Agentur zur Vermittlung einer Eheherrin 16

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Großgressingen, Markt Ebrach, 15.01. 2016 13 Uhr

Makeda hatte sich immer noch nicht beruhigen wollen. Diese Frau kannte sie nicht und nannte sie Neger? Scheiße! Was sollte sie jetzt tun? Sie zur Rede stellen? Diese dumme Sau war Kais Mutter!

Makeda ärgerte sich darüber, dass sie so dachte. Doch woher kam so etwas? Hatte sie nicht auch Augen, Nase und Mund? Eine glatte Haut? Vagina und Brüste wie sie?

Neger, Negro, Nigger, Schwarze..., wie brutal konnten solche Begriffe einen Menschen verletzen. Ganz deutlich spürte man das, wenn man einen Europäer Weißer nannte. Es störte nicht! Es kam einem Privileg gleich.

 Kai schloss die Tür. Er hatte zu ihr gehalten, mit aller Selbstverständlichkeit. Ein gewaltiger Trost für sie.

„Ich gehe da nicht hin, Kai.“

Erstaunt kam der junge Mann zu ihr zurück ans Bett. 

„Du hast sie gehört?“ Makeda blickte zu ihm auf, er konnte ihr deutlich die Wut ansehen, welche in ihr tobte. 

„Sie wollte von mir gehört werden, wie könnte es da anders sein?“

Kai wollte das nicht abstreiten, wirkte einen Moment nachdenklich und sah nachdenklich vor sich hin. 

„Ich war selbst überrascht, dass sie so auf dich reagiert hat. Sie ist Christin, spricht von Nächstenliebe und das vor Gott alle Menschen gleich sind. Und jetzt das?“

Er streckte sich auf dem Bett aus, legte seinen Arm über das Kopfkissen auf Makedas Seite und so bettete seine neue Freundin ihren Kopf darauf, unfähig sich zu beruhigen. 

„Vielleicht liegt das daran, dass sie in so vielen Verbänden und Vereinen aktiv ist? Sie sorgt sich, dass die Leute über uns reden könnten. Ich weiß nicht, wie das in Afrika ist, aber hier wird viel übereinander getratscht und selten kommt was Gutes dabei rum. Das ist der Nachteil vom Landleben, Anonymität gibt es hier bei uns nicht.“

Makeda musste ihm diesbezüglich Recht geben. Auch in ihrem Dorf hatte es eine Vielzahl von Konflikten gegeben. Üble Nachrede, Denunzierung, Aberglaube ..., die Erinnerung an dem Versuch sie zu beschneiden, ließ sie schmerzlich darauf zurückblicken, weshalb sie von ihrem Zuhause geflohen war. 

„Geh bitte allein rüber, Kai. Ich mag sie nicht sehen.“

Der junge Mann verneinte. 

„Wir gehen rüber, Makeda. Gib solchen Menschen keine Macht über dich.“

Er streichelte über ihren Oberarm und fuhr dabei mit seinem Finger ihren deutlich sichtbaren Bizeps entlang. Unglaublich, wie kräftig diese Frau war. Eine Soldatin. Ihm kam das immer noch unwirklich vor.

„Hast du schon mal jemand getötet?“

„Machst du dir Sorgen um deine Mutter? Oder was soll die Frage?“ Reagierte sie erstaunt. 

„Nein. Ich habe mich daran erinnert, was du in deiner Heimat für einen Beruf ausgeübt hast.“

Makedas Gesicht wurde ernst. 

„Ja, habe ich. Viele Menschen.“

Kai reute seine Frage sofort. Er hatte mit einer anderen Antwort gerechnet. 

„Waren sie Verbrecher?“

Makeda blickte ihn nachdenklich an. Dann wanderte ihr Blick weiter auf einen Punkt schräg hinter ihm. 

„Ich weiß es nicht. Sie waren im Grenzland, hatten eine Waffe bei sich. Das reichte uns, um sie zu jagen.“

Kais rechte Hand streichelte über Makedas rechte so wunderschön geformte Brust. Wie groß sie war und wie voll sie wirkte. Es war so unwirklich, dass diese Schönheit nun ihm gehören sollte. 

„Ich möchte nicht rübergehen, Kai. Zwing mich bitte nicht.“

Kai sah auf sie herunter, schien aber zu keinem Kompromiss bereit. 

„Höre mir zu, Makeda! Ich will ein Leben mit dir. Und das bekommen wir nur, wenn wir einen Weg finden, mit dummen Menschen umzugehen. Nur lass mich dabei nicht allein.“

Kai konnte die Angst der Frau spüren. Sie fühlte sich dieser Welt nicht gewappnet und diese Einstellung musste er ihr unbedingt nehmen. 

„Wann wollen wir rüber gehen?“ Fragte sie leise zurück.

„Zum Abendessen?“

Makeda zeigte sich einverstanden. Überhaupt schien sie sich gerne von ihm führen zu lassen. Und das als Domina? Seltsame Konstellation. 

„Was wenn sie sagt, ich soll gehen?“

Kai wusste, worauf sie hinaus wollte. „Na dann gehen wir beide eben wieder rüber zu mir.“

Makeda war nicht nach Scherzen zumute. 

„Was wenn sie wieder sagt, das du dir eine Weiße holen sollst?“

Kai nahm ihre Hand auf und küsste deren Rücken. 

„Dann werde ich ihr sagen, dass ich schon etwas über 18 bin und mein eigenes Leben führe.“

„Liebst du deine Mutter nicht?“

Kai wurde für diesen Moment ernst. 

„Natürlich. Das werde ich immer. Aber gerade deshalb darf ich sie nicht in Stich lassen, wenn sie das Spinnen anfängt. Oder etwa nicht?“

Makeda blickte zu ihm auf und zeigte ihm ihre weißen Zähne. 

„Du weißt auf alles eine Antwort, oder?“

Kai schüttelte seinen Kopf. 

„Nee, auch nicht. Das mit dem Ei umtreibt mich seit frühester Kindheit.“

„Welches Ei meinst du?“ Fragte sie verwirrt.

„Na, was früher da war. Ei oder Henne.“

„Über so etwas denkst du nach?“ Makeda lachte. 

„Ja, und über uns.“ Noch einmal küsste er ihre Hand und zog dann vorsichtig seinen Arm unter ihrem Kopf heraus. Sie wollte ihn aufhalten, doch er bestand darauf. 

„Wo willst du hin?“ Sie blickte ihm verstört nach. 

„Ich will dir etwas zeigen.“

Neugierig folgten ihre dunklen Augen ihm dabei, wie er einen schwarzen Pappkarton aus seinem Kleiderschrank herausholte. 

„Das ist mein Spielzeug. Ich habe gerne Sex und da mir die Frau dazu bis dato fehlte, habe ich viel allein ausprobiert.“

Kai holte einen großen Glasplug aus dem Karton heraus und reichte Makeda diesen. 

„Wow! Den hast du ausprobiert?“ Diese Vorstellung schien ihr zu schaffen zu machen.

Ihr Freund hob seine Augenbrauen und grinste. Lies aber ihre Frage unbeantwortet. 

„Das hier ist meine Magic Wand. Es gibt auch Aufsätze für uns Männer. Gekauft habe ich sie aber in der Hoffnung bald eine Partnerin zu finden, mit der ich die Sachen ausprobieren kann.“

„Und SM? Ich bin im Verein, Kai. Er wird uns helfen, wenn wir zusammenbleiben wollen. Doch dann hängen auch hier Kameras.“

„Und? Du passt auf mich auf und ich auf dich. Ich habe nichts gegen Rollenspiele, Makeda. Ich stelle es mir geil vor, wenn du meine Herrin bist.“

Sie schien in seinen Augen nach der Lüge zu suchen, doch meinte er das ernst.

„Warum bist du nur so lieb?“

Kai wirkte für diesen Moment verbittert. 

„Liebe und nette Kerle sind ziemlich out, in den deutschen Landen. Es gibt sogar ein Sprichwort: Nett ist die kleine Schwester von Scheiße.“ 

Makeda hatte die letzten Worte gar nicht mehr gehört und betrachtete das gläserne Spielzeug mit Neugier und Verlangen zu gleichen Teilen.

„Darf ich ihn ausprobieren?“

Kai blickte sie erstaunt an, dann grinste er breit. 

„Nur zu. Er ist sauber und sterilisiert.“

Sie winkelte ihr linkes Bein an, setzte den massiven Glaszylinder an ihre Scham und versenkte ihn schließlich zwischen ihren Schamlippen. 

Ihr Gesicht zeigte für einen Moment Schmerz und Überwindung, dann entspannte es sich wieder und ihr Mund öffnete sich und ein leises Aufstöhnen wurde hörbar. 

Kai sah ihr zu und spürte nur ebenfalls seine Erregung. Er beugte sich über Makedas Schoß und leckte mit seiner Zunge über den oberen Rand ihrer Scheide. Die Afrikanerin hechelte auf, legte sich auf die Matratze und ließ dabei den Plug los, der so tief in ihrem Geschlecht steckte. 

Vorsichtig tastete Kai nach dem Spielzeug, griff nach dessen Ende und zog es vorsichtig aus der Scheide seiner Freundin heraus, um es sogleich wieder in sie hinein zu stoßen. Dabei leckte er sie weiter, flutete ihren Kopf mit unbeschreiblichen Lustgefühl und wartete geduldig auf den Moment, an dem sie kurz vor ihrem Höhepunkt stand. 

Er hob seinen Kopf, griff mit der freien Hand nach der MagicWand, schaltete sie ein und drückte das Spielzeug in dem Moment gegen ihren Venushügel, als sie von der Lust getrieben lautstark aufstöhnte. Makedas Oberkörper richtete sich auf, ihre Muskeln begannen zu krampfen und ihr ganzer Leib wurde von einem intensiven Zittern heimgesucht. Völlig erschlagen sank sie wieder zusammen und so zog Kai vorsichtig den Plug aus ihrer Scheide heraus, stellte den Vibrator aus und legte die beiden Teile sorgfältig beiseite. 

Ob er sie noch vögeln durfte? Er blickte auf seine erigiertes Glied herunter, dass sich nach ihrer Scheide streckte. 

Kai war unsicher in diesen Moment, streichelte vorsichtig über den so perfekt scheinenden Körper der jungen Afrikanerin, während diese, völlig entrückt, zur Decke hinauf blickte. 

„Geht es dir gut?“ Fragte er sie besorgt, nachdem sie auf seine Liebkosung nicht mehr reagiert hatte. 

Sie nickte, antwortete aber nicht verbal. Stattdessen tastete ihre Rechte Hand nach seinem Körper und so legte er sich wieder an ihre Seite.

Fast zehn Minuten vergingen, bis sie sich wieder für ihn zu interessieren begann, sich auf die Seite drehte und mit Überraschung sein steifes Glied auf ihren Schoß gerichtet fand. 

„Willst du?“ 

Kai zögerte. 

„Du auch?“

Makeda lächelte und spreizte demonstrativ ihre Beine. Sanft griffen ihre Hände unter seine Achseln und begannen mit sanften Zug seinen Körper zu führen, bis dieser auf ihrem zum Liegen kam. Ein sanfter Druck an ihrer Scham, dann glitt auch schon sein Penis in ihr Geschlecht hinein. 

Kai fühlte sich in diesem Moment frei von jeglichen Erwartungsdruck. Sanft und zärtlich nahm er sie, suchte für sich einen Takt, welcher das Liebesspiel für sie beide streckte, küsste ihre so großen und formschönen Brüste und ergoss sich nach einigen Minuten, sein Glied tief dabei in ihre Scheide stoßend, in ihrem Leib.

Makeda verhütete, er selbst hatte die Pillen in ihrem Beautycase gesehen. Wahrscheinlich würde seine Mutter ihr auch in dieser Hinsicht eine Absicht unterstellen wollen. 

Wie schön dieser Moment war. Nackt aufeinanderliegend, die Wärme des anderen spürend, den vielen Gedanken für den Moment entsagend. 

Sie beide schraken auf, als es an der Haustür schrillte. 

„Immer noch besser, als wenn wieder jemand vor meiner Schlafzimmertür steht.“ Witzelte Kai, kletterte eilig aus dem Bett heraus und stieg in seine Unterhose. 

Makeda beobachtete ihn amüsiert, wie er sich hastig ein T-Shirt über seinen Oberkörper zog und dann in seinen Shorts aus der Tür hinaus stolperte. Sie sah ihm im Gang verschwinden, dann hörte sie fremde Frauenstimmen an der Tür. 

„Wartet! Gebt uns ein paar Minuten.“

Makeda verstand, suchte nach ihrer Unterwäsche und zog sich an. Wahrscheinlich wollte Kai Freunde empfangen und sie ihnen vorstellen. Lachen wurde im Wohnzimmer laut, Gläser klirrten, kurz darauf war ihr Liebster dann auch schon wieder bei ihr. 

„Vroni und Fei sind gekommen. Die Mädel vom Haus gegenüber. Die hängen oft bei mir ab, auch wenn sie zehn Jahre jünger sind. Die haben uns vorhin aussteigen sehen und wollten gucken, wenn ich mir da angelacht habe.“

Makeda schien sofort wieder besorgt zu sein. Nachdenklich zog sie ihr Hemd an, griff nach der Hose und blickte dabei immer wieder auf die halboffene Tür. Sie hörte Stimmen, ein seltsames Kauderwelsch, welches von ihr nicht entschlüsselt werden konnte. 

„Könne sie auch so sprechen, dass ich sie verstehe?“

Kai lächelte und war gerade dabei, sich seine Turnschuhe anzuziehen. 

„Da musst dir keine Sorgen machen. Die gehen beide aufs Gymnasium, da ist Englisch Pflichtfach bei uns.“ 

„Meinst du sie mögen mich?“ Kai blickte mitleidig zu ihr rüber. Das alles hier war eine andere Welt für sie. In ihrer Haut stecken mochte er nicht. Alles war fremd und ungewohnt für sie. 

„Bestimmt. Aber selbst wenn nicht. Ich muss dich mögen, richtig? Bleib doch bitte ruhig, Maus! Alles wird gut werden.“

Die beiden jungen Frauen mochten Anfang Zwanzig sein, hatten hübsche Gesichter und propere Figuren. Nicht direkt dick, aber doch üppig. Sie waren legere gekleidet in Trainingshosen und Sporttops und richteten neugierige Blicke auf Makeda, als diese hinter Kai das Wohnzimmer betrat. Sie standen an der Terrassentür. Eine von den beiden schien draußen geraucht zu haben. 
„Woah! Krass, ist die groß.“

Die beiden kamen Makeda entgegen, öffneten ihre Arme und drückten die dunkelhäutige Frau an sich. 

„Endlich mal ein wenig Farbe in unserm Dorf.“ Meinte Fei, in voller Absicht der Zweideutigkeit. 

Vroni deutete auf die schwarze Kleidung, die von der Afrikanerin getragen wurde. „Die war teuer, oder? Hat die dir Kai gekauft?“

Makeda ließ ihren Blick zwischen den beiden hin und her wechseln. Kai deutete ihn richtig und ließ einen gereizten Kommentar laut werden. 

„Wow! Genau das, worum ich euch gebeten habe. Respekt.“

„Tut uns leid, Kai. Manchmal ist mein Mund schneller als mein Kopf. Die Fetzen schauen aber nun mal wirklich ends geil aus.“ Stellte die Raucherin fest. Drückte ihren Zigarettenstummel in einen kleinen Aschenbecher und kam herein, ihre Jacke ausziehend und achtlos über die Couchlehne werfend. Überhaupt schienen sich die beiden wie zuhause zu fühlen. 

„Seid ihr schon lange zusammen?“ Fragte Vroni, dabei mit beiden Händen an ihrem Zopf spielend. „Wie habt ihr euch kennengelernt?“ Schob sie direkt eine zweite Frage nach. 

Kai erzählte, dass er Makeda vor einigen Wochen, während einer Installationsarbeit kennengelernt hatte. Sie hatte Freunde besucht, ihr war langweilig gewesen, also hatte sie sich mit ihm unterhalten und schließlich auch geholfen. Das hat ihnen beiden Spaß gemacht und so hatte sie ihn sogar ein paar Tage begleitet und assistiert. 

„Und jetzt seid ihr wirklich ein Paar? Was machst du, Makeda? Studierst du?“

„Sie lernt in Erfurt in einem Verein für Erziehungswesen.“ Nahm Kai die Antwort seiner Freundin vorweg.“

Makeda konnte nicht anders, sie musste grinsen. Wie hätten die Mädchen auch glauben können, dass es dabei um seine Erziehung ging?

„Heiratet ihr dann auch bald?“

Kai spürte, dass dies eine Schlüsselfrage darstellte. 

„Ein bisschen früh gestellt, diese Frage, findest du nicht, Fei? Ihr bekommt irgendwann eine Einladung, dann wisst ihr Bescheid.“

„Magst mal zu uns rüberkommen, Makeda? Dann können wir ein wenig reden und dir anschließend das Dorf zeigen.“

Makeda fühlte sich überfordert in diesem Moment. Kai spürte, dass sie so überhaupt keine Lust hatte, auf diesen Vorschlag einzugehen, wollte aber auch nicht unhöflich sein. So sagte sie zu, mit einem weiteren unwohlen Gefühl im Bauch. 

„Macht das morgen, okay? Wir müssen heute noch rüber zu meinen Eltern.“

Die beiden Frauen versprachen, sich am morgigen Tag zu melden. Sie verabschiedeten sich überschwänglich und fanden allein hinaus. Makeda blickte den beiden nach, konnte aber bisher nicht sagen, ob sie die beiden sympathisch fand oder eher ablehnend gegenübertreten sollte. 

„War doch halb so schlimm, oder?“ Stellte Kai fest. „Magst du Tee? Ich würde mir jetzt gerne einen machen.“

Makeda nickte, zeigte ihm ein Lächeln und setzte sich auf die Couch. Das Haus war von Männerhand eingerichtet worden, das konnte man allerorts erkennen. Es wirkte schmucklos, eintönig und schien allein einem Zweck unterworfen zu sein. 

Ob sie es irgendwann umdekorieren durfte? Ihnen die eigenen vier Wände ein bisschen heimischer machen? Irgendwo war es ein Unding, dass sie durch den Verein für SM-Mobiliar sorgen würde, nicht aber für ein paar persönliche Noten. 

„Magst du Schwarzen, Jasmin, Kirsch, Grünen ...“ Er winkte ab und kam mit einer Kiste zu Makeda, welche mit verschiedensten Teesorten gefüllt worden war. „Such dir was aus, Süße. Wir können es uns derweil auf der Couch gemütlich machen.“

„Was wenn mich die Leute im Dorf nicht mögen? Auch bei den beiden gerade, ich habe gespürt, dass ihnen meine Hautfarbe nicht egal war.“

Kai überlegte. Seine Nachbarinnen waren sicher nicht dumm, aber weltoffen eben auch nicht. Man schaute sich schon genau an, wem man zum Nachbarn bekam. 

„Es ist nicht deine Hautfarbe, Makeda. Auch nicht du als Person. Es geht hier, glaube ich, eher um mich. Ich hab bisher keine Frau gefunden, welche mir gefallen hätte. Hab auf den Feiern getanzt, mich mit ihnen super verstanden, aber abgesehen von ein paar Techtelmechteln, ist nicht viel passiert. Eine Beziehung hatte ich bisher, welche ein knappes Jahr angehalten hatte. Und die Frau kam nicht einmal aus der Gegend. Wir hatten eine Fernbeziehung geführt.“ Er tauchte den Teebeutel in seine mit heißen Wasser gefüllte Tasse und lehnte sich dann zurück. „Ich galt immer als Einzelgänger und jetzt komme ich mit einer Frau aus Afrika daher? Natürlich ist das eine Konstellation, die erst einmal verwundert. Zumal du sehr hübsch bist und besonders, was solltest du schon von einem Ottonormal wie mir wollen?“

Makeda zog ihre Augenbrauen zusammen. Es störte sie, dass er das sagte. 

„Siehst du dich so?“

Kai grinste und schüttelte seinen Kopf. 

„Du, ich habe ein gutgehendes Geschäft, einen Haufen zufriedener Kunden und einiges in meinem Kopf, was über die Interessen des Durchschnittsdeutschen hinausgeht. Warum sollte ich jetzt Minderwertigkeitskomplexe bekommen? Weil ich mir ab und an einen Korb eingefangen habe? Weil die Frauen, welche mich interessierten, nichts von mir wissen wollten?“ Er lächelte. „Ich wusste, ich muss nur Geduld haben und hier sitzt du und ich bin glücklich. Was will ich mehr?“

„Du wirst Geld an Verein zahlen müssen, wenn er uns helfen soll. Ich dann auch spielen muss mit dir.“

Kai sah sie nachdenklich an. Er hatte längst erraten, wie sich der Dominaverein finanzierte und sich insgeheim über all die Ehesklaven lustig gemacht. Dass er nun selbst zu einem werden sollte, störte ihn auf einer Seite schon irgendwie, aber auf der anderen hatte er aber das resolute Auftreten der Domsen anregend gefunden.

„Es ist dein Job auf uns beide aufzupassen. Ich spiele mit und werde auch meinen Beitrag leisten, mach dir keine Sorgen! Aber wenn er mir überzogen scheint, oder es mir zuviel wird, treten wir aus.“

„Das machen wir. Du bist mir wichtig, Kai. Glaub mir bitte!“

Bis zum frühen Abend saßen die beiden noch auf der Couch, sprachen über alles Mögliche, und suchten sich einen groben Plan von der gemeinsamen Zukunft zu machen. Makeda wollte keine Kinder, was Kai mit einiger Überraschung zur Kenntnis nahm. Vielleicht weil sie sich seiner noch nicht sicher war? Sie lehnte diese Möglichkeit nicht komplett ab, es kam nur derzeit nicht in Frage für sie. Ansonsten wollte sie erst einmal ihre Ausbildung im Verein beenden, sich von ihm unterstützen lassen und an ihrer Beziehung zu ihm bauen. 

Wieder klingelte es an der Tür und Kai sah nach. Sein Vater stand vor der Tür, trat ohne Aufforderung ein und blickte zu Makeda rüber, die weiterhin auf der Couch saß. 

„Komm, Dirndl. Wird Zeit für´s Essen. Isst ka Schwein, richtig? Hab extra a Hendl geholt. Brauchst net komisch schaua, wir beißen net. Also i net, mei Wei schoa a moal, wenns wen net kennt.“ Der Mann hatte komplett vergessen, dass die Freundin seines Sohns keines seiner Worte hatte verstehen können.

Er blickte sich zu seinem Sohn um. 

„Was stehst da und feixt? Schau dir dei Madl a. Hat Angst vorm Drachen und i kanns ihr net verdenka. Hab die Sach schon zurechtgerückt, koa Ahnung was dei Mudder ins Hirn geschissn hat. 

Makeda hatte kein Wort verstanden und ließ sich von dem Alten aufhelfen. Jacke angezogen und Stiefel, dann ging es auch schon los. Kai blieb an ihrer Seite, nahm sie bei der Hand und nickte ihr zu. Egal was kommen sollte, er würde bei ihr sein. 

Kais Mutter indessen gab sich weiterhin reserviert und kalt gegenüber allen Anwesenden. Hin und wieder ruhte ihr Blick auf die starkpigmentierte Frau am Tisch, dann widmete sie sich wieder schweigend ihrer Mahlzeit. 

Geschwiegen wurde dennoch nicht. Kais Vater sorgte für eine muntere Konversation, fragte Makeda nach ihrer Familie aus, zeigte sich interessiert daran, dass sie in der Armee gedient hatte und konnte sich gut vorstellen, dass es schwer für sie gewesen war, sich dort gegenüber den Männer durchzusetzen. 

„You are a Moslem?“ Fragte Kais Mutter dazwischen. Ihre kleinen Augen blieben böse funkelnd dabei auf Makeda gerichtet. 

„No, i am a Christ.“ Antwortete die junge Frau unsicher. 

„Wenigstens das.“

Kai blickte müde zu seiner Mutter rüber. Makeda versuchte sich mit ihr auseinanderzusetzen, das galt aber nicht für sie. Es schien ihr eher daran gelegen zu sein, Punkte zu finden, mit der sie ihn dazu bringen könnte, sich von seiner Freundin abzuwenden. 

„Meine Mutter heißt übrigens Irmgard. Gegenüber anderen Menschen ist sie sehr freundlich und zuvorkommend und früher erklärte sie mir immer wieder, dass vor Gott alle Menschen gleich wären. Sie geht regelmäßig in die Kirche und kümmert sich dort viel um karitative Aktionen. Letztes Jahr hat sie eine Tombola veranstaltet. Was war noch mal ihr Zweck?“

Irmgard warf ihrem Sohn einen bösen Blick zu, stocherte auf ihrem Teller herum und schien sich keine Antwort abringen zu wollen. Eine belastende Situation für alle am Tisch. Selbst der Vater schaffte es nicht seiner Frau und den beiden jungen Menschen eine Brücke zu bauen. 

 

Erfurt, Landeskriminalamt, 26.08.2018 15 Uhr

Eichhorn, Reisinger und Schmied hatten sich nicht mehr die Mühe gemacht, beim Verein vorstellig zu werden. Nach und nach luden sie dessen Vorstandsmitglieder zum Verhör, nahm sie nach allen Regeln der Kunst auseinander, ohne jedoch in ihrem Fall weiter voran zu kommen. 

Eine jeder der Frauen war außergewöhnlich hübsch gewesen, charismatisch und entschlossen. Keine wurde weich oder wirkte unsicher. Sie alle waren sich der Macht ihrer Organisation bewusst und sprachen von konsequenter gegenseitiger Unterstützung, alles im legalen Bereich. Einzig Frau Papadakis hatte im Verhör durchblicken lassen, dass sie seit dem Tod ihres Mannes eine gewisse Nervosität unter den Mitgliedern spüren konnte. 

Vielleicht deshalb, weil man den Mördern in ihren Reihen suchte und nicht in denen der Mafia? Reisinger ließ ein kleines Karteikärtchen zwischen seinen Händen rotieren. Der Russe hatte ihn heute Morgen angerufen und war mit neuen Informationen aufgewartet. Tsanavas Vater war in Weimar stationiert gewesen, ein Zufall? Nicht direkt im Militärkrankenhaus, doch war es denkbar, dass er es während seiner Dienstzeit in Ostdeutschland des Öfteren betreten hatte. 

Theo Wertiger, der Pathologe seines Vertrauens hatte sich alle Ergebnisse der Weimarer Untersuchungsbefunde zukommen lassen. Doch waren diese wenig aussagekräftig gewesen. Nichts Verwertbares, um in einer speziellen Richtung suchen zu können. 

Reisinger dachte an die Mafia, aber auch die verschiedenen Frauen im Verein. Sie alle würden Kompetenzen darin haben, gewissen Personen oder Dinge verschwinden zu lassen. Vielleicht auch eine Erkenntnis?

Waren sie weitergekommen? Er wandte sich zu Eichhorn um, der neben ihm saß. Wenn jemand etwas finden würde, dann dieser Kollege. Wie eine Zwiebel schien er den Verein auseinander pflücken zu wollen. 

„Rot ist abgetaucht. Sein Sohn im Gefängnis. Die Braunen in der Stadt politisch nicht mehr existent. Doch warum? Im Jahr zuvor hatte man ihnen noch gute Chancen eingeräumt.“ 

Reisinger hörte Eichhorn zu, wenn dessen Worte auch nicht an ihn gerichtet waren. 

„Wonach suchst du?“

Eichhorn hob seinen Kopf und begann sich mit beiden ausgestreckten Armen zu dehnen. 

„Nach Gründen warum Bad Langensalza plötzlich Kopf steht.“

„Der Ort, in dem die Frau vom FSB wohnt?“ Fragte Reisinger interessiert. 

„Genau. Es häufen sich dort signifikant irgendwelche Unfälle, Unglücke, Mobbing oder Körperverletzungen. Doch keiner von ihnen zeigt dabei in ihre Richtung. Sie hat kein Motiv, es ist nicht die Spur eines Hinweises vorhanden, der sie oder den Verein damit in Verbindung bringen lässt.“

„Mach mit was anderem weiter! Ideen kommen meist dann, wenn man sich mit etwas völlig anderen beschäftigt.“  

Eichhorn nickte, zögerte aber, seinen Blick von dem Bildschirm seines Laptops abzuwenden. Reisinger sah ihm an, dass seine Gedanken immer noch dieser Russin galten. 

„Der Russe meinte, dass Tsanavas Vater in Weimar Dienst geschoben hat. Allerdings nicht im Militärkrankenhaus. Aber das würde ja nicht automatisch bedeuten, dass er keine Ortskundigkeit über diesen Komplex hatte, richtig?“

Eichhorn schien zu zögern, dann brach es doch aus ihm heraus. 

„Und wenn es doch die Armenier waren? Brutal genug für solch eine Perfidität wären sie allemal.“ 

Für Reisinger schwer vorstellbar. 

„Nein. Mein Gefühl sagt mir etwas anderes und dir auch. Hast du bei Interpol wegen der Russin und der Israelin angefragt?“

Eichhorn nickte. „Die rücken mit nichts raus oder wissen selber nichts. Wenig überraschend wie ich finde.“

Reisinger hatte mit nichts anderem gerechnet. „Frag ich meinen Russen, kein Problem. Vielleicht hilft der uns weiter? Ihm scheint ziemlich langweilig in der Rente zu sein und protzt vor mir mit seinen Kontakten. Der Gedanke, bei der Lösung eines Mordfalls beizutragen, scheint ihm zu gefallen.“

Schmied wirkte abwesend in diesem Moment. Seine Gedanken schienen sich um irgendeinen Punkt zu drehen, der fernab von dem, was vor ihnen auf den Tisch ausgebreitet war, lag. 

„Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, in welcher Scheiße wir eigentlich stecken?“

Eichhorn und Reisinger merkten auf und richteten fragende Blicke auf ihren Kollegen. 

„Was guckt ihr jetzt so? Was passiert mit uns, wenn wir signifikant vorankommen in diesem Fall? Bestenfalls wird dann auch auf unsere Häuser geschossen, richtig? Sie haben eines Eichhorn? Glückwunsch! Gustl und ich nicht.“

„Was willst du uns damit sagen, Schmied?“ Fragte Reisinger gereizt.

„Was ich dir damit sagen möchte? Dass wir gefälligst verdammt vorsichtig zu sein haben, bei dieser Scheiße hier. Wir sitzen hier und plappern herum, aber wenn dieser Verein zu dem in der Lage ist, was wir vermuten, dann sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir den nächsten Tag erleben werden.“

„Hast du es mit der Angst bekommen?“ Stichelte Eichhorn, amüsiert zu dem NRW-Kollegen aufblickend. 

„Vorsicht ist besser als Nachsicht, schon mal von gehört? Müsste eigentlich auch bis zu euch in den Osten durchgedrungen sein.“

Reisinger wollte seinen Partner nicht ähnlich abbügeln, wie der neue Kollege ihrer Ermittlungsgruppe. Vielleicht war ja wirklich etwas dran und sie nahmen die gegebenen Verhältnisse auf die leichte Schulter.

„Liegt es an deiner neuen Liebe, Werner? Oder woher kommen plötzlich deine Bedenken?“

Schmied reagierte sichtlich gereizt auf die Worte des Kommissars. 

„Auf den Armenier wurde mit einem Antimaterialgewehr geschossen. Dämmert euch da etwas? Sollten wir konkrete Hinweise finden, auf wen schießt man dann? Der Mann hat Angst gehabt.“

Reisingers Blick und der des Thüringers trafen sich für einen Moment. Schmied hatte Recht. Noch stocherten sie wahllos herum, aber sollte sich das ändern, befanden sie sich wahrscheinlich in einer echten Gefahr. 

Jeder der drei Beamten hing in diesen Moment seinen eigenen Gedanken nach, als es an der Tür klopfte und ein schlanker Mann den Raum betrat. Er besaß eine gepflegte Erscheinung, typischer Vertreter des gehobenen Dienstes. 

Kein Wunder das sowohl Reisinger, als auch Eichhorn und Schmied sofort auf Hab acht gingen. 

„Es tut mir leid, dass ich sie stören muss. Aber ich wollte mich erkundigen, wie weit sie in der Sache mit dem Papadakis Mord gekommen sind.“

Reisinger wurde sofort wach in diesem Moment. Wer war dieser Kerl zum Teufel?

„Und sie sind?“ Fragte er dann auch sogleich. 

„Goedecke. Ich komme von der Bundespolizei, Dezernat Organisiertes Verbrechen. Ich bin auf ihre Sache aufmerksam geworden, nachdem mich ein Leipziger Kollege über die Verhältnisse hier in Erfurt aufgeklärt hatte.“

Reisinger war erleichtert. Einem ortsansässigen Beamten hätte er sich nicht so ohne weiteres mitteilen wollen. 

„Setzten sie sich zu uns, dann verschaffen wir ihnen einen kleinen Überblick. Vielleicht können sie uns ja helfen? Werden sicher nicht ohne Grund eine Reise auf sich geladen haben, wenn man hätte auch miteinander telefonieren können.“

Der Mann lächelte, schob sich seine randlose Brille zurecht und setzte sich neben Eichhorn, einen flüchtigen Blick auf den Bildschirm von dessen Laptop werfend. 

„Wir nehmen ihre Ermittlungen sehr ernst, Herr Reisinger. Hier geht es nicht um den Handel von Drogen, sondern die Unterwanderung gesellschafts- und staatstragender Strukturen. Der Verein, welcher in ihren Fokus gerückt ist, hat mittlerweile Einfluss bis in die höchsten Regierungskreise des Bundeslandes und breitet sich wie ein hochaggressives Krebsgeschwür in der ganzen Gesellschaft aus. Er erhebt Steuern in Form von Vereinsbeiträgen, trägt Sorge um seine Mitglieder und verteidigte sie auch vor äußeren Einflüssen. Wie sie anscheinend schon bemerkt haben, auch außerhalb des legalen Bereichs, wenn es ihm nötig scheint.“

Schmied wurde neugierig. 

„Sie meinen Papadakis wurde als Feind des Vereins behandelt?“ Aus seiner Stimme klang Sorge heraus. 

„Es wäre denkbar, ja. Soweit wir wissen, werden Mitglieder sehr schnell aus den Reihen der Frauen verstoßen, sollten sie die gemeinsame Sache in Frage stellen.“ 

„Auch durch einen Mord? Gab es da schon Vorfälle?“

„Goedecke verneinte. Nichts so Offensichtliches, wie dieser eine Mord. Er wirkt, wie eine Mahnung oder ein Warnsignal. Nur wissen wir noch nicht, von wem es kommt und vor allem an wen es gerichtet worden ist.“

„Das ist so lächerlich. Warum verbietet man diesen Scheißladen nicht einfach?“ Fragte Eichhorn gereizt. 

„Sie wissen genauso gut, wie ich selbst, dass uns hierfür die Handhabe fehlt. Nach außen hin gibt es keine gesetzlichen Verstöße. Die Männer lassen sich ja freiwillig von ihren Frauen lenken und erziehen. BDSM ist ja zu einer regelrechten Modeerscheinung geworden und jedem steht frei privat seinen Gelüsten zu folgen.“

Reisinger wurde ungeduldig. 

„Sie sind nicht hierhergekommen, damit wir weiter über das sprechen, was wir alle ohnehin schon wissen. Teilen sie sich mit, Herr Goedecke! Stellen sie meinethalben Fragen, aber lassen sie uns ansonsten unsere Arbeit machen.“ Forderte Reisinger gereizt.

„Gut! Dann will ich sehen was ich zu ihrer Sache beitragen kann. Wahrscheinlich nicht viel, aber immerhin eine Spur, auf welche sie sich begeben können.“

„Die Finanzflüsse des Vereins sind spektakulär. Sie bewegen sich mittlerweile in einem mehrstelligen Millionenbereich und werden fast zu hundert Prozent an die Mitglieder reinvestiert. Interessant dabei ist, dass erst seit einem Jahr eine gewisse Summe davon eingelagert wird, und zwar in Form von Kryptowährung. Es handelt sich dabei um Geld, welches nichts mit den offiziellen Einnahmequellen zu tun hat und nur durch eine europaweite Finanzflussüberwachung aufgefallen ist. Man kann allerdings den Betrag nur einer gewissen IP-Range zuordnen und die gehört zu einem der Rechner aus dem Verein.“

„Um wieviel Geld handelt es sich?“

„Je nach Kurs zwischen 2 und 3 Millionen Euro.“

Reisinger stutzte. 

„Und man hat keine Ahnung, auf welche Weise es erwirtschaftet worden ist?“

Goedecke schüttelte seinen Kopf. „Aber vielleicht finden sie etwas heraus, wenn sie in dieser Richtung nachforschen? Irgendjemand wird es sich aneignen wollen, dessen bin ich mir sicher. Vielleicht lohnt es sich für sie, sich hier auf die Lauer zu legen?“

Reisinger begann sich sofort zu interessieren. 

„Wie? Ich meine, wie können wir eine Bewegung feststellen?“ 

Goedecke reichte ihm ein Kärtchen. „Das sind die Kollegen von Europol, sie werden ihnen Bescheid geben, sollte sich etwas tun.“

„Könnte das eventuell für einen richterlichen Beschluss zur Überwachung reichen? Wir sprechen ja nicht gerade von Peanuts.“ Fragte Eichhorn. 

„Spätestens dann, wenn das Geld bewegt wird, scheint es doch nicht versteuert worden zu sein.“ 

Reisinger sah endlich wieder ein Licht am Ende des Tunnels. „Meine Herren? Dank Herr Goedecke kommt ein frischer Wind in unsere Ermittlungen.“

Der Berliner Kollege fühlte sich geschmeichelt, winkte aber ab. Im Grunde genommen waren es ja nicht seine Informationen. 

„Gibt es in Berlin schon eine Zelle des Vereins?“ Wollte Schmied von dem Kollegen wissen.

„Ja, genauso wie in München und Hamburg. Sein Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin auf Erfurt, da diese Stadt den zentralen Punkt im Land bildet. Meist wandern die Frauen aus anderen Städten zu, können sie doch hier am ehesten von den Vorzügen profitieren, die ihnen von der Organisation geboten werden. Zumindest dann, wenn es die Berufstätigkeit ihrer Ehemänner zulässt.“

„Und sie sind verheiratet?“ Fragte Schmied schnippisch weiter. 

Reisinger wurde wütend und entschuldigte sich bei dem Berliner Kollegen. 

Eichhorn unterdessen blickte nervös auf sein Handy herunter, warf Reisinger einen für diesen schwer zu interpretierenden Blick zu und bat ihnen schließlich vor die Tür. 

„Ist etwas passiert?“ Fragte der Ältere besorgt.

Eichhorn hob seine Schultern. 

„Sag du es mir, Gustl!“ Er reichte dem Kommissar sein Handy, der es zur Hand nahm und auf dessen Display blickte. 

„Ich benötige Sie für den Einsatz in Weimar und ziehe Sie hiermit von ihrem derzeitigen Fall ab.  Polizeioberkommissar Duschke.“

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