Daemon IV

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6 Jahre 3 Monate

 

Vorwort:
Ich bemerke gerade, dass die Geschichte etwas abdriftet und der Sex nicht mehr unbedingt im Vordergrund steht. Lasst mich eure Meinung dazu wissen :)
Ich freue mich über jegliche Kritik, mag sie noch so scharf sein, wenn sie konstruktiv bleibt.

(c) Realitätsfremd. Bitte verbreitet diese Geschichte nicht weiter.

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Sie blinzelte, wollte sich auf die Seite drehen und noch etwas weiter schlafen. Scharfer Schmerz riss sie endgültig aus dem Schlaf. Sie brauchte einige Momente um festzustellen, woher es kam, bemerkte dann, dass es ihr Fuß war, der schmerzte. Als sie die Decke zur Seite schlug erkannte sie auch warum. Ihr Knöchel war mindestens doppelt so dick wie normalerweise. Scheinbar war das Umknicken gestern doch schlimmer gewesen als anfangs gedacht. Na toll. Und wie sollte sie so den ganzen Tag durch die Küche rennen um den feinen Herrn zu bekochen? Wo war er eigentlich? Sonst kam er doch jeden Morgen um sicher zu gehen, dass sie auch brav bei ihm blieb. Und jetzt wo sie ihn tatsächlich brauchen könnte... sie seufzte, fing an den Knöchel abzutasten. Ein paar Kräuter wären jetzt auch nicht schlecht, aber sie wusste weder, ob sie den Raum wiederfinden würde, noch ob sie anhand der Schriftzeichen die richtige Salbe finden würde, und zudem war sie sich unsicher, ob sie es überhaupt schaffen würde zu laufen. Zumindest das konnte sie gleich ausprobieren. Sie versuchte aufzutreten, verlagerte dann ihr Gewicht sofort auf den anderen Fuß, setzte sich wieder aufs Bett, als ihr schwindlig wurde.

Nach einer Weile raffte sie sich abermals auf und humpelte zum Schrank. Sie fand ein Überkleid, das sie sich ohne viel Aufwand überziehen konnte, aber nichts, das sie als Verband verwenden könnte. Wo blieb er nur? Sie ballte die Hand zur Faust, machte sich dann auf den Weg in die Küche. Vielleicht konnte sie eins der Tücher zerschneiden und daraus einen Verband machen. Sie stütze sich beim Gehen an der Wand ab, versuchte den Fuß so wenig wie möglich zu belasten. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam sie in der Küche an. Auch hier war keine Spur von ihm. Bevor sie sich an die Arbeit machte, aß sie das restliche Brot. Sie ließ sich Zeit, genoss es zu sitzen und keine Schmerzen zu haben, solange sie den Fuß nicht bewegte.

Dann suchte sie sich ein Tuch aus, das an einigen Stellen Brandflecken hatte und sowieso kaum noch zu gebrauchen war und wickelte es fest um den Knöchel. Vorsichtig trat sie auf. Viel besser fühlte es sich zwar nicht an, aber zumindest war es erträglich.

Sie brauchte länger als gewöhnlich und war froh als sie sich endlich wieder auf den Stuhl fallen lassen konnte. Am Abend würde sie etwas kochen, für das sie kaum aufstehen musste, soviel stand fest. Nachdem er immer noch nicht aufgetaucht war und ihr langweilig wurde, ging sie zum Bach. Es tat gut den Knöchel zu kühlen, und es war wundervoll, sich waschen zu können ohne beobachtet zu werden. Sie blieb noch eine Weile, ließ die Beine im Wasser baumeln und genoss die Mittagssonne. Sie riss die Augen auf, als ein Schatten über sie fiel. Dann bemerkte sie, dass es nur eine Wolke war, die sich vor die Sonne geschoben hatte. Etwas enttäuscht humpelte sie in die Burg zurück. Wieso war er nicht da, wenn sie ihn einmal brauchte?

Sie begann das Essen vorzubereiten. Was wenn er gar nicht mehr auftauchte? Sollte sie die ganze Nacht auf ihn warten, das Essen warm halten? Nein, er hatte gesagt zur Abenddämmerung. Wenn er nicht pünktlich war, bekam er eben nichts Warmes mehr. Aber was, wenn er gar nicht mehr kam? Sollte sie weiterhin in der Burg bleiben? Konnte sie es wagen zurück ins Dorf zu gehen?

Sie war fast schon erleichtert, als er am späten Nachmittag in die Küche kam, sich ein paar Scheiben Brot holte und ihr gegenüber Platz nahm.

Nichts an ihm deutete darauf hin, dass etwas ungewöhnlich war, also beschloss sie, dass auch sie sich nichts anmerken lassen würde. Am Ende sah es noch so aus, als würde sie seine Hilfe wollen!

Nachdem er fertig gegessen hatte lächelte er sie an. „Lust auf etwas Anspruchsvolleres?“

Sie zuckte mit den Schultern. Sie hatte keine Ahnung, was er wollte, aber er würde es ihr bestimmt gleich verraten.

Als er ein Schachbrett auf den Tisch stellte zog sie eine Augenbraue nach oben. „Ich kenne die Regeln nicht.“

„Ich hoffe du lernst schnell.“

 

Sie war sich sicher, das sie die Regeln verstanden hatte, als sie schließlich aufstand um das Essen zu servieren. Sie biss die Zähne zusammen und versuchte normal zu laufen. Das Kleid war zum Glück lang genug um ihre Füße – und den Verband – zu verdecken.

Während des Essens betrachtete sie ihn so unauffällig wie möglich. Wieso war er jetzt wieder so freundlich? Und wie schnell würde es sich wieder ändern? Musste sie damit rechnen, dass er sich wieder in ein Monster verwandelte, sobald sie im Zimmer waren?

Sie ließ sich Zeit damit das Geschirr zu spülen, aber irgendwann war doch alles sauber.

Er war schon aufgestanden, wartete auf sie. Sie rang sich ein Lächeln ab, senkte dann wieder den Kopf, versuchte sich keinen Schmerz anmerken zu lassen.

Als sie an die Treppe kam, wurde es komplizierter. Wie sollte sie nur die Stufen hoch kommen ohne sich an der Wand festzuhalten? Versuchen würde sie es trotzdem. Schon bei der zweiten Stufe verlor sie das Gleichgewicht, als sie nur den verletzen Fuß belastete. Er fing sie auf.

„Was ist los?“

„Nichts.“, murmelte sie.

„Lügnerin.“ Seine Stimme war sanfter als sie es erwartet hätte.

Erst jetzt sah sie, dass das Kleid etwas verrutscht war. Na gut, dann hatte er es herausgefunden. Dann konnte er ihr jetzt auch hoffentlich helfen.

Sie ließ zu, dass er sie trug, achtete aber darauf, dass sie ihren Kopf nicht an seine Brust schmiegte.

Schließlich erreichten sie das Kräuterzimmer und er setzte sie ab, schob ihr einen Hocker hin. Dankbar setzte sie sich. Er wickelte den improvisierten Verband ab, schüttelte dann den Kopf.

„Wenn du verletzt bist, erwarte ich, dass du etwas sagst.“ Sie murmelte eine Entschuldigung, sah dann zu, wie er Salbe auftrug und einen richtigen Verband anlegte.

Als er sie wieder ins Zimmer trug schlang sie die Arme um seinen Hals. Er war gerade so freundlich und sie wünschte sich, dass sich das nicht änderte. Vielleicht konnte etwas Zuneigung von ihr seine gute Laune erhalten.

Er setzte sie schließlich auf dem Bett ab, und sie zog ihn näher zu sich, bis sie in sein Ohr flüstern konnte. „Danke.“

Sie kratzte ihren gesamten Mut zusammen und schaffte es, ihm einen Kuss auf die Wange zu hauchen. „Bitte Herr, lasst mir etwas Zeit.“ Sie griff nach seinen Händen, küsste jeweils den Handrücken. „Lasst mir etwas Zeit, und ich verspreche, Ihr werdet es nicht bereuen.“ Sie küsste jede seiner Fingerspitzen, ließ dann die Hände sinken.

Er schwieg eine Weile, dann strich er über ihre Wange. Als sie den Kopf hob um ihn anzusehen, küsste er sie.

„Ich fordere weniger als die Meisten und gebe dir mehr. Gib dich mir hin und ich sorge dafür, dass es auch dir gefällt. Du musst nicht einmal etwas tun, wenn du nicht willst. Alles was ich will ist eine Frau, die nicht immer bettelt und weint. Ist das zu viel verlangt? Sieh dich um, du lebst im Luxus. Glaubst du, dass du dafür gar nichts tun musst? Du trägst die Kleider, die ich bezahlt habe, isst …“

„Ich habe nie darum gebeten! Ich wollte im Dorf bleiben, ich wollte ein normales Leben führen. Du hast mich doch weg gezerrt! Lass mich zurück, wenn ich dir nicht passe!“ Sie schrie ihn an, kümmerte sich nicht darum, was es für Folgen haben könnte. Wie konnte er es wagen...

Und wieso lächelte er jetzt?

„Und genau darum behalte ich dich.“ Er küsste sie wieder. „Glaub mir, ich tu es nicht wegen deiner Bettelei.“

Sie sah ihn verwundert an als er aufstand und die Kerzen löschte.

„Schon den Fuß. Gute Nacht.“

Er hatte sie tatsächlich allein gelassen. Sie zog die Decke über den Kopf, wartete ab, ob es vielleicht doch nur ein böser Scherz war. Würde er ihr wirklich eine Nacht Ruhe gönnen?

Sie konnte stundenlang nicht einschlafen, zerbrach sich den Kopf über seinen Sinneswandel. Wenn er nicht gerade über sie herfiel war er keine so schlechte Gesellschaft. Aber würde er ihr wirklich die Zeit lassen, die sie wollte, um sich an seine Nähe zu gewöhnen? Würde sie es jemals schaffen, nicht ängstlich zurück zu zucken, wenn er sie anfasste?

 

Wieder war sie allein, als sie erwachte. Ihr Fuß fühlte sich besser an, und sie machte sich auf den Weg, sich um den Haushalt zu kümmern. Etwas erstaunt stellte sie fest, dass die Vorratskammer aufgefüllt worden war. Hatte er etwa Mehlsäcke geschleppt? Irgendwie traute sie ihm das nicht zu, das hätte er eher ihr überlassen. Oder war hier irgendetwas Sonderbares am Werk?

Als sie mit allem fertig war, beschäftigte sie sich mit dem Schachspiel. Sie zog abwechselnd mit weiß und schwarz, versuchte darauf zu achten, die größten Fehler zu erkennen und nicht mehr zu machen.

„Schachmatt.“

Er griff über ihre Schulter, versetzte eine Figur. Etwas erstaunt versuchte sie einen Ausweg zu finden, ließ dann die Schultern hängen.

Er ging um sie herum, setzte sich, stellte die Figuren neu auf. Wie nicht anders zu erwarten, gewann er und sie war froh, dass sie die Ausrede hatte, kochen zu müssen. Es war frustrierend, so viele Regeln zu haben, und dann auch noch gegen jemanden zu spielen, der so viel erfahrener war.

Viel zu schnell war sie mit allem fertig.

Er ging mit ihr ins Kräuterzimmer, wechselte den Verband, aber auch das ging viel zu schnell.

„Geh auf dein Zimmer, ich komme gleich.“

Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen, nicht zu zittern. Aber sie war sich sicher, dass er sie in dieser Nacht nicht schonen würde, dass er sich nehmen würde, was er wollte. Sie ging zum Fenster, blickte nach draußen. Der Mond hing als Sichel am Himmel, gab gerade so viel Licht, dass sie die Umrisse der Mauer erkennen konnte.

Sie drehte sich um, als die Tür ins Schloss fiel.

Er stellte einen Krug und zwei Becher auf den Tisch, begann dann die Kerzen anzuzünden. Sie blieb am Fenster stehen, wartete ab. Nachdem alle Kerzen brannten, füllte er die Becher, reichte ihr einen davon.

Er setzte sich aufs Bett, klopfte auf den freien Platz neben sich. Wenigstens war sie noch angezogen. Eine Weile saßen sie schweigend da und sie nippte immer wieder an dem Wein. Er war köstlich, besser als alles, was sie je getrunken hatte, aber sie wagte es nicht, viel davon zu trinken.

„Schmeckt es nicht?“

„Doch.“ … aber ich will nicht betrunken und wehrlos sein.

„Dann trink. Ich habe genug vorrätig.“

Sie unterdrückte ein Seufzen und nahm einen größeren Schluck. Es ging zu schnell, als dass sie selbst handeln konnte. Er nahm ihr den Becher aus der Hand, zog sie an sich und küsste sie. Ebenso schnell löste er den Kuss, gab ihr den Becher zurück und nippte an Seinem. „Einer der besten Weine die ich kenne.“

Sie nahm noch einen Schluck, ging dann zum Tisch und stellte den Becher ab. Sicherheitshalber blieb sie dort stehen.

„Was soll das Ganze? Wieso fallt Ihr nicht einfach über mich her wie die letzten Nächte auch? Warum alles unnötig in die Länge ziehen?“

Er grinste. „Und ich dachte es gefällt dir nicht.“ Er trank einen Schluck, lehnte sich ein Stück zurück. „Ich hatte fast schon das Gefühl, dass du mich anflehst, aufzuhören.“ Er nahm noch einen Schluck. „Aber ich habe nichts dagegen, wenn du mir jetzt die Kleider vom Leib reißt.“ Sein Grinsen wurde breiter, als er weiter sprach. „Wenn du mich lieb bittest, stehe ich aber auch auf und 'falle über dich her'.“

Dieser Dreckskerl. Es machte ihm Spaß mit ihr zu spielen. Er nahm sie nicht einmal ernst. Am Liebsten hätte sie ihm den dämlichen Becher aus der Hand geschlagen – aber dafür hätte sie zu ihm gehen müssen, und sie wusste nicht, was er tun würde, wenn er sie festhalten konnte. Sie suchte noch nach einer Antwort, konnte sich zwischen all den Beleidigungen nicht entscheiden, als er schließlich weiter sprach.

„Die Wahrheit ist, dass du stolpern würdest beim Versuch zu fliehen. Und ich habe keine Lust, die nächsten paar Wochen selbst zu kochen, nur weil du nicht laufen kannst. Also kann ich dich entweder ans Bett fesseln, oder du trinkst noch etwas, entspannst dich und wir passen auf deinen Fuß auf.“

Wie konnte er einfach so ruhig dasitzen und sie vor die Wahl stellen, wie er sie vergewaltigen würde? Woher nahm er nur diese Arroganz?

„Was muss ich mir brechen, damit Ihr mich in Ruhe lasst?“

„Deinen Hals. Aber es wäre mir lieber, wenn du das nicht versuchst, es ist immer so anstrengend jemandem Schach beizubringen und du hast es gerade verstanden.“

Das Grinsen war immer noch auf seinem Gesicht. Sie konnte fast schon spüren, wie er es genoß, dass es für sie keinen Ausweg gab. Aber vielleicht...

„Als könnte ich gut genug spielen um eine Herausforderung für Euch zu sein.“

„Noch nicht.“

„Gebt mir einen Anreiz.“

Er zog eine Augenbraue nach oben.

„Für jedes gewonnene Spiel lasst Ihr mich eine Nacht in Ruhe.“

Er trank, nickte dann.

„Gut, aber für jedes Spiel das ich gewinne, bist du eine Nacht lang brav.“

Na toll. Das konnte unangenehm werden. „Einverstanden.“

Er grinste, hielt ihr dann den Becher hin. „Füll nochmal nach.“

Wollte er sich jetzt betrinken? Oder war es eine Falle? Er machte keine Anstalten sie anzufassen, als sie ihm den Becher aus der Hand nahm. Sie füllte ihn, trank selbst, als sie wieder auf ihn zu ging. Er war schnell, zog sie auf seinen Schoß, bevor sie wieder den Rückzug zum Tisch antreten konnte. Obwohl er nur einen Arm um sie gelegt hatte, fühlte sie sich eingesperrt. Dass sie ihn nicht ansehen konnte ohne den Kopf zu drehen war ein kleiner Trost. Sie starrte gerade aus, versuchte sich vorzustellen, dass sie wieder zu Hause war.

Sie versteifte sich, als er begann ihren Nacken zu küssen. Er drückte ihr den Becher in die Hand, schlang dann beide Arme um sie und drückte sie fester an sich.

„Trink.“

Sie seufzte, leerte den Becher in einem Zug. Vielleicht würde es ja so erträglich werden. Dann wand sie sich aus seiner Umarmung, stellte auch diesen Becher auf den Tisch.

„Also... Soll ich dich fesseln oder glaubst du, du erträgst mich?“ Dieses widerliche Grinsen.

„Weder noch.“

Er antwortete mit einem schallenden Lachen. „Dann lasse ich dir eben keine Wahl.“ Er stand auf, kam auf sie zu. „Versuch nicht wegzulaufen. Ich habe keine Verwendung für dich, wenn du kaputt bist.“

Kaputt.

Als wäre sie nur ein Gegenstand, kein Mensch. Und jetzt wagte dieser … Kerl es auch noch, seine Hand an ihren Hals zu legen. Sollte er sie doch zum Bett zerren, wenn es ihm Spaß machte. Sie würde heute nichts mehr tun, das ihm gefiel. Und wenn es ihm Spaß machte jemanden zu küssen, der nichts erwiderte … warum eigentlich? Mitten im Kuss begann sie ihre Arme um ihn zu schlingen. Seine Lippen fühlten sich viel weicher an, angenehm, schmiegten sich so wundervoll an ihre Lippen.

Sie hatte das Gefühl zu fliegen. Wenn es doch auch die Nächte davor so gewesen wäre. Wieso hatte er nicht schon zuvor gezeigt, wie gut es sich anfühlte, sich fallen zu lassen? Er hielt sie im Kuss gefangen, schob sie ein paar Schritte vor sich her, bis er ihr einen Stoß gab. Sie stolperte ein paar Schritte rückwärts, fiel dann aufs Bett. Für einen Moment setzte ihr Herz aus, sah zu ihm auf. Quälend langsam machte er einen Schritt auf sie zu. Wie schaffte er es nur, gleichzeitig so düster und anziehend zu sein? Sie versuchte, sich aufzusetzen, aber im nächsten Moment war er neben ihr, drückte sie fester zurück als nötig gewesen wäre. Diesmal begann sie zu zittern, war enttäuscht als er seine Hand wieder zurück zog. Wenn er nur weiter machen würde. Ihr zeigen würde, was er tun konnte. Dass er alles mit ihr tun konnte. Der Gedanke holte das wohlige Zittern zurück. Er würde ihr nicht weh tun, dessen war sie sich sicher. Jeder andere – nur nicht er. Sie versuchte nochmals sich aufzusetzen, nur um von ihm zurück gedrückt zu werden. Sie genoss es, wehrlos zu sein, atmete umso schneller, als sie das Seil in seiner Hand sah. Spielerisch wehrte sie sich, versuchte sich aus seinem Griff zu winden, ließ sich schließlich zurück in die Kissen sinken, als er ihre Hände ans Bett gefesselt hatte. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Er würde sie verführen, würde sie verwöhnen. Und sie würde tun was sie konnte, um ihm eine angenehme Nacht zu bereiten. Er fuhr mit dem Zeigefinger sanft über ihre Lippen, was sie wieder dazu brachte, sich in den Fesseln zu winden. Wusste er nicht, dass sie mehr wollte? Dass er sie an anderen Stellen berühren sollte? Dass er sie fester anfassen sollte? Viel zu langsam ließ er seine Finger zu ihrem Hals wandern, kraulte und kratzte sacht, während sie den Kopf so weit wie möglich drehte, um ihm besseren Zugang zu gewähren.

Nur langsam begann er, seine Finger weiter wandern zu lassen, immer den störenden Stoff über seiner Haut. Sie wand sich unter ihm, versuchte den Kopf weit genug zu heben um ihn zu küssen, erreichte nur, dass er langsamer weiter machte. Wie konnte er sie so foltern? Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er ihr das Kleid über den Kopf zog, es als zusätzliche Fessel an ihren Händen ließ. Viel zu lange regte er sich nicht, sah sie an, streichelte dann immer nur kurz über ihre Haut um seine Hand sofort zurück zu ziehen. Endlich, nach viel zu langer Zeit, begann er sie zu küssen, ließ seine Zunge über ihre Haut wandern, biss manchmal zu, saugte dann wieder. Sie hörte auf, sich zu wehren, genoss, warf den Kopf zurück, hatte die Augen geschlossen um sich besser darauf zu konzentrieren, ihn zu spüren. Etwas ungläubig bemerkte sie, wie er ihr immer wieder ein Stöhnen entlockte. Wie hatte sie die Tage zuvor nur so wenig Spaß dabei haben können?

Erst als sie schwer atmend und schon erschöpft in den Laken lag, entkleidete er sich, führte sie zu neuen Höhen. Als sie schon glaubte, dass es nicht schöner werden konnte, fühlte sie Schmerz an ihrer Brust. Der wurde bald wieder von Lust abgelöst, bis er fester zudrückte, der Schmerz die Lust überlagerte, die daraufhin weiter stieg. Sie hielt die Luft an, wusste nicht, was ihr an dem Wechselspiel besser gefiel. Nach viel zu langer (oder kurzer?) Zeit, siegte die Lust.

Langsam fing sie wieder an zu atmen, bemerkte erst jetzt, dass sie erschöpfter war, als sie gedacht hatte. Sie bemerkte noch, wie er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte, dann ließ sie sich vom Schlaf übermannen.

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