich wegen ihrem Aufenthaltstitel und der Heirat? 

„Hab keine Angst, Maus. Wir bekommen das hin. Hat doch bei so vielen anderen auch geklappt? Zimer berät uns, ihr habt doch gestern miteinander telefoniert.“

Makeda stand am Fenster und ließ ihren Blick über den Garten und die dahinter liegenden Felder und Wälder hinwegwandern. Es war so wunderschön an diesem Ort. 

„Ich wünschte mir, dass es mal einfach sein könnte, verstehst du? Für mich ist das Leben immer nur Kampf. Ich kann das einfach nicht mehr.“

Kai war mit ihren Worten nicht einverstanden. Er wollte argumentativ gegenhalten, wenn er auch ahnte, dass es zumindest für den Moment vergebliche Liebesmüh blieb. 

„Du bist nicht mehr allein. Das macht den Unterschied. Ich habe so gar keine Zweifel, dass wir das schaffen werden. Vertraue darauf, Schatz. Ich bin doch bei dir.“

Makeda schien nicht daran glauben zu wollen. Sie starrte aus dem Fenster und blieb stumm. Ihre Gesichtszüge wirkten ernst und starr dabei, so als ob sich ihr Wesen in das Innerste ihres Fühlens und Denkens zurückgezogen hatte. 

„Meine Mutter hat keine Macht über uns. Der Verein spielt nun keine Rolle mehr und wir werden auch die restlichen Fragezeichen, welche uns betreffen, bald geregelt haben. Frei und Vroni kommen in einer Stunde. Sie wollen mit uns kochen und zusammen essen. Das bringt dann auch dich auf andere Gedanken.“

Makeda wandte sich ihm langsam zu. Sie wirkte eher nachdenklich als traurig, oder verzweifelt. 

„Ist schon schwer mit mir, oder? Hast du es dir so vorgestellt?“

Kai verneinte. 

„Wie könnte ich das? Für mich ist ein Traum wahrgeworden. Du machst dich klein Makeda und das,  obwohl du so groß bist. Das verstehe ich einfach nicht.“

Er trat an seine Freundin heran und umarmte sie. 

„Du hilfst mir bei meiner Arbeit, hast gestern mit meinem Vater die Dachschindeln vom Stadel ausgebessert und das ganze Haus sauber gemacht, bevor du mich dann ins Bett geholt und ausgelutscht hast wie eine Zitrone. Ich kann mein Glück mit dir doch kaum in Worte fassen? Wir streiten ja nicht einmal bisher. Und mit Sadomaso können wir auch so weitermachen. Ich stehe drauf, wenn du ein wenig streng und böse zu mir bist.“

Bewegten sich ihre Mundwinkel jetzt? Hatte er sie zum Lachen gebracht? Irgendetwas ging in ihrem Kopf vor, das spürte er deutlich. Und das ging über ihre sonstigen Sorgen hinaus. Es hatte sich etwas bei ihr geändert und dieses schien auch mit ihrem Austritt aus dem Verein zu tun zu haben. Er hatte sie danach gefragt, aber sie hatte nur Ausflüchte gefunden. Es war offensichtlich, dass sie ihm etwas verschwieg, aber auch, dass sie ihn nicht belügen wollte. Kai seufzte. Letzteres hatte mehr Gewicht für ihn und so wollte er nicht weiter nachhaken. 

„Frei hat einen Verehrer. Es kann also sein, dass sie dich um Rat fragt. Vroni kann ihr nicht helfen, hat die doch selbst keine große Erfahrung mit den Jungs, so dass ihre Schwester Angst hat, als Jungfrau zu sterben.“

Da! Er hatte jetzt das Interesse seiner Freundin. 

„Sie ist noch Jungfrau?“ 

Kai grinste. Ja, sie sind es beide. Eigentlich ungewöhnlich in dem Alter, da gebe ich dir Recht. Aber ihre Eltern sind so konservativ und katholisch, sie wollen wahrscheinlich nicht, dass sie an einem Herzinfarkt versterben. 

„Ihre Eltern sind ganz nett. Sie haben mich an der Straße angesprochen, als ich die Tonnen für die Müllabfuhr dort hingeschoben habe.“

Kai erinnerte sich, dass sie ihm von diesen Moment erzählt hatte. Für Makeda war dieses Zusammentreffen wichtig gewesen, hatten doch Menschen Interesse an ihrer Person gezeigt, die im selben Alter waren, wie Kais Eltern. Sie hatten sich auf Englisch unterhalten und fast zwanzig Minuten lang miteinander gesprochen. Anscheinend hatten auch Frei und Vroni von ihr eine gute Meinung, sonst wären die beiden ihr gegenüber nicht so offen. Irgendwann würde auch seine Mutter Einsicht zeigen und ihr Herz seiner Freundin gegenüber öffnen müssen. 

„Sie kommen in einer Stunde?“, wollte sie wissen. 

Kai begann seiner Liebsten den Hals zu küssen und schob ein „Nicht mehr ganz, aber dafür würde es noch reichen“ nach. 

Makeda lächelte, schloss ihre Augenlider und ließ sich seine Liebkosungen nur all zu gerne gefallen. Also nutzte Kai die Gelegenheit, schob sie in die Richtung des Sofas und drückte den kräftigen Körper seiner Freundin in die Polster. Die griff mit beiden Händen in den Bund seiner Jeans, drückte deren Knöpfe auf und half ihm dabei, diese nach unten abzustreifen. Sie selbst trug einen dieser Overalls, welche er so liebte. Er selbst hatte sie für Makeda erworben, um ihr und sich selbst damit eine Freude zu machen. Ein Haufen Geld war dafür drauf gegangen, aber es war ihm jeder Euro davon wert gewesen. 

So drückte er von außen gegen ihre Brüste, schob sie zusammen und vergrub sein Gesicht darin, während sie ihn mit ihren Beinen umschloss. Sein Glied längst steif, brauchte sie nur noch den Reißverschluss in ihrem Schoß zu öffnen, um ihm Einlass zu gewähren. Sie liebte es, diesen Menschen zu fühlen und zu spüren, seine Wärme, die Schwere seines Körpers und den Reiz in ihrem Geschlecht, wenn er mit seinem Glied hineindrängte. Sie ließ sich fallen in diesen Moment, fühlte seine kräftigen Hände an ihren Brüsten und den Druck in ihrem Inneren, als er seinen Penis kraftvoll zum ersten Mal in sie hineinpresste. Es war schmerzhaft für sie, doch wurde dieses Gefühl sofort verwässert von der immer intensiver für sie fühlbaren Lust. Vergessen war die eigene Unsicherheit, verdrängt ihre Angst vor Menschen wie Irmgard oder Gitta Marldorn. Kai! Er war der einzig wichtige Mensch in ihrem Leben. Sie stöhnte auf, als ihr Freund ein weiteres Mal seine Liebeslanze in sie hinein stieß, biss sich auf die Lippen und fühlte auch sogleich wieder den festen Druck seiner Hände an ihrer Brust. Er mühte sich und zeigte ihr immer wieder, wie wichtig er sie nahm. Selbst hier und jetzt beim Sex. 

„Rrrrrinnng! Rrrrriiiiiiiinnnnnnnngg!“

Die beiden Verliebten hielten erschrocken inne. Makeda richtete einen fragenden Blick auf Kais Gesicht, welches sich direkt über dem ihrigen befand. Ihr Freund schien ähnlich überrascht zu sein, wie sie selbst. 

„Das kann nicht sein. Die wollten erst ein einer halben Stunde kom ...“

„Riiiiiiiinnng, Riiiiiinnnnnnnngggg.“, tönte erneut die Türglocke.

Kai fasste einen Entschluss. „Egal! Lass sie! Sie sind zu früh, müssen sie halt noch mal rüber gehen und später wiederkommen.“

Makeda wollte ihm widersprechen, als er schon erneut sein Glied in ihre Scheide stieß. Sofort waren ihre Bedenken beiseitegeschoben und das Gefühl in ihr wieder präsent. Langsam begann es sich in ihr aufzubauen und damit die Hoffnung auf einen Höhepunkt in ihr zu reifen. 

Ein Klopfen an der Terrassentür unterbrach dies Stimmung zwischen den beiden, gefolgt von dem Ruf einer kräftigen Frauenstimme. 

„Hallo?! Jemand zuhause?“

Makedas und Kais Blick trafen sich. Im Gegensatz zu dem Hauseigentümer, wusste dessen Partnerin sofort Bescheid. Das war Gitta Marldorn!

„Die ist vom Verein.“, flüsterte Makeda. Ihr Gesicht spiegelte wieder, dass sie nicht gerade erfreut war über das Auftauchen dieser Frau. 

„Wenn du sie nicht sprechen möchtest, dann sage ich ihr das.“, schlug Kai ihr vor, sich dabei von ihrem Körper lösend. „So erfahren wir auch gleich, was sie noch von uns will.“

Makeda war einverstanden und bekundete das ihrem Freund mit einem Nicken. 

Kai zog sich hastig an, während eine große attraktive Rothaarige ein weiteres Mal an die Tür klopfte. Gekleidet in einem modischen dunkelgrünen Wintermantel, schwarzen Hosen und hohen Stiefeln, musste die Frau wohl situiert sein, denn nach Stange sah diese Garderobe nicht aus. 

„Jetzt warten sie doch bitte einmal.“, knurrte er und trat an die Terrassentür. 

Die ihm fremde Frau wirkte erleichtert, trat ein Stück zurück und wartete darauf, dass er ihr öffnen würde. Die Sonne brach in diesen Moment durch die Wolkendecke, was einen seltsamen Kontrast zu diesem unwillkommenen Besuch erzeugte. 

„Guten Tag, Herr Geißlinger. Ich würde gerne Makeda sprechen, um mich bei ihr zu entschuldigen. Mein Name ist Marldorn, ich komme vom Verein.“

Kai erwiderte den Gruß, drückte die ihm dargebotene Hand und blickte verwirrt zu dem Sofa rüber. Makeda jedoch schien immer noch ein Gespräch mit dieser Frau abzulehnen. 

„Ich weiß nicht genau, was los war, aber nachdem man Makeda so schäbig behandelt hat, ist es vielleicht besser, wenn wir beide zum Verein Abstand suchen. Wir werden auch zu zweit unseren Weg finden, ohne ihre Hilfe.“

Frau Marldorn musterte den blonden Mann vor sich ausgiebig. Er war sportlich, besaß freundliche Züge und eine offene Art. Ein typischer Handwerker?

„Ich kann ihren Unmut verstehen, Herr Geißlinger und gerade für diese Umstände möchte ich mich bei ihnen und Makeda entschuldigen. Es ist eigentlich überhaupt nicht unsere Art, Mitglieder so einfach fallen zu lassen, ganz im Gegenteil. Wir unterstützen sie unter anderen Umständen und fördern sie. Ihre Vereinsaufträge wird es natürlich weiterhin geben und Diana erwartet Makeda sehnsüchtig, hat sie doch eine Freundschaft mit ihr geschlossen, von den anderen Mädchen in ihrer Gruppe ganz zu schweigen. Sie alle haben sich für sie eingesetzt und ich muss gestehen, dass ich meinen eigenen Frust an ihre Freundin ausgelassen habe und nicht den Mut dazu hatte meinen Fehler wieder zu korrigieren. So waren es Makedas Freundinnen, die mich erst dazu bringen mussten.“

Kai wandte sich um und blickte fragend zu seiner Partnerin rüber. Wollte sie vielleicht doch noch diese Entschuldigung zulassen? Sie zögerte und schien sich dessen nicht sicher. 

„Frau Marldorn, ich mache ihnen einen Vorschlag. Makeda hat sie gehört und überlegt sich das Ganze. Sie ruft die nächsten Tage Diana an und wenn sie wieder Vertrauen gefasst hat, bringe ich sie zurück. Einverstanden?“

Die rothaarige Businessfrau nickte und wirkte nun deutlich gelöster. 

„Das ist ein guter Vorschlag. Ich danke ihnen für ihr Verständnis und die Duldung der damit einhergehenden Umstände. Grüßen sie Makeda und wie bereits gesagt, entschuldige ich mich bei ihr für meine unfairen Worte.“

„Gut. Dann verbleiben wir so. Sehen sie mir bitte nach, wenn ich sie nicht hereinbitte. Aber unter diesen Umständen halte ich es für besser.“

Frau Marldorn zeigte Verständnis, verabschiedete sich von dem jungen Mann und bat noch einmal darum, Makeda von ihr zu grüßen. Dann ging sie wieder um das Haus herum, um zurück zu ihren Wagen zu gelangen. 

Kai aber trat zurück in das Wohnzimmer, schloss die Tür hinter sich und legte sich vorsichtig zu seiner Freundin, welche in ihren Gedanken verloren schien. Vorbei war es mit der sinnlichen Stimmung und er bezweifelte, dass er sie erneut würde wecken können. 

Makedas Gesicht blickte an ihm vorbei ins Nichts, wirkte starr und ernst dabei. Sie schien sich zu sorgen und nicht über diese Entschuldigung freuen zu können. 

„Gitta ist eine Schlange, Kai.“, erklärte sie sich ihm auf Englisch.

Bevor Kai ihr antworten konnte, klingelte es erneut. Makeda reagierte genervt, ihr Freund konnte es verstehen. 

„Soll ich sie wieder nach Hause schicken?“

Die junge Afrikanerin verneinte. 

„Lass sie. Die beiden bringen uns auf andere Gedanken.

„Das glaube ich wohl.“ Er lächelte. „Ich gehe mal aufmachen, wäre gut, wenn du bis dahin wieder dicht wärst.“

Makeda erschrak und schloss den Reißverschluss in ihrem Schritt. Kai indessen ließ ein heiteres Lachen hören und ging in den Flur, um den Nachbarinnen zu öffnen. 

„Na? Alles fit?“, fragte Vroni sofort und trat an Kai vorbei, ohne auf eine Entgegnung seinerseits zu warten. „Wer war denn euer Besuch? Was für einen krassen Schlitten die fuhr. Hammer. Und die Klamotten erst. Ist das eine Freundin von Makeda gewesen? Warum ist sie schon wieder abgehauen? War doch nur ein paar Minuten da.“

Ihre Schwester folgte ihr, schien aber nicht so offensiv zu sein. „Jetzt halte doch mal die Klappe, Kuh!“

Vroni wandte sich um und grinste breit. „Seid deiner ersten Liebesnacht bist du richtig Scheiße drauf. Ich dachte immer Ficken hilft.“

Sie lachte, während ihre Schwester sie zu treten versuchte, sie aber verfehlte. Kai rieb sich mit der Rechten seiner Stirn und seufzte demonstrativ auf. Mit der Ruhe würde es nun endgültig vorbei sein. 

„Das war eine Arbeitskollegin von Makeda. Kommt erst einmal rein, dann dürft ihr schon mal anfangen mit dem Kartoffel schälen.“

Die beiden Mädchen stöhnten auf. „Was? Ich dachte, du hättest uns eingeladen?“, fragte Vroni. 

„Ja schon, aber nicht gesagt, dass ihr mir beim Kochen zuschauen könnt ohne das mir wer zur Hand geht.“ 

Er nahm den beiden die Jacken ab, da trat auch seine Freundin an die Flurtür heran und begrüßte die beiden. 

„Hello!“ 

Vroni und Frei freuten sich, umarmten Makeda und begutachteten den Bodysuit, den sie trug. 

„Fuck, der schaut so geil an dir aus. Woher kriegst du nur solche Fummel? Hat die Snobtussy was damit zu tun?“ Makeda blickte fragend zu Kai rüber. Offensichtlich konnte sie mit dem Wort nicht viel anfangen.“

„Sie meint die Marldorn.“

„Ja, eine Kollegin. Ich arbeite mit ihr im Verein und der hilft den Mitgliedern auch bei der Garderobe. Diesen hier hat aber Kai für uns gekauft.“

Die beiden Mädchen staunten. 

„Wie heißt denn dieser Verein? Können wir da mitmachen?“

Makeda wurde blass und sah hilfesuchend zu ihrem Freund rüber, welcher sich verlegen seinen Hinterkopf rieb. 

„Äh..., das wird nicht gehen, ihr seid noch nicht volljährig.“

„Und was macht ihr da so?“, fragte Vroni Makeda. 

Die zeigte sich verlegen und suchte verzweifelt nach einer passenden Erklärung für die Mädchen. 

„Haben wir dir schon erklärt, vergessen?“

Frei erinnerte sich. 

„So eine Art Erzieherin, richtig?“ 

Makeda nickte erleichtert und legte ihren Arm um Kais Schultern. 

Die vier gingen rüber in die Küche, wo sich die Frauen an den großen Esstisch setzten, während Kai an der Anrichte stehen blieb und Gemüse aus dem Kühlfach entnahm. 

„Was seid ihr so faul? Holts die Kartoffeln, wisst genau wo die sind.“

Vroni erbarmte sich und ging sie hohlen, während Frei aufstand und aus einer Schublade Schälmesser hervorkramte. Auch Makeda griff nach einem, unterdessen Kai Gurken, Karotten, Kohlrabi und Zwiebeln auf den Küchentisch ausbreitete. 

Makeda fragte nicht lang und machte sich daran, mit dem Schälen zu beginnen. Frei setzte sich zu ihr und half, in dem sie mit geschickten Bewegungen eine Gurke zu schälen begann. 

„Was ist gestern passiert, Frei?“, fragte Kai in einem lockeren Plauderton. 

„Nichts. Wir waren auf einer Feier.“

„Und was hat Vroni vorhin dann gemeint?“, wollte Kai nun wissen. 

Das Mädchen wirkte auf einmal nervös und unsicher auf Makeda. Ein hilfesuchender Blick, und die Afrikanerin bat ihren Freund, es gut sein zu lassen. 

„Auf dem Dorf wird viel getratscht, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“, lachte er ausgelassen. 

Vroni musste sie gehört haben. Sie hob ein Netz voller Knollen auf den Tisch und setzte sich neben ihre Schwester. Kai kam nicht umhin festzustellen, welch extremer Kontrast Makeda zu den beiden Mädels darstellte. Sie selbst war groß, muskulös und hatte diesen imposanten Kurzhaarschnitt, welcher sie so besonders wirken ließ, während die beiden Mädchen mit ihren blonden Haaren deutlich kleiner waren und mit ein paar Pfunden zu viel den genauen Konterpart zu ihr darstellten. 

„Ficken wollte sie sich la ...“, begann Vroni zu erzählen, wurde aber sofort von ihrer Schwester unterbrochen. 

„Halt dein Maul, du Kuh!“, forderte Frei sofort und kniff Vroni in deren rechten Oberarm. Die kreischte auf und suchte Abstand. 

„Was ist schief gegangen, Frei? Jetzt erzähl schon. War es der Denis, mit dem du wolltest?“, spekulierte Kai, der viel von den beiden Mädchen erzählt bekam. Er war so etwas wie eine Vertrauensperson für die beiden.

Die junge Frau blickte nervös zu ihm auf, nickte aber dann. „Er hat sich angestellt wie ein Idiot. Dabei hatte er kaum etwas getrunken gehabt.“

Kai blickte gespannt auf seine Nachbarin herunter. In dem Moment war die Zubereitung des Essens zur Nebensache geworden. 

„Er hat ihr Loch nicht gefunden.“, lachte Vroni ihre Schwester aus. „Der Typ war ne einzige Enttäuschung für sie.“

Kai kam nicht umhin zu schmunzeln. 

„Vielleicht war es auch sein erstes Mal?“, spekulierte er. In Gedanken nach einen Denis suchend, welchen er kannte und mit den beiden in Verbindung bringen konnte. 

„Bei uns hat er groß angegeben, wie erfahren er schon wäre, dabei ist er ein Scheiß. Frei ist richtig sauer aus seinem Zimmer wieder raus gekommen, wusste erst gar nicht was los war.“, teilte sich Vroni, sehr zum Leidwesen ihrer Schwester, den beiden mit. 

„Jetzt halt doch endlich mal die Fresse! Ich plapper ja auch nicht rum, wenn es um deinen Robin geht.“

Vroni war sofort still, während Makeda und Kai fragende Blicke austauschten. 

„Du auch? Wird Zeit, würd ich sagen. Du wirst in zwei Monaten volljährig, deine Schwester braucht noch ein Jahr. Gehört dazu, das Schnackseln.“

„Und was ist mit dir, Kai? Wie lange hast du gebraucht, bis du mal zum Schuss gekommen bist? Brauchst nicht herschlauen, wenn du selbst kein deut besser dran warst. Hast Schwein gehabt mit Makeda, aber hier im Dorf ist halt niemand interessantes, da braucht es schon ne Gelegenheit.“, stellte Vroni gefrustet fest.“

„Ja und ein paar Kilo weniger, wären vielleicht auch eine Idee.“, neckte Kai, worauf er wütende Blicke von den beiden erntete.

„Wie ist es bei dir Makeda? Stellt er sich vernünftig an?“, fragte Vroni mit einem breiten Grinsen. 

Zu dem Erstaunen der beiden Mädels schien diese aber gar nicht unsicher zu sein, sondern zeigte offen ihre Begeisterung. 

„Ihm ist es nicht egal, wie ich mich fühle. Er tut gut. Es ist nicht langweilig mit ihm.“

Die beiden Mädchen sahen sich verwundert an. Anscheinend hatten sie nicht so viele Informationen von der Afrikanerin erwartet. 

„Echt jetzt? Der Kai? Das hätte ich jetzt nicht geglaubt. Ich dachte bisher sein Sexualleben bestände nur aus Pornofilmen und dem Internet.“

Kai schien sich aus diesen Worten nicht viel zu machen, lachte lauthals und stellte eine der Herdplatten auf etwas weniger Hitze ein. 

„Da kann man schon etwas mehr miteinander anstellen, als Schwänzchen in die Muschi.“

Er hatte jetzt die volle Aufmerksamkeit der beiden. 

„Und was wäre das? Erzählt doch mal.“, wollte Vroni wissen.

Makeda grinste, während Kai das erste Mal Verlegenheit zeigte. 

„Damit ich von euren Eltern gelyncht werde? Die glauben doch, man schläft nur miteinander um Kinder zu zeugen.“

Frei schüttelte ihren Kopf. 

„Nee. Da liegst du falsch. Die machen es immer noch. Jeden Sonntag nach der Kirche.“

„Was?“, fragte Vroni schockiert.“

Ihre Schwester tat erstaunt. 

„Hast du etwa geglaubt sie würden wirklich nur zusammen die Woche besprechen? Nein, Papa buttert Mamas Törtchen.“

Vroni wurde jetzt tatsächlich rot, sie fasste es nicht, dass Frei ihr bisher nichts von dieser Entdeckung erzählt hatte. 

„Ist ja auch nichts dabei. Ich bin ja froh, dass sie so durchhalten, trotz allen Streits.“

Makeda lauschte dem Gespräch, trotz dessen die letzten Sätze in der deutschen Sprache geäußert worden sind. Manches konnte sie dann aus den Gesichtern und der Stimmung herleiten. 

Frei schien jetzt das Thema wechseln zu wollen, zumal sich ihre Schwester nach wie vor beleidigt zeigte. 

„Und ihr? Habt ihr auch Spielzeug?“, fragte sie ganz unverfroren. 

Makeda erstarrte, Kai fiel der Löffel aus der Hand. 

„Spielzeug? Was meinst du denn da jetzt genau?“

„Na all die Sachen, welche man so im Internet sehen kann. So Dildos und Vibratoren. Es gibt ja auch diese Kondome mit all den seltsamen Formen und Widerhaken. Würde mich schon interessieren, wie sich so etwas anfühlt.“

Kai warf seiner Freundin einen vielsagenden Blick zu. 

„Ich glaube, das bleibt unser Geheimnis. Sorry, Frei.“

Die ließ sich jedoch nicht abbringen und fragte dieses Mal die neben ihr sitzende Makeda.

„Wie ist das bei euch in Afrika, gibt es da auch Sexshops?“

Makeda musste über Freis Vorstellung lachen. Der Betreiber würde wahrscheinlich gesteinigt werden, ehe er überhaupt dazu kam ein „Open“-Schild in die Tür zu hängen. Sie lächelte. Es war einer der seltenen Momente, wo sie amüsiert auf ihre Herkunft zurückblicken konnte. 

„Nein, nicht das ich wüsste. Frauen sind dazu da die Kinder großzuziehen, zu arbeiten und ihren Mann zu gehorchen.“

„Ach du Scheiße. Da sollte man mal so ne Chefemanze von uns hinschicken, damit sie das Ganze mal bei euch in Ordnung bringt.“

Makeda konnte nicht anders, sie musste lachen über diese Vorstellung. 

„Ich muss mal aufs Klo“, stellte Vroni fest und eilte aus der Küche. Kai blickte ihr überrascht nach, wandte sich dann aber wieder der Zubereitung seines Auflaufs zu.“

„Irmi hat sich immer noch nicht einbekommen, was?“, riss Frei souverän das nächste Fettnäpfchen an. „Das ist auch für meine Alten eine Überraschung. Deine Mama hat immer so weltoffen und engagiert gewirkt und jetzt scheint sie ganz anders zu sein, als wir alle dachten.“

Kai schien ihr nicht antworten zu wollen, kümmerte sich weiter um seinen Auflauf und schien jetzt selbst an seine Mutter denken zu müssen. Makeda betrachtete ihn mit Sorge. Ihr Freund wollte sie schützen, in dem er sich nichts anmerken ließ und dennoch fühlte sie deutlich, wie ihn diese Situation belastete. 

„Egal was ich mache, sie geht mir aus dem Weg.“, erklärte sie der Nachbarin mit leiser Stimme. „Ich wünsche mir so sehr, dass sie mich akzeptiert.“

„Warte einfach ab, Makeda. Wir sehen hier alle, dass du dir Mühe gibst. Und auch, wie viel dir Kai bedeutet. Früher oder später wird auch sie verstehen, dass ihr zusammen gehört.“

Die Afrikanerin wischte sich eine Träne von ihrer Wange ab und deutete auf die Zwiebeln. Frei lachte, wusste sie doch genau, wo die eigentliche Ursache lag. 

„Wo bleibt Vroni? Guckst du mal nach ihr?“, bat Kai. 

Frei schob den Stuhl zurück, stand auf und blickte genervt zur Küchentür rüber. 

„Wenn die ihr Handy mitgenommen hat, kann das eine Ewigkeit dauern, bis sie wieder da ist.“

Frei ging den Flur herunter und sah die Schlafzimmertür offen stehen. Sie ahnte sofort, wo ihre Schwester sich aufhielt. 

„Du hast jetzt nicht ...“, stürzte Frei auf die Tür zu. 

„Die haben Spielsachen! Schau mal! Sogar Peitschen und Stöcker sind dabei.“

Feis Augen weiteten sich, als sie das auf dem Bett ausgebreitete Sammelsurium zu überblicken suchte. 

„Fuck! Ist das krass.“

Sie setzte sich zu ihrer Schwester und hob einen kräftigen Kunstpenis auf, welcher mit Gurten versehen war. Man brauchte nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie er anzuwenden war. 

„Was machen die beiden nur?“

Vroni ließ einen Fesselgurt durch ihre Hand gleiten und schien in ihren Gedanken ganz woanders zu sein. 

„Das ist so wie in dem Buch, was mir die Bärbel geliehen hat. Die Sklavin, ich habe dir davon erzählt.“

„Ich wollte das echt lesen, aber irgendwie kam ich noch nicht dazu. Glaubst du wirklich Makeda und Kai machen so etwas?“

Vroni nickte. 

„Hätte niemals geglaubt, dass Kai solche Spiele mitmacht.“

Frei grinste. 

„Stille Wasser sind bekanntlich tief. Hammer, wenn ich das Lili erzähle ...“

„Was soll das? Habt ihr sie noch alle?“

Erschrocken blickten die beiden jungen Frauen zur Tür hin, wo Kai stand und mit böser Miene auf sie herunter blickte. 

„Entschuldige, ich ...“ Frei wusste nicht, wie sie sich rechtfertigen konnte und blickte besorgt zu Vroni rüber, welche immer noch das Fesselband in ihren Händen hielt. 

„Ich war neugierig, Kai. Ihr habt von Spielsachen gesprochen und da bin ich nachsehen gegangen. Du hast ja sonst auch keine Geheimnisse vor uns gehabt.“

Kai starrte die beiden ungläubig an. 

„Woher willst du das denn wissen? Es wären ja sonst keine Geheimnisse, oder? So blond kannst du doch gar nicht sein.“

„Wir erzählten niemanden davon, Kai. Wir versprechen es dir.“

Kai runzelte die Stirn. 

„Das ist mir egal. Wenn sich die Leute wegen euch noch mehr das Maul über Makeda und mich zerreißen, kenne ich euch nicht mehr. Ist eure Entscheidung.“

Er ging zurück in die Küche und ließ die beiden allein. 

Die Mädchen indessen sahen sich erschrocken an, hatten sie ihren Freund doch so harsch noch nie erleben müssen. 

 

Großgressingen, Markt Ebrach, 15.02. 2016 22 Uhr 45

Die Stimmung am Nachmittag und Abend wurden wieder versöhnlicher. Die Mädchen schworen kein Sterbenswörtchen zu verlieren und ihre Entdeckung für sich zu behalten. Dafür erzählten Kai und Makeda ein wenig vom Verein und auch, wie sie zueinandergefunden hatten. 

Würden die beiden dichthalten? Die Mädchen nahmen ihn wichtig, das wusste er. Er selbst und sein Haus waren ein willkommener Rückzugsort, wenn sie die Schnauze voll von den eigenen vier Wänden hatten. Ihre Eltern hatten nichts dagegen, hatten sie doch ein tiefsitzendes Vertrauen zu Kai, welches dieser auch noch nie enttäuscht hatte. 

So verabschiedete man sich herzlich voneinander, witzelte noch ein wenig vor der Haustür herum, neckte sich und auch Makeda verlor dabei ein Stück weit von ihrer Zurückhaltung. Sie mochte Frei und Vroni, vermittelten die beiden ihr doch das Gefühl, dass sie von ihnen vorbehaltlos akzeptiert wurde. 

Kai und Makeda warteten noch darauf, dass die beiden Schwestern ihre Zigaretten fertig geraucht hatten, verabschiedeten sich und gingen wieder ins Haus zurück. Die beiden Mädchen blickten ihn nach und gingen dabei langsam durch den Vorgarten auf die Straße zu.

„Sind schon krass, die beiden. Kennen sich solch eine kurze Zeit und machen schon Sexspiele und Sadomaso. Krass dieser Verein. Kai hat nie erzählt, dass er für ihn arbeitet.“

Vroni dachte an die große Afrikanerin. Sie war so lieb und sensibel, man konnte sie sich gar nicht so richtig als Autorität vorstellen. 

„Und Makeda als Domina?“ Frei lachte. „Auf die Knie, Kai! Lecke meine Stiefel!“, gab Vroni sofort zum Besten. „Dann bumse ich dich mit meinen Umschnallpenis!“ 

Frei bat ihre Schwester darum, leiser zu sein. Sie hatten nun die Straße erreicht und ihre Eltern sollten nichts mitbekommen. 

„Was ist mit meinem Sohn? Was erzählt ihr da?“ 

Frei und Vroni fuhren erschrocken herum. 

„Irmi!“, fasste sich die Ältere. „So spät noch draußen?“ 

„Was ist mit Kai? Was tut diese Frau ihm an?“, fragte Irmgard ein weiteres Mal in einem bestimmenden Tonfall. 

„Nichts Irmi! Wir haben nur Witze gerissen. Makeda ist viel zu lieb. Die würde Kai nie was tun. Versprochen. Wir waren nur zum Essen drüben und haben zusammen ein Spiel gespielt.“

Irmgard blickte die beiden Mädels entgeistert an. Sie fühlte deutlich, dass sie in diesen Moment von ihnen belogen und hingehalten wurde. Das war doch sonst nicht deren Art. 

„Wir müssen, Irmi! Unsere Eltern warten sicher schon.“, stammelte Vroni und zog ihre ältere Schwester mit sich. 

Irmgard konnte gar nicht so schnell schauen, da waren die beiden auf der anderen Straßenseite und in ihrem Haus verschwunden. 

„Warum tust du mir das an, Kai? Ich war dir doch immer eine gute Mutter. Warum kannst du nicht normal sein?“, flüsterte die Frau und warf einen verzweifelten Blick auf das Haus ihres Sohnes. 

Nein! Sie würde ihren Sohn nicht aufgeben und der Sache auf den Grund gehen. Was hatten die beiden gerade gemeint? Sadomaso? Eine Schande für die Familie, wenn das stimmte und im Dorf bekannt wurde.

Warum hatte er keine normale Frau gefunden? Warum diese Negerin? Mischlingskinder? Wie sollten diese unbeschadet durchs Leben kommen? Tränen stiegen ihr in die Augen. Und jetzt auch noch Sadomaso? Sie wusste so gut wie nichts darüber, nur dass es mit Schmerz und Zwang zu tun hatte. 

Vielleicht wurde ihr Sohn auch von der Frau erpresst? Es schien ihr wie Schuppen von den Augen zu fallen. Natürlich! Anders konnte es doch gar nicht sein. 

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Kommentare

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dazu habe ich erst gestern von Sena einen sehr freundlichen Kommentar bekommen, aber meine Inspiration brauchte sie wohl nicht, war das doch zumindest in den älteren Geschichten immer ein zentrales Thema. Sehr schön!

Makeda muss leider trotzdem etwa ne Woche nach Argentinien, ich hoffe, Du kommst solange ohne sie aus.

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