Agentur zur Vermittlung einer Eheherrin 31

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Erfurt, 01.09.2016 04 Uhr 41

Verschlafen hob Frau Wassow ihren Oberkörper an, suchte sich in der Dunkelheit, um sich herum, zurechtzufinden und warf einen flüchtigen Blick auf die rote LCD-Anzeige ihrer Weckuhr. Wie sie das hasste. Nur noch eineinhalb Stunden bis sie aufzustehen hatte und nun wurde sie von ihrer Blase dazu getrieben, auf die Toilette zu gehen. 

Verschlafen wankte sie aus dem Schlafzimmer heraus in den Flur, von dort aus weiter in das Badezimmer. Schnell auf die Brille gesetzt ..., Erleichterung!

Neunzig Minuten! Sie seufzte. Sie würde sich beeilen müssen, wenn sie den Artikel noch in dieser Woche redaktionell aufbereiten und dem Chef zur Freigabe vorlegen wollte. Sie hatte den Kommissar in dieser Hinsicht ihren Willen bekundet, die Angelegenheit zu beschleunigen. 

Frau Wassow betätigte den Taster für die Spülung, klappte den Toilettendeckel herunter und zögerte für diesen Moment. War er nicht gerade noch oben gewesen? Verwirrt hielt sie inne, blickte auf den Abort herab, darauf wartend, dass sie in ihrem Kopf eine sichere Erkenntnis darüber zusammenbrachte, ob sie am Abend die Toilette abgedeckt hatte, oder eben nicht. Herrgott! Sie war müde gewesen, noch dazu, so wie jetzt eben auch, durch die Warnung des Kommissars total verunsichert gewesen. Unter anderen Umständen hätte solch eine Anomalie überhaupt keine Bedeutung für sie gehabt. 

So wusch sie sich die Hände, warf einen Blick in den Spiegel und schüttelte den Kopf. Sie hatte es ja nicht einmal geschafft, sich richtig abzuschminken! Egal! Ab ins Bett, die Körperhygiene wurde dann morgen erledigt. 

Frau Wassow trat hinaus auf den Flur und wollte gerade ihr Schlafzimmer betreten, als sie einen bläulichen Schein bemerkte, welcher durch die Glastür ihres Arbeitszimmers drang und die gegenüberliegende Flurwand schwach beleuchtete. 

„Nein! Das kann nicht sein.“ Frau Wassow schrak zusammen und begann an ihrem ganzen Leib zu zittern. Für alles andere mochte es eine Erklärung geben, nicht aber für den Allinone-PC welcher von ihr selbst in den Energiesparmodus versetzt worden war. Das Gerät fuhr selbstständig herunter und schaltete ab, selbst dann, wenn sie es wirklich einmal vergessen haben sollte. 

Sie suchte einen klaren Gedanken zu fassen, lauschte und verharrte weiterhin reglos auf der Stelle. Zu hören war nichts und zumindest hier im Flur und auch in den Bereich des Wohnzimmers, welchen sie überblicken konnte, nichts zu sehen.

„Ist da jemand?“, rief sie zaghaft, doch folgte keine Reaktion. Nur das Brummen des Kühlschranks wurde laut, worüber sie heftig erschrak. 

Reisinger! Sie musste den Kommissar anrufen. Kaum das der Entschluss von ihr gefasst worden war, eilte sie in das Schlafzimmer, schloss dessen Tür hinter sich ab und griff nach ihrem Handy. Es war leer! Sie hatte das Kabel nicht richtig angeschlossen!

Mit zitternden Fingern verband sie das Smartphone mit dem Ladegerät, blickte immer wieder zu der verschlossenen Zimmertür hinüber und wartete darauf, dass das Gerät starten würde. Quälend lange Sekunden später, sie hatte den Endspeercode gerade eingetragen, fand sie den Eintrag des Kommissars und tippte auf das daneben befindliche Anrufsymbol. Das Klingelzeichen tönte, dann hörte sie die brüchige Stimme des Polizisten. 

„Kchia! Hallo?“ 

„Herr Reisinger?“, flüsterte Frau Wassow leise. 

„Wer ist denn dran?“, kam umgehend eine klare Gegenfrage. 

„Ich bin es, Wassow!“, flüsterte die völlig verstörte Frau mit zittriger leiser Stimme.

„Was ist passiert?“, fragte der Kommissar sogleich. 

„Hier ist jemand in der Wohnung. Ich habe Angst das Zimmer zu verlassen.“

„Geben sie mir ihre Adresse!“, forderte der Beamte. 

„Frau Wassow musste zweimal wiederholen, damit sie verstanden wurde, hatte sie doch Angst davor lauter zu sprechen. 

„Gut! Es ist gleich jemand unterwegs. Ich rufe sie sofort zurück. Wissen sie, ob Nachbarn sicher zugegen sind?“

„Nein! Ich gehe hier nicht weg, Reisinger. Fordern sie das nicht von mir!“

„Gut. Die Beamten klingeln zweimal kurz, zweimal lang. Schaffen sie es ihnen aufzumachen?“

„Wenn sie solange am Telefon bleiben, ja.“

„Gut! Ich rufe sie sofort zurück.“

Frau Wassow weinte. „Beeilen sie sich bitte!“

Das Gespräch wurde beendet, die Frau starrte verängstigt zur Tür hin. 

Schon nach zwei oder drei Sekunden klingelte das Telefon und sofort nahm Frau Wassow das Gespräch entgegen. „Ja? Reisinger?“ Es blieb stumm im Hörer. Es kam keine Antwort. „Reisinger? Hören sie mich?“ Verwirrt legte sie auf und wählte die Nummer des Kommissars. Besetzt! Wurde ihr von der Ansage erklärt. 

„Brrrrrrr ..., Brrrrr ...“, vibrierte erneut das Gerät in ihren Händen. „Ja? Kommissar?“, stammelte die Journalistin. Keine Reaktion. Es blieb ruhig im Hörer, nur ein verhaltenes Rauschen war hörbar. „Warum macht ihr das mit mir?“, fragte Frau Wassow, weinerlich. 

Ein zweiter Anruf! Das musste Reisinger sein! Sie wechselte und hörte erleichtert die souverän und ruhig klingende Stimme des Beamten. „Die haben mich angerufen. Die machen mich ferig!“, gab sie ihm sofort in ihrer Verzweiflung zu verstehen. „Wer hat angerufen?“, fragte Reisinger sogleich. „Was haben sie ihnen gesagt?“ „Gar nichts!“, schluchzte die Wassow und heulte ungehemmt los. 

„Ich komme zu ihnen, Frau Wassow! Halten sie durch. Kollegen sind in fünf Minuten bei ihnen. Sie müssten gleich die Signale hören.“

Tatsächlich hörte Frau Wassow, durch das gekippte Fenster hindurch, das klagende Heulen der Polizeisirenen. Bremsgeräusche, knallen von Autotüren, eilige Schritte auf dem Asphalt. 

Ein Klingeln an der Tür! Frau Wassow zögerte. Sollte sie wirklich durch den Flur hindurchgehen und öffnen? Was wenn diese Schweine noch in der Wohnung waren?

„Sie sind da!“, erklärte sie dem Kommissar. 

„Gehen sie öffnen, Frau Wassow! Es kann ihnen jetzt nichts mehr geschehen.“

Die Frau mittleren Alters erhob sich umständlich, ging mit zögernden Schritten auf die Tür zu und schloss sie auf. Sie lauschte und hörte jetzt die Schritte im Hausflur. Die Polizisten mussten zwischenzeitlich auch bei den Nachbarn geklingelt haben. 

„FRAU WASSOW! POLIZEI! ÖFFNEN SIE UNS BITTE!“ Es klingelte jetzt. Zweimal lang, zweimal kurz. 

„Öffnen sie! Reißen sie sich zusammen!“, mahnte jetzt der Kommissar mit ungeduldiger Stimme. 

Frau Wassow hörte energisches Klopfen und trat jetzt entschlossen auf den Flur hinaus. Hastig überwand sie im schnellen Laufschritt die wenigen Meter zur Wohnungstür hin, zog die Kette auf und speerte neben dem Riegel auch das Türschloss auf. 

Sechs Beamten standen vor ihrer Tür! Sie hatten sogar ihre Dienstwaffen gezogen. Dahinter waren die Willingers zu sehen, die verstört, von der eigenen Wohnung aus, zu ihrer Wohnungstür rüber sahen. 

„Gehen sie aus der Tür Frau Wassow!“, forderte eine blonde Beamtin, worauf sogleich zwei ihrer Kollegen die Wohnung betraten, nachdem deren Eigentümerin den Weg freigegeben hatte. 

Sie hörte die Kontrollrufe, hörte das Aufreißen von Türen, dann das Poltern eines Möbelstücks. Sie erschrak furchtbar in diesem Moment, genauso wie die junge Frau an ihrer Seite. 

„AUA!“, hörte man das Klagen eines Mannes, dann trat einer der Polizisten an die Tür. 

„Ernst hat sich nur gestoßen.“, erklärte der Beamte schmunzelnd. „Die Wohnung ist frei. Niemand zu sehen.“

Eine riesige Last fiel von Frau Wassows Schultern. 

„Wollen wir reingehen, Frau Wassow?“, fragte die junge Polizistin, einen flüchtigen Blick auf die Nachbarn werfend. 

„Ja.“, kam es kleinlaut zurück, worauf sie von der jungen Frau ins Wohnzimmer geleitet wurde.

„Setzten sie sich bitte erst einmal, beruhigen sie sich, dann können sie uns erklären was passiert ist.“

Frau Wassow wurde ins Wohnzimmer geführt, als sie einen Blick rüber zu der Glastür des Arbeitszimmers warf. Der Computer war jetzt aus. 

„Das kann nicht sein!“, stammelte sie. „Der war eben noch an!“

Die Polizistin verstand nicht, und so suchte sich die Journalistin zu erklären. „Der war vorhin noch an. Ich wollte zur Toilette, da habe ich den Schein des Display gesehen. Er schaltet sich sonst selbst aus, aber ich habe ihn auch gestern gar nicht mehr benutzt ...“

„Ruhig, Frau Wassow! Wir haben überall nachgesehen, wir sind hier allein! Niemand ist hier, der sie bedrohen könnte.“

Frau Wassow sah in die Gesichter der Beamten und konnte deutlich deren Zweifel sehen. Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. 

„Das Licht im Flur! Es geht.“, stellte sie tonlos fest. 

„Ja. Es brennt ja jetzt immer noch.“, stellte die Beamtin fest, rüber auf die Wohnzimmertür blickend. 

„Nein. Ich meine draußen im Flur. Gestern ging es nicht an. Ich habe zweimal den Taster gedrückt.“

„Vielleicht ein Wackelkontakt? Das kommt häufig vor, Frau Wassow.“

„Nein. Sie glauben mir nicht, aber da war noch mehr!“, erklärte die aufgebrachte Frau. „Das Marmeladenglas zum Beispiel, es stand dort nicht. Ich habe schon lange keine Marmelade mehr gegessen.“

Die Beamtin blickte zu einem ihrer Kollegen auf, der sie augenscheinlich auch ohne ein Wort verstand. Er kehrte nach wenigen Minuten zurück und fragte die vor ihm auf der Couch sitzenden Frau. „Wo soll das Glas den sein?“

„Im Regal ganz oben!“ 

Der Beamte verneinte. 

„Wir haben zu zweit nachgesehen, es gibt dort kein derartiges Glas.“ 

Frau Wassow schloss ihre Augen. Tränen rannen über ihre Wange, ihre Atmung beschleunigte sich. 

„Sie glauben mir nicht. Ich bin doch nicht verrückt.“

Die Beamtin suchte sie zu beruhigen. 

„Der Kommissar glaubt ihnen, Frau Wassow. Er hat uns genau von solchen Möglichkeiten berichtet. Wir packen ein wenig was zusammen, dann bringen wir sie wo anders unter, einverstanden?“ 

Die Reporterin nickte. 

„Ich bilde mir das alles nicht ein! Bitte!“

„Das wissen wir, Frau Wassow. Aber wer auch immer sie so verstört hat, er muss ein Geist sein.“

 

Bad Langensalza, Stadthaus, 01.09.2016 13 Uhr 41

„Zimer! Das sind keine Zufälle? Sie sind doch kein Unmensch, dass sie derartige Zusammenhänge ignorieren. Ihre Frau terrorisiert alles und jeden, der ihr auf den Schlips tritt.“

Der junge Mann starrte vor sich auf den Schreibtisch, während der Kollege des Kommissars aus dem Fenster des Büros blickte. 

„Frau Wassow ging es blendend, als sie von dem Interview mit ihnen nach Hause gefahren ist, am nächsten Morgen war sie dann derartig verstört, dass man sie mit Hilfe von Medikationen stabilisieren musste.“

Der Mann am Tisch blieb schweigsam. Dennoch konnte der Kommissar ihm ansehen, dass seine Worte bei ihm Wirkung zeigten. 

„Es ist ja nicht nur ihre Frau. Auch die Vereinsfrau Yael Levi zeigte sich uns gegenüber sehr abgebrüht, als wir sie mit unserem Kenntnisstand konfrontiert haben. Diese Frauen verarschen uns und nicht nur ich habe den Eindruck, dass sie sich einen riesen Spaß daraus machen.“

„Wie könnten sie das?“, fragte der Stadtbeamte schließlich. „Sie sind die Staatsmacht.“

Reisinger musste sich dazu zwingen, ruhig zu bleiben. 

„Meine Exfrau wurde bedroht, Zimer. Nicht direkt, aber genau so dosiert, dass die Nachricht bei mir angekommen ist. Ich habe einen Zettel gefunden mit ihrem Namen drauf, hier in Bad Langensalza auf dem Tisch meines Hotelzimmers. Kurz darauf wurde dann die Fensterscheibe eingeschmissen, zuvor, als wir von dem Verhör mit ihrer Frau kamen, fanden wir unser Auto verwüstet vor ..., in der Nacht habe ich dann ihre Frau im Park getroffen, oder besser gesagt sie mich. Wissen sie was? Ich bin seit zwei Jahrzehnten Polizist und habe dennoch Angst in diesem Moment empfunden.“

„Ich kann ihnen nicht helfen.“, flüsterte der Mann. 

„SIE WOLLEN NICHT, ZIMER!“ 

Schmied sah von dem Fenster aus zu seinem Kollegen rüber und suchte diesen zu beruhigen. 

„Gustl!“

„Ja, ja.“ Reisinger suchte sich zu beherrschen und setzte sich in den Besuchersessel, welcher auf der Zimer gegenüberliegenden Schreibtischseite stand. 

„Es werden Menschen gefoltert, Zimer! Zum Vergnügen anderer. Fragen sie ihre Frau, ob sie davon weiß. Das würde mir schon reichen.“

Zimer sah jetzt zu dem Polizisten rüber. 

„Gefoltert?“

„Ja! Gefoltert und verstümmelt. So krank und pervers, dass man den Anblick kaum ertragen kann. Und es ist jemand im Verein Mitglied, welcher diese Menschen zerstört, dafür gibt es Hinweise.“

„Und sie glauben, dass Irina ...?“

Reisinger wurde plötzlich unsicher. Das war ein Punkt, der ihn selbst störte. Zimers Frau zerlegte die Menschen auf eine Art und Weise, welche einfach nicht zu den Videos passen wollte. 

„Ich weiß nicht, was ich noch glauben darf, Zimer. Nur eines weiß ich sicher. Das dieser Verein, welchem ihre Frau angehört, der schlimmste Moloch ist, welchen ich bis dato erlebt oder mir zur Kenntnis gebracht worden ist.“

Der Kommissar legte dem Mann vor sich eine Visitenkarte hin. 

„Hier! Falls sie uns vielleicht doch noch helfen wollen, Zimer!“

Der Mann griff nach dem Kärtchen und las das darauf Geschriebene. Dann verschwand sie in einer der Schubladen. 

„Gustl? Du hast Recht, sie kommt.“, erklärte Schmied, immer noch am Fenster stehend. 

Der Kommissar blickte erstaunt zu seinem Kollegen rüber. „Dann weiß sie also, dass wir hier sind?“

Schmied nickte. 

„Ja! Sie hat zu mir raufgewunken.“

Der Kommissar starrte seinen Kollegen für Sekunden entgeistert an, dann wandte er sich an den Befragten.

„Na, Zimer? Auf ihre Frau ist Verlass, will es mir scheinen. Kaum nehmen wir sie ein wenig in die Zange, naht sie schon herbei, um ihnen Rettung zu bringen. Fast bewundernswert, nicht? Und das sie auch noch weiß, dass wir darauf gewartet haben, Respekt.“

Reisinger stand von dem Stuhl auf und beugte sich über den Tisch. „Wachen sie auf! Sie haben den Teufel an ihrer Seite. Helfen sie uns!“

Der Mann schwieg und entgegnete nichts weiter. Der Kommissar gab auf und ging auf Abstand. 

„Gehen wir, Schmied. Verschwendete Liebesmüh.“ 

Die beiden Polizisten schickten sich an das Büro des Abteilungsleiters zu verlassen, als auch schon Frau Zimer an die Tür herantrat. 

„Hab ich gesehen richtig, da? Sie besuchen Mann? Jetzt gar keinen Kuchen für sie.“, stellte sie amüsiert fest und bot den beiden Polizisten ihre Hand zum Gruß an. Doch diese verzichteten auf die Entgegnung ihrer Geste und traten an ihr vorbei hinaus auf den Gang. 

„Sparen sie es sich, Frau Gussew! Ihr Mann kann einem nur leidtun. Bleibt nur zu hoffen, dass er irgendwann aufwachen wird und erkennt, was sie für ein Mensch sind.“

„Sie böse auf mich?“, fragte die junge Frau erstaunt und eilte den beiden Männern nach. „Aber warum? Ich nichts getan, da?“

Die Männer antworteten ihr nicht, stattdessen gingen sie weiter den Gang herunter, Richtung Sekretariat und Ausgang. 

Irena aber kehrte in das Büro ihres Mannes zurück, schloss die Tür hinter sich und kam um den Tisch herum, dabei ein breites Grinsen in ihrem Gesicht tragend. 

Sie setzte sich auf seinen Schoss und umarmte ihn, was er widerstrebend über sich ergehen ließ. Sie küsste ihn auf den Mund, fühlte aber auch jetzt keine Reaktion. 

„Du sauer auf mich sein? Warum! Keiner schießen in Kopf, da?“ Sie lachte schallend. „Ich dir versprechen.“ 

„Ich weiß einfach nicht wer du bist.“, flüsterte Jörg leise, ohne sie dabei anzusehen. 

„Doch, das weißt du genau, Jörg. Ich habe dir gesagt, dass ich auf uns aufpassen werde und solange man uns bedroht, bleibe ich gefährlich. Verstehe das endlich!“

„Und wenn sie dich erwischen? Und was hast du mit Folter zu tun?“

„Folter?“ Irina blickte ihn mit offensichtlichem Erstaunen an. „Was meinst du?“

„Der Kommissar hat mir davon erzählt? Jemand im Verein scheint Menschen zu zerstören.“

Irina blickte in diesem Moment an ihm vorbei, antwortete aber nicht. 

„Ich habe nichts damit zu tun, Jörg. Glaub mir das! Und wenn du später nachhause kommst, dann werde ich dich auf andere Gedanken bringen, versprochen. Bald schon gibt der Kommissar, und sein Hündchen auf, das ist ein Versprechen.“

„Du zerstörst niemanden! Bitte, Irena!“

Die junge Frau blickte ihn aufmerksam an. Jetzt erst suchte er den Blickkontakt zu ihr, mit der Hoffnung, dass er ein Fünkchen Wahrheit in ihren Augen finden durfte. 

„Ich weiß nicht worauf der Kommissar hinaus möchte, aber mich kann er damit nicht meinen, dass zumindest kann ich dir versichern.“ 

Jörg reagierte mit Erleichterung. Er glaubte ihr in diesen Moment. Schachfiguren! In diesen Moment eine Bestätigung für die Richtigkeit ihrer Worte und keine Quelle neuer Unsicherheit. 

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Kommentare

Bild des Benutzers fukov

... dass mir das nicht eingefallen ist. Ich werde mal auf einen Marathon gehen und versuchen, einige der Granden hier im Stil zu doublen, und die Krönung wird eine echte Sena-Story sein.

Bis dahin ziehe ich mal wieder den Hut.

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