Agentur zur Vermittlung einer Eheherrin 27

~
~

Liebe Leser, 

bevor ich den Teil 27 dieser Geschichte hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Ich möchte euch für die Unterstützung beim Schreiben, euren Anregungen und Kritiken danken. Auch für das Kaufen meiner Bücher und die damit verbundenen Rezensionen. Habt ihr Anregungen für neue Geschichten, Wünsche oder Fragen, könnt ihr mir diese gerne per PN stellen. Natürlich würde ich mich aber auch über euren weiteren Support freuen.

Unter meinem Autorenpseudonym (Link in der nächsten Zeile) findet ihr meine bisher veröffentlichten Werke. 

Madame Mala Amazon

Für eure Treue, Unterstützung, Zuspruch, Feedback und Freundschaft noch einmal vielen Dank

Drücke euch alle

Eure Sena

Erfurt, Vorort Klettbach, 28.01.2016, 0 Uhr 06

Schmied lenkte seinen Wagen auf die Einfahrt des Anwesens hinauf und fuhr, wie schon die letzten Male, auf die Rückseite des Gebäudes, um sich und das Fahrzeug vor den Blicken Neugieriger zu schützen. Darca war Witwe, trauerte noch, da würde man auf einen nächtlichen Besucher wohl nur mit bösen Worten und Tratsch reagieren. 

Die beiden Hunde kannten ihn mittlerweile, kamen herbeigelaufen und schwänzelten um den Pkw herum. Seine Angst hatte sich hin zum gesunden Respekt gewandelt und so stellte er den Motor ab und öffnete die Wagentür, als auch schon einer der Tiere seinen bulligen Kopf in die Fahrkabine hineinschob und über seine linke Hand leckte. 

„Darca? Kannst du sie rufen, bitte?“

Ein dezenter Pfiff und die beiden Hunde wetzten sofort los. Von der Herrin indessen war noch nichts zu hören oder zu sehen. 

„Komm ins Haus!“ Hörte er sie, von weiter weg rufen, und so stieg er aus dem Wagen aus und eilte den sorgfältig gepflegten und eingefassten Kiesweg entlang. 

Hastig betrat er das Haus, sich dabei vergewissernd, dass die Hunde draußen blieben, hängte seine Jacke an der Garderobe auf und stöhnte unter der tiefsitzenden Erregung auf, welche längst von ihm Besitz genommen hatte. 

Er hörte das Knallen von Absätzen, dann stand sie vor ihm, seine so wunderschön und böse wirkende Göttin. Sie trug ein schwarzes, tief ausgeschnittenes Abendkleid und Stiefel, welche bis zu ihren Oberschenkeln hinauf reichten. Handschuhe trug sie dieses Mal keine, ein Umstand, welcher von Schmied sofort registriert wurde, genauso wie der beige Rohrstock mit Schlaufe, welchen sie in ihrer Rechten hielt. 

Schmied durfte nichts sagen, ging vor ihr auf seine Knie herunter und senkte seinen Blick. Wieder hörte er ihre Tritte auf dem Steinboden und bemerkte schließlich die schwarzen Stiefelspitzen, welche sich von oben her in sein Blickfeld schoben. 

Er wusste, was jetzt von ihm erwartet wurde und so freute er sich darauf, ihr diese Zeichen seiner Demut setzen zu dürfen. So beugte er sich vor, senkte seine Lippen auf das feine mattschwarze Leder ihres linken Stiefels und begann sich dessen Sohlenrand entlang zu küssen. Wie geil das alles war und wie sehr es ihn ärgerte, so viel Jahre in normalen Beziehungen verschwendet zu haben.

Seine Erektion war quälend für ihn und er freute sich wie wahnsinnig auf dem Moment, wo sie ihn fordern würde. Doch ahnte er auch, dass er sich bis zu diesem Augenblick noch zu gedulden und einige ihrer grausamen Spiele zu ertragen hatte. 

Wie intensiv es sich anfühlte, sich auf solch einer devoten Weise einer Frau nähern zu dürfen. Wie prägend das Erleben war, wenn Schmerz und Zwang im Hintergrund lauerten und eine Welle aus Qual jederzeit über ihn hereinbrechen konnte. 

Sie entzog ihm den linken Stiefel und zeigte ihm dabei deutlich ihre Ungeduld. Ein Schlag gegen sein Gesicht, sie hatte ihm mit dem rechten Spann leicht gegen seine Wange getreten. Sie tat ihm nicht weh dabei, doch die mit dieser Geste verbundene Demütigung marterte ihn besonders. 

„Mach schon! Ich will wissen was es Neues gibt.“

Werner schloss seine Augen, drückte erneut seine Lippen auf das Leder ihres Schuhwerkes und küsste hastig darüber hinweg. 

Er fühlte ihr Schienbein gegen seinen Kopf drückend, dann einen festen Zug an seinen Haaren. Mühsam richtete er sich aus seiner knieenden Haltung auf, kam vor ihr zum Stehen, als sie auch schon dabei war ihm ein stählernes Fesselband um seinen Hals zu legen. Er hörte ein Klicken und Knacken, dann einen intensiven gewöhnungsbedürftigen Druck auf seiner Haut. 

„Zieh dich aus!“

Er blickte ihr sorgenvoll in das markant geschminkte Gesicht. Wie attraktiv es doch war und wie entschlossen es jetzt auf ihn wirkte. Ihre grauen Augen schienen ihn wie Dolchspitzen zu ritzen, während sie mit angespannter Miene darauf wartete, dass er ihrem Befehl Taten folgen ließ. 

Er stöhnte, während er in den Kragen seines Hemdes griff und den ersten Knopf mit den Fingern seiner rechten Hand aufdrückte. Darca hielt weiter ihren Blick auf sein Gesicht gerichtet, doch spürte Schmied, wie die Spitze des Rohrstockes langsam über seinen Schritt hinweg glitt. Ein bizarres Gefühl, erregte es ihn doch genauso stark, wie er sich vor einem möglichen Hieb damit ängstigte. 

Doch noch schien es nicht soweit zu sein und so riss er sein Hemd vom Oberkörper herunter, ließ sein Unterhemd folgen und öffnete dann die Schnalle seines Gürtels. Dabei stieg er mit der Hilfe seines rechten Fußes auf dem Schuh seines Linken, den Blick nach wie vor auf das kühle Gesicht seiner Herrin gerichtet haltend. 

„Ihr habt etwas herausgefunden, stimmts?“ Durchbrach Darca für einen Moment die Stimmung. 

Schmied nickte ihr zaghaft zu, worauf sie ein Lächeln andeutete. 

„Weiter! Für jede Sekunde, die du noch brauchst, setzte ich dir einen Hieb mit meiner Freundin hier.“ Ein Fauchen zerriss die Stille, während die Gerte in einem weißgrauen Schweif die Luft durchschnitt. 

Sie würde ihn wirklich damit prügeln? Schmied bekam es mit der Angst, stieg gleichzeitig aus Hosen und Slip und warf die Wäsche achtlos beiseite. Seine Socken aber ließ er an, er hatte sie völlig vergessen. 

Darca indessen rührte sich nicht und musterte ihn schweigend, während die Sekunden verstrichen und Schmied nicht ahnte, warum seine Herrin ihr Spiel nicht fortführte. Verwirrt hielt er seinen Blick auf ihr Gesicht gerichtet, dann erinnerte er sich an seine Armbanduhr, welche er nach wie vor um sein Handgelenk trug. 

Hastig löste er den Zeitmesser und warf ihn achtlos in Richtung Wäschehaufen, doch seine Herrin schüttelte ihren Kopf, ihm damit eine nicht unwesentliche Hilfestellung leistend. 

„Scheiße!“ Entfuhr es ihm. Erst jetzt besann er sich auf seine Socken. Wie ein Wahnsinniger riss er sie von seinen Füßen herunter, worauf bei einer von ihnen der Stoff mit einem hellen Knarzen nachgab. 

„Achtundachtzig.“ Darca nickte ihm zu und ließ ihre Ankündigung bei ihm wirken. 

Fast hundert Schläge mit diesem Höllenteil?“

Darca lächelte jetzt, trat an ihn heran und hob sein Glied an. 

„Ich werde dir dabei helfen das durchzustehen. Erst aber schließe ich dich in deinen Zwang. Du wirst ihn ertragen lernen müssen, wirst du doch künftig nichts mehr anderes in diesem Haus tragen dürfen. Selbst dann nicht, wenn meine Freundinnen oder Familie zu Besuch kommen werden. Verstanden?“

Schmied sah sie ungläubig an, während sich bereits Widerworte in seinen Verstand zu formen begannen. Sie schien es zu ahnen und schüttelte ihren Kopf. 

„Ich bring dir bei, ein tüchtiger Sklave zu sein, Werner. Einer, auf den ich stolz sein kann, und welcher meine Nähe und Intimität verdient.“

Schmieds Angst wurde jetzt von Stolz begleitet. Diese Frau hatte ihn als ihren künftigen Partner auserkoren und damit die Ankündigung seiner ersten harten Abstrafung für ihn erträglich werden lassen. Freute er sich wirklich auf das leidvolle Leben an der Seite einer Sadistin? Es war irre. Er konnte diese Frage für sich ganz klar bejahen. 

Darca entfernte sich und kehrte mit stählernen Fesselstangen und Fäustlingen zurück. Letztere wirkten sehr massiv und schwer und tatsächlich sah er seiner Herrin an, dass sie mit einiger Anstrengung mit diesen Teilen hantierte. Zu seiner Erleichterung legte sie diese erst einmal auf den Boden ab und nahm eine weiße Kleberolle zur Hand, die sie um seine Hand- und Fußgelenke abrollte. Wahrscheinlich wollte sie das Scheuern der Fesseln auf seiner Haut damit verhindern und diese so vor Zeichen ihrer Misshandlung schützen. 

„Forme die Hände zu einem Schnabel.“ Forderte sie. Schmied verstand nicht und so half ihm die Domina dabei, ihren Befehl Folge zu leisten. Zwei massive Stahlkugeln stülpte sie über seine Hände, fixierte sie mit eng sitzenden Manschetten an seinen Handgelenken und vergewisserte sich, dass sie unverrückbar blieben. Werners Finger hatten gerade so darin Platz und drückten schmerzhaft gegeneinander. Hinzu kam noch das nicht unerhebliche Gewicht dieser Fesseln. 

Darca ließ zwei Karabiner an die Spitzen der beiden Fesseln einklicken, führte daran befestigte Kabel zu seinem Halsband hinauf und fädelte sie dort durch den darin angehängten O-Ring. Mit Sorge betrachtete Schmied seine rumänische Göttin dabei, wie diese zwei Clover Clamps in die freigebliebenen Ösen einhängte und begann zu zittern, als er die Hand seiner Gebieterin an seinen Hoden fühlte. Es tat so weh, dieser intensive Druck auf seine Haut. Darca hatte die beiden Klammern in seine beiden Hodensäcke beißen lassen und die beiden Kabel so bemessen, dass, wenn er seine Hände senkte, er gleichzeitig einen intensiven Zugschmerz an seine Testikel erzeugte und diese sein Glied in die Höhe zogen. Deswegen auch die schweren Fesseln, er sollte gar nicht die Chance haben, ihren Sadismus zu entkommen. 

Darca ignorierte sein Stöhnen und die Tränen, welche nun aus seinen Augen herausquollen. Achtlos ging sie in die Knie und legte ihm weitere Schellen um seine Fußknöchel.

„Fang an mir zu berichten!“

Schmied biss seine Zähne aufeinander. Der Zugschmerz war anfänglich auszuhalten gewesen, nahm aber jetzt mit jeder weiteren Sekunde an Intensität zu. Panisch versuchte er, die richtigen Worte zu finden, einen Anfang, an welchen er seinen Bericht beginnen konnte, doch es war vergebens. Seine stetig ansteigende Pein unterband jegliche Konzentration bei ihm. 

Ein Auffauchen, dann biss der Rohrstock auch schon in seinen Oberschenkel. Schmied kreischte auf, als sich der glühende Brand in sein Gehirn hineinzubrennen schien, gefolgt von drei weiteren, leicht geführten Hieben, welche aber dennoch quälend für ihn waren. Hatte Darca vergessen, dass er ein Anfänger war?

„Beginn endlich! Oder willst du mich wirklich verärgern?“ Herrschte sie ihn an, bereits zu einem weiteren Schlag ausholend. 

„Bitte, ich kann das so nicht. Ich will ja.“

Verblüfft hielt die Domina inne. Sie schien jetzt zu begreifen und zeigte sich für einen Moment ratlos. 

„Gut. Dann ohne.“

Schmied stöhnte erleichtert auf, als sie die beiden Klammern löste und wäre beinahe vor ihr auf die Knie gegangen. Der Entlastungsschmerz war die Hölle, doch dadurch, dass er sofort abzuklingen begann, versprach er dem Gepeinigten auch baldige Linderung. 

Darcas graue Augen zeigten Ungeduld. Sie umkreiste den Sklaven, ließ die Spitze ihrer Rute mit Druck über seine Brust kratzen, als Drohung dafür, dass er mit allem bei ihr zu rechnen hatte. 

„Fünfundachtzig hast du noch vor dir.“

Schmied wurde schlecht. Er war vollkommen überfordert mit dieser Ankündigung. 

„Bitte, Darca. Das halte ich niemals aus.“

Seine Herrin zeigte zum ersten Mal so etwas wie ein Lächeln. 

„Doch, das wirst du. Für mich.“

Sie trat an ihn heran, umarmte seinen nackten Körper und legte ihre Wange über die seine. Schmied konnte ihr Haar riechen, welches blumig und angenehm roch, fühlte die Wärme ihrer Haut, dann ihre Lippen, welche sich über die seinen legten. 

„Du wirst mich stolz machen, Werner. Und das Leiden für mich auszuhalten lernen.“

Er nickte, während die Tränen weiter über seine Wangen liefen. Seine Angst gegenüber dieser Frau steigerte sich sofort, als sie sich von ihm zu lösen begann und ihre Aufforderung wiederholte. 

„Es gab einen weiteren Folterfilm.“

Darca verstand ihn nicht. 

„Du meinst SM?“

Schmied verneinte zaghaft. 

„Nein. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so grausam wie bei deinem Mann.“

Darca begann sich sofort zu interessieren. Schmied beschrieb ihr die Szenen, welche er gesehen hatte und beschrieb ihr die Details dabei so eingehend wie möglich. 

„Sieht man die Täter?“

„Ja, schon. Aber sie sind maskiert. Aber man kann dieses Mal erkennen, dass es sich dabei um eine Frau handelt.“

Darca hörte ihm aufmerksam zu, die Gerte dabei leicht gegen ihre linke Innenhand klatschen lassend. Ihre Gedanken rasten in diesem Moment und so vergaß auch Schmied das böse Spiel, welches sie mit ihm gerade noch getrieben hatte. 

„Sie hat den Mann stellenweise gehäutet und vor laufenden Kameras kastriert.“

Darca sah ihn ungläubig an. Sie mochte sich solch eine Szene nicht einmal vorstellen. 

„Und die Polizei glaubt jetzt, dass der Verein ...“

Sie biss sich auf die Unterlippe, ihren Blick dabei besorgt auf ihren Sklaven richtend. 

„... dass wir?“ Sie war unfähig die richtigen Worte zu finden. 

„Immer wenn eines dieser Foltervideos auftauchte, gab es eine Bitcoineinzahlung auf ein Konto. Und dreimal wurde darauf zugegriffen, allerdings ohne, dass es dabei zu einer Transaktion gekommen wäre.“

Darca verstand nicht, worauf er hinaus wollte.

„Die Ip-Adresse wird dem Vereinsrouter zugeordnet.“

Die Domina blickte zur Decke auf, dann sank sie in die Knie. Ahnte sie bereits, wohin diese Fakten deuteten?

„Der Kommissar glaubt, dass jemand im Verein diese Videos auf einen Auftrag hin dreht. Und man sich Männer als Opfer aussucht, die solch eine Qual lange standhalten können, dabei aber ungehemmt ihren Schmerz zeigen.“ Er wusste nicht, ob er sich deutlich genug erklärt hatte. „Also nicht abgestumpft sind, weißt du was ich meine?“

Darca nickte und brachte mühsam ihre Gedanken heraus. Sie wollte ihrem Sklaven bei seinen Ermittlungen helfen und bekam das Gefühl, es dieses Mal auch zu können.  

„Im Verein werden SM-Videos gedreht. Auf einem alten landwirtschaftlichen Betriebsgelände im Harz. Jede unsere Frauen kann sich dort an Sklaven vergehen und wird gut dafür bezahlt. Entsprechende Aufträge und Vorschläge nehmen sie per App entgegen. Ich weiß, dass immer wieder auch sehr kranke Vorschläge eingegangen sind, welche, die nicht im Einklang zu bringen sind mit unserer Sorgfaltspflicht den Sklaven gegenüber, aber nie ...“

Erst jetzt schien sie zu begreifen. 

„Ihr glaubt, dass Krateos ...?“

Schmied senkte vor ihr seinem Blick. 

„Er wäre das perfekte Opfer gewesen. Zumal er ja auch noch potentielle Täter freihaus mitgeliefert hat. Verstehst du? Tatsächlich haben wir ja auch sofort die Armenier verdächtigt.“

Eine Art heller Schrei drang von draußen herein, dann ein klägliches Quicken. 

Darca schrak zusammen und auch Schmied zeigte deutlich seinen Schrecken in diesem Moment. 

„Mach mich los! Schnell!“

Die Domina beeilte sich, seine Fesseln zu lösen, als der Polizist auch schon zu dem Wäscheberg lief und nach dem Holster mit seiner Dienstwaffe suchte. 

Er lud sie durch, und trat, nackt wie er gerade war, an die Haustür heran. Es blieb draußen still. 

„Ich sehe nach.“

„Bist du sicher? Bleib lieber hier und wir rufen die Polizei.“

Schmied wurde blass, bei dieser Vorstellung. 

„Das können wir nicht, Darca.“

Sie verstand und wischte sich in diesem Moment ihre Tränen aus den Augen. Die Angst legte sich bleischwer über all ihre Empfindungen. 

Schmied öffnete die Tür, ging in die Hocke und spähte kurz nach draußen. Es blieb ruhig.

„Ich sehe jetzt nach. Lösche überall das Licht! Geh in den Keller. Ich klopfe sechsmal, wenn ich dich holen komme.“

Darca war einverstanden und blickte ihm besorgt nach. Sie sah ein, dass sie sich in dieser Situation auf sein Können als Polizist verlassen musste. So eilte sie sich damit, die Fernbedienung an sich zu nehmen, drückte darauf einige Knöpfe, worauf das Licht im ganzen Haus erlosch. 

Schmied indessen kroch die Hauswand entlang. Nichts war zu hören oder zu sehen. Umstände welche ihn sorgten. Was war mit Darcas Hunden geschehen? Normalerweise wären sie doch längst angelaufen gekommen und hätten ihn regelrecht überrannt. 

Waren sie es gewesen, die diese schrillen Töne ausgestoßen hatten? Er suchte das ganze Gelände ab, fast eine halbe Stunde lang. Erst in dem Moment, in dem er zum Haus zurückkehren wollte, fand er die beiden Tiere keuchend, in der Nähe des Zaunes, am Boden liegend. Sie lebten zumindest noch. 

Vorsichtig näherte er sich an. Durchsuchte das Umfeld, fand aber nichts Verdächtiges. Erst jetzt traute er sich an die beiden am Boden liegenden Leiber heran, um sie näher in Augenschein zu nehmen. 

„Scheiße verdammte! Ruhig! Bleibt liegen!“

Er sah, wie die beiden Hunde um Atemluft rangen und dennoch versuchten, ihn zu begrüßen. Welch treue und tapfere Tiere sie beide waren. Unglaublich. Schmied senkte seinen Kopf und tastete die Leiber der beiden Dobermänner ab. Sie schienen ihm unverletzt zu sein. Vielleicht waren sie vergiftet worden?

Er fasste einen Entschluss, lief zurück zum Haus und eilte zu der Kellertür, welche in Darcas Verlies hinunter führte. Er klopfte das verabredete Zeichen, worauf sich sofort die Tür für ihn öffnete. 

„Die beiden sind anscheinend vergiftet worden. Hast du die Nummer von einem Tierarzt?“

Darca schrie auf und Tränen schossen aus ihren Augen heraus. Sie hob ihre Hände ans Gesicht und ging in die Knie. Sie schien in einen regelrechten Weinkrampf zu verfallen. 

Schmied hockte sich an ihre Seite, schloss sie in seine Arme und suchte sie zu beruhigen. 

„Darca! Sie leben ja noch. Wir brauchen Hilfe. Kennst du einen Arzt.“

Seine Worte schienen sie nicht zu erreichen. Kläglich heulte die sonst so stolz und beherrscht wirkende Domina vor sich hin, ein Häuflein Mensch, das in diesem Moment gebrochen schien. Erst der Mann, dann ihre lieben Tiere? Zu viel für sie. 

Schmied gab auf, suchte in seinem Handy und fand einen Eintrag. Ein Freizeichen ertönte, erneuerte sich in regelmäßigen Abständen, dann tönte eine verschlafene Stimme aus dem Hörer. 

Der Veterinär schien nicht gerade glücklich über die nächtliche Störung zu sein, versprach aber aus dem nahegelegenen Erfurt schnellstmöglich zu kommen. 

„Komm mit raus. Deinen Hunden geht es besser, wenn du bei ihnen bist.“

Seine Worte halfen. Die gebrochene Frau löste sich langsam aus ihrem Elend heraus und gewann wieder die Kontrolle über ihr Handeln zurück. 

„Warum tut das jemand, Werner? Sie haben doch niemanden etwas getan?“

Schmied unterdessen dachte an das, was ihnen über den Tag zugestoßen war. Hatte Gustl Recht und die Gussew zeigte jetzt auch Darca ihre Krallen? Sie hatte ja sofort deren neuralgischen Punkt getroffen. Eigentlich konnte es nicht anders sein, denn die Hunde waren ja just in dem Moment zu schaden gekommen, in dem er Darca seinen Verdacht geäußert hatte. 

Er zog sich seine Unterhose an, dann seine Jeans. Darca wartete gespannt auf ihn, sich immer wieder dabei ihre Tränen trocknend. Vom Spiel mit ihm war nichts mehr übrig geblieben in diesem Moment, genauso wenig wie von ihrer Rolle ihm gegenüber. 

So brachte er die Frau an der Stelle des Zaunes, wo er kurz zuvor die beiden Tiere gefunden hatte. Es schienen ihnen besser zu gehen und aufgeregtes Jaulen tönte, als die beiden ihr Frauchen gewahr wurden. 

„Hast du die Adresse?“

Darca hatte sich zwischen ihren Hunden ins Gras gesetzt, streichelte sie, sprach ihnen beruhigend zu. Er musste seine Frage erneut stellen, bis sie dazu bereit war ihm ihre Aufmerksamkeit zu schenken. 

Verständnislos blickte sie zu ihm auf, anscheinend verstand sie nicht, worauf er hinaus wollte. 

„Dieser Betrieb. Dort wo die Videos gedreht werden.“

Darca verstand endlich. Ich habe sie im Haus. Schmied wollte nicht drängen und nickt. 

„Gut, du kannst sie mir gleich geben.“

„Werner? Ich habe Angst.“

Wie gerne hätte er sie jetzt beruhigt, doch sie würde ihm ansehen, dass es um ihn in diesen Moment ähnlich bestellt war.  

„Ich auch, Darca. Aber es hilft nicht´s, wir müssen weitermachen, sonst lassen wir es zu, dass diese Weiber weitere Menschen zerstören.“

„Ich wollte es für dich ganz intensiv  werden lassen. Jetzt bist du ganz umsonst hergekommen.“ Sprach sie leise. 

Werner legte ihr seine rechte Hand über den Rücken und ließ sich nun ebenfalls neben ihr ins Gras nieder. 

Er holte Luft, dachte an die kräftigen Hiebe zurück, welche sie ihm erteilt hatte, dann spürte er auch sofort deren Brand, welchen er bis dahin völlig ignoriert und damit auch vergessen hatte. 

„Es ist vielleicht nicht die richtige Zeit dafür.“

Darca blickte treuherzig zu ihm auf, streichelte ihm mit ihrer rechten Hand durch das Gesicht, dann näherte sie sich ihm für einen zärtlichen Kuss. Sie spürten beide in diesen Moment, dass die Tiere sich wieder erholen würden. 

 

Bad Langensalza, 28.01.2016, 4 Uhr 18

Reisinger hatte erst sehr spät in den Schlaf gefunden. Immer wieder hatte er dieses Zusammentreffen mit dieser Frau im Park und die offenstehende Zimmertür gedanklich auseinandergenommen. Auf allen vieren war er zweieinhalb Stunden lang durch das Zimmer gekrochen und hatte nach Überwachungstechnik gesucht, war aber dabei nicht fündig geworden. 

Er fühlte sich dieser Frau unterlegen und ausgeliefert. Er selbst gebunden an Gesetzte und Dienstvorschriften, konnte dieses Weib schalten und walten wie es ihr beliebte, solange sie sich nicht dabei erwischen ließ. Und das zu vermeiden, schien sie kunstvoll zu verstehen. Vielleicht sah sie das Ganze wirklich als Spiel an? Das würde auch die Sache mit den beiden Vorgesetzten ihres Mannes erklären. Es ging ihr gar nicht um die Beförderung ihres Mannes, welche sich ja eher bescheiden ausmachte, sondern um das Zugrunderichten von Männern, welche ihr vielleicht aus irgendeinem Grunde nicht zusagten. 

Schlaf? Er erwischte sich dabei, wie seine Gedanken sich weiter nur um dieses eine Thema drehten. Völlig übermüdet griff er nach einem Glas Wasser, welches er neben sich auf den Beistelltisch abgestellt hatte, nahm einen kräftigen Schluck daraus und fühlte sich anschließend von seiner Blase dazu genötigt, die Toilette aufzusuchen. 

„BRRRRRR!“ Summte das Mobiltelefon. Reisinger seufzte, sah auf das Display und wunderte sich. Schmied? Was konnte er um diese Uhrzeit von ihm wollen?

„Werner?“

„Gustl? Ich habe etwas herausgefunden. Nur kann ich dir nicht erklären, wie ich zu diesen Informationen gekommen bin. Nimm es hin, okay? Ich würde dich anlügen müssen, dass möchte ich nicht.“

Reisinger führte seine linke Hand an die Stirn, rieb sie, dann krächzte er ins Telefon. 

„Was ist denn nur los? Nachts kommst du zu neuen Einsichten?“

„Ich möchte nur meine Informantin schützen.“

Reisinger verstand gar nichts. 

„Werner! Hat das nicht bis morgen Zeit? Ich habe auch Neuigkeiten. Aber sie würden dich wahrscheinlich genauso um den Schlaf betrügen, wie mich die letzten Stunden...“

„Ich weiß vielleicht wo diese Filme gedreht werden.“

Reisinger wurde von einer Sekunde auf die andere hellwach. 

„Wiederhole das nochmal!“

„Du hast mich schon verstanden. Hast du was zu schreiben?“

Reisinger holte sein Notizbuch und einen Kugelschreiber. 

„Ein...“

„Nichts sagen! Wir wissen beide, dass wir unter Beobachtung stehen. Ab heute ist alles anders, Gustl. Wir sind in Gefahr. Glaub mir bitte!“

Der Kommissar dachte sofort wieder an die Russin. 

„Das ist ja mal was Neues...“ murmelte er. 

„Gustl bitte! Rufe die Frech an! Wenn unsere Vermutung richtig ist, kommt es vielleicht auf jede Sekunde an.“

Reisinger notierte sich die Adresse, dann legte er auf, mit dem Versprechen sofort zu handeln. Egal woher sein Kollege diese Information hatte, sie schien konkret zu sein. 

Der Kommissar suchte nach der Nummer der Staatsanwältin in seinem Notizbuch. Er ärgerte sich in diesen Moment darüber, dass er es nicht vermochte ihre Nummer in sein Smartphone einzutragen. Er hasste diese Dinger und verließ sich lieber auf das Althergebrachte. 

„Jahh?“ Tönte es aus dem Hörer des Handys heraus. 

„Frau Frech? Reisinger hier. Es gibt Neuigkeiten und es sollte schnell gehandelt werden.“

Es wurde still am anderen Ende der Leitung. Ein Räuspern, dann klang aufs Neue die Stimme der Staatsanwältin. 

Hätte das nicht bis morgen Zeit gehabt, Reisinger? Sie müssen doch eine Vorstellung davon haben, wie spät es gerade ist. 

„Frau Frech, lassen sie mich bitte einfach nur berichten. Welche Maßnahmen wir dann ergreifen werden, entscheiden sie.“

Reisinger sammelte sich und hatte hörbare Mühe damit seine wirren Gedanken für die Juristin zu ordnen. Die hörte schweigend zu und erst, nachdem der Redeschwall des Kommissars geendet hatte, begann sie sich zu äußern. 

„Ich werde diese Informationen den Staatsschutz weitergeben. Für eine Durchsuchung des Geländes reicht diese Mutmaßung nicht aus. Diese Folterfilme sind zuvor auch nicht auf dem Gelände des Vereins gedreht worden, warum sollte es dieses Mal so sein? So ungefähr wird der Richter argumentieren, Reisinger und ganz ehrlich? Ich weiß nicht, welchen Augen und Ohren man hier noch trauen darf. Dass sie persönlich angegriffen werden, ist für mich wesentlich bedenklicher. Sie wissen, wie das für zwei Männer geendet hat, passen sie auf sich auf!“

Reisinger fasste es nicht. In einem gereizten Ton machte er seine Enttäuschung Luft. 

„Und das war es jetzt von ihrer Seite aus? Warum habe ich sie eigentlich angerufen? Haben sie mir ihre Hilfe zugesagt, oder nicht?“

Die Staatsanwältin blieb gelassen. 

„Ich kann ihre Enttäuschung verstehen, aber leider geht es mir genauso wie ihnen, Kommissar. Ich muss in meinen Möglichkeiten bleiben. Was ich aber versuche, ist eine Observation der Gussew zu beantragen. Ich denke damit werden sie zufrieden sein? Aber mehr als zwei Wochen sind erfahrungsmässig nicht drin. Wenn sie sich in diesen unauffällig verhält, Reisinger, können wir ihr erst einmal gar nichts mehr.“

Die Gedanken des Kommissars begannen zu arbeiten. 

„Können sie mir Bescheid geben, ab wann die Überwachung stattfindet? Ich finde das ist dann der richtige Moment, um bei ihr den Druck zu erhöhen.“

Die Staatsanwältin gab ihm Recht. 

„Ich denke, heute bekomme ich noch alles unter Dach und Fach. Passen sie aber dennoch auf sich auf, Kommissar! Versprechen sie mir das!“

„Eines noch, Frau Frech.“ 

„Ja?“

„Wussten sie, dass der örtliche Polizeichef mit einer Vereinsfrau leiert ist?“

Die Staatsanwältin räusperte sich. 

„Wenn sie wüssten, wo die Männer dieser Frauen überall sitzen, Reisinger, würden sie sich vielleicht davon negativ beeinflussen lassen. Arbeiten sie weiter an den Fall und versuchen sie die Bürger vor diesen Auswüchsen zu schützen! Mehr bleibt für uns nicht zu tun.“

„Wie wäre es mit der Presse?“ Fragte der Kommissar. 

„Das wäre doch auch eine Möglichkeit. Man könnte ihnen entsprechende Informationen zukommen lassen.“

Am anderen Ende wurde es ruhig. 

„Sie wissen, dass wir keine im Dienst gewonnenen Informationen weitergeben dürfen. Mehr sage ich dazu nicht, Reisinger. Und sie würden damit in ein Wespennest stechen. Glauben sie mir das.“

Reisinger lächelte. Er hörte die unausgesprochene Zustimmung aus den Worten der Staatsanwältin nur zu gut heraus. 

Bewertung gesamt: 
Ø: 5.8 (10 votes)
Mit einem Klick den Gesamteindruck dieser Geschichte beurteilen.

Hier kannst du einzelne Gesichtspunkte der Story bewerten.
Bewerte die Handlung, die Idee der Geschichte.
Wie findest du den Schreibstil
Beurteile die Rechtschreibung und die Form
Wird das Thema BDSM gut beschrieben und wie erotisch findest du die Geschichte