Christopher und Ich - Kapitel 34

 

34

An diesem Mittwochmorgen klingelt der Wecker wie so oft viel zu früh. Verschlafen haue ich auf dessen große Taste und betätige damit automatisch die Schlaffunktion. Zehn Minuten später ertönt das digitale Signal erneut; so schrill und grässlich, und ich taste wieder nach dem Ding aus der Hölle. Christopher dreht sich neben mir ächzend zur Seite und schläft dann auch sofort wieder ein. Als der Wecker zum dritten Mal klingelt, und da ist es schon nach halb sieben, schalte ich ihn komplett aus und setze mich gähnend auf, reibe mir den Schlaf aus den Augen und blicke meinen Freund an.

Christopher liegt mittlerweile wieder zu mir gewandt, hat die Decke über seinen Kopf gezogen, stöhnt genervt, als ich ihn anticke. Noch mehr, als ich nun die Decke vorsichtig zurückziehe und sein verwuschelter Kopf zum Vorschein kommt. Ich muss grinsen, streiche ihm eine seiner Strähnen hinters Ohr; dann schon legen sich seine Augen auf mein Gesicht, wandern nach einer kurzen Weile weiter hinab. In dem Moment ziehe ich dann auch die Decke von meinem Körper, damit sein Blick meine enorme Morgenlatte erfassen kann…

Mein Freund blinzelt, wirft dann einen kurzen Blick auf den Wecker, seufzt tief und setzt sich schließlich in Bewegung.

„Guten Morgen…“, murmele ich, als mein Master zwischen meine Schenkel rutscht und irgendetwas brummend mein Fleisch in seinen Mund aufnimmt.

Vielleicht ist es die Müdigkeit, vielleicht hat es aber auch gar keinen Grund, aber: Ich brauche an diesem Morgen wirklich lang, bis ich mich ergieße und mein heißer Saft Christophers Lippen benetzt, sein Kinn leicht hinuntertröpfelt. Er wischt ihn mit dem Handrücken ab, setzt sich auf, streckt sich, ächzt und stöhnt und stolpert dann regelrecht aus dem Schlafzimmer. Ich höre, wie er das Radio in der Küche einschaltet – dann die Dusche.

Ich schließe noch für einen kurzen Moment die Augen, will diese Minuten nach meinem Orgasmus noch genießen und…

„Niko!“, reißt mich eine verärgerte Stimme aus meinem plötzlichen Traum. „Niko!“ Ich schrecke auf, Christopher steht über mir und funkelt mich mit verschränkten Armen vor der Brust böse an. Sein Haar ist frisch gewaschen und bereits geföhnt, er steckt auch schon in seiner Anzugshose. „Steh’ gefälligst auf und mach mir Frühstück“, schnauzt er mich barsch an. Mein Hirn braucht genau drei Sekunden, um die Tatsache zu verarbeiten, dass ich wieder eingedöst bin, Christopher gleich zur Arbeit muss und ich noch nicht einmal Kaffee aufgesetzt habe, was aber mein Job ist, wenn ich zur späteren Stunde zur Uni muss.

Deswegen springe ich hastig auf und eile in die Küche.

Meinem Freund bleibt wirklich nicht mehr viel Zeit, er kippt sich nur den Kaffee rein, isst ein einziges Brot mit Käse, dann schnappt er sich schon seine Tasche, drückt mir einen eiligen Kuss auf die Stirn und verschwindet.

…und ich lege mich noch einmal hin.

Dummerweise vergesse ich aber den Wecker neu zu stellen und als ich nach meinem kleinen zweiten Schläfchen aufwache, ist es schon 13 Uhr. Meine Vorlesung ist schon im Gange und mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Ich verzichte auf die Dusche, verzichte auf Frühstück, springe einfach nur in die blaue Jeans und den schwarzen Pullover, den mir Christopher bereitgelegt hat und laufe los. Die zweite Vorlesung schaffe ich; nach ihr ruft mein Freund auch an.

„Wie läuft’s heute?“, will er wissen und ich stoße langgezogen den Atem aus.

„Ich hab’ meine erste Vorlesung verpennt“, beichte ich.

„Wie bitte?“

„Als du weg warst hab ich mich noch mal hingelegt und dann einfach vergessen, den Wecker zu stellen…“

„Niko…!“, schimpft er.

„Es tut mir leid…“

„Ja, ja, das hab ich schon zu oft gehört.“ Er ist wütend. „Wie war das? Heute Abend wolltest du was mit Frank machen?“

„…ein Bier trinken.“

„Das ist jetzt gestrichen. Du wirst dich heute Abend auf deinen Arsch setzen und lernen, kapiert?“

„Ja, Christopher“.

Dann legt er auf und ich seufze; grinsend.

Den Kaffee mit Chiyo verbietet Christopher mir allerdings nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass wir uns zwischen den Vorlesungen direkt auf dem Campus treffen. Wir plaudern mal wieder über Filme und sie erzählt mir von einem Typen, mit dem sie seit einigen Monaten chattet, zeigt mir Bilder von ihm auf ihrem Laptop. Ich finde ihn schon ziemlich heiß, nicht so heiß wie Christopher. Aber wäre ich Single, würde ich ihn sicherlich nicht von der Bettkante stoßen. Deswegen wünsche ich ihr auch viel Glück mit ihm.

„Wir sollten bald mal einen Videoabend machen, was sagst du?“, schlägt sie vor, kurz bevor wir uns voneinander verabschieden.

„Na, klar, super Idee!“, willige ich ein, dann trennen sich unsere Wege.

Ich bin am Bügeln, als Christopher – früher als geplant – nach Hause kommt. Ich erschrecke, als er unangekündigt das Schlafzimmer betritt. „Oh!“, mache ich und stelle das Bügeleisen beiseite. „Was machst du denn schon hier?“

Christopher spricht nicht mit mir, sondern geht auf das Bett zu, auf dem ich die schon fertig geglätteten Sachen liegen. Er nimmt eines der Hemden und betrachtet es skeptisch. Dann wirft er es wieder in den Wäschekorb, in dem die anderen, noch zerknitterten Sachen liegen. Das macht er auch mit Hemd Nummer zwei und drei, ehe er sich mir zudreht, mit seiner rechten Hand ausholt und mir eine leichte Backpfeife verpasst.

„Habe ich dir nicht erst letzte Woche beigebracht, wie man Hemden vernünftig bügelt?“, fragt er mich im monierenden Ton.

„Ja, Christopher“, antworte ich mechanisch und ernte die zweite, schon etwas härtere Ohrfeige.

„Und was soll das dann?!“, wütend deutet er auf den Wäschekorb und als ich nichts sage, ernte ich den dritten, so harten Schlag, dass ich einen Schritt zurückstolpere. „Das machst du noch einmal von vorn, los“, bestimmt er und fährt mir – im Kontrast zu seinem Tun eben – zärtlich durchs Haar.

Und ich? Ich mache mich ans Werk; dieses Mal konzentrierter. Gebe mir besonders viel Mühe mit dem Kragen, den Manschetten und der Knopfleiste; auch die Ärmel bekommen ihre gewünschte Falte. Ich rufe meinen Master, damit er mein Werk begutachten kann und er nickt zufrieden. Mir allerdings wirft er ein kaltes „warum nicht gleich so?“ ins Gesicht.

Er ist nicht sauer, dass ich nicht wie sonst von ihm verlangt auf ihn warte – schließlich hat er nicht angekündigt, dass er früher kommt. Trotzdem fordert er mich nach dem Bügeln auf, meine Klamotten auszuziehen. Außerdem noch, dass ich meine Lernutensilien hole und meinen Unikram im Wohnzimmer erledige, weil er mich kontrollieren will.

„Hast du alles?“, fragt er mich, als ich mich gerade an den großen Esstisch setzen will.

„Ja, hab’ ich.“

„Dann schnapp dir deinen Laptop“, meint er noch, bevor er sich die drei Bücher und den großen Block nimmt und zum Sofa trägt und dort demonstrativ auf den Boden knallt; direkt vor meinem speziellen Fernsehkissen, das wir nicht abgeschafft haben. „Da ich es mir mit meinem Roman auf dem Polster hier gemütlich machen will“, erklärt er, „wirst du auch genau hier lernen.“

Den Laptop muss ich so platzieren, dass er ohne Probleme auf den Bildschirm schauen kann. Gott, dieser Kerl ist echt der Wahnsinn. Vor allem als er ohne jegliche Skrupel an mein Handy geht, als es klingelt, weil er mir verboten hat, mich mit dem Ding abzulenken. Er telefoniert mit Frank, erzählt meinem Freund, ich könne gerade nicht ans Telefon kommen – obwohl ich direkt neben ihm sitze auf meinem Kissen – und meint dann auch noch tatsächlich zuckersüß und scherzend: „Tut mir Leid, dass Niko immer was dazwischen kommt bei euren Treffen, ich weiß auch nicht, wo ihm der Kopf steht – ich werde ihm den aber mal waschen, keine Sorge…“

Während Herr Lang also seinen literarischen Eskapismus betreibt, arbeite ich die verpasste Vorlesung auf und noch ein Extra-Kapitel im Buch ab. Zwischenzeitlich erkundigt sich Christopher kurz und leise, ob mir kalt sei, und ob vielleicht mein Rücken weh tue, doch beides verneine ich. Nach eineinhalb Stunden bin ich endlich durch mit dem Stoff, fertig und sowieso nicht mehr in der Lage mich zu konzentrieren.

„Hunger?“, fragt Christopher mich und ich nicke heftig.

„Und wie!“

Doch mein Master grinst nur kühl, ohne sein Buch zuzuklappen. „Dann mach uns mal Abendbrot“, befiehlt er im belustigten Ton und ich gehe zähneknirschend in die Küche.

Als wir einige Stunden später im Bett liegen und mein Freund kurz davor ist einzuschlafen, frage ich ihn: „Wie kommst du mit den morgendlichen Blowjobs klar?“

„…ich möchte noch kein Fazit ziehen. Das waren erst drei Tage“, sagt er schroff und ich grinse in mich hinein; und kann den kommenden Morgen kaum erwarten. Den Morgen, an dem Christophers Zunge wieder über mein hartes Fleisch streicht und er an mir saugt, meine Hoden mit den Fingerspitzen massiert. Direkt an bzw. um meinen Schwanz aber legt er seine Finger nicht. Schließlich darf ich das auch nicht tun, wenn ich ihm einen Blowjob gebe, darf nur meinen Mund benutzen, darauf besteht Christopher; deswegen muss er sich nun selbst an seine Regeln halten.

Meine Finger vergraben sich in seinem blonden Haar seines sich so verführerisch bewegenden Kopfes. Ich kämpfe gegen den Instinkt an, hemmungslos meine Hüften zu bewegen und seinen Mund zu ficken; das darf schließlich nur er mit mir tun. „Ungh…!“, stöhne ich und bäume mich auf, als diese heiße Enge um mein Geschlecht nicht mehr auszuhalten ist… und wieder benetzt mein Sperma Christophers Mund auf diese wunderschöne, betörende Art und Weise.

Mein Atem geht schwer und ich bleibe erst einmal liegen, wische den seichten Schweiß von meinem Gesicht, werde in der nächsten Sekunde allerdings schon unliebsam von meinem Master and den Armen hochgerissen. „Oh nein, Niko…“, zischt Christopher giftig, „du legst dich jetzt nicht noch einmal auf die faule Haut, du stehst jetzt auf und wanderst direkt unter die Dusche und dann bewegst du deinen faulen Hintern zur Uni, haben wir uns verstanden?!“

Ich bin unmittelbar wach und befolge seine morgendlichen Befehle. Christopher fährt mich an diesem Morgen sogar zum Campus, weil er seiner eigenen Aussage zufolge sicherstellen will, dass ich zu meinen Vorlesungen gehe und meint, dass er mich nun jedes Mal wenn es passt hinkutschieren wird; er ermahnt mich ein weiteres Mal was das Schwänzen angeht, ich hingegen versichere ihm, dass ich es nie wieder absichtlich tun werde und dass es gestern einfach nur ein Missgeschick gewesen ist.

Ja, wir sind so mit unserem neuen Alltag beschäftigt, dass ich gar keine Zeit mehr habe, an meinen Vater, oder meine Mutter zu denken und das ist einfach nur wundervoll.

…und dass Christophers Domizil nun auch mein Zuhause ist, scheint immer mehr durchzusickern in den Wirrungen meines Hirns.

Vielleicht liegt das ja auch daran, dass mittlerweile überall meine Sachen verteilt sind. Meine Klamotten sind nun fest in Christophers Schrank deponiert, meine Bücher habe ich jetzt auch im großen Regal im Wohnzimmer zum Teil einsortiert. Die Horror-Kracher lagern natürlich in meinem kleinen Paradies. Einige meiner Handtücher hängen im Bad, nachdem wir sie gewaschen und gebügelt haben. Ich war sogar schon nach der Uni Deko shoppen, hab ein paar schwarze Kerzen gekauft und sie auf dem Esstisch drapiert, wie ich es für richtig hielt – und Christopher fand’s auch schön. Ein paar von ihnen sind natürlich auch in unserem Spielzimmer gelandet…

Außerdem hat Christopher mich die weinroten Kissen aussuchen lassen, die jetzt das Sofa zieren, weil wir beide fanden, dass es noch gemütlicher werden musste; und als ich ihm gesagt habe, dass ich den Teppich unter dem Esstisch hässlich finde, hat er mir gleich zwei Kataloge vor die Nase geknallt und zusammen mit mir einen neuen ausgesucht, ganz demokratisch.

Es ist also nicht nur mein Zimmerchen, in dem ich mich austoben kann, sondern die gesamte Wohnung. Und das ist großartig.

„Morgen geh ich zu Holger, ne Runde Pokern“, erinnert mich mein Freund, als wir an diesem Freitag zusammen zu Abend essen.

„Nachmittags, ja?“ Christopher nickt. „Darf ich dann zu Chiyo?“

„...deinen Drang nach Horrorfilmen und Fast-Food ausleben?“, kommt es belustigt von Christopher.

„Sei froh, dass ich dich nicht dazu zwinge, die ganzen Titel zu gucken!“

Mein Freund lacht. „Als wenn du mich zwingen könntest, Niko…“ Ich grinse.

Wir gehen an diesem Abend nicht ins Zimmer, weil uns einfach nicht danach ist. Christopher ist müde von der Arbeit, will sich einfach nur wieder aufs Sofa schmeißen und seinen Roman weiterlesen. Mir erlaubt er es, mich in meinen Raum zu verkrümeln und ein bisschen im Web zu surfen.

Ja, an diesen Umstand muss ich mich auch noch gewöhnen; dass wir beide nicht die ganze Zeit was zusammen machen, weil der Umstand eines Besuches einfach nicht mehr gegeben ist, und wir uns zwar in einer Wohnung aufhalten, aber eben zeitweise auch in verschiedenen Zimmern, um verschiedenen Dingen nachzugehen. Vorher ist es ja immer so gewesen: Wenn Christopher zu Besuch war, habe ich ihm all meine Aufmerksamkeit geschenkt. Und wenn ich bei Christopher zu Besuch war, hat er mir all seine Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe meine Filme geguckt, wenn er nicht da war und er hat seine Bücher gelesen wenn ich nicht da war; nun aber sind wir beide immer da. Schon ein Unterschied… Aber wie gesagt: Ich freunde mich langsam damit an, komme darauf klar, dass es jetzt unsere Realität ist...

Zu der zählt auch immer noch der Umstand, an einem Samstagmorgen nicht von dem irren Ton eines Weckers geweckt zu werden, sondern von dem Sing-Sang der Vögel da draußen und der vorsichtig reinlugenden Sonne. Ich strecke mich, drehe mich in Slow-Motion zu meiner Rechten und blicke in das mir so bekannte Paar blauer Augen. „Na, gut geschlafen?“, erkundigt Christopher sich und ich nicke, rutsche näher an ihn heran und er legt seinen Arm um mich; ich atme seinen Geruch ein, streichele über seine wunderschöne Brust. „Und du?“, hake ich nach und ernte ein zufriedenes Brummen.

Wir kuscheln, eine gefühlte Ewigkeit, bis Christophers Magen plötzlich unheimlich laut und lange knurrt und ich lachen muss. „Soll ich gleich Frühstück machen?“, frage ich deshalb amüsiert nach und mein Freund nickt grinsend. Doch kurz bevor ich mich erhebe, fällt mir etwas ein und ich halte inne. „…also, ich mache Frühstück, nachdem du mir einen geblasen hast…“, wende ich mich dann wieder an meinen Master, der kurz so aussieht, als würde er mir am liebsten eine reinhauen, sich dann jedoch in Bewegung setzt und langsam zwischen meine Beine rutscht. Er legt aber nicht sofort los.

„Nachdem ich dir einen geblasen habe, werde ich dir erstmal eine Tracht Prügeln verpassen, weil du dir einen ganz schön frechen Ton angewöhnt hast diese Woche…“, zischt er, bevor seine Zunge über die gesamte Länge meiner Härte fährt und meine Eichel zwischen seinen Lippen verschwindet.

…und diese Aussage, diese Androhung, ist so verdammt heiß, dass ich an diesem Morgen nicht wirklich lang brauche, um zu meinem Höhepunkt geleckt und gesaugt zu werden. Mit einem letzten, lauten Stöhnen lasse ich alles raus; und Christopher schluckt. Ich öffne die Augen und mein Herr straft mich bereits mit einem bitter-kalten Blick, ehe er sich erhebt und regelrecht ins angrenzende Zimmerchen stampft, nur um mit dem kleinen aber so fiesen Holzpaddel zurückzukommen. Er setzt sich auf das Bett, packt mich am Oberarm und zieht mich harsch über seinen Schoß; mein noch von seinem Speichel nasses Geschlechtsteil rutscht zwischen seine Oberschenkel und schon im nächsten Moment trifft die harte Oberfläche des Züchtigungsinstrumentes auf meinen nackten Hintern und ich zische auf vor Schmerz.

Nein, Christopher nimmt an diesem Morgen keine Rücksicht, holt mächtig aus, um so hart zuzuschlagen, dass mir Tränen in die Augen steigen. Zwischendurch werden seine Hiebe etwas sanfter; danach fährt er ganz vorsichtig mit dem Paddel über meine geschundene Haut, streichelt die mit Sicherheit schon roten Stellen mit den Fingerkuppen seiner freien Hand, wispert „…shhh, Niko…“, nur um in dem Moment, in dem ich mich wieder halbwegs beruhigt habe, abermals auszuholen und mir im schnellen Tempo aufeinanderfolgende harte und feste Schläge zu verpassen.

Wärme strömt durch meinen gesamten Körper und meine Finger verfangen sich im Bettlaken. Speichel rinnt mein Kinn hinunter und es brodelt in meinem gesamten Innern. Ja, ich verdiene diese Bestrafung… Mein Ton war wirklich frech, so sollte ich nicht mit meinem Herrn reden; das darf ich nicht – und ich genieße es, auf welche Weise Christopher mir das gerade eintrichtert.

Ein harter, unbarmherziger Schlag auf meine linke Arschbacke, der mich Sternchen sehen lässt und bei dem ich meinen Kopf stöhnen zurückwerfe, beendet das Ganze; Christopher schiebt mich zur Seite und kommt nach einer kurzen Weile wieder zurück ins Schlafzimmer. Ich zittere, als er die mitgebrachte Salbe vorsichtig auf meinem Hintern verteilt; und auch wenn ich die kühlende Wirkung in ein paar Minuten genießen werde ist das Auftragen, trotz des sanften Vorgehens meines Masters, eine weitere kleine Tortur.

„Ich hoffe, du achtest jetzt wieder auf deinen Ton“, setzt Christopher amüsiert noch einen drauf.

„Ja, Christopher, das werde ich“, antworte ich ihm gehorsam und denke noch den gesamten Tag an seine Worte, ebenfalls wie an seine spontane Bestrafung – denn Sitzen ist an diesem Samstag für mich einfach fast unmöglich.

Ich bin heilfroh, dass Chiyo ein riesiges Sofa hat und wir uns beide hinlegen, um auf ihrem überdimensional großen Gaming-Laptop unseren Horror-Film-Marathon zu starten. So muss ich den Schmerz wenigstens nur aushalten, wenn ich mal aufstehe, um zur Toilette zur gehen, oder etwas aus der Kochnische herzubringen; und das habe ich mittlerweile offenbar so gut drauf, dass Chiyo davon rein gar nichts mitbekommt.

Schon abgefahren, denke ich mir, als ich die Augen durch ihre, durch meine alte Wohnung wandern lasse und feststellen muss, dass hier rein gar nichts mehr an mich erinnert; selbst die Kochnische sieht anders aus, denn meine neue Freundin hat die hässlichen Fronten mit bunter Klebefolie aufgepeppt, alles sieht aus wie neu. Meine ehemalige Bude existiert tatsächlich nur noch in meinen Erinnerungen; und auf alten Fotos, von denen es kaum welche gibt.

…ein paar der bekannten Gefühle, die mich kurz in die Vergangenheit befördern, steigen allerdings auf, als es klingelt und diese mir noch gut bekannte Melodie ertönt. Als Christopher spät an diesem Abend dann die Treppen hinaufsteigt, durch die Tür stolziert und mir einen Begrüßungskuss gibt. So wie früher halt, und dieses früher liegt auch nur ein paar Wochen zurück…

Er wendet sich an Chiyo. „Schön dich kennenzulernen“, sagt er, „ich bin Christopher. Niko hat mir schon viel von dir erzählt.“

„Oh, und mir von dir…“, meint Chiyo und lächelt ein wenig frech, was mein Freund mit einem Zwinkern quittiert. Christopher lässt seinen Blick durch die Wohnung wandern, während ich meine wenigen mitgebrachten DVDs und andere Kleinigkeiten einsammele. „Mann“, meint er dann, „wüsste ich nicht, dass ich in Nikos alter Wohnung stehe, würde ich es nicht glauben…“ Wir lachen. „Hat er dich nicht auch nicht zu sehr genervt?“, erkundigt er sich denn bei der jungen hübschen Frau, die sich heute zwar nicht aufgebrezelt hat, seine Aufmerksamkeit dennoch mit ihren pink-violett-schwarzen Haare auf sich zieht.

„Ach, wir hatten einen ganz vorzüglich, gruseligen, geilen Abend…“, antwortet sie nur grinsend. „Und du? Gut gepokert?“

„…leider nicht so gut wie meine Freunde.“

„Und jetzt kannst du Niko nicht mehr ins teure Restaurant einladen, weil du so viel verspielt hast?“, neckt sie meinen Freund.

„So schlimm ist es nun auch wieder nicht“, entgegnet er grinsend.

Wir verabschieden uns und als wir schon ein paar Minuten mit dem Wagen unterwegs sind, sagt Christopher: „Sie ist nett. Ich mag sie.“ Und ich muss kichern.

„Das heißt, ich darf mich weiter mit ihr treffen?“

„Ja, aber nur wenn das nicht mit meinen Plänen kollidiert.“

„Na, klar.“

Mein Freund erzählt mir noch kurz, was es neues bei Holger und Martin gibt, wir trinken einen Tee, knutschen kurz auf dem Sofa - dann schon fallen wir ins Bett und Ich schlafe wie ein Baby.

Als ich am Sonntag aufwache, ist es schon fast Mittag und wirklich überrascht bin ich auch nicht, als ich Christopher in der großen Eck-Badewanne vorfinde. „Auch schon wach, Schlafmütze?“, neckt er mich, als ich mich auf den Wannenrand setze und mir den Schlaf aus den Augen reibe.

„…halbwegs…“

„Baden hilft beim Wachwerden“, säuselt er und unsere Augen treffen sich. Ich weiß, was er von mir will und so steige ich bedächtig zu ihm ins warme Wasser. Mein Freund legt auch sogleich die Arme um mich und mein Rücken trifft auf seine wunderschöne Brust; sein steinhartes Geschlecht dagegen drückt gegen meinen Hintern und während seine Hände auf Wanderschaft gehen, um sich letztendlich um mein Fleisch zu legen, fährt er mit seiner Zuge über meinen Hals. Bis sein Mund an meinem Ohr ist und er hineinflüstert: „Ich will dich…“

Ich grinse. Herr Lang muss furchtbar schweinische Gedanken gehegt haben, als er hier so mutterseelenallein im Badewasser gehockt hat…

Ich will mich umdrehen und ihn küssen, entscheide mich dann aber anders und verwirre meinen Master, in dem ich mich aus seiner Umarmung befreie, die Shampoos, Duschgels und Badesalze in gekonnter Bewegung von der größeren Ablage zur Seite befördere, um mich dann selbst dort zu platzieren; lasziv mit gespreizten Beinen, mein hartes Fleisch auf das Gesicht meines Freundes gerichtet. Auch verbal erinnere ich ihn an seine „Pflicht“, unseren Deal, nicht frech aber fordernd: „Heute ist Blowjob-Tag sieben, Christopher…“

Er zögert nicht. Das Wasser schwappt sogar fast über, als er sich auf mich stürzt, als seine nassen Hände sich auf meine Oberschenkel legen und er mein Fleisch in seinen Mund aufnimmt, beginnt daran zu saugen. Verruchte, schmatzende Laute entstehen in unserem Badezimmer, vermischen sich mit meinem Stöhnen. Christophers Zunge ist einfach so verdammt heiß und flink, und als ich dann auch noch betrachten kann, wie sich seine rechte Hand um seinen eigenen Schwanz legt, um sich selbst zu pumpen, während er mir einen bläst, verliere ich fast den Verstand – und komme hart und schnell, sodass mir dabei fast schon ein wenig schwindelig wird…

Zeit um wieder zu mir zu kommen, habe ich allerdings nicht, denn schon im nächsten Moment packt Christopher mich am Arm, zieht mich herab ins Wasser, nur damit er nun meinen Platz auf der erhöhten Ablage nehmen und mich zwischen seine Schenkel drücken kann. Und auch ich zögere nicht, mache mich sofort ans Werk.

Christophers Schwanz ist hart wie Stein. Warm von dem Wasser.

Seine Finger packen meine Haarsträhnen, er lenkt meine Kopfbewegungen und sein Fleisch rutscht tief in meine Kehle. Ich kriege kaum noch Luft, und als Christopher anfängt dazu auch noch sein Becken zu bewegen, wird eines bewusst: Ich gebe hier eigentlich gar keinen Blowjob, Christopher fickt meinen Mund aufs brutalste - und macht damit genau das, was ihm zusteht.

Sein Stöhnen ist betörend, als er seinen heißen Saft in meinen Rachen spritzt und meinen Kopf dabei so hart gegen seine Mitte gepresst hält, dass kein einziger Tropfen seines Spermas vergeudet werden kann.

Sein Atem geht schwer, er ring nach Luft. Ein paar Minuten lang. Dann lässt er sich wieder langsam ins Wasser zu mir gleiten; ich grinse ihn leicht an und er erwidert es, presst seinen Körper an mich; einige Minuten verweilen wir einfach so, bis Christopher anmerkt, dass das Wasser abkühlt. Er macht mir Frühstück, er liest Zeitung, ich räume auf, wir gucken zusammen Fernsehen, ich erledige etwas für die Uni. Eigentlich ist es ein ganz normaler Sonntag. Wäre da nicht noch dieses ganze besondere Gespräch, das vor uns liegt…

Christopher liest mein Tagebuch und dieses Mal schaue ich ihm dabei zu. Er ist konzentriert, so viel kann ich erkennen und als er es zuklappt, weiß ich dass nun das „Blowjob-Urteil“ fallen wird.

„Also“, fängt Christopher an und macht dann eine Pause, seufzt und gibt dann kleinlaut zu, „du hattest Recht.“

„Womit?“, hake ich unschuldig nach, obschon ich weiß, worauf er sich bezieht.

„Ich… blase dir zwar unheimlich gern einen, aber am Morgen vor der Arbeit, jeden Tag, das war… puh! Hätte ich nicht gedacht, dass das einen den ganzen Tag lang schlauchen kann.“

Ich nicke. Zufrieden und auch irgendwie erleichtert. Ja, für mich war diese Woche ganz großes Kino, wenn man sich so ausdrücken will; deshalb kann ich auch verstehen, dass Christopher diesen Wunsch überhaupt erst geäußert hat. Und so sehr ich ihn auch zufrieden stellen möchte: es gibt einfach Dinge die kann selbst ein Niko Klaas als Vorbildsklave nicht durchsetzen.

„…also nur am Wochenende?“, will ich wissen und mein Freund nickt.

„Ja. Nur am Wochenende. Das ändern wir dann gleich im Vertrag, ja?“

Kein türkischer Basar mehr, sondern geregelte Fakten, so wie der Anwalt es normalerweise mag. Und das Beste: Wir sind beide zufrieden mit dieser Lösung. So zufrieden, dass wir an diesem Abend noch ein paar ganz wundervolle Stunden in dem Zimmer verbringen und die Seile, mit denen Christopher mich fesselt, ganz wunderschöne Streifen auf meiner Haut hinterlassen…

Weil mein Freund mich am Montagmorgen ein weiters Mal ermahnt, wie ein braver Schuljunge zur Uni zu gehen, tue ich das auch, lerne jeden Tag, arbeite in den Büchern schon vor, mache mich noch einmal über die Firma schlau, bei der ich ja bald mein verhasstes Praktikum machen werde.

„Yo, was geht am Wochenende, Niko?“, will Markus wissen, als wir Freitag zusammen in der Mensa essen und ich zucke mit den Schultern.

„Ich glaube, Christopher wollte ins Kino mit mir. Oder Schwimmen, weiß ich nicht mehr.“

„Und abends?“

„Wahrscheinlich haben wir dann ultraharten Sex.“

„Boah, Niko, ich will nicht wissen wo du und Christopher euch was reinsteckt und vor allem nicht wie…!“

Ich lache und Markus schüttelt bloß den Kopf.

„Paul, ich und ein paar andere wollten nachher vielleicht in den Pub. Vielleicht kommste ja mit?“

„Ich lasse es dich wissen“, verspreche ich ihm und schreibe während der nächsten Vorlesung, die auch das Ende meines Unitages einläutet, meinem Master, bitte ihn um Erlaubnis.

Doch die bekomme ich nicht.

Stattdessen trägt Christopher mir auf, nach der Uni direkt nach Hause zu fahren. Er hätte da einige Dinge, die ich für ihn erledigen müsste; Details würde ich vor Ort erfahren.

Meine Neugier wächst. So stark, dass ich es kaum erwarten kann, nach Hause zu gelangen.

„Christopher?“, rufe ich aus, sofort nachdem ich meine Schuhe und Jacke losgeworden bin. Stille. „Chris?“, hake ich etwas frecher nach, denn ich will seine Instruktionen jetzt sofort haben. Doch er ist noch gar nicht da, jedenfalls antwortet er mir nicht und ich es hört sich auch nicht so an, als wäre jemand außer mir in der Wohnung.

Ich wandere ins Schlafzimmer, um in ein bequemeres Hausoutfit schlüpfen. Die bereitgelegten Klamotten auf dem gemachten Bett fallen mir sofort ins Auge und ich weiß, dass Christopher sie heute Morgen nicht dorthin gelegt hat, was wiederum bedeutet, dass er zwischendurch zuhause gewesen sein muss.

Es sind alte Sachen von mir, von denen ich dachte, dass wir sie eigentlich weggeschmissen hätten. Nicht das klägliche Pyjama-Oberteil, das Christopher so unheimlich missfallen hat, allerdings die alte verwaschene Jeans, die ich seit Jahren nicht mehr angezogen habe, ebenso wie ein uralter brauner Pullover – ein Outfit, dass Herr Lang ganz sicherlich als „nicht sexy“ bezeichnet hätte; daneben ein Zettel, handgeschrieben. Und diese schnörkelige, penible Schrift erkenne ich sofort: Es ist Christophers. Nicht verwunderlich, aber – so oft hinterlässt er mir dann doch keine Notizen.

Christopher schreibt mir eher Nachrichten übers Handy, Mails, oder ruft mich an, konfrontiert mich mit einem Befehl von Angesicht zu Angesicht.

Ich hebe das Blatt hoch, beginne zu lesen und…

„Heilige Scheiße…!“, stoße ich aus und mein Innerstes wird überflutet von einer riesigen Welle der Aufregung, Freude, Nervosität und einer Extra-Portion sich anbahnender Geilheit, die sich durch ein leichtes Kribbeln im Unterleib und Prickeln in der Brust bemerkbar macht.

Achtlos werfe ich meine Sachen zu Boden und eile zur Dusche, erledige damit den ersten Punkt der mir in dem kleinen Briefchen mitgeteilten Schritte des Abends. Ich führe eine Spülung durch, rasiere mich, bis kein einziges Härchen mehr meinen Körper bedeckt und nachdem ich mir im Eiltempo die Haare geföhnt und einigermaßen zu Christophers wahrscheinlicher Zufriedenheit gestylt habe, betrete ich unser Spielzimmer.

Ich greife nach dem Gleitgel und benetze damit meine Finger. Schade eigentlich, denke ich mir dann, dass Christopher nicht hier ist; er liebt es zuzusehen, wenn ich meinen Eingang selbst vorbereite und sagt, mein leicht gequälter Gesichtsausdruck dabei sei unheimlich schön und höchst erregend. Die Lippen aufeinander gepresst mache ich mich ans Werk, weite mich, schiebe die Finger vorsichtig hinein, spreize sie und führe mir nach einigen Minuten, wie in dem Stück Papier ebenfalls angewiesen, den schwarzen großen Buttplug ein.

Dann erst ziehe ich mir die bereitgelegten Klamotten über.

Dann erst packe ich das Schriftstück in meine Tasche und verlasse unsere Wohnung wieder.

Es ist ein aufregendes Gefühl sich mit dem Toy in meinem Hintern in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ich grüße die nette Nachbarin von Christopher bzw. uns und plaudere auch einige Minuten mit der älteren, etwas schwerhörigen Frau, steige mit einer Masse anderer Menschen in den Bus, schlängele mich damit durch den Hauptbahnhof, stehe in der Schlange an, um mir noch schnell ein völlig überteuertes belegten Brötchen zu kaufen, sitze im nächsten Bus neben Schuljungen, die sich über den „mega harten Unterricht“ von Herrn sowieso aufregen und steige erst an der Endhaltestelle aus, als die Szenerie schon richtig ländlich geworden ist.

Ich habe Glück, habe Empfang, tippe die Koordinaten ein, die Christopher mir mitgeteilt hat. Ich verlasse das Wohngebiet als es schon beginnt zu dämmern, gehe an Weiden voller Kühe vorbei, hinein in ein kleines Stückchen Wald und erblicke mein Ziel: Wie versprochen steht da eine einzelne alte Parkbank unter einen riesigen Eiche.

Wie instruiert informiere meinen Master per SMS, dass ich angekommen bin am vereinbarten Ort, nachdem ich auf dem alten Holz voller Graffitis und Einkerbungen Platz genommen habe.

Die Blätter der hohen Bäume rascheln im Wind und ich atme den angenehmen Duft von Mutter Natur ein, schließe die Augen und kann dieses sich auf mein Gesicht stehlende Grinsen nicht aufhalten.

Es ist soweit.

Christopher und ich haben schon öfters darüber gesprochen… über dieses pikante, nicht ganz risikofreie Entführungsszenario, das nun in die Tat umgesetzt werden soll.

Ich habe es in meinem jüngsten Tagebucheintrag wieder zur Sprache gebracht, Christopher offiziell grünes Licht gegeben, gesagt, dass wir es jetzt, wo wir endlich zusammen wohnen, doch mal umsetzen könnten.

Ich hätte zwar nicht gedacht, dass Christopher es so schnell realisieren würde, aber offenbar ist Herr Lang auch sehr scharf auf dieses Rollenspiel.

…ob es wohl genauso sein wird, wie wir es uns ausgemalt haben?Ich bin gespannt.

Und auch furchtbar nervös.

Schließlich habe ich meinem Freund auch das GO gegeben, Martin und Holger, oder von mir aus auch Kilian zu involvieren. Zu einem gewissen Punkt. Denn: Alleine hätte Christopher es schwer mich zu „kidnappen…“

Ich höre es hinter mir rascheln, einzelnes Holz knackt, dürre Äste, jemand nähert sich… oder bilde ich es mir ein? Ich wage es nicht, mich umzudrehen, halte die Luft an; doch nichts passiert. Ich zähle langsam bis 30 in meinem Kopf und atme aus.

Nein, da war niemand, meine Fantasie hat mir bloß einen Streich gespielt… Belustigt über meine aufkeimende Paranoia, wenn man so will, drehe ich mich schließlich doch um – und genau während dieser Bewegung stülpt mir plötzlich jemand einen Sack über den Kopf; gleichzeitig werde ich an beiden meiner Arme gepackt, von der Bank gezogen und auf meine Beine verfrachtet.

Instinktiv versuche ich den Stoff der meinen Kopf verhüllt runter zu reißen, aber der Druck der männlichen Finger um meine Ober- und Unterarme verstärkt sich; im nächsten Moment werden meine Arme schon hinter meinen Rücken gerissen und jemand fixiert sie, bindet sie mit irgendeinem Utensil zusammen.

Seile? Kabelbinder? Ketten?

Ich kämpfe, versuche mich loszureißen, aber meine Angreifer sind zu stark. Ich schreie. „Lasst mich los!“ Lasst mich los, lasst mich los, lasst mich los…! Ich winde mich von Seite zu Seite, versuche nach den Unbekannten zu treten und kurz, wirklich nur ganz kurz, bekomme ich es mit der Angst zu tun, als ich einen mittelschweren Schlag in die Magenkuhle verpasst kriege, der meine Versuche mich aus der Umklammerung der Attackierenden zu befreien zu einem jähen Ende bringt.

Schmerz strömt durch meinen Körper und ich kriege kurzzeitig keine Luft, meine Glieder erschlaffen.

In dem Moment, in dem die Panik in meiner Brust aufwallt und die Frage auftaucht, ob das auch wirklich Christopher und unsere Freunde sind, die mich hier fesseln und verschleppen wollen, ertönt die Stimme meines Freundes, dessen Hände sich auf meine Hüften legen und dessen Mund direkt an mein abgedecktes Ohr wandert: „Hör auf dich zu wehren… sonst wirst du’s bereuen…!“

So eiskalt, grausam, betörend…

Und nun bin ich mir auch ziemlich sicher, dass er es war, der mir den Schlag verpasst hat… Doch ich kann meinen sich nunmehr tatsächlich beruhigenden Gedanken gar nicht mehr folgen:

Christophers Hand wandert unter den Sack und drückt mir irgendetwas gegen den Mund; ein weiches Tuch, ein Stück Papier - ich kann es nicht benennen. Nur eines ist sicher: Der Geruch ist seltsam und ich kann nicht atmen, und das löst abermals leichte Panik in mir aus, und es ist diese Panik, die mir neue Kraft verleiht. Ich strampele, ich schwanke von Seite zu Seite, ich kriege meinen Mund frei, Christophers Hand verschwindet und dann… dann wird mir schwindelig und diese aufgewallte Kraft ist wie von Geisterhand weggefegt, meine Glieder erschlaffen erneut, mir wird schwindlig und meine Knie geben nach.

…und dann umhüllt mich absolute Dunkelheit.

Mein Schädel fühlt sich schwer an, als ich weiß Gott wie viele Stunden oder Tage danach, zu mir komme. Meine Augenlider erscheinen wie aus Blei, so hart ist es, sie zu öffnen. Ich brauche eine Weile, bis sich meine Augen an das schummrige Licht in dem unbekannten Raum gewöhnen. Ich will mich bewegen, aber ich kann nicht - und mit jeder verstreichenden Sekunde werde ich mir mehr und mehr meiner Realität bewusst.

Ich liege noch komplett angezogen auf einer Matratze.

Meine Hände sind mit einem dicken Seil mit aufwendigen Knoten über meinem Kopf gefesselt und an der Heizung fixiert.

Ich kann nicht sprechen, weil mein Mund mit einem fiesen Streifen Klebeband verschlossen ist.

Und meine Beine werden in gespreizter Position durch eine dicke Stange gehalten, die an meinen Knöcheln befestigt ist.

Das Zimmer in dem ich gefangen gehalten werde ist mir völlig fremd und kahl. Bis auf die Matratze auf der ich liege steht nur die kleine Lampe in der Ecke; das Fenster ist mit Pappe abgeklebt, der Boden mit neuen, abgeschliffenen Dielen ausgelegt; und dann ist da noch dieser uralte schwarze Ledersessel, der direkt gegenüber der Matratze steht – und das Fläschchen Gleitgel zu meiner Rechten.

Wo ist Christopher?!

Ich lausche, doch ich kann nichts hören. Nicht einmal irgendwelche vorbeifahrende Autos, oder Stimmen von Menschen auf der Straße, Fernsehgeräusche.

Scheiße, das ist fast genau so, wie ich mir das immer ausgemalt habe…!

Brutal angegriffen, ins Ungewisse verschleppt, gefesselt, ohne zu wissen, was mit einem geschieht…

Und weil ich mich in meiner Fantasie versucht habe zu befreien, tue ich es auch jetzt im Spiel. Ich zerre an den Fesseln, wie ein Verrückter, mit all meiner Kraft, versuche die Verschlüsse der Spreizstange an meinen Knöcheln zu lösen; jedoch nur mit dem Erfolg, dass sich plötzlich die Tür öffnet und Christopher hineinstolziert.

Augenblicklich gefriere ich in meiner Bewegung. Mein Master sieht einfach nur fantastisch aus. Er trägt ein pechschwarzes Hemd, dessen erste drei Knöpfe geöffnet sind, keine Krawatte; seine schwarze Lederhose, klobige Stiefel. Seine Augen erscheinen blauer als sonst – aber vielleicht ist das auch schon wieder eine Fantasie, die mit mir durchgeht.

Christopher – beziehungsweise der unbekannte Mann, mein Kidnapper, der brutale Entführer – sieht mich mit kalter Miene an und erst in dem Moment erkenne ich, dass er ein Messer in der Hand hält. Ich versteife mich und gleichzeitig fühle ich eine Art der Erregung, die ich bis dato gar nicht gekannt habe.

Langsam kommt er näher, geht in die Hocke und legt seine freie Hand schließlich auf meine Brust. Der Blick mit dem er mich mustert, ist bedrohlich und ebenso klingt auch seine Stimme als er sagt: „Halt still, oder es wird verdammt weh tun.“

Ich zucke auf, als er dann nach meinem Pullover greift und denn Stoff vom Kragen runter bis zum Saum aufschneidet; er zerrt an dem Stoff, legt das Messer auch an meinen Armen an und ich halte still, als er auch dort das Material von meinem Körper entfernt. So herzlos, ohne Rücksicht auf Verluste. Genauso geht er auch bei meinen Jeans vor, knöpft sie nicht einmal auf, sondern zerfetzt sie mit der scharfen Klinge, reißt sie mir vom Leib, bis ich splitterfasernackt vor ihm liege.

Erst jetzt werde ich mir auch wieder des Buttplugs in meinem Hintern bewusst, als Christopher, ich meine – der Entführer – das Messer beiseite legt und seine Hose aufknöpft. Meine Augen legen sich auf seinen harten Schwanz, den er ans Tageslicht befördert, und seine Hände greifen zwischen meine Schenkel.

Er schaut mir nicht in die Augen, als er das Sextoy aus meinem Innern herauszieht. Auch nicht, als er seinen Schwanz mit Gleitgel einschmiert. Erst, als seine Spitze meinen Eingang berührt blickt er mich an und grinst so diabolisch, dass mein Geschlecht unmittelbar hart wird. Ich schließe meine Augen, als er sich in mich schiebt. Schmerz jagt durch meinen Körper, denn auch wenn der Buttplug dafür gesorgt hat, dass ich im Grunde genommen geweitet bin, versteife ich mich eben doch ein wenig, denn Christophers sonst so zärtlichen Finger in meinem Eingang, die mich auf sein Fleisch vorbereiten, haben einfach gefehlt.

Mein Master nimmt keine Rücksicht. Stößt hart in mich, fokussiert seine eigenen Bedürfnisse, bedient sich an mir, als wäre ich ein eigens für ihn kreiertes Büffet; und im Grunde genommen bin ich das ja auch als sein Sklave.

Christophers seichtes Stöhnen geht mir durch Mark und Bein, seine Bewegungen werden schneller. Ich weiß, dass er kurz vor seinem Höhepunkt steht und behalte Recht: Keine Minute nach diesem Gedankengang wirft er den Kopf leicht in den Nacken und füllt mich mit seinem dickflüssigen Saft. Ich atme tief und schwer, wie es mein Master tut, mein mit Ignoranz bestrafter Schwanz prickelt. Christopher hat ihn kein einziges Mal angefasst – und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das jetzt auch nicht nachholen wird.

Auch in diesem Punkt behalte ich Recht.

Mein Herr zieht sich aus mir heraus, schaut mir nur ganz kurz in die Augen, dann schon richtet er sich auf, knöpft seine Hose zu und verlässt ohne auch nur ein einziges Wort mit mir gewechselt haben das Zimmer.

Ich schließe die Augen und entlasse die Luft aus meinen Lungen. Es dauert eine kleine Ewigkeit, bis meine Geilheit endlich abklingt; eine kleine Tortur. Lauschend bleibe ich also in meiner gezwungenen Position liegen, doch es gibt nichts zu hören. Müdigkeit schleicht sich in meine Glieder; ich schließe die Augen und drifte ab.

Abermals habe ich keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen ist, als das Aufschwingen der Holztür mich aus meinem leichten Schlaf reißt. Meine Arme, sowie mein Rücken schmerzen. Mir ist leicht schwindelig und ich habe extremen Durst. Und Christopher, so als hätte er meine Gedanken gelesen, hält eine Flasche Wasser in seiner Hand. Unsere Augen treffen sich.

Mein Entführer geht in die Hocke und mustert mich mit finsterer Miene. „Sklave“, spricht er mich an und macht mit diesem simplen Wort erneut deutlich, dass wir uns gerade in seinem Spiel befinden, „ich werde dir gleich das Klebeband entfernen, und wenn du hier irgendwann unversehrt rauskommen willst, wirst du nicht schreien und alles tun, was ich von dir verlange. Verstanden?“

Ich nicke hastig und als er mir den Streifen mit einem einzigen kurzen Ruck abreißt und es kurzzeitig schmerzt, mache ich keinen Mucks.

„Ich werde jetzt deine Fesseln lösen und du wirst dich langsam aufsetzen und trinken, kapiert?“, kündigt er seinen nächsten Schritt an und ich nicke ein weiteres Mal, setze noch flink ein „ja, Herr“, dahinter und bestätige mit eben diesem Wort auch irgendwie, dass unser Rollenspiel weitergeht.

Christopher lässt sich Zeit, windet das Seil vorsichtig auseinander, bis meine Arme frei sind – und das ist einfach eine wahrhaftig wundervolle Genugtuung. Ich massiere meine schmerzenden Handgelenke, schüttele beide Arme mehrmals aus, strecke sie und seufze genüsslich, während Christopher die Manschetten an meinen Beinen löst, die die fiese Spreizstange in Position halten.

Er legt sie beiseite und in diesem Moment ergreift mich ein schelmischer Gedanke, den ich auch sofort in die Tat umsetze. Ich nehme all meinen Mut und meine Kraft zusammen und stürze mich nach vorn, direkt auf Christopher, der durch die Wucht meines Aufsprungs auf seinem Hintern landet. Sein Gesichtsausdruck ist überwältigend – große Überraschung vermischt mit Zorn. Doch mir bleibt keine Zeit übrig, mich daran zu ergötzen. Ich verpasse ihm einen Schubs und er fällt, da er noch immer überrascht ist, in diesen wenigen Sekunden meiner Attacke zur Seite – ich dagegen richte mich auf, will Richtung Tür hasten - und lande direkt auf meiner Nase; weil meine Beine steif sind, weil meine Fußsolen den Boden gar nicht spüren können, weil ich schwach bin.

Wie bei einem aufgescheuchten Tier versetzt die aufwallende Panik meinem Fluchtinstinkt einen weiteren Schub. Nur mit meinem immer noch schmerzenden Armen versuche ich mich am Boden entlang zu ziehen, zur Tür zu robben. Doch meine Rechnung habe ich ohne Christopher gemacht, der natürlich schon längst wieder auf den Beinen ist.

„Du kleines Biest!“, schimpft er und seine wütende Stimme überschlägt sich dabei schon fast. Im nächsten Moment schreie ich auf, weil er meine Beine packt; seine kalten Hände umfassen grob meine Knöchel und mit einem Ruck zieht er mich, oder besser gesagt schleift mich zur Matratze zurück, worauf sein Knie unschön in meinen Rücken drückt, kurz über meinem Hintern. Ich schreie auf, als er dazu auch noch meine Arme packt und sie nach hinten drückt.

Mit dem eben erst von ihnen entfernten Seil fesselt er sie nun wieder hinter meinem Rücken. Ich wimmere vor Schmerzen.

Egal wie sehr ich meinen Gliedern befehle sich zu bewegen, ich komme gegen die Kraft meines Masters nicht an, dessen gesamtes Gewicht auf meinen Körper drängt.

„Dein Wasser und dein Abendessen hast du dir jetzt verspielt, Sklave“, zischt er giftig, aber nun schon ruhiger als eben in mein Ohr. Dann lässt der Schmerz nach, weil er sich erhebt. Ich sehe ihm nach, wie er durch das Zimmer stampft und mich wieder einmal alleine lässt. Dieses Mal macht er vorher sogar das Licht aus und ich bleibe allein im Dunkeln zurück.

„Scheiße“, murmele ich und lache. Meine Zunge fühlt sich wie Pappe an – der Durst wird unerträglich. Ich wälze mich von Seite zu Seite und schaffe es schließlich, mich aufzusetzen. Aufstehen klappt einfach noch nicht, also harre ich im Schneidersitz aus und denke über das Geschehen nach.

Mein Entführer meint es ernst. Durch meine kleine Revolte habe ich mir nicht nur das Wasser, sondern auch das Essen für heute verspielt… Christopher ist unbarmherzig konsequent… oder? Ich grübele weiter. Wir haben nicht explizit abgesprochen, wie lange wir hier bleiben werden. Wo auch immer dieses hier überhaupt ist. Werden wir heute Abend schon wieder zuhause sein? Oder zieht mein Master das noch bis morgen durch? Würde er doch, wenn er konsequent ist… oder?

Meine Gedanken fahren Achterbahn. Aber diese interessante Fahrt wird ziemlich in den Hintergrund gedrängt durch meine Blase, die sich mit jedem verstreichenden Moment bemerkbarer macht.

Auch ohne die Zeit richtig einschätzen zu können, weiß ich, dass ich bald wirklich dringend ein Badezimmer aufsuchen muss.

Doch: Wo steckt Christopher?!

Ich warte noch einen Moment. Vielleicht zwei. Doch mein Entführer kommt nicht wieder.

Tief einatmend rappele ich mich schließlich auf und laufe auf wackeligen Beinen vorsichtig durch den kleinen Raum. Ich stoße gegen die Wand und taste mich an ihr mit meiner Schulter weiter voran, bis ich endlich auf die geschlossene Tür stoße.

„Herr?“, rufe ich aus – doch ich bekomme keine Reaktion. „Christopher?“, versuche ich es noch mal, aber wieder geschieht nichts. Mit dem Fuß schlage ich ein paar Mal gegen das Holz, weil ich sichergehen will, dass mein Master mich hört, egal wo er sich gerade aufhält. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich allzu weit entfernt hat. Schließlich sagt Christopher immer: Safety first.

Doch im Moment bin ich allein und an dieser Tatsache ändert sich nichts; der Druck auf meiner Blase dagegen wächst weiter.

„Fuck…“, wispere ich und endlich – endlich – öffnet sich die Tür, Licht strömt herein und mein Entführer kommt direkt auf mich zu. Seine Hand legt sich auf meine Brust und er schiebt mich quer durch den Raum zurück zu meiner bescheuerten Matratze. Mit beiden Händen drückt er mich zurück auf den Boden.

„Bleib“, instruiert er mich – wie einen Hund. Und ich gehorche.

Er entfernt sich dieses Mal nur für einen kurzen Moment, nur um die Lampe anzuknipsen und die Zimmertür erneut zu schließen. Dann macht er es sich auf dem Sessel bequem, schlägt die Beine übereinander und schaut mich ein bisschen amüsiert an. Er sagt nichts und ich beiße mir auf die Unterlippe. Wir schweigen, bis ich schließlich den Mut fasse und ihn anspreche.

„…Herr…?“

„Ja, Sklave?“

„…ich muss ganz dringend… auf… Toilette…“

„Aha…“, macht er bloß und betrachtet mich eindringlich.

Das war dann wohl ein Nein.

„Warum sollte ich dich aus dem Zimmer lassen?“, fragt er mich dann und zieht die Augenbraue hoch. „Du bist ungehorsam. Wie kann ich da sicher sein, dass du nicht schon wieder versuchen wirst, abzuhauen, hm?“

„Das werde ich nicht, ich verspreche es Euch, Herr… bitte…“, flehe ich.

„Hm“, macht Christopher und setzt sich breitbeinig auf. „Komm her zu mir…“, ordnet er an und ich versuche aufzustehen. Sein Kommando „auf allen Vieren“, stoppt mich jedoch dabei und ich leiste seinen Worten Folge, krabbele in seine Richtung, bis ich direkt vor ihm sitze.

Seine Finger streichen durch mein Haar. Er lächelt kalt.

„Dreh dich um“, sagt er und ich folge meinem Versprechen, von nun an gehorsam zu sein und tue somit, was er sagt. Er löst meine Fesseln, wonach er sich wieder auf dem Sessel niederlässt. Vorsichtig wende ich mich ihm wieder zu, und als unsere Blicke sich treffen, befiehlt er: „Knöpf meine Hose auf.“ Ich ignoriere meine Blase und leiste seinen Worten abermals Folge. „Du wirst mir jetzt einen blasen“, spricht Christopher weiter, „und erst wenn ich gekommen bin, eskortiere ich dich zur Toilette, verstanden?“

Ich nicke, „Ja, Herr.“

Christophers Schwanz ist bereits hart, als ich den Reißverschluss seiner dicken Lederhose öffne; er springt mir regelrecht entgegen. Ich befeuchte ihn komplett, lecke die gesamte Länge gründlich ab, bevor ich sein Fleisch in meinen Mund aufnehme. Und während ich anfange, meinen Kopf zu bewegen und sein hartes Geschlecht mit meinen Lippen und meiner Zunge zu traktieren, wird der Druck in meinem Unterleib immer schlimmer…

Nahezu unerträglich wird er, als Christopher rau „schneller“ wispert und ich diese Anweisung natürlich befolge.

Ich muss mich zusammenreißen. Ich halte das aus. Ich schaffe das!– Wiederhole ich in meinem Innern, presse die Augen zusammen und bete innerlich, dass mein Master endlich seinen Höhepunkt erfährt.

Mein Kiefer schmerzt und ich versuche nicht zu Würgen, als ich ihn tief in meine Kehle aufnehme und er aufstöhnt. Ich intensiviere den Druck meiner Lippen, mein Tempo, die Bewegungen mit meiner Zunge. Die lauten Schmatzgeräusche die ich erzeuge ignoriere ich.

…doch dieses Ziehen, dieses unangenehme Prickeln, diesen gottverdammten Druck da unten kann ich nicht ignorieren.

Nein, nein, nein, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht…!

Ich winde mich, ich versuche stark zu sein, zu kämpfen, doch als Christopher sich endlich mit einem tiefen Stöhnen in meinen Mund ergießt – ergieße auch ich mich; auf eine ungenehme, andere Art und Weise…

Deutlich kann ich spüren wie mein Kopf knallrot wird, als die warme, nicht gerade toll riechende Flüssigkeit sich über meine Oberschenkel verteilt. Ich weiß gar nicht, wo ich hinsehen soll, als Christophers Schwanz aus meinem Mund rutscht und ich in meinem eigenen Urin so auf dem Boden sitze. Sekunden vergehen – oder sind es Minuten, in denen ich wie in Schockstarre die Wand starre. Dann schnalzt Christopher genervt der Zunge, packt mich an meinen Haare und schleift mich tatsächlich aus dem Zimmer.

Wir passieren einen Flur, der ebenfalls mit Holzdielen ausgelegt ist und betreten das nur drei Türen weiter gelegene kleine Bad, in dem keinerlei Zahn- oder Haarbürsten, Parfüms oder andere Utensilien liegen. Es wirkt sehr neu, einfach noch unbewohnt – oder einfach saniert und verlassen? Ich habe keine Ahnung und auch keine Zeit, mich damit weiter zu beschäftigten. Christopher schubst mich unter die Dusche und befiehlt mir: „Wasch dich!“

Ich brauche einige Sekunden Zeit, um seine Worte zu schnallen. Dann drehe ich hastig das Wasser auf, um die beschämende Subtanz auf meinen Beinen loszuwerden. Ich erschrecke, als mein Master mir eine Tube Duschgel barsch gegen die nackte Brust drückt, schaffe es aber noch mich verbal bei meinem Herrn zu bedanken, ehe ich die Verschlusskappe öffne und mich einseife.

Zunächst merke ich gar nicht, dass Christopher den Raum kurz verlässt, so vertieft bin ich in meine Reinemachaktion – erst als ich das Wasser abschalte, bemerke ich, dass er gar nicht da ist. Dann dauert es aber auch nur ein paar Sekunden, bis er das kleine Bad wieder betritt. Ein Handtuch in seiner rechten Hand, das er mir jetzt zuwirft. In seiner linken: Ein Putzeimer inklusive Waschlappen.

Ich starre ihn an während ich mich abtrockne und er starrt amüsiert zurück. Als ich fertig bin, reißt mein Master mir das grüne Stück Stoff aus der Hand und drückt mir stattdessen die Putzutensilien in die Hand.

„Du hast eine regelrechte Spur hinterlassen“, sagt er kalt-belustigt. „Fang an zu putzen“, befiehlt er dann – und ich mache es, mit hochrotem Kopf und einem sehr, sehr intensiven Kribbeln im Bauch. Ich wische zunächst die Tröpfchen im Bad auf, arbeite mich durch den Flur – Christopher direkt an meiner Seite. Mit vor der Brust verschränkten Armen betrachtet er jede Bewegung, die ich mache, kontrolliert mich, beobachtet; stellt sicher, dass ich nicht versuchen werde zu entfliehen.

Das Herz in meiner Brust schlägt schneller und das Kribbeln wird intensiviert durch ein zusätzliches Prickeln auf meiner Haut. Erst als ich an dem größten Fleck der Schande angelangt bin, direkt von dem Sessel auf dem mein Herr zuvor Platz genommen hatte, erkenne ich, was dieses Gefühl ist, das mich erfasst hat.

Erst dann, als ich den Lappen abermals ausdrücke und der seichte Geruch meines eigenen Urins mir in die Nase steigt, realisiere ich, dass ich diese Demütigung, diese Scham die mich überkommen hat, diese unfassbare Bloßstellung überaus genieße.

Ich muss beinahe lachen, als sich diese Erkenntnis in meinem Kopf einnistet.

Ja, Christopher hatte Recht. Nur weil wir zusammenwohnen heißt das nicht, dass unser Liebesleben einschlafen wird. Dafür ist mein Master einfach viel zu kreativ. Dafür sind wir zu kreativ. Dafür gibt es noch viel zu viel, das wir ausprobieren müssen.

Und während dieses Entführungsszenarios probieren wir so einiges aus. Christopher lässt mich zum Beispiel den gesamten Boden meines kleinen Gefängnisses putzen – mit einem fiesen Vibrator in meinem Hintern, der durch zwei dicke Stücke Klebeband in Position gehalten wird. Er fesselt, knebelt mich und er verbindet mir die Augen – und lässt mich stundenlang einfach so auf dem Boden liegen, während er nur wenige Zentimeter von mir entfernt ein Buch liest. Er fickt mich hart, ohne mich auch nur ein einziges Mal kommen zu lassen.

…und er ist konsequent. Er zieht meine Entführung gnadenlos bis Sonntag durch.

Er schläft auf einem Klappbett, das ich zum ersten Mal in meinem Leben sehe. Ich verbringe die beiden Nächte auf dem Boden, mit Handschellen an eben jenes Aufstellbett gekettet. Zu Essen gibt es für mich nur Brot. Zu Trinken nur Wasser. Und das auch nur, wenn Christopher danach ist, mir welches zu geben.

Mein Master peitscht mich aus. Mit dem Flogger. Dem Paddel. Seinem Gürtel. Bis mein gesamter Hintern rot wie eine Tomate ist, mein Rücken voller Striemen, meine Arme übersät mit blauen Flecken, dort wo er mich harsch gepackt hat.

Ich bin erschöpft als Christopher mich das erste Mal an diesem Wochenende wirklich anlächelt, mich das erste Mal küsst und dann mit sanfter Stimme sagt: „Das reicht für heute, Niko.“ Und mit diesen Worten endet unser Rollenspiel. Kraftlos sinke ich in seine Arme und mein Freund – jetzt nicht mehr Entführer – trägt mich ins Bad, seift mich vorsichtig ein, trocknet mich ab und hilft mir in frische Klamotten zu schlüpfen.

Nach fast drei Tagen Nacktheit fühlt es sich beinahe schon seltsam an, wieder Kleidung zu tragen.

Erst an diesem Sonntag erfahre ich, wo wir uns die ganze Zeit aufgehalten habe, als ich den schicken Neubau komplett inspiziere. Es ist das Haus von Holgers Cousin – der allerdings gerade im Ausland ist und eh erst im kommenden Monat einziehen wird.

„Holger hat ihm gesagt, wir wollen hier das ganze Wochenende Pokern“, erklärt Christopher und grinst frech.

Ich lache. „Oh Mann, wenn der wüsste, was wir hier wirklich getrieben haben…“

„Nun, das wird er nie erfahren“, meint mein Freund und zwinkert mir zu.

Wir steigen ins Auto ein und Christopher lässt den Motor an. Doch ehe er losfährt wendet er sich mir zu und fragt: „Hat es dir gefallen?“

Ich nicke. Ich lächele. Ich nehme seine Hand und küsse sie. „Sehr. Dir?“

„…und wie…!“, entgegnet er strahlend.

Auf dem Weg erzählt er mir dann, dass es auch Holger und Martin gewesen sind, die bei der Entführung geholfen haben, dass der Schlag in meine Magenkuhle wirklich von ihm stammte, dass er total aufgeregt gewesen ist bei der ganzen Sache. Dann hält er noch bei unserem Lieblingschinesen und holt uns zwei riesige Portionen Ente süß-sauer raus, damit wir sie zuhause verspeisen können.

Ich kann mein erstes richtiges Essen an diesem Wochenende kaum erwarten!

Deswegen eile ich auch direkt in die Küche, hole Teller und Besteck raus, decke den Tisch und setze mich ungeduldig hin.

„Chrissie, wo bleibst du?!“, rufe ich neckend, als mein Freund nicht auftaucht. „…Chris?“

„Sorry…!“, ruft der aus, als er mit einem Batzen Briefe endlich die Küche betritt. „Hab noch die Post geholt, bin da Freitag selbst gar nicht mehr zu gekommen…“, erklärt er, während er sich setzt und dabei die ganzen Schreiben durchgeht. Bei einem hält er inne, dreht den Umschlag um – und sieht dann mich an.

„Der… ist für dich“, sagt er und überreicht mit den Umschlag mit einem vorsichtigen Lächeln, „…von deiner Mutter.“

Und es nicht die Stiefmutti, die mir geschrieben hat – es ist meine richtige Mutter.

Bewertung

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Kommentare

Ich habe mich richtig gefreut, dass es weiter geht und habe die Geschichte förmlich verschlungen. Es ist auch sehr gut geworden. Dennoch fehlt mir irgendwie ein bisschen was. Sonst warst du immer sehr detailliert und hast vor allem die Spielszenen sehr genau geschrieben und ausgeführt. Jetzt hatte ich ein bisschen das Gefühl, du wolltest schnell fertig werden und hast einiges nur kurz angesprochen oder abgekürzt. Dennoch finde ich den teil gut und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Ich habe alle Teil richtig verschlungen!

Sehr schöne Story die immer eine gewisse Spannung aufrecht erhält.

Ich freu mich schon auf einen weiteren Teil und hoffe insgeheim, dass noch sehr viele folgen werden! Kann es nicht erwarten wie es weiter geht, besonders gefallen mir die Zeitsprünge, wo Nico sich an die Anfänge erinnert. Wenn es nach mir geht kannst Du das so weiter machen. Am liebsten hätte ich pro Kapitel einen Zeitsprung wo Nico sich an ein Szenario erinnert, vor oder in dem Aktuellen geschehen.

Mach einfach weiter so!

ich weiß, dass du schon einige Kapitel mehr geschrieben hattest. Leider sind die ja wohl durch den Ausfall der Webseite verloren gegngen. Wäre super, wenn du die noch mal posten und eine Fortsetzung schreiben würdest.

In reply to by Cassilda

Hey Cassilda,

das mache ich kommende Woche auf jeden Fall :-)

Hatte gerade mal nachsehen wollen, ob die Site wieder geht, und hier ist sie ja endlich.

Danke für den Hinweis!